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	<title>ZonsWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Martin_Schmitz&amp;diff=4365</id>
		<title>Martin Schmitz</title>
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		<updated>2026-07-13T10:20:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Berufliche Tätigkeit und weiteres Engagement */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:schmitz1.jpg|300px|thumb|right|Martin Schmitz in der Mühle Ende der 1920er Jahre.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Martin Heribert Hubert Schmitz&#039;&#039;&#039; (* 16. März 1853 in Zons; † 23. Januar 1933 in Zons), im Volksmund &amp;quot;Schmitze Määte&amp;quot;, war mindestens ab 1873 bis zur Einstellung des Betriebes 1907 [[Müller]] der Zonser [[Windmühle]], in den 1890er Jahren auch Kaufmann und Kleinhändler und ab 1907 Betreiber der örtlichen [[Gaststätte &amp;quot;Zur historischen Mühle&amp;quot;]] (spätere [[Gaststätte &amp;quot;Zur Post&amp;quot;]]). 1913 bis 1916 hatte er einen Sitz im [[Stadtrat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Elternhaus ==&lt;br /&gt;
Martin Schmitz kam am 16. März 1853 in Zons als jüngstes Kind des Ehepaars [[Müller]] [[Gottfried Schmitz]] (* 11. Januar 1802 in Zons; † 10. Dezember 1872 in Zons) und der Maria Magdalene geborene Fuchs (* 23. Juni 1816 in Zons; † 25. Oktober 1895 in Zons) zur Welt. Er hatte sieben Geschwister&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 668.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johann Baptist Mathias Hubert (* 16. Januar 1839 in Zons; † 14. April 1869 in Zons), der ledig starb&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ursula Theodora Hubertine (* 26. September 1840 in Zons; † 18. August 1842 in Zons)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mathias Carl Hubert (* 6. August 1842 in Zons)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Josef Anton Hubert (* 13. Juni 1844 in Zons)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Franz&#039;&#039;&#039; Josef Hubert (* 16. Mai 1846 in Zons)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ursula Genoveva Hubertine (* 3. Januar 1849 in Zons; † 15. Juni 1877 in Zons), die ledig starb&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Caspar Rudolf Hubert (* 18. April 1851 in Zons)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das elterliche Haus war das heutige Haus [[Rheinstraße]] 5 bzw. ab 1852/53 der in dieser Zeit neu errichtete Hof vor dem [[Feldtor]], die spätere [[Gaststätte &amp;quot;Zur Post&amp;quot;]].&amp;lt;ref&amp;gt;Dementsprechend nennt ein Adressbuch von 1861 für Gottfried Schmitz die Adresse Zons, Nr. 22 2/4: Friedrich Sprengepiel, Adreß-Buch vom Regierungs-Bezirk Düsseldorf, Elberfeld 1861, S. 451.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliche Tätigkeit und weiteres Engagement ==&lt;br /&gt;
Martin Schmitz hat wahrscheinlich bereits seit seiner Jugend im elterlichen [[Windmühle|Mühlenbetrieb]] gearbeitet. Sicher belegt ist dies erst ab 1873. Er soll den Betrieb nach dem Tod des Vaters [[Gottfried Schmitz]] zusammen mit seinem Bruder Franz geführt haben und nach dessen frühem Tod (Datum unbekannt) allein.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Ein ganzes Jahrhundert im Besitz der Familie Schmitz. Erst Festungsturm, dann [[Windmühle]] in Zons&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 15/1990, S. 5–8; hier: S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Mutter, Maria Magdalene Schmitz, war Eigentümerin und Betreiberin der [[Mühle]] bis zu ihrem Tod am 25. Oktober 1895. Mit ihrem Tod ging die [[Mühle]] in das Eigentum des Martin Schmitz über, der in den 1890er Jahren auch als Kaufmann und Kleinhändler tätig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1907 stellte Martin Schmitz den Gewerbebetrieb endgültig ein.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Bestand Stadt Zons, Nr. 1359.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist davon auszugehen, dass der Betrieb aufgrund der Konkurrenz durch Dampfmühlen nicht mehr rentabel arbeiten konnte. Martin Schmitz richtete sein Augenmerk auf den sich in dieser Zeit stark entwickelnden örtlichen [[Fremdenverkehr]] und baute im Herbst/Winter 1907 den von den Eltern geerbten Hof vor dem [[Feldtor]] zur Gaststätte ([[Gaststätte &amp;quot;Zur historischen Mühle&amp;quot;]]) aus. An der Galerie der Mühle ließ er ein entsprechendes Schild anbringen. Sicher bereits zu Zeiten des Windmühlenbetriebes hat Schmitz gegen ein bestimmtes Eintrittsgeld Touristen durch die Mühle geführt, um deren Technik zu erläutern, und er setzte dies auch bis zu seinem Tod fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Herrichtung des Hofes vor dem [[Feldtor]] zur Gaststätte ließ Martin Schmitz vor dem Hauptgebäude auch Bäume und Sträucher anpflanzen sowie eine Rinne anlegen. Hierauf erging am 6. November 1907 die polizeiliche Aufforderung zur Beseitigung, da es sich um Gemeindeeigentum handelte. Fest vom Gegenteil überzeugt reichte Schmitz am 16. November fristgerecht Klage beim Kreisausschuss ein. Der [[Stadtrat|Gemeinderat]] beauftragte daraufhin am 4. Dezember zwei Mitglieder des Gremiums, den Bürgermeister bei der Richtigstellung zu unterstützen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 82, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es entwickelte sich eine längere Auseinandersetzung, und am 13. Oktober 1909 beauftragte der [[Stadtrat|Gemeinderat]] den [[Bürgermeister]] [[Josef Trapet]], gegen Schmitz wegen der unberechtigten Benutzung zu klagen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 84, p. 42–43.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Vorstoß zur Einigung machte das Gremium am 4. Februar 1910, als es den [[Bürgermeister]] ermächtigte, mit Schmitz über eine jährliche Anerkennungsgebühr für die Nutzung und die Erstattung sämtlicher Verfahrenskosten zu verhandeln.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 84, p. 58.&amp;lt;/ref&amp;gt; Überzeugt, im Recht zu sein, ging Schmitz hierauf nicht ein, und so zog sich der Zivilprozess noch weitere Jahre fort. Aufgrund der hohen Verfahrenskosten geriet Schmitz 1916 in Konkurs.&amp;lt;ref&amp;gt;Kölnische Zeitung v. 25.09.1916.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Hof wurde 1917 an den Dormagener Fuhrunternehmer [[Hubert Schick]] verkauft, der hierin fortan eine Posthalterei, Spedition und Gastwirtschaft ([[Gaststätte &amp;quot;Zur Post&amp;quot;]]) betrieb. Am 9. Juni 1918 fasste der [[Stadtrat|Gemeinderat]] den Beschluss, den Zivilprozess zu beenden und [[Hubert Schick]] den Platz vor dem Haus zum Kauf anzubieten.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 84, p. 247–248.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehr als ein halbes Jahr später, am 17. Januar 1919, ermächtigte der Gemeinderat den Bürgermeister, Martin Schmitz die Mühle für 3.000,- Mark abzukaufen. Bedingung sei, dass der Prozess beendet werde, indem Schmitz und sein Rechtsanwalt Dr. Nolden in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] als Konkursverwalter das Gemeinderecht anerkennen und die gesamten Prozesskosten aus der Konkursmasse gedeckt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 84, p. 257–258.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kauf der Mühle kam nicht zustande, aber der Prozess wird sehr wahrscheinlich im Laufe des Jahres beendet worden sein, da Schmitz nicht mehr die nötigen Mittel zur Fortsetzung aufbringen konnte (die [[Mühle]] hatte er mit einer Hypothek von 1.000,- Reichsmark belastet). Das vor Prozessbeginn noch recht vermögende Ehepaar Schmitz wohnte seit dem Verkauf des Hofes vor dem [[Feldtor]] in einer Wohnung in der [[Grünwaldstraße]] (heute Nr. 6) zur Miete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1913 wurde Martin Schmitz für drei Jahre zum Mitglied des [[Stadtrat]]s (erste Klasse) gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 84, p. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Martin Schmitz (23. Januar 1933) nahm die Gemeinde mit dessen Erben Kontakt auf, um wieder über den Kauf der Mühle zu verhandeln. Dieser kam nach langwierigen Verhandlungen am 11. Dezember 1940 zustande.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Bestand Akten Stadt Zons, augias 155 (U-R. Nr. 533 für 1940 vom 11.12.1940.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:schmitz2.jpg|300px|thumb|right|Martin Schmitz mit Familie um 1910.]]&lt;br /&gt;
Martin Schmitz heiratete am 8. Januar 1886 (kirchlich einen Tag später) in Zons Maria &#039;&#039;&#039;Elisabeth&#039;&#039;&#039; Hahn (* 27. August 1859 in Zons; † 15. Oktober 1932 in Zons), Tochter des Ehepaars Schiffer Johann Hahn (* 22. Oktober 1824 in Zons; † 18. Februar 1868 in Zons) und Haushälterin Margarethe geborene Bollig (* 7. Oktober 1823 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Paffendorf Niederaußem/Paffendorf]; † 6. September 1864 in Zons). Das Paar hatte insgesamt 8 Kinder&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 686.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Johannes&#039;&#039;&#039; Martin Hubert (* 22. März 1886 in Zons; † 18. August 1941 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Stolberg_(Rheinland) Stolberg]), genannt &amp;quot;Jean&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Catharina&#039;&#039;&#039; Maria Hubertine (* 23. September 1887 in Zons; † 24. Mai 1960 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Maria&#039;&#039;&#039; Hubertine Josefine (* 13. Juli 1889 in Zons; † 6. Februar 1962 in Zons), die am 10. November 1910 in Zons den Anstreicher Josef Lessenich heiratete&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Maria Magdalene &#039;&#039;&#039;Josefine&#039;&#039;&#039; (* 24. Mai 1891 in Zons; † 21. Januar 1967 in Zons), verheiratete Wingerath&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Rudolf&#039;&#039;&#039; Eugen Hubert (* 18. November 1892 in Zons; gefallen am 16. Juli 1918 bei Sailly)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jacobine&#039;&#039;&#039; Josefine Maria (* 7. Dezember 1894 in Zons; † 1935 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Wuppertal-Barmen]), verheiratete Leven&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Carl&#039;&#039;&#039; Martin Hubert (* 19. August 1897 in Zons; † 1975 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]), der 1937 in Zons heiratete&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Georg&#039;&#039;&#039; Mathias Martin (* 21. September 1899 in Zons; † 10. April 1977 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]), der 1926 in Zons heiratete &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Elisabeth&#039;&#039;&#039; Maria (* 12. April 1902 in Zons), verheiratete Stehling, die nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn] verzogen ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie wohnte im elterlichen Hof des Martin Schmitz vor der [[Feldtor]]. Der [[Gaststätte &amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;|Volksgarten]]-Wirt [[Johann Hahn]] war ein Schwager des Martin Schmitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Schmitz, Martin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Müller]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadträte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<title>Heinz Riffel</title>
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		<updated>2026-07-10T18:46:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:riffelh1.jpg|200px|thumb|right|Heinz Riffel 1938.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Riffel_Klasse.jpg|400px|thumb|right|Heinz Riffel mit Schulklasse um 1930.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heinrich Adam Josef Riffel&#039;&#039;&#039; (* 7. März 1895 in [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCdesheim_(Bingen_am_Rhein) Büdesheim]; † 26. September 1965 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Solingen Solingen]) war 1918–1922 und 1927–1941 Lehrer an der Zonser [[Schulwesen|Volksschule]]. Er hat sich vielfältig für die Zonser Stadtgeschichte engagiert, so durch Veröffentlichungen, die Planung und Umsetzung des [[Heimatmuseum]]s im [[Rheinturm]] sowie der [[Freilichtbühne]] im [[Zwinger]] von [[Schloss Friedestrom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lehrtätigkeit ==&lt;br /&gt;
Heinz Riffel unterrichtete vom 20. August 1918 bis zum 1. April 1922 und vom 1. Oktober 1927 bis zum 1. September 1941 an der Zonser [[Schulwesen|Volksschule]]. Am 2. Februar 1920 absolvierte er in Zons vor den Herren Schulrat Dr. Sondermann, Seminaroberlehrer Loef und Hauptlehrer [[Peter Breuer]] seine zweite Lehramtsprüfung.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. April 1922 wechselte er durch Stellentausch nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kempenich Kempenich]. Für ihn kam am 25. April des Jahres der dortige Lehrer [[Hanns Dederichs]] an die Zonser [[Schulwesen|Volksschule]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riffel unterrichtete bis Ende September 1927 an der Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kempenich Kempenich]. Am 1. Oktober 1927 übernahm er wieder die Unterrichtung in Zons von [[Hanns Dederichs]], der bereits zum 1. September nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln] gewechselt war.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Do 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 86–87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. September 1941 unterrichtete Riffel an einer Schule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Uedesheim Uedesheim], später in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]. Seine Nachfolgerin in Zons wurde [[Liesel Rasten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Heinz Riffel war seit 1922 verheiratet mit Katharina Hahn (* 18. April 1897 in Zons; † 25. Februar 1991 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]), Tochter des [[Johann Hahn]], Inhaber des [[Gaststätte &amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;|Restaurants &amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;]] vor dem [[Rheintor]], und der Anna geborene Hesemann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 261.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Das Paar bezog 1927 unmittelbar hinter dem [[Gaststätte &amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;|&amp;quot;Volksgarten&amp;quot;]] an der [[Gartenstraße]], der heutigen [[Parkstraße]], ein neu errichtetes Wohnhaus, das noch heute existiert (heute Parkstr. 3).&amp;lt;ref&amp;gt;Der Gemeinderat bewilligte in seiner Sitzung vom 21. September 1927 eine Hypothek von 5.000,- Reichsmark für den Hausbau (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1941 ließ Heinz Riffel sich von seiner Frau scheiden und zog nach [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]. Er heiratete noch ein zweites Mal und lebte mit seiner zweiten Frau Marlene zuletzt in [https://de.wikipedia.org/wiki/Solingen Solingen], wo er 1965 starb.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jost Auler]], &#039;&#039;Händchen für Heimat und Heilkraut - Portrait des Zonser Heimatforschers Riffel/ Museum und Schauspiel lagen ihm am Herzen&#039;&#039;, in: NGZ vom 29. Januar 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Engagement für Zonser Geschichte und Fremdenverkehr ==&lt;br /&gt;
Riffel engagierte sich vielfältig ortsgeschichtlich und im Fremdenverkehr: Auf seine Initiative hin wurde 1931 das [[Heimatmuseum]] im [[Rheinturm]] eröffnet, das bis 1958 bestand. Er fertigte zusammen mit seinen Schülern bis Anfang 1929 ein aufwändiges [[Stadtmodelle|Stadtmodell]], das ab 1931 im [[Heimatmuseum]] ausgestellt wurde und heute in der Touristinfo Zons steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Gemeinderat nahm in seiner Sitzung vom 13. März 1929 zur Kenntnis, dass das Stadtmodell der Gemeinde übereignet werden sollte. Für Materialien hat Riffel 400,- Reichsmark erhalten. In seiner Sitzung vom 1. Oktober 1929 bewilligte der Gemeinderat 135,- Reichsmark für den Ankauf des Modells (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 240, p. 258.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem bereits 1930 ein kleinerer Beitrag zur Geschichte der Zonser [[Windmühle]] von ihm erschienen war&amp;lt;ref&amp;gt;Riffel, Heinz: &#039;&#039;Historische [[Windmühle]] in Zons am Rhein&#039;&#039;, in: Beiträge zur Geschichte und Technik der Industrie 20 (1930), S. 160–161.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wurde 1933 der Fremdenführer &amp;quot;Zons und seine Stadtmauern&amp;quot; aus seiner Feder veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Riffel, Heinz: &#039;&#039;Zons und seine Stadtmauern&#039;&#039;, hg. v. [[Peter Norff]] (Köln), Köln-Deutz o.J. [1933].&amp;lt;/ref&amp;gt; 1935 wurde unter seiner tatkräftigen Mitwirkung im Zwinger von [[Schloss Friedestrom]] die [[Freilichtbühne]] eröffnet. Er wirkte in den Anfangsjahren der Bühne auch selbst als Darsteller mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sitzung des [[Stadtrat|Gemeinderats]] vom 18. Mai 1942 würdigte [[Bürgermeister]] [[Hans Michael Flücken|Flücken]] das große Zons-Engagement von Riffel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Herr Riffel habe sich große Verdienste um die Einrichtung und Verwaltung des [[Heimatmuseum|Museums]], der Volksbücherei, des Fremdenverkehrs, der [[Freilichtbühne]] und nicht zuletzt um den Luftschutz und die Kriegschronik erworben. All diese Tätigkeiten habe H. Riffel ehrenamtlich, mit großer Liebe und Hingabe ausgeführt. Dafür gebühre ihm Dank und Anerkennung der Stadt Zons.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Zweiten Weltkrieg (Luftschutz und Kriegschronik) ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs organisierte Riffel den Luftschutz in Zons. Er führte eine Zonser (Schul-)Kriegschronik, die den Krieg leider nicht überstanden hat: Im März 1943 sollte die Zonser Volksschullehrerin [[Liesel Rasten]] diese Chronik fortsetzen. Dazu wurde auch das Fotomaterial zur Chronik von Riffel aus seinem Haus in Düsseldorf nach Zons gebracht. Am 28. Juni 1943 schreibt Riffel an den Zonser [[Bürgermeister]], er wolle in der kommenden Zeit eine Reinschrift der Kriegschronik verfassen. Dies sei jedoch aufgrund der Zeitumstände schwierig. Am 6. Juni 1944 schreibt er, sein Haus sei bei einem Fliegerangriff getroffen worden, wobei sein gesamtes ortsgeschichtliches Material vernichtet wurde. Offenbar ist dabei auch die Kriegschronik zerstört worden, weshalb heute nur noch das Fotomaterial erhalten ist.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Augias 146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Entnazifizierungsverfahren wurde er kurz nach dem Krieg in die Kategorie V (unbelastet) eingestuft.&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, NW 1014-EF, Nr. 3132.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Riffel, Heinz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Heinz_Riffel&amp;diff=4363</id>
		<title>Heinz Riffel</title>
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		<updated>2026-07-10T18:45:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:riffelh1.jpg|200px|thumb|right|Heinz Riffel 1938.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Riffel_Klasse.jpg|400px|thumb|right|Heinz Riffel mit Schulklasse um 1930.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heinrich Adam Josef Riffel&#039;&#039;&#039; (* 7. März 1895 in [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCdesheim_(Bingen_am_Rhein) Büdesheim]; † 26. September 1965 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Solingen Solingen]) war 1918–1922 und 1927–1941 Lehrer an der Zonser [[Schulwesen|Volksschule]]. Er hat sich vielfältig für die Zonser Stadtgeschichte engagiert, so durch Veröffentlichungen, die Planung und Umsetzung des [[Heimatmuseum]]s im [[Rheinturm]] sowie der [[Freilichtbühne]] im [[Zwinger]] von [[Schloss Friedestrom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lehrtätigkeit ==&lt;br /&gt;
Heinz Riffel unterrichtete vom 20. August 1918 bis zum 1. April 1922 und vom 1. Oktober 1927 bis zum 1. September 1941 an der Zonser [[Schulwesen|Volksschule]]. Am 2. Februar 1920 absolvierte er in Zons vor den Herren Schulrat Dr. Sondermann, Seminaroberlehrer Loef und Hauptlehrer [[Peter Breuer]] seine zweite Lehramtsprüfung.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. April 1922 wechselte er durch Stellentausch nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kempenich Kempenich]. Für ihn kam am 25. April des Jahres der dortige Lehrer [[Hanns Dederichs]] an die Zonser [[Schulwesen|Volksschule]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Riffel unterrichtete bis Ende September 1927 an der Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kempenich Kempenich]. Am 1. Oktober 1927 übernahm er wieder die Unterrichtung in Zons von [[Hanns Dederichs]], der bereits zum 1. September nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln] gewechselt war.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Do 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 86-87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. September 1941 unterrichtete Riffel an einer Schule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Uedesheim Uedesheim], später in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]. Seine Nachfolgerin in Zons wurde [[Liesel Rasten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Heinz Riffel war seit 1922 verheiratet mit Katharina Hahn (* 18. April 1897 in Zons; † 25. Februar 1991 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]), Tochter des [[Johann Hahn]], Inhaber des [[Gaststätte &amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;|Restaurants &amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;]] vor dem [[Rheintor]], und der Anna geborene Hesemann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 261.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Das Paar bezog 1927 unmittelbar hinter dem [[Gaststätte &amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;|&amp;quot;Volksgarten&amp;quot;]] an der [[Gartenstraße]], der heutigen [[Parkstraße]], ein neu errichtetes Wohnhaus, das noch heute existiert (heute Parkstr. 3).&amp;lt;ref&amp;gt;Der Gemeinderat bewilligte in seiner Sitzung vom 21. September 1927 eine Hypothek von 5.000,- Reichsmark für den Hausbau (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 210.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1941 ließ Heinz Riffel sich von seiner Frau scheiden und zog nach [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]. Er heiratete noch ein zweites Mal und lebte mit seiner zweiten Frau Marlene zuletzt in [https://de.wikipedia.org/wiki/Solingen Solingen], wo er 1965 starb.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jost Auler]], &#039;&#039;Händchen für Heimat und Heilkraut - Portrait des Zonser Heimatforschers Riffel/ Museum und Schauspiel lagen ihm am Herzen&#039;&#039;, in: NGZ vom 29. Januar 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Engagement für Zonser Geschichte und Fremdenverkehr ==&lt;br /&gt;
Riffel engagierte sich vielfältig ortsgeschichtlich und im Fremdenverkehr: Auf seine Initiative hin wurde 1931 das [[Heimatmuseum]] im [[Rheinturm]] eröffnet, das bis 1958 bestand. Er fertigte zusammen mit seinen Schülern bis Anfang 1929 ein aufwändiges [[Stadtmodelle|Stadtmodell]], das ab 1931 im [[Heimatmuseum]] ausgestellt wurde und heute in der Touristinfo Zons steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Gemeinderat nahm in seiner Sitzung vom 13. März 1929 zur Kenntnis, dass das Stadtmodell der Gemeinde übereignet werden sollte. Für Materialien hat Riffel 400,- Reichsmark erhalten. In seiner Sitzung vom 1. Oktober 1929 bewilligte der Gemeinderat 135,- Reichsmark für den Ankauf des Modells (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 240, p. 258.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem bereits 1930 ein kleinerer Beitrag zur Geschichte der Zonser [[Windmühle]] von ihm erschienen war&amp;lt;ref&amp;gt;Riffel, Heinz: &#039;&#039;Historische [[Windmühle]] in Zons am Rhein&#039;&#039;, in: Beiträge zur Geschichte und Technik der Industrie 20 (1930), S. 160–161.&amp;lt;/ref&amp;gt;, wurde 1933 der Fremdenführer &amp;quot;Zons und seine Stadtmauern&amp;quot; aus seiner Feder veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Riffel, Heinz: &#039;&#039;Zons und seine Stadtmauern&#039;&#039;, hg. v. [[Peter Norff]] (Köln), Köln-Deutz o.J. [1933].&amp;lt;/ref&amp;gt; 1935 wurde unter seiner tatkräftigen Mitwirkung im Zwinger von [[Schloss Friedestrom]] die [[Freilichtbühne]] eröffnet. Er wirkte in den Anfangsjahren der Bühne auch selbst als Darsteller mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Sitzung des [[Stadtrat|Gemeinderats]] vom 18. Mai 1942 würdigte [[Bürgermeister]] [[Hans Michael Flücken|Flücken]] das große Zons-Engagement von Riffel:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Herr Riffel habe sich große Verdienste um die Einrichtung und Verwaltung des [[Heimatmuseum|Museums]], der Volksbücherei, des Fremdenverkehrs, der [[Freilichtbühne]] und nicht zuletzt um den Luftschutz und die Kriegschronik erworben. All diese Tätigkeiten habe H. Riffel ehrenamtlich, mit großer Liebe und Hingabe ausgeführt. Dafür gebühre ihm Dank und Anerkennung der Stadt Zons.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Zweiten Weltkrieg (Luftschutz und Kriegschronik) ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs organisierte Riffel den Luftschutz in Zons. Er führte eine Zonser (Schul-)Kriegschronik, die den Krieg leider nicht überstanden hat: Im März 1943 sollte die Zonser Volksschullehrerin [[Liesel Rasten]] diese Chronik fortsetzen. Dazu wurde auch das Fotomaterial zur Chronik von Riffel aus seinem Haus in Düsseldorf nach Zons gebracht. Am 28. Juni 1943 schreibt Riffel an den Zonser [[Bürgermeister]], er wolle in der kommenden Zeit eine Reinschrift der Kriegschronik verfassen. Dies sei jedoch aufgrund der Zeitumstände schwierig. Am 6. Juni 1944 schreibt er, sein Haus sei bei einem Fliegerangriff getroffen worden, wobei sein gesamtes ortsgeschichtliches Material vernichtet wurde. Offenbar ist dabei auch die Kriegschronik zerstört worden, weshalb heute nur noch das Fotomaterial erhalten ist.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Augias 146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Entnazifizierungsverfahren wurde er kurz nach dem Krieg in die Kategorie V (unbelastet) eingestuft.&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, NW 1014-EF, Nr. 3132.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Riffel, Heinz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Peter_Capellmann&amp;diff=4362</id>
		<title>Peter Capellmann</title>
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		<updated>2026-07-10T18:40:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Peter Capellmann&#039;&#039;&#039; (* 13. Februar 1878 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Meiderich Duisburg-Meiderich]) war 1913 bis 1919 [[Lehrer|Hauptlehrer]] an der Zonser [[Schulwesen|Volksschule]], als Nachfolger von [[Albert Höver]] und Vorgänger von [[Peter Breuer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung und Lehrtätigkeit ==&lt;br /&gt;
Peter Capellmann absolvierte am 10. März 1900 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Linnich Linnich] seine erste Lehramtsprüfung. Seine zweite Lehramtsprüfung legte er dort am 25. Juni 1904 ab. Die erste Festanstellung als Lehrer erfolgte zum 25. August 1904.&amp;lt;ref&amp;gt;Daten abgerufen am 24. Januar 2016 in der Online-Lehrer-Archivdatenbank der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung: http://bbf.dipf.de.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Capellmann war ab dem 1. April 1913 definitiv als Hauptlehrer an der Zonser [[Schulwesen|Volksschule]] tätig. Er wurde durch den Ortsschulinspektor, [[Pfarrer]] [[Ludolf Schmitz|Dr. Dr. Ludolf Schmitz]], in sein Amt eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 149.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Juni 1915 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, so dass er erst zum 16. Januar 1916 den Unterricht wieder erteilen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juli 1916 gewährte ihm der [[Stadtrat|Gemeinderat]] 35,- Mark zur Einrichtung eines &amp;quot;Hühnerparkes&amp;quot; im Bürgermeistergarten.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 84, fol. 218.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenige Monate später musste er nochmals für 18 Monate seine Lehrtätigkeit unterbrechen, um als Soldat zu dienen, bevor er am 13. Oktober 1918 &#039;&#039;&amp;quot;infolge Reklamation am 5. Oktober&amp;quot;&#039;&#039;, kurz vor Ende des Krieges, den Unterricht wieder aufnehmen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 53.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde am 15. November 1919 an die Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neukirchen_%28Grevenbroich%29 Grevenbroich-Neukirchen] versetzt. Durch Stellentausch kam der Lehrer [[Peter Breuer]] als neuer [[Lehrer|Hauptlehrer]] von Neukirchen nach Zons.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 53–54.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut einem Bericht in einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Benrath Benrather] Zeitung soll seine Versetzung dadurch verursacht worden sein, dass er dem Verdacht einer intimen Beziehung der [[Lehrer]]in [[Helene Seiff]] zum Lokalschulinspektor [[Pfarrer]] [[Ludolf Schmitz]] nachgespürt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel &#039;&#039;&amp;quot;... und ruhig fließt der Rhein&amp;quot;&#039;&#039;, in: &#039;&#039;Bote vom Rhein&#039;&#039;, 15. Oktober 1927.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sicher ist, dass die längere Beurlaubung von [[Helene Seiff]] ab Ende 1919 bis zu ihrer Versetzung Anfang 1920 und die Versetzung von Peter Capellmann zeitlich zusammenfielen, so dass sich ein Zusammenhang aufdrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 1. April 1928 war Peter Capellmann als Rektor an der katholischen Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCchen Jüchen] tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;Daten abgerufen am 24. Januar 2016 in der Online-Lehrer-Archivdatenbank der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung: http://bbf.dipf.de.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Peter Capellmann war verheiratet mit Catharina geborene Becker. Von dem Ehepaar wurden in Zons zwei Kinder getauft&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 306, p. 208, p. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ~ 29. Dezember 1913 Josephine Hubertine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ~ 3. September 1917 Josef Peter (* 26. August 1917)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Nach mündlicher Überlieferung soll Peter Capellmann ein außergewöhnlich strenger Lehrer gewesen sein, der besonders grausame und demütigende Strafmethoden praktizierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Auskunft Johann Vianden (* 1905 in Zons; †), 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Capellmann, Peter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Johann_van_Royen&amp;diff=4361</id>
		<title>Johann van Royen</title>
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		<updated>2026-07-04T21:32:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Johann van Royen&#039;&#039;&#039; war von 1853 bis 1855 [[Lehrer]] der Oberklasse der Zonser [[Schulwesen|Elementarschule]], als Nachfolger von [[Wilhelm Odaniel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliche Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Vor seiner Anstellung in Zons war Johann van Royen Lehrer an der Schule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkrath Erkrath]. Am 30. Juli 1853 trat er die Stelle als Oberlehrer an der Zonser Elementarschule für zwei Jahre auf Probe an.&amp;lt;ref&amp;gt;Mitteilung über die Anstellung Johann van Royens im Amtsblatt der Regierung Düsseldorf Nr. 47 vom 29. August 1853, Mitteilung Nr. 1158.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anstellungsvertrag wurde mit Ablauf der Probezeit 1855 nicht verlängert.  Gegen die Kündigung erhob sich Protest seitens einiger [[Stadtrat|Gemeinderatsmitglieder]] sowie einiger Familienväter, der schriftlich bei der Regierung eingereicht wurde. Nach negativem Bescheid von dort wandten sich die Einwohner sogar an den Oberpräsidenten in [https://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz Koblenz], jedoch auch hier erfolglos. Am 16. Juli des Jahres erfolgte die neue Ausschreibung der mit 240 Talern dotierten Lehrerstelle durch [[Pfarrer]] [[Carl Joseph Neesen]] und [[Bürgermeister]] [[Josef Hanstein]]&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 55 vom 20. Juli 1855, Mitteilung Nr. 1059.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die in der Folge auf zwei Personen aufgeteilt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Royen, Johann van}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Wilhelm_Odaniel&amp;diff=4360</id>
		<title>Wilhelm Odaniel</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Berufliche Laufbahn */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Wilhelm Odaniel&#039;&#039;&#039; († 1852) war von 1849 bis 1852 [[Lehrer]] der Oberklasse an der Zonser [[Schulwesen|Elementarschule]], als Nachfolger von [[Peter Wilhelm Sticker]] und Vorgänger von [[Johann van Royen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliche Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Vor seinem Stellenantritt in Zons war Wilhelm Odaniel Lehrer an der Elementarschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Hamm_%28D%C3%BCsseldorf%29 Düsseldorf-Hamm]. Am 9. Oktober 1849 trat er die Stelle als Lehrer der Oberklasse an der Zonser [[Schulwesen|Elementarschule]] für zwei Jahre auf Probe an.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Regierung gab dies am 31. Dezember 1849 bekannt: Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 87 vom 31. Dezember 1849, Mitteilung Nr. 1933.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Gehalt, das vierteljährlich aus der Gemeindekasse zu zahlen war, wurde auf 240 Taler festgesetzt. Odaniel wurde u.a. verpflichtet, die Kinder täglich während der Schulstunden, an Sonn- und Feiertagen während des Vor- und Nachmittaggottesdienstes und bei den örtlichen Prozessionen zu beaufsichtigen und ihre Gebete und Gesänge zu leiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16-40, hier: S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankheit und Tod ==&lt;br /&gt;
Wilhelm Odaniel starb bereits 1852.&amp;lt;ref&amp;gt;Sein Tod ist nicht in den Zonser Zivilstandsregistern verzeichnet.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Schulamtsaspirant namens Gumpertz hatte ihn während seiner Krankheit vertreten und führte den Unterricht auch nach seinem Tod fort, bis am 30. Juli 1853 [[Johann van Royen]] neuer Oberlehrer wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Mitteilung über die Anstellung Johann van Royens im Amtsblatt der Regierung Düsseldorf Nr. 47 vom 29. August 1853, Mitteilung Nr. 1158.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Odaniel, Wilhelm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Schulwesen&amp;diff=4359</id>
		<title>Schulwesen</title>
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		<updated>2026-07-04T21:11:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Die Friedrich-von-Saarwerden-Gemeinschaftsgrundschule an der Deichstraße (eröffnet 2006) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Im Zonser &#039;&#039;&#039;Schulwesen&#039;&#039;&#039; lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurück verschiedene Schultraditionen nachweisen. Die meisten Entwicklungsstränge mündeten in der Preußischen Zeit in der Volksschule. Doch es existierten zeitweilig auch Privatschulen, höhere bzw. Lateinschulen sowie eine Schule der [[Jüdische Gemeinde|jüdischen Gemeinde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entwicklung bis zum Ende der Franzosenzeit ==&lt;br /&gt;
=== Die Schule des Vikars ===&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf einen regelmäßigen Schulunterricht in Zons datieren in das ausgehende 16. Jahrhundert und beziehen sich auf die Unterrichtung der Kinder durch den [[Vikare|Vikar]] am Altar &amp;quot;Unserer Lieben Frau&amp;quot;. Der [[Amtmann]] Arnold von Manderscheid (1586–1604) ordnete an, aus den Bruderschaftsmitteln dem [[Vikare|Vikar]] des Altars [[Bruderschaft &amp;quot;Unserer Lieben Frau&amp;quot; (ULF)|Unserer Lieben Frau]] 30 Reichstaler zusätzlich zukommen zu lassen, damit er die armen Kinder unentgeltlich unterrichtete. Nach einer Quelle aus dem Jahr 1608 gehörten auch die Mahlzeiten für die Unterrichtung der Kinder zu den Einkünften des neu eingestellten Lehrers [[Heinrich Druffelt]].&amp;lt;ref&amp;gt;Seine Ernennung fand im Dezember 1608 statt: HAStK, Best. 210, A 169, p. 282.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die nachfolgenden [[Vikare]] (ab Januar 1610: [[Heinrich Storpius]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Recklinghausen Recklinghausen],&amp;lt;ref&amp;gt;HAStK, Best. 210, A 170, p. 206&amp;lt;/ref&amp;gt; ab März 1612: [[Paul Bülen]],&amp;lt;ref&amp;gt;HAStK, Best. 210, A 171, fol. 140v.&amp;lt;/ref&amp;gt; ab Februar 1614: [[Jacob Siensfeldt]]&amp;lt;ref&amp;gt;HAStK, Best. 210, A 172, fol. 89r.&amp;lt;/ref&amp;gt;) wurden zur Unterrichtung der Kinder verpflichtet. Allerdings geriet diese Verpflichtung mit der Zeit in Vergessenheit, so dass die [[Vikare]] höhere Gehälter erlangten. Die Verbindung zwischen Vikariat und Schulmeisteramt ging zwischenzeitlich mehr oder weniger unter. Durch den Stadtbrand 1620 wurde auch das Schulhaus zerstört. Zwei Jahre nach der Katastrophe, 1622, setzte das [[Domkapitel]] &#039;&#039;&amp;quot;zu besserer Aufferziehung der Jugent zu Zonß&amp;quot;&#039;&#039; einen Schulmeister aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Benrath Benrath], Peter Lawenbergh, ein, der in den erhalten gebliebenen Räumen des [[Rathaus]]es unterrichten sollte. Er bekam das übliche Schulmeister-Geld, also wahrscheinlich den genannten Vikars-Zuschuss. Zudem wurden ihm 1–3 Morgen aus den Kirchenländereien zur üblichen Pacht überlassen, um landwirtschaftliche Nebeneinkünfte erzielen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 153, S. 157–158.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte wieder der örtliche Vikar für ein Gehalt aus dem Benefizium der [[Bruderschaft &amp;quot;Unserer Lieben Frau&amp;quot; (ULF)|&amp;quot;Unserer-Lieben-Frau-Bruderschaft&amp;quot;]] die Pflicht, Unterricht für die Kinder des Ortes zu erteilen. Der Unterricht ist in der [[Vikarie]] neben der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Kirche]] gehalten worden. Als sich der Vikar 1760 weigerte, weiter zu unterrichten, wollte die Gemeinde die betreffende Schulurkunde im Pfarrarchiv heranziehen. Doch diese war angeblich gestohlen. Auch der Zugang zu verschiedenen Schriften des Archivs des [[Domkapitel]]s war der Stadt nicht möglich, so dass die Schule geschlossen werden musste. Die Unterrichtung der armen Kinder übernahm der [[Küster]], der bereits als Lehrer tätig war. Kinder reicherer Eltern erhielten Unterricht durch Privatlehrer.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 157–159.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studienstiftung durch den Vikar Martin Ortembach 1638 ===&lt;br /&gt;
1638 gründete der Zonser [[Vikare|Vikar]] [[Martin Ortembach]] eine Studienstiftung für einen Zonser am [https://de.wikipedia.org/wiki/Gymnasium_Laurentianum_K%C3%B6ln Gymnasium Laurentianum in Köln]. Diese Stiftung bestand noch um 1900 als Stiftung für höhere Studien. Das Gymnasium Laurentianum ist bereits 1798 geschlossen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bemühungen um einen Lateinunterricht durch Franziskanerpatres Mitte des 17. Jahrhunderts ===&lt;br /&gt;
Seit die [[Franziskaner]] in Zons waren (1646), hatte man diese gebeten, eine höhere Schule bis zur Tertia zu errichten. Stets hatte man sich aufgrund der elenden Wohnung und der geringen Zahl der Priester entschuldigt. Gegen Ende des Jahres 1657 wandten sich [[Bürgermeister]], [[Schöffen]] und [[Stadtrat|Rat]] der Stadt an den Stifter des Klosters, den Domherrn [[Georg von Eyschen]], mit der Bitte, es möge nunmehr ein Pater zum Unterricht der Jugend in der lateinischen Sprache ernannt werden. Der Domherr stimmte zwar zu, doch kam es trotzdem nicht dazu.&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, Nachlass Eschbach, Nr. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Mädchenschule (ab 1659) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:mschule1.jpg|300px|thumb|right|Die ehemalige Mädchenschule am Hospitalplatz.]]&lt;br /&gt;
1659 wurde aufgrund einer Stiftung des Domherrn [[Georg von Eyschen]] eine Mädchenschule eröffnet. Erste Lehrmeisterin war eine Terziarin des Franziskanerinnenordens aus Köln, Elisabeth von Harhaus, die am 20. Juni eintraf. Da das Stiftungskapital nicht reichte, erhielt die neue Schulmeisterin 1688 vom [[Domkapitel]] zusätzlich eine Armenpröve. 20 Jahre später, 1708, wurde auf Antrag von [[Pfarrer]], [[Zollschreiber]] und [[Bürgermeister]] die nächstfreiwerdende Armenpröve den mittlerweile zwei Lehrerinnen auf Lebenszeit übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 158–159.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schulgebäude, dessen Reparaturen vom [[Domkapitel]] im Allgemeinen getragen wurden, befand sich mindestens seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts am [[Hospitalplatz]] im heutigen Haus Hospitalplatz 1. In dem Haus wohnten auch die Lehrkräfte. Der [[Küster]] [[Johannes Peter Schwieren]] überliefert in seiner Chronik Namen und Daten zu verschiedenen Lehrerinnen:&lt;br /&gt;
Am 24. November 1735 begann eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Jesuiten Jesuitin] namens Schmitz ihren Unterricht an der Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;23&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist offenbar nur wenige Jahre im Ort tätig gewesen, denn bereits am 9. Juli 1740 kamen zwei neue geistliche Jungfrauen, beide namens Strunts, in den Ort, um zwei Tage später den Unterricht aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;125&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1754 wurden sie entlassen, da sie zur Schule gehörendes Mobiliar verpfändet hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt; Knapp 14 Jahre später, am 6. Mai 1754, kam eine geistliche Jungfrau namens Müllers in den Ort und nahm zwei Tage darauf den Unterricht auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;294&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie hat nun offenbar auch Jungen unterrichtet, denn kurze Zeit später, am 30. Mai 1754, verbat der [[Schultheißen|Schultheiß]] [[Franz Bernhard Mappius]] der Lehrerin die Unterrichtung von Jungen, was dem [[Küster]] vorbehalten war, wie er auch umgekehrt dem [[Küster]] die Unterrichtung von Mädchen verbot.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;294&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits am 20. Juli des Jahres musste die Lehrerin den Ort &#039;&#039;&amp;quot;wegen Schwachheit ihres Haubts&amp;quot;&#039;&#039; wieder verlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;294&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darauf kam am 2. August 1754 eine neue geistliche Lehrerin namens Maria Sybille Fischers in den Ort, um den Unterricht drei Tage später aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;295&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1759 bat sie das [[Domkapitel]], dem Küster zu verbieten, auch Mädchen in seine Knabenschule aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 159.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. April 1761 begann eine neue geistliche Lehrerin, Maria Anna Catharina Beyer, die Unterrichtung der Mädchen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;393&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1788 unterrichtete die Lehrerin [[Maria Anna Guilleaume]] für mindestens 30 Jahre an der Mädchenschule. Bei ihrer Anstellung war seitens des [[Domkapitel]]s zur Voraussetzung gemacht worden, dass &#039;&#039;&amp;quot;die neue Schuljungfer nicht nur in Hand-Arbeit, sondern auch in Gut Deutsch lesen und Schreiben erfahren und benebens kristliche Lehr zu halten&amp;quot;&#039;&#039; imstande sein musste. Auch hatte sie ihre Wohnung in dem Haus.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 159; Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 17, S. 19; Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf dem Lehrplan der Mädchenschule standen Deutsch, Französisch, Religion, Rechnen, Recht und Schönschreiben, Singen, Musik, Malen, Zeichnen, Nähen und Stricken. Das Kostgeld betrug 80 Reichstaler jährlich inklusive Wäsche.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schule bestand bis um 1820, zuletzt nur noch für Schülerinnen, deren Eltern nicht für das Schulgeld aufkommen konnten (wie auch der Küster noch bis um 1820 minderbemittelte Jungen unterrichtete). Seitdem wurden die Mädchen in der gemischten Schule in der [[Vikarie]] unterrichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Küsterschule seit dem 17. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Die durchgängige örtliche Tradition der Verbindung zwischen [[Küster]]dienst und Lehrtätigkeit reicht mindestens bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts zurück: Am 4. August 1668 starb in Zons Christian Schmitz, der fast 30 Jahre [[Küster]] und [[Lehrer]] in Zons gewesen war.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 886 (dort irrtümlich &amp;quot;Ch&amp;quot; für &amp;quot;Christina&amp;quot; statt &amp;quot;Chn&amp;quot; für &amp;quot;Christian&amp;quot;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Einstellung [[Johannes Hermann Schwieren]]s 1775 wurden die Lehrziele folgendermaßen umrissen: &#039;&#039;&amp;quot;indessen hätte mehrgedachter neuer Opfermann die Schule daselbst fleißigst zu halten, folglich daran zu seyn, damit die Jugent in der gehörigen Lehr so wohl, als denen Grundsätzen der Christ-Catholischer Religion und guter Sitten wohl unterwiesen werden.&amp;quot;&#039;&#039; Der Einwohner [[Matthias Aldenhoven]] wehrte sich im selben Jahr gegen die Unterrichtung seiner Kinder durch den neuen [[Lehrer]] mit dem Hinweis, dieser schlage die Kinder &amp;quot;ungebührlich&amp;quot;, und er selbst könne seine Kinder in der Rechenkunst unterrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 158 mit zugehöriger Anm. 899 auf S. 314.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da die Küsterschule nicht die einzige Schule in Zons war, ergab sich hieraus eine Konkurrenzsituation, was schon daran erkennbar ist, mit welcher Aufmerksamkeit der [[Chronisten|Chronist]] [[Johannes Peter Schwieren]] die Ankunft neuer Lehrerinnen oder deren Weggang und weitere Einzelheiten notierte. Im Mai 1754 verbat der Schultheiß dem [[Küster]] die Unterrichtung von Mädchen, wie auch umgekehrt der Lehrerin der Mädchenschule am [[Hospitalplatz]] die der Jungen. Dieses Verbot scheint der [[Küster]] in der folgenden Zeit nicht so beachtet zu haben, denn im Oktober 1759 bittet die Lehrerin beim [[Domkapitel]], der [[Küster]] möge keine Mädchen mehr in seine Schule aufnehmen. In französischer Zeit führte [[Johannes Hermann Schwieren]] eine Knabenschule, die von den Kindern vom 5. Lebensjahr bis zu ihrem Eintritt in die örtliche Primärschule (6. Lebensjahr) besucht wurde. Hier lernten die Schüler Buchstabieren, Lesen und die deutsche Schrift.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 158; Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis um 1820 unterrichtete der Küster Jungen, deren Eltern nicht für das Schulgeld der Primärschule aufkommen konnten. Zwischenzeitlich, 1812, hatte [[Küster]] [[Johannes Hermann Schwieren]] die Unterrichtung der unvermögenden Kinder plötzlich eingestellt, mit dem Hinweis, dies sei nicht seine Aufgabe als [[Küster]]. Der [[Vikare|Vikar]] [[Adam Ankenbrand]] konnte jedoch anhand der präsentierten Bestellungsurkunde des [[Domkapitel]]s belegen, dass er mit eben dieser Verpflichtung angestellt worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 577, fol. 50r-v.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eine &amp;quot;Privatschule&amp;quot; seit 1751 ===&lt;br /&gt;
Die [[Schwieren-Chroniken]] belegen eine Privatschule seit 1751: Anfang April des Jahres stellte [[Johannes Eberle]] beim [[Stadtrat]] den Antrag, eine Schule für Jungen und Mädchen eröffnen zu dürfen. Die Genehmigung erfolgte umgehend, und am 1. Juli 1751 begann er mit der Unterrichtung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;264&amp;gt;, &amp;lt;564&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie lange Eberle als Lehrer tätig war bzw. wie lange die Privatschule existierte, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Jedenfalls wurde Eberle 1755 neuer Zonser [[Gerichtsschreiber]]; ein Amt, das er bis 1799 besetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, S. 235.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem war er seit den 1760er Jahren häufig [[Bürgermeister]] von Zons. Aufgrund seiner neuen, arbeitsreichen Verpflichtungen ist zu vermuten, dass er die Lehrtätigkeit wohl kaum noch nebenher bewerkstelligen konnte und die Schule daher wohl nur wenige Jahre existierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der 1750er bis Anfang der 1760er Jahre taucht in den Zonser Kirchenbüchern der [[Lehrer]] Heinrich Schmitz auf.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 670, 868.&amp;lt;/ref&amp;gt; Möglicherweise war er der Nachfolger [[Johannes Eberle|Eberles]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die &amp;quot;Primärschule&amp;quot; seit Ende des 18. Jahrhunderts ===&lt;br /&gt;
Mindestens seit 1790 bestand in Zons eine &amp;quot;Primärschule&amp;quot; (auch &amp;quot;Lateinische Schule&amp;quot; genannt) unter dem Lehrer (&amp;quot;Praeceptor&amp;quot;) [[Franz Anton Sourilliot]], der aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Kerpen Kerpen] gebürtig war. Möglicherweise war der 1788 verstorbene Zonser Lehrer Johann Ulrich sein Vorgänger.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Lehrer Johann Ulrich, gebürtig aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Laumesfeld Laumesfeld in Lothringen], starb am 27. März 1788 ledig im Alter von 58 Jahren: &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 890.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schule wurden 1807 36 Schulkinder (20 Jungen, 16 Mädchen) unterrichtet. Die Schulzeit betrug 5–6 Jahre. Auf dem Lehrplan standen Lesen und Schreiben (deutsch und französisch), Rechnen, Geschichte, Geografie, Tanzen und gymnastische Übungen. Im letzten Schuljahr erhielten die Jungen Unterricht in Latein (daher der Name der Schule), die Mädchen in Nähen, Stricken und anderen Handarbeiten. Unterrichtszeiten waren vormittags von 8–12 Uhr und nachmittags von 14–16 Uhr. Das Schulgeld betrug monatlich pro Kind 60 Centimes, in den beiden anderen Schulen jeweils 30 Centimes. Doch der Lehrer musste auch eine bestimmte Anzahl unvermögender Kinder unentgeltlich unterrichten.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 17; Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 56–57.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1804 stiftete der 80-jährige ehemalige Zonser [[Vikare|Vikar]] [[Gabriel Mainzer]], der mittlerweile in [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln] wohnte, [[Franz Anton Sourilliot|Sourilliot]] neben den vikarischen Einkünften einen jährlichen Gehaltszuschuss von 180 Francs und stellte die [[Vikarie]] an der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] zur Erteilung des Unterrichts zur Verfügung. Seitdem fand der Unterricht dort statt. Da das Einzugsgebiet nicht nur Zons umfasste, stieg die Zahl der Schüler rasch. Wie der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagener] [[Chronisten|Chronist]] [[Johann Peter Delhoven]] 1811 berichtet, gingen zu dieser Zeit viele Kinder im Alter von 10–14 Jahren aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] nach Zons, um dort Französisch zu lernen. Nach dem Tod des [[Vikare|Vikars]] [[Gabriel Mainzer]] übernahm sein Amtsnachfolger die Bezahlung des [[Lehrer|Lehrers]] aus den Kircheneinkünften.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Franz Anton Sourilliot stand der örtlichen Geistlichkeit sehr kritisch gegenüber. Und so war sein Verhältnis zum [[Pfarrer]] [[Gereon Joseph Löhr]] und zum [[Vikare|Kaplan]] [[Adam Ankenbrand]] Mitte der 1810er Jahre angespannt, wie es [[Pfarrer]] [[Adam Otten]] aufgrund der Kirchenratsprotokolle aus der Zeit zusammenfasst&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 159–160.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;[An der Spitze der dem [[Pfarrer]] [[Gereon Joseph Löhr]] übelgesinnten Personen stand] [[Franz Anton Sourilliot|Franz Anton Sourillot]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Kerpen Kerpen], der zur Aushülfe des 80jährigen [[Lehrer]]s [[Gabriel Mainzer]] nach Zons gekommen war. [[Franz Anton Sourilliot|Sourillot]] war ein verkommener Mensch, verspottete die Religion, verhöhnte die Geistlichkeit, hielt die Schulkinder aus der Kirche und ließ zur Mittagszeit Jungen und Mädchen, unter denen auch viele von 14 und 15 Jahren von auswärts waren, allein; [[Pfarrer]] [[Gereon Joseph Löhr|Löhr]] war, wie er selbst bezeugt, &#039;Augen- und Ohrenzeuge, daß die Jungen die wüsten Kosacken zu den Mädchen in die Schule einluden, um mit denselben Unverschämtheiten zu treiben.&#039; [[Vikare|Kaplan]] [[Adam Ankenbrand]], der dem [[Pfarrer]] im Kampfe [gegen die Ungläubigen] treu und wacker zur Seite stand, sagte in der [[Kirchenvorstand|Kirchenratssitzung]] vom 9. Februar 1815 öffentlich aus, &#039;daß die Jugend bis zum Erstaunen ausgeartet würde&#039;, und brachte diese Aussage zu Protokoll.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Entwicklung in der Preußischen Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1815–1918) ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Mit Beginn der Preußischen Zeit wurde die Lehrerbildung reformiert. Auf dem Lehrplan der Normalschule standen Religion und Sittenlehre, Schönschreiben, Deutsch, Rechnen, Landmesskunde, Naturkunde, Erdkunde, Geschichte, Zeichnen, Klavierspielen, Choralgesang und Obstbaumzucht. Hierbei wurde mit der Obstbaumzucht die Aufbesserung der Lehrergehälter angestrebt. Eine Verordnung vom 20. März 1816 schrieb vor, dass jede Schule einen Schulvorstand haben musste, der sich aus dem örtlichen [[Pfarrer]], dem Vorsitzenden und zwei bis drei Familienvätern zusammensetzte. Wenig später wurde der [[Bürgermeister]] zweiter Vorsitzender. Die Aufgabenverteilung zwischen [[Pfarrer|Ortspfarrer]] und [[Bürgermeister]] sah so aus, dass Ersterer die inneren Schulangelegenheiten, Letzterer die äußeren zu betreuen hatte. Dem Schulvorstand oblag die Aufsicht über die Schule, die [[Lehrer]], den Schulbesuch und alle mit der Unterrichtung und Erziehung zusammenhängenden Dinge. Zusätzlich gab es in den größeren Schulbezirken geistliche Schulpfleger zur Beaufsichtigung und Betreuung.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 18–19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eine &amp;quot;Winkelschule&amp;quot; in den 1820er Jahren ===&lt;br /&gt;
In den 1820er Jahren ging der Landrat gegen eine sogenannte [https://de.wikipedia.org/wiki/Winkelschule Winkelschule] in Zons vor: Den Unterricht erteilte hier eine Frau, die &#039;&#039;&amp;quot;bei der vorherigen Lehrerin mehr als Magd, als als Gehilfin gedient hat&amp;quot;&#039;&#039;. Die Aufnahme von Kindern über 8 Jahre war untersagt. Da dies nicht konsequent befolgt wurde, kontrollierte der Landrat die Schule wöchentlich in Begleitung des Polizeidieners. Der Landrat meldete am 10. Februar 1825 an die Regierung: &#039;&#039;&amp;quot;noch kürzlich habe ich ein Kind von 12 Jahren und zwei Kinder von 10 Jahren darin gefunden, was mich bewogen hat, zu verordnen, daß, insofern dieser Fall noch einmal eintreten möchte, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Winkelschule Winkelschule] ohne weiteres geschlossen werden soll&amp;quot;&#039;&#039;. Es ist nicht bekannt, wie lange diese [https://de.wikipedia.org/wiki/Winkelschule Winkelschule] existierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 21–23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Schule der jüdischen Gemeinde ===&lt;br /&gt;
Bereits 1720 hatte in Zons eine Synagoge mit einem eigenen Schulmeister existiert. Nachdem er in diesem Jahr weggezogen war, gestattete das [[Domkapitel]] nicht mehr, die Synagoge weiter zu unterhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 149.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat die örtlich bedeutende [[Jüdische Gemeinde|jüdische Gemeinde]] zeitweilig eine eigene Schule unterhalten, denn in den Zivilstandsregistern der Zeit tauchen jüdische Lehrpersonen auf: im Geburtsregister 1802 der Jude Judas Simon, von Beruf &amp;quot;Jud-Schullehrer&amp;quot;,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 618.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1811 der jüdische Lehrer Samuel Seckel,&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Pohl, Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814), Teil 2, in: BlGZSt, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 55&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 12. August 1813 starb in Zons der Lehrer Moses Frank, geboren um 1738 auswärts&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 871.&amp;lt;/ref&amp;gt;. 1816 heißt es, die jüdische Gemeinde habe keine eigene Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;RhStAZ&#039;&#039; (1990), S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Adressbuch von 1844 nennt für den Ort den &amp;quot;israelitischen Lehrer&amp;quot; Heymann Bein.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Meyer (Bearb.): &#039;&#039;Adreß-Buch für den Regierungsbezirk Düsseldorf&#039;&#039;, Elberfeld 1844, S. 247.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1849 unterrichtete der Lehrer Louis Pollitz in Zons, wahrscheinlich ebenfalls an der jüdischen Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 339. Er wird in den Zonser Zivilstandsregistern als Zeuge bei der Geburtsanzeige eines illegitimen Kindes von Pauline Kaufmann genannt (Geburt am 10. Februar 1849), zweiter Zeuge war Moses Herz.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Quellen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts berichten, dass die jüdische Schule in Zons wie die Synagoge regelmäßig betrieben und durch das Krefelder Konsistorium überwacht wurde. Leider ist mangels Quellen und entsprechender Untersuchungen über diese Schule nichts Näheres bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 18; Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 55; Heinz Pankalla, &#039;&#039;Zur Geschichte der jüdischen Mitbürger und der Synagogengemeinde Zons-Dormagen&#039;&#039;, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1985 (= &#039;&#039;HSStD&#039;&#039; Nr. 5), Neuss 1985, S. 10–59, hier: S. 24–25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Entwicklung der Elementarschule/Volksschule 1815–1870&amp;lt;ref&amp;gt;Die folgenden Ausführungen basieren, wenn nicht anders angegeben, auf der Ausarbeitung von Gladden: Christa Gladden, ’’Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit Beginn des 19. Jahrhunderts’’, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40.&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Franz Anton Sourilliot]] wechselte am 17. November 1817 als Elementarschullehrer von Zons an die Elementarschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen]. Zu diesem Zeitpunkt oder kurze Zeit darauf muss [[Johann Josef Nasheuer]] seine Nachfolge angetreten haben: Am 5. Dezember 1820 leitete der Schulpfleger, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagener] Pastor Kreißel, ein Gesuch von [[Johann Josef Nasheuer|Nasheuer]] an die Kirchen- und Schulkommission in [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf] weiter, in dem jener um die Anstellung als [[Lehrer]] in Zons bat. Der Schulpfleger betonte in seinem Begleitschreiben, dass der [[Lehrer]] bereits seit einiger Zeit in Zons unterrichtet und sich dabei durch Fleiß, Geschicklichkeit und gute Sitten hervorgetan habe, so dass er die Liebe der Einwohner und des Schulvorstands gewonnen habe. Nach Ablegung der vorgeschriebenen Prüfung in [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf] wurde seine Anstellung genehmigt. Er erhielt einen Garten&amp;lt;ref&amp;gt;Wahrscheinlich handelte es sich um den Lehrer-Garten auf Sektion O 680, 39 Ruten und 6 Fuß groß, den die Gemeinde nach Bezug des früheren Franziskanerklosterareals 1830 verkaufte (AiRKN, Do 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 79, fol. 65r-v).&amp;lt;/ref&amp;gt; und fünf Morgen Land zur freien Benutzung sowie ein Gehalt von 82 Talern (davon zahlte die Gemeinde 22, die Kirche 60 Taler).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:vikarie1.jpg|300px|thumb|right|Auf dem Standort der 1863 erbauten neuen Vikarie am Kirchplatz befand sich die alte Vikarie mit der Schule.]]&lt;br /&gt;
Nach wie vor befand sich die Schule in der [[Vikarie]] neben der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]]. Dieses Gebäude wird folgendermaßen beschrieben: Es ist &#039;&#039;&amp;quot;mäßig von 1 ½ Fuß starker Mauer aufgeführt; es hat im ganzen eine äußere Länge von 32 ½ Fuß und 21 ½ Fuß breit, und besteht aus 2 Stockwerken, wovon der untere 8 Fuß, der obere 7 ½ Fuß hoch ist. Es ist mit einem Kellergewölbe versehen von 17 lang und 10 breit. In der unteren Etage befindet sich das Schulzimmer&amp;quot;&#039;&#039;. Das Schulzimmer selbst wird in einem Schreiben des &amp;quot;Kreisphysikus&amp;quot; vom 1. Juli 1824 wie folgt beschrieben: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;ungefähr 15 Fuß breit, 26 Fuß lang und 7 Fuß hoch. An der Nordseite sind zwei Fenster, die ungefähr 9 Fuß hoch sind. An der Ostseite sind drei Fensterchen und ebenfalls an der Westseite, wovon vier kaum diesen Namen verdienen. Es waren in der Schule 81 Kinder gegenwärtig, im Winter soll die Anzahl derselben nach Aussage des [[Lehrer]]s auf 190 steigen. Das ganze Schulhaus, die Wohnung des Schullehrers mit einbegriffen, schien mir sehr baufällig und einer guten und dauerhaften Reparatur unfähig zu sein. Wenn ein Unterrichtszimmer für 100 Kinder wenigstens 23 Fuß lang und breit und 12 Fuß hoch sein muß, so ergibt sich daraus klar, daß der Raum in der Schule mit der versammelten Kindermenge nicht in gehörigem Verhältnis steht und daß der mehr oder minder längere Aufenthalt darin durch Verderbnis der Luft der Gesundheit der Kinder und des [[Lehrer]]s nachteilig sein muß.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Lehrer]] [[Johann Josef Nasheuer|Nasheuer]] selbst wandte sich in dieser Angelegenheit an die Regierung: &#039;&#039;&amp;quot;Was meine eigene Person anbetrifft, so habe ich in dem Local meine Brust so verdorben, daß ich es unmöglich länger darin aushalten kann.&amp;quot;&#039;&#039; Auch könne aufgrund des Raummangels nur die Hälfte der schulfähigen Kinder unterrichtet werden. Am 24. November 1823 hatte bereits der Landrat einen Antrag auf Neubau eines Schulhauses in Zons gestellt und in diesem vorgeschlagen, das Haus der Mädchenschule am [[Hospitalplatz]], das er für ein Schulhaus für nicht geeignet ansah, und das [[Rathaus]], &#039;&#039;&amp;quot;welches eben keinen Wert für den Gebrauch von der Gemeinde hat&amp;quot;&#039;&#039;, zu verkaufen und für den Erlös das alte [[Franziskanerkloster]] nebst zugehörigem Garten am [[Juddeturm]] zu erwerben. Das [[Franziskanerkloster]] sei &#039;&#039;&amp;quot;zwar nicht in dem Zustand, daß dasselbe gleich zur Schule gebraucht werden kann, indessen ist dasselbe, wie sich aus der Beschreibung des Bauleiters Westphal ergibt, nicht nur hinlänglich geräumig, um dieselbe sowie den Saal für künftige Versammlungen des [[Stadtrat|Gemeinderates]] darin vollständig einrichten zu können, sondern auch starker guter Bauart. Dabei liefert der große Garten hinter dem Gebäude Platz für eine Obstbaumschule und einen Garten für den [[Lehrer]] und der freie Platz vor dem Gebäude Raum zur Errichtung eines Spielplatzes.&amp;quot;&#039;&#039; Am 7. Dezember 1823 erfolgte die Genehmigung des Gemeindegebäude-Verkaufs und des Klostererwerbs. Am 20. Dezember 1823 gab [[Bürgermeister]] [[Anton Baaden]] den öffentlichen Verkauf von [[Rathaus]] und Schule am 15. Januar 1824 bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger (der Regierung Düsseldorf), Nr. 123 vom 29. Dezember 1823, Mitteilung Nr. 1690.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da jedoch nicht genug geboten wurde, sah man vorläufig von einem Verkauf ab (s.u.). 1824 willigte auch die Eigentümerfamilie Steinberger in den Verkauf des Klostergebäudes für 1.250 Reichstaler ein. Nicht nur aufgrund der Finanzierungsfrage zogen sich die Verhandlungen noch Jahre hin: Eine zweckmäßigere Alternative schien nach Meinung des [[Bürgermeister]]s [[Anton Baaden]] die Errichtung eines ganz neuen Gebäudes auf gemeindeeigenem Land für unter 2.000 Taler zu sein. Ein weiterer Alternativvorschlag war der Tausch der [[Vikarie]] gegen das Gebäude der ehemaligen Mädchenschule am [[Hospitalplatz]] mit der Kirche. Anschließend sollte das [[Vikarie|Vikariatsgebäude]] abgerissen werden und an seiner Stelle das neue Schulhaus entstehen. Am 8. August 1826 willigte der Kölner Erzbischof in den Tausch ein. Doch im [[Stadtrat|Gemeinderat]] kam über den Neubau keine Einigung zustande.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landrat hatte [[Johann Josef Nasheuer|Nasheuer]] vor diesem Hintergrund bereits zuvor beauftragt, bis zur Klärung der Angelegenheit eine vorläufige Alternative für das völlig unzureichende Schulgebäude zu finden. So wurde der Saal der Schankwirtschaft Boes (spätere [[Gaststätte &amp;quot;Zum Feldtor&amp;quot;]] an der [[Schloßstraße]]) für eine monatliche Miete von 6 Reichstalern nach entsprechender Genehmigung der Regierung 1825 durch den Landrat für diesen Zweck gemietet. Gemeinde- und Schulrat beschwerten sich über diese Maßnahme, da der Unterricht durch den Gewerbebetrieb des Hauseigentümers gestört werde. Doch da das Schulzimmer getrennt von der Wirtschaft auf der ersten Etage des Gebäudes lag und zudem an den gewöhnlichen Tagen in der Woche Ruhe herrschte, wurde diese Beschwerde abgewiesen. Der Gemeinde- und Schulrat beschloss am 17. Oktober 1827, das Monats-Schulgeld der 150 Schulkinder in Höhe von jeweils 3 Silbergroschen, das der Gemeindediener einzusammeln hatte, dem [[Lehrer]] zukommen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Unterrichtung von 150 Schulkindern eine große Belastung bedeutete, bat der Landrat 1828 bei der Regierung um die Zubilligung einer Hilfskraft. Diese genehmigte daraufhin die Anstellung des 23 Jahre jungen [[Peter Wilhelm Sticker]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Holzb%C3%BCttgen Holzbüttgen], der 2 ½ Jahre das Lehrerseminar in [https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BChl_%28Rheinland%29 Brühl] besucht und sich am 29. April 1828 beim Landrat um diese Stelle beworben hatte. Als Unterlehrer wurde sein Gehalt auf 40 Reichstaler festgesetzt, während ihm [[Lehrer]] [[Johann Josef Nasheuer|Nasheuer]] freie Kost und Unterkunft gewähren musste. Der gemietete Schulsaal wurde nun durch eine Bretterwand für die zwei Klassen unterteilt. Kurz später musste man die Bretterwand durch einen Steinmauer ersetzen, da sich beide Klassen gegenseitig störten. Unterrichtet wurde in Religion, Deutsch, Zeichnen, Rechnen, Gesang, Lesen, Schönschreiben, Leibesübungen und Handarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem [[Lehrer]] [[Johann Josef Nasheuer|Nasheuer]] am 2. Oktober 1828 37-jährig an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung gestorben war (offenbar als Folge der ungenügenden Raumsituation in der Schule), wurde [[Peter Wilhelm Sticker|Sticker]] am 20. Januar 1829 von der Regierung zum Elementarschullehrer ernannt. Bereits während der Krankheit von [[Johann Josef Nasheuer|Nasheuer]] hatte er den Unterricht in beiden Klassen erteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenzeitlich, in der Sitzung vom 2. November 1828, besprach der [[Stadtrat|Gemeinderat]] mögliche Einnahmen durch den Verkauf von Immobilien zugunsten der geplanten neuen Schule: Der Verkauf der Wohnung des verstorbenen [[Lehrer]]s [[Johann Josef Nasheuer|Nasheuer]] sowie des [[Rathaus]]es könne 500 Taler einbringen, obwohl beide Immobilien &#039;&#039;&amp;quot;bereits vor einigen Jahren zum Verkauf ausgestellt und noch keine 500 Thaler dafür gebothen worden sind&amp;quot;&#039;&#039;. Zudem wurde in den Sitzungen 1829 angesichts der ungünstigen Finanzlage immer wieder über den Verkauf verschiedener Wachtürmchen an der Stadtmauer diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem neuen [[Bürgermeister]] [[Franz Michael Fischer]] wurde 1829 wieder über den Kauf des [[Franziskanerkloster]]s diskutiert. Man sah es als Vorteil an, dass in dem Gebäude die Schule mit zwei Unterrichtsräumen und je einer Wohnung für den Ober- und Unterlehrer und zudem das Bürgermeisteramt und eine Vikarswohnung eingerichtet werden konnten. Ferner stand dort jeweils für den Oberlehrer wie für den [[Vikare|Vikar]] ein Garten zur Verfügung. Zur Finanzierung wurde in den Sitzungen 1829 wiederholt der Verkauf verschiedener Wachtürmchen an der Stadtmauer diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. April 1829 wandte sich der Landrat in der Schulgebäude-Angelegenheit an die Regierung, die am 25. Juni des Jahres eine Kommission zur Untersuchung des Klostergebäudes nach Zons sandte und nach positivem Urteil derselben den Kauf nur zwei Tage darauf verfügte. Am 5. Oktober 1829 erwarb die Gemeinde daraufhin das ehemalige Kloster mit notariellem Akt für 961 Reichstaler, also deutlich unter dem 1824 veranschlagten Kaufpreis (1.250 Reichstaler). Die Urkunde&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, Regierung Düsseldorf, Notare, Repertorium 428, Nr. 7369.&amp;lt;/ref&amp;gt; lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Vor Martin Liessem, für den Landgerichtsbezirk von Düsseldorf im Herzogthum von Berg angestellten Königlichen Notar, in Dormagen wohnhaft, in Gegenwart der Herrn [[Franz Aldenhoven]], [[Schloss Friedestrom|Gutsbesitzer]], in Zons wohnhaft, und Johann Schmitz, Ackersmann, in Dormagen wohnhaft, hiezu besonders ersuchten Zeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Sind erschienen: die Herren Jacob Steinberger, Gutsbesitzer, in Dormagen wohnend, [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Adolph_Steinberger Adolph Steinberger], Oberbürgermeister der Stadt Cöln, allda wohnhaft, und Frau Elisabeth geborene Schmitz, Wittwe von Herrn Joseph Steinberger, Rentnerinn, in Zons wohnhaft, letztere handelnd in eigenem Namen und als natürliche und gesetzliche Vormünderinn ihrer noch drey minderjährigen, mit ihrem genannten verstorbenen Ehegatten gezielten Kinder, benenntlich: Amalia, Regina und Adolph Steinberger, sämtlich ohne Gewerb bey ihrer Mutter domiziliirt; sodann die vier großjährigen Kinder der gedachten Wittwe Joseph Steinberger, namentlich: Fräulein Elisabeth, Jacobina, Agnes und Herr Michel Steinberger, sämtlich ebenfalls ohne Gewerb, erstere in Köln und letztere in Zons wohnhaft, als Verkäufer an einer; - ; - ;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Und der Herr [[Franz Michael Fischer|Michael Fischer]], Gutsbesitzer, wohnhaft zu Jussenhoff bey Dormagen, in seiner Eigenschaft als [[Bürgermeister]] der Gemeinde Zons, vertretend diese Gemeinde als Ankäuferinn an der anderen Seite, in Gefolg der demselben ertheilten Authorisation der Königlichen Hochlöblichen Regierung zu Düsseldorf, mittelst zweier Verfügungen vom sieben und zwanzigsten Juny dieses Jahrs No. 3557 und ersten September letzhin No. 4709, Abtheilung des Innern, wodurch die Genehmigung zum Ankauf des ehemaligen [[Franziskanerkloster|Franziskaner Klosters]] in Zons ertheilt, und in Gefolg landräthlicher Authorisation vom dritten July letzhin No. 2771 und zehnten September letzhin No. 3737, der Herr [[Bürgermeister]] [[Franz Michael Fischer|Fischer]] von Dormagen, Zons und Nievenheim zum Abschluß dieses Ankaufs, vorbehaltlich der Ratifikation durch die gedachte Königliche Regierung, ermächtigt worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Und haben erklärt, folgenden Verkauf und Kauf-Akt abgeschlossen zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es verkaufen und übertragen nemlich die obbenannten ErstComparenten hiemit dem ganzen vollen und unwiderruflichen Eigenthum nach, und mit dem Versprechen der vollständigen Gewahrleistung für alle Schulden, Hypotheken, Grundrenten und andere Hinderniße, an die Gemeinde Zons, wofür der Herr [[Bürgermeister]] [[Franz Michael Fischer|Fischer]] acceptirt, das in Zons gelegene [[Franziskanerkloster|Franziskaner Kloster]], den Kloster Garten, den vordern Platz bis zur Straße, samt allen den darauf stehenden Gebäulichkeiten, liegenden Baumaterialien und Steinen, so wie die Verkäufer es bisheran besessen und in dem Zustande, wie es sich dermalen befindt, und zwar nach der Mühlengassen Seite mit dem vollen Besitz der Garten Mauer, doch mit Ausschluß des außer derselben gelegenen leeren Plätzchens, dann nach der Seite der Schloßmauer, bis an diese Mauer schießend, mit Ausschluß dieser Mauer; so daß die Gemeinde Zons vom Tage der vorbehaltenen Ratifikation an, mit diesen ihr verkauften Gegenständen als wie mit ihrem vollen Eigenthum schalten und walten möge, und alle Steuern und Lasten davon zu tragen habe.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In Ansehung der Minderjährigkeit der drey Kinder vom verstorbenen Herrn Joseph Steinberger machen sich die Mutter sowie die beiden mitverkaufenden Oheimen derselben für die gedachten drey Minderjährigen stark, und verpflichten sich solidarisch in dieser Hinsicht der Gemeinde alle nöthige Gewährleistung, so wie auch die Einwilligung der Minderjährigen, nach erreichter Großjährigkeit beizubringen, und alle aus dem Abgange einer solchen Einwilligung für die ankaufende Gemeinde Zons in der Folge entstehen mögenden Nachtheile zu vertreten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Verkäufer sind Eigenthümer der verkauften Gegenstände, in Gefolg der bey der Präfektur zu Aachen am zehnten und zwölften Vendemiaire Jahrs zwölf gefertigten und daselbst innregistrirten Versteigerungs- respective Command Erklärungs-Protokolle, welche so wie auch die darauf bezüglichen Quittungen der Herr [[Bürgermeister]] [[Franz Michael Fischer|Fischer]] bescheinigt von den Verkäufern empfangen zu haben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der gegenwärtige Verkauf geschah um den vereinbarten Kaufpreis von Neun Hundert Ein und Sechszig Thaler preuß. Courant, welche die Gemeinde Zons sich verbindet, in drey gleichen Terminen nebst den ratirlichen Zinsen zu Fünf vom Hundert vom heutigen Tage an zu rechnen, wovon der erste Termin am Fünfzehnten Dezember nächsthin, die beiden übrigen am Fünften Oktober der Jahre Achtzehnhundert Dreißig und Achtzehn Hundert Ein und Dreißig erfallen, zu entrichten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Diese Zahlungen geschehen zu Händen des Herrn Oberbürgermeisters [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Adolph_Steinberger Adolph Steinberger], der Kraft des gegenwärtigen Akts als besonders hierzu ernannten und bevollmächtigten Empfänger in klingendem Preußisch Courant, und im Falle die Gemeinde diese Verpflichtung nicht genau erfüllt, macht sie sich zur Schadloshaltung, zu Verzugszinsen und sonstiger Nachtheile verbindlich.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Gemeinde Zons übernimmt alle Kosten des jetzigen Ankaufs, des Stempels und die der Sicherstellung ihres erworbenen Eigenthums.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;[...] Geschehen zu Zons den fünften Oktober Achtzehn Hundert Neun und Zwanzig, und ist dieser Akt von den dem Notar wohl bekannten Kontrahenten, dem Zeugen und dem Notar nach der Vorlesung unterschrieben worden.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Um- und Erweiterungsarbeiten am ehemaligen [[Franziskanerkloster]] durch den Bauunternehmer J. P. Strohn aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Urdenbach Urdenbach]&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Do 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 80, fol. 7v-8r, fol. 23r-v.&amp;lt;/ref&amp;gt; und unter Leitung des genannten Bauleiters (&amp;quot;Communal-Bau-Conducteur&amp;quot;) Westphal nach einem Kostenvoranschlag vom 12. Februar 1830 zogen sich nach den Gemeinderatsprotokollen über mehrere Jahre hin. Um nötiges Baumaterial zu gewinnen, beschloss der Rat im März 1830, die Stadtmauer vom [[Rheintor]] bis zur [[Windmühle]] um drei Fuß (knapp einen Meter) abzutragen. – Die Bauabnahme als Voraussetzung für den geplanten Einzug von Gemeinderat und Elementarschule war laut den Gemeinderatsprotokollen mit Sicherheit nicht vor 1832, denn zur Sitzung am 28. Januar 1832 wird bemerkt, der Schulbau sei noch nicht vollendet und unterliege noch der Schlussrevision. Die Gebäudeabnahme dürfte jedoch noch im selben Jahr erfolgt sein.&lt;br /&gt;
[[Datei:fklost01.jpg|300px|thumb|right|Der Gebäudekomplex am Juddeturm von der Feldstraße aus gesehen ca. 1910/14.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1837 unterrichtete [[Lehrer]] [[Peter Wilhelm Sticker|Sticker]] die Elementarschulkinder alleine, seit diesem Jahr half ihm der älteste Sohn des verstorbenen [[Lehrer]]s [[Johann Josef Nasheuer|Nasheuer]], der erst 16-jährige Heinrich Hubert Nasheuer, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Zudem übernahm Nasheuer jun. an den Urlaubstagen sogar die Lehrervertretung. Nachdem sich der Landrat hierüber bei der Regierung ausgelassen hatte, wurde Ende April 1837 ein neuer Unterlehrer angestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Am 28. März 1837 gab der Schulvorstand bekannt, dass die Unterlehrerstelle Anfang Mai &amp;quot;erledigt&amp;quot; sei (Öffentlicher Anzeiger Nr. 30 vom 5. April 1837, Mitteilung Nr. 305.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar war man mit dem gefundenen Kandidaten, dessen Name nicht bekannt ist, nicht zufrieden, denn bereits am 6. Juli 1837 gab [[Lehrer]] [[Peter Wilhelm Sticker|Sticker]] erneut bekannt, dass die Unterlehrerstelle wieder zu besetzen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 68 vom 25. Juli 1837, Mitteilung Nr. 734.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und auch danach erfolgten in regelmäßiger Folge öffentliche Ausschreibungen der Stelle, und zwar am 11. April 1839, am 17. Februar 1841 und am 1. März 1842.&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 34 vom 18. April 1839, Mitteilung Nr. 421; Öffentlicher Anzeiger Nr. 18 vom 22. Februar 1841, Mitteilung Nr. 176; Öffentlicher Anzeiger Nr. 27 vom 14. März 1842, Mitteilung Nr. 283.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar war es zu der Zeit besonders schwierig, einen geeigneten Kandidaten für diese Stelle zu finden. Sicherlich ab 1842 bis spätestens 1844 unterrichtete der Zonser [[Hubert Ross]] als Unterlehrer an der Elementarschule.&amp;lt;ref&amp;gt;Er trat mit dieser Angabe als Trauzeuge bei der Eheschließung seines Bruders Johann Wilhelm Ross mit Maria Elisabeth Fleischhauer in Zons am 31. Juli 1843 auf: &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 613. Und er wird in der Funktion auch noch in einem Adressbuch von 1844 aufgeführt: &#039;&#039;Adreßbuch des Kreises Neuß&#039;&#039;, Neuss (1844), S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch erst 1844 hatte man eine längerfristige Lösung gefunden: Die Regierung gab am 22. Juli 1844 bekannt, dass die Unterlehrerstelle neu mit [[Hermann Heller]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Horrem_(Kerpen) Horrem bei Kerpen] besetzt sei, der vorher in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kenten Kenten] unterrichtet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 43 vom 22. Juli 1844, Mitteilung Nr. 738.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Eingabe des Schulvorstands bei der Regierung im März 1841 wurde zusätzlich zu den bestehenden Unterrichtseinheiten eine Näh- und Strickschule eingerichtet, die von den Mädchen aus dem Ort und dem benachbarten [[Stürzelberg]] nach Schulschluss zu besuchen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1848 bat [[Lehrer]] [[Peter Wilhelm Sticker|Sticker]] um seine Entlassung aus dem Schuldienst. Da mittlerweile 250 Kinder die Schule besuchten, ließ die Genehmigung zur Anstellung eines Nachfolgers nicht lange auf sich warten. Doch da die Gemeinde sich weigerte, für das Gehalt des neu anzustellenden Lehrers aufzukommen, wurde zunächst ein Schulamtsaspirant angeworben, um dem [[Lehrer]] [[Hermann Heller|Heller]] die notwendige Hilfe zu leisten.&amp;lt;ref&amp;gt;Am 26. Januar gab [[Bürgermeister]] [[Peter Matthias Schumacher]] öffentlich bekannt, dass die Stelle zum 1. April wieder zu besetzen sei (Öffentlicher Anzeiger Nr. 10 vom 1. Februar 1848, Mitteilung Nr. 153).&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst am 9. Oktober 1849 änderte sich die Situation mit der Anstellung von [[Wilhelm Odaniel]] als neuer [[Lehrer]] der Oberklasse, der vorher in der Schule [https://de.wikipedia.org/wiki/Hamm_%28D%C3%BCsseldorf%29 Düsseldorf-Hamm] unterrichtet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Regierung gab die Besetzung auf zwei Jahre auf Probe mit dem Schulamts-Kandidaten Odaniel am 31. Dezember 1849 bekannt (Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 87 vom 31. Dezember 1849, Mitteilung Nr. 1933).&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Gehalt beider [[Lehrer]] wurde auf jeweils 240 Taler festgesetzt, das vierteljährlich aus der Gemeindekasse zu zahlen war. Der neue [[Lehrer]] wurde u.a. verpflichtet, die Kinder täglich während der Schulstunden, an Sonn- und Feiertagen während des Vor- und Nachmittaggottesdienstes und bei den örtlichen Prozessionen zu beaufsichtigen und ihre Gebete und Gesänge zu leiten. [[Lehrer]] [[Wilhelm Odaniel]] starb bereits 1852. Ein Schulamtsaspirant namens Gumpertz hatte ihn während seiner Krankheit vertreten und führte den Unterricht auch noch fort, bis am 30. Juli 1853 [[Johann van Royen]], bisher [[Lehrer]] an der Schule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Erkrath Erkrath], zunächst für zwei Jahre auf Probe, neuer Oberlehrer wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Mitteilung über die Anstellung Johann van Royens im Amtsblatt der Regierung Düsseldorf Nr. 47 vom 29. August 1853, Mitteilung Nr. 1158.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1850er Jahren unterrichtete auch der Zonser [[Organisten|Organist]] [[Franz Füsgen]] als [[Lehrer]] (1853 belegt).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 232.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings ist nicht klar, ob und wie eine Verbindung zur Volksschule bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann van Royen]]s Vertrag wurde mit Auslauf seiner Probezeit 1855 nicht verlängert.  Gegen seine Kündigung erhob sich Protest seitens einiger [[Stadtrat|Gemeinderatsmitglieder]] sowie einiger Familienväter, der schriftlich bei der Regierung eingereicht wurde. Nach negativem Bescheid von dort wandten sich die Einwohner sogar an den Oberpräsidenten in Koblenz, jedoch auch hier erfolglos. Am 16. Juli des Jahres erfolgte die neue Ausschreibung der mit 240 Talern dotierten Lehrerstelle durch [[Pfarrer]] [[Carl Joseph Neesen]] und [[Bürgermeister]] [[Josef Hanstein]].&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 55 vom 20. Juli 1855, Mitteilung Nr. 1059.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kurz nach dieser Ausschreibung hat der Schulvorstand entschieden, die 222 Kinder der Elementarschule neu von zwei auf drei Klassen aufzuteilen: eine Ober-Knabenklasse unter der Leitung von [[Hermann Heller]], eine Ober-Mädchenklasse unter der Leitung einer neu anzustellenden Lehrerin ([[Maria Große]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Paderborn Paderborn], zunächst provisorisch für zwei Jahre, durch Urkunde der Regierung vom 23. November 1855&amp;lt;ref&amp;gt;Ihre Anstellung wurde im Amtsblatt der Regierung Düsseldorf Nr. 72 vom 31. Dezember 1855 bekanntgegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt;) und eine gemischte Unterklasse unter der Leitung des Schulamtsaspiranten [[Caspar Fleischhauer]] aus Zons. Das Gehalt des [[Lehrer]]s [[Johann van Royen|van Royen]] wurde unter den beiden neuen Lehrpersonen aufgeteilt; und zwar erhielt [[Maria Große|Große]] 140 und [[Caspar Fleischhauer|Fleischhauer]] 100 Taler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Maria Große]] und [[Caspar Fleischhauer]] unterrichteten bis spätestens 1868 an der Elementarschule; seit diesem Jahr erteilten [[Franziskanerinnen|Ordensschwestern aus dem örtlichen Franziskanerkloster]] in Ober-Mädchenklasse und der gemischten Unterklasse den Unterricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Entwicklung der Elementarschule/Volksschule 1871–1918&amp;lt;ref&amp;gt;Die folgenden Ausführungen basieren, wenn nicht anders angegeben, auf der Ausarbeitung von Gladden: Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40.&amp;lt;/ref&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Oberlehrer [[Hermann Heller]] starb Anfang April 1869. Wenige Tage darauf gab [[Bürgermeister]] [[Eduard Bacciocco]] bekannt, dass die Stelle, die mit 300 Talern Gehalt und 70 Talern Schreibgeld bzw. Brandentschädigung für zwei Schulzimmer, freier Wohnung und Garten dotiert war, wieder zu besetzen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 31 vom 17. April 1869, Mitteilung Nr. 915.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst am 26. Februar 1870 erfolgte die Meldung über die Stellenbesetzung durch die Regierung im Amtsblatt.&amp;lt;ref&amp;gt;Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 9 vom 26. Februar 1870, Meldung Nr. 303.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar hatte die Suche nach einem geeigneten Kandidaten nicht den erhofften raschen Erfolg. Nachfolger von [[Hermann Heller]], zunächst provisorisch für zwei Jahre, wurde [[Lorenz Küpper]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Mersch_(Jülich) Mersch (Jülich)]. Seine definitive Anstellung erfolgte zum 30. Oktober 1873.&amp;lt;ref&amp;gt;Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 48, 1873, Mitteilung Nr. 1526.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Lorenz Küpper|Küpper]] starb nur ein Jahr später, Ende 1874. Der zu dieser Zeit herrschende Lehrermangel war Anlass dafür, den im Ort bereits pensionierten Lehrer (er hatte vor 1870 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Volkhoven/Weiler Worringen-Weiler] als Lehrer gearbeitet) [[Christian Schorn]], der im Ort noch als [[Organisten|Organist]] tätig war, vorläufig als Oberlehrer einzusetzen. Er unterrichtete die Ober-Knabenklasse bis zum 1. Juli 1876.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 1. Juli 1876 bis Ende Dezember des Jahres unterrichtete der Lehrer G. Heinrich Elsing provisorisch die Ober-Knabenklasse, ohne formelle Anstellung.&amp;lt;ref&amp;gt;Am 30. Juli 1876 ist die Totgeburt eines Kinder von ihm und seiner Frau Maria geborene Jansen in den Zonser Zivilstandsregistern verzeichnet: &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 870. Wahrscheinlich lebte das Paar nur für die kurze Zeit des Engagements an der Volksschule im Ort.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 1. Januar bis zum 1. März 1877 war die Stelle nicht besetzt, und in dieser Zeit unterrichtete der [[Stürzelberg]]er Lehrer [[Wilhelm Carolus Bruch]] die Klasse an den Vormittagen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. September 1869 starb in Zons die aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinenbroich Kleinenbroich] gebürtige ledige [[Lehrer|Lehrerin]] Clara Stuff im Alter von 32 Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Sie war die Tochter des zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Ehepaars Bäcker Adolph Stuff und Margarethe geborene Euskirchen: &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 889.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist möglich, dass sie als Aushilfslehrerin an der Volksschule tätig war. Aber es ist auch nicht auszuschließen, dass sie als Privatlehrerin für eine wohlhabendere Familie unterrichtet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. März 1877 wurde nach Ausschreibung der Stelle Anfang September des Vorjahres&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 86 vom 6. September 1876, Mitteilung Nr. 3165.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Sebastian Braun]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Giesendorf_%28Elsdorf%29 Giesendorf], der zuvor in [https://de.wikipedia.org/wiki/Stommeln Stommeln] unterrichtet hatte, definitiv als Oberlehrer angestellt. Sein Gehalt war auf 1.200 Reichsmark zuzüglich freier Wohnung und Gartenbenutzung und 120 Mark Entschädigung für Schreibgeld und Heizung des Schullokals festgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Amtsblatt der Regierung Düsseldorf Nr. 52, 1876, Mitteilung Nr. 1598.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1874/75 wurde die Schule (altes [[Franziskanerkloster]]) durch einen neuen, östlichen Anbau mit einem veranschlagten Kostenaufwand von 4.500 Reichstalern wesentlich erweitert. Die Bauarbeiten wurden wie folgt vergeben: Erdarbeiten, Maurer-Arbeitslohn und Mauermaterial dem Maurer Josef Lenden für 2.207 Reichstaler, Dachdeckerarbeiten an Anton Seburschenich, Klemptner-, Schmiede- und Schlosserarbeiten an Heinrich Gilgen und Schreinerarbeiten an Jacob Richrath (alle aus Zons).&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Do 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 81, Sitzungen vom 30. März und 17. Juni 1874.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Erweiterungsbau kamen die Knabenklasse der Volksschule, das Bürgermeisteramt und die höhere Schule unter, während im älteren Teil die Schulräume für die Unterklasse und die Mädchenklasse und die Wohnungen der Lehrpersonen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:fklost02.jpg|300px|thumb|right|Der Gebäudekomplex der Volksschule um 1960; links ein Teil des 1875 entstandenen Erweiterungsbaus.]]&lt;br /&gt;
Im Zuge des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf Kulturkampfes] mussten die [[Franziskanerinnen]] am 1. April 1877 ihre Lehrtätigkeit wieder an weltliche Lehrkräfte abtreten&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 5–6.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Lehrerin an der Mädchenklasse wurde nach Ausschreibung der Stellen im September 1876&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 88 vom 9. September 1876, Mitteilung Nr. 3230.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Sophia Löhse]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Langenholthausen Langenholthausen] (definitiv),&amp;lt;ref&amp;gt;Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 10, 1877, Mitteilung Nr. 638.&amp;lt;/ref&amp;gt; die vorher in [[Stürzelberg]] unterrichtet hatte. Die gemischte Unterklasse wurde von [[Maria Billigmann]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchworbis Kirchworbis in der Provinz Sachsen] übernommen, die vorher den Unterricht in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] erteilt hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Ihre Anstellung zum Februar 1877 wurde mitgeteilt im Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 10, 1877, Mitteilung Nr. 638.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden Lehrerinnen erhielten 1.050 bzw. 900 Reichsmark und freie Wohnung. Ebenfalls im Zuge des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf Kulturkampfes] wurde dem [[Pfarrer]], [[Sebastian Schmitz]], die Ortsschulinspektion genommen und dem Zonser [[Bürgermeister]] [[Eduard Bacciocco]]&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; und später dem Ökonom [[August Aldenhoven]] übertragen. Zum 17. Juli 1882 bekam [[Pfarrer]] [[Sebastian Schmitz|Schmitz]] die Ortsschulinspektion zurück. Auch hatte die Regierung der Pfarrgeistlichkeit die Erteilung des Religionsunterrichts entzogen, im Februar 1880 aber wieder genehmigt.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 90, p. 92; AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die [[Pfarrchronik]] berichtet, ließ sich die traditionelle Verbindung zwischen Schulwesens und Kirche auch noch kurz nach 1900 an der Besoldung der Lehrerschaft ablesen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Der Beitrag zum Gehalt des [[Lehrer]]s von 167,31 Mark, der bis dahin vom [[Kirchenrendant]]en an den [[Lehrer]] aus der Kirchenkasse bezahlt wurde, soll laut Beschluß des [[Kirchenvorstand]]es vom 10. Mai 1878 unter Vorbehalt jederzeitigen Wiederrufs künftig durch die Gemeindekasse zur Auszahlung an den [[Lehrer]] gelangen. Der [[Bürgermeister]] [[Eduard Bacciocco|Bacciocco]] hat ein diesbezügliches Gesuch an den [[Kirchenvorstand]] gerichtet. Dieser Betrag ist ein Unicum; es läßt sich aber wegen Verjährung nicht mehr dagegen angehen. Die Sache scheint darin ihren Grund zu haben, daß in alter Zeit Geistliche in Zons den Schulunterricht erteilten und von der Kirche besoldet wurden.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 107.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge Krankheit des Lehrers [[Sebastian Braun]] in den Monaten Januar-März 1880 erteilten zunächst die beiden Volksschullehrerinnen auch den Unterricht in seiner Klasse. Von Februar bis März 1880 unterrichtete der Lehrer Meising aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Horrem_%28Dormagen%29 Horrem] vertretungsweise in den Nachmittagsstunden.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 7; DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 82, Sitzung vom 19. März 1880.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 3. Dezember 1880 wurde [[Sebastian Braun|Braun]] zum ersten Lehrer an der Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Longerich_%28K%C3%B6ln%29 Longerich] ernannt. Zum 31. März 1881 beendete er daher seinen Unterricht in Zons.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Nachfolger ab dem 1. April 1881 nach Ausschreibung der Stelle im Dezember 1880&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 145 vom 15. Dezember 1880, Mitteilung Nr. 4700.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde [[Franz Zanders]], gebürtig aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Frimmersdorf Frimmersdorf].&amp;lt;ref&amp;gt;Seine definitive Anstellung zum Januar 1881 wurde mitgeteilt im Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 7, 1881, Mitteilung Nr. 174.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:fklost04.jpg|300px|thumb|right|Rathaus und Schule von der Mühle aus gesehen ca. 1934/38. Deutlich sind das rechtwinklige Klostergebäude und der etwas höhere Erweiterungsbau aus dem Jahr 1875 zu erkennen. Rechts sind die zum Areal gehörenden Gärten zu sehen.]]&lt;br /&gt;
Lehrerin [[Maria Billigmann]] legte ihr Amt am 15. September 1878 nieder. Bis zur Wiederbesetzung der Stelle erteilten [[Sebastian Braun]] und [[Sophia Löhse]] den Unterricht in der Unterklasse. Am 28. Oktober 1878 übernahm [[Rosa Metzler]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Bludenz Bludenz in Vorarlberg] den regulären Unterricht der gemischten Unterklasse.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum 2. Januar 1884 wurde sie nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Longerich_%28K%C3%B6ln%29 Longerich] versetzt. Die Regierung ernannte daraufhin die [[Lehrer]]in [[Maria Schornstein]] zur vorübergehenden Nachfolgerin. Während die Regierung sich in der Folge für einen [[Lehrer]] aussprach, favorisierte der Schulvorstand angesichts der Mehrkosten vergeblich eine [[Lehrer]]in. Der [[Stadtrat|Rat]] argumentierte, [[Franz Zanders|Zanders]] sei ein &amp;quot;junger, rüstiger Mann&amp;quot;, so dass die Frage seiner Vertretung im Verhinderungsfalle nicht so schwerwiegend sei.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 82, Sitzung vom 14. Dezember 1883.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Da dies nicht akzetiert wurde, wurde der erst knapp 21-jährige Schulamtskandidat [[Rudolf Claus]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochneukirch Hochneukirch], der die Präparandenanstalt und das Seminar in [https://de.wikipedia.org/wiki/Odenkirchen Odenkirchen] besucht hatte, zum 1. Mai 1884 Nachfolger an der gemischten Unterklasse.&amp;lt;ref&amp;gt;Seine Ernennung wurde mitgeteilt im Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 24, 1884, Mitteilung Nr. 478.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein anfängliches Jahresgehalt von 975 Reichsmark wurde im April 1891 auf 1.050 Reichsmark erhöht.&lt;br /&gt;
[[Datei:clausr1.jpg|200px|thumb|right|Rudolf Claus, 1884–1898 Lehrer der Unterklasse, 1898–1916 Lehrer der Mittelklasse.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1895 genehmigte der [[Stadtrat|Gemeinderat]] den Betrag von 36,- Reichsmark zu Händen des [[Bürgermeister]]s [[Hermann Heckmann]] zur Einrichtung einer Schülerbibliothek, die von den Schülern aus Zons und [[Stürzelberg]] benutzt werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 82, Sitzung vom 26. Februar 1895.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krankheitsbedingt wurde [[Lehrer]]in [[Sophia Löhse|Löhse]] Anfang 1898 pensioniert.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 119–120.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr erhielt die Volksschule eine neue, dreistufige Struktur: Im Grunde war nämlich die bisherige Volksschule zweistufig, wobei die obere Stufe nach Geschlechtern getrennt wurde. In letzterer war das Unterrichten sehr schwierig, da hierin viele Jahrgänge versammelt waren. Nachfolgerin von Frau [[Sophia Löhse|Löhse]] wurde am 18. April 1898 [[Katharina Huppertz]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberkassel_%28D%C3%BCsseldorf%29 Oberkassel]. Mit ihrer Einführung an diesem Tag durch den Lokalschulinspektor [[Pfarrer]] [[Adam Otten|Otten]] wurde das gemischt-dreiklassige Schulsystem eingeführt: Hauptlehrer [[Franz Zanders|Zanders]] unterrichtete nun die Oberklasse, [[Lehrer]] [[Rudolf Claus|Claus]] die Mittel- und [[Lehrer]]in [[Katharina Huppertz|Huppertz]] die Unterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:fklost05.jpg|300px|thumb|right|Grundriss des Gebäudekomplexes zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Erdgeschoss.]]&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1910 trat Hauptlehrer [[Franz Zanders]] in den Ruhestand. Am 5. April 1910 übernahm die Schulamtsbewerberin [[Maria Pohl]], Tochter des verstorbenen Schulvorstandmitglieds Wilhelm Pohl aus Zons, den stellvertretenden Unterricht in der Oberklasse.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenige Monate später, am 10. Oktober 1910, übernahm [[Albert Höver]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BCcheln_%28Frechen%29 Hücheln] den leitenden Unterricht der Oberklasse, den er bis zu seinem Fortgang nach Köln am 1. April 1913 versah. Sein Nachfolger wurde [[Peter Capellmann]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Meiderich Duisburg-Meiderich/Würselen]. Dieser wurde am 17. Juni 1915 zum Kriegsdienst einberufen und konnte daher erst wieder am 16. Januar 1916 den Unterricht weiter erteilen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:pohlm.jpg|200px|thumb|right|Maria Pohl, stellvertretende Lehrerin der Oberklasse April–Oktober 1910.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:hoever1.jpg|200px|thumb|right|Albert Höver, Lehrer der Oberklasse 1910–1913.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:lohmann1.jpg|200px|thumb|right|Lidwina Lohmann, Lehrerin der Unterklasse 1908–1912.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:doerr1.jpg|200px|thumb|right|Gerhard Dörr, Lehrer der Unterklasse 1912–1913.]]&lt;br /&gt;
Am 1. April 1908 übernahm [[Lidwina Lohmann]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Gohr Gohr] den Unterricht in der Unterklasse von [[Katharina Huppertz]]. Sie blieb in dem Ort bis zu ihrem Wechsel an die Stürzelberger Schule am 1. April 1912 tätig. Sie wechselte die Stelle mit dem Stürzelberger Lehrer [[Gerhard Dörr]]. Der Wechsel war aufgrund der Überfüllung der Klasse in Zons notwendig geworden, was der Schulvorstand einer Lehrerin nicht zumuten wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings behielten beide Lehrkräfte ihre bisherigen Wohnungen, so dass Frau [[Lidwina Lohmann|Lohmann]] weiterhin in Zons den Handarbeitsunterricht erteilen konnte. [[Lehrer]] [[Gerhard Dörr|Dörr]] unterrichtete nur bis zum 31. Oktober 1913 und verließ den Ort. Sein Nachfolger am 3. November 1913 wurde [[Leo Opaska]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Pniewy Pinne]), der am 3. August 1914 zum Kriegsdienst einberufen wurde. Er ist am 12. August 1917 bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Ypern Ypern] gefallen. Am 1. April 1914 wurde nach Bemühungen des Schulvorstandes seit 1908 eine vierte Klasse (Stufe) eingerichtet, deren Unterricht von [[Helene Seiff]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz-Arenberg Koblenz-Arenberg] übernommen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. Juli 1916 wurde Lehrer [[Rudolf Claus]] pensioniert. Seine Nachfolgerin an der Mittelklasse war [[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Maria Elisabeth Werle]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 151–152.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:werlee1.jpg|200px|thumb|right|Maria Elisabeth Werle, Lehrerin der Mittelklasse 1916–1928.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:fklost03.jpg|300px|thumb|right|Lehrpersonal (Kaplan Robert Hortmanns, Lehrer Rudolf Claus, Lehrerinnen Lidwina Lohmann und Maria Pohl) mit Schulkindern (Teil der SchülerInnen der Unter-, Mittel- und Oberklasse) vor dem Schulgebäude im Jahr 1910.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1908 waren von den 217 Schulkindern 21 Waisenkinder, die in dem von den [[Vinzentinerinnen]] betreuten Waisenhaus wohnten. In diesem Jahr wurde das von den nicht einheimischen Kindern erhobene Fremdenschulgeld von 12 auf 18 Reichsmark jährlich erhöht, um die Kinder zum Schulwechsel bzw. das Kloster zur Aufgabe des Waisenhauses zu bewegen. So heißt es in einem Schreiben vom 12. August 1908: &#039;&#039;&amp;quot;Der einfache Weg, der Überfüllung abzuhelfen, wäre immerhin der Abschub der fremden Kinder, die die schlechten Schulresultate der hiesigen Volksschule ohnehin nur ungünstig beeinflussen.&amp;quot;&#039;&#039; 1911 besuchten bereits keine Waisenkinder aus dem Kloster mehr die Schule. Die Hälfte der Waisenkinder hatte das Kloster entlassen müssen. 20 Kinder sind dort verblieben, um dem Kloster wenigstens noch ein paar Grundeinnahmen zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden die Schul- und Entlassungsprüfungen durch den Schulvorstand im Frühjahr (März/April) und im Herbst (September) statt, zeitgleich mit dem Wechsel der Kinder aus den unteren Abteilungen in die oberen und der Aufnahme der Schulneulinge. Schulpflicht bestand bis zum Ende des 14. Lebensjahres. Noch in den 1890er Jahren wurden viele Schulkinder auf Bitten der Eltern, die ihre Sprösslinge dringend zur häuslichen Arbeit oder zur Feldarbeit benötigten, vorzeitig entlassen. 1899 waren dies beispielsweise 55% der Mädchen. Die Genehmigung setzte die positiv verlaufene Prüfung der schulischen Leistungen und der häuslichen Verhältnisse durch den Schulvorstand und die Genehmigung durch die Regierung voraus. Ab 1908 wurden keine derartigen Gesuche mehr eingereicht. Unterrichtet wurde von 8–11 und von 13–16:30 Uhr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zur Entwicklung der höheren Knabenschule (&amp;quot;Höhere Communalschule&amp;quot; bzw. &amp;quot;Höhere Privatschule&amp;quot;) ===&lt;br /&gt;
==== Erste Phase: unter kirchlicher Leitung 1849–1861 ====&lt;br /&gt;
Nachdem der Zonser [[Vikare|Vikar]] [[Martin Schloßmacher]] bereits seit 12 Jahren mehrere Jungen erfolgreich im Privatunterricht auf die Quarta und Tertia des Gymnasiums bzw. auf die Aufnahme in das Schullehrerseminar vorbereitet hatte, entschied sich der Schulvorstand aufgrund der zunehmenden Zahl interessierter Schüler, eine höhere Knabenschule bzw. &amp;quot;Fortbildungsklasse&amp;quot; zu gründen. Der Vikar erklärte sich bereit, in dieser Klasse mit Unterstützung der beiden Elementarschullehrer zu unterrichten, wozu der Kirchenvorstand dessen Gehalt von 234 auf 430 Taler erhöhte, welches Gehalt auch die Amtsnachfolger erhielten. Die zwei anderen Pfarrgeistlichen erklärten sich bereit, die Seelsorge an den Wochentagen allein zu übernehmen. Am 25. Juli 1849 erteilte die erzbischöfliche Behörde, am 12. September 1849 die Regierung die Genehmigung zur Eröffnung. Das nun allmählich entstandene Gymnasium mit Internat in der ersten Etage des ehemaligen [[Franziskanerkloster]]s wurde von der Kirchenverwaltung finanziell unterhalten. 1852 wurden in der Schule 42 Schüler vom Rektor und zwei &amp;quot;Hilfslehrern&amp;quot; unterrichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 195.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Vikare|Vikar]] [[Martin Schloßmacher]] unterrichtete bis zu seinem Weggang 1856/57 an der Schule. Seit dem 23. September 1853 versah neben ihm dort der neu angestellte [[Vikare|Vikar]] [[Christian Bücker]] (1853–1880) den Unterricht, der 1856/57 sein Nachfolger als Schulleiter wurde. Noch am 2. Februar 1855 beschloss der [[Kirchenvorstand]] für beide [[Vikare]] eine persönliche Zulage: Das Gehalt von [[Martin Schloßmacher|Schloßmacher]] sollte für 1854 und die folgenden Jahre auf 600 (bisher 430), das von [[Christian Bücker|Bücker]] auf 500 (bisher 300) Taler erhöht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 138, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar waren die steigenden Schülerzahlen ausschlaggebend für diese Maßnahme. 1856/57 rückte [[Christian Bücker|Bücker]] auf die erste [[Vikare|Vikarsstelle]] nach, und sein Nachfolger wurde der neue [[Vikare|Vikar]] Aeymans.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiederholt forderte das Generalvikariat den [[Kirchenvorstand]] 1857 auf, dem [[Vikare|Vikar]] [[Christian Bücker|Bücker]] eine neue Wohnung zu besorgen, um das Interesse an der Schule zu heben. Der Plan sah einen Neubau der [[Vikarie]] am bisherigen Standort für [[Christian Bücker|Bücker]] sowie den Bau eines neuen Schulhauses nebst Wohnung vor dem [[Feldtor]], gegenüber dem [[Friedhof]], für den zweiten [[Vikare|Vikar]] Aeymans vor, wobei der [[Kirchenvorstand]] den [[Pfarrer]] [[Sebastian Schmitz|Schmitz]] mit den weiteren Verhandlungen beauftragte.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 138, unpagin. (Sitzung vom 5. Juli 1857).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ersteres Vorhaben wurde in der Folge erst sehr viel später, zweiteres Vorhaben gar nicht umgesetzt. [[Vikare|Vikar]] Aeymans bewohnte ein Haus der Zivilgemeinde zur Miete (s.u.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeugnislisten aus den Jahren 1856–1861 belegen das beachtliche Einzugsgebiet der Schule: Es handelte sich in dem Zeitraum um 22 Schüler aus Zons, 30 aus Dormagen, 12 aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Grefrath Grefrath], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hackenbroich Hackenbroich], [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6llen Höllen], [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BClsdorf Lülsdorf], [https://de.wikipedia.org/wiki/Monheim_am_Rhein Monheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen] und jeweils einen Schüler aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Baumberg_%28Monheim_am_Rhein%29 Baumberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Benrath Benrath], [https://de.wikipedia.org/wiki/Buer_%28Westfalen%29 Buer], [https://de.wikipedia.org/wiki/Delhoven Delhoven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Essen Essen], [https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChlingen Fühlingen], [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BCckeswagen Hückeswagen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserswerth Kaiserswerth], [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln], [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigshoven Königshoven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Krefeld Krefeld], [https://de.wikipedia.org/wiki/Lich-Steinstra%C3%9F_%28J%C3%BClich%29 Lich], [https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Mickeln Mickeln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberembt Oberembt], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinberg Rheinberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6dingen Rödingen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Roggendorf/Thenhoven Roggendorf], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sinnersdorf_%28Pulheim%29 Sinnersdorf], [https://de.wikipedia.org/wiki/Straberg Straberg] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Wesseling Wesseling]. Der Unterricht reichte von der Sexta bis zur Untersekunda mit den Fächern Latein, Griechisch (ab der Quarta), Deutsch, Französisch, Englisch (ab der Quarta), Religion, Geografie, Geschichte, Mathematik, Physik, Zeichnen und Singen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Juni 1861 beriet der [[Kirchenvorstand]] aufgrund einer Mitteilung des Landrats, wonach der [[Stadtrat|Gemeinderat]] beschlossen hat, das bisher an die Kirchenverwaltung vermietete und von [[Vikare|Vikar]] Aeymans bewohnte Haus künftig für Gemeindezwecke (Wohnung für den [[Bürgermeister]] [[Eduard Bacciocco]]) nutzen zu wollen. Der Landrat erwartete die Mitteilung, bis wann das Gebäude geräumt sei. Mit einer Gegenstimme ([[Gottfried Schmitz]]) schloss sich das Gremium dem Votum des Mitglieds [[August Aldenhoven]] an, die höhere Schule bis zum nächsten Schuljahr eingehen zu lassen: Die Kirche, so argumentierte er, habe für die Schule und die zwei dort tätigen Vikare hohe Ausgaben zu tragen, und sie könne für die Beschaffung einer neuen Wohnung für Aeymans keine zusätzlichen Ausgaben tätigen, da sie einen Fonds für die beabsichtigte [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Kirchenerweiterung]] ansparen müsse. Das Gremium beantragte beim Generalvikariat die baldige Abberufung Aeymans und antwortete dem Landrat, dass das genannte Gebäude bis zum Oktober geräumt sei.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 138, unpagin.; der Gemeinderat hatte am 23. April 1861 beschlossen, das Gebäude an [[Bürgermeister]] [[Eduard Bacciocco|Bacciocco]] zu vermieten (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 81, unpagin.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Zweite Phase: die höhere private Knabenschule 1876–1893 ====&lt;br /&gt;
Am 26. Februar 1868 schenkte [[Elisabeth Haack]] geborene Aldenhoven (1798–1872), Ehefrau des herzoglich Arembergschen Ober-Forstinspektors Johann Haack, durch eigenhändiges Testament der Stadt Zons 5.000 Taler zur Eröffnung einer höheren Knabenschule, wie sie vorher unter kirchlicher Leitung bestanden hatte. Konkret sollten die Zinsen dieses Betrages zur Finanzierung dienen. Kurze Zeit nach ihrem Tod, am 19. Mai 1873, informierte der Vorsitzende die [[Stadtrat|Gemeinderatsmitglieder]] über dieses Vermächtnis. Der [[Stadtrat|Gemeinderat]] setzte im April 1875 ein Kuratorium für die Planung und Aufsicht der höhere Schule unter Vorsitz des [[Bürgermeister]]s [[Eduard Bacciocco]] ein, dem die Gemeinderatsmitglieder [[Wilhelm Kiepels]] und [[Hubert Heinemann]] aus Zons und Franz Erkelenz aus [[Stürzelberg]] angehörten. Dem Gremium wurden für drei Jahre jährlich, beginnend Herbst 1875, 1.800 Mark zur Verfügung gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 81, Sitzung vom 7. April 1875.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Konsortium wurde 1880 um den Rektor der Schule sowie [[Hubert Aldenhoven]] und Peter Rosendahl aus Zons erweitert.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 82, Sitzung vom 13. Februar 1880.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wechselte die Besetzung noch mehrfach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schule wurde am 1. April 1876 im neu errichteten Erweiterungsbau der Schule unter dem Schulleiter [[Anton Bergmann]] eröffnet.&amp;lt;ref&amp;gt;1876–1877 existierte auch im benachbarten Stürzelberg eine Fortbildungsschule. Der Gemeinderat beschloss im Juni 1877, diese wieder eingehen zu lassen, da die Zonser Fortbildungsschule genüge (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 81, Sitzung vom 5. Juni 1877.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war mit halbjährlicher Kündigungsfrist angestellt. Das Schulgeld betrug 90,- Reichsmark pro Jahr. Noch im selben Jahr wurde [[Bernhard Westarp]] (1876–1883) neuer Schulleiter. Er erhielt einen separierten Teil des Schulgartens hinter der Knabenschule zur Benutzung.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 81, Sitzung vom 7. April 1875.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seiner Zeit, so berichtet die [[Pfarrchronik]], erhöhte sich die Zahl der Schüler von 17 (1881) auf 25 (1883). In dieser Zeit wurden auf seinen Antrag (1881) umfangreichere Lehrmittel und Utensilien für die weitere Schulentwicklung 1882–1885 angeschafft.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 82, Sitzungen vom 25. Oktober und 15. November 1881.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zusätzlich sorgte er dafür, dass das ursprüngliche Schulgeld von 90,- Reichsmark auf 60,- Reichsmark für die Sexta und 80,- Reichsmark für die Quinta herabgesetzt wurde, wodurch die Schülerzahl zunahm und gleichzeitig die Einnahmen stiegen. Nach Ablauf der von der Gemeinde gewährten Gehalts-Garantiezeit führte der Rektor die Anstalt ab dem 1. April 1882 auf eigene Rechnung (Vertrag vom 25. November 1881).&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 82, Sitzung vom 12. Januar 1886.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rektor [[Bernhard Westarp|Westarp]] entzog sich einer Inhaftierung wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch die Flucht aus dem Ort.&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 145 vom 29. August 1883, Mitteilung Nr. 7027.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Nachfolger wurde der Westfale [[Friedrich Werdite]] (1883–1889).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die umgerechnet 15.000 Reichsmark, die [[Elisabeth Haack]] 1868 testamentarisch der Gemeinde zur Unterhaltung der Schule vermacht hatte, bot [[Bürgermeister]] [[Hermann Heckmann]] am 11. April 1882 der Kirche als Anleihe zu 4,5 % Zinsen an. Der [[Kirchenvorstand]] fasste am 16. Juli 1882 einstimmig den Beschluss, diese Anleihe aufzunehmen, und zwar unter der Bedingung einer beiderseitigen halbjährlichen Kündigungsfrist, die jedoch seitens der Gemeinde erst nach Ablauf von 10 Jahren, gerechnet ab dem 6. März 1883, erfolgen durfte.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 107–108.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sicherlich nicht zufällig fast zeitgleich mit dem Fristende des Anleihevertrages seitens der Gemeinde wurde mit dem Weggang des Rektors [[Bertram Mückenhausen]] (Rektor 1889–1893) wenige Monate später, am 6. Oktober 1893, die höhere Knabenschule geschlossen. Die Rektorwohnung im 1875 errichteten Erweiterungsbau überließ man dem [[Bürgermeister]] als Dienstwohnung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rektoren der höheren Knabenschule 1874–1893 waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1. April 1876–Herbst 1876: [[Anton Bergmann]], ein Westfale, der zuvor in [https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BClpich Zülpich] unterrichtet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 81, Sitzung vom 24. Juli 1875.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herbst 1876&amp;lt;ref&amp;gt;Laut Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 10, 1877, Mitteilung Nr. 638, erfolgte seine provisorische Anstellung erst zum Februar 1877.&amp;lt;/ref&amp;gt;-3. August 1883: [[Bernhard Westarp]], ein Geistlicher, aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Oelde Oelde] in Westfalen, den der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf Kulturkampf] zuvor nach Bayern verschlagen hatte. Er floh aus dem Ort, da gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs (§§ 174 Nr. 1 und 176 des Strafgesetzbuches) ermittelt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Öffentlicher Anzeiger Nr. 145 vom 29. August 1883, Mitteilung Nr. 7027. Über den Weggang des Rektors berichtete auch die Neuß-Grevenbroicher Zeitung in ihrer Ausgabe Nr. 218 vom 26. September 1883.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oktober 1883–28. August 1889: [[Friedrich Werdite]], ein Westfale, der vorher am Gymnasium in [https://de.wikipedia.org/wiki/Paderborn Paderborn] als Lehrer tätig gewesen ist. Er wurde am 25. September 1883 zum Rektor gewählt und verließ Ende August 1889 Zons, um seinen Dienst an der höheren Schule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Geldern Geldern] aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 23. September 1889&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 45; seine Anstellung wurde im Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 31, 1889, Mitteilung Nr. 724, publik gemacht.&amp;lt;/ref&amp;gt;-6. Oktober 1893: [[Bertram Mückenhausen]], aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Issum Issum], bis dahin Rektor an der höheren Schule [https://de.wikipedia.org/wiki/Issum Issum]. Er zog 1893 nach [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnster_%28Westfalen%29 Münster], um dort an einer anderen Schule zu unterrichten. Laut der [[Pfarrchronik]] starb er in [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main Frankfurt/M.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bemühungen zur &amp;quot;Wiederbelebung&amp;quot; ab 1895 und &amp;quot;Lateinkurs&amp;quot; 1906–1910 ====&lt;br /&gt;
[[Pfarrer]] [[Adam Otten|Otten]] wie auch später der [[Stadtrat|Gemeinderat]] bemühten sich seit Mitte der 1890er Jahre vergeblich um die Wiederbesetzung der Rektorenstelle durch einen Geistlichen. Im Mai 1901 versprach Generalvikar [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Carl_Aloys_Kreutzwald Dr. Kreutzwald] dem [[Bürgermeister]], Ostern des folgenden Jahres einen Vikar nach Zons zu senden, der auch die Leitung der höheren Schule übernehmen sollte. Dies blieb ein leeres Versprechen. Ende 1903 wurde die Fortbildungsschule aufgrund der von [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Franz Zanders|Zanders]] entworfenen Statuten unter der Leitung von [[Pfarrer]] [[Adam Otten]] wieder eingerichtet. Das Aufgabenspektrum wurde folgendermaßen umrissen: &#039;&#039;&amp;quot;Die Fortbildungsschule soll den Zweck haben, die Volksschulbildung ihrer Zöglinge zu befestigen, zu ergänzen und, soweit sich die Möglichkeit dazu bietet, in Rücksicht auf Gewerbe und Betriebe im Orte zu erweitern und in Verbindung hiermit die sittliche Tüchtigkeit der Zöglinge nachhaltig zu gestalten.&amp;quot;&#039;&#039; Im Regelfall sollten die Schüler maximal 16 Jahre alt sein, doch Ausnahmen kamen vor. Der Unterricht fand an Sonntagen vormittags um 11 Uhr im Klassenraum von Hauptlehrer [[Franz Zanders]] statt, erstmals am 25. Oktober 1903 mit 25 Jungen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mittlerweile (seit 1903) war der Schulraum der höheren Schule dem [[Bürgermeister]] zur Wohnung überlassen worden. So wurde das direkt benachbarte Haus Nr. 26 als Schulhaus zur Verfügung gestellt. Die Schule bestand nur bis Anfang 1904, da der Gemeinderat die von [[Pfarrer]] [[Adam Otten]] erbetene finanzielle Unterstützung verweigerte.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 136–137; AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1906 wurde ein Kuratorium gebildet, mit dem [[Bürgermeister]] als Vorsitzender, dem [[Pfarrer]] als geborenes Mitglied sowie den Mitgliedern [[Hubert Aldenhoven]], [[Johann Kolvenbach]] und [[Anton Hesemann]]. Der [[Stadtrat|Gemeinderat]] wählte den Mittelschullehrer [[Josef Klingebiel]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn] zum neuen Rektor und beauftragte den [[Bürgermeister]], mit diesem den entsprechenden Vertrag abzuschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 82, Sitzung vom 21. Februar 1906.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch sollte ein Vertrag mit einem geeigneten Schuldiener abgeschlossen werden. Der Vertrag kam jedoch nicht zustande, die Gemeinde trat noch im selben Jahr wieder mit dem Generalvikariat in Verhandlung, das die Versetzung eines geeigneten Geistlichen für Ostern 1908 in sichere Aussicht stellte. Tatsächlich besprach der [[Stadtrat|Gemeinderat]] Ende April des Jahres die Details für die Bezahlung des [[Vikare|Vikars]] [[Aloys Oertgen]] hinsichtlich der Abhaltung eines &amp;quot;Lateinkursus&amp;quot; aus den Einkünften der [[Elisabethstiftung]]: Er sollte jeweils eine in Vierteljahresraten im Voraus gewährte Jahresvergütung von 700,- Mark erhalten, wovon er auch die Kosten für Reinigung und Heizung des Schulraumes, den er zu stellen hat, bestritten werden sollten. Für anzuschaffende Utensilien erhielt der [[Bürgermeister]] 300,- Mark aus dem Stiftungskapital. Das Schulgeld sollte 30,- Mark jährlich betragen. Der Bürgermeister wurde mit dem Einholen der höheren Genehmigung beauftragt, die offensichtlich auch erfolgt ist. Doch [[Aloys Oertgen]] verließ den Ort bereits nach wenigen Tagen, und so beschloss der [[Stadtrat|Gemeinderat]] am 18. Mai eine gleich lautende Abmachung mit dem neuen [[Vikare|Vikar]] [[Carl Schütz]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 84, fol. 1–2, 5–6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Carl Schütz|Schütz]] gab an zwei Nachmittagsstunden wöchentlich Lateinunterricht in der Volksschule. Es handelte sich um 9 Schüler. Daneben unterrichtete er auch Volksschulkinder in Latein, neben seinem Religionsunterricht.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kritisch notierte [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Franz Zanders]] hierzu in der Schulchronik: &#039;&#039;&amp;quot;Die hiesige Lehrerschaft wurde bei Einrichtung etc. der Fortbildungsschule ganz ausgeschaltet, ja sogar geringschätzend behandelt. - [[Bürgermeister]] [[Nicolaus Kohl|Kohl]] hielt in der Fortbildungsschule Vorträge etc.&amp;quot;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 139.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Lateinkurs wurde mit Beschluss des [[Stadtrat|Gemeinderats]] vom 30. Juli 1909 zum 1. April 1910 eingestellt. Zuletzt hatte der [[Vikare|Vikar]] [[Robert Hortmanns]] hier unterrichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 84, fol. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Entwicklung von der Weimarer Republik bis heute ==&lt;br /&gt;
=== Die katholische Volksschule von der Weimarer Republik bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ===&lt;br /&gt;
Am 20. August 1918 trat [[Heinz Riffel]] das Lehramt an der Volksschule an.&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, NW 1014-EF, Nr. 3132.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war ein Lehrer, der sich in den folgenden Jahren vielfältig engagierte, insbesondere im Bereich der Ortsgeschichte und des Fremdenverkehrs.&lt;br /&gt;
Am 15. November 1919 wurde der [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Capellmann]] an die Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neukirchen_%28Grevenbroich%29 Grevenbroich-Neukirchen] versetzt. Durch Stellentausch kam der Lehrer [[Peter Breuer]] als neuer [[Lehrer|Hauptlehrer]] von Neukirchen nach Zons.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 53–54.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter dem Datum seines ersten Arbeitstages an der Volksschule am 20. November 1919 schildert [[Peter Breuer|Breuer]] die schwierigen Verhältnisse der Schule in der Nachkriegszeit&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 55.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Wie überall, so hatte auch der Krieg hier dem Schulbetrieb tiefe Wunden geschlagen. Besonders in Bezug auf Zucht und Ordnung ließ viel zu wünschen übrig. Auch mögen die unglücklichen Schulverhältnisse dazu beigetragen haben. Denn eine [[Lehrer]]in [[Helene Seiff|Seiff]] ist vom 1. Oktober 19 bis zum 1.4.20 beurlaubt. Die 3 Lehrpersonen&amp;lt;ref&amp;gt;Gemeint sind [[Peter Breuer, [[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Maria Elisabeth Werle]] und [[Heinz Riffel]].&amp;lt;/ref&amp;gt; müssen ohne Vertretung den Unterricht aufrecht erhalten. Trotzdem mehrere Wochen&amp;lt;ref&amp;gt;Unsichere Lesung des Wortes.&amp;lt;/ref&amp;gt; um Ersatz eingekommen ist, wurde doch bis zum Tage keine Vertretung geschickt.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Quellen deuten darauf hin, dass die längere Beurlaubung von [[Helene Seiff]] und die Versetzung von [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Capellmann]], beides Ende 1919, in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Beziehung des Ortsschulinspektors [[Pfarrer]] [[Ludolf Schmitz]] zu [[Helene Seiff]] standen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hierauf gehen die Artikel über [[Ludolf Schmitz]] und [[Helene Seiff]] näher ein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst am 26. Januar 1920 kam mit [[Lehrer]] [[Franz Michels]] eine Vertretung für die &#039;&#039;&amp;quot;angeblich erkrankte Lehrerin Seiff&amp;quot;&#039;&#039;, wie es [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Breuer]] in der Schulchronik ausdrückt. Die Lehrerschaft atme angesichts dieser Entlastung erleichtert auf.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:riffelh1.jpg|200px|thumb|right|Lehrer Heinz Riffel 1938.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:breuerp1.jpg|200px|thumb|right|Hauptlehrer Peter Breuer 1920.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Michels1.jpg|200px|thumb|right|Lehrer Franz Michels 1920.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Franz_Nauen_1922.jpg|200px|thumb|right|Lehrer Franz Nauen 1922.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanns_Dederichs.jpg|200px|thumb|right|Lehrer Hanns Dederichs um 1923.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 15. April bis zum 1. September 1921 wurde [[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Maria Elisabeth Werle]] von der Regierung für eine Weiterbildung beurlaubt. Ihre Vertretung versah die auswärtige Schulamtsbewerberin Maria Henel.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 66–67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. November 1921 wechselte [[Lehrer]] [[Franz Michels|Michels]] auf eigenen Wunsch an eine Schule nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Anrath Anrath]. Durch Stellentausch kam der Anrather Lehrer [[Franz Nauen]] an die Zonser Volksschule.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. April 1922 wechselte [[Lehrer]] [[Heinz Riffel]] durch Stellentausch von Zons nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kempenich Kempenich]. Für ihn kam am 25. April des Jahres der dortige Lehrer [[Hanns Dederichs]] an die Zonser Volksschule.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lehrer]] [[Franz Nauen]] wechselte zum 1. April 1923 an die katholische Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Korschenbroich Korschenbroich]. Sein Nachfolger in Zons wurde [[Jakob Steves]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wirkung zum 1. Oktober 1924 schloss der [[Stadtrat|Gemeinderat]] mit der Provinzialoberin der [[Vinzentinerinnen]], Schwester Alfonsa Reis, und der Oberin des Zonser Klosters Anna Vogel einen Mietvertrag über das bisher als &amp;quot;Bewahrschule&amp;quot; (Kindergarten) genutzte Gebäude am [[Rheintor]] ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Kirchenvorstand genehmigte die Vereinbarung in seiner Sitzung vom 12. Oktober 1924 (PfAZ, Nr. 139, unpagin.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit einer Laufzeit von 10 Jahren, jedoch vorzeitiger Kündigungsmöglichkeit seitens der Gemeinde, sollte hierin eine Volksschulklasse unterkommen. Der Raum bot Platz für maximal 40 Schüler. Für bauliche Veränderungen und Instandsetzungsarbeiten kam die Gemeinde auf. Der monatliche Mietpreis betrug 20,- Reichsmark. Die Gemeinde sah sich angesichts des mittlerweile sehr unzureichenden baulichen und Ausstattungs-Zustands der Volksschule zu diesem Schritt veranlasst. Der Kreisarzt hatte in dieser Zeit darauf hingewiesen, dass die Schulkinder aufgrund der schlechten Schulbänke bereits an Knochenmissbildungen litten. Diesem Missstand wurde durch einen Geldzuschuss der Regierung Abhilfe geschaffen. Und so konnten in der Schule im Februar 1926 neue Schulbänke aufgestellt werden. Unter dem 15. Februar 1926 notiert [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Breuer]]&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 83.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Jedem Fremden, sogar bei den Eingesessenen regte sich das Mitleid mit der hiesigen Schule. Standen in den Klassen Bänke, deren Geburt überhaupt nicht zu bestimmen war. Bestimmt ist, daß selbige aus der alten Klosterschule zum Teil mit  hinüber genommen wurden. Wie ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Elfen Alp] drückten sie auf die Kinder und Lehrer. Wieviel Generationen mögen sich auf diesen Bänken gequält haben. Bänke, in denen 9 Schüler Platz finden konnten, gebrechlich, schwankend in ihren Grundfesten, so standen sie da und erwarteten den Tag der Ablösung: Endlich kam der ersehnte Tag für alle. Heute zieren neuzeitliche, allen Anforderungen entsprechende Bänke die Schule, wie erleichtert atmet die ganze Schülerschar mit ihren Lehrern auf. Dank der unermüdlichen Arbeit des [[Bürgermeister]]s [[Stephan Güsgen|Güßgen]], der mit wachsender Sorge die trostlosen Zustände in der Schule beobachtete, ihm ist der Fortschritt an der hiesigen Schule zu verdanken.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz dieses Fortschritts musste der Kreisarzt immer wieder feststellen, dass der Gesundheitszustand der Zonser Schulkinder deutlich schlechter war als in anderen Orten. Immer wieder wurde daher, auch wegen der steigenden Schülerzahlen, der Plan eines Schulneubaus diskutiert. Trotz der zusätzlichen Nutzung der &amp;quot;Bewahrschule&amp;quot; konnte schon bald nur noch die Hälfte der schulpflichtigen Kinder eingeschult werden. Obwohl Sachverständige der Regierung die Notwendigkeit eines Schulneubaus betonten, kam es zunächst nur zu einem Umbau: Da der Wohnsitz des [[Bürgermeister]]s nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] wechselte, konnte man dessen Wohnung im Westflügel für eine vierte Klasse und einen Lehrmittelraum nutzen. Der Mietvertrag für die Bewahrschule wurde somit zum 1. April 1934 gekündigt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 112–113; Christa Gladden, &#039;&#039;Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 16–40, hier: S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von September 1925 bis zum Frühjahr 1926 war die [[Lehrer]]in [[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Maria Elisabeth Werle]] erkrankt. Eine Stellvertretung wurde nicht geschickt, so dass die [[Lehrer]] [[Peter Breuer|Breuer]], [[Jakob Steves|Steves]] und [[Hanns Dederichs|Dederichs]] ihren Unterricht mit übernehmen mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. September 1927 wechselte [[Lehrer]] [[Hanns Dederichs]] an eine Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln]. Für ihn kam zum 1. Oktober 1927 [[Heinz Riffel]] wieder an die Volksschule Zons, der bereits 1918–1922 hier unterrichtet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 86–87.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Riffel_Klasse.jpg|400px|thumb|right|Lehrer Heinz Riffel mit Schulklasse um 1930.]]&lt;br /&gt;
[[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Maria Elisabeth Werle]] schied zum 1. Januar 1929 zwecks Heirat aus dem Schuldienst aus. Für sie kam die Schulamtsbewerberin [[Klara Bergmann]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Steves.jpg|200px|thumb|right|Lehrer Jakob Steves um 1930.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 wurde die Empfehlung der Regierung Düsseldorf zur Einrichtung einer Zonser „Fortbildungsschule“ im [[Stadtrat|Gemeinderat]] diskutiert: Das Gremium lehnte diese für den Fall ab, dass die Gemeinde die Kosten zu tragen habe. Falls jedoch die Regierung Düsseldorf sämtliche Kosten übernehme, habe man keine Einwände.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 308–309 (Sitzung vom 30. November 1931).&amp;lt;/ref&amp;gt; Folglich kam es nicht dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1933 sah die Verteilung der SchülerInnen auf die Lehrkräfte folgendermaßen aus: I. Klasse, [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Breuer]], Jahrgänge 6–8, 31 Jungen und 38 Mädchen, insgesamt 69; II. Klasse, [[Lehrer]] [[Jakob Steves]], Jahrgänge 4–5, 25 Jungen und 27 Mädchen, insgesamt 52; III. Klasse, [[Lehrer]] [[Heinz Riffel]], Jahrgänge 2–3, 28 Jungen und 25 Mädchen, insgesamt 53; IV. Klasse, [[Lehrer]]in [[Klara Bergmann]], 1. Jahrgang, 17 Jungen und 19 Mädchen, insgesamt 36.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum 1. April 1934 wurde der vorgesetzten Behörde vom Schulvorstand eine neue Klasseneinteilung in fünf Klassen mit einer Klasse ohne feste Lehrperson zur Genehmigung vorgelegt, was diese auch genehmigte: I. Klasse, [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Breuer]], Jahrgänge 7–8 (46 SchülerInnen); II. Klasse, [[Lehrer]] [[Jakob Steves]], Jahrgänge 5–6 (55 SchülerInnen); III. Klasse, [[Lehrer]] [[Heinz Riffel]], Jahrgänge 3–4 (53 SchülerInnen); IV. Klasse, &amp;quot;Wanderklasse&amp;quot;, Jahrgang 2 (36 SchülerInnen); V. Klasse, [[Lehrer]]in [[Klara Bergmann]], 1. Jahrgang (40 SchülerInnen).&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. April 1935 wurden die &amp;quot;Schulneulinge&amp;quot; wie traditionell in der Kirche mit ihren Müttern empfangen, mit Ansprache, Gebet und Weihe. Vorneweg mit dem großen Schulkreuz, zogen die Teilnehmenden anschließend zur Schule, wo das Kreuz wieder aufgehängt wurde. Kurz darauf erhielt Schulleiter [[Peter Breuer]] von vorgesetzter Stelle einen Verweis, dass er dies gestattet hatte. [[Pfarrer]] [[Johannes Klüwer]] bemerkte dementsprechend: &#039;&#039;&amp;quot;Der Kulturkampf geht um die Schule&amp;quot;&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 215.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Klara Bergmann]] wurde zum 1. Oktober 1935 an eine Schule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Solingen Solingen] versetzt. Für sie kam die [[Lehrer]]in [[Hildegard Wolters]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf].&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 220–221.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 8. bis zum 25. November 1936 musste [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Breuer|Breuer]] einen &amp;quot;weltanschaulichen Lehrgang&amp;quot; in der Gauschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedewald_%28Westerwald%29 Friedewald (Westerwald)] besuchen. Diese Lehrgänge dienten dazu, Lehrpersonen im Sinne der pädagogischen Leitbilder der NS-Ideologie (Rassenkunde, Nationalismus etc.) zu schulen. Vertreten wurde er in der Zeit von den drei anderen Lehrpersonen, die somit fünf Klassen unterrichten mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Schreiben vom 23. Juli 1937 unterrichtete der Kreisschulrat den Zonser [[Pfarrer]] [[Johannes Klüwer]] im Auftrag des Regierungspräsidenten, dass der lehrplanmäßige Religionsunterricht an den Volksschulen mit Wirkung zum 31. August des Jahres durch die Lehrerinnen und Lehrer der Schulen übernommen wird. Gleichzeitig sprach er ihm den Dank des Regierungspräsidenten aus.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Johannes Klüwer|Klüwer]] begann daher im November des Jahres, die Mütter der Kinder wöchentlich eine Stunde zu unterweisen, dass sie selbst ihren Kindern den Religionsunterricht erteilen konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 233.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider schweigt die Zonser Schulchronik für den Zeitraum des Zweiten Weltkriegs. Der letzte Eintrag vor Ausbruch des Krieges datiert vom 9. November 1938. Nicht die Ereignisse der [https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938 Reichspogromnacht], die auch im Ort spürbar wurde, sind Thema des Eintrags, sondern der &amp;quot;Tag der Gefallenen für die Bewegung&amp;quot;, der mit Gedichten und Liedern in der [[Gaststätte &amp;quot;Zum Stern&amp;quot;]] (Schönen) gefeiert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 121.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der folgende Eintrag datiert dann erst wieder vom 5. November 1946.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 123.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zu seinem Weggang aus dem Ort 1941 führte [[Lehrer]] [[Heinz Riffel]] eine (Schul-)Kriegschronik, die den Krieg leider nicht überstanden hat: Im März 1943 sollte die Zonser [[Lehrer|Volksschullehrerin]] [[Liesel Rasten]], seine Nachfolgerin, diese Chronik fortsetzen. Dazu wurde auch das Fotomaterial zur Chronik von [[Heinz Riffel|Riffel]] aus seinem Haus in [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf] nach Zons gebracht. Am 28. Juni 1943 schreibt [[Heinz Riffel|Riffel]] an den Zonser [[Bürgermeister]], er wolle in der kommenden Zeit eine Reinschrift der Kriegschronik verfassen. Dies sei jedoch aufgrund der Zeitumstände schwierig. Am 6. Juni 1944 schreibt er, sein Haus sei bei einem Fliegerangriff getroffen worden, wobei sein gesamtes ortsgeschichtliches Material vernichtet wurde. Offenbar ist dabei auch die Kriegschronik zerstört worden, weshalb heute nur noch das Fotomaterial erhalten ist.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, Augias 146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beginn des neuen Schuljahres im April 1939 wurden alle Kreuze und religiösen Bilder aus der Volksschule entfernt. Die Religionsstunden fanden nur noch in den Randstunden statt, und die Lehrerschaft durfte die Schülerinnen und Schüler nicht mehr in der [[Pfarrkirche St. Martinus (neue)|Kirche]] beaufsichtigen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 239.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Elisabeth_Kegel.jpg|200px|thumb|right|Lehrerin Elisabeth Kegel um 1939/40.]]&lt;br /&gt;
Im September 1939 wurde [[Lehrer]] [[Jakob Steves]] als Hauptmann zur &amp;quot;Westfront&amp;quot; eingezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 245.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist anhand der Schulchronik nicht überliefert, ob und wann er wieder an die Schule zurückkehrte. In der NS-Zeit hat ab Anfang Juli 1936 auch zumindest für mehrere Jahre die [[Lehrer]]in [[Elisabeth Kegel]] an der Volksschule unterrichtet. Leider ist hierzu nichts Näheres anhand der Schulchronik überliefert. 1943 trat die Lehrerin [[Hildegund Tasch]] ihr Lehramt an der Volksschule an.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 197.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die katholische St. Martinus-Volksschule/Grundschule nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1968 ===&lt;br /&gt;
Die Volksschule war unmittelbar nach Ende des Weltkrieges in einem schwierigen Zustand: Aufgrund von Beschädigungen waren die Klassenräume nur notdürftig benutzbar, an Decken und Wänden war Putz abgefallen, die Öfen waren teils nicht aufgestellt und teils nicht benutzbar, die Fenster behelfsmäßig repariert und teilweise mit Notglas versehen. Schränke und Pulte waren nicht mehr verschließbar. Der Zustand der Schule wirkte auf alle Beteiligten, so der Schulchronist, niederdrückend und entmutigend.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Mathieu_Fausten_1948.jpg|200px|thumb|right|Hauptlehrer Mathieu Fausten 1948.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Agnes_Breuer_1948.jpg|200px|thumb|right|Lehrerin Agnes Breuer 1948.]]&lt;br /&gt;
[[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Breuer]] starb am 14. Oktober 1946 im Dormagener Krankenhaus. Am 5. November 1946 übernahm sein Nachfolger, [[Mathieu Fausten]], der vorher die Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] geleitet hatte, die provisorische Schulleitung. Zu diesem Zeitpunkt unterrichteten neben ihm die folgenden Lehrkräfte an der Volksschule&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 123.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Agnes Breuer]], die Witwe des [[Peter Breuer]], als Aushilfslehrerin (sie hatte mit Kriegsbeginn die Unterrichtung an der Volksschule übernommen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hildegund Tasch]] als Amtsanwärterin &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Margarethe Iven]] als &amp;quot;Schulhelferin&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Pfarrer]] [[Johannes Klüwer]] als katholischer Religionslehrer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pastor Voßwinkel aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] als evangelischer Religionslehrer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den bereits in der Zeit des Weltkriegs unterrichtenden Lehrpersonen waren somit nach Kriegsende nur noch [[Peter Breuer]] (kurzzeitig) und seine Frau [[Agnes Breuer]] aktiv. Wie lange [[Jakob Steves]] und [[Hildegard Wolters]] unterrichtet hatten, ist anhand der Schulchronik nicht überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schulchronik berichtet über die schlechte Ernährungslage der Bevölkerung und der Schulkinder im Winter 1946/47&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 124–125.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die Weihnachtsferien dauern vom 21.12.46–8.1.47. Auch während dieser Zeit wird die Schulspeisung ausgegeben. – Durch die Besatzungsmacht wurde für die Schulkinder eine zusätzliche warme Mahlzeit angeordnet. Der Ernährungszustand des Volkes war sehr schlecht und die laut Lebensmittelkarte zustehenden Lebensmittel (Wert 1500 Kalorien) konnten nicht einmal ausgegeben werden (tatsächliche Ausgabe etwa 900 Kalorien). Die zusätzliche Mahlzeit für die Schulkinder betrug etwa 300 Kalorien und bestand aus verschiedenen präparierten Gemüsesuppen, Haferflockensuppe usw. Dann und wann, in unregelmäßiger Folge, wurden Schokolade und Nährstangen ausgegeben, die natürlich sehr beliebt waren.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des kalten Winters und des Mangels an Kohle und Brennholz musste die Schule im Januar 1947 geschlossen werden. Erst am 24. Februar begann man wieder mit einem stark gekürzten Schulunterricht, indem zwei Klassen vormittags geheizt wurden und die Kinder alle zwei Tage Unterricht hatten. Erst ab dem 16. März konnte wieder regulär unterrichtet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 125.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen Überlastung und aus gesundheitlichen Gründen musste der evangelische Religionslehrer Pastor Voßwinkel Ende Januar 1947 das Unterrichten aufgeben. Für ihn übernahm Helene von Wilpert den Religionsunterricht, die als Katechetin auch die umliegenden Schulen betreute.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 125.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1947 bestand Lehrerin [[Hildegund Tasch]] ihre zweite Lehramtsprüfung an der Volksschule. Als neue, fünfte Lehrkraft wurde zum 1. September des Jahres der Schulamtsbewerber [[Wilhelm van der Zander]] eingewiesen, der die Akademie in [https://de.wikipedia.org/wiki/Aachen Aachen] besucht hat. Einen Monat später, zum 1. Oktober, verließ [[Margarethe Iven]] zwecks weiterer Ausbildung die Volksschule. Am 20. Oktober kam zur Entlastung der Schulamtsbewerber [[Klaus Scrzyba]], der die Akademie in [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn] besucht hat.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. Oktober 1948 bekam die Schule als sechste Lehrkraft die Lehrerin [[Elisabeth Drost]] zugewiesen, die vorher an der Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Norf Norf] unterrichtet hatte. Sie übernahm die zweite Klasse.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 128.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. Januar 1949 erhielt [[Mathieu Fausten]] die Bestätigung der definitiven Anstellung als [[Lehrer|Hauptlehrer]]. Aus diesem Anlass veranstaltete die Schule in der Oberklasse eine kleine Feier, an der die Kinder der Oberklasse, das Lehrerkollegium, der Elternbeirat, [[Pfarrer]] [[Johannes Klüwer]] und als Vertretung für den [[Stadtdirektor]] [[Johann Scheer]] der Rendant der Amtskasse, Herr Baum, teilnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 128–129.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. April 1949 wechselte [[Lehrer]] [[Wilhelm van der Zander]] an eine Schule in seiner Heimatstadt [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6nchengladbach Mönchengladbach]. Für ihn kam am 18. Juni des Jahres der [[Lehrer]] [[Hans Burzik]], der an der Pädagogischen Hochschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Vechta Vechta] ausgebildet worden ist. Die Stelle in Zons war seine erste Lehrerstelle.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 129–130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang März 1950 zählte die Volksschule 340 Kinder, die sich auf sieben Klassen und nur vier Klassenräume verteilten. Bereits vor dem Weltkrieg gab es Überlegungen für einen &#039;&#039;&#039;Schulneubau&#039;&#039;&#039;. Ein erster Nachkriegsplan sah vor, das bestehende Schulgebäude durch den Anbau von zwei Klassen zu vergrößern. Dieser Plan, der ca. 60.000,- DM Kosten vorsah, wurde von der Regierung abgelehnt. [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Mathieu Fausten]] konnte im Zuge der Wiederaufnahme der Neubaupläne den Architekten Emil Baumanns aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wevelinghoven Wevelinghoven] für eine Mitarbeit gewinnen. Der Regierung wurden mehrere Pläne in vielfach variierter Form vorgelegt, von denen einer zum Zuge kam. Ein erster Bauabschnitt des Neubaus auf einem 87 ar großen Grundstück an der [[Steinstraße]] mit vier Klassen und je einem Nebenraum, Lehrerzimmer, Amtszimmer, Badegelegenheit etc. wurde noch 1950 in Angriff genommen. Der Gesamtkomplex umfasste 8 Klassen und eine Turnhalle.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 131.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 12. Juni 1950 war der feierliche Spatenstich für die neue Schule, ausgeführt durch [[Stadtdirektor]] [[Johann Scheer]]&amp;lt;ref&amp;gt;AIRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 133–134.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:IMG 0874.jpg|300px|thumb|right|Feierlicher Spatenstich zum Neubau der Volksschule am 12. Juni 1950.]]&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die ganze Schule war am geschmückten Bauplatz anwesend, um dieses Ereignis mit zu erleben. Nach Ansprachen des Herrn [[Stadtdirektor]]s, des Herrn [[Johannes Klüwer|Pfarrers]] und des [[Mathieu Fausten|Hauptlehrers]] erklang ein frisches Lied aus freudig bewegten Kinderherzen, die nun hoffen, teilweise zu Ostern 1951 den Neubau beziehen zu können.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. Juli 1950 war die feierliche &#039;&#039;&#039;Grundsteinlegung zum Schulneubau&#039;&#039;&#039;, die in der Schulchronik folgendermaßen beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 135–136.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&amp;quot;Heute nachmittag wurde in Gegenwart von Vertretern der Regierung Düsseldorf, des Kreises und der Stadt Zons, der Schulkinder und vieler Zonser Bürger in feierlicher Form der Grundstein für den Schulneubau an der [[Steinstraße]] gelegt. An der fahnengeschmückten Baustelle konnte [[Stadtdirektor]] [[Johann Scheer|Scheer]] neben den Einheimischen viele Ehrengäste begrüßen. Besonderer Gruß galt u.a. dem alten Zonser Freund Regierungs Bau-Direktor Schaeffer. [[Pfarrer]] [[Johannes Klüwer|Klüwer]] segnete den Grundstein, und [[Bürgermeister|Amtsbürgermeister]] [[Bernhard Kamm|Kamm]] verlas die kunstvoll auf Kalbfell gefertigte Urkunde. Der Zinkblechbehälter wurde nach Einfügung derselben und einiger Münzen verlötet und im Grundstein vermauert. Gedichte und Lieder der Kinder gaben der Feier einen würdigen Rahmen. Ein kurzer gemütlicher Umtrunk hielt Gäste, Stadtvertretung und Schule noch eine Weile beisammen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Möge sich erfüllen, was [[Bürgermeister|Amtsbürgermeister]] [[Bernhard Kamm|Kamm]] zu seinen drei Hammerschlägen sagte: &#039;Mit Gott&#039; – &#039;Für unsere Jugend&#039; – &#039;Für eine glückliche deutsche Zukunft&#039;, dem Regierungs Bau-Direktor Schaeffer in seiner Ansprache hinzufügte: &#039;Stehe, Grund!&#039; – &#039;Wachse, Stein!&#039; – &#039;Künde, Werk!&#039;.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. Dezember 1950 wurde der [[Lehrer]] [[Hans Burzik]] nach langen Bemühungen der Zonser Stadtverwaltung nach [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCttgen Büttgen] versetzt. Eltern von Schulkindern hatten sich wiederholt über sein Verhalten im Schuldienst und im Privatleben beschwert. Für ihn kam am selben Tag der [[Lehrer]] [[Erich Schindler]] von der Akademie in [https://de.wikipedia.org/wiki/Aachen Aachen].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 136.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. Oktober 1951 konnte der &#039;&#039;&#039;Schulneubau an der [[Steinstraße]] eingeweiht&#039;&#039;&#039; werden. Die Schulchronik führt dazu aus&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 139–140.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Nach einem feierlichen Gottesdienst der Schulgemeinde wurden die Schulkinder mit Tambourkorps und Musikkapelle zur neuen Schule gebracht, auf deren Vorplatz die Fahnen bei herrlichem Sonnenschein die Farben der Bundesrepublik, des Landes Nordrhein-Westfalen und das [[Stadtwappen|Wappen von Zons]] zeigten. Alle, Schulkinder, Eltern und Ehrengäste erfreuten sich an dem schmucken Bild dieser im weiten Umkreis einmaligen Schule.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Unter den Ehrengästen sah man [[Pfarrer]] [[Hermann Joseph Lennartz|Lennartz]], Kaplan Roßlenbroich, Oberkreisdirektor Dr. Silka, [[Bürgermeister]] [[Bernhard Kamm|Kamm]], [[Stadtdirektor]] [[Johann Scheer|Scheer]] und Schulrat Sittard. Nachdem Kinder Lieder gesungen und Gedichte vorgetragen hatten, kamen Dr. Silka, Schulrat Sittard und [[Bürgermeister]] [[Bernhard Kamm|Kamm]] zu Wort. [[Pfarrer]] [[Hermann Joseph Lennartz|Lennartz]] weihte die neuen Kreuze und kennzeichnete in einer Ansprache die Bedeutung derselben. [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Mathieu Fausten|Fausten]] gab einen geschichtlichen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Zonser Schule.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Ihm wurden durch den [[Bürgermeister]] die Schlüssel überreicht, und er übernahm damit die Schlüsselgewalt über den neuen Schulbau.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Januar 1952 musste der reguläre Unterricht wegen des Mangels an Heizmaterial ausfallen: So kamen die Schulkinder morgens um 9 Uhr zur Schule, um ihre Hausaufgaben entgegenzunehmen und die alten Hausaufgaben kontrollieren zu lassen, dann wurden sie wieder nach Hause entlassen. Erst eine größere Lieferung Koks für die neue Schule brachte wieder geordnetere Verhältnisse, obwohl das Unterrichten von sieben Klassen in vier Klassenräumen gewisse Beschwerlichkeiten mit sich brachte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 141.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beginn des neuen Schuljahres am 17. April 1952 verblieben die Klassen 1–4 in der alten Schule, die Klassen 5–8 wurden im Schulneubau unterrichtet..&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 152.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Oktober 1952 wechselte [[Lehrer]] [[Klaus Scrzyba]] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Straberg Straberg], wo er die Leitung der Volksschule übernahm. Für ihn kam am 6. Oktober 1952 der Lehrer [[Fritz Gallus]], der vorher in [https://de.wikipedia.org/wiki/Weselerwald Weselerwald] unterrichtet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 153.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Fritz Gallus|Gallus]] wurde 1855 oder 1956 an eine andere Schule versetzt, und für ihn kam 1956 der Lehrer [[Peter Georg Jungnitz]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 157.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ende des Schuljahres 1953/54 musste [[Lehrer]]in [[Agnes Breuer]] wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Dienst ausscheiden. Sie wurde in einer Feierstunde geehrt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 155.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. Oktober 1956 war die &#039;&#039;&#039;Grundsteinlegung für einen Erweiterungsbau der Volksschule&#039;&#039;&#039; an der [[Steinstraße]] durch den Architekten Emil Baumanns aus Wevelinghoven, bestehend aus zwei Klassenräumen mit Nebenräumen. Die Baumaßnahme wurde auf Kosten der Stadt Zons mit Unterstützung der Regierung durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 158.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Erweiterungsbau mit geräumiger Pausenhalle, einem Werk- und einem Nebenraum im Erdgeschoss, zwei Klassenräumen sowie einer Schüler- und Volksbibliothek und einem Konferenzzimmer im Obergeschoss sowie einem repräsentativen Feierraum im Dachgeschoss (Platz für ca. 200 Personen) konnte am 20. Dezember 1947 eingeweiht werden. In die neuen Klassenzimmer konnten nun die zweite und dritte Klasse einziehen, die bis dahin noch in der alten Schule am [[Juddeturm]] unterrichtet worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 160–161.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar nach ihrem feierlich begangenen 40-jährigen Dienstjubiläum am 25. September 1957 schied [[Elisabeth Drost]] aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schuldienst aus.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 159–160.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Spätherbst 1958 begannen die Arbeiten für den &#039;&#039;&#039;Turnhallen-Neubau&#039;&#039;&#039;, der am 5. Juni 1959 im Beisein von Vertretern der Landesregierung, der Kreisleitung, des Stadtrates und der Stadtverwaltung sowie der gesamten Zonser Lehrerschaft eingeweiht werden konnte. Die Kosten beliefen sich auf 140.000,- DM.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 165.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Jungnitz.jpg|200px|thumb|right|Lehrer Peter Georg Jungnitz ca. 1957.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Helga_Hinz.jpg|200px|thumb|right|Lehrerin Helga Hinz um 1963.]]&lt;br /&gt;
Am 1. Juli 1959 verließ [[Erich Schindler]] die Volksschule, um die Leitung der Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Straberg Straberg] zu übernehmen. Sein Nachfolger am 12. August 1959 wurde [[Albert Laufs]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 168–169.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings erhob sich in der Straberger Bevölkerung ein so großer Widerstand gegen Schindler, dass sich die Regierung veranlasst sah, ihn im September des Jahres wieder nach Zons zurück zu versetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wann er wieder wechselte ist anhand der Schulchronik nicht überliefert. Jedenfalls war er Anfang 1964 Hauptlehrer in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rosellen_%28Neuss%29 Rosellen].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN; DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 182.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ostern 1960 wurde [[Lehrer]] [[Peter Georg Jungnitz]] an die Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kelzenberg Kelzenberg bei Jüchen] versetzt. Damit waren an der Zonser Volksschule nur noch vier Lehrkräfte für sieben Klassen vorhanden, so dass ein kaum vertretbarer Zustand entstand. Auf energisches Eintreten von Schulleitung, Verwaltung und Schulpflegschaft erhielt die Schule darauf zwei neue Lehrkräfte von der katholischen Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] und der katholischen Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinfeld Rheinfeld], von denen eine, die von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen], nur sehr kurz in Zons unterrichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ostern 1961 wurde auch Lehrer Branner, der von der Volksschule in Rheinfeld gekommen war, wieder zurück versetzt. Für ihn wurde der Lehrer [[Hermann Trost]] von Dormagen provisorisch nach Zons versetzt. Ab dem 13. April 1961 unterrichtete ferner [[Johanna Mießen]] an der Zonser Volksschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schuljahr 1960/61 gab es einige Änderungen in der [[Lehrer|Lehrerschaft]] der Volksschule: Schulleiter [[Mathieu Fausten]] wurde 1962 zum Rektor ernannt, Lehrerin [[Helga Hinz]] (Eintrittsdatum unbekannt) bestand am 26. September 1961 ihre zweite Lehrprüfung, Lehrer [[Albert Laufs]] desgleichen am 23. März 1962.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 174.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. Mai 1962 wurde die Lehrerin [[Eva Wande]], deren Eintrittsdatum die Schulchronik nicht überliefert, nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] versetzt. Ergänzt wurde das Lehrerkollegium durch die neu eintretende Lehrerin [[Elisabeth Klopfer|Elisabeth Klopfer geborene Gessner]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Merl_%28Zell%29 Merl im Kreis Zell/Mosel].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 175.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die evangelische Lehrerin [[Johanna Mießen]] wurde auf den 8. April 1964 zur neu errichteten evangelischen Volksschule versetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 183.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 9. April 1964 trat [[Waltraut Wagner]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Straelen Straelen] ihr Lehramt an der katholischen Volksschule an. Mit Beginn des Schuljahres sah die Klassenaufteilung somit folgendermaßen aus: 1. Schuljahr [[Waltraut Wagner]], 1./2. Schuljahr [[Elisabeth Klopfer]], 2./3. Schuljahr Rektor [[Mathieu Fausten]], 3./4. Schuljahr [[Helga Hinz]], 5./6. Schuljahr [[Albert Laufs]], 7./8. Schuljahr Konrektorin [[Hildegund Tasch]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. März 1965 konnte ein &#039;&#039;&#039;Erweiterungsbau der katholischen Volksschule eingeweiht&#039;&#039;&#039; werden, der aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen notwendig geworden war. Er umfasste u.a. vier zusätzliche Klassenzimmer, einen Werkraum, eine Aula, einen Hauswirtschaftsraum und erforderliche Nebenräume.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 196.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ostern 1965 wechselte [[Hildegund Tasch]] auf eigenen Wunsch auf eine Lehramtsstelle an einer Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Essen Essen]. Etwa zeitgleich, am 22. April des Jahres, trat mit [[Claudia Kammel]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Halle_%28Saale%29 Halle (Saale)] eine neue Lehrerin ihren Dienst an den Schule an.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 196–197.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwimmunterricht war traditionell ein &amp;quot;Stiefkind&amp;quot; der katholischen Volksschule. Da ein eigenes Schwimmbecken fehlte, fand der Unterricht in den ersten Nachkriegsjahren in einem abgetrennten Flussabschnitt des Rheins (an der &amp;quot;Badekribbe&amp;quot;) statt. Da dies gefährlich war und zum anderen die Verschmutzung des Rheinwassers zunahm, gingen die jüngeren Lehrkräfte dazu über, mit kleineren Kindergruppen nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Benrath Benrath] ins Hallenbad zu gehen. Dies bedeutete einen großen Zeitverlust für An- und Abreise, hinzu kamen die Fahrtkosten und die Kosten für die Badbenutzung. Später wechselte man zum neu erstellten Lehrschwimmbecken in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rosellen_%28Neuss%29 Rosellen], so dass Zeit- und Kostenaufwand, auch dank Unterstützung der DLRG, Ortsgruppe Zons, reduziert werden konnten. Erst im Januar 1966 konnte ein eigenes kleines &#039;&#039;&#039;Lehrschwimmbecken&#039;&#039;&#039; nach den Plänen des Zonser Architekten [[Rudolf Norff]] in der Schule fertiggestellt werden, dessen Kosten sich auf ca. 70–80.000,- DM beliefen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 199–200.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1966 wurden letztmals Schülerinnen und Schüler zu Ostern aus der Schule entlassen. Aufgrund eines Erlasses des Kultusministeriums wurde das allgemeine &amp;quot;Kurzschuljahr&amp;quot; eingeführt, das nur noch 8 Monate (bis zum 1. Dezember 1966) umfasste. Das folgende Schuljahr ging dann bis zum 1. August 1967, und dann erfolgte die Einschulung jeweils regelmäßig zum Herbst jeden Jahres.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 200–201.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ostern 1966 gab es mehrere personelle Veränderungen im Lehrerkollegium: [[Lehrer]]in Simons (Eintrittsdatum unbekannt) beantragte ihre Entlassung aus dem Dienst, [[Lehrer]] [[Albert Laufs]] wurde nach [[Stürzelberg]] versetzt, gleichzeitig wechselte [[Lehrer]] [[Dierk Simons]] von [[Stürzelberg]] nach Zons, [[Lehrer]]in [[Liselotte Laufs]] wurde von [[Stürzelberg]] nach Zons versetzt und zur Konrektorin ernannt. Damit unterrichteten an der katholischen Volksschule ab Ostern 1966 die folgenden Lehrkräfte: 1. Schuljahr [[Lehrer]] Simons, 1./2. Schuljahr [[Lehrer]]in [[Elisabeth Klopfer|Klopfer]], 2. Schuljahr [[Lehrer]]in [[Claudia Kammel|Kammel]], 3. Schuljahr &amp;quot;Durchziehklasse&amp;quot;, 3./4. Schuljahr Rektor [[Mathieu Fausten|Fausten]], 5./6. Schuljahr Konrektorin [[Liselotte Laufs|Laufs]], 7./8. Schuljahr [[Lehrer]]in [[Helga Hinz|Hinz]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 201–202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 10. Januar 1967 bekam die katholische Volksschule mit [[Klemens-Josef Winkelmann]] eine neue Lehrkraft zugewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 205.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. September 1967 fand die feierliche Grundsteinlegung für einen Erweiterungsbau der katholischen Volksschule nach den Plänen der Architekten Alois Bauers und Euler im Kostenumfang von 900.000,- DM (mit Unterstützung von Kreis und Land) statt, im Beisein von [[Stadtdirektor]] [[Artur Elicker]], [[Bürgermeister]] [[Georg Lerch]], [[Pfarrer]] [[Heinrich Wipperfürth]], Rektor [[Mathieu Fausten]], dem Hauptlehrer der evangelischen Zonser Volksschule Bucher, dem Lehrerkollegium, zahlreichen Vertretern des Stadtrates und vielen anderen Teilnehmern. Der Plan umfasste sechs Klassenräume mit Nebenräumen und einem Schutzraum.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 213.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Fertigstellung 1968 wurde dieser neue Komplex aufgrund des Beschlusses des Landtags vom 1. August 1968 organisatorisch für die Klassen 5–9 als &#039;&#039;&#039;Gemeinschafts-Hauptschule&#039;&#039;&#039; von der Volksschule getrennt. Ab dem 1. August 1968 existierten also an folgenden Orten Grundschulen in Zons: die städtische St. Martinus-Grundschule (katholisch), Stürzelberger Straße 70, unter der Leitung von Rektor [[Mathieu Fausten|Fausten]] und die Städtische Gemeinschaftsgrundschule, Kurfürstenstraße 27, unter der Leitung von Hauptlehrer Bucher daneben. Frau Konrektorin [[Liselotte Laufs]] übernahm zum 1. August die Leitung der katholischen Grundschule St. Aloysius in [[Stürzelberg]]. Der Schulkomplex an der [[Steinstraße]] war nun eine Gemeinschafts-Hauptschule.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 215–216.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. April 1968 erhielt die katholische Volksschule mit [[Irmintrud Graf]] eine neue Lehrkraft zugewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 214.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr ging Rektor [[Mathieu Fausten]] in Pension.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die evangelische Paul Gerhardt-Volksschule/Grundschule an der Stürzelberger Straße (1964–1968) ===&lt;br /&gt;
Der evangelische Teil der Zonser Bevölkerung wuchs durch den Zuzug von Heimatvertriebenen von ca. 4% 1945 auf ca. 25% 1962. Vor diesem Hintergrund bemühten sich die Stadtverwaltung und das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde seit Ende der 1950er Jahre um den &#039;&#039;&#039;Bau einer evangelischen Volksschule&#039;&#039;&#039; für den gesamten Amtsbezirk, also inklusive [[Stürzelberg]]. Eine Elternbefragung 1960 unterstützte das Vorhaben. Am 6. Oktober 1962 wurde der Grundstein für diesen Schulbau an der [[Stürzelberger Straße]] nach den Entwürfen des Zonser Architekten [[Rudolf Norff]] und mit wesentlicher Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Landkreises Grevenbroich feierlich gelegt. Der Plan umfasste vier Klassenräume, einen Gymnastikraum, einen Werkraum, eine Aula und einige weitere Nebenräume. An der Grundsteinlegung nahmen [[Bürgermeister]] [[Georg Lerch]], Architekt [[Rudolf Norff]], Amtmann [[Jean Schmitz]], Rektor [[Mathieu Fausten]], Pastor Keller und zahlreiche weitere Personen teil.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 175–178.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 7. April 1964 beging die Stadt die &#039;&#039;&#039;Eröffnung der evangelischen Volksschule&#039;&#039;&#039; (&amp;quot;Paul Gerhardt-Schule&amp;quot;) mit einem öffentlichen Besichtigungstermin. Am folgenden Tag begann der Schulunterricht. Die evangelische Lehrerin [[Johanna Mießen]] wurde von der katholischen zur evangelischen Volksschule versetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 183.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da noch einige Arbeiten am Schulgebäude zu erledigen waren, fand die offizielle, feierliche Übernahme erst am 15. Oktober 1964 statt.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 189–191.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erster Leiter (Hauptlehrer) der Schule wurde Lehrer Rudolf Bucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1965 starteten die Arbeiten für ein umfangreiches neues, geschlossenes Wohngebiet &amp;quot;Zons-West&amp;quot;, das den benötigen Wohnraum für die Mitarbeitenden des neuen Werks der &amp;quot;[https://de.wikipedia.org/wiki/Ineos_K%C3%B6ln EC Erdöl-Chemie GmbH]&amp;quot; in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen] bieten sollte. Angesichts der Planungszahlen war für die evangelische Volksschule ein Neubau in Arbeit (zwei Klassen und zwei Klassen &amp;quot;Hilfsschule&amp;quot;). Auch für die katholische Volksschule gab es Erweiterungsplanungen.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 198–199.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Erweiterungsbau der evangelischen Volksschule wurde zum 1. Dezember 1966 fertig. Die ursprünglich geplante zweiklassige &amp;quot;Hilfsschule&amp;quot; (Sonderschule) darin wurde nicht realisiert, da der [[Stadtrat]] diese Räume für die Übergangszeit zwischen dem geplanten Abbruch des alten und der Fertigstellung eines neuen [[Rathaus]]es in Zons nutzte.&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 203–204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1968 wurde die evangelische Grundschule im Zuge der Schulreform zu einer Gemeinschaftsgrundschule umgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Gemeinschafts-Hauptschule (&amp;quot;Arnold-von-Manderscheid-Schule&amp;quot;) an der Deichstraße (1968–1989) ===&lt;br /&gt;
Aufgrund der Schulreform und eines durchgeführten Abstimmungsverfahrens entstand zum Schuljahr 1968/69 in den Gebäuden der früheren katholischen St. Martinus-Grundschule an der [[Steinstraße]] eine Gemeinschafts-Hauptschule, die später den Namen &amp;quot;Arnold-von Manderscheid-Schule&amp;quot; erhielt. Im Zuge der [[Kommunale Neugliederung|Kommunalen Neugliederung]] 1975 wurde die Schule eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagener] Schule. Erste Schulleiterin wurde die frühere Konrektorin der Volksschule, [[Liselotte Laufs]]. Auf diese folgte Horst Baumann als Schulleiter von 1984 bis 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der abnehmenden Schülerzahlen beschloss der Rat der Stadt [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] am 30. September 1986, die beiden Hauptschulen in Zons und [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] zusammenzulegen. Diese Zusammenlegung wurde jedoch von der Bezirksregierung mit Verfügung vom 7. April 1987 untersagt. Im Schuljahr 1987/88 konnte aufgrund der geringen Schülerzahl keine neue Eingangsklasse mehr gebildet werden. Daraufhin wurde die Schule zum Schuljahr 1989/90 aufgelöst und mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagener] [https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Gmeiner Hermann-Gmeiner]-Schule/[https://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO-Projektschule UNESCO-Projektschule] in Dormagen zusammengelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zusammenstellung der Daten aufgrund der Angaben von [[Hermann Kienle]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Gemeinschafts-Grundschule (&amp;quot;Friedestrom-Schule&amp;quot;) an der Kurfürstenstraße (1968–2005) ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Schulreform und eines durchgeführten Abstimmungsverfahrens wurde der Schulkomplex an der [[Stürzelberger Straße]] bzw. Kurfürstenstraße neu in eine Gemeinschafts-Grundschule und eine katholische Grundschule eingeteilt. Die Gemeinschafts-Grundschule an der Kurfürstenstraße unter der Leitung des Hauptlehrers Rudolf Bucher erhielt etwa Ende der 1970er Jahre den Namen &amp;quot;Friedestrom-Schule&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[Kommunale Neugliederung]] 1975 wurde die Schule eine Dormagener Schule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Schulleiter Rudolf Bucher ab 1964 folgten Philipp Weismantel, Ursula Nolten (bis 1999) und Ursula Lauer (1999–2004).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die katholische St. Martinus-Grundschule an der Stürzelberger Straße (1968–2005) ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Schulreform und eines durchgeführten Abstimmungsverfahrens 1968 wurde der Schulkomplex der evangelischen Grundschule an der [[Stürzelberger Straße]] bzw. Kurfürstenstraße neu in eine Gemeinschafts-Grundschule und eine katholische Grundschule eingeteilt. Die katholische St. Martinus-Grundschule zog vom Schulkomplex an der [[Steinstraße]], der für die neue Gemeinschafts-Hauptschule genutzt wurde, zur Stürzelberger Straße 70.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgerin von Schulleiter [[Mathieu Fausten]] wurde Elisabeth Klopfer, auf sie folgten Mechthild Krebs und Ingrid Grochla bis zur Schließung der Schule 2004. Dazwischen war Michael Girreßer kommissarischer Schulleiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[Kommunale Neugliederung]] 1975 wurde die Schule eine Dormagener Schule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Friedrich-von-Saarwerden-Gemeinschaftsgrundschule an der Deichstraße (eröffnet 2006) ===&lt;br /&gt;
Wegen der seit Jahren rückläufigen Schülerzahlen der beiden Zonser Grundschulen und aufgrund des Zustandes der Schulgebäude (bei Rheinhochwasser drückte regelmäßig Wasser in die im Keller genutzten Schulräume, und eine Sanierung war nicht möglich) gab es ab 2000 Überlegungen, diese Schulen an einem neuen Ort zusammenzulegen. 2001 starteten Untersuchungen, den Komplex der ehemaligen Hauptschule an der [[Deichstraße]] für eine zweizügige Ganztagsgrundschule zu sanieren und umzubauen. Am 29. Juli 2003 beschloss der Stadtrat die Zusammenlegung der beiden Zonser Grundschulen zum Schuljahr 2004/2005 (1. August 2004) und den Umbau der alten Hauptschule. Die Bezirksregierung stimmte dem Vorhaben zu. Ein Abstimmungsverfahren erbrachte ein deutliches Votum für die Gemeinschaftsgrundschule. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umbauarbeiten unter der Leitung von Wilhelm Brömmelsiek starteten im April 2004, zunächst mit einem Teilausbau des Dachgeschosses. Zuvor mussten die in den Gebäuden lebenden Flüchtlinge in anderen Unterkünften untergebracht werden. Der umfangreiche Kostümbestand der Spielschar der [[Freilichtbühne]] fand im [[Bürgerhaus]] ein neues Domizil. Im Zuge des Umbaus wurden neue Fenster eingebaut, die Wärmedämmung verbessert, die Elektroinstallation erneuert und ein neuer Eingangsbereich geschaffen. Die Arbeiten wurden durch den Verkauf der bisherigen Grundschul-Grundstücke an der [[Stürzelberger Straße|Stürzelberger-]] bzw. Kurfürstenstraße refinanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen waren (es standen noch Arbeiten im Gebäude, in der Turnhalle mit Umkleideräumen und der Außenanlage an), konnte der Schulbetrieb in der neuen Schule nach den Sommerferien, am 9. August 2006 beginnen. Am 16. Oktober 2006 fand die feierliche Einweihung im Beisein der Schulministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Sommer Barbara Sommer], statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Schuljahr 2006/2007 zählte die Grundschule unter der Leitung von Ursula Lauer 204 Schülerinnen und Schüler.&amp;lt;ref&amp;gt;Zusammenstellung der Daten aufgrund der Angaben von [[Hermann Kienle]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Ursula Lauer folgte Renate Zündorf als Schulleiterin (bis 2024), anschließend Carmen Pielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungswesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Stadtfest_1929&amp;diff=4358</id>
		<title>Stadtfest 1929</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:1929_03.jpg|300px|thumb|right|Button zum Zonser Stadtfest 1929 (Entwurf wohl von Theo Blum).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. und 21. Juli 1929 veranstaltete der Zonser [[Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Zons e.V.|Verkehrs- und Verschönerungsverein]] ein großes [[Stadtfeste|&#039;&#039;&#039;Stadtfest&#039;&#039;&#039;]] anlässlich der Verleihung des [[Stadtwappen]]s 1904 und der 555-Jahr-Feier der [[Stadtrecht|Stadterhebung]] 1373.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Am Samstag und Sonntag, dem 20. und 21. Juli 1929, veranstaltete der [[Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Zons e.V.|Verkehrs- und Verschönerungsverein]] ein großes [[Stadtfeste|Stadtfest]] anlässlich des Silberjubiläums der Verleihung des [[Stadtwappen]]s 1904 und der 555-Jahr-Feier der [[Stadtrecht|Stadterhebung]] 1373 durch [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden]] (Letzteres eigentlich um ein Jahr verspätet). Für die künstlerische Durchführung des Festzuges und des gesamten Festprogramms war der Kunstmaler und Radierer [[Theo Blum]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] verantwortlich, die historischen Recherchen für die einzelnen Festzugsgruppen führte der Zonser [[Lehrer]] [[Heinz Riffel]] durch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_01.jpg|300px|thumb|right|Titelblatt der Broschüre zum Zonser Stadtfest 1929.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festschrift und Organisation ==&lt;br /&gt;
=== Festschrift ===&lt;br /&gt;
Anlässlich des Stadtfestes wurde eine 40-seitige Festschrift herausgegeben, gedruckt bei Emil Fandreyer in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss], der viele Details zur Organisation des Festes zu entnehmen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Broschüre &#039;&#039;&amp;quot;Zonser Stadtfest 1373 - 1929&amp;quot;&#039;&#039;, Neuss 1929.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Veröffentlichung beginnt mit einem lyrischen Festgruß durch die Zonser [[Lehrer]]in [[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Maria Elisabeth Werle]], gefolgt von einem Geleitwort des in Zons aufgewachsenen Studienrats Dr. [[Josef Zanders]] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]. Die beachtliche Liste der Ausschussmitglieder des Festes liest sich wie ein &amp;quot;Who&#039;s who?&amp;quot; der regionalen Prominenz aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Kultur; ein geschickter Schachzug der Veranstalter, denn so sicherte man sich einen honorigen Kreis von Freunden und Unterstützern des örtlichen Fremdenverkehrs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Protektorat ====&lt;br /&gt;
Dem Protektorat gehörten an: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Joseph_Schulte Erzbischof Dr. Karl Joseph Schulte], [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Fuchs_%28Politiker%29 Oberpräsident der Rheinprovinz, Reichsminister a.D. Dr. h.c. Johannes Fuchs], [https://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz Koblenz].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ehrenausschuss ====&lt;br /&gt;
Der Ehrenausschuss zählte folgende Mitglieder: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Generaldirektor der Provinzial-Feuerversicherungs-Anstalt Clemens Adams, [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Adenauer Kölner Oberbürgermeister Dr. h.c. Konrad Adenauer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sanitätsrat und Vorsitzender des Vereins &amp;quot;Alt Köln&amp;quot; Dr. Josef Bayer, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stürzelberg]]er Gemeindeverordneter [[Franz Bebber]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Michel Becker|Kölner Schriftsteller Michel Becker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Prof. Dr. Bender, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Maler und Radierer Franz Bender, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sanitätsrat Dr. Bentler, [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arzt Dr. Hubert Bentler, [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Bergemann Regierungspräsident Karl Bergemann, Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arzt Dr. Karl Bergenthal, [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Definitorium Definitor] Gustav Biesenbach, [[Stürzelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Theo Blum|Landschaftsmaler und Radierer Theo Blum, Köln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Dekan_(Kirche) Dechant] Böckels, [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landesfinanzamtspräsident und Ministerial-Direktor a.D. Dr. von Brandt, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hauptlehrer i.R. Michael Breuer, [[Stürzelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stadtrat|Gemeindeverordneter]] Peter Breuer, Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schriftsteller [https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Br%C3%BCes Otto Brües], [https://de.wikipedia.org/wiki/Klettenberg_(K%C3%B6ln) Köln-Klettenberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landesverwaltungsrat Dr. Joseph Busley, [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Direktor des [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfeifer_%26_Langen Rheinischen Aktienvereins für Zuckerfabrikation] [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] Dr. phil. Dr. ing. e.h. Hermann Claaßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lehrer i.R. [[Rudolf Claus]], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochneukirch Hochneukirch] (früher Lehrer der [[Schulwesen|Zonser Volksschule]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorsitzender des Denkmalrats der Rheinprovinz Geheimrat Prof. Dr. [[Paul Clemen]], [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister von [https://de.wikipedia.org/wiki/Benrath Benrath] Dr. Erich Custodis&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lehrer]] [[Hanns Dederichs]], [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] (früher [[Lehrer]] an der [[Schulwesen|Zonser Volksschule]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gemeindeverordneter von [[Stürzelberg]] Johann Doeren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Veterinärrat Dücker, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kaufmann Josef Dünbier, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Großkaufmann Jan Piet van Endert, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schriftsteller Dr. [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Eulenberg Schriftsteller Dr. Herbert Eulenberg, Kaiserswerth]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Direktor Eulenstein, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kaufmännischer Direktor Ferda, [https://de.wikipedia.org/wiki/Siegen Siegen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erster [[Beigeordnete]]r Fleischhauer, Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Direktor Frommer, [[Stürzelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oberregierungs- und Oberbaurat sowie Rheinschifffahrtsinspektor Paul Gelinsky, [https://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz Koblenz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Prof. Dr. Franz Gescher, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pfarrer Dr. Paul Goldberg, [https://de.wikipedia.org/wiki/Monheim_am_Rhein Monheim]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Regierungs-Assessor Dr. Gotthardt, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister [[Albert Granderath]], Willich (früher [[Bürgermeister]] Zons)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Regierungsbaurat Grochtmann, [https://de.wikipedia.org/wiki/Duisburg Duisburg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landrat Dr. Simon Nikolaus Stephan Groener, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister Robert Grootens, [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCttgen Büttgen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister [[Stephan Güsgen]], [https://de.wikipedia.org/wiki/Geilenkirchen Geilenkirchen] (früherer Zonser [[Bürgermeister]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rektor Hausmann, [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Hatzfeld Schriftsteller Dr. Adolf von Hatzfeld, Godesberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kreis-Medizinalrat Dr. Heinze, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pfarrer Franz Heller, [https://de.wikipedia.org/wiki/Longerich_(K%C3%B6ln) Köln-Longerich]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Regierungs-Assessor Dr. Herfeld, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Herzog Schriftsteller Rudolf Herzog, Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Horion Landeshauptmann Dr. Johannes Horion, Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_H%C3%BCpper Oberbürgermeister Heinrich Hüpper, Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Syndikus Syndikus] Dr. Jansen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Direktor der [https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstakademie_D%C3%BCsseldorf staatlichen Kunstakademie Düsseldorf] [http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Kaesbach Dr. Walter Kaesbach]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beigeordneter Kaiser, [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCderich_(Meerbusch) Büderich]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landrat i.R. und Rittergutsbesitzer [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Wittgenstein_(Bornheim) Haus Wittgenstein] [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Kesseler Dr. Friedrich von Kesseler-Pattern]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Direktor der Geschäftsstelle für katholische Familienerziehung Franz Kettenhofen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Emil Kirchhoff|Bürgermeister Dr. Emil Kirchhoff, Rommerskirchen]] (früher Zonser [[Bürgermeister]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beigeordneter und Mitglied des Rheinischen Provinziallandtags Leo Klövekorn, [https://de.wikipedia.org/wiki/Kaarst Kaarst]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Pfarrer]] [[Johannes Klüwer]], Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rentner J. Klüwer, Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Constantin Koenen|Archäologe Dr. phil. h.c. Constantin Koenen, Neuss]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schriftsteller Raoul Konen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Lindenthal_(K%C3%B6ln) Köln-Lindenthal]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* königlicher Musikdirektor Felix Krakamp, [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Dekan_(Kirche) Dechant] Joseph Kreuer, [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BClheim_(K%C3%B6ln) Köln-Mülheim]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oberingenieur Adolf Krus, [[Stürzelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Kruse Regierungspräsident a.D. Dr. Francis Kruse, Godesberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rheinstrombau-Direktor Joseph Langen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz Koblenz]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulrat Langenberg, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Lehr Oberbürgermeister Dr. Dr. h.c. Robert Lehr, Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landrat a.D. Freiherr Friedrich von der Leyen zu Bloemersheim, [https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Meer Haus Meer]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_Liesegang Maler Prof. Helmuth Liesegang, Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Direktor Lorenz, [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* General-Präses der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bund_der_historischen_deutschen_Sch%C3%BCtzenbruderschaften rheinisch-westfälischen Schützenbruderschaften] Pfarrer Dr. Peter Louis, [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrrig Wiesdorf-Bürrig]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_von_L%C3%BCninck Präsident der Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz Hermann Freiherr von Lüninck, Bonn]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Marx Reichskanzler a.D. und Mitglied des Reichstags Dr. Wilhelm Marx, Berlin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Mathar Schriftsteller Dr. Ludwig Mathar, Monschau]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stadtrat|Gemeindeverordneter]] [[Wilhelm Meller]], Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Meerfeld Beigeordneter und Mitglied des Staatsrats Johannes Meerfeld, Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Wolff-Metternich Provinzialkonservator der Rheinprovinz Franz Graf Wolff Metternich, Bonn]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_M%C3%B6lders Domkapellmeister Prof. Johannes Mölders, Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schriftsteller [http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_M%C3%BCller-Schl%C3%B6sser Schriftsteller Hans Müller-Schlösser, Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arzt Dr. Nußbaum, [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tierarzt Dr. J. Offermanns, [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pfarrer [[Aloys Oertgen]], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kettwig Kettwig vor der Brücke] (früher Zonser [[Vikare|Vikar]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schriftsteller Dr. [http://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_Paquet Schriftsteller Dr. Alfons Paquet, Frankfurt/M.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schriftsteller Dr. Albert Paß, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Postmeister Wilhelm Peters, [https://de.wikipedia.org/wiki/Monheim_am_Rhein Monheim]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Regierungs-Assessor Rademacher, [https://de.wikipedia.org/wiki/Opladen Opladen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Raederscheidt Akademie-Direktor Prof. Georg Raederscheidt, Bonn]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister Johannes Rahmen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stadtrat|Gemeindeverordneter]] Caspar Remmer, [[Stürzelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stadtrat|Gemeindeverordneter]] Josef Richrath, [[Stürzelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Direktor der [https://de.wikipedia.org/wiki/I.G._Farben I.G. Farbenindustrie] [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] Roßbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Seyppel Maler Hans Seyppel, Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Präsident der Oberpostdirektion Walter Georg Karl Schenk, [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister Josef Scherer, [https://de.wikipedia.org/wiki/Glehn_(Korschenbroich) Glehn]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steueramtmann Schiering, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Baron von Schlotheim, Schloss Roland&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arzt Dr. Schmitten, [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Schmittmann Landesfinanzamtspräsident Dr. Heinrich Schmittmann, Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schulrat Dr. Schmitz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sparkassendirektor Schmitz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Steele_(Essen) Steele]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ludolf Schmitz|Oberpfarrer Dr. Ludolf Schmitz, Bergheim]] (früherer Zonser [[Pfarrer]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stadtrat|Gemeindeverordneter]] [[Peter-Josef Schmitz]], Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hauptlehrer Friedrich Schnitzler, [[Stürzelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zweiter [[Beigeordnete]]r Schoenen, [[Stürzelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister Josef Schönenbrücher, [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hüttendirektor Dipl.-Ing. Schüphaus, [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister Heinrich Schürholz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Monheim_am_Rhein Monheim]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister Wilhelm Stefen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Fischeln Fischeln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister Stefen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Kl%C3%BCppelberg Klüppelberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oberingenieur Stein, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stadtrat|Gemeindeverordneter]] Gottfried Stelzmann, Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oberdeichinspektor Regierungsbaurat Stracke, [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Spiritaner C. S. Sp.] Superior Dr. Peter Strerath, [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Regierungsdirektor Dr. de Terra, [https://de.wikipedia.org/wiki/Arnsberg Arnsberg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Handelskammer-Präsident Cornelius Thywissen, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landrat Peter Trimborn, [https://de.wikipedia.org/wiki/Opladen Opladen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schriftsteller Fritz Vater, [https://de.wikipedia.org/wiki/Biedenkopf Biedenkopf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Handelsgerichtsrat und Schatzmeister der Handelskammer [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] Vell&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oberregierungsrat Vogels, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Vogts Baurat Dr. Ing. Hans Vogts, Köln]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Wallraf Staatsminister a.D. und Mitglied des Reichstags Exzellenz Max Wallraf, Berlin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fabrikant Gottfried Wegelin, Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürgermeister Hans Weitz, [https://de.wikipedia.org/wiki/Holzheim_(Neuss) Holzheim]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wenz Schriftsteller und Rektor Richard Wenz, Köln-Nippes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Wildemann Provinzialbaurat Theodor Wildemann, Bonn]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landwirtschaftsrat Wolff, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Direktor der Aktienbrauerei [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] Rudolf Wülfinghoff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Josef Zanders|Studienrat Dr. Josef Zanders, Neuss]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kaufmann Franz Zanders, [https://de.wikipedia.org/wiki/Niederlahnstein Niederlahnstein]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festausschuss ====&lt;br /&gt;
Dem Festausschuss gehörten an: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* stellvertretender Zonser [[Bürgermeister]] [[Hans Michael Flücken|Hans Flücken]] als Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zonser [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Breuer]] als stellvertretender Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zonser [[Pfarrer]] [[Johannes Klüwer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Theo Blum|Landschaftsmaler und Radierer Theo Blum aus Köln]] als Künstlerischer Beirat&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zonser Gemeindeobersekretär [[Heinrich Berchem]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zonser [[Lehrer]] [[Heinz Riffel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zonser Gastwirt [[Peter-Josef Schmitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Ausschmückungsausschuss ====&lt;br /&gt;
Den Ausschmückungsausschuss bildeten die folgenden Personen (alle aus Zons): &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lehrer|Hauptlehrer]] [[Peter Breuer]] als Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johann Bedbur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilhelm Fleischhauer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heinrich Gilgen sen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heinrich Gilgen jun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hubert Geiler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Josef Richrath&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anton Seburschenich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilhelm Steinbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sebastian Steinbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Henriette Flücken (die Frau des [[Hans Michael Flücken|Bürgermeisters]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Agnes Breuer]] (Frau des [[Peter Breuer|Hauptlehrers]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festzugsausschuss ====&lt;br /&gt;
Der Festzugauschuss setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen (alle aus Zons): &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lehrer]] [[Heinz Riffel]] als Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fritz Bebber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heinrich Gilgen sen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Peter Gilgen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Karl Kluth&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Peter Köppinger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Johann Longerich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilhelm Peters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Franz Ross&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hubert Stelzmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Cornelius Wolter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Finanz- und Rechnungsausschuss ====&lt;br /&gt;
Den Finanz- und Rechnungsausschuss bildeten (alle aus Zons): &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gemeindeobersekretär [[Heinrich Berchem]] als Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Willi Dick&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans Peters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lehrer]] [[Jakob Steves]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Josef Vogel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jakob Vonden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verkehrsausschuss ====&lt;br /&gt;
Dem Verkehrsausschuss gehörten folgende Mitglieder an (alle aus Zons): &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gemeindeobersekretär [[Heinrich Berchem]] als Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Willi Dick&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Lehrer]] [[Jakob Steves]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Verpflegungsausschuss ====&lt;br /&gt;
Im Verpflegungsausschuss saßen die folgenden Herren (alle aus Zons): &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* stellvertretender [[Bürgermeister]] [[Hans Michael Flücken|Hans Flücken]] als Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wilhelm Hell&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hans Peters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heinrich Scheer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wirt [[Peter-Josef Schmitz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_04.jpg|300px|thumb|right|Bei der Aufführung des Weihespiels &#039;&#039;&amp;quot;Schwur am Strom&amp;quot;&#039;&#039; von Michel Becker.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erster Festtag: Samstag, 20. Juli 1929&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel &#039;&#039;&amp;quot;Festliche Tage in Zons&amp;quot;&#039;&#039;, in: NGZ vom 22. Juli 1929.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
Das Festprogramm startete am Samstag, dem 20. Juli 1929 um 20 Uhr mit der Musikkapelle der 68er aus [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] unter der Leitung von Kapellmeister Hermann Schmidt. Der Festakt auf der Wiese vor dem [[Rheintor]] startete um 21 Uhr: Dort kam es zu einem Aufmarsch von Turnern, einem &amp;quot;Zigeunerinnenreigen&amp;quot; und einem &amp;quot;Fackelreigen&amp;quot;. Dazu wurde der [[Rheinturm]] sehr feierlich beleuchtet. Im Anschluss wurde unter der musikalischen Führung der 68er-Kapelle ein Fackelzug durch die sehr festlich mit Girlanden geschmückte Stadt veranstaltet, der schließlich wieder am Rhein endete. Überall hingen Fähnchen mit den kurkölnischen Farben. Den Höhepunkt des Abends bildete die Aufführung des Weihespiels &amp;quot;Schwur am Strom&amp;quot;, das der Kölner Heimatdichter [[Michel Becker]] eigens für diesen Anlass geschrieben hatte. Bauern und Handwerker traten hier als Repräsentanten des traditionellen Gewerbes auf, Industriearbeiter als Repräsentanten der modernen Zeit. Zusammen mit den auftretenden Frauen gelobten sie, der Gemeinschaft &#039;&#039;&amp;quot;Dienst zu tun, im alten Geiste dem neuen Bund&amp;quot;&#039;&#039;. Sie schworen: &#039;&#039;&amp;quot;Hass der Parteiung, Treu dem Lande, Wacht sei der Freiheit, Hut sei dem Frieden&amp;quot;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich trafen sich die Teilnehmer zum &amp;quot;Festabend&amp;quot; im Saal des &amp;quot;[[Bergischer Hof (Gaststätte)|Bergischen Hofes]]&amp;quot;. Das Programm sah für dort folgende Punkte vor:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. Einzug der Gäste auf der Wartburg, Marsch aus der [https://de.wikipedia.org/wiki/Tannh%C3%A4user_und_der_S%C3%A4ngerkrieg_auf_Wartburg Oper &amp;quot;Tannhäuser&amp;quot;] – [https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wagner Richard Wagner]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:2. Eröffnungsrede durch den stellvertretenden [[Bürgermeister]] [[Hans Michael Flücken|Flücken]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:In seiner Rede ging der [[Bürgermeister]] auf die alte Geschichte der Stadt und die archäologischen Funde ein. Bedeutend sei die mittlerweile 555-jährige Stadtgeschichte. Der Geist des Bürger- und Gemeinschaftssinns spreche aus den Türmen. Das Fest solle die Vorfahren ehren. Er dankte den Vertretern des Gemeinderates, aber auch allen Mitbürgern, die einig und geschlossen wie Mauern und Türme der Stadt zusammenstanden, und schloss mit einem dreifachen &amp;quot;Hoch&amp;quot; auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Hindenburg Reichspräsident von Hindenburg].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:3. Ouvertüre zur Operette &amp;quot;Dichter und Bauer&amp;quot; – [http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Supp%C3%A9 Franz von Suppé]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:4. Die Himmel rühmen (Chor und Orchester), durch den [[Kirchenchor &amp;quot;Cäcilia&amp;quot;|Männergesangsverein Cäcilia Zons]] (Leitung: Musikdirektor [[Willi Hahn]]) – [http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_van_Beethoven Ludwig van Beethoven]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:5. Rheinische Kürassier-Ballade, komponiert und vorgetragen von Hermann Schmidt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:6. Lied &amp;quot;Ewig liebe Heimat&amp;quot;, durch den [[Kirchenchor &amp;quot;Cäcilia&amp;quot;|Männergesangsverein Cäcilia Zons]] – Carl Hirsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Militärisches Tongemälde mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Zapfenstreich großem Zapfenstreich] – Hermann Schmidt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Festtag: Sonntag, 21. Juli 1929&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel &#039;&#039;&amp;quot;Festliche Tage in Zons&amp;quot;&#039;&#039;, in: NGZ vom 22. Juli 1929.&amp;lt;/ref&amp;gt; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Wecken bis zum Mittag ===&lt;br /&gt;
Der Festsonntag, der 21. Juli 1929, begann mit dem Wecken um 5 Uhr morgens. Es war ein sehr schöner, sonniger Tagesbeginn. Um 9:30 Uhr startete ein Festgottesdienst in der [[Pfarrkirche St. Martinus (neue)|Pfarrkirche St. Martinus]], zelebriert vom Vertreter des Kölner Erzstifts Monsignore Domkapitular August Höller, Diözesanpräses [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Heinrichsbauer Johannes Heinrichsbauer] aus Köln hielt die Festpredigt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Heinrichsbauer Heinrichsbauer] mahnte in seiner Predigt die Bürgerschaft, heimattreu den Pflichten, die eine ruhmvolle Tradition auferlege, gegründet auf Christus und seine Kirche, nachzugehen. Von 11 Uhr bis 12:30 Uhr wurde ein Konzert auf der Festwiese vor dem [[Rheintor]], wieder ausgeführt durch die Kapelle der 68er aus Köln, veranstaltet. Das Konzert umfasste folgende Programmpunkte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1. Rheinischer Festmarsch – Hermann Schmidt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:2. Die Hermannsschlacht, Ouvertüre – Lakin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:3. a) Pilgerchor und Lied an den Abendstern aus der [http://de.wikipedia.org/wiki/Tannh%C3%A4user_und_der_S%C3%A4ngerkrieg_auf_Wartburg Oper &amp;quot;Tannhäuser&amp;quot;] – [http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wagner Richard Wagner]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::b) Steuermannslied und Matrosenchor aus der Oper [http://de.wikipedia.org/wiki/Der_fliegende_Holl%C3%A4nder &amp;quot;Der fliegende Holländer&amp;quot;] – [http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wagner Richard Wagner]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:4. musikalische Seifenblasen, Potpourrie – Urban&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:5. zwei Fanfarenmärsche für Feldtrompeten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::a) Festmarsch des Neusser Reiterkorps zur Hundertjahrfeier 1928 – Hermann Schmidt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::b) Parademarsch der 18. Husaren (im Trab) – Alwin Müller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:6. Großer alt-historischer Marsch, Potpourrie – Pieske&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:7. Marsch der Zonser Zinkenbläser aus den Jahren des 16. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_02.jpg|300px|thumb|right|Annonce der Firma Peter von Bongardt aus Köln, die die historischen Kostüme und Ausrüstungsgegenstände für den Festzug stellte.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_47.jpg|300px|thumb|right|Den Anfang des Festzuges, hier vorweg zwei berittene Polizisten, bildeten ein Herold zu Pferd mit dem Banner von Zons&lt;br /&gt;
sowie zwei Fanfarenbläser zu Pferd. Hier ist der Festzug auf der Feldstraße beim Zug auf den Rathausplatz am Juddeturm zu sehen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_05.jpg|300px|thumb|right|Darsteller der Gruppe I (Zons zur Römer- und Frankenzeit) auf der Feldstraße nach dem Festakt auf dem Rathausplatz.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_06.jpg|300px|thumb|right|Darsteller der Gruppe I: fünf gefangene Germanen, bewacht von drei römischen Soldaten, vor Beginn des Festzuges auf der Steinstraße.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_07.jpg|300px|thumb|right|Darsteller der Gruppe I: zwei Mann Gefolge des fränkischen Gaugrafen zu Pferd auf der Steinstraße.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festzug und Festansprachen am Nachmittag ===&lt;br /&gt;
Um 15 Uhr sollte der große historische Festzug mit anschließender Schlussfeier auf der Festwiese stattfinden. Jedoch zog unmittelbar davor ein schweres Unwetter mit Regen auf, so dass der Festzug um über eine Stunde verschoben werden musste. Sämtliche Kostüme und Ausrüstungsgegenstände für den Festzug stellte die Firma Peter von Bongardt aus [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] zur Verfügung. Der Festzug, bestehend aus insgesamt 236 Teilnehmern, neben den Musikkapellen, stellte sich in der [[Steinstraße]], der heutigen [[Deichstraße]], mit der Spitze an der [[Gartenstraße]], der heutigen [[Parkstraße]], auf. Er zog zunächst durch die [[Gartenstraße]] und anschließend durch das [[Rheintor]] in die [[Rheinstraße]], am [[Marktplatz]] bog der Zug in die [[Feldstraße]], die heutige [[Schloßstraße]], um auf dem [[Rathaus]]platz am [[Juddeturm]] zusammenzukommen. Auf diesem Platz schloss sich ein kleiner Festakt an, bei dem ein als Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Friedrich III. von Saarwerden]] verkleideter Darsteller die [[Stadtrecht|Stadternennungsurkunde vom 20. Dezember 1373]] vorlas und sie zusammen mit dem Stadtschlüssel dem [[Bürgermeister]] übergab. Daraufhin verlas der [[Bürgermeister]] im Beisein der sieben [[Schöffen]] die Kabinettsorder zur Verleihung des [[Stadtwappen]]s vom 12. Mai 1904. Anschließend erfolgte die Nagelung einer Erinnerungstafel, die später am [[Rathaus]] angebracht werden sollte, mit der Inschrift: &#039;&#039;&amp;quot;Dieses Haus haßt die Schlechtigkeit, liebt den Frieden, straft Haß und Verbrechen, schützt das Recht, ehrt die Rechtschaffenen.&amp;quot;&#039;&#039; Dies ist eine historisch überlieferte lateinische Inschrift, die sich ehemals am alten [[Rathaus]] auf dem [[Marktplatz]] befand. Nach diesem Festakt zog der Festzug weiter über die [[Feldstraße]] durch das ehemalige [[Feldtor]], in den [[Wiesenstraße|Wiesenweg]], an der Zonser Südseite vorbei durch das [[Schlosstor]] und das für Besucher gesperrte [[Schloss Friedestrom|Schlossgelände]], wieder über die [[Rheinstraße]] zur Festwiese vor dem [[Rheintor]], wo alle zu einer bunten Menschenmenge zusammenkamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festzugsgruppen&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Großteil der Fotos des Festzugs wurde von Karl Kress aufwendig aufbereitet.&amp;lt;/ref&amp;gt; ====&lt;br /&gt;
Der Festzug gliederte sich in 8 Gruppen (es handelt sich hier um die Planung nach der Festbroschüre, von der man in der Umsetzung etwas abwich):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gruppe 1: Zons zur Römer- und Frankenzeit:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Page mit Gruppenschild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Herold zu Fuß mit rheinischem Feldzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*6 römische Fußsoldaten&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
*1 Feldherr auf römischem Kriegswagen&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
*2 römische Reiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*6 gefangene Germanen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 römische Fußsoldaten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 fränkischer Gaugraf zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Mann Gefolge zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*5 fränkische Fußsoldaten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gruppe 2: Die Tempelherren in Zons&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Page mit Gruppenschild&lt;br /&gt;
*6 Tempelherren zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gruppe 3: Die Schlacht bei Worringen 5. Juni 1288&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Page mit Gruppenschild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Tambourmajor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*10 Trommler und Pfeifer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Kapellmeister&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*12 Musiker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Herzog von Brabant zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Graf von Berg mit Banner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 die Grafen von Jülich und Virneburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 die Grafen von Berg und Tecklenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 die Grafen von Mark und Flandern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Gebhard Overstolz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Pagen mit Schild und Banner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*6 Kölner Kriegswagen mit 6 Kriegern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Kölner Krieger als Wagenführer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Laienbruder Dotte zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Laienbruder mit Kreuz als Pferdeführer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*6 Landleute aus dem Bergischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*3 Gefangene (Erzbischof, Reinhold von Geldern, Adolf von Nassau)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Landleute aus dem Bergischen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Kölner Krieger zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gruppe 4: Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden erbaut das Schloss Friedestrom und erhebt am 20. Dezember 1373 Zons zur Stadt&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Page mit Gruppenschild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden]] mit [[Stadtrecht|Stadternennungsurkunde]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Mann Gefolge zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Mann Gefolge mit Banner zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 [[Schultheiß]] von Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 [[Bürgermeister]] von Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*7 [[Schöffen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Zollmeister mit 2 Zollknechten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Wagen mit der alten Zolltheke&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Zollknechte als Wagenführer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Zollknechte hinter dem Wagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gruppe 5: Handwerk, Handel und Verkehr&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Page mit Gruppenschild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Bannerträger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Zunftmeister der Wollweber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*3 Wollwebermeister&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Geselle mit 2 Lehrlingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Reisige zu Fuß als Wagenführer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Hansawagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Insassen (1 auf dem Bock, 1 als Lugaus)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Reisige zu Fuß an beiden Seiten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Reisige zu Pferd hinter dem Wagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 kleiner Wagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Reisige als Führer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Insassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*3 reiche Kaufleute&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gruppe 6: Der Kölner Kurfürst Clemens August schießt den Königsvogel in Zons&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Page mit Gruppenschild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Tambourmajor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*8 Trommler und Pfeifer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*10 Musiker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*3 Jäger zu Pferd&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fahnenabordnung der Hubertuskompanie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fahnenabordnung der Hohenzollernkompanie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fahnenabordnung des Jägerzuges&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*12 Mann der alten [[St. Sebastianus-Schützenbruderschaft|Sebastianusbruderschaft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*3 Jungen mit Königsvogel und 2 Zielscheiben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Kammerdiener als Vertreter des [[Clemens August (Kurfürst)|Erzbischofs Clemens August]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Bruderschaftsmeister mit goldenem Schild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*3 Stadtsoldaten von Zons unter Gewehr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gruppe 7: Der truchsessische Krieg 1583-1589&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Page mit Gruppenschild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Chorbischof Friedrich von Sachsen Lauenburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Mann Gefolge als Schild- und Bannerträger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*10 Zonser Stadtsoldaten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gruppe 8: Zons im Dreißigjährigen Krieg&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Page mit Gruppenschild&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Tambourmajor&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*12 Trommler und Pfeifer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 kaiserlicher Feldherr Lomboy&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 kaiserliche Generäle Hatzfeld und Wahl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Reitergeneral Jan von Werth&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*6 Reiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Oberst [[Goltstein]], der Verteidiger von Zons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Zonser Stadtsoldaten (Fleischer)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Zonser Stadtsoldaten (Weber)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Zonser Stadtsoldaten (Schreiner)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Zonser Stadtsoldaten (Bäcker)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Zonser Stadtsoldaten (Maurer)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*2 Zonser Stadtsoldaten (Brauer)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 hessisches Geschütz mit 2 Führern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 hessischer Oberst [[Rabenhaupt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*1 Begleiter als Bannerträger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*12 Mann Soldateska&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery centered mode=&amp;quot;wide&amp;quot; caption=&amp;quot;Festumzug&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
1929_08.jpg|Darsteller der Gruppe I.&lt;br /&gt;
1929_09.jpg|Darsteller der Gruppe I und Darsteller anderer Gruppen.&lt;br /&gt;
1929_56.jpg|Ein Teil der Darsteller der Gruppe I mit Darstellern der Gruppe VII.&lt;br /&gt;
1929_10.jpg|Einzelne Darsteller der Gruppe I vor dem Schlosstor.&lt;br /&gt;
1929_11.jpg|Darsteller der Gruppe II auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_12.jpg|Darsteller der Gruppe II auf der Feldstraße.&lt;br /&gt;
1929_13.jpg|Darsteller der Gruppe II vor dem ehemaligen Feldtor.&lt;br /&gt;
1929_14.jpg|Die Gruppe III wurde angeführt vom Zonser Tambourcorps.&lt;br /&gt;
1929_15.jpg|Das Zonser Tambourcorps beim Festzug vor dem ehemaligen Feldtor.&lt;br /&gt;
1929_17.jpg|Darsteller der Gruppe III vor dem Losmarsch auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_16.jpg|Darsteller der Gruppe III.&lt;br /&gt;
1929_18.jpg|Darsteller der Gruppe III.&lt;br /&gt;
1929_19.jpg|Darsteller wohl auch der Gruppe III.&lt;br /&gt;
1929_20.jpg|Darsteller der Gruppe III vor dem ehem. Feldtor.&lt;br /&gt;
1929_54.jpg|Entwurfszeichnung von Theo Blum.&lt;br /&gt;
1929_21.jpg|Darsteller der Gruppe III auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_22.jpg|Darsteller der Gruppe III auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_23.jpg|Darsteller der Gruppe III vor dem Rheintor.&lt;br /&gt;
1929_24.jpg|Darsteller der Gruppe III vor dem ehemaligen Feldtor.&lt;br /&gt;
1929_25.jpg|Darsteller der Gruppe III auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_26.jpg|Darsteller der Gruppe III auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_27.jpg|Darsteller der Gruppe III beim Zug über den Marktplatz.&lt;br /&gt;
1929_28.jpg|Darsteller der Gruppe IV auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_29.jpg|Darsteller der Gruppe IV vor dem ehemaligen Feldtor.&lt;br /&gt;
1929_30.jpg|Darsteller der Gruppe IV.&lt;br /&gt;
1929_31.jpg|Darsteller der Gruppe IV.&lt;br /&gt;
1929_32.jpg|Darsteller der Gruppe IV.&lt;br /&gt;
1929_33.jpg|Darsteller der Gruppe V.&lt;br /&gt;
1929_34.jpg|Darsteller der Gruppe V vor dem Feldtor.&lt;br /&gt;
1929_35.jpg|Darsteller der Gruppe V.&lt;br /&gt;
1929_36.jpg|Darsteller der Gruppe V auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_37.jpg|Darsteller der Gruppe VI auf der Steinstraße.&lt;br /&gt;
1929_38.jpg|Dieselben Darsteller der Gruppe VI vor dem Feldtor.&lt;br /&gt;
1929_39.jpg|Darsteller der Gruppe VI vor dem Rheintor&lt;br /&gt;
1929_40.jpg|Darsteller der Gruppe VI.&lt;br /&gt;
1929_41.jpg|Darsteller der Gruppe VI.&lt;br /&gt;
1929_42.jpg|Darsteller der Gruppe VI vor dem Rheintor.&lt;br /&gt;
1929_43.jpg|Darsteller der Gruppe VII.&lt;br /&gt;
1929_44.jpg|Darsteller der Gruppe VII vor dem Schlosstor.&lt;br /&gt;
1929_45.jpg|Darsteller der Gruppe VIII vor dem ehemaligen Feldtor.&lt;br /&gt;
1929_46.jpg|Darsteller der Gruppe VIII vor dem Rheintor.&lt;br /&gt;
1929_48.jpg|Darsteller der Gruppe VIII vor dem Rheintor.&lt;br /&gt;
1929_49.jpg|Darsteller der Gruppe VIII.&lt;br /&gt;
1929_55.jpg|Entwurf von Theo Blum.&lt;br /&gt;
1929_50.jpg|Darsteller der Gruppe VIII&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_51.jpg|300px|thumb|right|Festversammlung auf der Wiese vor dem Rheintor am Schluss des Festzuges.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_52.jpg|300px|thumb|right|Ehrengäste und Zugteilnehmer auf der Festwiese.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:F1929_01.jpg|300px|thumb|right|Ehrengäste und Zugteilnehmer auf der Festwiese.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1929_53.jpg|300px|thumb|right|Bei der Rede von Studienrat Dr. Josef Zanders.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festansprachen auf der Festwiese ====&lt;br /&gt;
Auf der Festwiese begrüßte [[Bürgermeister]] [[Hans Michael Flücken|Flücken]] die zahlreich erschienenen Ehrengäste, u.a. Herrn Monsignore Domkapitular Höller (als Vertreter des Erzbischofs), Herrn Regierungsdirektor Cajus Hermann Ludwig Karl von Rantzau (als Vertreter des [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Fuchs_%28Politiker%29 Ober- und Regierungspräsidenten]), Herrn Geheimrat [http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Redlich_%28Historiker%29 Otto Reinhard Redlich] (als Vertreter des [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Horion Landeshauptmanns]), Landesfinanzamtspräsident Dr. [http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Schmittmann Heinrich Schmittmann], Herrn Landrat Dr. Simon Nikolaus Stephan Groener, die Herren Beigeordneten Dr. [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Meerfeld Johann Meerfeld] und Dr. Fritz von Hansemann (als Vertreter des Oberbürgermeisters von Köln bzw. Neuss), Herrn Landrat a.D. von der Leyen, Herrn Landrat a.D. von Kessler-Pattern, Herrn Pater Superior des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Missionshauses Knechtsteden], Herrn Dechant Böckels (Dormagen), Herrn Prof. Albrecht (als Vertreter des Düsseldorfer [http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Kaesbach Kunstakademiedirektors]), den früheren Zonser [[Pfarrer]] Herrn Oberpfarrer Dr. [[Ludolf Schmitz|Schmitz]], die früheren Zonser [[Bürgermeister]] [[Albert Granderath|Granderath]] und [[Stephan Güsgen|Güsgen]], den deutschlandweit bekannten Schriftsteller [http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Herzog Rudolf Herzog], den Archäologen Dr. [[Constantin Koenen]] und zwei der Hauptinitiatoren des Festes: Kunstmaler [[Theo Blum]] und Dichter [[Michel Becker]]. Der [[Bürgermeister]] rief in seinem Schlussplädoyer dazu auf, mitzuhelfen, das alte Zons zu erhalten, dass es eine Ruhe- und Erholungsstätte bleibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festrede Dr. Josef Zanders ====&lt;br /&gt;
Die lange Festrede, die Studienrat Dr. [[Josef Zanders]] aus Neuss im Anschluss an die Rede des [[Bürgermeister]]s hielt, ist überliefert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Hochansehnliche Festversammlung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Stadtjubiläen sind keine Seltenheit, zumal nicht in unserem rheinischen Heimatlande, die sich im Laufe einer zweitausendjährigen und reichen Geschichte mit einem blühenden Kranze von Städten und Dörfern schmückte. Nicht allzuviele sind es, die ihre Geschichte nicht zweitausend Jahre zurückführen können, in jene Zeiten, da der römische Legionär mit ehernem Schritte die rheinischen Lande durchzog und das freie Volk in seinen Niederungen wie auf seinen Höhen zum ersten Male das Joch des Eroberers tragen mußte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Damals tauchte auch Sunnium, unsere gute alte Stadt, deren Jubelfeier wir heute begehen, aus nebelhaften Fernen ins Land des Lichts. Wo sich die römische Heerstraße hinabzog ins niederrheinische Land Durnomagus (Dormagen) nach Novaesium (Neuß), da erstand auch Sunnium (Zons) im Schatten des tractus militaris (Militärbezirk) von Dormagen. Wie die vorgenannten römischen Stützpunkte, war auch Zons einer der zahlreichen Eckpfeiler in dem gewaltigen Festungsringe, den Roms großer Feldherr Drusus an den Ufern des Rheines türmte, zur Sicherung der römischen Zwingherrschaft und vor allem zur Sicherung seiner rückwärtigen Verbindungen in dem bevorstehenden Kampfe mit den rechtsrheinischen germanischen Stämmen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wo sich heute vor unsern Augen Turm und Mauer recken, da erklang um jene Zeiten der siegesstolze Kommandoruf römischer Zenturionen. Ihres Grabes Urnen, darinnen sie ausruhen von ihres Lebens unruhvollen Zeiten, fand man jüngst vor den Toren unserer alten Stadt und fand also auch des alten Sunniums älteste Zeichen, Zeugen einer zweitausendjährigen wechselvollen Zeit.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dann taucht das alte Sunnium aufs neue hinab in das Meer des Vergessens, erst vom 10. Jahrhundert ab mehrt sich der Annalen Kunde, bis dann Siegfried von Westerburg, der auf Kölns Erzstuhl lieber das Schwert denn den Krummstab führte, als Schutz- und Trutzwehr gegen die Grafen von Berg die Burg Sontium erbaute. Ihr sollte kein langes Leben beschieden sein: Im Bunde mit Kölns Bürgern zerstörten die Bergischen nach der berühmten [[Schlacht bei Worringen]] die verhaßte Zwingfeste von Grund aus. Zwei Jahre nachher erstand die Burg aus ihrer Asche. Jedoch erst hundert Jahre später sollte derjenige kommen, der das alte Sunnium auf den Schild der Ehren erhob: [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Friedrich von Saarwerden]], in dem unsere alte Stadt ihren Bannerträger, Schirmherrn und Wohltäter verehrt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In jenen Zeiten war der Übermut der Neußer allzuhoch gestiegen: kein Landesherr, so ließen sie sich von Erzbischof Konrad I. beurkunden, durfte innerhalb ihres Mauerrings eine Burg oder Feste erbauen. Hundert Jahre später verlegte der Erzstuhl die nördliche Zollstätte des Erzstifts mit kaiserlicher Genehmigung von Neuß nach Zons.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Seitdem verkündet am [[Zollturm]]e der Stadt eine verwitterte Inschrift: &#039;Fridericus de Sarwerdena, archiepiscopus Coloniensis columen me fecit – Friedrich von Saarwerden, Erzbischof von Köln, schuf dies steinerne Bild.&#039; – Ein Jahr nach der Zollverlegung [[Stadtrecht|erhob der Erzbischof die Zollstätte zur Stadt]].&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9. April 1414 verstarb der große Bischof, tief betrauert vom ganzen Erzstift, dem er ein guter und starker Hirte gewesen war.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;50 Jahre nach dem Hinscheiden [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Friedrichs von Saarwerden]] schloß auf der gewaltigen Bischofsburg von [[Schloss Friedestrom|Schloß Friedestrom]] der Schwestersohn Friedrichs, Erzbischof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_II._von_Moers Dietrich von Mörs], seine unruhigen Augen zum ewigen Frieden. Fortan ward Stadt und Burg von Zons zum Zankapfel zwischen Bischof und [[Domkapitel]], welch letzterem der Erzstuhl stark verschuldet war. 1471 bemächtigte sich Erzbischof [http://de.wikipedia.org/wiki/Ruprecht_von_der_Pfalz_%28K%C3%B6ln%29 Ruprecht] mit Waffengewalt und Überfall des dem [[Domkapitel]] verpfändeten Städtchens. Zwei Jahre später sagte sich der Landtag des Erzstifts auf Betreiben des [[Domkapitel]]s von [http://de.wikipedia.org/wiki/Ruprecht_von_der_Pfalz_%28K%C3%B6ln%29 Ruprecht] los, und es kam infolge der Parteinahme [http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_der_K%C3%BChne Karls des Kühnen] für den ihm verwandten Erzbischof zum [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lner_Stiftsfehde Burgundischen Kriege]; der kühne Herzog scheiterte vor den Mauern des alten Novaesium. Zwischen Neuß und Köln gefährdete damals das unbezwungene Zons ständig die rückwärtigen Verbindungen des Burgunders und leistete so der Quirinusstadt wertvolle Waffenhilfe. Damals sah die alte Bischofsburg den glänzendsten Besuch ihrer Geschichte; [http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_III._%28HRR%29 Kaiser Friedrich III.] verweilte 14 Tage auf [[Schloss Friedestrom|Schloß Friedestrom]], während vor den Mauern von Zons ein Heer von 40.000 Mann lagerte. – Im [http://de.wikipedia.org/wiki/Truchsessischer_Krieg truchsessischen Kriege], gegen Ausgang des 16. Jahrhunderts, trotzte die alte Feste unter Führung des hochgemuten Chorbischofs [http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Sachsen-Lauenburg Friedrich von Sachsen-Lauenburg] allen Anschlägen des der alten Kirche abtrünnigen Erzbischofs [http://de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_I._von_Waldburg Gebhards von Waldenburg], und es dürfte nicht zuviel behauptet sein, zu sagen, daß unser altes Zons es war, welches damals dem Erzbischof und der von ihm entfachten neuen Glaubenslehre das Rückgrat brach.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In den Stürmen des [[Dreißigjähriger Krieg|30-jährigen Krieges]] erlebte das alte Zons zu Ausgang des schier endlosen und verheerenden Völkerringens das ruhmvollste Kapitel seiner kriegerischen Geschichte: Die Hessen zogen damals sengend und brennend durch das Erzstift. Am 27. Januar 1641 ergab sich ihnen die Stadt Neuß nach nur 3-tägiger Belagerung. Dann zog das gefürchtete und völlig verwilderte Hessenheer unter Führung des &#039;wilden&#039; [[Rabenhaupt]], des Schreckens des Erzstiftes, vor die alte Bischofsfeste. Ihre Aufforderung, sich zu ergeben, wies Zons mit Stolz zurück. Unsägliche Kriegsnot kam damals über das alte Sunnium; in zahllosen Stürmen lief der Hesse gegen es an. Zons trotzte unter Führung seines heldenmutigen Kommandanten, des Obersten [[Goldstein]], allen Stürmen, und der wilde [[Rabenhaupt|Hessengeneral]] mußte endlich unverrichteter Sache abziehen. Seitdem vermeldete eine Inschrift am alten [[Rathaus]]e der Stadt: &amp;quot;[[Rabenhaupt]] me oppugnavit, [[Goldstein]] me prepugnavit adjuvante populo Zontinensi – [[Rabenhaupt]] bestürmte mich, [[Goldstein]] beschirmte mich, das Volk von Zons half tapfer dazu.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Zwar vergaß in den Nöten der kommenden Jahrhunderte die Kriegsnot auch des wehrhaften Städtchens nicht und pochte noch öfters an seine Tore, jedoch waren die schlimmsten Stürme vorüber, und in geruhigerem Laufe verlief fortan des Städtchens Geschichte. Die stolze Feste verlor, eine natürliche Folge moderner Kriegskunst, völlig ihre Bedeutung und versank schier im Meer des Vergessens. Die schweren Brände, in denen die Stadt zu Beginn des 17. Jahrhunderts heimgesucht wurde [gemeint ist der [[Stadtbrand 1620]]], taten ein Besonderes dazu, indem die reichen Geschlechter der Stadt den Rücken kehrten und sich glücklicheren Zonen zuwandten. Arme Weber aus dem Bergischen traten an ihre Stelle, mit warmem Herzen zwar und mutigem Sinn – das bewiesen sie schon wenige Jahre später im Kampfe gegen den wilden [[Rabenhaupt]]; der Wohlstand war aber dahin, und Armut und Not klopften hinfort an die Tore der Stadt. Kein Wunder, daß man sich nachgrade in Zons selber nicht mehr auf die große Vergangenheit der Stadt besann und sich geduldig damit abfand, daß man der alten Stadt auch das Letzte nahm, was ihr geblieben, Wappen und Würde einer Stadt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Um die Wende unseres Jahrhunderts klopfte dann die neue Zeit gebieterisch an die Tore unserer stillen Stadt. Immer enger ballten sich ringsherum die Menschenmassen zusammen, immer größer wurde ihre Sehnsucht, aus den Steinhöhlen der Großstädte hinauszustreben in Gottes freie Natur. Gar bald kam die Zeit, da unsere gute alte Stadt der beliebteste Ausflugsort für das große Industriegebiet wurde, das sich mit den Namen Düsseldorf, Köln und Bergisches Land umschreibt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Nun aufs neue in die große Welt hineingestellt, erinnerte man sich in Zons auch wieder der früheren stolzen Vergangenheit, und alsbald setzten unter Führung des damaligen [[Bürgermeister]]s [[Claus Kohl|Klaus Kohl]] die Bestrebungen ein, die alten Rechte wiederzugewinnen und die ehrwürdige Bischofsfeste aufs neue zum Range einer Stadt zu erheben. Die Wiederverleihung von [[Stadtwappen|Wappen]] und Stadtrechten erfolgte am 11. Mai des Jahres 1904 und trägt das neu verliehene und nur unwesentlich geänderte alte [[Stadtwappen|Wappen]] der Stadt die persönliche Unterschrift des damaligen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_II._%28Deutsches_Reich%29 Kaisers Wilhelm II.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wir stehen heute an der ersten großen Wegeswende jener bedeutungsvollen Tage; ein Vierteljahrhundert ist seitdem hinabgesunken in den tiefen Schoß der Zeiten. Die wiedererstehende Stadt trägt heute den Silberkranz einer kurzen jungen Zeit; er kann die Schönheit des Lorbeers, den sie seit 555 Jahren als Stadt des Kölner Erzstuhls, seit nahezu 1300 Jahren als Salhof des ersten Erzbischofs von Köln, seit nahezu zweitausend Jahren als Drususfestung im Kranz der Römersiedlungen am Rhein trägt, nur erhöhen und mit dem ehrwürdigen Schimmer des Alters überstrahlen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wiederum wie so oft in ihrer wechselvollen Geschichte, sieht die Stadt zahlreichen und hohen Besuch in ihren Mauern. Sie sind alle gekommen, alt und jung, hoch und niedrig, sich mit uns zu vereinen in der Liebe zu unserer alten Stadt, an der wir alle hängen mit ganzer Seele, mit der Seele dessen, der seine Heímat ehrt, schätzt und liebt. Wir danken vor allem dem hohen Vertreter des Kölner Erzstuhles, mit dem uns so enge und innige Bande seit nunmehr dreizehnhundert Jahren verknüpfen. Wir danken an dieser Stelle dem allverehrten Oberhirten unserer großen Erzdiözese, daß er vor wenigen Jahren bei der Neueinteilung der Dekanate, eingedenk der Geschichte unserer Stadt, dem neuen Dekanate den Namen unserer Bischofsfeste gab. Wiederum erfuhr das alte Sunnium die Huld und Gunst des Kölner Erzstuhls; es wird sie sicherlich wie ehedem mit unwandelbarer Treue lohnen. Wir danken aufrichtig den hohen Vertretern der Staatsregierung. Seit mehr denn hundert Jahren ist unsere Stadt mit den Geschicken Preußens verknüpft, sie trug mit dem Vaterlande Leid und Freud, sie sah den glanzvollen Aufstieg des Reiches wie das bittere Ende zu Ausgang des großen Krieges. Nimmer wurde sie wankend in ihrer Treue zum leidgequälten Vaterlande; was sie den Kölner Erzbischöfen in einem halben Jahrtausend gehalten, das hielt sie in der gleichen Liebe und unwandelbaren Treue dem größeren Vaterlande.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Ich fühle mich eins mit allen, die unsere alte Stadt lieb haben, wenn ich dieses Treugelöbnis hier vor aller Welt und insbesondere vor den Vertretern der Staatsregierung ablege. Wir danken an dieser Stelle der Staatsregierung, daß diese über den Nöten des großen gemeinsamen Vaterlandes im vergangenen Jahrhundert auch unserer alten Stadt nicht vergaß und mehr als einmal sichtbar Zeugnis dafür gab. Wir fügen dem nur die große Bitte an, in den besonderen Nöten der trüben Gegenwart unser nicht ganz zu vergessen, uns zu helfen, die Heimat zu erhalten als Kleinod und Stätte der Erholung und Freude für die ungezählten Tausende, die in ihrem Bannkreis des Lebens Schwere tragen, und in den wenigen Stunden der Muße sehnsüchtig nach blauem Himmel und einem stillen ruhigen Plätzchen in der Unrast unserer Tage und dem ewig ruhelosen Räderwerk des gewaltigen Industriegebietes der Erde ausschauen. Allein kann unsere alte Stadt, die seit den [[Stadtbrand 1620|großen Bränden des Jahres 1620]] mit Glücksgütern nimmer gesegnet war, den Wiederaufbau und die Erhaltung ihres Burgberinges wie ihres Festungsgürtels nicht tragen; wir nehmen aber zuversichtlich die Hoffnung vorweg, daß Kreis, Provinz und Staat, wie vordem, unsere Bestrebungen auf Erhaltung der Heimat warm und tatkräftig unterstützen, damit noch in den fernsten Zeiten das alte Sunnium stehe als sichtbares Denkmal der Heimatliebe unseres Geschlechtes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Nicht besser glaube ich meine Ausführungen beschließen zu können als mit der Mahnung des Dichters: &amp;quot;Seid einig, einig, einig!&amp;quot; Einig in der Liebe zum Vaterlande, zur engeren Heimat, einig in einer Treue, für die [http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Hindenburg Hindenburgs] schöner Wahlspruch Sinn und Symbol ist: &amp;quot;Die Treue ist das Mark der Ehre!&amp;quot; Dann wird noch in den fernsten Zeiten auch für unsere alte Stadt und ihre heimatbewußte Bürgerschaft sich die Wahrheit des schönen Dichterwortes erfüllen, das drüben am Deutschen Eck in Koblenz geschrieben steht:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Nimmer wird das Reich – und ich füge hinzu – eure Heimat – zerstört, wenn ihr einig seid und treu.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rede von [[Josef Zanders|Zanders]], die man über eine Lautsprecheranlage verbreitete, wurde begeistert aufgenommen. Es folgten kurze Ansprachen der Vertreter des [http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Joseph_Schulte Erzbischofs], des [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Fuchs_%28Politiker%29 Ober- bzw. Regierungspräsidenten], des [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Horion Landeshauptmanns] und des Landrats. Insbesondere die Rede des Landrats fand wegen der Perspektiven, die sie für Zons aufzeigte, besonderen Beifall. Am Schluss stimmte die Menge in das Hoch auf das Vaterland ein. Während das Deutschlandlied gesungen wurde, ließ man Hunderte Luftballons in die Luft steigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abendveranstaltungen ===&lt;br /&gt;
Um 20 Uhr war Beginn der Festbälle in allen Zonser Sälen, und um 21:30 Uhr sollte ein Feuerwerk mit Beschießung und Beleuchtung der Befestigung starten: Es sollte die Beschießung der Stadt Zons darstellen, beginnend mit Feuerwerksdarbietungen auf der Festwiese mit Lichtersonnen, Wirbelfeuerbatterien, die Trommelfeuer imitieren, und römischen Lichtern, die bunte Leuchtkugeln durcheinander werfen. Nach einer kurzen Pause sollte dann die Zahl &amp;quot;555&amp;quot; als Erinnerung an die [[Stadtrecht|Stadterhebung 1373]] erleuchten. Als Finale des Feuerspiels sollte dann als Folge der fiktiven Beschießung ein Stadtbrand simuliert werden. – Das Feuerwerk musste jedoch abgesagt werden, da unmittelbar nach den Festansprachen ein schweres Unwetter mit Regen aufzog, und so endete das Stadtfest weniger feierlich als geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erinnerungen des Schriftstellers Dr. Albert Paß&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 162 (Zeitungsartikel &#039;&#039;&amp;quot;Zonser Stadtfest&amp;quot;&#039;&#039; von Albert Paß, leider ohne nähere Angaben).&amp;lt;/ref&amp;gt;===&lt;br /&gt;
Kurz nach dem Stadtfest erschien ein Artikel des Kölner Schriftstellers Dr. Albert Paß, der dem Ehrenausschuss angehörte und die besondere Ehre hatte, beim Stadtfest als Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Friedrich III. von Saarwerden]] aufzutreten. Dem Artikel sind ein paar interessante Details zu den &amp;quot;Strippenziehern&amp;quot; hinter dem Fest und zur Geschäftstüchtigkeit der Zonser Wirte zu entnehmen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Als ich noch [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden]]...&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Daß man auch in unsrer demokratischen und republikanischen Zeit, wenn auch nur für die Dauer eines zweitägigen Stadtfestes, Landesherr werden kann, das habe ich, so sonderbar es klingen mag, am eignen Leibe erfahren. Als mir vor etwa drei Wochen unser rheinischer Dichter und Schriftsteller [http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wenz Richard Wenz] mitteilte, der K. K. K. habe in seinem hohen Rate beschlossen, mir für die am 20. und 21. Juli 1929 stattfindenden 555. Jahrfeier und Silberjubiläum der Stadt Zons die Rolle des Erzbischofs [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Friedrich von Saarwerden]] zu übertragen, da habe ich mich erst einen Augenblick an der Lehne meines Schreibtischsessels festgehalten und laut gelacht. Aber [http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wenz Richard Wenz] eröffnete mir, es handle sich um keinen Scherz, und zudem sei ich auch bereits als Mitglied des Ehrenausschusses benannt. Im übrigen hänge von der Durchführung meiner Rolle sozusagen das ganze Gelingen bzw. Nichtgelingen des Stadtfestes ab. Ich fühlte mich also kollossal gebauchpinselt und unterließ jeden nutzlosen Einwand, zudem im übrigen bereits der Kölner Landschaftsmaler und Graphiker [[Theo Blum]] unangemeldet, wie stets, zur Tür hereinkam, mit riesigen Zeichenrollen bewaffnet, und mich restlos breitschlug. [[Theo Blum]], der bereits im dritten Jahrzehnt in Zons alljährlich Quartier nimmt, teilte sich mit dem Zonser Lehrer [[Heinz Riffel]] in die Vaterschaft des Stadtfestgedankens, und beide hatten in wochenlanger Vorarbeit und selbstlosem Idealismus etwas geplant, das, wenn es gelang, sich sehen lassen durfte. In der Hand von [[Theo Blum]] lag die künstlerische Durchführung des ganzen Festprogramms und des Festzuges, während die Aufstellung der einzelnen Gruppen sowie die Skizzierung der ihnen zugrunde liegenden geschichtlichen Tatsachen [[Heinz Riffel]] besorgt hatte. Dazu hatte der junge Kölner Dichter [[Michel Becker]] ein Weihespiel &#039;Schwur am Strom&#039; geschrieben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Selbstverständlich war ich einige Male in der Woche vor dem Fest in das alte, liebliche Zons gefahren, sei es auf dem angenehmern Wege zu Schiff, mit den Dampfern der Köln-Düsseldorfer, sei es auf dem schnellern mit den Autobussen der Kölner Kraftwagen-Verkehrsgesellschaft, die den müden Reisenden zum mindesten gründlich wachrütteln. Da ich inkognito war und niemand in mir den für zwei Tage wiedererstandenen Landesherr vermutete, so hatte ich reichlich Gelegenheit, auch hinter die Kulissen zu blicken, um später von den erworbenen Kenntnissen Gebrauch machen zu können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Während der beiden Festtage selbst war das verschlafene Zons gründlich aufgeweckt worden. Vielleicht zu gründlich, denn eine Anzahl von Wirten glaubten auf einmal, ihr Schäfchen ins Trockene bringen zu müssen und sich daher berechtigt, ihre Preise denjenigen erster Luxushotels gleichzustellen. Daß man auf solche Weise keinen Fremdenverkehr anzieht, geschweige denn hebt, ist selbstverständlich, und es wäre bedauerlich, wenn es nicht gelingen sollte, hier für Änderung zu sorgen. Bedauerlich aus dem Grunde, weil das mittelalterliche Städtchen Zons so recht angetan ist, den Großstädter dort einige Stunden des Ausruhens von der Hast der heutigen Zeit verbringen zu lassen. Will doch der Kreis im Einvernehmen mit der preußischen Regierung besondere Mittel zur Verfügung stellen, nicht nur, um den Charakter der Stadt zu wahren, sondern darüber hinaus zum Ausbau und zur Wiederherstellung der alten Stadtmauer und -Gräben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;[[Theo Blum|Blum]], [[Heinz Riffel|Riffel]] und [[Michel Becker|Becker]], dieses Triumvirat, hatten nicht nur in Zons mobil gemacht, was mobil zu machen war, sondern darüber hinaus aus Köln, Düsseldorf und Bonn an Künstlern herbeigerufen, was notwendig war, um das Fest durchführen zu können. Samstags fand auf der Wiese vor dem [[Rheintor]] der Aufmarsch der Turner statt, den Zigeunerinnenreigen, getanzt von Zonser Mädels, ablöste und auf den zum Schluß ein Fackelreigen folgte. Dann konnte im magischen Scheine der Pechfackeln unmittelbar am Ufer des Rheins vor einer großen, auf dem Damm lagernden Zuschauermenge das Weihespiel von [[Michel Becker]] seine vorzüglich gelungene Aufführung erleben. Man muß diesem Spiel um so mehr Anerkennung zollen, als sämtliche Gruppen von Zonser Bürgern dargestellt wurden, und nur die einzelnen Sprecher jeder Gruppe sowie der Herold und der Darsteller des Wanderers von jungen Kölner Künstlern übernommen worden war. Wer einmal einer Probe an den Vortagen beigewohnt hatte, der weiß, wieviel Mühe das Gelingen dieses Spiel verursacht hat, aber auch, wieviel urwüchsiger, bodenständiger Humor in Zwischenrufen dabei zum Durchbruch kam.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Den Höhepunkt des Stadtfestes bildete der am Sonntagnachmittag, allerdings wegen des einsetzenden Gewitterregens mit 1 1/2-stündiger Verspätung abgehaltene historische Festzug, dessen acht Gruppen Bilder aus der Geschichte von Zons zeigten, von der Römerzeit bis zum Dreißigjährigen Krieg. [[Theo Blum]] hatte dafür gesorgt, daß ein farbenfrohes und prächtiges Bild zustande kam, und die Kölner Firma Peter v. Bongardt, die sämtliche Kostüme und Ausrüstungsgegenstände gestellt hatte, erleichterte ihm die Durchführung seines Planes. Mitte und Mittelpunkt des Zuges bildete die Gruppe, die die [[Stadtrecht|Erhebung des Dorfes zur Stadt am 20. Dezember 1373]] durch Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Friedrich III. von Saarwerden]] darstellte. Der damalige Kölner Erzbischof und Erzkanzler hatte den [[Rheinzoll]] von Neuß nach Zons verlegt, und die etwa 100 Jahre vorher nach der [[Schlacht bei Worringen]] zerstörte Burg durch eine neue, das [[Schloss Friedestrom|Schloß Fredestroym]], ersetzt und die neue Zollstadt, der gleichzeitig Marktrecht verliehen wurde, mit einer starken Festungsmauer umgeben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Als Darsteller des Erzbischofs lag mir ob, hoch vom Roß herab vor der vor dem [[Rathaus]] versammelten Zahl der Ehrengäste die [[Stadtrecht|Stadternennungsurkunde]] zu verlesen. Als mir der augenblickliche [[Hans Michael Flücken|stellvertretende Bürgermeister]] vorab den Ehrentrunk reichte, blinzelte mir der unter den Ehrengästen als Vertreter des Oberbürgermeisters Dr. h.c. [http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Adenauer Adenauer] anwesende Kölner Kunstdezernent Dr. h.c. [http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Meerfeld Meerfeld] listig zu, und mir war, als wollte er mich an das eben zustande gekommene Konkordat erinnern. Wir beide aber setzten pflichtgemäß unsre Amtsmienen auf, und ich machte einige Minuten in Geschichte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bei der anschließenden Schlußfeier auf der Festwiese wurde etwas reichlich viel geredet, so daß der [[Hans Michael Flücken|stellvertretende Bürgermeister]] nicht einmal dazu kam, den drei Hauptpersonen der Veranstaltung zu danken. Dies am Abend im kleinen Kreise nachzuholen, war meine letzte Amtshandlung, die ich als bereits wieder im bürgerlichen Gewand zurückgekehrter Landesherr vorgenommen habe. Sicher aber ist, daß ich an diese beiden Tage meiner Herrschaft recht gerne zurückdenke und, wie alle Teilnehmer des Festes, auch noch recht oft nach Zons zurückkehren werde, dem ich wünsche, daß es von dem damals 1373 von [[Friedrich von Saarwerden (Erzbischof)|Friedrich III. von Saarwerden]] verliehenen Recht, sich einen geeigneten [[Bürgermeister]] zu wählen, nach den in diesem Herbst stattfindenden Wahlen einen guten Gebrauch machen wird.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik durch Hauptlehrer Peter Breuer ==&lt;br /&gt;
[[Peter Breuer]] schreibt zum Stadtfest in der Schulchronik&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Beteiligung der Bevölkerung sei nur zufriedenstellend gewesen und im Allgemeinen sei eine freudige Arbeit nicht aufgekommen. Einige Kölner hätten sich darüber mokiert, dass sie nicht ganz besonders bedacht worden seien: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Wie allerorts Fehler gemacht werden, so soll es auch hier zugegeben werden, aber daß Außenstehende nun glauben, durch ihre gütige Mitwirkung sei es erst etwas geworden, grenzt an Größenwahn. Ich habe persönlich die feste Überzeugung, mit weniger fremden Geiste wäre das Ortsfest schöner und natürlicher geworden.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtfeste]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feste und Feiern]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<title>Zons-Literatur</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die folgende Literaturliste führt Publikationen (Monografien, Aufsätze, Rezensionen, &amp;quot;Graue Literatur&amp;quot;) zur Geschichte von Zons (auch Stürzelberg und St. Peter als Stadtteile der bis 1975 selbstständigen Stadt Zons und das heute rechtsrheinische Haus Bürgel) in den jeweiligen Rubriken nach Verfasser(inne)n in alphabetischer Ordnung auf. Nicht berücksichtigt sind Mundart-Publikationen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wird aber laufend aktualisiert und ergänzt. Texte jeglicher Art zum Ort Stürzelberg finden sich gesammelt in der Kategorie [[Zons-Literatur#Ortsgeschichte_Stürzelberg/_St._Peter|&amp;quot;Ortsgeschichte Stürzelberg/ St. Peter&amp;quot;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeine Ortsgeschichte, übergreifende Darstellungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monografien und Sammelbände ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Baumgarten, Jörg H.: &#039;&#039;Zons – Ein Stadtführer&#039;&#039;, Köln 1989.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Helene Blum-Spicker|Blum-Spicker, Helene]]: &#039;&#039;600 Jahre Stadt Zons&#039;&#039;. 1373 – 1973, Dormagen 5. Aufl. 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Karl Emsbach|Emsbach, Karl]]: &#039;&#039;Zons – Portrait einer alten Stadt&#039;&#039;. Hrsg. vom Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Zons e.V., Dormagen 2000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Karl Emsbach|Emsbach, Karl]]: &#039;&#039;Zons&#039;&#039; (= Rheinische Kunststätten, Heft 496; Hg.: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz), Neuss 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grashoff, Ehler W.: &#039;&#039;Zons am Niederrhein&#039;&#039; (= Deutsche Kunstführer an Rhein und Mosel, Bd. 6), Köln/ Wien 1927.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Aenne Hansmann|Hansmann, Aenne]]: &#039;&#039;Geschichte von Stadt und Amt Zons&#039;&#039;. Mit einem Beitrag von [[Artur Elicker]], [[Jakob Justenhoven]] und [[Herbert Milz]]. Düsseldorf 1973.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Aenne Hansmann|Hansmann, Aenne]]/ Wensky, Margret: &#039;&#039;Rheinischer Städteatlas Zons&#039;&#039;, Lieferung IV, Nr. 25, 1978, 2. verb. und erg. Aufl. Köln 1990.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Kirchhoff-Werle, Maria Elisabeth]]/ [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Zons. Werden und Schicksal einer alten Stadt&#039;&#039;, Düsseldorf o.J. [1960].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Kirchhoff-Werle, Maria Elisabeth]]/ [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Zons – Geschichte und Geschichten&#039;&#039; (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Bd. 11), Dormagen 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kisky, Hans: &#039;&#039;Zons&#039;&#039; (= Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Rheinische Kunststätten), Neuss 1962.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Klapheck, Richard: &#039;&#039;Zons&#039;&#039; (= Rheinische Heimat, Rheinische Kunst, Bd. 2), Düsseldorf o.J. [1929].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Nicolaus Kohl|Kohl, Claus]]: Zons am Rhein – Beiträge zur Geschichte der Stadt Zons, Zons 1904. [Mikrofiche-Ausgabe: Dresden, Alpha Com 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kremer, Karl: &#039;&#039;Zons. Das [[Rheinisches Rothenburg|Rheinische Rothenburg]]&#039;&#039;, hrsg. v. [[Peter Norff]], Köln 1924.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Libertus, Heinz: &#039;&#039;Zollfeste Zons mit ihrer Stadtgeschichte&#039;&#039;, Kaarst 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Libertus, Heinz: &#039;&#039;Das damalige Leben in Zons anhand alter Fotografien&#039;&#039;, Neuss 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Libertus, Heinz: &#039;&#039;Zons, älter als gedacht&#039;&#039;, Neuss 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Libertus, Heinz: &#039;&#039;Festschrift zur 650-Jahrfeier der Stadt Zons. Von den Römern in Zons bis zum Königshof der Königin Richeza&#039;&#039;, Kaarst 2022.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Libertus, Heinz: &#039;&#039;Festschrift zum 650-Stadtfest Zons. Königin Richeza aus der rheinischen Adelsfamilie der Ezzonen, Verwalterin des Fronhofs Zons&#039;&#039; (&amp;quot;zweite erweiterte Auflage&amp;quot;), o.O. [Kaarst], o.J. [2023].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Libertus, Heinz/ Bauers, Martin: &#039;&#039;Im Reich der Ezzonen. Alte Thesen neu durchdacht. Weitere Erkenntnisse zum Zons der Ezzonen&#039;&#039;, Kaarst 2023.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nida, E. von (Hg.): &#039;&#039;Zons und seine Stadtmauer&#039;&#039;, 3. Aufl., Essen o.J. [1912]; (2. Aufl. o.J. [1909]; 1. Aufl. o.J. [1907]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Adam Otten|Otten, Adam]]: &#039;&#039;Zons am Rhein&#039;&#039;, Düsseldorf 1903. [Mikrofiche-Ausgabe: Dresden, Alpha Com 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pankalla, Heinz A.: &#039;&#039;Zons – Ein [[rheinisches Rothenburg]]. Festschrift 90 Jahre Heimat- und Verkehrsverein Zons&#039;&#039;, Dormagen 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Poschmann, Erika: &#039;&#039;Ihr Ausflugsziel Feste Zons&#039;&#039;, Wesel 1978.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Heinz Riffel|Riffel, Heinz]]: &#039;&#039;Zons und seine Stadtmauern&#039;&#039;, hg. v. [[Peter Norff]] (Köln), Köln-Deutz o.J. [1933].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Scheuss, Sigrid/ Wilms, Birgit: &#039;&#039;Zons am Rhein&#039;&#039;, Goch o.J. [2009].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): &#039;&#039;Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt&#039;&#039; (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schütz, Constantin: &#039;&#039;Der Bürgermeister von Zons. Historische Erzählung&#039;&#039;. Text-Illustrationen aus der kulturhistorischen Sammlung &amp;quot;Zons&amp;quot; von Paul Faulstich. Kopfleisten von H. Waltenberg. 114 S., Elberfeld o.J. [1915]; 2. Aufl. Witten 1931 (142 S.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Die [[Schwieren (Familie)|Schwieren]]-Chroniken aus Zons. Bemerkenswertes aus einer niederrheinischen Kleinstadt und ihrer Umgebung 1733–1823&#039;&#039; (= Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes Neuss e.V. Nr. 15), Köln 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sparkassenstiftung im Rhein-Kreis Neuss (Hg.): &#039;&#039;Auf nach Zons! Mittelalter zum Anfassen&#039;&#039;, Neuss 2018.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Zons e.V.|Verkehrsverein Zons am Rhein]] (Hg.): &#039;&#039;Zons – ein Idyll am Niederrhein&#039;&#039;, Düsseldorf 1927. [Mikrofiche-Ausgabe: Dresden, Alpha Com 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Zons e.V.|Verschönerungs- und Verkehrs-Verein der Stadt Zons]] (Hg.): &#039;&#039;Zons am Rhein. Kleiner Führer, den Freunden der Stadt gewidmet&#039;&#039;, Neuss o.J. [1908]. [Mikrofiche-Ausgabe: Dresden, Alpha Com 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zenk, Detlev: &#039;&#039;Zons – alte Zollfeste am Rhein&#039;&#039;, Düsseldorf 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufsätze, Artikel, Sonstiges ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Verschollenes Tagebuch wird neu vorgelegt. Ehemaliger Zonser Stadtdirektor bearbeitet Zonser Küstertagebuch aus dem 18. Jahrhundert&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 1/1988, S. 23–24.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Besprechung zu: [[Karl Emsbach]], Zons. Portrait einer alten Stadt. Dormagen 2000&#039;&#039;, in: Düsseldorfer Jahrbuch 71 (2000), S. 400–402.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Der Söldnerchronist Peter Hagendorf vor Zons im Hessenkrieg 1642&#039;&#039;, in: Düsseldorfer Jahrbuch 79 (2009), S. 315–334.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;&amp;quot;Das kölliesse landt, alles verderbet, wir so wol als der feindt&amp;quot;. Ein kaiserliches Militärlager vor Zons im Hessenkrieg 1642&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 2/2019, S. 58–64.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Bruns, Peter: &#039;&#039;Die Lokalisierung des Feldlagers der kaiserlichen und kurbayerischen Truppen bei Zons von 1642&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2026 (2025), S. 36–45.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Fischer, Martin: &#039;&#039;&amp;quot;ind seulde yme sulch syn anslach veryndert syn wurden&amp;quot;. Die Stadt Zons während der Kölner Stiftsfehde und die burgundische Militäraktion vom 13. April 1475&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2024 (2023), S. 20–39.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Brauckmann, Hanns: &#039;&#039;Zons am Rhein&#039;&#039;, in: Rheinische Heimatblätter, 5. Jg. (1928), H. 7, S. 278–280.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Cremer, M.: &#039;&#039;Zons – das [[Rheinisches Rothenburg|niederrheinische Rothenburg&#039;&#039;]], in: Heimatkalender Kreis Grevenbroich 1952 (hrsg. vom Oberkreisdirektor), Grevenbroich 1951, S. 62.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Doering, O.: &#039;&#039;Aus Zons&#039;&#039;, in: Sonntag ist&#039;s (München), 2. Jg. (1916/17), S. 199–202.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Erdmann, August: &#039;&#039;Zons. Ein niederrheinisches Stadtbild&#039;&#039;, in: Die neue Welt. Illustriertes Unterhaltungsblatt, Jg. 1907, Nr. 24, S. 188–190.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift Zonser [[Stadtfest 1929|Stadtfest 1373–1929&#039;&#039;]] [mit verschiedenen Beiträgen], o.O. 1929.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Frohn, Joseph: &#039;&#039;Zons am Rhein, ein Stück Mittelalter&#039;&#039;, in: Alte und neue Welt, H. 24 (1907), S. 656–659.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fuchs-Hartmann, W.: &#039;&#039;Wiedergeburt einer alten Stadt&#039;&#039; [Zons], in: Die Propyläen (München), 36. Jg. (1939), S. 137.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ganske, Willy: &#039;&#039;Zons am Rhein&#039;&#039;, in: Vom Fels zum Meer, 24. Jg. (1904), H. 7, Berlin, S. 485–488.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ganske, Willy: &#039;&#039;Ein Malernest am Rhein&#039;&#039; [Zons], in: Die Woche, 6. Jg. (1904), H. 38, Berlin, S. 1704–1705.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gelenius, Aegidius: &#039;&#039;De admiranda, sacra et civili magnitudine Colonie Claudiae Aggrippinensis augustae ubiorum urbis. Libri IV&#039;&#039;. Köln 1645. Darin: &#039;&#039;Notatio III: De Sons Sunicis, et vetere alueo Rheni&#039;&#039;, S. 355.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gutenberger, W.: &#039;&#039;Zons am Niederrhein&#039;&#039;, in: &amp;quot;Durch alle Welt: Länder-, Völker- und Naturbetrachtungen, Reisen und Abenteuer&amp;quot; (Berlin), Jg. 1929, H. 35, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Zons e.V.|Heimat- und Verkehrsverein der Feste Zons e.V.]] (Hg.): &#039;&#039;Zonser Stadt-Kurier. Historische Zeitung der Feste Zons 13.–17. Jahrhundert&#039;&#039;. 1. Ausgabe vom 1.8.1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hübner, Paul: &#039;&#039;Zollfeste Zons – Die Meuterei von Neuss&#039;&#039;, in: Der Rhein – von den Quellen bis zu den Mündungen, Frankfurt 1974, S. 414–419.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ilgen, Theodor: &#039;&#039;Die Entstehung der Städte des Erzstiftes Köln am Niederrhein&#039;&#039;, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 74 (1902), S. 1–26.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;Der [[Rheinturm]] in Zons mit Turmanlage, [[Kapelle &amp;quot;Maria von den Engeln&amp;quot;|Kapelle]], Vincentinerinnenhaus und [[Heimatmuseum]]&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. II (1984), S. 18–24.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Römisch-fränkische Kontinuität im Raum Dormagen-Zons&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. X (2005), S. 41–50.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle|Kirchhoff-Werle, Maria Elisabeth]]: &#039;&#039;Im Glanze des Krummstabes. Aus der Geschichte von Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 4/1951, S. 85–88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Klapheck, Richard: &#039;&#039;Zons&#039;&#039;, in: Eine Kunstreise auf dem Rhein von Mainz bis zur holländischen Grenze, Bd. 2: Niederrhein, 2. verm. und überarb. Aufl., Düsseldorf 1928, S. 286–295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Korschelt, Fr. M.: &#039;&#039;Zons am Rhein&#039;&#039;, in: Jan Wellem, Monatsschrift für Düsseldorf, Niederrhein und Bergisches Land, 5. Jg. (1930), H. 4, S. 126–127.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lentzen, Johannes Peter: &#039;&#039;Aus dem Tagebuche eines [[Johannes Peter Schwieren|Küsters]] in Zons&#039;&#039;, in: Heimathskunde, Zeitschrift für niederrheinische Geschichte und Altertumskunde, Nr. 17, Nr. 18 (1880); Der Niederrhein, Beiträge zur Geschichte und Naturkunde, Nr. 22, Nr. 24–35, Nr. 38–40 (1885); Nr. 41–42, Nr. 44 (1886); Nr. 46 (1887); &amp;quot;Düsseldorfer Sonntagsblatt&amp;quot;, Beilage zum &amp;quot;Düsseldorfer Volksblatt&amp;quot;, Nr. 4–5, 7–8, 10, 12, 15, 17, 19–21, 26 (1881).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lieveling, Peter: &#039;&#039;Die Geschichte einer Stadt. Das alte Zons am Niederrhein&#039;&#039;, in: Stadtgeschichte und Heimat Museum Zons, o.O., O.J. [1999], S. 4–11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mariaux, H.: Zons (am Rhein): &#039;&#039;Kleinod aus Backstein und Basalt&#039;&#039;, in: Diplomatischer Kurier (Köln), 4. Jg. (1955), S. 716–720.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Merten, Ruth/ Merten, Christoph: &#039;&#039;Zollfestung am Rhein&#039;&#039; [Zons], in: ADAC-Freizeitatlas Historische deutsche Kleinstädte. 23 Porträts von Zons bis Zittau, Gütersloh 1993, S. 26–27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Neisser, Hans-Joachim: &#039;&#039;Das &amp;quot;[[Rheinisches Rothenburg|rheinische Rothenburg]]&amp;quot; lohnt einen Ausflug. Die alte kurkölnische Landesfeste Zons setzt auf sanften Tourismus&#039;&#039;, in: Das Tor 70 (2004), S. 6–8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Opheys, Sabine: &#039;&#039;Selbst 650 Kanonenkugeln konnten Zons nichts anhaben&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 94/2003, S. 8–9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pankalla, Heinz A.: &#039;&#039;Die Revolution von 1848 im Spiegel der Rheinischen Dorfchronik des [[Johann Jakob Delhoven]]&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. VII (1989), S. 10–23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pohl, Hans: &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814), Teil 1&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. IV (1986), S. 25–44.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pohl, Hans: &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814), Teil 2&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. V (1987), S. 41–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Redlich, Otto: &#039;&#039;Wanderungen an Rhein und Ruhr&#039;&#039;, in: Düsseldorfer Jahrbuch, Bd. 31 (1925), 1920/24, S. 13ff.; S. 25–29 über Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ritzerfeld, Ulrich: &#039;&#039;[[Rabenhaupt|Karl Freiherr Rabenhaupt von Sucha]] – Ein Heer- und Söldnerführer des 17. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: Franz-Josef Radmacher/ Stefan Kronsbein: Archiv und Erinnerung im Rhein-Kreis Neuss – Festschrift für Karl Emsbach (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Neuss, Nr. 18), Neuss 2011, S. 275–281.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sassen, Otto von: &#039;&#039;Zons am Rhein&#039;&#039;, in: Monatshefte für Literatur, Kunst und Wissenschaft, Zeitschrift der Buchgemeinde, 8. Jg. (1932), S. 476–479.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schell, Otto: &#039;&#039;Zons am Niederrhein&#039;&#039;, in: Wandern und Reisen, 1. Jg. (1903), H. 8, S. 241–244.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schell, Otto: &#039;&#039;Zons, das niederrheinische Rothenburg&#039;&#039;, in: Monatsschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 22. Jg. (1915), Nr. 2, S. 34–38; Nr. 3, S. 42–44.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schlager, Patricius: &#039;&#039;Ein geschichtliches Lied über die Belagerung der Stadt Zons im Jahre 1646&#039;&#039;, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 81 (1906), S. 137–139.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schröder, Ulrich J.: &#039;&#039;Zons&#039;&#039;, in: Neues Rheinland, Jg. 36 (1993), Nr. 7, S. 28–33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schubert, Walther: &#039;&#039;Benrath – Zons – Eller Forst – Hildener Heide – Neanderthal – Mettmann&#039;&#039; (= Kleiner Führer vom Niederrhein, Bd. 4), Düsseldorf o.J. [1914]. [Mikrofiche-Ausgabe: Dresden, Alpha Com 2007]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Aus der Chronik des Zonser Küsters [[Johannes Peter Schwieren|Johannes-Petrus Schwieren]]&#039;&#039;, in: Dormagener Historische Beiträge, Bd. 1 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 7), Dormagen 1992, S. 49–80.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Libri baptizatorum, copulatorum et mortuorum parochiae Zontinensium – Die Matrikeln der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus Zons als historische Quelle&#039;&#039;, in: Festschrift 400 Jahre Pfarrei St. Martinus Zons 1593–1993 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 10), Langwaden 1993, S. 49–67.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Wandel zur Touristenattraktion: Die Wurzeln des [[Fremdenverkehr]]s in Zons (Auszug aus einem Vortrag zum 100-jährigen Bestehen der Volksbank Dormagen)&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 56/1997, S. 3–4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – Von den kleinen Zwistigkeiten der Patres mit den [[Pfarrer|Orts-Pfarrern]]&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Zonser Franziskaner, Teil 1], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 77, 2000, S. 10–11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – Hochwasser 1658: Messe wurde auf dem Dach des Rohbaus gefeiert&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Zonser Franziskaner, Teil 2], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 78, 2000, S. 7–8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – Unter Kanonendonner wurde die [[Franziskanerkirche|Kirche]] in Zons am 4. März 1666 endlich eingeweiht&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Zonser Franziskaner, Teil 3], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 79, 2000, S. 14–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – Über die Intrigen des Zonser Vikars&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Zonser Franziskaner, Teil 4], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 81, 2001, S. 14–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – Verlockende Düfte während der Fastenzeit&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Zonser Franziskaner, Teil 5], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 82, 2001, S. 10–11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – &amp;quot;Weiber&amp;quot; öffneten den Franzosen das Stadttor&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Zonser Franziskaner, Teil 6], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 83, 2001, S. 14–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – Franziskaner tranken heimlich das selbst gebraute Bier&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Franziskaner in Zons, Teil 7], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 84, 2001, S. 6–7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – Ein Hirsch und fünf Pistolen für das Kloster&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Franziskaner in Zons, Teil 8], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 85, 2001, S. 14–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;[[Franziskaner|Franziskanerkloster]] – Wassermassen warfen 1784 die Stadtmauern an der Rheinstraße um&#039;&#039; [Auszüge aus den Annalen der Franziskaner in Zons, Teil 9], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 87, 2002, S. 14–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;&amp;quot;Zoonser Ursprunck&amp;quot;: Die Chronik-Notizen von [[Josef Hugo]] (1739–1823)&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. X (2005), S. 51–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sonnen, Wilhelm Joseph: &#039;&#039;Um eine Belagerung von Zons im Dreißigjährigen Krieg&#039;&#039;, in: Die Heimat. Zeitschrift für niederrhein. Heimatpflege, 16. Jg. (1937), H. 4, S. 281–288.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stadtgeschichte und Heimat Museum Zons&#039;&#039;, o.O., o.J. [1999].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Steinmann, Mark: &#039;&#039;Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden|Friedrich III. von Saarwerden]]&#039;&#039;, in: Stadtgeschichte und Heimat Museum Zons, o.O., o.J. [1999], S. 12–14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Strevesdorff, Martin Henriquez von: &#039;&#039;&amp;quot;Zontina&amp;quot;&#039;&#039;, Kap. XIV, in: Archidioecesis Coloniensis descriptio historica, Köln 1662, unpagin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Strevesdorff, Martin Henriques von: &#039;&#039;Historisch geographische Beschreibung des Erzstifts Köln&#039;&#039;, Köln 1740; darin Kap. &#039;&#039;&amp;quot;Zontina&amp;quot;&#039;&#039;, S. 140–143 und &#039;&#039;&amp;quot;Zons&amp;quot;&#039;&#039;, S. 108–111.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Zons im Truchsessischen und Burgundischen Krieg, Teil 1&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 26/1992, S. 12–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Zons im Truchsessischen und Burgundischen Krieg, Teil 2&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 27/1992, S. 8–13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Das wehrhafte Zons&#039;&#039; (Broschüre, hrsg. vom Heimat- und Verkehrsverein der Feste Zons), Neuss 1993 [entspricht den beiden vorherigen Aufsätzen].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Teich, O.: &#039;&#039;Benrath und Zons, Perlen des Niederrheins&#039;&#039;, in: Hamburger Nachrichten. Belletristisch-literarische Beilage, Jg. 1908, Nr. 51.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Heimat- und Verkehrsverein der Stadt Zons e.V.|Verkehrs- und Verschönerungsverein der Stadt Zons e.V.]] (Hg.): &#039;&#039;Mittelalterliche Zollfestung am Niederrhein Zons&#039;&#039;; Text: A. Elicker, H. Scholten, o.O., o.J.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wietzorek, Paul: &#039;&#039;Zum Titelbild: 100 Jahre [[Stadtwappen]] Zons – 1904–2004 (Stadt Dormagen, Kreis Neuss)&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/2004, S. 2–5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wingels, Susanne: &#039;&#039;Mittelalterliche Zollfeste. Zons&#039;&#039;, in: Heimatschätze. Historische Orte am Niederrhein entdecken, Essen 2022, S. 98–101.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zanders, Josef: &#039;&#039;Sunnium, die Geschichte einer alten Stadt&#039;&#039;, in: Heimatvolk und Heimatflur, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 27, 1926, S. 1–4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Zons&#039;&#039;, in: Trierischer Bauernkalender, 46. Jg. (1932), S. 118.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologie, Vor- und Frühgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vor- und Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ur- und frühgeschichtliche Funde und Fundstellen im Gebiet um Zons und Stürzelberg, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. III (1985), S. 4–26.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Michelsberger Funde von der [[Hannepützheide]] bei Zons/ Stürzelberg, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: Archäologisches Korrespondenzblatt, 15 (1985), H. 4, S. 425–429.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein Veluwe-Glockenbecher von der [[Hannepützheide]] bei Zons, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. IV (1986), S. 4–8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Das erste urgeschichtliche Fundstück aus der Epoche des Neanderthalers vom Kellerhof bei Dormagen-Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 3/1987, unpagin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein jungneolithisches Steinbeil aus Lousberg-Feuerstein von der [[Hannepützheide]] bei Zons, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. V (1987), S. 9–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein fragliches mittelpaläolithisches Quarzitartefakt von der Flur &amp;quot;Taubenacker&amp;quot; am Kellerhof bei Zons, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. V (1987), S. 4–8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Betrachtungen zur urgeschichtlichen Besiedlungsgeschichte der Dünenzüge im Zonser Gebiet&#039;&#039;, in: Almanach für den Kreis Neuss 1987, S. 88–97.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Eine Hofstelle aus der frühen Eisenzeit bei Dormagen-St. Peter&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. X (2005), S. 5–13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein früheisenzeitliches Gehöft nahe Dormagen-St. Peter&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/2005, S. 147–151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Sauer, Sabine: &#039;&#039;Fragment einer bronzenen Absatzbeilklinge von der Niederterrasse des Rheines&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2002 (2003), S. 64.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Sauer, Sabine: &#039;&#039;Eine Absatzbeilklinge von Dormagen-Nachtigall&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. X (2005), S. 14–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Stachowiak, Heinz: &#039;&#039;Eine bemerkenswerte Fundstelle der späten Bronze- und frühen Eisenzeit am [[Wahlerberg|Wahler Berg]] bei Stürzelberg – St. Peter, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. IV (1986), S. 9–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Weiner, Jürgen: &#039;&#039;Ein eigenwilliger jungneolithischer Kratzer aus Stürzelberg&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2006 (2007), S. 69–70.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Malcher, Gudrun: &#039;&#039;Jungneolithische Silexartefakte von der [[Hannepützheide]] bei Stürzelberg, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. II (1984), S. 39–48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sicherl, Bernhard: &#039;&#039;Eine urnenfelderzeitliche Fundstelle am [[Wahlerberg|Wahler Berg]]&#039;&#039;, in: Fund und Deutung – Neuere Archäologische Forschungen im Kreis Neuss (= Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes Neuss, Bd. 5), Neuss 1994, S. 42–49.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römische Zeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Das römische Urnengräberfeld von Zons, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. II (1984), S. 6–17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein frühkaiserzeitliches Gräberfeld in Zons, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: Archäologische Informationen, Mitteilungen zur Ur- und Frühgeschichte 9 (1986), H. 2, S. 137–143.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Neu bekanntgewordene Altfunde: Römische Gefäßfragmente, Münzen und Schmuckelemente aus der Altstadt von Zons?&#039;&#039; In: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 3/1987, unpagin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein neu bekanntgewordener Altfund: Eine römische Bronzemünze aus dem Rhein bei Stürzelberg, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 3/1987, unpagin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Arbeiter machten 1926 bei Ausgrabungen in Zons interessante Entdeckungen. Urnengräber an der Steinstraße bargen auch Überbleibsel von Scheiterhaufen&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 62/1998, S. 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Wertvolle römische Schüssel aus Zons im [[Kreismuseum]]. Terra Sigillata aus Gallien ist fast 1900 Jahre alt&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 66/1998, S. 11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Scheiterhaufen, Graburnen und Knochenbrand – Zu frühkaiserzeitlichen römischen Bestattungen eines Militärlagers an der Deichstraße in Zons&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2009 (2008), S. 8–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Römische Bronzefunde vom Taubenacker am Grenzhof bei Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 35.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Große, Hans: &#039;&#039;Ist Zons eine römische Anlage?&#039;&#039;, in: Heimatwarte (Hilden), 3. Jg. (1926/27), Nr. 9, Juni 1927, S. 65.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kaiser, Michael: &#039;&#039;Römische Straßen zwischen den Militärlagern Neuss und Dormagen&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. X (2005), S. 32–40 [mit wichtigen Anmerkungen zum röm. Straßenverlauf bei Zons].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kaiser, Marlene/ Kaiser, Michael: &#039;&#039;Eine TS-Schüssel im &#039;IOENALIS&#039;-Stil aus Dormagen-Zons, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. VI (1988), S. 15–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sommer, Markus: &#039;&#039;Römische Funde aus Stürzelberg, Kreis Neuss&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. III (1985), S. 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter/ Neuzeit ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Andrikopoulou-Strack, Nora/ Kunow, Jürgen/ Lichtenthal, Leo/ Wentscher, Jürgen: &#039;&#039;Archäologische Untersuchungen im [[Schloss Friedestrom|Burggelände Friedestrom]] in Zons&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 1987 (1988), S. 135–138.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Eine Siegburger Kanne aus Zons, Kreis Neuss?&#039;&#039; In: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 1/1988, S. 20–22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Eine mittelalterliche Pilgermuschel aus Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 4/1996, S. 211–216.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Zufallsfund bei Renovierungsarbeiten. Altholländische Fliesen aus der Zonser Altstadt&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 65/1998, S. 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Rezension zu: Marion Roehmer, [[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] in Zons. Mittelalterliche Keramik und Baubefunde einer rheinischen Zollfestung&#039;&#039; (= Rheinische Ausgrabungen, Bd. 42). Köln/ Bonn 1998, in: Düsseldorfer Jahrbuch 96 (1998), S. 364–368.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein mittelalterlicher Wetzstein aus Zons&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2017 (2018), S. 163–164.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Hupka, Dieter: &#039;&#039;Altholländische Fliesen mit Schiffsdarstellungen aus der Zonser Altstadt&#039;&#039;, in: Fund und Deutung – Neuere archäologische Forschungen im Kreis Neuss (= Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes Neuss 5), Neuss 1994, S. 114–120.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein mittelalterlicher Wetzstein aus Zons&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2017 (2018), S. 163–164.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Pflanzenfunde in einer spätmittelalterlichen Latrine der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts im Schloßhofbereich von Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 20–22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jülich, Patrick/ Schletter, Hans-Peter: &#039;&#039;Zwischen Burg und Stadt – Neue archäologische Untersuchungen in der Zollfeste Zons&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2010 (2011), S. 187–189.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Knörzer, Karl-Heinz: &#039;&#039;Pflanzenfunde in einer spätmittelalterlichen Latrine in Zons&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 1987 (1988), S. 138–140.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kunow, Jürgen/ Wentscher, Jürgen: &#039;&#039;Die Kirchengrabung in Zons. Dokumentation&#039;&#039;, Dormagen 1982.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kunter, Manfred/ Hollack, Barbara: &#039;&#039;Anthropologische Untersuchung der menschlichen Skelettreste&#039;&#039;, in: Marion Roehmer: [[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] in Zons. Mittelalterliche Keramik und Baubefunde einer rheinischen Zollfestung (= Rheinische Ausgrabungen, Bd. 42), Köln 1998, S. 181–231.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Müller, Gustav/ Wentscher, Jürgen: &#039;&#039;Archäologische Untersuchungen im [[Schloss Friedestrom|Schloß Zons]]&#039;&#039;, in: Ausgrabungen im Rheinland 1979/80, Köln/ Bonn 1981, S. 183–186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Roemer, Marion: &#039;&#039;[[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] – Geschichte in archäologischen Funden&#039;&#039;, Dormagen 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer|Roehmer, Marion]]: &#039;&#039;[[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] in Zons. Archäologische Untersuchungen in einer mittelalterlichen Festung&#039;&#039;, in: Fund und Deutung – Neuere archäologische Forschungen im Kreis Neuss (= Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes, Nr. 5), Neuss 1994, S. 100–107.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer|Roehmer, Marion]]: &#039;&#039;Die Kirchenbauten im Bereich der späteren Zollfestung [[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]]&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 1993 (1994), S. 149–151.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer|Roehmer, Marion]]: &#039;&#039;[[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] in Zons. Mittelalterliche Keramik und Baubefunde einer rheinischen Zollfestung&#039;&#039;. Mit Beitr. v. Barbara Hollack, Manfred Kunter und Frank Siegmund (= Rheinische Ausgrabungen, Bd. 42), Köln 1998.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer|Roehmer, Marion]]/ Koschik, Harald: &#039;&#039;Zur Pilgermuschel aus der [[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] oder vom richtigen Umgang mit Weichtieren&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 2/1997, S. 88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schneider, Peter Conrad: &#039;&#039;Zahn- und Kieferbefunde an menschlichen Skelettresten aus der mittelalterlichen [[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] in Dormagen-Zons (Kreis Neuss)&#039;&#039;. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Zahnheilkunde des Fachbereichs Humanmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Gießen 1994.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Marion Roehmer &amp;quot;[[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] in Zons&amp;quot;. Skelette schließen auf einen Männerüberschuß&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 65, 1998, S. 4–5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Siegmund, Frank: &#039;&#039;Die merowingerzeitlichen Funde aus [[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]] in Zons&#039;&#039;, in: Roehmer, Marion: Burg Friedestrom in Zons. Mittelalterliche Keramik und Baubefunde einer rheinischen Zollfestung (= Rheinische Ausgrabungen, Bd. 42), Köln 1998, S. 177–180.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsgeschichte Stürzelberg/ St. Peter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Der Heckhof – Die Geschichte eines Niederrheinischen Rittergutes im Wandel der Zeiten&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. I (1983), 35 S.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Einige neue Erkenntnisse zum Rittergut Heckhof, Teil 1&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 1/1988, S. 14–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Einige neue Erkenntnisse zum Rittergut Heckhof, Teil 2&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 1–9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Einige neue Erkenntnisse zum Rittergut Heckhof, Teil 3&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 10–11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Zu den geschichtlichen Anfängen von Stürzelberg. Historische Karten zeigen eine bescheidene Siedlung&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 64/1998, S. 6–7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Stürzelberg – Ein Lesebuch von Rheinfischern, Getreideschmugglern und Galgenvögeln&#039;&#039;, Dormagen 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Stürzelberg – Plaudereien von gestern, Bilder von heute&#039;&#039;, Dormagen 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;175 Bilder aus dem alten Stürzelberg 1900–1970&#039;&#039;, Dormagen 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Beobachtungen an der Kapelle in Dormagen-Stürzelberg&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2011 (2010), S. 22–31.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Eine Hofstelle der älteren vorrömischen Eisenzeit mit botanischen Resten von Dormagen-St. Peter, Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039;, in: Natur am Niederrhein, H. 1/2014, S. 56–64.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Die &#039;Vischerey auf dem Stürzelberg&#039;. Fischfang auf dem Rheinstrom im ehemaligen Amt Zons&amp;quot;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/2017, S. 112–119.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Kleine Geschichte der St. Aloysius-Schützenbruderschaft Stürzelberg von 1868 – &amp;quot;hatt ihn abgeschossen der Johannes Hendrig Falckenberg, Jungergesell vom Stürtzelberg&amp;quot;&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/2019, S. 95–103.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Baubeobachtungen an der Biesenbachstraße 7 in Dormagen-Stürzelberg, Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/2018, S. 108–111.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein deponierter Kinderschuh. Ein Fund aus dem späten 19. Jh. aus Dormagen-Stürzelberg und seine Deutung&#039;&#039;, in: Rheinische Heimatpflege, H. 3/2018, S. 199–208.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Stürzelberg. 18 Geschichtssplitter aus dem Rheindorf&#039;&#039;, Dormagen 2022.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Schwarzes Holz und weißes Bein – Ein Domino-Spielstein aus napoleonischer Zeit aus Dormagen-Stürzelberg&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/2024, S. 17–22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Hiller, Petra: &#039;&#039;Ein Kinderschuh des 19. Jahrhunderts aus Dormagen-Stürzelberg (Rhein-Kreis Neuss)&#039;&#039;, in: Franz-Josef Radmacher/ Stefan Kronsbein: Archiv und Erinnerung im Rhein-Kreis Neuss – Festschrift für Karl Emsbach (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Neuss, Nr. 18), Neuss 2011, S. 65–73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Hiller, Petra: &#039;&#039;Milchsatten, Ziegenknochen und ein Darrenfragment – (Boden)funde von einem historischen Nebenerwerbshof in Dormagen-Stürzelberg&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/2014, S. 16–23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Hiller, Petra: &#039;&#039;Gürtelschnallen, Messerfragment und ein Dominostein – (Boden)funde von einem historischen Nebenerwerbshof in Dormagen-Stürzelberg&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 2/2015, S. 54–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Hiller, Petra: &#039;&#039;Buchweizen und Ziegenmilch. Beobachtungen zum Alltagsleben auf einem niederrheinischen Ackererhof in Dormagen-Stürzelberg im 19. und frühen 20. Jahrhundert&#039;&#039;, in: Festschrift für Dr. Christoph Reichmann, Krefeld 2015, S. 37–57.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Hiller, Petra: &#039;&#039;Buchweizenpfannkuchen, Maifischfilet und Ziegenkäse. Zur Eigenversorgung einer kleinen dörflichen Hofstelle im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2016 (2015), S. 30–43.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Hiller, Petra: &#039;&#039;Geschichte eines ehemaligen Ackererhofes in Dormagen-Stürzelberg. Sechs Aufsätze&#039;&#039;, Dormagen 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Hiller, Petra: &#039;&#039;Knochen, Scherben und Pflanzenreste. Funde von einem ehemaligen neuzeitlichen Ackererhof in Dormagen-Stürzelberg&#039;&#039;, in: Natur am Niederrhein, H. 1/2015, S. 3–7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ [[Jakob Justenhoven|Justenhoven, Jakob]]: &#039;&#039;Stürzelberg in alten Ansichten&#039;&#039;, Zaltbommel (NL) 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Filbry, Hans (überarb. v. Hubert Weber): &#039;&#039;Zur Firmengeschichte der &amp;quot;Stürzelberger Hütte&amp;quot; GmbH&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. III (1985), S. 27–31.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haas, Reimund/ Sinderhauf, Monica: &#039;&#039;Zur Kirchengeschichte und zum Pfarrarchiv von Stürzelberg&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. IX (2001).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jakob Justenhoven|Justenhoven, Jakob]]: &#039;&#039;Kriegswirren und Ende des Zweiten Weltkrieges in Stürzelberg&#039;&#039;, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1982 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 3), Köln/ Bonn 1982, S. 109–111.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jakob Justenhoven|Justenhoven, Jakob]]: &#039;&#039;Die Treidelschifffahrt in Stürzelberg. Broschüre zur Einweihung des Treidelschifffahrts-Denkmals in Dormagen-Stürzelberg am 1. Mai 2001&#039;&#039;, Dormagen 2001.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Herbert Milz|Milz, Herbert]]: &#039;&#039;St. Aloysius Stürzelberg – 150 Jahre Kapelle und Kirche an der Oberstraße&#039;&#039;, Dormagen 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pieper, Peter/ Schlüter, Britta/ [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Ein &amp;quot;Runenstein&amp;quot; aus Dormagen-Stürzelberg, Rhein-Kreis Neuss: &amp;quot;Original&amp;quot; oder &amp;quot;Fälschung&amp;quot;?&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/2010, S. 12–16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Seeling, Hans: &#039;&#039;Die Eisenhütte Stürzelberg am Rhein. Roheisen aus Drehtrommelöfen&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. II (1984), S. 49–53.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stürzelberg und die St.-Aloysius-Schützenbruderschaft. Festschrift zum 100 jährigen Bestehen&#039;&#039;. [Text: [[Jakob Justenhoven]]/ [[Herbert Milz]]], o.O. 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Haus Bürgel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Dormagener Geschichtsjournal – Haus [[Bürgel]] bei Zons: Römerfeste und mittelalterlicher Herrensitz&#039;&#039;, in: Dormagazin, H. 4/2001, S. 36–37.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Archäologisches Museum Haus [[Bürgel]] – Betrachtungen zur Situation des Raumes Dormagen in der Römerzeit&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2006 (2005), S. 8–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beyer, Brigitte: &#039;&#039;Fortuna te adiuvet&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2003, S. 83–84.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bürschel, Peter/ Gechter, Michael: &#039;&#039;Ausgrabungen in Haus [[Bürgel]]&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 1993, S. 94–96.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Cramer, Franz: &#039;&#039;Buruncum – Worringen, nicht [[Bürgel]]&#039;&#039;, in: Bonner Jahrbücher 107 (1901), S. 190–202.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fischer, Thomas: &#039;&#039;Neue Forschungen im spätrömischen Kastell &amp;quot;Haus [[Bürgel]]&amp;quot;, Stadt Monheim, Kreis Mettmann&#039;&#039;, in: Nicolae Gudae (Hg.): Roman Frontier Studies – Proceedings of the XVIIth International Congress of Roman Frontier Studies, Zalau 1999, S. 337–347.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fischer, Thomas: &#039;&#039;Zur Herstellung militärischer Bronzen im spätrömischen Kastell Haus [[Bürgel]]&#039;&#039;, in: H. Friesinger/ K. Pieta/ J. Rajtár (Hgg.): Metallgewinnung und –verarbeitung in der Antike (Schwerpunkt Eisen), Nitra 2000, S. 113–116.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Freudenberg, Johannes: &#039;&#039;Rezension zu: Anton Rein: Haus [[Bürgel]] – das Römische Burungum&#039;&#039;, in: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande 23 (1856), S. 141–153.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gechter, Michael: &#039;&#039;Neufunde aus Haus [[Bürgel]]&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2003, S. 81–83.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haberey, Waldemar: &#039;&#039;Kastell Haus [[Bürgel]]&#039;&#039;, in: Bonner Jahrbücher 157 (1957), S. 294–304 und Taf. 38–44.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Herchenbach, Wilhelm: &#039;&#039;Haus [[Bürgel]]&#039;&#039;, in: Monatsschrift des Vereins für die Geschichts- und Alterthumskunde von Düsseldorf und Umgegend (1881), Nr. 4, S. 31–34; Nr. 5, S. 35–38.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Koenen, Constantin: &#039;&#039;Miscelle &amp;quot;Zum Verständnis von Haus [[Bürgel]]&amp;quot;&#039;&#039;, in: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande LXXXIX (1890), S. 213–218.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ohligschläger: &#039;&#039;Über Niederlassungen der Römer im Bergischen&#039;&#039;, in: Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande V/ VI (1844), S. 235–251.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rein, Anton: &#039;&#039;Haus [[Bürgel]], das Römische Burungum, nach Lage, Namen und Alterthümern&#039;&#039;. Krefeld 1855.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer|Roehmer, Marion]]: &#039;&#039;Hier Zons – hier Haus [[Bürgel]] – Zur Frage des gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnisses der Kirchen von Zons und Bürgel im Mittelalter&#039;&#039;, in: Franz-Josef Radmacher/ Stefan Kronsbein: Archiv und Erinnerung im Rhein-Kreis Neuss – Festschrift für Karl Emsbach (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Neuss, Nr. 18), Neuss 2011, S. 283–290.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stein, Simone: &#039;&#039;Viehhaltung, Jagd und Fischfang im &amp;quot;Haus [[Bürgel]]&amp;quot;, einem spätantiken Kastell am Niederrhein&#039;&#039;, Inaugural-Dissertation, Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, München 2000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tegtmeier, Ursula: &#039;&#039;Verkohlte Hainbuchenhölzer aus römischen Gräbern bei Haus [[Bürgel]]&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2005, S. 74–76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Tutlies, Petra: &#039;&#039;Das römische Haus [[Bürgel]] und sein Weiterbestehen bis in unsere Zeit&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. III (1985), S. 76–86.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte einzelner Bauwerke, Hofgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kreiner, Ralf: &#039;&#039;Die Windmühle von Zons. Eine technikhistorische und typologische Studie zu einer &amp;quot;hollandisierten&amp;quot; Turmmühle des 14. bis 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 124–153.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Heinz Riffel|Riffel, Heinz]]: &#039;&#039;Historische [[Windmühle]] in Zons am Rhein&#039;&#039;, in: Beiträge zur Geschichte und Technik der Industrie 20 (1930), S. 160–161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Vollendete Technik wie aus einem Guß. Mehr als ein Fünftel der Gesamtfläche von Zons&#039;&#039; [über die [[Schloss Friedestrom|Burg Friedestrom]]], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 2/1989, S. 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Als [[Schloss Friedestrom|Schloß Friedestrom]] noch ein Bauernhof war&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 10/1989, S. 6–7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Ein ganzes Jahrhundert im Besitz der Familie Schmitz. Erst Festungsturm, dann [[Windmühle]] in Zons&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 15/1990, S. 5–8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Kleine bäuerliche Betriebe hatten keine Chance – Hof der Familie Könen in Zons noch völlig erhalten&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 52/1996, S. 14–15.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Ortsname &amp;quot;Zons&amp;quot; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kaspers, W.: &#039;&#039;Ortsnamenkundliches aus der Kölner Gegend&#039;&#039;, in: Zeitschrift für Namenforschung, Bd. XVII (1941), S. 97–115.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schnetz, Joseph: &#039;&#039;Der Name der Ortschaft Zons am Rhein&#039;&#039;, in: Zeitschrift für Namenforschung, Bd. XVII (1941), S. 115–127.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schützeichel, Rudolf: &#039;&#039;Zons in Dormagen&#039;&#039;, in: wortes anst – verbi gratia, donum natalicium gilbert a.r. de smet. (Hgg.: H. L. Cox/ V. F. Vanacker/ E. Verhofstadt), Leuven/ Amersfoort 1986, S. 439–448.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiltsch, Christian: &#039;&#039;Zons – ein Name mit Klang. 400 Jahre Suche nach seiner Bedeutung&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 14–33.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Kartografie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Die Karte &amp;quot;C 129&amp;quot; im Kölner Erzdiözesanarchiv: Vorstudie oder Plagiat der Karte des Amtes Zons von Mathias Ehmans (1751)?&#039;&#039; In: K. Goebel/ J. Hoffmann/ K. Lampe/ D. Tiemann: Festschrift für Hans Georg Kirchhoff zum 60. Geburtstag, Bochum 1990, S. 191–201.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Eine neue Karte zu Zons aus dem 18. Jahrhundert&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 4/1991, S. 233–234.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Eine historisch-kartographische Aufnahme von Stadt und Amt Zons aus einem Kölner Archiv&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 4/1992, S. 217–220.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Zur Zonser Stadtansicht von Braun und Hogenberg 1575&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/1993, S. 182–188.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Eine Militärkarte zu Zons aus dem Jahre 1642&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 2/1994, S. 97–103.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Aus dem Kölner Kirchenarchiv über den Kreis Neuss. Eine neue Karte zur Deichbaugeschichte&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 69/1999, S. 18–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Renier Roidkin – Werke zu Zons und Haus Bürgel um 1735&#039;&#039;, in: Rheinische Heimatpflege, H. 3/1999, S. 211–217.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Zons und Stürzelberg auf &amp;quot;Charten vom Rheinstrohm&amp;quot; anno 1749&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Kreis Neuss 2002 (2001), S. 60–63.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;&amp;quot;seint die limitten ... gegangen worden&amp;quot; – Historische Kartenaufnahmen um die Mitte des 18. Jahrhunderts am Beispiel des Amtes Zons&#039;&#039;, in: Düsseldorfer Jahrbuch, Bd. 78 (2008), S. 269–284.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;&amp;quot;... streitiger jagd Limiten in dem so genandten stutgen ...&amp;quot; – Eine [[Altkarten|Altkarte]] des Amtes Zons aus dem Kölner Stadtarchiv&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2012 (2011), S. 66–75.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Eine [[Altkarten|Altkarte]] des Amtes Zons aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Kreis Neuss 2000 (1999), S. 98–111.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur, Bauwesen, Denkmalpflege ==&lt;br /&gt;
* Altena, Andreas/ Rosellen, Stefan: &#039;&#039;Ein fast vergessener Bunker in Zons gab den Anstoß zur Gründung des Vereins Luftschutzanlagen Rhein Kreis Neuss e.V.&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2022 (2021), S. 72–81.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Kleinod am Rheinufer bei Stromkilometer 717,48. Alter Myriameterstein bei Zons ist nur noch Denkmal&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 66/1998, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Paul Clemen|Clemen, Paul]]: &#039;&#039;Zons – Sicherungsarbeiten an der Stadtbefestigung&#039;&#039;, in: Bonner Jahrbücher 119 (1910), S. 58–71.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Drozdzewski, Günter/ Waldmann, Georg: &#039;&#039;Zum Titelbild: Die Stadtbefestigung von Zons und ihr römisches Erbe vom Kastell Bürgel – Untersuchungen zur Gründung einer mittelalterlichen Stadt am Niederrhein&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/2024, S. 2–9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Karl Emsbach|Emsbach, Karl]]: &#039;&#039;Maler als &amp;quot;Dokumentare&amp;quot;. Veränderungen des Stadtbildes in historischen Ansichten und Gemälden&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 312–331.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Oberkreisdirektor Kreis Grevenbroich (Hg.): &#039;&#039;Planung Zons – Aufgabe und Ziel&#039;&#039;, Grevenbroich 1970.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Karl Emsbach|Emsbach, Karl]]: &#039;&#039;Der Neubau des [[Archiv im Rhein-Kreis Neuss|Kreisarchivs]] Neuss in Zons&#039;&#039;, in: Archivgebäude. Umwandlung und Einrichtung für Archivzwecke (= Landschaftsverband Rheinland, Archivberatungsstelle, Archivhefte 26), Köln 1993, S. 37–41.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hinz, Daniel/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Digitale 3D-Rekonstruktion des ehemaligen Franziskanerklosters in Dormagen-Zons&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2026 (2025), S. 46–75.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Janßen-Schnabel, Elke: &#039;&#039;Denkmalbereich Zons&#039;&#039;, in: Denkmalpflege im Rheinland, 25. Jg. (2008), H. 4, S. 177–181.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;Die [[Windmühle]] in der Stadt Zons&#039;&#039;, o.O. 2011.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kuhn, Boskamp + Partner: &#039;&#039;Stadtkernsanierung Zons, Niederrhein&#039;&#039;, in: Baumeister. Zeitschrift für Architektur, Planung, Umwelt, 71. Jg. (1974), H. 12, S. 1320–1323.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Meyer, Gundolf: &#039;&#039;[[Pfarrkirche St. Martinus (neue)|St. Martinus Zons]]&#039;&#039;, Dormagen 1978.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Palm, Rainer: &#039;&#039;Die Konsolfigur von 1388 am Rheinturm in Zons&#039;&#039;, in: Kölner Domblatt, Jahrbuch des Zentral-Dombauvereins, 42. Folge, Köln 1977, S. 310–313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Prisac, Wilhelm: &#039;&#039;Zons und sein mittelalterlicher Festungsbau unter dem Einfluß der Kölner Dombauschule&#039;&#039;, in: Kölner Domblatt Nr. 96, 1844.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Renard, Edmund: &#039;&#039;Mittelalterliche Stadtbefestigungen und Landesburgen am Niederrhein&#039;&#039;, in: Mitteilungen des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz, Jg. 2 (1908), H. 3, S. 135–161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer|Roehmer, Marion]]: &#039;&#039;Burg und Stadtbefestigung von Zons. Eine bauhistorische Charakterisierung&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 70–123.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer|Roehmer, Marion]]: &#039;&#039;Der Rheinturm von Zons. Turmfestung und Zollstelle&#039;&#039;, Dormagen 2025.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Rusinowska-Trojca, Jolanta: &#039;&#039;Umsetzung der Denkmalbereichssatzung am Beispiel des Denkmalbereiches &amp;quot;Historischer Ortskern von Dormagen-Zons&amp;quot;, in: Jahrbuch der rheinischen Denkmalpflege 45 (2015), S. 179–182.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schmidt, Hans-Willi: &#039;&#039;Die Zonser [[Windmühle]]&#039;&#039;. Kurzführer, Köln 1983.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schmidt, Hans-Willi: &#039;&#039;Die Zonser [[Windmühle]] im Mittelalter als Vorbild für andere Stadtmühlen&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. III (1985), S. 67–72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schmidt, Hans Willi: &#039;&#039;Die [[Windmühle|Zonser Mühle]]&#039;&#039;, in: Stadtgeschichte und Heimat Museum Zons, o.O., o.J. [1999], S. 17–20.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Passionskreuz soll originalgetreu nachgebildet werden. Zons: Die Inschrift eines verschwundenen Kreuzes&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 58/1997, S. 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiltsch, Christian: &#039;&#039;&amp;quot;Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name des Herrn&amp;quot;&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2016 (2015), S. 56–65 [über die Ausrichtung der ehemaligen Zonser Kirchenbauten]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Das Zonser [[Schöffengericht]] und seine Galgen im 17. und 18. Jahrhundert&#039;&#039;, in: Almanach für den Kreis Neuss 1986, S. 76–85.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Januar 1739: Mord in [[Haus Bürgel]] bei Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 1/1987, S. 14–16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Tod am [[Galgen]] – Eine Räubergeschichte aus dem spätmittelalterlichen Stürzelberg (1. Teil)&#039;&#039;, in: Dormagazin, H. 1/1989, S. 27–29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Tod am [[Galgen]] – Eine Räubergeschichte aus dem spätmittelalterlichen Stürzelberg (2. Teil)&#039;&#039;, in: Dormagazin, H. 2/1989, S. 28–29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Januar 1739: Mord in [[Haus Bürgel]] (1. Teil)&#039;&#039;, in: Dormagazin, H. 10/1989, S. 27–28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Januar 1739: Mord in [[Haus Bürgel]] (2. Teil)&#039;&#039;, in: Dormagazin, H. 11/1989, S. 27–28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Schurken, Schmuggler und Gerichte. Auf den Spuren historischer Kriminalfälle im alten Zons&#039;&#039;, Dormagen 2007.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;&amp;quot;...jüngsthin durchs Schwerdt justificierte Malefiz-Persohnen&amp;quot; – Zur letzten Hinrichtung an der Zonser Richtstätte vor rund 300 Jahren&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2020 (2019), S. 12–25.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;&amp;quot;Ist der Stütger Busch von bösen Leuthen angestochen worden&amp;quot; Von Bäumen, Bränden und Banden im Stüttger Busch&#039;&#039;, in: Novaesium. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte 2020, S. 329–348.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;&amp;quot;Bleibet Capitulum bei alsolcher gefhelter Urtheill und ... befhollener Execution&amp;quot; – Ein Kölner Verfahren zur Hexenverfolgung in Zons&#039;&#039;, in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins, Bd. 84 (2021), S. 127–146.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bückendorf, Hans: &#039;&#039;Flucht aus dem [[Juddeturm]] auf dem Schloßgelände zu Zons&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 39/1994, S. 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jarren, Volker: &#039;&#039;Schmuggel um Dormagen und Zons. Beobachtungen aus der Sicht des Dorfchronisten [[Johann Peter Delhoven|Joan Peter Delhoven]]&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Kreis Neuss 2001, Neuss 2000, S. 78–93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Zons und Stürzelberg im Tagebuch des [[Johann Peter Delhoven|Johann Delhoven]] (1783–1823), Teil 3, Kriminalfälle&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. IV (1986), S. 16–24.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Hermann von Weinsberg (1518–1598): Strafrechtspflege. Flucht mißlang – Verbrecher wurde in Zons &amp;quot;gespießt&amp;quot;&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 65, 1998, S. 6–7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur(geschichte), Schulwesen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Dormagener Geschichtsjournal: &amp;quot;Starker Tobak&amp;quot; – von Tonpfeifen und dem &amp;quot;tabaktrincken&amp;quot;&#039;&#039;, in: Dormagazin, H. 6/2001, S. 34–35 [u.a. über eine Pfeife aus dem Verlies des [[Juddeturm]]s in Zons].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Dormagener Geschichtsjournal: Einblicke in die Zonser Burgküche&#039;&#039;, in: Dormagazin, H. 1/2002, S. 28–29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Helene Blum-Spicker|Blum, Helene]]: &#039;&#039;Erste Bilanz des neuen [[Kreismuseum]]s Zons. Ein Publikum erfährt Geschichte und Kunst&#039;&#039;, in: Rheinische Heimat, H. 10/1973, S. 313–316.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Karl Emsbach|Emsbach, Karl]]: &#039;&#039;10 Jahre [[Kreismuseum]] Zons&#039;&#039;, in: Almanach für den Kreis Neuss 1983, S. 5–11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gladden, Christa: &#039;&#039;Die Entwicklung des [[Schulen|Schulwesens]] in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. V (1987), S. 16–40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heer, Maria: &#039;&#039;&amp;quot;Was ein Museum alles kann ...&amp;quot;. Zons als Modell: Denkmalpflege und moderne Architektur schufen ein Kulturzentrum für die Region&#039;&#039;, in: Neues Rheinland, 40. Jg. (1997), Nr. 7, S. 12–13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;Zum [[Heimatmuseum]] in Zons 1931–1958&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2006 (2005), S. 84–89.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Klütsch, Margot: &#039;&#039;Vom rheinischen Rothenburg zum Experiment – Motive der Zollfeste Zons in der Düsseldorfer Malerschule&#039;&#039;, in: Christiane Pickartz (Hg.): Walter Ophey. Die Düsseldorfer Malerschule um 1900, Petersberg 2024, S. 78–99.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Klütsch, Margot: &#039;&#039;Ziel Zons. Zwischen Tradition und Moderne: Die Zollfeste im Blick der Malerei vom späten 19. bis ins 20. Jahrhundert&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2026 (2025), S. 146–167.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Angelika Riemann|Riemann, Angelika]]: &#039;&#039;Zum Titelbild: Kontinuität und Wandel im KreisMuseum Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/2011, S. 2–4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer|Roehmer, Marion]]: &#039;&#039;Zu Gast an der Tafel des Erzbischofs. Mittelalterliche Tafelkultur im Spiegel der Tischzuchten&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2021 (2020), S. 52–67.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Bühne frei für die Geschichte der Stadt Zons&#039;&#039; (über die Zonser [[Freilichtbühne]]), in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 38/1994, S. 8–10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;In der Schloß-Destille entsteht Heimatmuseum&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 56/1997, S. 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;[[Theo Blum]] – Ein deutscher Maler&#039;&#039;. Ausstellung Zons – St. Martinus-Schule 22. März bis 5. April 1964, Köln 1964.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Natur, Landschaft, Umwelt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Waldvernichtung durch [[Ziegeleien|Ziegeleigewerbe]] in der frühen Neuzeit&#039;&#039; [[Stüttger Busch]] und Zonser [[Ziegeleien]], in: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen e.V. (Hg.): Landschaftsgeschichte, -entwicklung Dormagens (in 14 Haltepunkten beschrieben). Ein Wegweiser. Neuss 2002, S. 25–26.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]: &#039;&#039;Vom Rotten und Rösten der Leinpflanze. Das Rittergut Heckhof im Amt Zons und seine Flachskaulen&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2026 (2025), S. 76–87.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Braun, Thomas: &#039;&#039;650 Jahre alt und doch voller Leben. Die mittelalterlichen Mauern von Zons als wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2023 (2022), S. 190–211.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Breimann, Eduard: &#039;&#039;Die [[Hochwasserschutz|Deichgeschichte]] – 75 Jahre Deichverband Dormagen/Zons 1928–2003&#039;&#039; (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 21), Neuss 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landeskulturamt Nord-Rhein, Staatliches Kulturamt: &#039;&#039;Flurbereinigung Zons, Kreis Grevenbroich mit Aussiedlung, Anliegersiedlung, Neusiedlung&#039;&#039;, o.O. 1955.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Bericht über die Exkursion der Botanischen Arbeitsgemeinschaft in die Dünenlandschaft zwischen Stürzelberg und Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 4/1985, S. 226–231.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Floristische Untersuchungen der alten Stadtmauern von Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1987.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Floristische Untersuchungen der alten Stadtmauern von Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/1987, S. 161–171.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Entstehung und Rekultivierung unserer Dormagener Binnensanddünen- und Heidegebiete&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 23–29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Die Veränderung der Binnenlanddünen und umliegenden Ackerfluren zwischen Stürzelberg, Zons und Dormagen&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/1989, S. 141–154.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Floristische Untersuchungen im Raum Neuss – Ein Beitrag zur Unterschutzstellung einer Dünenlandschaft&#039;&#039;, in: Jahresberichte des Naturwissenschaftlichen Vereins in Wuppertal, H. 42 (1989), S. 72–76.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Bestandsveränderungen bei Pflanzen und Tieren im NSG [[Wahlerberg|Wahler Berg]] bei Dormagen von 1972 bis 1988&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/1990, S. 8–16.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Naturschutz und Landschaftspflege bei historischen Objekten. Praxisbeispiel: Feste Zons, Rheinland&#039;&#039;. In: Naturschutz und Landschaftspflege bei historischen Objekten. Landschaftsverband Rheinland, Umweltamt, 3. Fachtagung (7.–8. Oktober 1993), Köln 1994, S. 79–94.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Das Naturschutzgebiet [[Grind]]&#039;&#039;, in: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen e.V. (Hg.): Landschaftsgeschichte, -entwicklung Dormagens (in 14 Haltepunkten beschrieben). Ein Wegweiser. Neuss 2002, S. 27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;Alle Jahre wieder [[Hochwasser]]&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 1/1988, S. 26–28.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Zur Datierung der Rheinlaufveränderungen bei Dormagen und Zons&#039;&#039;, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1985 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 5), S. 88–107.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Zons und Stürzelberg im Tagebuch des Johann Delhoven (1783–1823), Teil 1, Rheinüberschwemmungen&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. II (1984), S. 25–38.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Zons und Stürzelberg im Tagebuch des [[Johann Peter Delhoven|Johann Delhoven]] (1783–1823), Teil 4, Wetter&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. VI (1988), S. 20–27.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Leitterstorf, Hans: &#039;&#039;Dormagen Gestern: Tod der [[Gerichtsbäume]]&#039;&#039;, in: Dormagazin 5/1990, S. 22.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Remmen, Karl: &#039;&#039;Dünen und Wälder bei Zons. Wie der Mensch die Landschaft in der Geschichte verändert&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2008 (2007), S. 226–237.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schmidt, Hans-Willi: &#039;&#039;Die Veränderungen des Rheinlaufs zwischen Worringen und Stürzelberg&#039;&#039;, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1981 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 2), Köln/ Bonn 1981, S. 40–89.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Strasser, Rudolf: &#039;&#039;Die Veränderungen des Rheinstromes in historischer Zeit, Bd. 1: Zwischen der Wupper- und der Düsselmündung&#039;&#039; (= Publikationen der Gesellsch. für Rhein. Geschichtskde., LXVIII), Düsseldorf 1992 [mit eingehender Darstellung des Stromabschnitts bei Zons].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Striedter, Klaus: &#039;&#039;Zwei bestimmende Landschaftselemente des Dormagener Stadtgebiets – Rheinauen und alte Flussläufe&#039;&#039;, in: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen e.V. (Hg.): Landschaftsgeschichte, -entwicklung Dormagens (in 14 Haltepunkten beschrieben). Ein Wegweiser. Neuss 2002, S. 30–31.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Das Jahr 1784 wird das &amp;quot;erschreckliche&amp;quot; genannt&#039;&#039; [über [[Hochwasser]]], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 44/1995, S. 5–7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Werner, Willy/ Gödde, Michael/ [[Norbert Grimbach|Grimbach, Norbert]]: &#039;&#039;Vegetation der Mauerfugen am Niederrhein und ihre Standortverhältnisse&#039;&#039;, in: Tuexenia 9 (1989), S. 57–73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zepp, Josef: &#039;&#039;Die linksrheinische Terrassenlandschaft bei Zons&#039;&#039;, in: Topographischer Atlas Nordrhein-Westfalen (hrsg. v. Landesvermessungsamt NRW), Düsseldorf 1969, S. 134–135.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Gewerbe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Engler, Karl-Heinz: &#039;&#039;Immer auf Achse. 75 Jahre [[Industriebahn Zons-Nievenheim G.m.b.H.|Industriebahn Zons-Nievenheim]]&#039;&#039;, Dormagen 1986.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ewe, Klaus: &#039;&#039;Rezension zu: [[Thomas Schwabach]], Die Entwicklung des [[Ziegeleien|Zieglergewerbes]] in Zons (15.–20. Jahrhundert) mit ausführlicher Darstellung der allgemeinen Entwicklung des Gewerbezweiges&#039;&#039;, Dormagen 2004, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. X (2005), S. 76–77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Francke, Ursula: &#039;&#039;Ein Dachziegelofen des 19. Jahrhunderts aus Zons&#039;&#039;, in: Archäologie im Rheinland 2002 (2003), S. 188–191.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;Das Korbflechterhandwerk in Zons&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. III (1985), S. 32–40.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;[[Leinpfad]] Zons-Stürzelberg&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 1/1988, S. 29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;Die Kopfweide – mein Lieblingsbaum. Kopfweidenanbau und das Korbweidenhandwerk in Zons&#039;&#039;, in: Stadtgeschichte und Heimat Museum Zons, o.O., o.J. [1999], S. 21–26.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;Der Lein- oder Treidelpfad&#039;&#039; [bei Zons], in: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen e.V. (Hg.): Landschaftsgeschichte, -entwicklung Dormagens (in 14 Haltepunkten beschrieben). Ein Wegweiser. Neuss 2002, S. 28–29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Looz-Corswarem, Clemens von: &#039;&#039;Die Fähranstalten zu Urdenbach und Zons – Ein Beitrag zur Zonser [[Fähre]] im 19. Jahrhundert&#039;&#039;, in: Franz-Josef Radmacher/ Stefan Kronsbein: Archiv und Erinnerung im Rhein-Kreis Neuss – Festschrift für Karl Emsbach (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Neuss, Nr. 18), Neuss 2011, S. 179–196.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Plassmann, Max: &#039;&#039;Der Rheinzoll in Zons&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 34–69.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]: &#039;&#039;Die Nutzbarmachung der Heide im frühen 20. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Vorgeschichte der Zons-Nievenheimer Industriebahn G. m. b. H.&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2021 (2020), S. 88–109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]: &#039;&#039;Vom Werden einer &amp;quot;Fremdenverkehrsstadt&amp;quot;. Entstehung und Entwicklung des Tourismus in Zons von den Anfängen im späten 19. Jahrhundert bis zum Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft 1933&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 332–393.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Die Entwicklung des [[Ziegeleien|Zieglergewerbes]] in Zons, Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss (15.–20. Jahrhundert) – mit ausführlicher Darstellung der allgemeinen Entwicklung des Gewerbezweiges&#039;&#039; (= Zeitsprünge – Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart 3/04), Dormagen 2004 [153 S. und Falttafel; überarbeitete Fassung der gleichnamigen Dissertation, Düsseldorf, Nov. 2000].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;[[Friedrich von Saarwerden|Friedrich III.]] errichtete an strategisch wichtiger Stelle eine starke Bastion&#039;&#039; [über den Zonser [[Zoll]]], in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 45/1995, S. 6–7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;5 Jahrzehnte [[Industriebahn Zons-Nievenheim G.m.b.H.]]&#039;&#039;, Düsseldorf-Benrath 1961.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion, Kirche, Weltanschauung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift Männergesangverein &amp;quot;Cäcilia&amp;quot; Zons 1880–1950&#039;&#039;, o.O. [Zons] 1950.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 100 Jahre Kirchenchor &amp;quot;Cäcilia&amp;quot; Zons&#039;&#039;, 1980.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 70 Jahre Katholische Frauengemeinschaft Zons, 1929–1999&#039;&#039;, o.O. [1999].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 1928–1998 – 70 Jahre [[Paramentenverein]] St. Martinus Stadt Zons&#039;&#039; [Text und Gestaltung: Peter Heidkamp und Christa Bals], Langwaden-Grevenbroich [1998].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gasten, Elmar/ Haas, Raimund/ Kolewa, Herbert: &#039;&#039;Kirchengeschichte und Pfarrarchiv St. Martinus Zons (Findbuch)&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. VIII (1996).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Peter Heidkamp|Heidkamp, Peter]]: &#039;&#039;Mönche aus Brauweiler als [[Pfarrer]] in Zons. Series Pastorum Zontinensium ex Monasterio Brauweilerense&#039;&#039;, in: Pulheimer Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde 19 (1995), S. 65–77.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kempis, Inken: &#039;&#039;[[Beda Groten]] – [[Pfarrer]] von Zons und 49. Abt des Klosters Brauweiler&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 3/1987, unpagin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kerz, Friedrich von: &#039;&#039;Über das vermeintliche oder wirkliche [[Wundermadonna|Wunder]] in Zons&#039;&#039;, Mainz 1823.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle|Kienle, Hermann]]: &#039;&#039;Geschichte der Schwesternschaft der [[Vinzentinerinnen|Vincentinerinnen]] in Zons 1895–1960&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. VII (1989), S. 4–9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Von Haus [[Bürgel]] nach Zons. Zur Geschichte der Pfarreien St. Maternus und St. Martinus&#039;&#039;, in: Aus Mittelalter und Neuzeit. Gesammelte Aufsätze zur Geschichte des Kreises Neuss 1961–1995 (= Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes Neuss e.V., Nr. 7), S. 91–98.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kistenich, Johannes: &#039;&#039;Bettelmönche als Schullehrer in Neuss, Zons und Evinghoven&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2004, S. 16–29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Leitterstorf, Hans: &#039;&#039;Dormagen Gestern: Vincentinerinnen lösen Zonser Kloster auf&#039;&#039;, in: Dormagazin 3/1990, S. 11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Herbert Milz|Milz, Herbert]]: &#039;&#039;Sankt Martinus zu Zons – eine Kirche im Wandel der Zeiten&#039;&#039;, in: Stadtgeschichte und Heimat Museum Zons, o.O., o.J. [1999], S. 14–17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pankalla, Heinz A.: &#039;&#039;Kommerz Ursache für Skandal&#039;&#039;, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1981 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 2), S. 121–122.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pfarrgemeinde St. Martinus Zons: &#039;&#039;Festschrift 400 Jahre St. Martinus Zons (1593–1993)&#039;&#039;, Langwaden 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schmidt, Hans-Willi: &#039;&#039;Ärger mit einer alten Scheune&#039;&#039;, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1981 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 2), Köln/ Bonn 1981, S. 119–121.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schmidt, Hans-Willi: &#039;&#039;Zonser [[Pfarrer]] kamen aus Brauweiler&#039;&#039;, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1981 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 2), Köln/ Bonn 1981, S. 117–119.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Schmidt, Hans-Willi: &#039;&#039;Das Rätsel im [[Rathaus]]&#039;&#039;, in: Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen 1981 (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 2), Köln/ Bonn 1981, S. 116–117.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Zonser [[Gottesurteile]] im 19. Jahrhundert – Erster Teil: Die Kapelle und die Engelsfigur am Rheintor&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 48/1995, S. 5–6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Zonser [[Gottesurteile]] im 19. Jahrhundert – Zweiter Teil: Der mysteriöse Tod des Wilhelm Dittgen&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 49/1995, S. 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Zonser [[Gottesurteile]] im 19. Jahrhundert – Dritter Teil: Die Reue des ungläubigen Nagelschmieds Johann&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 51/1996, S. 10–11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Zonser [[Gottesurteile]] im 19. Jahrhundert – Vierter und letzter Teil: Zonser [[Pfarrer]] [[Adam Otten]]&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 52/1996, S. 19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Marienbildnisse machen Zons zur &amp;quot;Madonnenstadt&amp;quot; – Muttergottesfiguren zeugen von besonderer Verehrung&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 54/1996, S. 17–18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;Zonser Pfarrer und späterer Dechant [[Johannes Klüwer]] – Nicht nur seine exzellente Predigt bleibt unvergessen&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 58/1997, S. 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Volkskunde ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bückendorf, Hans: &#039;&#039;Die &amp;quot;Wasserseite&amp;quot; in Zons diente auch als Schlittschuhbahn. Nur das Gewässer am Wallgraben nannte sich &amp;quot;Wassersick&amp;quot;&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 34/1993, S. 14.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bückendorf, Hans: &#039;&#039;`Henger dem Werft` war der ideale Platz zum Toben&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 38/1994, S. 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bückendorf, Hans: &#039;&#039;Die Jresshött in Zons&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 41/1994, S. 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bückendorf, Hans: &#039;&#039;Erinnerung an wirkungsvolle Zonser Legende – &amp;quot;Kruff hehm&amp;quot;-Wein nach geheimnisvollem Rezept&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 46/1995, S. 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heller, Erwin/ Pazynski, Elisabeth (Bearb.): &#039;&#039;Geschichten aus Zons. Senioren erzählen&#039;&#039; (Hg.: [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.|Kultur- &amp;amp; Heimatfreunde Stadt Zons e.V.]]), o.O [Dormagen], o.J. [2005].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Georg Kirchhoff|Kirchhoff, Hans Georg]]: &#039;&#039;Zons und Stürzelberg im Tagebuch des [[Johann Peter Delhoven|Johann Delhoven]] (1783–1823), Teil 2, Brand und Brandbekämpfung&#039;&#039;, in: [[Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg]], Bd. III (1985), S. 41–47.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Ein bemerkenswerter Lepra-Untersuchungsfall vor der Medizinischen Fakultät der Universität Köln in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: Die Klapper. Mitteilungen der Gesellschaft für Leprakunde e.V. 1/1998, S. 8–10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Verwaltung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]: &#039;&#039;Die drei Zonser Ehrenbürgerwürden der Jahre 1932/33 – Vorgeschichte, Verleihung und späterer Umgang&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 446–473.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ströher, Peter: &#039;&#039;Das &amp;quot;rote Zons&amp;quot;. Die Kommunisten in der ehemaligen Zollfeste während der Weimarer Republik&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 394–445.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festschriften, Vereine ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 40 Jahre (1911–1951) Fußball-Club Zons 1911&#039;&#039;, Dormagen 1951.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 75 Jahre St. Hubertus Schützengesellschaft 1898 Zons&#039;&#039;, 1973.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 75 Jahre Freiwillige [[Feuerwehr]] Löschzug Feste Zons&#039;&#039;, 1983.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 60 Jahre Jägerzug &amp;quot;Gut Ziel&amp;quot; Zons&#039;&#039;, 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 100 Jahre [[Kindergarten]] St. Martinus Zons&#039;&#039;, 1995.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 50 Jahre 1911–1961 [[Fußballclub Zons|Fussball-Club Zons 1911]]&#039;&#039; (Text: Josef Blömacher/ Peter Bückendorf), Dormagen 1961.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 60 Jahre [[Fußballclub Zons|FC Zons]]&#039;&#039;, Dormagen 1971.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;80 Jahre 1880–1960 [[Kirchenchor &amp;quot;Cäcilia&amp;quot;|Kirchenchor Cäcilia]] an Sankt Martinus Zons am Rhein&#039;&#039;, 1960.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 20 Jahre [[Sportgemeinschaft Zons 1971 e.V.]] Leichtathletikabteilung 1973–1993&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 70 Jahre Jägerzug &amp;quot;Gut Ziel&amp;quot; 1924–1994&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Festschrift 60 Jahre 1953 bis 2013 [[Freilichtbühne|Märchenspiele Zons e.V.]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Zur Geschichte des Schützenvereinswesens in Zons. Festschrift anläßlich des 100-jährigen Bestehens der [[St. Hubertus-Schützengesellschaft]] 1898 Zons e.V.&#039;&#039;, Neuss 1998.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans Sürtenich|Sürtenich, Hans]]: &#039;&#039;[[St. Hubertus-Schützengesellschaft]] Zons feiert 100jähriges Bestehen. Die 537jährige Schützentradition wurde während der Zeit der französischen Verwaltung unterbrochen&#039;&#039;, in: Heimatland, Beilage zur Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Nr. 64/1998, S. 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Thissen, Michael: &#039;&#039;Festschrift 100 Jahre [[Feuerwehr]] in der Stadt Zons (1908–2008). Vom Löscheimer zum Tanklöschfahrzeug&#039;&#039;, o.O. [Dormagen] 2008.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genealogie, Geschichte einzelner Familien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Familienverband Broich: &#039;&#039;Chronik der Familie Broich. Geschichte der Familie [[Aldenhoven (Familie)|Aldenhoven-]]Broich in Zons am Niederrhein&#039;&#039;, 3. Jg., Nr. 8, Dez. 1956.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lambertz, Martin: &#039;&#039;Gutsbesitzer Franz Aldenhoven (1803–1872) – Ein Lebensbild des überregional (wohl) bekanntesten Zonsers des 19. Jahrhunderts&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 268–311.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Werner Lisken|Lisken, Werner]] (Bearb.): &#039;&#039;Die Familien der historischen Stadt Zons und der katholischen Pfarre St. Martin (mit den Ortsteilen Bürgel, Grind, Nachtigall, Sankt Peter und Stürzelberg) von 1664 bis 1900. Ein genealogisches Nachschlagewerk&#039;&#039; (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Familienkunde e.V., Sitz Köln, Bd. 293; Deutsche Ortssippenbücher der Zentralstelle für Personen- und Familiengeschichte, Frankfurt/Höchst Nr. 00.781), Köln 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]]: &#039;&#039;Die vergessenen Lebensjahre der Kölner Patrizierin und &amp;quot;Hexe&amp;quot; Katharina Henot († 1627) in Zons und die spätere Verschwörung gegen sie und ihre Geschwister – Neue Erkenntnisse zur Lösung eines Justizmord-Rätsels&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 182–267.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sticker, Johannes: &#039;&#039;Lieb Vaterland – Dear Fatherland. Eine Zonser Familiengeschichte&#039;&#039; [über die Familie Sticker], Eigenverlag [1995].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialgeschichte, Demographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Lüttgen, Willy: &#039;&#039;Bevölkerungspolitische Studien über die Stadt Zons/Niederrhein&#039;&#039;, Med. Dissertation, Med. Akademie Düsseldorf 1944. [eine antisemitische Hetzschrift]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sierck, Michael: &#039;&#039;Zur wirtschaftlichen und sozialen Situation der Müller in Zons in der Frühen Neuzeit (bis 1692)&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder|Schröder, Stephen]]/ [[Thomas Schwabach|Schwabach, Thomas]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt (= Veröffentlichungen des Archivs im Rhein-Kreis Neuss Bd. 3), Sankt Augustin 2023, S. 154–181.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Forschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quellen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<updated>2026-06-23T09:56:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dies ist ein Thema, zu dem noch kein Artikel geschrieben wurde.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;   Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ZonsWiki&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; lebt von der Mitarbeit. Wenn Du beim Erstellen dieses Artikels oder anderer Artikel im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ZonsWiki&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; helfen willst, bist Du dazu herzlich eingeladen! So kannst auch Du einen Beitrag dazu leisten, das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ZonsWiki&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu einem umfassenden Zons-Lexikon auszubauen.“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Dies ist ein Thema, zu dem noch kein Artikel geschrieben wurde.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;ZonsWiki&#039;&#039;&#039; lebt von der Mitarbeit. Wenn Du beim Erstellen dieses Artikels oder anderer Artikel im &#039;&#039;&#039;ZonsWiki&#039;&#039;&#039; helfen willst, bist Du dazu herzlich eingeladen! So kannst auch Du einen Beitrag dazu leisten, das &#039;&#039;&#039;ZonsWiki&#039;&#039;&#039; zu einem umfassenden Zons-Lexikon auszubauen.&lt;/div&gt;</summary>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Kategorie:Landschaft_und_Umwelt&amp;diff=4355</id>
		<title>Kategorie:Landschaft und Umwelt</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: Leere Seite erstellt&lt;/p&gt;
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		<author><name>Zadmin</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Hannepützheide&#039;&#039;&#039; (historisch auch &amp;quot;Hahnepütz-Heide&amp;quot; oder &amp;quot;Heydt&amp;quot; genannt) ist ein Teilbereich der Zonser Heide, die westlich zwischen Zons und [[Stürzelberg]] auf der Niederterrasse der Kölner Rheinebene liegt. Gemeinsam mit dem benachbarten [[Wahlerberg]] bildet sie einen für den Niederrhein seltenen Komplex aus eiszeitlich entstandenen Binnendünen. Das Areal ist heute ein bedeutendes Natur- und Bodendenkmal sowie ein wichtiges Naherholungsgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie und Etymologie == &lt;br /&gt;
Die Hannepützheide erstreckt sich als Dünengelände entlang des historischen [[Rochusweg]]es. Geologisch entstanden diese Dünenzüge nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrm-Kaltzeit Würm-Eiszeit] durch Sandverwehungen aus den damaligen Altrheinarmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name leitet sich von einem dort ehemals vorhandenen Ziehbrunnen ab (mundartlich &amp;quot;Pütz&amp;quot; für Brunnen), der bis Anfang des 20. Jahrhunderts intakt war. In der lokalen Forschung wurde kontrovers diskutiert, ob es sich dabei um eine natürliche Quelle oder lediglich um eine künstlich angelegte Wildtränke handelte, die durch die Absenkung des Grundwasserspiegels durch den Braunkohletagebau versiegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologie und Geschichte == &lt;br /&gt;
Das Gelände zählt zu den bedeutendsten Fundstellen für die Vor- und Frühgeschichte im Raum Dormagen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Steinzeit:&#039;&#039;&#039; Funde von Silexartefakten belegen eine Besiedlung im [https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelsteinzeit  Mesolithikum] sowie [https://de.wikipedia.org/wiki/Jungsteinzeit Neolithikum] ([https://de.wikipedia.org/wiki/Michelsberger_Kultur Michelsberger Kultur]). Ein bemerkenswerter Einzelfund ist ein Veluwe-Glockenbecher.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;[https://de.wikipedia.org/wiki/Bronzezeit Bronzezeit] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenzeit Eisenzeit]:&#039;&#039;&#039; Siedlungsspuren und Keramikfragmente der [https://de.wikipedia.org/wiki/Urnenfelderkultur Urnenfelder-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hallstattzeit Hallstattkultur] wurden nahe dem [[Wahlerberg]] nachgewiesen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Militärgeschichte:&#039;&#039;&#039; Durch digitale Kartografie konnten Überreste eines kaiserlich-bayerischen Heerlagers von 1642 ([[Dreißigjähriger Krieg]]) lokalisiert werden. Im Zweiten Weltkrieg befand sich zudem eine Flakstellung im Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch diente die Heide als Allmende. Bereits 1246 gestattete [https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_von_Hochstaden Erzbischof Konrad von Hochstaden] dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Gnadental_(Neuss) Kloster Gnadental] das Weiderecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Naturschutz und aktuelle ökologische Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Die Hannepützheide ist Teil des Landschaftsschutzgebietes &amp;quot;Zonser Heide&amp;quot;. Die extrem trockenen, nährstoffarmen Sandböden bieten Lebensraum für spezialisierte Arten wie Heidekraut (&amp;quot;Calluna vulgaris&amp;quot;), Silbergras (&amp;quot;Corynephorus canescens&amp;quot;), Berg-Sandrapunzel (&amp;quot;Jasione montana&amp;quot;) und seltene Flechten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Waldumbau:&#039;&#039;&#039; Der Baumbestand bestand lange Zeit aus Kiefern und Fichten. Aufgrund von Hitzeperioden und Borkenkäferbefall findet ein gezielter Waldumbau statt: Abgestorbene Fichten werden entnommen und durch klimaresiliente Traubeneichen ersetzt. Die Finanzierung dieser Maßnahmen erfolgt maßgeblich aus dem Ökokonto der Stadt Dormagen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Pflegemaßnahmen:&#039;&#039;&#039; Zur Erhaltung der Heideflächen werden Entkusselungsmaßnahmen (Entfernung von Gehölzen) durchgeführt und eine Beweidung mit Heidschnucken durchgeführt.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Kontroversen:&#039;&#039;&#039; Im Jahr 2024 lösten forstwirtschaftliche &amp;quot;Läuterungsarbeiten&amp;quot; eine öffentliche Diskussion aus. Anwohner kritisierten den Einsatz schwerer Maschinen im Naturschutzgebiet. Die Stadt verwies auf die Notwendigkeit der Eingriffe für die natürliche Verjüngung und die Verkehrssicherheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Denkmäler und Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;[[Jüdische Begräbnisstätte|Jüdischer Friedhof]]:&#039;&#039;&#039; Der denkmalgeschützte Friedhof der Zonser jüdischen Gemeinde aus dem 17. Jahrhundert liegt am südöstlichen Rand.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;[[St. Rochushäuschen]]:&#039;&#039;&#039; Ein 1850 errichteter Bildstock, Ziel einer traditionellen Bittprozession.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Erholung:&#039;&#039;&#039; Seit Januar 2023 informiert eine neue Tafel über die Geologie. Die Heide ist zudem in touristische digitale Angebote wie die &amp;quot;Kultohr&amp;quot;-App eingebunden. Neue Ruhebänke (z.B. am Jüdischen Friedhof und am Heide-Spielplatz) steigern die Aufenthaltsqualität. Der angrenzende Waldkindergarten nutzt das Gebiet regelmäßig für pädagogische Zwecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Literatur == &lt;br /&gt;
* [[Aenne Hansmann]]: &#039;&#039;Geschichte von Stadt und Amt Zons.&#039;&#039; Düsseldorf 1973&lt;br /&gt;
* Gudrun Malcher: &#039;&#039;Jungneolithische Silexartefakte von der Hannepützheide bei Stürzelberg.&#039;&#039; In: Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg, Bd. II. Dormagen 1984, S. 39–48&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach]]: &#039;&#039;Die Veränderung der Binnenlanddünen und umliegenden Ackerfluren zwischen Stürzelberg, Zons und Dormagen&#039;&#039;. In: Der Niederrhein, Jg. 56. Krefeld 1989&lt;br /&gt;
* [[Norbert Grimbach]]: &#039;&#039;Die Landschaftsgeschichte von Dormagen (Kreis Neuss)&#039;&#039;, Dormagen 1993&lt;br /&gt;
* [[Jost Auler|Auler, Jost]]/ Bruns, Peter: &#039;&#039;Die Lokalisierung des Feldlagers der kaiserlichen und kurbayerischen Truppen bei Zons von 1642&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2026 (2025), S. 36–45&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landschaft und Umwelt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Rheintor&amp;diff=4353</id>
		<title>Rheintor</title>
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		<updated>2026-06-23T08:53:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das &#039;&#039;&#039;Rheintor&#039;&#039;&#039; (historisch auch &amp;quot;Zolltor&amp;quot;, &amp;quot;Peters portze&amp;quot; oder &amp;quot;Rynportzen&amp;quot;) ist das nordöstliche Stadttor der ehemaligen Zollfeste Zons. Es bildet gemeinsam mit dem unmittelbar anschließenden [[Rheinturm|Rheinturm (Zollturm)]] ein prägendes Ensemble der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Bauweise == &lt;br /&gt;
Die Errichtung des Tores steht in direktem Zusammenhang mit der Verlegung des Rheinzolls von Neuss nach Zons im Jahr 1372 durch Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]]. Die Toranlage wurde planmäßig als Teil der Stadtbefestigung konzipiert und vermutlich zeitgleich mit der Vollendung des [[Rheinturm]]s im Jahr 1388 fertiggestellt. Urkundlich ist das Tor erstmals im Jahr 1459 als &amp;quot;Peters portze&amp;quot; erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünglich war das Rheintor als Doppeltoranlage mit zwei getrennten, durch Parallelmauern verbundenen Torbauten ausgeführt. Beim großen Stadtbrand von 1464 wurde die Anlage beschädigt und in den Folgejahren wiederaufgebaut. Im Jahr 1761 ließ das [[Domkapitel]] das Fallgitter (Falltor) entfernen, um Platz für den Bau einer neuen Wachtstube zu schaffen, die als Übergang zwischen dem 1760 neu errichteten [[Zollhaus]] und der Toranlage noch heute existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1860 wurde das äußere Tor weitgehend abgetragen, um Platz für den Bau der neuromanischen [[Kapelle &amp;quot;Maria von den Engeln&amp;quot;]] (Rheintorkapelle) zu schaffen. Erhalten geblieben ist im Wesentlichen das stadtseitige (innere) Tor sowie ein Torbogen des äußeren Tores aus Hausteinen. In den Angeln des verbliebenen Bogens hängen noch schwere Eichenflügel, die früher allabendlich verschlossen wurden. Die Torschlüssel mussten nachts auf dem [[Schloss Friedestrom]] hinterlegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Material und Architektur ==&lt;br /&gt;
Die Toranlage wurde aus Basalt, Trachyt sowie Tuff- und Backsteinen errichtet. Der Durchgang ist von einer flachen Tonne überspannt. Über der Einfahrt befindet sich eine Schutzengelfigur, die im Jahr 1860 zusammen mit der Kapelle nach Entwürfen des Franziskanerbruders Paschalis angebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Literatur == &lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer]]: &#039;&#039;Burg und Stadtbefestigung von Zons. Eine bauhistorische Charakterisierung&#039;&#039;, in: [[Stephen Schröder]] / [[Thomas Schwabach]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt. Sankt Augustin 2023, S. 70–123.&lt;br /&gt;
* [[Aenne Hansmann]] / Margret Wensky: &#039;&#039;Rheinischer Städteatlas Zons.&#039;&#039; 2. Aufl. Köln 1990&lt;br /&gt;
* [[Karl Emsbach]]: Zons – &#039;&#039;Portrait einer alten Stadt.&#039;&#039; Dormagen 2000&lt;br /&gt;
* [[Marion Roehmer]]: &#039;&#039;Der Rheinturm von Zons. Turmfestung und Zollstelle.&#039;&#039; Dormagen 2025&lt;br /&gt;
* Udo Mainzer: Stadttore im Rheinland. Neuss 1976&lt;br /&gt;
* [[Hermann Kienle]]: &#039;&#039;Der Rheinturm in Zons mit Toranlage, Kapelle, Vincentinerinnenhaus und Heimatmuseum.&#039;&#039; In: Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg, Bd. II. Dormagen 1984, S. 18–24.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tore]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadttore]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtbefestigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Anton_F%C3%BCsgen&amp;diff=4352</id>
		<title>Anton Füsgen</title>
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		<updated>2026-06-22T14:35:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dies ist ein Thema, zu dem noch kein Artikel geschrieben wurde.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;   Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ZonsWiki&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; lebt von der Mitarbeit. Wenn Du beim Erstellen dieses Artikels oder anderer Artikel im &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ZonsWiki&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; helfen willst, bist Du dazu herzlich eingeladen! So kannst auch Du einen Beitrag dazu leisten, das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ZonsWiki&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu einem umfassenden Zons-Lexikon auszubauen.“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Dies ist ein Thema, zu dem noch kein Artikel geschrieben wurde.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;ZonsWiki&#039;&#039;&#039; lebt von der Mitarbeit. Wenn Du beim Erstellen dieses Artikels oder anderer Artikel im &#039;&#039;&#039;ZonsWiki&#039;&#039;&#039; helfen willst, bist Du dazu herzlich eingeladen! So kannst auch Du einen Beitrag dazu leisten, das &#039;&#039;&#039;ZonsWiki&#039;&#039;&#039; zu einem umfassenden Zons-Lexikon auszubauen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Rheinturm&amp;diff=4351</id>
		<title>Rheinturm</title>
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		<updated>2026-06-22T14:34:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Rhein-, Zoll- oder St. Petersturm&#039;&#039;&#039; ist der nordöstliche Eckturm der Stadtbefestigung und gilt als deren größtes und wertvollstes Bauwerk. Er diente über Jahrhunderte als zentrale [[Zollstätte]] für den [[Rheinzoll]] sowie als wehrhafter Verteidigungsturm, Landmarke und Repräsentationsbau des Landesherrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baugeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Bau des Turms begann im Zuge der Verlegung des erzbischöflichen Rheinzolls von [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] nach Zons im Jahr 1372 unter Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]]. Gemäß einer erhaltenen Bauinschrift an der Südseite wurde das Bauwerk im Jahr 1388 vollendet. Es bildete den krönenden Abschluss der unter Friedrich von Saarwerden errichteten Befestigungsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
Der Turm erhebt sich auf einem quadratischen Grundriss mit einer äußeren Seitenlänge von etwa 9,50 m. Er umfasst sechs Stockwerke und erreicht eine heutige Höhe von rund 26,90 m. Das Mauerwerk besteht in der unteren Hälfte aus massiven Basaltquadern mit dazwischenliegenden Tuffziegelreihen, während der obere Teil primär aus Tuff mit vereinzelten Basalten gefertigt wurde. Die Kanten sind durch starke Eckverklammerungen aus Trachyt verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den oberen Abschluss bildet ein vorkragender Fries auf zehn Kragsteinen und nasengeschmückten Spitzbögen. Die drei mittleren Bogenlaibungen auf jeder Seite sind als [https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrerker Gusslöcher] ausgebildet. Das heute sichtbare pyramidenförmige Dach wurde 1827 aufgesetzt und ersetzte eine ursprünglich wesentlich höhere, spitzere Haube mit einer achtseitigen Laterne. Im obersten Stockwerk befand sich an der Ostseite eine zum Rhein hin offene Plattform, die als Ausguck für die Zollwächter diente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stifterrelief und Bauinschrift ==&lt;br /&gt;
An der Südseite des Turms befindet sich in Höhe des ersten Stockwerks eine ca. 2 x 3 Meter große doppelbogige Nische. Bis zu den Restaurierungsarbeiten ab Mitte der 1950er Jahre standen dort lebensgroße Skulpturen des heiligen Petrus (Patron des Erzbistums) und des davor knienden Stadtgründers Friedrich von Saarwerden. Diese Figuren wurde zur Restaurierung in eine Kölner Steinmetz-Werkstatt gebracht, von wo sie nie zurückkamen. Sie sind heute verschollen. Erhalten blieb lediglich die Atlantenfigur eines &amp;quot;Hockemännchens&amp;quot;, welche als Konsole die Spitzbögen trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb der Nische befindet sich eine zweizeilige lateinische Bauinschrift in gotischen Minuskeln, die übersetzt lautet: &amp;quot;Friedrich von Saarwerden, Erzbischof von Köln, errichtete mich im Jahre 1388 nach der Geburt des Herrn&amp;quot;. Eine künstlerisch freie Nachbildung dieses Reliefs wurde 1992 auf Initiative des Dormagener Geschichtsvereins im inneren Tordurchgang des Rheintors angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zollverwaltung ==&lt;br /&gt;
Als Zollturm diente das Bauwerk zur Überwachung der Schifffahrt und zur Sicherung der Einnahmen, die in einer eisenbewehrten Zolltruhe (Teke) mit drei verschiedenen Schlössern verwahrt wurden. Das Personal bestand aus einem [[Zöllner]], einem [[Beseher]], einem [[Zollschreiber]] und mindestens zwei Zollknechten. Zur Signalisierung ankommender Schiffe wurde eine Glocke im Turm geläutet. Unmittelbar nördlich an den Turm schließt das 1760 auf dem Standort des spätmittelalterlichen Vorgängerbaus neu errichtete [[Zollhaus]] an, das als Wohn- und Amtsgebäude diente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Nutzung und Erhaltung ==&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Zolls um 1800 wurde der Turm zusammen mit dem [[Zollhaus]] im Jahr 1803 als französisches Domänengut an den Arzt [[Lambert Josef Kauhlen]], der für seinen Onkel [[August Wiesen]] bot, versteigert. Spätestens mit dem Tod des August Wiesen wurde Kauhlen Eigentümer. Nach dessen Tod 1843 wurden Turm und Zollhaus zunächst von dessen Erben an den Wirt [[Anton Füsgen]] verpachtet. 1854 verkauften die Erben Kauhlen den Komplex für 2.000 Taler an [[Elisabethstiftung|Elisabeth Kierwald]], die ihn &lt;br /&gt;
gelangte das Gebäude 1859 der katholischen Pfarrkirche schenkte. Von 1855/56 bis 1882 und von 1896 bis 1960 beherbergte der Komplex eine Niederlassung von [[Franziskanerinnen]] und später [[Vinzentinerinnen]]. In dieser Zeit dienten Räume im Turm unter anderem als Schlafsäle für Kranke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1931 und 1958 war im dritten Obergeschoss ein [[Heimatmuseum]] untergebracht, das auf Initiative des [[Lehrer]]s [[Heinz Riffel]] entstand. Nach einer umfassenden Sanierung der Außenhülle in den 1960er Jahren wurde der Turm u.a. für kirchliche Jugend- und Seniorenarbeit genutzt. Ab 2001 war das Bauwerk aufgrund eines fehlenden zweiten Rettungswegs für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach umfangreichen Brandschutzertüchtigungen und dem Einbau einer neuen Treppenanlage 2025 wurde der Turm als heimatgeschichtlicher Erlebnisort wiedereröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stephen Schröder / Thomas Schwabach (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt. Sankt Augustin 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Aenne Hansmann: Geschichte von Stadt und Amt Zons. Düsseldorf 1973&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Bd. 3: Kreis Neuss. Düsseldorf 1895&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hermann Kienle: Der Rheinturm in Zons mit Turmanlage, Kapelle, Vincentinerinnenhaus und Heimatmuseum. In: BlGZSt II (1984)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Marion Roehmer: Der Rheinturm von Zons. Turmfestung und Zollstelle. Dormagen 2025&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmalpflege]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmäler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Türme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtbefestigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Rheinturm&amp;diff=4350</id>
		<title>Rheinturm</title>
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		<updated>2026-06-22T14:22:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Spätere Nutzung und Erhaltung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Rhein-, Zoll- oder St. Petersturm&#039;&#039;&#039; ist der nordöstliche Eckturm der Stadtbefestigung und gilt als deren größtes und wertvollstes Bauwerk. Er diente über Jahrhunderte als zentrale [[Zollstätte]] für den [[Rheinzoll]] sowie als wehrhafter Verteidigungsturm, Landmarke und Repräsentationsbau des Landesherrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baugeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Bau des Turms begann im Zuge der Verlegung des erzbischöflichen Rheinzolls von [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] nach Zons im Jahr 1372 unter Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]]. Gemäß einer erhaltenen Bauinschrift an der Südseite wurde das Bauwerk im Jahr 1388 vollendet. Es bildete den krönenden Abschluss der unter Friedrich von Saarwerden errichteten Befestigungsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
Der Turm erhebt sich auf einem quadratischen Grundriss mit einer äußeren Seitenlänge von etwa 9,50 m. Er umfasst sechs Stockwerke und erreicht eine heutige Höhe von rund 26,90 m. Das Mauerwerk besteht in der unteren Hälfte aus massiven Basaltquadern mit dazwischenliegenden Tuffziegelreihen, während der obere Teil primär aus Tuff mit vereinzelten Basalten gefertigt wurde. Die Kanten sind durch starke Eckverklammerungen aus Trachyt verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den oberen Abschluss bildet ein vorkragender Fries auf zehn Kragsteinen und nasengeschmückten Spitzbögen. Die drei mittleren Bogenlaibungen auf jeder Seite sind als [https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrerker Gusslöcher] ausgebildet. Das heute sichtbare pyramidenförmige Dach wurde 1827 aufgesetzt und ersetzte eine ursprünglich wesentlich höhere, spitzere Haube mit einer achtseitigen Laterne. Im obersten Stockwerk befand sich an der Ostseite eine zum Rhein hin offene Plattform, die als Ausguck für die Zollwächter diente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stifterrelief und Bauinschrift ==&lt;br /&gt;
An der Südseite des Turms befindet sich in Höhe des ersten Stockwerks eine ca. 2 x 3 Meter große doppelbogige Nische. Bis zu den Restaurierungsarbeiten ab Mitte der 1950er Jahre standen dort lebensgroße Skulpturen des heiligen Petrus (Patron des Erzbistums) und des davor knienden Stadtgründers Friedrich von Saarwerden. Diese Figuren wurde zur Restaurierung in eine Kölner Steinmetz-Werkstatt gebracht, von wo sie nie zurückkamen. Sie sind heute verschollen. Erhalten blieb lediglich die Atlantenfigur eines &amp;quot;Hockemännchens&amp;quot;, welche als Konsole die Spitzbögen trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb der Nische befindet sich eine zweizeilige lateinische Bauinschrift in gotischen Minuskeln, die übersetzt lautet: &amp;quot;Friedrich von Saarwerden, Erzbischof von Köln, errichtete mich im Jahre 1388 nach der Geburt des Herrn&amp;quot;. Eine künstlerisch freie Nachbildung dieses Reliefs wurde 1992 auf Initiative des Dormagener Geschichtsvereins im inneren Tordurchgang des Rheintors angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zollverwaltung ==&lt;br /&gt;
Als Zollturm diente das Bauwerk zur Überwachung der Schifffahrt und zur Sicherung der Einnahmen, die in einer eisenbewehrten Zolltruhe (Teke) mit drei verschiedenen Schlössern verwahrt wurden. Das Personal bestand aus einem [[Zöllner]], einem [[Beseher]], einem [[Zollschreiber]] und mindestens zwei Zollknechten. Zur Signalisierung ankommender Schiffe wurde eine Glocke im Turm geläutet. Unmittelbar nördlich an den Turm schließt das 1760 auf dem Standort des spätmittelalterlichen Vorgängerbaus neu errichtete [[Zollhaus]] an, das als Wohn- und Amtsgebäude diente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Nutzung und Erhaltung ==&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Zolls um 1800 wurde der Turm zusammen mit dem [[Zollhaus]] im Jahr 1803 als französisches Domänengut an den Arzt [[Lambert Josef Kauhlen]], der für seinen Onkel [[August Wiesen]] bot, versteigert. Spätestens mit dem Tod des August Wiesen wurde Kauhlen Eigentümer. Nach dessen Tod 1843 wurden Turm und Zollhaus zunächst von dessen Erben an den Wirt [[Anton Füssgen]] verpachtet. 1854 verkauften die Erben Kauhlen den Komplex für 2.000 Taler an [[Elisabethstiftung|Elisabeth Kierwald]], die ihn &lt;br /&gt;
gelangte das Gebäude 1859 der katholischen Pfarrkirche schenkte. Von 1855/56 bis 1882 und von 1896 bis 1960 beherbergte der Komplex eine Niederlassung von [[Franziskanerinnen]] und später [[Vinzentinerinnen]]. In dieser Zeit dienten Räume im Turm unter anderem als Schlafsäle für Kranke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1931 und 1958 war im dritten Obergeschoss ein [[Heimatmuseum]] untergebracht, das auf Initiative des [[Lehrer]]s [[Heinz Riffel]] entstand. Nach einer umfassenden Sanierung der Außenhülle in den 1960er Jahren wurde der Turm u.a. für kirchliche Jugend- und Seniorenarbeit genutzt. Ab 2001 war das Bauwerk aufgrund eines fehlenden zweiten Rettungswegs für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach umfangreichen Brandschutzertüchtigungen und dem Einbau einer neuen Treppenanlage 2025 wurde der Turm als heimatgeschichtlicher Erlebnisort wiedereröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stephen Schröder / Thomas Schwabach (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt. Sankt Augustin 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Aenne Hansmann: Geschichte von Stadt und Amt Zons. Düsseldorf 1973&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Bd. 3: Kreis Neuss. Düsseldorf 1895&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hermann Kienle: Der Rheinturm in Zons mit Turmanlage, Kapelle, Vincentinerinnenhaus und Heimatmuseum. In: BlGZSt II (1984)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Marion Roehmer: Der Rheinturm von Zons. Turmfestung und Zollstelle. Dormagen 2025&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmalpflege]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmäler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Türme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtbefestigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Rheinturm&amp;diff=4349</id>
		<title>Rheinturm</title>
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		<updated>2026-06-22T14:21:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Architektur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Rhein-, Zoll- oder St. Petersturm&#039;&#039;&#039; ist der nordöstliche Eckturm der Stadtbefestigung und gilt als deren größtes und wertvollstes Bauwerk. Er diente über Jahrhunderte als zentrale [[Zollstätte]] für den [[Rheinzoll]] sowie als wehrhafter Verteidigungsturm, Landmarke und Repräsentationsbau des Landesherrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baugeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Bau des Turms begann im Zuge der Verlegung des erzbischöflichen Rheinzolls von [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] nach Zons im Jahr 1372 unter Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]]. Gemäß einer erhaltenen Bauinschrift an der Südseite wurde das Bauwerk im Jahr 1388 vollendet. Es bildete den krönenden Abschluss der unter Friedrich von Saarwerden errichteten Befestigungsanlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
Der Turm erhebt sich auf einem quadratischen Grundriss mit einer äußeren Seitenlänge von etwa 9,50 m. Er umfasst sechs Stockwerke und erreicht eine heutige Höhe von rund 26,90 m. Das Mauerwerk besteht in der unteren Hälfte aus massiven Basaltquadern mit dazwischenliegenden Tuffziegelreihen, während der obere Teil primär aus Tuff mit vereinzelten Basalten gefertigt wurde. Die Kanten sind durch starke Eckverklammerungen aus Trachyt verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den oberen Abschluss bildet ein vorkragender Fries auf zehn Kragsteinen und nasengeschmückten Spitzbögen. Die drei mittleren Bogenlaibungen auf jeder Seite sind als [https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrerker Gusslöcher] ausgebildet. Das heute sichtbare pyramidenförmige Dach wurde 1827 aufgesetzt und ersetzte eine ursprünglich wesentlich höhere, spitzere Haube mit einer achtseitigen Laterne. Im obersten Stockwerk befand sich an der Ostseite eine zum Rhein hin offene Plattform, die als Ausguck für die Zollwächter diente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stifterrelief und Bauinschrift ==&lt;br /&gt;
An der Südseite des Turms befindet sich in Höhe des ersten Stockwerks eine ca. 2 x 3 Meter große doppelbogige Nische. Bis zu den Restaurierungsarbeiten ab Mitte der 1950er Jahre standen dort lebensgroße Skulpturen des heiligen Petrus (Patron des Erzbistums) und des davor knienden Stadtgründers Friedrich von Saarwerden. Diese Figuren wurde zur Restaurierung in eine Kölner Steinmetz-Werkstatt gebracht, von wo sie nie zurückkamen. Sie sind heute verschollen. Erhalten blieb lediglich die Atlantenfigur eines &amp;quot;Hockemännchens&amp;quot;, welche als Konsole die Spitzbögen trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb der Nische befindet sich eine zweizeilige lateinische Bauinschrift in gotischen Minuskeln, die übersetzt lautet: &amp;quot;Friedrich von Saarwerden, Erzbischof von Köln, errichtete mich im Jahre 1388 nach der Geburt des Herrn&amp;quot;. Eine künstlerisch freie Nachbildung dieses Reliefs wurde 1992 auf Initiative des Dormagener Geschichtsvereins im inneren Tordurchgang des Rheintors angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zollverwaltung ==&lt;br /&gt;
Als Zollturm diente das Bauwerk zur Überwachung der Schifffahrt und zur Sicherung der Einnahmen, die in einer eisenbewehrten Zolltruhe (Teke) mit drei verschiedenen Schlössern verwahrt wurden. Das Personal bestand aus einem [[Zöllner]], einem [[Beseher]], einem [[Zollschreiber]] und mindestens zwei Zollknechten. Zur Signalisierung ankommender Schiffe wurde eine Glocke im Turm geläutet. Unmittelbar nördlich an den Turm schließt das 1760 auf dem Standort des spätmittelalterlichen Vorgängerbaus neu errichtete [[Zollhaus]] an, das als Wohn- und Amtsgebäude diente.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Nutzung und Erhaltung ==&lt;br /&gt;
Nach der Aufhebung des Zolls 1798/99 wurde der Turm zusammen mit dem [[Zollhaus]] im Jahr 1803 als französisches Domänengut an den Arzt [[Lambert Josef Kauhlen]], der für seinen Onkel [[August Wiesen]] bot, versteigert. Spätestens mit dem Tod des August Wiesen wurde Kauhlen Eigentümer. Nach dessen Tod 1843 wurden Turm und Zollhaus zunächst von dessen Erben an den Wirt [[Anton Füssgen]] verpachtet. 1854 verkauften die Erben Kauhlen den Komplex für 2.000 Taler an [[Elisabethstiftung|Elisabeth Kierwald]], die ihn &lt;br /&gt;
gelangte das Gebäude 1859 der katholischen Pfarrkirche schenkte. Von 1855/56 bis 1882 und von 1896 bis 1960 beherbergte der Komplex eine Niederlassung von [[Franziskanerinnen]] und später [[Vinzentinerinnen]]. In dieser Zeit dienten Räume im Turm unter anderem als Schlafsäle für Kranke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1931 und 1958 war im dritten Obergeschoss ein [[Heimatmuseum]] untergebracht, das auf Initiative des [[Lehrer]]s [[Heinz Riffel]] entstand. Nach einer umfassenden Sanierung der Außenhülle in den 1960er Jahren wurde der Turm u.a. für kirchliche Jugend- und Seniorenarbeit genutzt. Ab 2001 war das Bauwerk aufgrund eines fehlenden zweiten Rettungswegs für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach umfangreichen Brandschutzertüchtigungen und dem Einbau einer neuen Treppenanlage 2025 wurde der Turm als heimatgeschichtlicher Erlebnisort wiedereröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stephen Schröder / Thomas Schwabach (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt. Sankt Augustin 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Aenne Hansmann: Geschichte von Stadt und Amt Zons. Düsseldorf 1973&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Bd. 3: Kreis Neuss. Düsseldorf 1895&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hermann Kienle: Der Rheinturm in Zons mit Turmanlage, Kapelle, Vincentinerinnenhaus und Heimatmuseum. In: BlGZSt II (1984)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Marion Roehmer: Der Rheinturm von Zons. Turmfestung und Zollstelle. Dormagen 2025&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmalpflege]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmäler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Türme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtbefestigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<title>Helene Blum-Spicker</title>
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		<updated>2026-06-22T14:17:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Literatur und Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Helene Blum-Spicker&#039;&#039;&#039;, geb. Blum (* 18.01.1942 in [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6nchengladbach Mönchengladbach]; † 22. Juli 2009) war eine Kunsthistorikerin (M.A.), die von 1972 bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2007 das [[Kreismuseum]] als dessen erste Direktorin leitete. Unter ihrer Führung entwickelte sich das Haus zu einem überregional anerkannten Spezialmuseum für Angewandte Kunst und Kunsthandwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Ausbildung == &lt;br /&gt;
Helene Blum wurde 1942 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Mönchengladbach Mönchengladbach] geboren. Bereits 1944 zog sie mit ihrer Mutter zur Großmutter nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Pommern Pommern], bevor die Familie 1946 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiel Kiel] bei einem Onkel Aufnahme fand. Schon mit fünf Jahren eingeschult, legte sie 1960 ihr Abitur ab und studierte anschließend Klassische Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte. Drei Wochen nach ihrer Magisterprüfung trat sie eine Stelle am [https://de.wikipedia.org/wiki/LVR-Landesmuseum_Bonn Rheinischen Landesmuseum in Bonn] an, die ihr durch einen Gastdozenten vermittelt worden war. Nach anderthalb Jahren wechselte sie in die Kultur- und Pressearbeit der niederländischen Botschaft, kehrte jedoch bald in den Museumsbereich zurück. Den entscheidenden Hinweis auf die vakante Stelle in Zons gab ihr Mentor [https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Borger Professor Hugo Borger].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Mutter war [https://de.wikipedia.org/wiki/Helene_Blum-Gliewe Helene Blum-Gliewe (1907–1992)], eine wegweisende Künstlerin, die als erste weibliche Bühnenbildnerin Deutschlands Theatergeschichte schrieb. Von 1928 bis 1939 leitete sie als Ausstattungsleiterin sämtlicher städtischer Bühnen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheydt Mönchengladbach-Rheydt] ein Team von 40 Mitarbeitern und entwarf Bühnenbilder für rund 400 Stücke. Nach Krieg und Flucht baute sie sich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein] eine zweite Karriere als Kunst-am-Bau-Künstlerin auf und hinterließ über 50 großformatige Wandmalereien, Sgraffitos, Mosaike und Glasfenster im öffentlichen Raum, vor allem im Raum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiel Kiel] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Lübeck Lübeck]. Im Alter von 70 Jahren begann sie zudem zu schreiben und veröffentlichte drei Romane, darunter &#039;&#039;Die Kaschubenbraut&#039;&#039;. Ihre Lebensgeschichte wurde 2019 in der Biografie &#039;&#039;Helene Blum-Gliewe – Vom Bühnenbild zur Kunst am Bau&#039;&#039; von Sabine Leonhardt dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Leitung des Kreismuseums Zons (1972–2007) ==&lt;br /&gt;
=== Anfänge === &lt;br /&gt;
Als Helene Blum-Spicker 1972 die kommissarische Leitung des neugegründeten Museums in der Vorburg von [[Burg Friedestrom]] übernahm, stand sie vor einer ungewöhnlichen Ausgangslage: kein Sammlungsbestand, keine gewachsene Tradition, kein ausgearbeitetes Konzept und in unmittelbarer Nachbarschaft die etablierten Museumsstädte [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Düsseldorf Düsseldorf] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn]. Ein zeitgleich vorgesehener Kreisarchivar, der die Einrichtung mitverantworten sollte, wurde zunächst nicht besetzt. Bereits drei Wochen nach ihrem Dienstantritt legte Blum-Spicker ein vollständiges Programm für das erste Jahr vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Patt Landrat Dieter Patt] beschrieb bei ihrer Verabschiedung rückblickend sowohl die Museumsgründung als auch die Berufung einer so jungen Frau in eine Leitungsposition als für die damalige Zeit ungewöhnlich. Sie habe &amp;quot;einfach angefangen und losgelegt&amp;quot; – und daraus sei das Museumskonzept gewachsen. Ihren Wohnsitz verlegte sie früh nach Zons; eine erste Wohnung an der [[Mauerstraße]] brachte ihr den Spitznamen &amp;quot;Mauerblümchen&amp;quot; ein, der in der Lokalpresse noch Jahrzehnte später zitiert wurde. Als Blum-Spicker 1982 nach ihrer Heirat für vier Jahre nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Hackenbroich Hackenbroich] zog, fand dies in der Örtlichkeit lebhafte Beachtung; sie kehrte nach Zons zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Dekade: Programm und Publikum === &lt;br /&gt;
Die ersten sieben Jahre arbeitete Blum-Spicker ausschließlich mit Wechselausstellungen, da eigene Sammlungsbestände fehlten. Parallel dazu baute sie ein museumspädagogisches Programm auf, das neben Angeboten für Kinder – darunter Töpfern und Maskenmalen – auch Konzerte, Vorträge und Dichterlesungen umfasste. Eine Bilanz der ersten zehn Amtsjahre bis 1982 zeigt das Ergebnis dieser Arbeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 84 Ausstellungen, 92 Vorträge und Dichterlesungen sowie über 40 Konzerte&lt;br /&gt;
*Rund 600.000 Besucher in der ersten Dekade – eine Spitzenstellung unter den mittleren Museen im Rheinland&lt;br /&gt;
* Pädagogische Programme für Kinder und Senioren, Exkursionen und Filmabende&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Museumsalltag war Blum-Spicker an der Entstehung der Quilt-Biennale beteiligt, die mehrfach in Zons präsentiert wurde. Der jährliche Ostereier- und der Adventsmarkt erlangten weit über den Rhein-Kreis Neuss hinaus Bekanntheit. Das alljährliche Schützenfest wurde auf dem Hof des Kreismuseums eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sammlungsaufbau === &lt;br /&gt;
Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit galt der wissenschaftlichen Aufarbeitung und gezielten Erweiterung der Museumsbestände:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendstil-Zinn&#039;&#039;&#039;: Im Jahr 1979 stand die Sammlung &amp;quot;Zinn des Jugendstils&amp;quot; für 1,2 Millionen Mark zum Verkauf. Blum-Spicker setzte sich gegenüber der Kreisverwaltung für den Ankauf ein und sicherte so den Erwerb von mehr als 1.000 Zinnobjekten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendstil Jugendstils] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Silzer?action=edit&amp;amp;redlink=1 Giorgio Silzer]. Diese Erwerbung veränderte das Sammlungsprofil des Museums grundlegend und legte den Grundstein für eine der bedeutendsten Jugendstil-Zinnsammlungen der Region. Später integrierte sie ergänzend die renommierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Orivit ORIVIT-Sammlung] von Gertrud Funke-Kaiser als Dauerleihgabe.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Nachlass [[Theo Blum]]&#039;&#039;&#039;: Zwischen 1976 und 1983 organisierte sie die Inventarisierung und Katalogisierung des umfangreichen Werkes des Zonser [[Ehrenbürger]]s [[Theo Blum]], das über 4.500 Blätter umfasst.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sammlung [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Hahn_(K%C3%BCnstler) Helmut Hahn]&#039;&#039;&#039;: 1989 sicherte sie dem Museum durch eine Schenkung des Künstlers Helmut Hahn ein weiteres Sammlungsstandbein: rund 900 Objekte aus dem Bereich des Textildesigns. 1996 kamen außerdem Grafiken von Walter York Koenigstein hinzu.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Archäologie&#039;&#039;&#039;: Sie förderte die Präsentation archäologischer Funde aus dem [[Burg Friedestrom|Zonser Burgbereich]] und arbeitete eng mit dem Amt für Bodendenkmalpflege zusammen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Die florale Trilogie (1999–2006)&#039;&#039;&#039;: Als ihr künstlerisches Spätwerk gelten drei thematisch verbundene Ausstellungen: &#039;&#039;Mohn&#039;&#039; (1999), &#039;&#039;Iris&#039;&#039; (2002) und &#039;&#039;Tulpe&#039;&#039; (2006), jeweils mit eigenem Katalog. [https://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Krischel Dr. Roland Krischel], Leiter der mittelalterlichen Abteilung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wallraf-Richartz-Museum_&amp;amp;_Fondation_Corboud Wallraf-Richartz-Museums in Köln], würdigte diese &amp;quot;florale Trilogie&amp;quot; bei Blum-Spickers Verabschiedung als ihr &amp;quot;Meisterwerk&amp;quot; und hob hervor, welch &amp;quot;übermenschliche Energie&amp;quot; vonnöten gewesen sei, &amp;quot;noch am Ende der Berufskarriere ein solches Feuerwerk abzubrennen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ruhestand und weiteres Engagement == &lt;br /&gt;
Im Januar 2007 wurde Helene Blum-Spicker anlässlich ihres 65. Geburtstages durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Patt Landrat Dieter Patt] offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dem Museum blieb sie jedoch verbunden: Als Gründungsgeschäftsführerin des Vereins &amp;quot;Freunde und Förderer des Kreismuseums Zons e.V.&amp;quot; (gegründet 1979) engagierte sie sich weiterhin für die Jugendstil-Zinnsammlung und das Museumsprogramm. Kurz vor ihrem Tod gestaltete sie noch das Jubiläumsprogramm zum 30-jährigen Bestehen des Fördervereins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publizistisches Wirken == &lt;br /&gt;
Helene Blum-Spicker verfasste zahlreiche Schriften zur Zonser Geschichte und zur Kunstgeschichte. Sie war Herausgeberin und Autorin des Katalogs &#039;&#039;600 Jahre Stadt Zons 1373–1973&#039;&#039;, der in mehreren erweiterten Auflagen erschien (zuletzt 5. Aufl. Dormagen 1985).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung == &lt;br /&gt;
Helene Blum-Spicker gilt als die prägende Gestalt in der Geschichte des [[Kreismuseum]]s Zons. Der Nachruf des Fördervereins betont ihre &amp;quot;hohe Kompetenz, Kreativität und ihr unermüdliches Engagement&amp;quot; sowie ihren Spürsinn für bedeutende Sammlungsstücke. Zeitgenössische Berichte beschreiben sie als eine „überaus engagierte und willensstarke Persönlichkeit&amp;quot;, deren Leistungen in der rheinischen und niederrheinischen Museumslandschaft als prägend bewertet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Quellen ==&lt;br /&gt;
* Helene Blum-Spicker: &#039;&#039;600 Jahre Stadt Zons. 1373–1973&#039;&#039;. 5. Aufl. Dormagen 1985&lt;br /&gt;
* Zeitungsartikel NGZ von Anneli Goebels vom 4. Juni 2002: &#039;&#039;&amp;quot;Mauerblümchen&amp;quot; voller Tatendrang&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Angelika Riemann]]: &#039;&#039;Kontinuität und Wandel im KreisMuseum Zons&#039;&#039;. In: Der Niederrhein, H. 1/2011&lt;br /&gt;
* Zeitungsbericht zur Verabschiedung: &#039;&#039;Helene Blum-Spicker wurde als Direktorin des Zonser Kreismuseums verabschiedet&#039;&#039;. 9. Januar 2007 (Dormago)&lt;br /&gt;
* Nachruf: &#039;&#039;Langjährige Museumsleiterin Helene Blum-Spicker ist gestorben&#039;&#039;. 26. Juli 2009 (Dormago)&lt;br /&gt;
* Nachruf des Vereins &amp;quot;Freunde und Förderer des Kreismuseums Zons e.V.&amp;quot;, Juli 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Blum-Spicker, Helene}} &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentliche Einrichtungen]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Anna_Karina_Hahn&amp;diff=4347</id>
		<title>Anna Karina Hahn</title>
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		<updated>2026-06-22T14:05:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Historikerin und Kuratorin &#039;&#039;&#039;Anna Karina Hahn&#039;&#039;&#039; (* 1983 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) leitet seit dem 1. Januar 2017 das [[Kreismuseum]] als Nachfolgerin von [[Angelika Riemann]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werdegang == &lt;br /&gt;
[[Anna Karina Hahn]] wuchs in [[Stürzelberg]] auf und besuchte dort die Grundschule. Nach dem Abitur am Bettina-von-Arnim-Gymnasium in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] absolvierte sie ein Studium der Geschichte und Germanistik an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinische_Friedrich-Wilhelms-Universität_Bonn Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn], das sie mit dem Magistra Artium abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre berufliche Laufbahn am [[Kreismuseum]] begann im Januar 2009 mit einem Volontariat. In der Folge war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin des Hauses unter der Direktorin [[Angelika Riemann]] tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leitung des Kreismuseums Zons == &lt;br /&gt;
Zum 1. Januar 2017 übernahm Hahn die Leitung des Kreismuseums als Nachfolgerin der in den Ruhestand getretenen [[Angelika Riemann]]. In ihrer Amtszeit setzt sie verstärkt auf eine Verbindung von Tradition und moderner Vermittlung, um das Museum für breitere Zielgruppen zu öffnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Digitalisierung der Bestände. So initiierte sie Projekte zur schrittweisen Online-Inventarisierung der umfangreichen Jugendstil-Zinnsammlung sowie der Fliesenbestände. Unter ihrer Führung wurde zudem die Zusammenarbeit mit dem [[Archiv im Rhein-Kreis Neuss]] unter Leitung von [[Stephen Schröder]] und dem [[Internationales Mundartarchiv &amp;quot;Ludwig Soumagne&amp;quot;|Internationalen Mundartarchiv Ludwig Soumagne]] intensiviert, unter anderem durch den Aufbau eines gemeinsamen Online-Bibliothekskatalogs (Web-OPAC).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden Erweiterungen der Sammlung während ihrer Leitung gehört die Schenkung der Sammlung von Dr. Beatrix Vater-Dobberstein im Jahr 2017, durch die das Museumsprofil um Jugendstil-Objekte aus Keramik, Glas und Holz sowie rund 900 Fliesen ergänzt wurde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirken und Projekte ==&lt;br /&gt;
Anna Karina Hahn verantwortete bereits zahlreiche Sonderausstellungen zu kulturgeschichtlichen Themen, darunter Präsentationen über japanische Kinderkimonos (&amp;quot;Gute Wünsche in Seide&amp;quot;), die Geschichte der Barbie-Puppe (&amp;quot;Busy Girl&amp;quot;) oder Naturfotografien aus der Region (&amp;quot;Wildes Zons&amp;quot;). Ein besonderes Anliegen ist ihr die Museumspädagogik, für die sie Formate wie &amp;quot;Baby an Bord&amp;quot; für Eltern mit Kleinkindern oder interkulturelle Workshops für Migrantinnen entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2021 gehörte sie zum Organisationsteam des 1. Zonser Komponistinnen-Festivals, das sich der Förderung von Werken weiblicher Komponisten widmet. Zudem begleitete sie die Akquise von Fördermitteln des [https://de.wikipedia.org/wiki/Landschaftsverband_Rheinland Landschaftsverbandes Rheinland] für die multimediale Aufarbeitung der Dialektdichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
Dormago-Artikel:&lt;br /&gt;
* Kreismuseum Zons – ein Ausflugziel für die ganze Familie, 25.07.2025&lt;br /&gt;
* Karina Hahn führt jetzt das KreisMuseum, 20.01.2017&lt;br /&gt;
* Zugang zum Zonser Bibliotheksgut erheblich erleichtert, 14.11.2022&lt;br /&gt;
* Wertvolle Schenkung für das Kreismuseum, 04.12.2017&lt;br /&gt;
* KreisMuseum: Digitalisierung der Zinnobjekte schreitet voran, 08.02.2021&lt;br /&gt;
* Aus Komponistinnen-Konzert wird 2021 ein Festival in Zons, 27.01.2021&lt;br /&gt;
* Kulturzentrum Zons erhält Finanzspritze, 11.04.2020&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Wildes Zons&amp;quot;: Eindrucksvolle Fotografien, Kunst und Zinn, 04.07.2020&lt;br /&gt;
* Verena Göbel verstärkt das Team des Kreismuseums, 24.07.2017&lt;br /&gt;
* Beim Hansetag Werbetrommel für den Tourismus gerührt, 30.05.2022&lt;br /&gt;
* Zonser Komponistinnen-Festival: &amp;quot;Tolle Frauen, tolle Musik&amp;quot;, 25.10.2021&lt;br /&gt;
* Pädagogische Praxis im Museum präsent, 20.03.2017&lt;br /&gt;
* Barbie-Ausstellung mit Baby besuchen, 28.08.2018&lt;br /&gt;
* Gelungener Workshop mit Migrantinnen, 14.03.2016&lt;br /&gt;
* Schönes und Glänzendes im Kreismuseum Zons, 13.01.2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hahn, Anna Karina}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentliche Einrichtungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Angelika_Riemann&amp;diff=4346</id>
		<title>Angelika Riemann</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Angelika_Riemann&amp;diff=4346"/>
		<updated>2026-06-22T13:52:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Angelika Riemann&#039;&#039;&#039; (* 1951) ist eine ehemalige Leiterin und Kuratorin des [[Kreismuseum|Kreismuseums Zons]]. Sie leitete die Einrichtung von 2007 bis Ende 2016 und prägte deren Profil im Bereich der Angewandten Kunst sowie der regionalen Kulturgeschichte maßgeblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werdegang ==&lt;br /&gt;
Angelika Riemann war zunächst als stellvertretende Leiterin des Kreismuseums tätig. Im Januar 2007 übernahm sie nach der Verabschiedung der langjährigen Direktorin [[Helene Blum-Spicker]] die kommissarische (und spätere reguläre) Leitung des Hauses. Im Laufe ihrer Amtszeit verfolgte sie das Prinzip &amp;quot;Kontinuität und Wandel&amp;quot;, indem sie etablierte Sammlungsschwerpunkte pflegte, bei Wechselausstellungen jedoch neue Wege ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Jahresende 2016 trat Riemann nach rund 27 Jahren Museumsarbeit in den Ruhestand. Ihre Nachfolge trat [[Anna Karina Hahn]] an, die zuvor bereits als ihre Stellvertreterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin gewirkt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliches und gesellschaftliches Wirken ==&lt;br /&gt;
Während ihrer Zeit als Museumsdirektorin verantwortete Angelika Riemann zahlreiche kulturgeschichtliche und kunsthandwerkliche Ausstellungen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Pflege und Präsentation der weltweit umfangreichsten Jugendstil-Zinnsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den bedeutenden von ihr kuratierten oder begleiteten Projekten gehörten unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ausstellungen zur Kulturgeschichte der Handtasche (2006)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Griechenland 1958&amp;quot; mit Fotografien von [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Hahn_(Künstler) Helmut Hahn] (2008)&lt;br /&gt;
* Präsentationen über internationalen Schmuck (&amp;quot;Schönheit &amp;amp; Magie&amp;quot;, 2008)&lt;br /&gt;
* Eine umfassende Werkschau zur deutschen Keramik der 1950er Jahre (2008)&lt;br /&gt;
* Die 16. Internationale Silbertriennale (2011)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;In der Bar zum Krokodil&amp;quot; über die Schlagerwelt der 1920er Jahre (2015)&lt;br /&gt;
* Japanische Färbeschablonen (&amp;quot;Katagami – Der andere Blick&amp;quot;, 2016)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Anliegen Riemanns war die museumspädagogische Arbeit. Sie entwickelte spezielle Programme für Kindergärten und Schulen, um jüngere Generationen spielerisch für die Kultur des Mittelalters und die [[Burg Friedestrom|Burganlage Friedestrom]] zu begeistern. Zudem etablierte sie gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Rhein-Kreises Neuss das Format &amp;quot;Frauen führen Frauen&amp;quot;, das Rundgänge aus speziell weiblicher Perspektive anbot. Im Rahmen der Vorbereitungen zum Krimifestival &amp;quot;Criminale&amp;quot; arbeitete sie mit Autorinnen wie [https://de.wikipedia.org/wiki/Brigitte_Glaser Brigitte Glaser] zusammen und initiierte Lesungen sowie Tatortbesichtigungen im Bereich des Museums. Sie trat zudem regelmäßig als Moderatorin wissenschaftlicher Fachvorträge auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kontinuität und Wandel im KreisMuseum Zons&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039;, Heft 1/2011, S. 2–4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Literatur ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kontinuität und Wandel im KreisMuseum Zons&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039;, Heft 1/2011, S. 2–4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dormago-Artikel:&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Helene Blum-Spicker wurde als Direktorin des Zonser Kreismuseums verabschiedet&#039;&#039;, 09.01.2007&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Angelika Riemann kommissarische Leiterin&#039;&#039;, 09.01.2007&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gelungener Griechischer Abend im Museum&#039;&#039;, 06.03.2008&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kreismuseum: Schmucke Reise von Ost nach West&#039;&#039;, 21.06.2008&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Umfassender Überblick über die deutsche Keramik&#039;&#039;, 24.09.2008&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Geschenk vom Jubilar - Förderverein überreicht Jugendstil-Vase&#039;&#039;, 25.11.2009&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Tatort Zons: Krimi „Rippenbiest“ ein Beitrag zur „Criminale“&#039;&#039;, 27.11.2009&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Originelle Ausstellung mit Aktion für alle Sinne im Kreismuseum&#039;&#039;, 04.05.2010&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Museumstag: Kulinarisch und kriminalistisch&#039;&#039;, 14.05.2010&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Kurz-Krimi spielt in Zons: Emma setzt den „Sissi-Stich“&#039;&#039;, 25.05.2010&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;KreisMuseum präsentiert Internationale Silbertriennale&#039;&#039;, 24.08.2011&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Gelungene Zeitreise durch das Mittelalter&#039;&#039;, 22.05.2013&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;„In der Bar zum Krokodil“ - Erinnerungen an wilde Zeiten&#039;&#039;, 07.02.2015&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Katagami - Die atemberaubende Vielfalt&#039;&#039;, 02.05.2016&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Karina Hahn führt jetzt das KreisMuseum&#039;&#039;, 20.01.2017&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;„Frauen führen Frauen“ im Kreismuseum&#039;&#039;, 11.03.2019&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Riemann, Angelika}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentliche Einrichtungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
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		<title>Norbert Grimbach</title>
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		<updated>2026-06-17T10:09:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Publikationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:N_Grimbach.jpg|300px|thumb|right|Norbert Grimbach (2023)]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Norbert Grimbach&#039;&#039;&#039; (* 1951 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein pensionierter Realschullehrer in Zons, der für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Landschafts-, Natur- und Artenschutz, Landschaftsentwicklung, Denkmalpflege und Archäologie zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schullaufbahn und Studium ==&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur am [https://de.wikipedia.org/wiki/Quirinus-Gymnasium_Neuss Staatlichen Quirinus-Gymnasium in Neuss] 1972 und anschließendem Wehrdienst (1972/73) studierte er zunächst an der Pädagogischen Hochschule Neuss die Studienfächer Mathematik, Biologie und Kunst mit dem Abschluss des 1. und 2. Staatsexamens am 22. September 1978 für das Lehramt für Grund- und Hauptschule. Nach dem 2. Staatsexamen erfolgte das Aufbaustudium mit weiteren Staatsexamen an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-Heine-Universit%C3%A4t_D%C3%BCsseldorf Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf] und die Ernennung zum Lehrer für die Sekundarstufe I mit Wirkung vom 3. November 1980 (Fachbereiche Mathematik, Biologie und Kunst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliche Laufbahn ==&lt;br /&gt;
1973 bis 1979 wirkte Norbert Grimbach als Hilfskraft für den Förderunterricht an der Städtischen Realschule Dormagen, zuletzt (1978) auch als Lehrkraft an weiteren Schulen im heutigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Rhein-Kreis Neuss]. 1979 erfolgte die Einstellung als Lehrkraft an der Städtischen Realschule Dormagen für die Fächer Biologie, Mathematik und Kunst. Die Pensionierung war 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Norbert Grimbach ist verheiratet mit der aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] stammenden Gabriele Grimbach geborene Sels. Mit ihr hat er eine Tochter und einen Sohn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologische Forschung == &lt;br /&gt;
Grimbach erforscht seit mehreren Jahrzehnten die archäologischen Zeugnisse im Dormagener Stadtgebiet. Seine Sammlung umfasst Fundstücke von der Steinzeit über die Bronze- und Eisenzeit bis hin zur römischen Epoche und dem Mittelalter. Er entdeckte unter anderem Münzen, Schmuckstücke und Alltagsgegenstände auf Äckern und in Baugruben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen bedeutenden Leistungen zählt die Sicherung und Dokumentation von Fundkomplexen, die oft unter dem Widerstand von Bau- oder Abgrabungsprojekten stattfand. Ein besonderes Highlight seiner Arbeit ist die Bergung des bisher größten zusammenhängenden römischen Grabfundes im Bereich &amp;quot;Unter den Hecken&amp;quot; in der Dormagener Innenstadt. Er stellt seine Funde regelmäßig als Leihgeber für Ausstellungen im Historischen Rathaus Dormagen und im Römerkeller an St. Michael zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2024 veröffentlichte er das Buch &amp;quot;Verloren und wiedergefunden&amp;quot;, das archäologische Funde aus Dormagen, hauptsächlich aus seiner eigenen Sammlung, dokumentiert. Das Werk wurde vom Kreisheimatbund Neuss herausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrenamtliche Tätigkeit ==&lt;br /&gt;
Norbert Grimbach engagierte und engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich. Zu nennen sind u.a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ordentliches Mitglied im Naturschutzbeirat des Rhein-Kreises Neuss (seit 1985), seit 2021 Erster Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ordentliches Mitglied im Jagdbeirat des Rhein-Kreises Neuss als Vertreter für den Natur- und Artenschutz (seit 1994)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sachkundiger Bürger im Umweltausschuss der Stadt Dormagen (1986–2009; 2021–)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beauftragter für Denkmalpflege der Stadt Dormagen (seit 1986)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kreiskoordinator der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU) im Rhein-Kreis Neuss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beiratsmitglied im Kreisheimatbund Rhein-Kreis Neuss seit 2002, seit 2017 als Vizepräsident&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied der SDW e.V. Dormagen seit 1980, 2011–2019 als 2. Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorstandsmitglied im Gemeinschaftsnetzwerk Natur und Umwelt Rhein-Kreis Neuss e.V. (nun) (seit 2005)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gründungsmitglied der Lokalen Allianz Dormagen – Wirtschaftsraum mit Perspektive (2010)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landschaftsverband Rheinland, Amt für Bodendenkmalpflege (Overath) bis 2025&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Internationales Engagement:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grimbach engagierte sich in verschiedenen internationalen Projekten. Gemeinsam mit dem ehemaligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Chempark_Dormagen Chempark]-Leiter Dr. Walter Leidinger unterstützte er den Aufbau eines naturwissenschaftlichen Labors im Kinderdorf Munaychay bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Cusco Cusco in Peru]. Hierfür überarbeitete er ehrenamtlich 16 ausgediente Labormikroskope der Realschule am Sportpark, die anschließend nach Peru verschifft wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus organisierte er Exkursionen für Schüler in die [https://de.wikipedia.org/wiki/Toro_(Spanien) spanische Partnerstadt Toro]. Die dabei am Ufer des [https://de.wikipedia.org/wiki/Duero Flusses Duero] entdeckten steinzeitlichen Werkzeuge und Keramiken aus dem 15. Jahrhundert restaurierte er und übergab sie dem dortigen Museum der Fundación González Allende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrzehnte bekam Norbert Grimbach für sein ehrenamtliches Engagement einige Auszeichnungen. Hierzu zählen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umweltschutzpreis der Stadt Dormagen (1985, 1989)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/LVR-Wissenschaftspreis Albert-Steeger-Preis] (Stipendium) für naturwissenschaftliche Verdienste durch den LVR (1987)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umweltschutzpreis des Rhein-Kreises Neuss (1986, 1989)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heimatpreis der Stadt Dormagen (2019)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinlandtaler Rheinlandtaler] durch den LVR (2022)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
Seit 1985 hat Norbert Grimbach zahlreiche Publikationen zum Landschafts-, Natur- und Artenschutz, zur Landschaftsentwicklung, Denkmalpflege und Archäologie in Aufsatz- und teils auch in Buchform vorgelegt. Hier eine Auswahl:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Bericht über die Exkursion der Botanischen Arbeitsgemeinschaft in die Dünenlandschaft zwischen Stürzelberg und Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 4/1985, S. 226–231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Floristische Untersuchungen der alten Stadtmauern von Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1987&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Floristische Untersuchungen der alten Stadtmauern von Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/1987, S. 161–171&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pflanzenfunde in einer spätmittelalterlichen Latrine der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts im Schloßhofbereich von Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 20–22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Entstehung und Rekultivierung unserer Dormagener Binnensanddünen- und Heidegebiete&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 23–29&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Veränderung der Binnenlanddünen und umliegenden Ackerfluren zwischen Stürzelberg, Zons und Dormagen&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/1989, S. 141–154&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Floristische Untersuchungen im Raum Neuss – Ein Beitrag zur Unterschutzstellung einer Dünenlandschaft&#039;&#039;, in: Jahresberichte des Naturwissenschaftlichen Vereins in Wuppertal, H. 42 (1989), S. 72–76&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (mit Willy Werner und Michael Gödde) &#039;&#039;Vegetation der Mauerfugen am Niederrhein und ihre Standortverhältnisse&#039;&#039;, in: Tuexenia 9/1989, S. 54–73&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Bestandsveränderungen bei Pflanzen und Tieren im NSG Wahler Berg bei Dormagen von 1972 bis 1988&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/1990, S. 8–16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Landschaftsgeschichte von Dormagen (Kreis Neuss)&#039;&#039;, Dormagen 1993&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Haus Tannenbusch – Strom- und Siedlungsgeschichte zwischen Wasser und Wald&#039;&#039;, in: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen e.V (Hrsg.), Der Tannenbusch Dormagen, Dormagen o.J. [1993], S. 12–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (mit Peter Schütz) &#039;&#039;Auswirkung von Koppelschafhaltung auf Sandmagerrasen&#039;&#039;, in: LÖBF-Mitteilungen 3/1994, S. 51–54&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Natur und Landschaft im südöstlichen Kreisgebiet&#039;&#039;, in: Natur und Landschaft im Kreis Neuss, Köln 1995, S. 109–129&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (mit Peter Schütz) &#039;&#039;Zur Vegetation der rheinischen Binnendüne &amp;quot;Wahler Berg&amp;quot; (Kreis Neuss) mit näherer Betrachtung der Sandtrockenrasen&#039;&#039;, in: Beiträge zum Natur- und Landschaftsschutz 2/1995, S. 59–68&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (mit Hermann-Josef Kremer und Klaus Striedter) &#039;&#039;Der Tannenbusch – Naturkunde und Naherholung in Dormagen&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2004 (2003), S. 240–249&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pflanzennachweise aus einer Brandschicht im südwestlichen Randbereich des römischen Hilfstruppenkastells in Dormagen&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2016 (2015), S. 18–29&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Straßenbegleitgrün als Indikator alter landwirtschaftlicher Nutzung&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2020 (2019), S. 190–213&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Verloren und wiedergefunden – Archäologische Funde aus Dormagen am Limes von der frühen Eisenzeit bis zur Herrschaft der Franken&#039;&#039; (= Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes Neuss e.V., Nr. 21), Oppenheim a. Rh. 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Ein Pilgergefäß mit jüdischen Symbolen&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/2026, S. 102–105&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Grimbach, Norbert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmalpflege]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturschutz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artenschutz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg&amp;diff=4344</id>
		<title>Dreißigjähriger Krieg</title>
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		<updated>2026-06-16T10:07:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Lied der Belagerung von 1646 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Dreißigjährige Krieg&#039;&#039;&#039; (1618–1648) markiert für die Stadt Zons eine der schwersten und zugleich schicksalhaftesten Epochen ihrer Geschichte. Während der Niederrhein in den ersten Jahrzehnten des Konflikts weitgehend verschont blieb, wurde Zons in der Endphase des Krieges (ab ca. 1640) zum Schauplatz intensiver militärischer Auseinandersetzungen und Belagerungen. Obwohl die Stadt militärisch unbesiegt blieb, erlitt sie während dieser Zeit immense soziale und wirtschaftliche Schäden, die ihren Niedergang für die folgende Zeit einleiteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorfeld und frühe Kriegsjahre (1609–1640) ==&lt;br /&gt;
Bereits vor dem offiziellen Beginn des Dreißigjährigen Krieges war die Region von zunehmenden Spannungen und militärischen Vorbereitungen geprägt. Im Jahr 1609 erwog das [[Domkapitel]] angesichts des [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BClich-Klevischer_Erbfolgestreit Jülich-Klevischen Erbfolgestreits] eine Erhöhung der Truppenzahl in Zons. [https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_V._(%C3%96sterreich-Tirol) Erzherzog Leopold] betonte die strategische Bedeutung von Zons, da es die Versorgung der Fürsten von [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln] abschneiden konnte, doch das Kapitel lehnte eine Besatzung auf Kosten des Erzstifts ab. Stattdessen wurden bis 1610 kleinere Kontingente von Soldaten aufgenommen und die Bürger zu fleißigem Wachtdienst ermahnt. 1611 wurde die Zonser Garnison auf die friedensübliche Stärke von sechs Soldaten reduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anfänglichen Jahre des Dreißigjährigen Krieges verschonten das Rheinland und damit auch Zons weitgehend von direkten Kampfhandlungen. Die Stadt sah sich jedoch mit anderen schweren Katastrophen konfrontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Große Stadtbrand von 1620 ===&lt;br /&gt;
Am 17. Mai 1620 zerstörte ein verheerender [[Stadtbrand 1620|Stadtbrand]] nahezu die gesamte Wohnbebauung bis auf fünf Häuser – die größte Zerstörung in der Geschichte von Zons. Das [[Domkapitel]] reagierte unmittelbar mit Soforthilfe: Erlenstangen aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringer_Bruch Worringer Bruch] sollten Notunterkünfte ermöglichen, fünfzig [https://de.wikipedia.org/wiki/Muskete Musketen] ersetzten die verlorenen Waffen der Bürger, Steuererleichterungen wurden gewährt und Bauholz aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main Frankfurt] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Mainz Mainz] organisiert. Ein vom Amtmann Graf Wilhelm Salentin zu Salm-Reifferscheidt (1580–1634) verfasste Memorial zeigt die enge Zusammenarbeit von Amtmann, Kapitel und Bürgerschaft beim Wiederaufbau. Infolge der Katastrophe wurden zunächst die Einquartierungen von Soldaten ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pestepidemien ===&lt;br /&gt;
In der Folgezeit litt die bereits geschwächte Bevölkerung unter massiven [[Pest]]epidemien. Eine erste Welle 1623/24 forderte zahlreiche Todesopfer; der damalige [[Pfarrer]] [[Andreas Winckens]] (Zonser Pfarrer 1624–1649) soll über 600 Beerdigungen vorgenommen haben. 1635 wütete eine weitere Pestepidemie in Zons. Diese Wellen rafften Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte der Bürgerschaft dahin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Hessenkrieg und das kaiserliche Heerlager (1640–1642) ==&lt;br /&gt;
Bereits nach 1632 gab es erste Überlegungen zur Stärkung der Zonser Befestigungen gegen schwedische, französische und hessische Truppen. Die eigentliche schwere Zeit des Dreißigjährigen Krieges begann für den Niederrhein erst um 1640, als das Kriegsgeschehen durch den sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Hessenkrieg Hessenkrieg] unmittelbar an den [https://de.wikipedia.org/wiki/Niederrhein_(Region) Niederrhein] heranrückte. Hessische, schwedische und französische Truppen drangen in das Gebiet vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur militärischen Entwicklung im Dreißigjährigen Krieg siehe v.a.: &#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 62–66.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Bedrohung rückt näher (1641–1642) ===&lt;br /&gt;
Am 27. Januar 1641 kapitulierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] nach nur dreitägiger Belagerung vor hessischen Truppen, wurde aber 1642 von kaiserlichen Truppen zurückerobert. Nachdem die strategisch wichtige Stadt im Januar 1642 erneut an hessische Truppen gefallen war, blieb Zons als kurkölnische Zollfeste ein wichtiger Stützpunkt der kaiserlich-katholischen Seite. Zons hingegen wies die Aufforderungen zur Kapitulation stolz zurück und blieb zunächst unbehelligt. Am 17. Januar 1642, nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_auf_der_Kempener_Heide verheerenden Niederlage eines kaiserlichen Heeres bei St. Tönis], sandten die siegreichen Generale eine erneute Aufforderung zur Kapitulation nach Zons, die ebenfalls abgelehnt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das kaiserliche Heerlager (1642) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Heerlager_1642.jpg|300px|thumb|right|Flugblatt des Heerlagers in Zons 1642.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Heerlager_1642a.jpg|300px|thumb|right|Ein anderes Flugblatt des Heerlagers in Zons 1642.]]&lt;br /&gt;
Von Juni bis Oktober 1642 schlugen rund 20.000 kaiserliche und bayerische Soldaten unter den Generälen [https://de.wikipedia.org/wiki/Melchior_von_Hatzfeldt von Hatzfeldt] und dem berühmten [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_von_Werth Reitergeneral Jan von Werth] ein befestigtes Lager zwischen Zons und [[Stürzelberg]] auf. Das Lager umschloss dabei die Siedlung [[Stürzelberg]], den [[Heckhof|Rittersitz Heckhof]], wo Jan von Werth sein Quartier bezog, sowie die Stadt Zons selbst. Die Befestigung bestand aus einer aufwendigen Anlage mit neun Toren und sternförmigen Bastionen für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Artillerie Artillerie]. Die Truppen führten eine Schiffsbrücke mit sich und schlugen sie zwischen Zons und dem [[Heckhof]] über den Rhein, wo auf der rechten Rheinseite in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Urdenbacher_K%C3%A4mpe Urdenbacher Kämpe] ein befestigter Brückenkopf errichtet wurde. Damit diente das Lager als massive Barriere gegen die in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] festgesetzten hessischen Truppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam zu keiner offenen Schlacht; stattdessen standen sich die Armeen wochenlang beiderseits der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erft Erft] gegenüber, die als Frontlinie fungierte. Die Anwesenheit dieser gewaltigen Truppenmasse führte zu extremem Proviantmangel und zur weitgehenden Verwüstung der umliegenden Felder. Das etwa 20.000 Mann starke Heer litt unter massiven Versorgungsproblemen, da die Ernteerträge des Amtes Zons nur für etwa einen Monat ausgereicht hätten. Die Soldaten zogen durch die Landstriche, um Nahrung zu finden, und verbrannten oder zerstampften die Ernte. Der Söldner Peter Hagendorf, der in diesem Lager stationiert war, berichtete in seiner Chronik von schweren Krankheiten und drastischen Strafen innerhalb der Truppe. Er bezeichnete dies als &amp;quot;Getreide verderben&amp;quot;. Die Zivilbevölkerung sah einem entbehrungsreichen Winter entgegen. Während dieser Zeit wurde 1642 ein Soldat vor dem Zonser Lager zusammen mit seinem Pferd wegen [https://de.wikipedia.org/wiki/Sodomie Sodomie] auf dem Scheiterhaufen verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Aufsatz von [[Jost Auler]] und Peter Bruns zur Lokalisierung des kaiserlichen und kurbayerischen Feldlagers&amp;lt;ref&amp;gt;Jost Auler/Peter Bruns, &#039;&#039;Die Lokalisierung des Feldlagers der kaiserlichen und kurbayerischen Truppen bei Zons von 1642&#039;&#039;, in: JbRKN 2026 (2025), S. 36–45.&amp;lt;/ref&amp;gt; gelang es durch moderne Forschungsmethoden, die genaue Lage und Struktur des Lagers zu rekonstruieren. Durch die Nutzung digitaler Schummerungskarten konnten die Autoren mit Unterstützung von Volker Kuhlmann bisher unsichtbare lineare Strukturen im Gelände der Zonser [[Heide]] identifizieren, die sich als Wall-Graben-Anlagen des ehemaligen Lagers interpretieren lassen. Mittels [https://de.wikipedia.org/wiki/Georeferenzierung Georeferenzierung] des bekannten Kupferstichs von [https://de.wikipedia.org/wiki/Matth%C3%A4us_Merian Matthäus Merian d. Ä.] aus dem Jahr 1642 und der Verwendung von Passpunkten wie dem Lagerwall am Rheinufer bei [[Stürzelberg]] und dem Zonser [[Mühle]]nturm konnte die historische Darstellung exakt auf die heutige Karte übertragen werden. Bei einer Begehung im Juni 2025 bestätigten die Autoren einen konkreten Befund: Ein Teil des Lagergrabens ist unmittelbar parallel zur Westmauer der [[Jüdische Begräbnisstätte|jüdischen Begräbnisstätte]] noch heute trotz dichten Unterholzes im Gelände deutlich sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Belagerungen durch Oberst Rabenhaupt (1645–1646) ==&lt;br /&gt;
=== Erste Angriffe (1645) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rabenhaupt_(KI).png|300px|thumb|right|Carl von Rabenhaupt (1602–1675).]]&lt;br /&gt;
Am 14. Juli 1645 in der Nacht unternahm der gefürchtete [[Rabenhaupt|hessische Oberst Carl von Rabenhaupt]] einen ersten Überraschungsangriff auf Zons. Es gelang ihm, die Fallbrücken herabzulassen, doch die Wachsamkeit der Zonser vereitelte die vollständige Überrumpelung. Dieser erfolglose Versuch führte dazu, dass andere Ämter im Oberstift den hessischen Kontributionsforderungen nachgeben mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angriffe im Frühjahr 1646 ===&lt;br /&gt;
Anfang 1646 folgten weitere erfolglose Angriffe Rabenhaupts. Am 19. März 1646 erschien [[Rabenhaupt|Oberst Rabenhaupt]] erneut vor den Mauern von Zons und griff die Stadt zweimal unter starkem Beschuss an, wurde aber von der Besatzung unter [[Goltstein|Oberst Goltstein]] zurückgeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die große Belagerung (Herbst 1646) ===&lt;br /&gt;
Das &amp;quot;ruhmvollste Kapitel&amp;quot; der Zonser Kriegsgeschichte war die erfolgreiche Abwehr der hessischen Belagerung im Herbst 1646. Ab Ende März 1646 begann [[Rabenhaupt|Oberst Rabenhaupt]] eine regelrechte Belagerung der Stadt, die mit Unterbrechungen ein halbes Jahr lang, bis zum Oktober 1646, andauerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der eigentliche große Angriff [[Rabenhaupt]]s auf Zons fand im Herbst 1646 statt, als er mit starker Streitmacht einen Belagerungsring um die Stadt zog. Zons wurde während dieser Zeit einer kräftigen Beschießung durch schweres Geschütz ausgesetzt, unter der die Stadt sehr zu leiden hatte. Am 28. September 1646 erlebte die Stadt ein heftiges Bombardement, bei dem laut Überlieferung 671 Kanonenkugeln und 300 Feuerbälle in die Stadt gefeuert wurden und schwere Schäden an [[Schloss Friedestrom]] und den Häusern anrichteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Goltstein_(KI).jpg|300px|thumb|right|Johann Wilhelm Freiherr von Goltstein (1605–1657).]]&lt;br /&gt;
Unter der Leitung des kaiserlichen Kommandanten [[Goltstein|Johann Wilhelm Freiherr von Goltstein]] leistete die Besatzung gemeinsam mit der Zonser Bevölkerung erbitterten Widerstand. Die Verteidigung der Stadt wurde vom Oberst sehr geschickt geleitet. Obwohl seine Mannschaft den hessischen Truppen zahlenmäßig stark unterlegen war, gelang es ihm, die Stadt gegen alle Angriffe zu halten. Die Verteidiger hatten die Stadt zuvor mit Kriegsmaterial und Vorräten versorgt, und Goltstein hat die Stadtgräben verbreitern lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zonser Bürger unter Goltsteins Führung verteidigten sich &amp;quot;heldenmütig&amp;quot;. Die Verteidiger beschränkten sich nicht nur auf die passive Abwehr, sondern führten auch unter häufigeren Ausfällen angriffsweise gegen den Feind vor. Berühmt wurde der Einsatz der Zonser Frauen, die von der Höhe des [[Rheinturm]]s aus glühende Holzstücke auf die Angreifer warfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hessischen Angriffe konzentrierten sich auf die Ostseite der Stadt, wo sich der Rhein zurückgezogen hatte und ein &amp;quot;Werth&amp;quot; (Rheininsel) entstanden war, von dem aus die Belagerer feuerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Befreiung ===&lt;br /&gt;
Nach zweiwöchiger Belagerung zwang ein kaiserliches Entsatzheer unter [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Melander_von_Holzappel General Melander] die Hessen zum Rückzug, und Zons wurde Ende Oktober 1646 befreit. [[Rabenhaupt|Oberst Rabenhaupt]] musste unverrichteter Sache abziehen, und trotz der schweren Belagerung wurde Zons nicht eingenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Ereignis wird als Höhepunkt in der militärischen Geschichte von Zons und als einzige Bewährungsprobe für die Festungsanlagen [[Friedrich von Saarwerden]]s angesehen. Zum Gedenken an diesen Sieg wurde am alten Rathaus die lateinische Inschrift angebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:RABENHA&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;BT &#039;&#039;&#039;M&#039;&#039;&#039;E OPP&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;GNA&#039;&#039;&#039;VI&#039;&#039;&#039;T,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:GO&#039;&#039;&#039;LD&#039;&#039;&#039;STE&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;N PROP&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;GNA&#039;&#039;&#039;VI&#039;&#039;&#039;T&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;IVV&#039;&#039;&#039;ANTE POP&#039;&#039;&#039;VL&#039;&#039;&#039;O ZONT&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;NENS&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(= Rabenhaupt griff mich an, Goltstein verteidigte (mich) mit Hilfe des Volkes von Zons).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das enthaltene [https://de.wikipedia.org/wiki/Chronogramm Chronogramm] ergibt die Jahreszahl 1646.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lied der Belagerung von 1646 ===&lt;br /&gt;
Es wurde eigens ein Lied gedichtet, das den Sieg 1646 feierte und in den Annalen der Zonser [[Franziskaner]]&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv der deutschen Franziskanerordensprovinz, AKF 1, Tr. 5, p. 12–15.&amp;lt;/ref&amp;gt; überliefert ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;width:100%; border-collapse:collapse;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:50%; vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Golstein, last euch zu Hertzen gahn,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
darvon will ich euch singen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie daß der Raab in kurtzer Zeit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vor Zooß ins Feldt thet springen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:50%; vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist kommen beym hellen Tag,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vor Zooß sich thet verschantzen;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Adler mit seinn Klawen scharf,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
lehrnte den Raben dantzenn.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waß machstu Hess im Cölschen Landt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß Gelt hastu gestohlen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß Stift hört Churfürst Ferdinand&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wirt es widerholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du zeuchs zu Felt mit seinem Gelt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß hastu in der Taschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
du muß mit Schanden auß dem Landt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dein Macht wirt all zu Aschen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;5&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach Neuß, ach Neuß hets du gewist,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
waß dir würd uberkommen;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
wehrs nicht worden sein Rabennäst&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sein Raub nicht eingenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;6&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raab der flug wohl bey der Nacht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit etlich seinen Jungen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sein Nest hat er nicht recht gemacht,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Schantz war ihm mißlungen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;7&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er lockt sein Jungen auß dem Nest,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er wolt sie lehrnen fliegen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Mawren vor Zonß wahren vermest,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Adler sie palt kriegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie lieffen sturmweiß allzugleich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit ihrem Wehr und Wapfen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Adler gab ihm manchen Streich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Raab bald heimgieng schlaffen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;9&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raab bekam daß Podagram,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in einer kurtzer Weilen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sein Iungen er palt mit sich nam,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
nach Neuß thett widrumb eylen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat gemust uf seinem Nest,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
viel iunger stoltzer Raaben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Viel Officier, viel Cavallier,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vor Zonß ligen begraben.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;11&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raab gedacht mit aller Macht,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er schwur bei seinem Leben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich starcker Held will in daß Feld&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Adler muß sich geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zonß er starck schlug auf sein Zelt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Statt wolt er gewinnen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er lawrt auf einen dapfern Held&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Golstein der war darbinnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Adler hoch mit einem Fluch&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sein Angesicht zu sehen;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sein Klawen uf die Trummen schluch,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er hieß den Raab willkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er praesentirt ihm einen Trunk&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
auß einen gulden Pokallen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
laß ab, du Raab, du bist zu iung,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß du die Statt solst haben.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;15&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dich bin ich noch starck genug,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mein Flügel kan ich schwingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mein Adler iung mit einem Sprung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dich werden bald umbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;16&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lig zu starck wohl in dem Feld&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dich, Golstein, muß ich haben,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sol es schon kosten all mein Geld,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dienen du solst dem Raaben.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;17&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach nun schab ab, du junger Raab,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß Gelt wirt wenig blicken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
geschwind mit dir ins Raabennest&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Adler lest sich blicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahm Sontag umb die achte Stundt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Raab thet sich verschleichen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit seinen Jungen zu seinem Nest,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Zonß must er abweichen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;19&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Zonß ihr Obristen zugleich&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Soldaten all darneben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr habt Lob, Preiß und Ehr zugleich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
so lang ihr habt daß Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist, der uns dieß Liedlein sang,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er hat es frei gesungen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hats dem Raab zu wohl gemacht,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ist ihm wohl gelungen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprach-/Sachglossar (kurz):&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sturmweiß: in Sturmordnung / sturmweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Podagram: Gicht; hier Spott für &amp;quot;plötzliche Fußschwäche&amp;quot; (= Flucht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klawen: Klauen (Adlerkrallen); &amp;quot;auf die Trommeln schlagen&amp;quot; = zum Gefecht rufen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schab ab: Hau ab, verschwinde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld wird wenig blicken: Das Geld hilft dir nichts / ist bald aufgebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Lied ist ein klassisches Spott- und Propagandalied, das den militärischen Erfolg der Zonser Verteidiger unter [[Goltstein|Oberst Goltstein]] feiert. Die durchgängige Tiermetaphorik prägt die gesamte Erzählung: Goltstein erscheint als majestätischer Adler mit scharfen Klauen, während der hessische Belagerer [[Rabenhaupt|Carl Rabenhaupt von Sucha]] – dessen sprechender Name die Bildsprache geradezu vorgibt – als Rabe dargestellt wird, der mit seinen &amp;quot;Jungen&amp;quot; (Truppenteilen) vergeblich versucht, die Stadt einzunehmen. Diese Gegenüberstellung ist keineswegs neutral: Der Adler symbolisiert Stärke, Legitimität und Wehrhaftigkeit, während der Rabe traditionell mit Diebstahl und Aasfresserei assoziiert wird. Bereits in den Eingangsstrophen wird der politische Rahmen abgesteckt: Die Hessen operieren unrechtmäßig im kurkölnischen Territorium mit gestohlenem Geld, während Kurfürst Ferdinand von Bayern als legitimer Landesherr erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzählung folgt einem dramatischen Spannungsbogen, der mehrere Angriffswellen schildert. Nach einem ersten gescheiterten nächtlichen Manöver, bei dem die Feldschanzen misslingen und die Zonser Mauern sich als zu stark erweisen, müssen die Belagerer unter erheblichen Verlusten nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] zurückweichen – das Lied spricht spöttisch von einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Gicht &amp;quot;Podagram&amp;quot; (Gichtanfall)], der den eiligen Rückzug beschönigen soll. Besonders eindrücklich ist die theatralische Inszenierung der Konfrontation in den mittleren Strophen: Der Adler schlägt mit seinen Klauen auf die Trommeln, präsentiert dem Raben höhnisch einen &amp;quot;goldenen Pokal&amp;quot; und erklärt ihn für zu jung und schwach. Als [[Rabenhaupt]] trotz der Niederlagen erneut angreift und mit seinem Geld droht (&amp;quot;sol es schon kosten all mein Geld&amp;quot;), kontert Goldstein kühl, das Geld werde &amp;quot;wenig blicken&amp;quot; – es werde ihm nichts nützen. Die präzise Zeitangabe des endgültigen Rückzugs &amp;quot;am Sonntag um die achte Stund&amp;quot; verleiht dem Geschehen dokumentarische Glaubwürdigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Lied endet mit dem traditionellen Lobpreis der Verteidiger und einer bemerkenswerten Sängerformel: Der anonyme Verfasser reflektiert selbstironisch, er habe es dem Raben vielleicht &amp;quot;zu wohl gemacht&amp;quot; – möglicherweise ein Zugeständnis, dass selbst der Feind mit einem gewissen Respekt behandelt wurde. Insgesamt erfüllt das Lied mehrere Funktionen zugleich: Es dient der Legitimation der kurkölnischen Position, der Stärkung der Moral der eigenen Truppen, der Verspottung des Gegners und nicht zuletzt der Verewigung eines lokalen militärischen Triumphs im kollektiven Gedächtnis der Zonser Bevölkerung. Als historische Quelle gewährt es Einblick in die Mentalität und Propaganda des Dreißigjährigen Krieges auf lokaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche, soziale und demografische Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Die Kriegsjahre und die damit verbundenen Katastrophen führten zu einem tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Niedergang von Zons:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zerstörung und Schäden ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Weisser_Turm.jpg|300px|thumb|right|Der Weiße Turm noch mit deutlich sichtbaren Einschusslöchern von Kanonenkugeln der Belagerung 1646, ca. 1905/15.]]&lt;br /&gt;
Zahlreiche Gebäude, darunter das [[Schloss Friedestrom|Hochschloss]], wurden durch den Kanonenbeschuss 1646 schwer beschädigt. Der Mitteltrakt der Burg blieb danach mehr oder weniger ruinös, und die Schlossmauer zum Rhein hin wurde zerstört. Der damalige [[Schultheiß]] [[Matthias Nolden]] berichtete nach 1684, dass von den 128 Hausplätzen in Zons &#039;&#039;verschiedene woist liegen thuen, so durch die heßische belagerungen theils eingeäschert worden&#039;&#039;. Nach der Belagerung mussten in den Jahren 1646 und 1647 Breschen an der rheinwärtigen Schlossmauer ausgebessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Liebfrauentor.jpg|300px|thumb|right|Das Liebfrauentor ca. 1905/15.]]&lt;br /&gt;
Besonders schwer traf es das [[Liebfrauentor]] (Südtor), das bis zu den Wiederherstellungsarbeiten Anfang der 1970er Jahre beschädigt blieb. Um dieses Tor rankt sich eine bemerkenswerte Legende: In seiner Chronik berichtet [[Josef Hugo]], dass die in der gotischen Nische thronende Sandsteinmadonna aus dem 14. Jahrhundert trotz mehrfacher Treffer während des schweren Beschusses keinerlei Schaden genommen habe. Laut seinen Aufzeichnungen sei ein Wunder geschehen: Die Kugeln wären von der Statue zurückgesprungen und hätten die hessischen Angreifer selbst verletzt. Die Spuren dieses Beschusses seien an den Ziegelsteinen des Tores noch deutlich sichtbar gewesen, bis man es um 1820 mit Kalk überweißt habe. Die rationale Erklärung für diesen Wunderglauben liegt in der Zerstörung selbst: Die Belagerer hatten die beiden seitlichen Verteidigungstürmchen des Stadttores komplett zerstört, sodass nur noch das mittlere Mauerwerk mit der Madonna in ihrer Nische stehen geblieben war – ein optisch besonders auffälliger Umstand, der bei den Zonsern den Eindruck erweckt haben wird, die Statue habe die Kugeln abprallen lassen. Diese Legende begründete die große Verehrung der Madonna (im Volksmund als &amp;quot;Bildchen&amp;quot; bezeichnet) in der Zonser Bevölkerung bis weit ins 20. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Lasten und Schulden ===&lt;br /&gt;
Zons litt unter endlosen Einquartierungen, Requisitionen von Vieh, Heu, Getreide, Holz und hohen Kontributionen, die von allen kriegführenden Parteien erhoben wurden. Diese Lasten führten zu extremer Armut unter der Bevölkerung. Die ständigen finanziellen Belastungen führten dazu, dass die Stadt hohe Schulden machte. Die &amp;quot;Hessenkriege&amp;quot; von 1642 bis 1649, mit ihrer praktisch ununterbrochenen Folge von kaiserlichen Besatzungen und wiederholten hessischen Belagerungen, von Befestigungsausbau und Plünderungen, trugen maßgeblich zum &#039;&#039;miserrimum ... statum&#039;&#039; (elendsten Zustand) der Stadt bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Demografischer Wandel und Bevölkerungsrückgang ===&lt;br /&gt;
Die [[Pest]]seuchen und Kriegsfolgen führten zu einem drastischen Bevölkerungsrückgang. Bei Kriegsende im Jahr 1648 befand sich Zons in einem desolaten Zustand. Die Einwohnerzahl war auf lediglich 172 steuerpflichtige Personen gesunken (mit Stürzelberg waren es 221 steuerpflichtige Einwohner). Wohlhabende Einwohner wanderten ab, da die Unsicherheit des Krieges und die Zerstörungen den Wiederaufbau verzögerten. Noch 80 Jahre später lag die Hälfte der Wohnplätze leer und wüst. Um dem entgegenzuwirken, wollte das [[Domkapitel]] nach dem Krieg mit der Aussicht auf massive Steuervergünstigungen arme Weber aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bergisches_Land Bergischen] ansiedeln, um die Stadt wiederzubeleben, allerdings mit maßigem Erfolg.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ, S. 132, 138–140.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beeinträchtigung der Wirtschaft ===&lt;br /&gt;
Handel und Handwerk erholten sich nur langsam. Die [[Zoll]]einnahmen, die für Zons von großer Bedeutung waren, waren während des Krieges stark reduziert. Die wirtschaftliche Situation nach dem Krieg war fatal, und die Rückstände in der Instandhaltung der Infrastruktur waren enorm. Weite Teile der Stadt sowie der [[Burg Friedestrom]] lagen in Trümmern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach dem Krieg und langfristige Folgen ==&lt;br /&gt;
=== Gründung des Franziskanerklosters (1646–1658) ===&lt;br /&gt;
Um die durch den Krieg demoralisierte Bevölkerung moralisch und geistig zu stärken, bemühten sich der [[Stadtrat|Rat]] und die [[Bürger]]schaft ab 1645 um die Ansiedlung von [[Franziskaner]]n. Von der Klostergründung erhoffte man sich eine Hebung der sittlichen und wissenschaftlichen Bildung. Nach der Initiierung der Stiftung (1646) konnte der Klosterbau 1658 abgeschlossen werden. Trotz des erhofften Nutzens regte sich jedoch Widerstand in der Bevölkerung: Die Bürgerschaft kritisierte den Ausfall von Steuer- und Dienstleistungen, da der Klerus von diesen Lasten befreit war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Langsame Erholung und neue Belastungen ===&lt;br /&gt;
Die Erholungsphase nach dem Krieg war schwierig und langwierig. Noch 1660 beschwerte sich der Magistrat über die Belastungen durch den Hessenkrieg. Die verzögerte Reparatur des [[Zollhaus]]es im Jahr 1657 zeigte das geringe Engagement für die Stadt. Zudem wurde Zons auch in den folgenden Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts (z.B. Raubkriege [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XIV. Ludwigs XIV.], [https://de.wikipedia.org/wiki/Spanischer_Erbfolgekrieg Spanischer Erbfolgekrieg]) wiederholt zum Kriegsschauplatz und litt unter Einquartierungen und Kontributionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verlust der militärischen Bedeutung ===&lt;br /&gt;
Der Dreißigjährige Krieg und der technische Fortschritt der [https://de.wikipedia.org/wiki/Artillerie Artillerie] beendeten die militärische und wirtschaftliche Glanzzeit von Zons. Dieser doppelte Umbruch führte die Stadt in einen jahrhundertelangen Niedergang, der die strategische Bedeutung der Festung tilgte, aber eine wesentliche Ursache dafür bildete, dass das mittelalterliche Stadtgefüge für die Nachwelt erhalten blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriege]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtverteidigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Karl_Kress&amp;diff=4343</id>
		<title>Karl Kress</title>
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		<updated>2026-06-10T11:15:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Politisches Wirken und Positionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Karl Kress&#039;&#039;&#039; (* 19. März 1945 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein Politiker der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christlich_Demokratische_Union_Deutschlands CDU] und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Beruf ==&lt;br /&gt;
Karl Kress wurde in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für [https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerphysik Polymerphysik] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universität_Mainz Universität Mainz] sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG Bayer AG] in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker. Zwar wurde er zum Pharmareferenten ernannt, trat die entsprechende Stelle jedoch nicht an und übernahm stattdessen die Leitung eines physikalischen Labors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Insgesamt gehörte er dem Vorstand des Ortsverbandes über 50 Jahre lang kontinuierlich an; im April 2013 übernahm er dessen Vorsitz erneut von Wiljo Wimmer. Gleichermaßen war er über 50 Jahre lang im Vorstand des CDU-Stadtverbandes aktiv, den er zudem 14 Jahre lang als Vorsitzender leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommunalpolitik ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Stadt Dormagen] gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss)], wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen seiner Kreistagstätigkeit war Kress unter anderem in folgenden Gremien vertreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Beirat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung &amp;quot;Kulturpflege und Kulturförderung&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich GmbH — in dieser Funktion setzte er sich erfolgreich für die Entkarbonisierung des Trinkwassers in Zons durch&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat und Verwaltungsrat der Kreiskrankenhäuser&lt;br /&gt;
* 8 Jahre Vorsitzender des Polizeibeirates in der Kreispolizeibehörde Neuss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landtag ==&lt;br /&gt;
Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen] ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Landtagstätigkeit engagierte sich Kress in verschiedenen überregionalen Gremien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 11 Jahre Mitglied im Landesvorstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzgemeinschaft_Deutscher_Wald Schutzgemeinschaft Deutscher Wald]&lt;br /&gt;
* 10 Jahre Mitglied im Immissions- und Emissionsbeirat des Umweltministeriums NRW&lt;br /&gt;
* 9 Jahre Mitglied im Polizeibeirat beim Regierungspräsidium Düsseldorf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken und Positionen ==&lt;br /&gt;
Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trinkwasserqualität: Er setzte sich als Kreistagsabgeordneter für die Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons ein. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung: Im Rahmen des &amp;quot;11. Forum Zons&amp;quot; schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.&lt;br /&gt;
* Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des [[Theo-Blum-Haus]]es auf dem [[Burg Friedestrom|Schlossgelände]] als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers [[Theo Blum]] ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Heimatpflege ==&lt;br /&gt;
Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.]], dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]] am [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
* 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue ([[Saarwerden-Denkmal]]) auf dem Rheintor-Vorplatz.&lt;br /&gt;
* Geschichtsvermittlung: Er initiierte die &amp;quot;Zons-Comix&amp;quot;, eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte (von der ein Heft erschien), die in Zusammenarbeit mit dem Historiker und Archivar Dr. [[Karl Emsbach]] herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die &amp;quot;Lebende Krippe&amp;quot; in Zons auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
* Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vereinsgründungen und Engagement ===&lt;br /&gt;
Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „[[Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.]]“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des [[TTV Zons 1972 e.V.|Tischtennisvereins Zons (TTV Zons 1972 e.V.)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Powiat_Mikołowski polnischen Kreis Mikołów]. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2001: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande] (verliehen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau Bundespräsident Johannes Rau] für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement)&lt;br /&gt;
* Silberne Ehrennadel der Stadt Dormagen&lt;br /&gt;
* 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt&lt;br /&gt;
* Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kress, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Karl_Kress&amp;diff=4342</id>
		<title>Karl Kress</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Karl_Kress&amp;diff=4342"/>
		<updated>2026-06-10T11:14:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Auszeichnungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Karl Kress&#039;&#039;&#039; (* 19. März 1945 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein Politiker der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christlich_Demokratische_Union_Deutschlands CDU] und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Beruf ==&lt;br /&gt;
Karl Kress wurde in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für [https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerphysik Polymerphysik] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universität_Mainz Universität Mainz] sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG Bayer AG] in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker. Zwar wurde er zum Pharmareferenten ernannt, trat die entsprechende Stelle jedoch nicht an und übernahm stattdessen die Leitung eines physikalischen Labors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Insgesamt gehörte er dem Vorstand des Ortsverbandes über 50 Jahre lang kontinuierlich an; im April 2013 übernahm er dessen Vorsitz erneut von Wiljo Wimmer. Gleichermaßen war er über 50 Jahre lang im Vorstand des CDU-Stadtverbandes aktiv, den er zudem 14 Jahre lang als Vorsitzender leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommunalpolitik ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Stadt Dormagen] gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss)], wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen seiner Kreistagstätigkeit war Kress unter anderem in folgenden Gremien vertreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Beirat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung &amp;quot;Kulturpflege und Kulturförderung&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich GmbH — in dieser Funktion setzte er sich erfolgreich für die Entkarbonisierung des Trinkwassers in Zons durch&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat und Verwaltungsrat der Kreiskrankenhäuser&lt;br /&gt;
* 8 Jahre Vorsitzender des Polizeibeirates in der Kreispolizeibehörde Neuss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landtag ==&lt;br /&gt;
Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen] ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Landtagstätigkeit engagierte sich Kress in verschiedenen überregionalen Gremien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 11 Jahre Mitglied im Landesvorstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzgemeinschaft_Deutscher_Wald Schutzgemeinschaft Deutscher Wald]&lt;br /&gt;
* 10 Jahre Mitglied im Immissions- und Emissionsbeirat des Umweltministeriums NRW&lt;br /&gt;
* 9 Jahre Mitglied im Polizeibeirat beim Regierungspräsidium Düsseldorf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken und Positionen ==&lt;br /&gt;
Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trinkwasserqualität: Er setzte sich als Kreistagsabgeordneter für die Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons ein. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung: Im Rahmen des &amp;quot;11. Forums Zons&amp;quot; schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.&lt;br /&gt;
* Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des [[Theo-Blum-Haus]]es auf dem [[Burg Friedestrom|Schlossgelände]] als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers [[Theo Blum]] ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Heimatpflege ==&lt;br /&gt;
Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.]], dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]] am [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
* 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue ([[Saarwerden-Denkmal]]) auf dem Rheintor-Vorplatz.&lt;br /&gt;
* Geschichtsvermittlung: Er initiierte die &amp;quot;Zons-Comix&amp;quot;, eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte (von der ein Heft erschien), die in Zusammenarbeit mit dem Historiker und Archivar Dr. [[Karl Emsbach]] herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die &amp;quot;Lebende Krippe&amp;quot; in Zons auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
* Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vereinsgründungen und Engagement ===&lt;br /&gt;
Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „[[Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.]]“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des [[TTV Zons 1972 e.V.|Tischtennisvereins Zons (TTV Zons 1972 e.V.)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Powiat_Mikołowski polnischen Kreis Mikołów]. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2001: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande] (verliehen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau Bundespräsident Johannes Rau] für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement)&lt;br /&gt;
* Silberne Ehrennadel der Stadt Dormagen&lt;br /&gt;
* 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt&lt;br /&gt;
* Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kress, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Helene_Blum-Spicker&amp;diff=4341</id>
		<title>Helene Blum-Spicker</title>
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		<updated>2026-06-10T10:20:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Literatur und Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Helene Blum-Spicker&#039;&#039;&#039;, geb. Blum (* 18.01.1942 in [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6nchengladbach Mönchengladbach]; † 22. Juli 2009) war eine Kunsthistorikerin (M.A.), die von 1972 bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2007 das [[Kreismuseum]] als dessen erste Direktorin leitete. Unter ihrer Führung entwickelte sich das Haus zu einem überregional anerkannten Spezialmuseum für Angewandte Kunst und Kunsthandwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Ausbildung == &lt;br /&gt;
Helene Blum wurde 1942 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Mönchengladbach Mönchengladbach] geboren. Bereits 1944 zog sie mit ihrer Mutter zur Großmutter nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Pommern Pommern], bevor die Familie 1946 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiel Kiel] bei einem Onkel Aufnahme fand. Schon mit fünf Jahren eingeschult, legte sie 1960 ihr Abitur ab und studierte anschließend Klassische Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte. Drei Wochen nach ihrer Magisterprüfung trat sie eine Stelle am [https://de.wikipedia.org/wiki/LVR-Landesmuseum_Bonn Rheinischen Landesmuseum in Bonn] an, die ihr durch einen Gastdozenten vermittelt worden war. Nach anderthalb Jahren wechselte sie in die Kultur- und Pressearbeit der niederländischen Botschaft, kehrte jedoch bald in den Museumsbereich zurück. Den entscheidenden Hinweis auf die vakante Stelle in Zons gab ihr Mentor [https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Borger Professor Hugo Borger].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Mutter war [https://de.wikipedia.org/wiki/Helene_Blum-Gliewe Helene Blum-Gliewe (1907–1992)], eine wegweisende Künstlerin, die als erste weibliche Bühnenbildnerin Deutschlands Theatergeschichte schrieb. Von 1928 bis 1939 leitete sie als Ausstattungsleiterin sämtlicher städtischer Bühnen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheydt Mönchengladbach-Rheydt] ein Team von 40 Mitarbeitern und entwarf Bühnenbilder für rund 400 Stücke. Nach Krieg und Flucht baute sie sich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein] eine zweite Karriere als Kunst-am-Bau-Künstlerin auf und hinterließ über 50 großformatige Wandmalereien, Sgraffitos, Mosaike und Glasfenster im öffentlichen Raum, vor allem im Raum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiel Kiel] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Lübeck Lübeck]. Im Alter von 70 Jahren begann sie zudem zu schreiben und veröffentlichte drei Romane, darunter &#039;&#039;Die Kaschubenbraut&#039;&#039;. Ihre Lebensgeschichte wurde 2019 in der Biografie &#039;&#039;Helene Blum-Gliewe – Vom Bühnenbild zur Kunst am Bau&#039;&#039; von Sabine Leonhardt dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Leitung des Kreismuseums Zons (1972–2007) ==&lt;br /&gt;
=== Anfänge === &lt;br /&gt;
Als Helene Blum-Spicker 1972 die kommissarische Leitung des neugegründeten Museums in der Vorburg von [[Burg Friedestrom]] übernahm, stand sie vor einer ungewöhnlichen Ausgangslage: kein Sammlungsbestand, keine gewachsene Tradition, kein ausgearbeitetes Konzept und in unmittelbarer Nachbarschaft die etablierten Museumsstädte [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Düsseldorf Düsseldorf] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn]. Ein zeitgleich vorgesehener Kreisarchivar, der die Einrichtung mitverantworten sollte, wurde zunächst nicht besetzt. Bereits drei Wochen nach ihrem Dienstantritt legte Blum-Spicker ein vollständiges Programm für das erste Jahr vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Patt Landrat Dieter Patt] beschrieb bei ihrer Verabschiedung rückblickend sowohl die Museumsgründung als auch die Berufung einer so jungen Frau in eine Leitungsposition als für die damalige Zeit ungewöhnlich. Sie habe &amp;quot;einfach angefangen und losgelegt&amp;quot; – und daraus sei das Museumskonzept gewachsen. Ihren Wohnsitz verlegte sie früh nach Zons; eine erste Wohnung an der [[Mauerstraße]] brachte ihr den Spitznamen &amp;quot;Mauerblümchen&amp;quot; ein, der in der Lokalpresse noch Jahrzehnte später zitiert wurde. Als Blum-Spicker 1982 nach ihrer Heirat für vier Jahre nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Hackenbroich Hackenbroich] zog, fand dies in der Örtlichkeit lebhafte Beachtung; sie kehrte nach Zons zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Dekade: Programm und Publikum === &lt;br /&gt;
Die ersten sieben Jahre arbeitete Blum-Spicker ausschließlich mit Wechselausstellungen, da eigene Sammlungsbestände fehlten. Parallel dazu baute sie ein museumspädagogisches Programm auf, das neben Angeboten für Kinder – darunter Töpfern und Maskenmalen – auch Konzerte, Vorträge und Dichterlesungen umfasste. Eine Bilanz der ersten zehn Amtsjahre bis 1982 zeigt das Ergebnis dieser Arbeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 84 Ausstellungen, 92 Vorträge und Dichterlesungen sowie über 40 Konzerte&lt;br /&gt;
*Rund 600.000 Besucher in der ersten Dekade – eine Spitzenstellung unter den mittleren Museen im Rheinland&lt;br /&gt;
* Pädagogische Programme für Kinder und Senioren, Exkursionen und Filmabende&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Museumsalltag war Blum-Spicker an der Entstehung der Quilt-Biennale beteiligt, die mehrfach in Zons präsentiert wurde. Der jährliche Ostereier- und der Adventsmarkt erlangten weit über den Rhein-Kreis Neuss hinaus Bekanntheit. Das alljährliche Schützenfest wurde auf dem Hof des Kreismuseums eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sammlungsaufbau === &lt;br /&gt;
Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit galt der wissenschaftlichen Aufarbeitung und gezielten Erweiterung der Museumsbestände:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendstil-Zinn&#039;&#039;&#039;: Im Jahr 1979 stand die Sammlung &amp;quot;Zinn des Jugendstils&amp;quot; für 1,2 Millionen Mark zum Verkauf. Blum-Spicker setzte sich gegenüber der Kreisverwaltung für den Ankauf ein und sicherte so den Erwerb von mehr als 1.000 Zinnobjekten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendstil Jugendstils] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Silzer?action=edit&amp;amp;redlink=1 Giorgio Silzer]. Diese Erwerbung veränderte das Sammlungsprofil des Museums grundlegend und legte den Grundstein für eine der bedeutendsten Jugendstil-Zinnsammlungen der Region. Später integrierte sie ergänzend die renommierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Orivit ORIVIT-Sammlung] von Gertrud Funke-Kaiser als Dauerleihgabe.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Nachlass [[Theo Blum]]&#039;&#039;&#039;: Zwischen 1976 und 1983 organisierte sie die Inventarisierung und Katalogisierung des umfangreichen Werkes des Zonser [[Ehrenbürger]]s [[Theo Blum]], das über 4.500 Blätter umfasst.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sammlung [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Hahn_(K%C3%BCnstler) Helmut Hahn]&#039;&#039;&#039;: 1989 sicherte sie dem Museum durch eine Schenkung des Künstlers Helmut Hahn ein weiteres Sammlungsstandbein: rund 900 Objekte aus dem Bereich des Textildesigns. 1996 kamen außerdem Grafiken von Walter York Koenigstein hinzu.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Archäologie&#039;&#039;&#039;: Sie förderte die Präsentation archäologischer Funde aus dem [[Burg Friedestrom|Zonser Burgbereich]] und arbeitete eng mit dem Amt für Bodendenkmalpflege zusammen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Die florale Trilogie (1999–2006)&#039;&#039;&#039;: Als ihr künstlerisches Spätwerk gelten drei thematisch verbundene Ausstellungen: &#039;&#039;Mohn&#039;&#039; (1999), &#039;&#039;Iris&#039;&#039; (2002) und &#039;&#039;Tulpe&#039;&#039; (2006), jeweils mit eigenem Katalog. [https://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Krischel Dr. Roland Krischel], Leiter der mittelalterlichen Abteilung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wallraf-Richartz-Museum_&amp;amp;_Fondation_Corboud Wallraf-Richartz-Museums in Köln], würdigte diese &amp;quot;florale Trilogie&amp;quot; bei Blum-Spickers Verabschiedung als ihr &amp;quot;Meisterwerk&amp;quot; und hob hervor, welch &amp;quot;übermenschliche Energie&amp;quot; vonnöten gewesen sei, &amp;quot;noch am Ende der Berufskarriere ein solches Feuerwerk abzubrennen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ruhestand und weiteres Engagement == &lt;br /&gt;
Im Januar 2007 wurde Helene Blum-Spicker anlässlich ihres 65. Geburtstages durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Patt Landrat Dieter Patt] offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dem Museum blieb sie jedoch verbunden: Als Gründungsgeschäftsführerin des Vereins &amp;quot;Freunde und Förderer des Kreismuseums Zons e.V.&amp;quot; (gegründet 1979) engagierte sie sich weiterhin für die Jugendstil-Zinnsammlung und das Museumsprogramm. Kurz vor ihrem Tod gestaltete sie noch das Jubiläumsprogramm zum 30-jährigen Bestehen des Fördervereins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publizistisches Wirken == &lt;br /&gt;
Helene Blum-Spicker verfasste zahlreiche Schriften zur Zonser Geschichte und zur Kunstgeschichte. Sie war Herausgeberin und Autorin des Katalogs &#039;&#039;600 Jahre Stadt Zons 1373–1973&#039;&#039;, der in mehreren erweiterten Auflagen erschien (zuletzt 5. Aufl. Dormagen 1985).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung == &lt;br /&gt;
Helene Blum-Spicker gilt als die prägende Gestalt in der Geschichte des [[Kreismuseum]]s Zons. Der Nachruf des Fördervereins betont ihre &amp;quot;hohe Kompetenz, Kreativität und ihr unermüdliches Engagement&amp;quot; sowie ihren Spürsinn für bedeutende Sammlungsstücke. Zeitgenössische Berichte beschreiben sie als eine „überaus engagierte und willensstarke Persönlichkeit&amp;quot;, deren Leistungen in der rheinischen und niederrheinischen Museumslandschaft als prägend bewertet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Quellen ==&lt;br /&gt;
* Helene Blum-Spicker: &#039;&#039;600 Jahre Stadt Zons. 1373–1973&#039;&#039;. 5. Aufl. Dormagen 1985&lt;br /&gt;
* Zeitungsartikel NGZ von Anneli Goebels vom 4. Juni 2002: &#039;&#039;&amp;quot;Mauerblümchen&amp;quot; voller Tatendrang&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[Angelika Riemann]]: &#039;&#039;Kontinuität und Wandel im KreisMuseum Zons&#039;&#039;. In: Der Niederrhein, H. 1/2011&lt;br /&gt;
* Zeitungsbericht zur Verabschiedung: &#039;&#039;Helene Blum-Spicker wurde als Direktorin des Zonser Kreismuseums verabschiedet&#039;&#039;. 9. Januar 2007&lt;br /&gt;
* Nachruf: &#039;&#039;Langjährige Museumsleiterin Helene Blum-Spicker ist gestorben&#039;&#039;. 26. Juli 2009&lt;br /&gt;
* Nachruf des Vereins &amp;quot;Freunde und Förderer des Kreismuseums Zons e.V.&amp;quot;, Juli 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Blum-Spicker, Helene}} &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentliche Einrichtungen]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Helene_Blum-Spicker&amp;diff=4340</id>
		<title>Helene Blum-Spicker</title>
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		<updated>2026-06-10T10:18:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Helene Blum-Spicker&#039;&#039;&#039;, geb. Blum (* 18.01.1942 in [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6nchengladbach Mönchengladbach]; † 22. Juli 2009) war eine Kunsthistorikerin (M.A.), die von 1972 bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2007 das [[Kreismuseum]] als dessen erste Direktorin leitete. Unter ihrer Führung entwickelte sich das Haus zu einem überregional anerkannten Spezialmuseum für Angewandte Kunst und Kunsthandwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Ausbildung == &lt;br /&gt;
Helene Blum wurde 1942 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Mönchengladbach Mönchengladbach] geboren. Bereits 1944 zog sie mit ihrer Mutter zur Großmutter nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Pommern Pommern], bevor die Familie 1946 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiel Kiel] bei einem Onkel Aufnahme fand. Schon mit fünf Jahren eingeschult, legte sie 1960 ihr Abitur ab und studierte anschließend Klassische Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte. Drei Wochen nach ihrer Magisterprüfung trat sie eine Stelle am [https://de.wikipedia.org/wiki/LVR-Landesmuseum_Bonn Rheinischen Landesmuseum in Bonn] an, die ihr durch einen Gastdozenten vermittelt worden war. Nach anderthalb Jahren wechselte sie in die Kultur- und Pressearbeit der niederländischen Botschaft, kehrte jedoch bald in den Museumsbereich zurück. Den entscheidenden Hinweis auf die vakante Stelle in Zons gab ihr Mentor [https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Borger Professor Hugo Borger].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Mutter war [https://de.wikipedia.org/wiki/Helene_Blum-Gliewe Helene Blum-Gliewe (1907–1992)], eine wegweisende Künstlerin, die als erste weibliche Bühnenbildnerin Deutschlands Theatergeschichte schrieb. Von 1928 bis 1939 leitete sie als Ausstattungsleiterin sämtlicher städtischer Bühnen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheydt Mönchengladbach-Rheydt] ein Team von 40 Mitarbeitern und entwarf Bühnenbilder für rund 400 Stücke. Nach Krieg und Flucht baute sie sich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein] eine zweite Karriere als Kunst-am-Bau-Künstlerin auf und hinterließ über 50 großformatige Wandmalereien, Sgraffitos, Mosaike und Glasfenster im öffentlichen Raum, vor allem im Raum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kiel Kiel] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Lübeck Lübeck]. Im Alter von 70 Jahren begann sie zudem zu schreiben und veröffentlichte drei Romane, darunter &#039;&#039;Die Kaschubenbraut&#039;&#039;. Ihre Lebensgeschichte wurde 2019 in der Biografie &#039;&#039;Helene Blum-Gliewe – Vom Bühnenbild zur Kunst am Bau&#039;&#039; von Sabine Leonhardt dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau und Leitung des Kreismuseums Zons (1972–2007) ==&lt;br /&gt;
=== Anfänge === &lt;br /&gt;
Als Helene Blum-Spicker 1972 die kommissarische Leitung des neugegründeten Museums in der Vorburg von [[Burg Friedestrom]] übernahm, stand sie vor einer ungewöhnlichen Ausgangslage: kein Sammlungsbestand, keine gewachsene Tradition, kein ausgearbeitetes Konzept und in unmittelbarer Nachbarschaft die etablierten Museumsstädte [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Düsseldorf Düsseldorf] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn]. Ein zeitgleich vorgesehener Kreisarchivar, der die Einrichtung mitverantworten sollte, wurde zunächst nicht besetzt. Bereits drei Wochen nach ihrem Dienstantritt legte Blum-Spicker ein vollständiges Programm für das erste Jahr vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Patt Landrat Dieter Patt] beschrieb bei ihrer Verabschiedung rückblickend sowohl die Museumsgründung als auch die Berufung einer so jungen Frau in eine Leitungsposition als für die damalige Zeit ungewöhnlich. Sie habe &amp;quot;einfach angefangen und losgelegt&amp;quot; – und daraus sei das Museumskonzept gewachsen. Ihren Wohnsitz verlegte sie früh nach Zons; eine erste Wohnung an der [[Mauerstraße]] brachte ihr den Spitznamen &amp;quot;Mauerblümchen&amp;quot; ein, der in der Lokalpresse noch Jahrzehnte später zitiert wurde. Als Blum-Spicker 1982 nach ihrer Heirat für vier Jahre nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Hackenbroich Hackenbroich] zog, fand dies in der Örtlichkeit lebhafte Beachtung; sie kehrte nach Zons zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Dekade: Programm und Publikum === &lt;br /&gt;
Die ersten sieben Jahre arbeitete Blum-Spicker ausschließlich mit Wechselausstellungen, da eigene Sammlungsbestände fehlten. Parallel dazu baute sie ein museumspädagogisches Programm auf, das neben Angeboten für Kinder – darunter Töpfern und Maskenmalen – auch Konzerte, Vorträge und Dichterlesungen umfasste. Eine Bilanz der ersten zehn Amtsjahre bis 1982 zeigt das Ergebnis dieser Arbeit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 84 Ausstellungen, 92 Vorträge und Dichterlesungen sowie über 40 Konzerte&lt;br /&gt;
*Rund 600.000 Besucher in der ersten Dekade – eine Spitzenstellung unter den mittleren Museen im Rheinland&lt;br /&gt;
* Pädagogische Programme für Kinder und Senioren, Exkursionen und Filmabende&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Museumsalltag war Blum-Spicker an der Entstehung der Quilt-Biennale beteiligt, die mehrfach in Zons präsentiert wurde. Der jährliche Ostereier- und der Adventsmarkt erlangten weit über den Rhein-Kreis Neuss hinaus Bekanntheit. Das alljährliche Schützenfest wurde auf dem Hof des Kreismuseums eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sammlungsaufbau === &lt;br /&gt;
Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit galt der wissenschaftlichen Aufarbeitung und gezielten Erweiterung der Museumsbestände:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Jugendstil-Zinn&#039;&#039;&#039;: Im Jahr 1979 stand die Sammlung &amp;quot;Zinn des Jugendstils&amp;quot; für 1,2 Millionen Mark zum Verkauf. Blum-Spicker setzte sich gegenüber der Kreisverwaltung für den Ankauf ein und sicherte so den Erwerb von mehr als 1.000 Zinnobjekten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendstil Jugendstils] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Silzer?action=edit&amp;amp;redlink=1 Giorgio Silzer]. Diese Erwerbung veränderte das Sammlungsprofil des Museums grundlegend und legte den Grundstein für eine der bedeutendsten Jugendstil-Zinnsammlungen der Region. Später integrierte sie ergänzend die renommierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Orivit ORIVIT-Sammlung] von Gertrud Funke-Kaiser als Dauerleihgabe.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Nachlass [[Theo Blum]]&#039;&#039;&#039;: Zwischen 1976 und 1983 organisierte sie die Inventarisierung und Katalogisierung des umfangreichen Werkes des Zonser [[Ehrenbürger]]s [[Theo Blum]], das über 4.500 Blätter umfasst.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Sammlung [https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Hahn_(K%C3%BCnstler) Helmut Hahn]&#039;&#039;&#039;: 1989 sicherte sie dem Museum durch eine Schenkung des Künstlers Helmut Hahn ein weiteres Sammlungsstandbein: rund 900 Objekte aus dem Bereich des Textildesigns. 1996 kamen außerdem Grafiken von Walter York Koenigstein hinzu.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Archäologie&#039;&#039;&#039;: Sie förderte die Präsentation archäologischer Funde aus dem [[Burg Friedestrom|Zonser Burgbereich]] und arbeitete eng mit dem Amt für Bodendenkmalpflege zusammen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Die florale Trilogie (1999–2006)&#039;&#039;&#039;: Als ihr künstlerisches Spätwerk gelten drei thematisch verbundene Ausstellungen: &#039;&#039;Mohn&#039;&#039; (1999), &#039;&#039;Iris&#039;&#039; (2002) und &#039;&#039;Tulpe&#039;&#039; (2006), jeweils mit eigenem Katalog. [https://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Krischel Dr. Roland Krischel], Leiter der mittelalterlichen Abteilung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wallraf-Richartz-Museum_&amp;amp;_Fondation_Corboud Wallraf-Richartz-Museums in Köln], würdigte diese &amp;quot;florale Trilogie&amp;quot; bei Blum-Spickers Verabschiedung als ihr &amp;quot;Meisterwerk&amp;quot; und hob hervor, welch &amp;quot;übermenschliche Energie&amp;quot; vonnöten gewesen sei, &amp;quot;noch am Ende der Berufskarriere ein solches Feuerwerk abzubrennen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ruhestand und weiteres Engagement == &lt;br /&gt;
Im Januar 2007 wurde Helene Blum-Spicker anlässlich ihres 65. Geburtstages durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Patt Landrat Dieter Patt] offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dem Museum blieb sie jedoch verbunden: Als Gründungsgeschäftsführerin des Vereins &amp;quot;Freunde und Förderer des Kreismuseums Zons e.V.&amp;quot; (gegründet 1979) engagierte sie sich weiterhin für die Jugendstil-Zinnsammlung und das Museumsprogramm. Kurz vor ihrem Tod gestaltete sie noch das Jubiläumsprogramm zum 30-jährigen Bestehen des Fördervereins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publizistisches Wirken == &lt;br /&gt;
Helene Blum-Spicker verfasste zahlreiche Schriften zur Zonser Geschichte und zur Kunstgeschichte. Sie war Herausgeberin und Autorin des Katalogs &#039;&#039;600 Jahre Stadt Zons 1373–1973&#039;&#039;, der in mehreren erweiterten Auflagen erschien (zuletzt 5. Aufl. Dormagen 1985).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung == &lt;br /&gt;
Helene Blum-Spicker gilt als die prägende Gestalt in der Geschichte des [[Kreismuseum]]s Zons. Der Nachruf des Fördervereins betont ihre &amp;quot;hohe Kompetenz, Kreativität und ihr unermüdliches Engagement&amp;quot; sowie ihren Spürsinn für bedeutende Sammlungsstücke. Zeitgenössische Berichte beschreiben sie als eine „überaus engagierte und willensstarke Persönlichkeit&amp;quot;, deren Leistungen in der rheinischen und niederrheinischen Museumslandschaft als prägend bewertet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Quellen ==&lt;br /&gt;
* Helene Blum-Spicker: &#039;&#039;600 Jahre Stadt Zons. 1373–1973&#039;&#039;. 5. Aufl. Dormagen 1985&lt;br /&gt;
* Zeitungsartikel NGZ von Anneli Goebels vom 04.06.2002: &amp;quot;&#039;Mauerblümchen&#039; voller Tatendrang&amp;quot;&lt;br /&gt;
* [[Angelika Riemann]]: &#039;&#039;Kontinuität und Wandel im KreisMuseum Zons&#039;&#039;. In: Der Niederrhein, H. 1/2011&lt;br /&gt;
* Zeitungsbericht zur Verabschiedung: &#039;&#039;Helene Blum-Spicker wurde als Direktorin des Zonser Kreismuseums verabschiedet&#039;&#039;. 9. Januar 2007&lt;br /&gt;
* Nachruf: &#039;&#039;Langjährige Museumsleiterin Helene Blum-Spicker ist gestorben&#039;&#039;. 26. Juli 2009&lt;br /&gt;
* Nachruf des Vereins &amp;quot;Freunde und Förderer des Kreismuseums Zons e.V.&amp;quot;, Juli 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Blum-Spicker, Helene}} &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Öffentliche Einrichtungen]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Johann_Peter_Delhoven_2&amp;diff=4339</id>
		<title>Johann Peter Delhoven 2</title>
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		<updated>2026-06-09T22:35:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* 1802 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Fortsetzung der &amp;quot;Rheinischen Dorfchronik&amp;quot; [[Johann Peter Delhoven]]s für die Jahre ab 1801&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1801–1810 ===&lt;br /&gt;
==== 1801 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[322]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januarius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Das neue Jahr bringt uns friedliche Nachrichten. Gemäß der lezten Frankfurter Zeitung ist&#039;s Waffenruhe, bis ein von Wien nach Paris geeilter Kourier zurückkömmt, der das Ultimatum des Wiener Hofes überbringt. Die Franzosen stehn zu Linz an der Donau, beynahe 40 Stund von Wien. In Italien ist noch nicht hauptsächlich geschlagen worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 10ten – Vor 6 Tagen war der Rhein ausgetreten, doch nur so weit, daß man vom Welferhof durch die Benden mit Stiefel durchkommen konnte. Hier oben am Steinbüchel, wo wir vorigen Herbst in den zerbrochenen Damm einen Sommerdeich gemacht hatten, kame kein Wasser durch. Am Monheimer Weeg und auf Rheinfeld zu triebe das Wasser an Welfen hin. Es ist nun wieder am fallen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 13ten – Wir hatten ausser dem achttägigen neulichen Frösten noch keinen Frost. Zwar wehet seit einiger Zeit beständig der Wind vom Nöthstein, dennoch friert es sehr wenig. – Der Kayser hat nun mit den Franzosen einen neuen Waffenstillstand getroffen. Die Franzosen stehn auf 15 Stund nach vor Wien. Man hat die gegründeste Hofnung, daß es nun Friede wird. Tirol wird von den Kayserlichen geräumt und von keinen Truppen besezt. Die Vestungen Würzburg, Braunau, Kufstein und alle Zugänge und Verschanzungen zu Tirol werden den Franzosen eingeräumt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 24ten – Heut fienge es etwas an zu frieren. – Es werden wieder Früchte zu Wasser nach Holland geführt. Deswegen gillt das Korn pro Malder 3 Kronthaler französisch hier zu Dormagen, und das Weitz 8 Reichstahler 30 Stüber. Am 26ten Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Seit einigen Tagen hatten wir solch ungestümes Wetter, daß der Rhein wieder heute Morgen den Welferhof abgeschnitten hat. – Gestern um den Mittag ward die Frau des Caspar Odendahl von Straberg auf dem Anxeler Broich durch einen Messerstich am Halse getödtet. Ihr Mann hatte sich schon seit einiger Zeit von ihr getrennet. Er ließ ein falsches Attestat mit der Unterschrift des Pastoren von Nivenheim verfertigen und gienge damit ins Preussische, wo er sich mit einem jungen Mädchen, ebenfals von Straberg, trauen ließ. Er kame zurück, der Friedensrichter beredete ihn, daß er die erste, rechtmässige Frau wieder zu sich nehmen sollte. Er nahm sie wieder zu sich und schlief einige Nächte zwischen den zwey Frauen. Dann juge er die eine wieder fort, welche sich zu Vanicum aufhielt und in der Abdey Knechsteden Brodt bettelte. Gestern schliche er, Odendahl, sich um den Mittag in die Gesträuche, und als seine erste Frau von Knechsteden kam, ergriff und warf er sie in&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[323]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;eine nahe Torfgrube. Sie arbeitete sich zweymahl wieder heraus, und da sie groß und stark war, wehrete sie sich lange, biß endlich ein Messerstich durch den Hals ihr Leben endigte. Eine Frau von Anxel stand mit einem Mägdchen in der Nähe und sahe der Geschichte zu. Und als der Mörder sich entfernte, eilte die Anxeler Frau dahin, der Unglücklichen beyzustehn. Sie zohe sie aus dem Wasser, aber es ware schon alles Leben von ihr gewichen. Da kame der Mörder nochmahl aus dem Gebüsch hervor und drohete mit dem Messer in der Hand der Frau, daß er sie gleichfals ermorden werde, wofern sie nicht fortgienge oder etwas sagte. Sogleich ward die Geschichte in der Nachbarschaft kund. Der Maire von Nettesheim fertigte heute Früh den Bericht an den Friedensrichter, welcher sogleich Verdacht auf den Odendahl hatte und die Gensdarmen nach Straberg beorderten, um den Odendahl einzuladen, mit zum Friedensrichter zu gehn, oder, dafern sie nur vernähmen, daß er, Odendahl, um die Zeit des Factums abwesend gewesen seye, so sollten sie ihn gleich arettiren. Dies geschah, und er blieb in Gewahrsam von 10 Bauern die Nacht in Straberg.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Zwischen der Predigt bracht ein Gensdarm den Odendahl wohl geschlossen an einer Kette herein. Der Friedensrichter ließ ihn im Verhör einen blauen Kittel anlegen, und sogleich erklärten die Frau und das Mädchen, daß er der Mörder sey. Dennoch läugnete der Mörder immerfort, obschon er auf die Fragen sehr zweydeutig antwortete. Den 3ten und 4ten dauerte das Verhör fort, am 5ten ward er nach Kölln ins Correctionel gebracht. Kornpreis 5 Reichstahler 45 Stüber, Weitz 9 Reichstahler hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Heute fienge es stark zu frieren an. – Auch kame der Director des Jury den Commissair vom Zuchtgericht mit einem Friedensrichter und Huissier von Kölln hieher, um die Odendahlische Geschichte näher in Straberg selbst zu untersuchen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 12ten wurde die Kapelle zu Straberg vom Pastor (Dechant) in Gohr eingeweiht und die erste Messe darin gehalten. Die Gemeinde hat Erlaubniß, auf 3 Jahr an Werktagen darin Meß zu haben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 21ten – Vom 11ten bis hieher hatten wir ein artiges Frostbähnchen. Es thauet nun aber wieder auf. Der Weitzen gillt hier 10 Reichstahler, Korn 6 pro Malder.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 28ten – Der Frühling rückt an. Lerchen und Buchfinken trillern ihre Lieder. Friede lachet unsern Fluren, und wir bleiben Republikaner. Es wird hier am Rhein so viel Geld verdient, daß unsere künftige Verfassung immer mehr Anhänger findet. Die Früchten stehn noch im hohen Preise. Das Paar Korn und Weitzen wird hier im Dorf zu 16 Reichstahler bezahlt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[324]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1801&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 11ten – Es ist schon alles am Wachsen. Wenn nur späthe kalte Nächte es nicht verderben! – Gestern Abend 9 Uhr fuhren 3 Mann vom Sturzelberg mit einem Nachen Haber und Gerst auf die andere Seythe. Als sie in der Mitte des Rheines waren, bekame der Nachen von hinten ein Loch. Der Eigenthümer ertrank gleich, der sogenannte &amp;lt;u&amp;gt;Kart-Gerard&amp;lt;/u&amp;gt; rief noch lange um Hilf. Derjenige, so ruderte, 20 Jahr alt, ergrif einen Sack mit 3 Faß Haber, worauf er mit dem Kinn ruhte. Auch war der Ruderriemen von hinten unter seinem Kopf. Unter entsetzlichem Hülfrufen triebe er von Stürzelberg bis gegen die Kirch von Himmelgeist, wo vier Nachen, dies und jenseits, ihn retteten. Es ware stockfinster. Die Leuthe waren mit bloßen Hemden aus den Betten in die Nachen gefallen. Die zwey andern aber sind ertrunken.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 14ten – Gemäß dem 6ten Articel des Friedens von Lüneville werden die darin benannte Vestungen auf dem rechten Rheinufer geschleift den deutschen Fürsten zurückgegeben. Es sind deshalben zu Düsseldorf 3.000 Mann aus dem Bergischen beschäftigt, die Batterien und Werken zu zerstöhren. Die Mauren der Citadelle werden gesprengt durch Pulver.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 19ten – Täglich fällt etwas Regen, ohne daß es warm dabey ist. – Das Paar Korn und Weitzen gillt dermahlen in Monheim 16 Reichstahler. Vor drey Wochen ward das Paar noch dafür hier in Dormagen verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 25ten – Einige Tage war es wüst und windiges Wetter. Gestern wuchs der Rhein so sehr, daß schon heut Morgen die Gemeinschaft mit Welfen und Rheinfeld abgeschnitten war. Es schwoll so hoch an, daß man es mit Mühe durch ein aufgeworfenes Dämmchen wehrete, daß es nicht über die Landstraße ins Bixem kam. Am 26. und 27ten waren es sehr feine Frühlingstage. Am 28ten konnte man noch nicht anders als mit einem Nachen nach Welven kommen. Das Malder Korn gilt zu Monheim 6 Reichstahler 45 Stüber, Weitzen 11 ½ Reichstahler Kölnisches Maas.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 31ten – Angenehme Frühlingstage. – Die Franzosen verlassen allmählich die Kayserliche Staaten. Hingegen rüsten sich die Russen, Schweden, Dänen und Franzosen gemeinschaftlich gegen England, um auch diese zum Frieden geneigt zu machen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Die Schweden, Dänen und Russen sind ein Bündniß eingegangen, um die Herrschaft der Engländer zu Wasser zu beschränken. Deshalb sind die Engländer mit einer Flotte den Sund passirt, um friedlich gegen jene Mächte zu agiren. – Die Engländer haben während diesem Krieg folgende Insulen weggenommen: 1793 Tabago, Miquelon, Pondycheri, einen Theil von St. Domingo und die Touloner Flotte; 1794 Martinique, Guadalupe, St. Lucie, Maria Galante und Corsica; 1795 Trinquemale und das Cap der guten Hofnung; 1796 Amboina, Berbice und Demerara; 1797 Trinidad; 1798 Minorca; 1799 Surinam; 1800 Gorea, Maltha und Curaçao.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[325]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bisher trocken-kalt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 11ten – Heute kame die Reserv-Artillerie der holländischen Armee. Es blieben 40 Pferd und 160 Mann hier, die übrige wurden auf Nivenheim, Zons, Worringen, Hakenbroich und Delven verlegt. – Die Früchten sinken wieder. Man verkauft hier das Paar zu 15 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 12ten kame die holländische reitende Artillerie, der Stab mit 40 Pferden blieb hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 13ten folgte ein Regiment batavische Husaren, wovon nur der Stab hier logirte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 18ten – Es ist seit anfangs Aprill sehr trocken und nordwindig kalt mit Frost und Reif. Der Commendant von Kölln foderte 18 Carolin von den Maierien Dormagen, Worringen, Zons und Nivenheim. Es kame für Dormagen und Horm 10 Kronthaler, Nivenheim wollte nichts zahlen. Dagegen verbindet sich gemellter Commendant, die noch folgende holländische Armee über die Gillbach zu schicken. Es sind auch wirklich mehrere Züge über die Gillbach passirt. – Der König von Preussen ist der Nord-Coalition (siehe 9ten April) beygetreten. Dagegen ist Kayser Paul von Rusland den 26ten Merz plötzlich gestorben, wahrscheinlich durch eine Vergiftung.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 20ten – Heute musten in hiesigem Canton die öffentliche Beamten das Fest des Friedens und der Vereinigung der vier Departemente mit der Französischen Republick feyern. Diesen Morgen ward gebeyert, um den Mittag die Gemeinde-Klocke gezogen, und vom Mayer Neesen die Friedensartikel und zwey Proclamationen von Bonnaparte und dem Präfect vorgelesen, wobey zwey Gensdarmes mit blanken Säbeln paradirten. Die Commisen machten verschiedene Salven aus kleinem Gewehr, und der hiesige Barrier-Empfänger bliese vermittels einer Trompette Tusch dazu. Am 21ten abends 7 Uhr ward in der Kirche die Complet mit einem &amp;quot;Te Deum&amp;quot; abgesungen, wobey der Pfarrer eine kurze Rede hielt, zur Danksagung des wohlthätigen Friedens. Nachdem hielten die öffentliche Beamten eine Zeche bey Steinberger.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 22ten kame ein Escadron Chasseur vom 23ten Regiment. Sie giengen heute von Kölln bis Neus hierdurch. Bey der Bagage hatten sich viele Chasseur zugesellt. Diese stürmten zu Fühlingen ein Haus und beuteten eine Schunke. Die Inhaberin kame hieher, und der Friedensrichter ließ die Wägen visitiren, worauf man die Schunke fand und selbe der Frau wiedergab. Der Friedensrichter berichtete sogleich den Vorfall an den General nach Kölln. – Es ziehn anhaltend Truppen hinab. Die stärksten Züge gehn über die Gillbach. Hingegen kömmt doch alle zwey bis drey Tage ein Zug gallo-batavischer Auxiliar-Truppen hierdurch, wovon dann jedesmahl etwas hier behalten wird.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 26ten, &amp;lt;u&amp;gt;Jubilate&amp;lt;/u&amp;gt; – Gestern, heut und morgen wird das 40-stündige Gebeth gehalten. Vor dem Hochamt hielten wir die Stationen: die erste vor der hinteren Kirchenthür an der Mauer und die 3 andern an den Altären. Abends nach der Complet fängt der Tanz an, bey Pannes, Heinrich Meuser, Arnold Nusbaum und bey Cremerius im Grünenwalde. – Es friert und reift noch alle Nächte. Im Tage ist&#039;s trocken und warm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[326]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Heute fiel der so sehnlichst erwartete Regen. Inzwischen ist das Bitzkorn mager aufgeschossen. Weitzen 10 Reichstahler, Korn 5 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 3ten – Verflossene Nacht wurden verschiedene Meyen aufgesezt. Gegen der Nettergaß errichtete man deren einen auf ein sechster Tannenstrich. Es sind oben Kronen von Palm gewunden, mit Eyerschahlen vergoldet, angebracht, und nebst verschiedenen kleineren paradirt auch an jedem Meybaume eine 3-farbigte große Nationalfahne. Oben am Lämbchen steht der schönste. Eine Parthie Dorfjungen hielten Musick im Pflug, wo sie diesen Nachmittag tanzend um den Mey spielten, während die Gensdarmen Salve schossen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 11ten – Der Wind hällt wieder im Norden. Diese Nacht war es gereift und gefroren. Heut kame das 4te Dragoner-Regiment und 3 Bataillon Holländer, welche auf der Gillbach logirt wurden, so daß wir hier nichts bekamen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 23ten – Vorige Woche hatten wir verschiedene Donner mit Regen. – Seit dem Tode des Kaysers Paul von Rußland hat dessen Sohn, der Kayser Alexander der Erste, sich wieder sehr freundschaftlich gegen England gezeigt. Die Franzosen sind zwar aus Düsseldorf, doch sind noch 30 Mann als Sauvegarde da in einem Wirthshause logirt, bis die Pfälzer ankommen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 30ten – Es regnet zu viel. Der Rhein ist am Anschwellen. – Diesen Morgen, als die hiesige Händler um 4 Uhr anfiengen Früchten zum Rheine tragen zu lassen und schon 25 Malder in einem Nachen waren, sprangen die Soldaten von Zons am Steinbüchel aus dem Korne hervor. Der Eygenthum Peter Schüllgen riefe dem Fährman zu, er sollte mit dem Nachen abfahren, die Soldaten hätten die Gewehre nicht geladen. In dem schoß ein Soldat den Schiffman durch den Kopf, daß das Hirn heraustriebe. Gleich ware er todt. Die Monheimer hohlten den Verunglückten auf Monheim, und die Soldaten fuhren mit der Frucht nach Zons. Der Gebliebene nennt sich Fitgen und ist verheyrathet. – Kornpreis hier 5 Reichstahler 15 Stüber, Weitzen 9 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juni&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 15ten – Diese 14 Täge war es meistens kalt und naß, verschiedenmahl fiel Hagel, ohne zu schaden. Kornpreis 5 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 27ten – Seit 3 Tagen ist es heisses Wetter. Man hoffet auf Regen. &amp;lt;s&amp;gt;Es liegt jetz in Kölln das&amp;lt;/s&amp;gt; Kornpreis 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten – Seit dem 1ten haben wir stets Donner mit viel Regen, so daß wir nun wieder gut Wetter bedürfen. Kornpreis 5 Reichstahler 30 Stüber hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 6ten starb allhier die Elisabeth Cremerius, unverheyrathet zwar, dennoch hatte sie 3 Kinder zur Welt gebohren, wovon eins noch lebt. Ihr ausschweifender Lebenswandel machte sie ganz gichtrisch und elend, so daß sie einige Jahre von den Almosen lebte. Da nun ihr Schwager Henrich Nusbaum sich durch den Früchtenhandel einiges Vermögen erworben hat, so gab der den Todtenläuten einen Zech, worauf diese ein Stück aus der alten Klocke läuteten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[327]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 18ten – Erst heute fieng das Wetter an, sich aufzuhellen, nachdem es bisher alle Tage geregnet hat. Viel Heu hat darunter gelitten. Auch hat man seit 6 Tagen fleissig Korn gemähet. Der Preiß vom alten ist hier 6 Reichstahler, Weitzen in Monheim 12 Reichstahler 30 Stüber. Am 20ten Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 26ten – Der hiesige Bürger Anton Schmitz, ehmals Schweinhirt, hatte sich vor geraumer Zeit durch verschiedene kleine Diebstähle in Wäsche etz. berühmt gemacht. Die vormalige Scheffenregierung sahe ihm dieses jedesmahl durch. Vor beyläufig 6 Wochen entwendete er von Neuem der Witwe Küpper einige Hemder von der Bleiche, worüber man ihn erwischte. Er warf die Hemde dahin und floh. Die Gensdarmen suchten ihn auf, allein, er entkam ins Bergische. So, wie der Vogel da am liebsten ist, wo er geheckt wurde, so schliche er sich vor 14 Tägen des sontags Nachmittags zwischen der Piwitte an mir vorüber, und heute brachten ihn die Gensdarmen gefänglich ein, um ihn morgen auf Kölln zu führen. – Bis 28ten anhaltender Regen. Kornpreiß 6 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 12 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 29ten – Schön Wetter. Man fährt fleissig Korn ein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Donner mit Regen. Das Korn gibt sehr schlecht, doch ist viel Stroh.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 14ten – Seit sechs Tagen hatten wir große Hitze. Der meiste Weitzen ist eingescheuert, doch steht dessen und Korn noch ein Theil draussen. Es gibt viel Stroh, aber der beste Drescher trägt nur ein halb Malder Korn auf. Sommerfrucht geräth auch die Menge, und man findet allenthalben Fruchtbäume gesezt. – Gestern brachte uns ein Gewitter starken Regen. – Vor 8 Tägen ward der Weitzen vor 13 Reichstahler hier verkauft, jetz ist er bis auf 10 herunter gekommen. Korn 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 24ten – Der August ist sehr heiß, doch gibt es alle 8 Täge einen heilsamen Regen. Die Sommerfrüchten sind treflich gerathen und Gemüse ohne gleichen. Alle Scheuren sind voll und viele Bärme gesezt. Obschon die Frucht nur sehr mittelmässig aufs Denn gibt, so thut doch das viele Stroh und die hohe Preisen viel dazu, daß dieses dem vorigen guten Jahre gleich kommen wird. Das neue Korn gillt beynahe 6 Reichstahler, und der Weitzen 10 und ein halben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 16ten – Diese Zeit hindurch hatten wir immer heiße Tage mit nothdürftigem Regen. – Die Schifarth auf dem Rhein ist auch im Preußischen seit 3 Wochen gesperrt. Deswegen ist jetz keine Nachfrage und kein Preiß von Korn und Weitzen. Auch sind unser Commisen alle suspendirt und durch neue ersezt, so daß seit 18 Tagen fast keine Frucht über den Rhein gegangen ist. Der Odendahl von Straberg ist zu Trier guillottinirt worden (siehe am 1ten Februar 1801).&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[328]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 29ten, &amp;lt;u&amp;gt;Michaelis&amp;lt;/u&amp;gt; – Da durch den starken Handel viel Geld unter alle Stände geflossen ist, so sieht man vorher, daß die Kirmes sehr lustig seyn wird, so wie das heutige Patronsfest stattlich. – Allein, mit Tagesanbruch ward der Jacob Steinberger, Peter Pannes und Jacob Küpper theils durch Köllnische, theils hiesige Gensdarmen mit ihren Briefschaften arrettirt, und zwar auf Befehl des französischen Gouvernements, weil sie beschuldigt sind, Früchten und englische Waaren aus- und eingeführt zu haben. Die Ordre waren grade gegen die französischen Gesetze, denn die Gensdarmen nahmen sie in Arrest ohne Maier, vor Sonnenaufgang etz. Sie wurden einsweilen in das Wirthshaus &amp;quot;Zum weissen Pferd&amp;quot; (vormals Cremerius-Haus) gesezt. Bis gen 8 Uhr brachten die Gensdarmen von Üdesheim den Sohn aus dem Hof-Besitz Baaden, den Röttgen, Esser, Witges und Kucks von Grimlinghausen und den Mattheisen vom Illkhauser Hof. Um 11 Uhr wurden sie alle auf Kölln ins allgemeine Arresthaus gesezt. Joseph Küpper sollte auch mit fort geführet werden, allein, der ware im Bergischen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Der öfentliche Ankläger Keihl in Kölln untersuchte die Papiere der Staatsgefangenen. Diejenige, so schuldig befunden und aus deren Briefschaften sich ergiebt, daß sie geschmuckelt haben, werden nach dem Schloß Hamm in der Picardie geführet. Dies trafe schon den Röttgen von Grimmlinghausen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 7ten – Heut erhielte ich die ganz unvermuthete, sehr willkomme Nachricht, daß der Friede zwischen Frankreich und England unterzeichnet ist. Die Engländer geben alle Eroberungen ausser die Insel Zeylan und St. Trinitas zurück. Dagegen behält Frankreich den Rhein zur Gränze. Dieser Friede kann bald das Schicksal der Staatsgefangenen beendigen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 24ten – Jacob Steinberger und Witges sind auch nach Hamm abgeführt. Unter des ersten seinen Papieren befindet sich ein Brief von seinem Schwager Colpin von Oberaussem an Steinberger, wo derselbe anfrägt, ob der gesendete Weitzen alle über dem Rheine ist. – Der Früchtenhandel liegt ganz darnieder. Jeder Schmuckler ist bang, daß auch er solle gehohlt werden. Desfals zirkulieren oft Gerüchte, welche die Veranlassung sind, daß fast alle Händler die Nacht ins Bergische schlafen gehn. – Zu Kölln bezahlen die Staatsgefangene täglich 1 Reichstahler für Kost und Bettung. Dan haben sie auch die Freyheit, in dem Köllnischen Hof frey umher zu gehen. Die diesjährige Kirmes ware wegen der Geschichte sehr einfach.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[329]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Das Wetter ist noch immer naß, zuweilen sehr stürmisch, und Würmer verderben viel von der früh gesäheten Frucht, doch hat das zum zweytenmal Gesähete gut gehalten. – Als der Pannes auf Kölln geführet war, da ware des Stehlens von seinen Erdäpfel und Mohrenäckern kein gleichen. Er hatte einen Ziegelofen fertig, wo noch die Geräthschaften umher lagen. Des Hilger Gärtners Frau und die Sophie Bükendorf machten sich auf und trugen des Abends einige Bord nach Hause. Des andern Morgens hielt der hiesige Mayer Haus-Visite und fand die Bord. Sogleich wurden die beyden Menscher zum Friedensrichter und von da auf Kölln geführt. Dem Pannes begegneten sie im Arresthaus, wo er zum grösten Erstaunen ihr Dahinkommen vernahm. Sie sind auf ein Monath Gefängnißstraf verurtheilt. – Im Schloß Hamm, schreibt Jacob Steinberger, ist es nicht so schlimm, als das Gerücht ausgestreuet hatte. Der Commendant ist ein gefälliger Mann. Sie dürfen frey herum gehen, auch mit einer Schildwache durch die Stadt sich alles Nöthige kaufen gehen. Essen und Trinken wird ihnen für Geld auf die Vestung gebracht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 6ten – Der Küster in Nivenheim, Wimmar Schneider, welcher seit der Municipalitäts-Zeit Agent und izt Maier ist, hat sich dadurch, weil er etwas zu stark von der republikanischen Parthie war, mit dem Pastor und dessen Familie verfeindet. Unter diesen befindet sich der Witgenshalfen Schmitz, der sonst die Gemeinde verwaltet und nun seit lange nur dahin trachtete, den Schneider zu stürzen. Als nun die französische Regierung gegen die Fruchtschmuckler so ausserordentlich strenge verfuhr, so ergrif Schmitz die Gelegenheit, um den Schneider darein zu ziehen. Schneider hatte nicht gehandelt, aber er hatte Certificate gegeben, Früchten von Kölln auf Nivenheim zu führen, ohne mit den Leuthen zu sprechen, für welche die Früchten gefodert wurden. Schmitz lies sich von diesen bescheinigen, daß sie kein Certificat genommen hatten, und nun war Schneider überzeugt. Es erfolgte also vorerst die Absetzung als Maier, mit dem Zusatz, das er, Schneider, gerichtlich verfolgt werden soll. – Unglücklicherweise hatte Schneider, in einer Nacht, als er von unser Kirmes nach Hause gieng, einen Arm zerbrochen und einen Fuß verrenkt, so daß er seit dieser Zeit das Bett hüten muste. Demungeachtet kame der Befehl an ihn auf Kölln und von da nach Schloß Hamm in die Picardie zu transportiren. Allein, als man ihn nach Kölln brachte, fand es sich, daß dieses unmöglich war. Seitdem sitzt er noch bey Pannes, Küpper, Matheisen, Baaden und Kucks im Arresthause zu Kölln. – Das Malder Korn gilt hier [...]&amp;lt;ref&amp;gt;Durch einen Papierschaden nicht mehr zu entziffern.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[330]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;November&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 18ten – Unser Damm ist durch den Präfecten zu Aachen vergantet worden. Einer von Achen, ein Köllner und Durener haben selbigen zu machen angenohmen, womit sie heute den Anfang machten. Sie zahlen an Taglohn für ein Pferd und Karrig ein Reichstahler, für einen Schüppenman 15 Stüber. Morgens 7 Uhr bis 11, dann von 1 bis Sonnenuntergang wird gearbeitet. Sie wollen in zwey Monath damit fertig seyn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 21ten – Gestern und heut wüthete ein solcher Sturm, Regen, Schnee, Frost und wieder Regen, daß am Damm gar nicht gearbeithet werden konnte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 29ten – Diesen ganzen Monath ware es sehr naß mit immerwährendem Sturm begleitet, so daß der Rhein schon wieder unseren Damm ausgetreten war. Wir machten doch gestern einen Damm von dem unsrigen quer auf den Rhein. Da dieses aber über des Gerhard Strack sein Stück Land gienge, so wollte dieser solches nicht zulassen. Die Arbeit unterblieb also. Die Arbeit am Damm wird mit 17 Karren im lezten Loch am Bodenkreutzer Weg fortgesezt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 30ten – Der Rhein brach durch den Monheimer Weg und dehnte sich diesseits dem Damme aus, doch fällt es im Strome wieder.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 3ten – Das stürmische Wetter hat den Rhein so stark an das Wachsen gebracht, daß Walhoven und Rheinfeld abgeschnitten sind. Die Arbeit am Damme hört seit heute auf. Kornpreis hier 6 Reichstahler, Weitzen 9 Reichstahler. Zu Amiens werden sich dieser Tage die Gesandten der wechselseitigen Höfe versammeln, um den allgemeinen Frieden zu schliessen. Wahrscheinlich werden erst nachher die hiesige Staatsgefangene in Freyheit gesezt werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Seit gestern erst scheint der Sturm sich zu legen, doch wächst der Rhein so sehr, daß der Bixem schon voll stehet. Auch liefe es gestern Abend durch das erste Loch im Damm neben der Landstraße, worin vor 2 Jahren und jüngst durch die Damm-Enteprenneurs ein Sommerdämmchen gemacht worden war, welches sehr stark rauschte. Auch schrieb mir gestern mein Freund Jacob Steinberger aus dem Schloß Hamm, daß ihr Schicksal sehr erträglich seye, daß sie in die Stadt gehen dürften.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Das Wetter ist wieder so unbändig, als es seit zwey Monathen ohne Unterlaß gewesen ist. Der Rhein ist so hoch angeschwollen, daß unten im Feld nur zwey kleine Fleckchen trocken sind. Inzwischen werden die Früchten aus unserm Ort fleissig fortgeschift. Man gibt vom Malder 40 Stüber, dann übernehmen es die Schmuckler auf ihre Gefahr frey nach Monheim zu transportiren. Korn wird noch hier verkauft zu 6 Reichstahler 15 Stüber und der Weitzen zu 9 Reichstahler 15 Stüber, kleine Bohnen zu 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 11ten – Heute kame Peter Pannes, Jacob Küpper und der Baaden von Uedesheim von Kölln zurück, wo sie frey gesprochen worden sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[331]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1801&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 12ten – Sturmwind mit Schnee, am 13ten Schnee, etwas Frost und Sturm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 14ten – Frost mit Schnee. – Der Rhein ist noch sehr hoch. Am 17ten starker Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 24ten – Regen, Schnee und Frost wechseln auf den andern Tag. Der Rhein ist wieder in seine Ufer zurückgetreten. Am 26ten: Der Rhein ist wieder so hoch, daß man mit Nachen unten in die Gärten fahren kan.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 31ten – Abwechselnd mit Regen. Diesen Abend fängt es an zu frieren. – Dieses abgeflossene Jahr ware nicht unter die fruchtbahrsten, aber auch nicht zur Klasse der Mißwachsenen zu rechnen. Stroh gab es sehr viel, aber nach Verhältniß weniger Frucht. Von der Sath im Rheinfelde werden wir uns nicht viel versprechen können, da der Rhein so oft wächst und fällt. Er ist jetz wieder in seinen Ufern eingeschlossen. Allein, die aus der Schweitz eingegangene Nachrichten von übervielem Schnee lassen eine abermalige Ueberschwemmung vorhersehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1802 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1802&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Starker Frost, am 2ten Frost und Schnee. Heut fienge der Rhein wieder stark zu wachsen an, ohnerachtet des Frostes, so daß man am 3ten schon wieder mit Nachen in die Gärten anfahren konnte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten – Frost. Der Rhein ist wieder so viel weggefallen, daß man mit Stiefel nach der Piwitt gehen konnte. – Die englische und französische Gesandte sind izt zu Amiens, um den Definitiv-Frieden zu schließen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 10ten – Anhaltender Frost und Schnee. – Ich ware am 7ten und 8ten Jury am Tribunal-Criminel in Kölln, wo der berüchtigte Joan Albert Platt, ehmals Gerichtscheffen zu Gohr und nachher wegen der Goldmacher-Geschichte zu Delven bekannte Mörder des Leonard Martio (siehe das Registers zwey lezten Decaden vorigen Jahrhunderts), zu achtjähriger Kettenstrafe verurtheilt wurde. Diesesmahl hatte er eine falsche Obligation gemacht und beym Kaufmann Herstadt in Kölln wirklich 1.000 Reichstahler aufgenommen. Kornpreis 5 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 8 Reichstahler 15, Haber 18 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 17ten fienge es an zu isselen, am 18ten und 19ten Thauwetter. Der Rhein würde sich bey länger anhaltenem Frost in zwey Tägen gesezt haben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 24ten – Diese Nacht fienge es wieder etwas zu frieren an. Wir glaubten zuverlässig bey diesem Aufthanen, daß der Rhein unsere Felder nochmal überschwemmen würde, aber schon ist das Obereis fort.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 31ten – Es wintert noch sehr leidlich. Im Tage ist es angenehm. Die Früchten schlagen auf. Alles wird nach Frankreich geführt, wo im Inneren Mangel ist. Deswegen sind die Preisen diesseits am niedrigsten in der Nähe vom Rhein. In Nivenheim wird der Weitz mit 9 Reichstahler und das Korn zu 6 Reichstahler 50 Stüber verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 9ten abwechselnd bald Regen, bald angenehm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 12ten – Es friert ein paar Tage. – Die Gefangenen in Hamm haben nun gute Hofnung, bald erlöset zu werden. Wirklich ist der Kaufman Basellar in Maynz in Freyheit gesezt. Der Illkhauser Halfen Matheisen ist in Ham aus Melankolie gestorben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[332]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1802&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 14ten – Anhaltender Frost. – Voriges Jahr hatte der hiesige Müller Pannes bey dem Domeinen-Empfänger supplicirt, daß die Scheffenlehner verpfachtet werden sollten. Der Maier nahm dieses Geschäft in Beyseyn der Munizipalräthe vor, und die Besitzer sowie Herman Hambloch, der das Lehn des Schefen Fix unter dem Pflug hatte, pfachteten den Morgen zu 3 Faß Korn. Nun wurde vor 14 Tagen dieser Pfacht auf den Meistbiethenden versteigert, und das Malder wurde zu 7 Reichstahler 18 Stüber zugeschlagen. Nun hatten wieder Einige angestanden, daß die Schefenlehnen öffentlich auf den Meistbiethenden ausgestellt wurden. Dies geschahe am 6ten dieses. Engel Kranz pfachtete das Lehn vom seehligen Scheffen Schmitz, Jacob Küpper eins vom Scheffen Steinberger, so er bisher nebst seinem Lehn von der Gemeinde in Pfacht hatte. Die Übrige behielten zwar ihre Lehner, aber der Pfacht wurde greulich aufgetrieben, so daß Theodor Bremer 17 Reichsthaler pro Morgen jährlichs zahlen muß. Mithin beträügt der Pfacht in toto ungefähr 800 Reichstahler, die Pfachtzeit dauret 9 Jahre.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Der Frost hält noch sehr schwach an, im Tage ist&#039;s dann schönes Wetter. Das Korn schlägt so sehr auf, daß man schon auf dieser Seythe 8 Reichstahler für das Malder bezahlt. Der Weitzen wird zu 10 Reichstahler verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Regen. – Auch des Gerichtsbothen Länderey 5 Morgen werden dem Meistboethenden ausverpfachtet. – Der hiesige Früchtenschmukler Engel Kranz, der die Tochter des Theodor Schüllgen geheyrathet hatte und von seiner Seythe ohne Vermögen war, hat so viel durch den Fruchtenhandel gewonnen, daß er die Leuf neben der Kirche, wo ehmals der Scheffen Fix und nachher der Jud Mendel wohnte, um 1.300 Reichstahler an sich gekauft, von den Erben Sturm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Seit einigen Tagen haben wir Frühlingswetter. Der Rhein fängt wieder an zu fallen, da seit 8 Tagen das ganze Feld überschwemmet war.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Heut kamen die ersten Merzerstürme, da man bey dem schönen Wetter diese Woche dicke Bohnen und Salat unter die Erde gebracht hat. Vor 3 Tagen wurde auch die Länderey unseres Gerichtsbothen 5 ½ Morgen auf den Meistbiethenden verpfachtet. Der Sohn des Gerichtsbothen both zu lezt auf das Ganze 31 Liver pro Jahr. – Da bey der neulichen Verpfachtung auf das Lehn des Jacob Sturm nach dem Zuschlage noch geothen wurde, so supplicirte der Maire, daß diese Länderey von Neuem ausgestellt wurde. Diese 11 ½ Morgen wurden nun dem Posthalter 50 Reichstahler gringer zugeschlagen als jüngst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 16ten – Heut wurde hier die Domainen-Länderey des Cantons ausgepfachtet. Es waren meistens kleine Pfachtungen, welche fast alle für den Tax zugeschlagen wurden. Da der Fremden sehr viele waren und kein Zimmer im Ort großgenug war, so geschahe es in der Kirche.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[333]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1802&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Angenehme Frühlingstage, mitunter Merzerstürme. Die Staatsgefangene auf dem Schloß Ham sehen mit jedem Tage ihrer Befreyung entgegen. Wirklich schrieben sie an ihre Familien, daß sie ihnen keine Beriefe mehr nach Ham schicken sollen, weil sie glauben, daß selbige sie nicht mehr dort finden werden. Haaber 4 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Die Nächte sind noch kalt mit Frost und Reif. – Kornpreis 8 Reichstahler, Weitzen 10 Reichstahler. Heute 11 Uhr kündigte das Geläute aller Klocken der Stadt Kölln die Nachricht an, daß der Definitiv-Friede mit England geschlossen ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 8ten – Schöne Tage und kalte Nächte. Am 9ten etwas Regen. Die Damm-Enteprenneurs haben das lezte Loch auf Rheinfeld zu bereits fertig. Sie fahren mit Pferdskarren und zahlen pro Tag für jedes Pferd und Karrig 1 Reichstahler. Indessen muß der Knecht mit laden. Jeder Arbeitsmann bekömmt 15 Reichstahler. Sie haben bisher noch nichts als Sand in den Damm gefahren. Deswegen werden die Meistbeerbte sich beschweren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Seit einigen Tagen gab es anhaltende Merzerstürme, heut aber fienge es warm zu regnen an. – So sehr man sich geschmeichelt hatte, daß die Gefangene vom Schloß Ham in den ersten Tagen ihre Freyheit erhalten würden, so still ist jetz wieder diese Geschichte geworden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Das Concordat zwischen dem Pabst und der französischen Regierung wird uns merkliche Veränderungen in der Religion hervorbringen. Der öffentliche Gottesdienst ist erlaubt. Weil aber das Gesetz noch nicht an die Beamten geschickt worden ist, so haben wir diese Ostern noch keine Prozession um die Kirch gehalten, obschon die benachbarte Ortschaften alle dies gethan haben. – Kornpreis 8 Reichstahler hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Weil das Concordat noch nicht officiel publiziert ist, so hielten wir die Gottestracht in der Kirche. Das Hochwürdige wurde um 6 Uhr ausgesezt und bliebe bis nach dem Hochamt stehen. Nach der Elevation wurde das &amp;quot;Te Deum&amp;quot; gesungen, und diesen Nachmittag ware Bruderschaft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 10ten wurde der Hagelfeyer wie gestern gehalten, nur war diesen Nachmittag keine Andacht in der Kirche. – Da wir seit lange keinen durchtringenden Regen hatten, so ist es entsetzlich trocken und hart. Die späthe Haber liegt unverwesen in der Erde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Heut kame Jacob Steinberger und alle Gefangene vom Schloß Hamm zurück. Des Ersteren Aussehen ist sehr gut. Das Hinführen ware für sie sehr unangenehm, indem sie die Gendarmen durch Geld und kostspielige Gelage dahin bringen musten, daß sie nicht geschlossen wurden. Übrigens durften sie im Schloß frey herum gehen und konnten für ihr Geld alles haben, was sie begehrten. Dem Staatsrath Rigal von Crefeld und dem Expresidenten Pape von Kölln, welche beyde in Paris sind, haben sie vorzüglich ihre Freylaßung zu verdanken.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Es ist noch immer der Wind aus Norden, Merzerstürme im Tage und des Nachts Reif und Frost, welcher alle Erdäpfel und Bohnen sind alle über der Erd erfroren, Kirschen und Trauben sind ebenfalls dahin. Das Korn hat viel gelitten. Deswegen steigt solches im Preise und wird schon hier im Dorf zu 8 Reichstahler 30 Stüber bezahlt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[334]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1802&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mey&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 24ten – Das Wetter bleibt noch immer trocken, nur sind die Nächte nicht mehr so kalt. Viel Korn ist erfroren. Im Bergischen an den Wäldern wird solches schon vor das Vieh abgemähet. Deswegen steigen die Früchtenpreise enorm. Man gibt schon gern hier im Dorf 10 Reichstahler für das Malder Korn. Heu stieg auch seit 8 Tagen von 40 Stüber auf ein Reichstahler das 100 Pfund.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Alles vertrocknet. Menschen und Vieh stehn in Gefahr, Mangel zu leiden. In Zons werden 14 Pfund Brodt zu 40 Stüber verkauft. Im Bergischen ist der Mangel noch größer. Man verkaufte schon in Monheim das Malder Korn zu 16 Reichstahler. In den Bergen hat auch der Frost ungeheuren Schaden angerichtet. Der einzige Frohnhalfen in Monheim muß 40 Morgen Korn desfals abmähen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Die Nacht und heut hatten wir etwas Regen. Auch fiengen wir heute an, um 5 Uhr eine Benedictions-Messe in der Kirch zu halten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten – Diese Täge waren heiß mit Regen. – Das Malder Korn wird hier zu 10 ad 11 Reichstahler verkauft, Gerst 8 ad 9 Reichstahler, Buchweitz 10, auch 12 Reichstahler. In Monheim gillt das Kölnische Malder Korn 16 Reichstahler, Buchweitz 18 Reichstahler. Der Weitzen ist dies- und jenseits beynah ein Reichstahler wohlfeiler als das Korn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten, &amp;lt;u&amp;gt;Pfingsten&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut giengen wir zuerst mit dem Hochwürdigen um die Kirche. Es giengen so viele Leuthe mit, daß sich der Zirkel an der hintersten Kirchthüre schloß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – 13ten: Es trocknet wieder sehr stark, und wir hoffen Regen. Die Früchten stehn noch im nähmlichen Preiß. Hier werden 14 Pfund Brodt um 36 Stüber verkauft, in Zons aber zu 40. – Kaffebohnen das Pfund 26 Stüber. Es wird jetz mit 16 Pferdskarren am Damm gearbeithet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Aller Regen, der seit dem Frühjahr gefallen ist, drang nicht über 2 Zoll in die Erde. Nun ist wieder der Wind so falsch aus Norden, daß alles vertrocknen muß. Das Malder Korn gillt noch 10 Reichstahler, der Weitzen aber 11 hier in Dormagen. Jenseit des Rheins wird das Malder Korn zu 14 Reichstahler verkauft. Es ist izt nicht mehr möglich, etwas hinüber zu schmuckeln, da izt Tag und Nacht zwey Commisen an der Piwitte sind, welche jeden hinüberkommenden Nachen visitiren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25. – Diese Nacht hat es weis gereift, so daß viele Strauchbohnen, Erdäpfel und Buchweitz entweder ganz verdorben oder doch sehr viel gelitten haben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Diese Nacht halb zwölf starb mein geliebter Vater an den Folgen der Entkräftung im 77ten Jahre seines Alters. Er war 56 Jahre Küster und Organist allhier: Herman Delhoven.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 28ten – Zu der erledigten Küsterstelle hatte die gesammte Gemeinde mich ausersehen; theils, weil ich meinem Vater in seinem Alter beygestanden, theils auch, weil ich seit zwanzig Jahren die Küsterey wohl versehen hatte. Weil ich aber noch ungeheyrathet bin und das Zutrauen der ersten Kaufleuthe der Gegend habe, womit ich in solcher Verbindung stehe, daß ich auf verschiedene Art mein Brodt gewinnen kann, mein Bruder hingegen schon 7 Kinder hat, so entschloß ich mich aus Liebe zu ihm, meine Ansprüche auf den Dienst an ihn abzutreten. Wir giengen also heut&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[335]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1802&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;durch die Pfarr von Haus zu Haus um die Stimmen um. Alle ohne Unterschied unterzeichneten, so daß keiner eine unwillige Miene machte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Heut ward hier von verschiedenen mit dem Kornhauen angefangen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag, den 4ten&amp;lt;/u&amp;gt; – Gestern Abend kame ein Commissair extraordinair von Kölln hier an, der den Auftrag hatte, alIe Effecten der Klöster und Kirchen zu versiegeln. Er ritte mit dem Mair Neesen und 3 Gensdarmen auf Knechstein. Der Friedensrichter gienge desfals auf Zons und der hiesige Secretair Adolf Verhagen ward für Hackenbroich und unsere Kirche beauftraget. Gemäß dem Aretté müssen alle Klostergeistliche in Zeit von zehn Tagen die Klöster räumen und weltgeistliche Kleidung anziehen. Was sie eigenthümlich auf ihren Zellen haben, das dörfen sie mitnehmen. Auch ward in den Pfarrkirchen nur das nöthige Meßgewand, so alle Tage gebraucht wird, nicht versiegelt. Alle Canonici und Geistliche, wes Ordens sie sind, müssen ihre von einer Fundation herrührende Wohnungen räumen. Sie, die Bischöfe, Nonnen und Bettelmönche sollen von der Nation ohne Unterschied salarisirt werden; das ist: Alle, so 60 Jahre alt sind, bekommen 600 Frank jährlich, alle anderen 500 Frank. In zehn Tagen Zeit nach der nun bald erfolgenden Publication müssen sie alle weltgeistliche Kleider anziehen und ihre Klöster verlassen. – Kornpreis 10 Reichstahler, Haaber 4 Reichstahler 15 Stüber. Es ist noch anhaltend nordwindig kalt. Sogar hat es in der Nacht auf den 26ten dieses, Juni, noch gereift. Dabey ist es so trocken und dürr seit dem Frühjahr, als es wahrscheinlich bey Menschen Gedenken nicht gewesen ist. Der Weitzen ist alle nur zwey Fuß hoch geworden, doch hat er vom Frost nichts gelitten. Der Kappus ist so voller Milben, daß auch davon nicht viel zu hoffen ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;July&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Erst gestern Abend fienge es kräftig zu regnen an, das den Erdäpfeln vorzüglich gut zu statten kömmt. Es ist nur weniges Korn eingefahren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Vermischtes Regenwetter, doch sähet man das Korn in trockenen Stunden ein. Auch wird fleissig am Weitzen gemähet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten August – Dieser Tage ware es grausam heiß. Die Milben, die den Kappus beynahe ganz verdorben haben, lassen darin nun nach und sind so stark in den Buchweitzen gefallen, daß derselbe nur ein Drittel von der zu erwartenden Saath beybringen wird. Das neue Korn wird dermahlen hier zu 8 Reichstahler verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heute nach dem Hohenamte geschah die Wahl eines neuen Küsters. Der Maier, Pastor und Vicarius saßen auf dem Kohr an einem Tisch, und die Nachbarn erklärten einer nach dem andern, so wie sie um den hohen Altar giengen, daß sie dem Thomas Delhoven ihre Stimme gäben. Keiner bliebe zurück oder erinnerte etwas, obschon Einige Einwendung machen wollten, daß 14 Pfund Brodt zu viel seye. Demnach erklärte der Maier, daß Thomas Delhoven einstimmig zum Küster erwählt seye, fragte dann diesen, ob er bereit wäre, den Eid zu schwören, worauf derselbe schwur, den Dienst nach altem Herkommen oder nach den vom Bischof neu zu erwartenden Statuten zu verrichten und die ihm anvertraute Güter so wie seine eigene zu bewahren. Dann gienge der Maier mit ihm an der hinteren Kirchenthür heraus, gab ihm den Kirchenschlüssel, worauf&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[336]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1802&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;er die vordere Kirchenthür öfnete, demnächst die Sacristey, läutete dann mit einer Klocke, gienge ins Kohr, stimmte das &amp;quot;Te Deum&amp;quot; an und begleitete selbiges mit der Orgel, worauf dann der Maier, Friedensrichter, Pastor und Vicarius beym neu erwählten Küster speiseten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Gleich nach 11 Uhr fuhre ein Gewitter aus Westen herauf. Es schien abwärts zu ziehn. Man hörte ein Rauschen in der Luft, desgleichen sich kein Mensch erinnert, und in einem Nun brach unter entsetzlichem Wind und Regen ein dichter Hagel aus. Die Steine waren von ausserordentlicher Dicke, alle Glaßfenster wurden zerschmettert. Der Buchweitzen, Haber und alles Gemüse sind total zusammengeschlagen. Der Strich ist grade so breit als das Dorf. Es gieng von hier über Monheim. Unter dem Dorf und auf dem Höhenberg ist alles verschont geblieben. Das Laub an den Erdäpfeln ist auch sehr zerhackt. Man hoft aber noch, daß es ihnen nicht viel schadet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Anhaltend heisse Tage. Obschon bey dem neulichen Gewitter ein entsetzlicher Regen fiel, so ist doch das Erdreich durch diese äusserst heisse Tage so trocken geworden, daß wir sehr nach Regen hoffen. Das Malder Korn gillt hier 7 Reichstahler, in Monheim 11 Reichstahler 30 Stüber. Die Commisen sind in Betref der Frucht so strenge, daß selbst der Wirth auf der Piwitte seine Frucht nicht nach Monheim bringen kann.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Das Wetter ist noch vortreflich. Seit einigen Tägen hatten wir Donner mit heilsamen Regen. – Die Regierung läst in den aufgehobenen Klöstern alles, was frist und gefressen kann werden, verpfachten und verkaufen. Einige Knechsteder haben das Kloster mit der Länderey um 2.100 Franc für 3 Jahre verpfachtet. Auch die Zonser gehn jetz in weltgeistlicher Tracht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Bisher waren zwar die Nächte kalt mit Reif, doch ware es im Tage warm und trocken, so daß die gesähete Frucht nicht alle heraus kommen kann, bis es regnet. Wegen dem schönen Wetter haben sich die Bitzen vortreflich gerüstet, und die Saath ist beynahe vollends bestellt. Das Malder Korn und Weitzen wird hier zu 9 Reichstahler verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dieser Monath ware hell, warm und trocken. Am Ende bekamen wir etwas Regen, und die Saath steht vortreflich. Der Rhein ist kleiner als jemalen. Man geht trockenes Fußes auf das Worringer Werth. Auch ist die Mauer dort im Rheine von Weitem sichtbar. Sie kann 40 Fuß lang und 24 Fuß in der Breite haben. Die Worringer brechen viele Steine dort aus. Es sind meistens Unkelsteine. Auch ist anno 1795 auf dem Werth zu Worringen ein Oberländisch Schif gelandet, welches zu der Zeit nicht konnte gelandet werden, wegen den jenseits stehenden Kayserlichen Schildwachen. Nun ist besagtes Schif so sehr mit Sand beschossen, daß man nur die oberste Bord herausbringen konnte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Heut wurde des Morgens und Nachmittags die gewöhnliche Prozession um die Kirche gehalten. – Unser Damm ist schon ein Monath fertig. Die Republik läst nun die Landstraße von Kölln bis Neus per Enteprise prächtig herstellen. Auch wird die hiesige Nettergaß dienstweis durch die Nachbahren vorsichtig gemacht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[337]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Eingeklebter Totenzettel von Friedrich Steinberger:]&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Betet für die Seele des Wohlachtbaren Friedrich Steinberger in Dormagen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Welcher nach einer, mit ausgezeichneter Geduld ausgestandenen Abnehmungs-Krankheit, vorab mit den Sakramenten der krist-katholischen Kirche versehen, den 26ten Frimär J. II, (17ten Dezember 1802) Nachts ein Viertel vor zwölf Uhr, verschieden ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Er ward geboren 1736 den 8ten April, vereheligte sich 1761 den 29ten Junius, ward Wittwer den 17ten Julius 1800.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Seine Seele ruhe im Frieden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[338]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Rückseite des Totenzettels mit Abbildung und religiösem Text]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[339]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1802&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 20ten – Das Wetter ist noch immer angenehm und trocken. Nur ein paar Nächte hat es etwas gefroren. Der Rhein bleibt noch immer klein, so daß keine holländischen Waaren heraufkommen, als mit kleinen Schiffen. Der schwarze Brand wird rar, indem die Kohlnachen nicht aus der Ruhr gehen können. – Korn und Weitzen wird noch immer hier um 9 Reichstahler verkauft, das Malder Haaber 3 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Es regnet zuweilen, doch ist es mitunter angenehm Wetter. Der Rhein bleibt noch immer sehr klein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten – Gestern wurden in Kölln 6 vom Specialgericht zum Todt verurtheilte Diebe durch die Guilottine hingerichtet. Ein Frauenzimmer wurde zuerst, nach ihm 3 Juden und dann Mommeskamp und Jungbluth hingerichtet. Der eine Jude, Nathan Hirz, wollte sich nicht bekehren, unerachtet ein Rabiner ihm herzlich zusprach. Er begehrte, seine junge Frau von 21 Jahren zu sprechen. Als die Henkersknechten ihn an das Brett schnallten, schrie er mit lauter Stimme: &amp;quot;O mein&amp;quot;. Nichtsdestoweniger schoben sie ihn auf das Brett. Und als er schon den Kopf durch die Guilottine hatte, schrie er nochmal sehr laut und sahe aufwärts. Da fiel das Messer.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Heut fienge es zuerst an, kalt zu werden. In einzelnen Nächten hat es zwar etwas gefroren, dann änderte sich&#039;s aber auch gleich wieder. Nunmehr aber scheint es weiter zu wollen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Gemäß dem Gesetz müssen nun auch aus den hiesigen neu vereinigten Departementen Recruten ausgehoben werden. Das Roer-Departement stellt deren 150 für die Armee und 150 für die Reserve. Die Maierien Dormagen und Worringen stellen 2 Mann für die Armée und 2 für die Reserve. Die erste gehen gleich auf Maynz, die 2 lezten bleiben hier und müssen alle Sonntage im Exerciren hier zu Dormagen sich üben, wohin auch alle gezogene Conscribirten sich einfinden müssen, um von einem hier schon anwesenden Sergeanten das Exerciren zu lernen. Hier wurden die 4 Recruten für Geld gekauft: Mathias Schmitz, Deuster, einer von Delven und einer von Thienhoven gehen für die zwey hiesige Meyerien und bekommen jeder 134 Reichstahler. Weil die Ziehung hier zu Dormagen war, so kamen die Worringer Jungen mit Musick hieher.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Der Frost hällt noch an. – Der Sandhalfen Joan Dick, der vor einigen Jahren seiner ersten Frauen Schwester Kind geheyrathet, hat nun der lezteren Schwester heut zur Frau bekommen. Es muste deswegen eine Dispens vom Legaten Caprara und vom Bischof zu Aachen nachgesucht werden. Die ganze Geschichte mit Copulationsgebühren etz. beträgt an Unkosten beynahe 50 Reichstahler. – Korn und Weitzen hier 9 Reichstahler [...]&amp;lt;ref&amp;gt;Betrag durch Papierschaden nicht mehr komplett zu entziffern.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Der Frost hört wieder auf, und der Rhein fällt stark. – Das scheidende Jahre war eins mit der schlechtesten für den Ackersman. Der Rhein hat das untere Feld hart verdorben. Demnach kame der Frost und verheerte das blühende Korn, die Dürre die Sommerfrucht, der noch zulezt der Hagel so wie den Gemüsen den lezten Stoß gabe. Nur einzig der Weitzen war, häufig gesähet, sehr ergiebig und, so wie das Korn, im Preise zu 8 Reichstahler das Malder.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1803 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[340]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1803&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Es ist noch nicht Winter gewesen. Auch zeigt es sich noch nicht zum Werden. Die Früchtenpreisen erhalten sich noch wie jüngst. Das Korn und der Weitzen hier 9 Reichstahler, Haaber 3 Reichstahler das Malder.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Diese Nacht fienge es etwas zu frieren an, den 11ten stärker, und am 12ten ware schon ein Viertheil vom Rhein mit Eiß bedeckt. Am 12. und 13ten starker Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Der Frost hällt immerfort an. Einige 14 Täge ware es zwar sehr leidlich, dafür waren die lezte fünf auch desto bitterer. Der Rhein sezt sich schon bis diesseits Grimlinghausen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten fiel etwas Schnee, am 2ten etwas Regen mit Thauwetter, am 3ten wenig Frost. Der Rhein steht bis an Uedesheim, von unten auf, von Stürzelberg bis Zons steht er wieder. Hieher ist ausser den Säumen kein Eiß im Rhein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten fror es die Nacht wieder hart. – Am 5ten morgens 2 Uhr sezte sich der Rhein bis an das Werthhaus zu Monheim. Um 6 ½ Uhr schob er sich wieder und sezte sich um 9 Uhr an der Piwitte vest. Vom Plathalse bis auf Worringen zu ware nur wenig Eiß im Rhein, das sich allgemein an die stehende Eißdecke anschloß. Es ware diese Nacht stärker gefroren als noch diesen Winter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Gestern am Abend schob sich der Rhein wieder bis unten Monheim, und heute kamen schon diesseits Baumberg ein paar Bergische herüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten – Heut Nachmittag gienge ich, von einem Knecht mit einem langen Hacken begleitet, zuerst über den Rhein an der Piwitte. Demnach folgten mehrere den nähmlichen Weg ein. Der Rhein hat sich mit schifbahrem Wasser gesetzt. Deswegen befürchtet man den Aufbruch. Unser frisch fertig gewordene Damm ist noch nicht stark genug und auch etwas zu niedrig.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten und 10ten ware es entsetzlich kalt. Die Commisen haben viel aufzupassen. Deswegen ist die ganze zweite Linie an den Rhein verlegt. &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; zeigte sich ein Meerschif, am 14ten fienge es an zu thauen. Heut Nachmittag ward der Peter Reil, Leinweber von Rheinfeld, zwischen der Piwit und Rheinfeld todt gefunden. Als ich gestern Abend von Monheim zurückkame, saß er noch auf der Piwitt berauscht am Kartentisch und sang bis 10 Uhr lustige Lieder. Er liebte Zeit seines Lebens das Trinken und machte in der Gesellschaft den Hanswurst. Er gieng allein von der Piwitt, und da viel Schnee fiel, so hat er wahrscheinlich den Weg verlohren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Es regnet fast anhaltend. Dennoch kamen heute viele Bergische herüber und hohlten hier Brodt, wovon in Dormagen das 14 Pfund zu 30 Stüber und jenseits 12 Pfund 36 Stüber verkauft werden. Die Commisen lassen die Bergische mit Brodt passiren, Frucht aber geht izt keine hinüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Es ist entsetzlich stürmisches Wetter, doch ware heut noch ein Monheimer über den Rhein gekommen. Peter Reil ward heute begraben. Wie der Zug in der Au war, da donnerte es unter gräßlichem Schaan und Hagel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[341]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[1803]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 18ten – Morgens mit Tagesanbruch ware der Rhein ungefehr zwey Fuß gewachsen. Zwischen 8 und 9 Uhr triebe schon das Eiß schnell fort. Der Aufbruch ward von keinem bemerkt, weil eben die Meß in der Kirche gelesen wurde. Dann stremmte sich das Eiß an der Piwitte, und das Wasser schwoll augenscheinlich. Am Abend war das Wasser bey 4 Schuh gefallen und nur wenig Eiß im Rhein. Um 10 Uhr in der Nacht hörte man zu Düsseldorf sieben Kanonenschüsse.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 19ten, &amp;lt;u&amp;gt;samstags&amp;lt;/u&amp;gt;, triebe von morgens bis in die Nacht der Rhein dicht mit Eiß. Das Wasser schwoll an, stand am Abend jenseits wieder dem Dam und von Zons herauf bis an das Herren-Bendchen. Zu Grimlinghausen steht der Rhein noch vest. Die Brücke über die Erft ist fortgerissen und die Neusser Weide mit Eiß bedeckt. Hier geht indessen das Eiß noch alle dem Strome nach.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Der Rhein geht noch anhaltend mit Eiß. In der Gegend von Ürdingen steht derselbe noch maurenvest. Das Wasser ist hier wieder alles im Stroom. – Am 24ten ware noch viel Eiß im Rhein. – Schön Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten, &amp;lt;u&amp;gt;1ter Sonntag in der Fasten&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut wurde hier eine in Kölln gedruckte Fastenverordnung verkündigt, vermög welcher alle Mitwoch, Frey- und Samstäge in der Fasten, dann auch ausser dem Palmsontag die ganze Kahrwoche das Fleischessen verbothen ist. Auch sind alle Feyertäge, ausser den Sontägen, Kristmeß, Kristihimmelfarth, Mariä-Himmelfahrth und Alerheiligen abgesetzt. Drey Königen, Fronleichnam und der Kirchenpatronstag sind auf den Sontag, der darauf folgt, gestellt, und die Kirchweihe wird den Sontag nach Allerheiligen gehalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 4ten – Sehr stürmische Tage mit viel Regen, am 5ten Frost. Der Rhein war so hoch angeschwollen, daß er jenseits neben dem Damm über den Monheimer Weg und diesseits von Zons her in die Kühbenden lief. Die Früchten fangen an, etwas aufzuschlagen. Korn und Weitzen gillt hier das Malder 9 Reichstahler 15 Stüber, zu Monheim aber 13 Reichstahler 30 bis 40 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten – Verflossene Nacht starb hiesiger Posthalter Jacob Sturm, der im Jahr 1796 die Frau seines Vettern Adolf Sturm heyrathete. Am 6ten dieses kame er abends von Kölln, legte sich schlafen und ward um 10 Uhr vom Schlage gerührt, der ihm die rechte Seythe lähmte und den gänzlichen Gebrauch der Sinnen versagte. Er schlief anhaltend, nur durch halbstündiges Schütteln konnte man ihn nur soviel munter machen, daß er Brechmittel einnahm, um ihn dadurch wach zu erhalten. Vorgestern ware er so weit, daß ihm die heiligen Sacramenten gereicht wurden. Drauf überfiel ihn wieder die Schlafsucht so sehr, die ihn beinahe bis ans Ende seines Lebens nicht verließ. – Er war der wohlgebildeste Mann im Dorf und besaß geschärften Verstand. Vor dem Kriege ware er mit Beystimmung des seehligen Scheffen Steinberger Dictator der Gemeinde und Gerichtsscheffen, und da bis jetz der Mayer Neesen bey ihm ißt, so geschahe auch da alles unter seiner Leitung. Seine Frau scheint untröstlich und liegt vor Schmerz darnieder. Sie hat von ihm vier Kinder und vom Adolf einen Sohn. – Der Frost hält mit Schnee an. Die Fourage ist nie so rar gewesen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[342]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1803&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Merz&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Sontags, am 13ten um 5 Uhr nach Mittag wurde die Leiche des Posthalters von 6 Nachbarn zu Grabe getragen. Vorauf giengen die Schuhl- und andere Kinder, dann die Kohrsänger und nach diesen die Geistlichen ohne Ornat (doch hatte der Pastor einen schwarzen Talar an), welcher über die Straße einen lateinischen Psalmen bethete. Die Leiche ward auf dem Kirchhof niedergesezt, dan gienge die begleitende Menge Trauerleuthe in die Kirch, wo die Todtenvesper gesungen wurde. Demnach wurde der Sarg auf dem Kirchhof begraben, weil der Friedensrichter es nicht zugeben wollte, dieselbe in die Kirche zu begraben. – Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Heute erst fienge es an aufzuthauen. – Frühlingstage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten, &amp;lt;u&amp;gt;Josephi&amp;lt;/u&amp;gt; – Da von der Regierung alle Feyertäge ausser den benennten vieren abgesezt sind, so wollte der Pastor heute kein Hochamt halten, auch sogar nicht einmal für Geld, auf Begehren meines Bruders Jacob Delhoven. Da er aber vernahm, daß die benachbarte Pastoren alle den Gottesdienst wie vorher halten wollten, so verkündigte er gestern Abend in der Miserere, daß heute der Gottesdienst wie am Sontage gehalten werde. Deswegen konnte man den heutigen Feyertag unter die erste zählen, &amp;lt;s&amp;gt;da&amp;lt;/s&amp;gt; und niemand arbeitete.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten, &amp;lt;u&amp;gt;Freytag&amp;lt;/u&amp;gt; – Diese 3 Tage wird das 40-stündige Gebeth gehalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Aprill&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Seit dem 13ten ist es anhaltend warm und trocken. Korn und Weitzen wird hier um 9 Reichstahler 30 Stüber verkauft. Die Fourage ist rarer als jemahlen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag in albis&amp;lt;/u&amp;gt; – Diese Woche war unser Pfarrer mit dem Maier Neesen in Aachen, um eine Petition einzugeben, daß zu Dormagen die Hauptkirche vom Canton etablirt werde. Sie brachten auch zugleich die Erlaubniß mit, daß wir durch das Dorf Procession und öfentlich zum Krancken-Gehn dürfen. Deswegen giengen wir heute mit dem Venerabel um die Kirche. – Es ist noch anhaltend trocken. Das Korn schießt mager auf, und der Weitzen sieht schlecht sich an. Der Sahmen wird so sehr von kleinen schwarzen Thierchen zerfressen, daß man in Betrachtung zieht, ob man selbigen auskrauten soll. Korn- und Weitzenpreis hier 8 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Endlich fällt etwas Regen, der doch vielem Korne oben im Feld zu späth kömt. Käfern und Raupen, die in Menge auf den Bäumen hausen, hofet man, werden durch den Regen in den Ruhestand versezt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Diese Täge hat es stark geregnet, so daß man wieder gutes Wetter hoft. Korn wird schon von Stommeln das Malder hieher geliefert zu 7 Reichstahler 3 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten, &amp;lt;u&amp;gt;Gottestracht&amp;lt;/u&amp;gt; – Das Wetter ware nicht sehr angenehm. Schon früh drohte es zu regnen, und es war kalt. Zwischen dem hohen Amt machten 5 Musikanten mit der Orgel Musick, demnächst gienge die Prozession aus. 5 Soldaten begleiteten das Venerabel, und 5 Commisen giengen mit ihren Gewehren vor dem Kohr. Diese machten Feuer an jeder Station.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[343]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Auch ward beym Ein- und Ausgehen und zwischen dem hohen Amt aus schweren Böllern geschossen, die wir von der Burg zu Hakenbroich hatten kommen lassen. Weil wir nicht ausser unserer Gemeinheitsbahn mit der Procession gehen dürfen, so giengen wir von Horm dem Dielrather Wege nach bis gegen die alte Mühle, von da über eine Brach durch die Benden, dem Zehendwege nach bis auf den Zonser Damm und dann über Rheinfeld nach Hauß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten ward der Hagelfeyer mit Umtragung des Hochwürdigsten gehalten. Am Sasser Hof ward mehr dann 30mal vom Halfen geschossen. Von da gienge der Zug auf Horm. An Statt bey der Linde diesseit des Dorfes war die Station an dem Theisen-Kreutz gehalten, weil wir dem Dielrather Wege nach unten auf das Dorf zugiengen. Da nunmehr der Mühlenpfad zu der alten Mühle ganz vergänglich ist, so nahmen wir jenen Weg, um die Früchten nicht zu verderben. Die beyden Nächte ward unten an Küppers getanzt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Die drey verflossene Tage war es schön Wetter. Heute aber Regnen. Die Früchten fangen an, hier wieder etwas aufzuschlagen, Korn und Weitzen das Malder 8 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Der Mey ist noch immer kühl und naß. Die Saath im Felde sieht sich so vortreflich an, als noch nicht an langen Jahren. Weitzenpreis 8 ½. Vom Bischof ist der Befehl gekommen, daß man an allen Freytägen kein Fleisch essen darf. Heut war der erste. Kornpreiß 8 ½. – Der Krieg mit England ist von Neuem beschlossen. Die Engländer können es nicht leiden, daß Bonnaparte in Europa über die andere Potentaten so Herrscher ist. Deswegen wollen sie jetz Krieg, obschon Bonnapart sich alle Mühe gab, Frieden zu haben. Nun ziehen die Franzosen auf Hanover durch das Holländische, weswegen wir dieser Tage ein paar Durchmärsche hatten. – Anhaltend kühl und naß. Indessen sehn die Winterfrüchten sich so treflich an, als sie&#039;s bey Menschengedenken noch nie thaten. Auf schlechten Gründen stehn gesegnete Korn- und Weitzenäcker.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Diesen Morgen arretirte ein hiesiger Gendarm einen jungen Menschen ohne Paß. Er ward dem Friedensrichter vorgeführt und erklärte, daß er ein Schweitzer von Geburt und Faßbinder von Profession, daß er in einem Wahnsinn seine Heymath verlassen, in holländische Dienste getreten, krank geworden, desertirt seye und, glücklich durch die französische Armee in Holland durchgegangen, hier endlich arrettirt worden. Er bath, der Richter möchte ihn doch loslassen, weil er todtgeschossen würde, wenn er wieder in Holland käme. Jener versprach ihm ein Empfehlungsschreiben an den General in Kölln mitzugeben, der ihm einen Paß ertheilen würde, womit er ungehindert nach seiner Heymath zurückkehren könne. Er bezeigte, einen Anfall von Melankolie zu haben. Man führte ihn ins Arresthaus zurück. Der Concierg Gerhard Rauschen fragte ihn nach Mittag, ob ihm das Essen nicht geschmeckt. Er klagte, daß er krank wäre. Nach einer Stunde besuchte er ihn wieder. Da hatte er sich an sein Halstuch an den Thürn der Thüre aufgehenkt. Er saß beynah auf den Knien, weil der Thürn nur 3 ½ Fuß von der Erde war. Man begrub ihn diesen Abend heimlich in die oberste Ecke des Kirchhofs. Er war 19 Jahre alt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[344]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1803&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Da von der Regierung der heutige Fronleichnamstag auf den folgenden Sontag versezt ist, so ward heute um 6 Uhr die Frühmeß und um 9 Uhr ein hohes Amt gehalten, welches mein Bruder Jacob bezahlte. Keiner arbeitete anheut. Um halb 7 ward eine Abendsandacht gehalten. – Korn und Weitzen 9 Reichstahler pro Malder hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Das Regenwetter hällt noch immer mit Wärme an, welches man für das frisch ausgeblühte Korn nicht zuträglich hällt. Die Franzosen haben Hanover besezt, doch ziehn zuweilen Truppen hiedurch, ohne hier zu logiren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Am Johannistag, den 24ten dieses, klärte sich das Wetter auf. Seitdem haben wir heisse Tage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Da das Petri- und Paulifest den Sontag, der darauf folgt, gehalten wird, so ward selbiges heute gefeyert. Und weil es seit dem Fronleichnamstag nicht schicklich wegen der Nivenheimer Andacht war, die wegen dem Regenwetter zurückgestellte Procession zu halten, so hielten wir selbige heut. Vom Prefecten ist zwar verbothen, Processionen ausser dem Dorf zu halten. Da unser Pastor als Pfarrer der Hauptkirche dieses Cantons vor einigen Tagen zu Aachen den Eyd schwören muste, so befragte er sich beym Bischof, welcher ihm rieth, mit den Processionen so viel wie möglich die Hauptlandstraße zu meiden. Deswegen giengen wir heute am Lämchen hinaus, dem Dorfe vorbey, hielten an der Nettergaß die Hormer Station, am Welverhof die zweyte, giengen dann dem Welfer Kirchweg hinauf, bis wo der Weg auf das Boden-Kreutz geht. An diesem Kreutz hielten wir Station.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Heiß mit Donner und Regen. Man hat ein wenig angefangen, Korn zu hauen; morgen aber wird allgemein damit fortgefahren. Sommer- und Winterfrüchten stehn so schön, als man sie noch nie sah. Auch die Gemüse sehn sich vortreflich an. – Korn und Weitzen 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Sontag, den 7ten – Heut wurde hier die Cantonal-Versammlung gehalten, wo die Meirie Worringen und Dormagen ihre Stimmen abgeben musten, als 2 Candidaten für den Friedensrichter. Hiezu wurden die Bürger Meyer, bisheriger Friedensrichter, und Schmitz, Witgeshalfen von Nivenheim, hier einstimmig gewählt. Die Maierie Zons stimmte mit Nivenheim und Straberg zu Zons. Einige 50 stimmten auf den Aldenhoven. Der Notaire Steinberger ist General-President des Cantons. Es waren hier viele Fremde von Langel, Merkenich und der Gegend.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Wir verlangten sehnlich auf Regen. Da zohe heut ein Gewitter vorüber, welches sehr ersprieslich den Gemüsen und dem Buchweitzen war.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Da die Mairen der Dörfer Rommerskirchen, Nettesheim, Gohr etz. es abgelehnt hatten, bey den Sextionsversammlungen zu presidieren, so kamen heute auch bey 700 Bürger aus jener Gegend hieher, um auf ihre Stimmen abzugeben. Die Frühmes wurde wie heut 8 Täg um 5 Uhr, das Hoheamt um 8 Uhr und keine Nachmittagsandacht gehalten, weil die Versammlung in der Kirche statt hatte. – Die Kornpreise sind verschieden, zwischen 5 ad 6 Reichstahler das Malder, Weitzen beynahe 7 Reichstahler hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[345]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 18ten – Gestern Nachmittag verkündigten das Beyern auf dem Kirchenthurm und des Abends das Geläute der Klocken, das Losbrennen der Böller die heutige Installation unseres Pfarrers Lambert Josef Dahmen als Cantons-Pastor. Diesen Morgen 4 Uhr wurden wieder bey dem Klockengeläute und um 9 bey der Ankunft des Dechanten aus dem Dom zu Aachen die Böller gelöset. Demnach hohlten die eingeladene Pastores aus der Conferenz den Dechant an der Pastorat ab, deren Eingang mit Blumenkränzen gezieret war. Die Kohrsänger sangen abwechselnd &amp;quot;Veni Creator&amp;quot; etz. Kreutz und Fahnen wurden vorgetragen. Nun begann ein feyerliches Hochamt, wobey der Pastor von Hakenbroich nebst Diacon und Subdiacon mit der Kohrkappe Ceremoniarius war. Beym Hochamt und zum Gesundheit-Trinken an der Taffel wurden die Böller gelöset, und abends acht Uhr ward die Pastorat illuminiret. Bis in die oberen Fenster brannten Lichter, colorirte Glaßkugeln strahlten in hier nie gesehener Pracht. Der Abend war heiß und windstill. Bis Mitternacht wanderten die Einwohner auf der hellen Straße. In Monheim und Hakenbroich konnte man die Illumination an der Luft sehen. – Thomas Delhoven, Expresident, ist zum Maire für die hiesige Maierie ernannt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Es ist eine zeither immer heiß und trocken gewesen, so daß alles anfängt zu verdorren. – Man kann die Früchtenpreise nicht bestimmen. Es ist gar keine Nachfrage. In Kölln wird das Malder Korn zu 2 Kronthaler verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Diese Nacht ware es weis gereift und gefroren. Erdäpfellaub und Bohnen sind verdorben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten – Einige Täge fror es so stark, daß die Erdäpfel denjenigen verdorben sind, welche selbige noch nicht ausgemacht haben. Auch werden bey diesem sehr kleinen Wasser oben neben der Landstraße drey Krippen gelegt. – Kornpreis 4 Reichstahler 20 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Ein vor einiger Zeit hier angekommener Gensdarm logirt bey dem hiesigen Düppenbecker Anton Loeven. Der Gensdarm ist noch unverheirathet und amusirte sich mit der jungen Frau des Loeven. Dieser merkte das und ließ sich gestern Abend früh Essen geben, um nachher im Wirthshause zu gehen. Er ließ eine hintere Fenster offen und schloß die Thüre ab, riefe drey Nachbar-Männer und stieg mit ihnen zu dem Fenster hinein, wo er schon den Gensdarm mit seiner Frau in einer höchst verbothenen Lage fand. Sie drangen in die Stube und prügelten Gensdarm und Frau tüchtig. Heut ist die Geschichte rund umher kund. Der Gensdarm hat sich ein anderes Logis gesucht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 20ten – Stürmisch mit Regen. Der Rhein fängt an zu wachsen, der einige Zeit so klein war, daß die meiste Brunnen im Dorf kein Wasser hatten. Kornpreis 4 Reichstahler 30 Stüber, Haaber 2 Reichstahler 30 Stüber. Das Pfund Caffé in Düsseldorf 44 Stüber, in Kölln 52 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[346]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1803&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Das Wetter hält noch immer mit Regen und Wind und zuweilen mit einem nächtlichen Frost und etwas Schnee an, doch so, daß wir bis jetz nur Herbstwetter hatten. – Da jetz in Kölln und auf dem Lande die Klostergebäude, Kirchen, Orgeln, Altäre und sonstige Effecten verkauft werden, so supplicirte der hiesige Maier, daß wir für 600 Franc die Orgel aus Sanct Margrethen und aus St. Laurenz binnen Kölln einen Altar, Communion-Bank und Kantzel bekommen haben. Diese Gegenstände haben die hiesige Meistbeerbte mit Karren und Wagen unentgeldlich hierher gefahren. Nun wird projectirt, eine neue Kirche zu bauen oder die alte zu vergrößern. – Das Franziskanerkloster in Zons hat hiesige Notair Steinberger für die Summe von 5.000 Frank und die 3 Altäre für 60 Frank gekauft. Das ehmalige Antonius-Bild und die Muttergottes mit den übrigen Bildern wurden auch verkauft. Bevor sie ausgestellt wurden, vereinigten wir Dormager uns mit den Zonser, daß wir das Antonius-Bild nach Dormagen und die Zonser die übrige Bilder haben sollten. Nun werden wir sorgen, daß eine Dienstags-Messe hier fundirt wird, und daß wir den Ablaß hieher bekommen, der sonst so viele zum Wahlfarten an Dienstägen nach Zons bewog. – Die Früchtenpreise stehn hier das Malder Korn 4 Reichstahler 30 Stüber, in Monheim 6 Reichstahler 30 Stüber. Unerachtet die Commisen zum Theil alle hier sehr scharf bey Tag und Nacht wachen, so gehn doch von Zeit zu Zeit schwere Transporte bey Nacht über den Rhein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 31ten – Die abgesezte Feyertage, als Conceptionis- und Stephanus-Tag, werden allgemein gefeyert. Am ersten Tage wurde des Nachmittags um 3 Uhr Complet gehalten und am Stephanus-Tag die halbjährige Versammlung von der Jesus-Maria-Josef-Bruderschaft. – So neigt sich das Jahr seinem Ende, ohne daß die gedrohte Landung der Franzosen in England ausgeführt wurde. Alle Anstalten werden mit gröster Thätigkeit betrieben. Auch scheint ein matter Friedensstrahl die Kriegsvorkehrungen zu vereiteln. – Die Arbeiten am Rhein hören seit einem Monath auf, weil seit dieser Zeit immer das Wasser zu hoch war. Auch heute fängt der Rhein an, die Ufer zu übersteigen und sich von Zons herauf in die Kühebenden zu ergiessen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1804 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[347]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1804&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten – Der Rhein schwillt so hoch an, daß man nicht mehr mit Stiefel über die Landstraße gehen kann. Indessen stellt sich Frost ein. Die Früchten werden nicht gesucht. Hier verkauft man das Malder Korn zu 4 Reichstahler 15 Stüber und den Weitzen zu 6 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Da wir das Antonius-Bild von Zons gekauft haben, so erhielten wir auch vom päbstlichen Legaten die Abläße für die Hauptkirche zu Dormagen, welche sonst den Patres Franciscanern in Zons verliehen waren. Der Pastor ließ Zetteln drucken und solche durch den ganzen Canton verkündigen. Gestern wurde zur Mittagszeit mit allen Klocken geläutet und den Nachmittag gebeyert. Am Abend wurde von drey Geistlichen Beicht gehöret, wo sich eine Menge Einwohner einstellten. Diesen Morgen wurde Beicht gesessen. Der Communicanten waren bey 400. Weil es aber sehr kalt war, so wurde die Kirche nur von wenig Auswendigen besucht. Der Pastor von Worringen hielt zwischen dem Leviten-Hochamt eine passende Rede, wobey verschiedenmahl die Böller gelöset wurden. Auch wurde vor dem Hohenamt das Hochwürdige um die Kirche getragen. Nachmittags ware Vesper mit &amp;quot;Te Deum&amp;quot;. Dieser Tag wurde von allen Einwohnern so gefeyert, als wenn es Ostertag oder eins der höchsten Festen wäre.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Seit 4ten fror es stark. Heut stellte sich Thauwetter ein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Seit 14 Tagen hat es nicht gefroren, noch gereift. Alles fängt an zu Grünen. Einen so gelinden Winter haben wir seit lange nicht erlebt. Korn gillt hier 4 Reichstahler und der Weitzen 6 Reichstahler. Jenseits ist es um 2 Reichstahler 30 Stüber theurer. Es geht nicht viel Frucht über den Rhein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Bisher hatten wir immer angenehmes Wetter, nur erst heute stellte sich Frost ein. – Die Antonius-Andacht an allen Dienstägen des Jahres wird fleissig von Auswendigen besucht. Auch viele Einwohner beichten, und es ist allzeit ein dritter Geistlicher hier, entweder der Deservent Streiter von Straberg oder der Excapuciner Trimborn von &amp;lt;s&amp;gt;Nivenheim&amp;lt;/s&amp;gt; Worringen. Meine Schwester Anna Margaretha Delhoven hat ein Capital von 800 bis 1.000 Reichstahler vermacht, wofür an Dienstägen Frühmeß, Hochamt und Complet gehalten werden soll. – Am 17ten ware schon viel Eiß im Rhein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Abwechselnd mit Sturmwind, Schnee und Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Bisher hielte der Frost an. In diesen Tägen ware viel Schnee gefallen, der doch beym hellen Sonnenschein sich alle verlohren hat. Der Rhein ist sehr klein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – 17ten angenehme Frühlingstage. Erst gestern und heute hat man in den Gärten angefangen zu graben. Kornpreis hier 4 Reichstahler 30 Stüber, Malder Weitzen 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[348]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1804&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 30ten, &amp;lt;u&amp;gt;Karfreytag&amp;lt;/u&amp;gt; – Die vorige Woche ware der Maier Thomas Delhoven mit dem Pastor und Notair Steinberger von Haus zu Haus durch die Pfarre umgegangen, wo ein jeder sich unterschrieb, wie viel er zum Bau einer neuen oder halb neuen Kirche beytrage wollte. Ich werde zur Zeit die Liste davon nachtragen. Nun waren gestern die Nachbarn wieder in der Kirche versammelt, um ihre Meinung zu sagen, was sie an dem Plane auszusetzen hätten. Pannes glaubte, man sollte auf Kosten der Gemeinde erst einen Ziegelofen bauen, die meisten aber stimmen für eine ganz neue Kirche. – Diese Woche wurden die gewöhnliche Römerfahrten mit der grösten Feyerlichkeit und sehr zahlreich gehalten. Das Wetter ist angenehm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Aprill&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 20ten – Nordwindig-kalt, Hagel und noch Merzerschauren. Da noch immer sehr wenig Früchten über den Rhein gehen, so steht hier der Kornpreis auf 4 Reichstahler 15 bis 30 Stüber, Weitzen 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22., &amp;lt;u&amp;gt;Jubilate&amp;lt;/u&amp;gt; – Wegen dem anhaltenden Regen konnte die Prozession heute nicht ausgeführt werden, obschon wir 5 Musikanten von Düsseldorf mit Paucken hier hatten, welche ein musikalisches Hochamt hielten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23., &amp;lt;u&amp;gt;Hagelfeyer&amp;lt;/u&amp;gt; – Der Wind wehete stark, so daß wir mit der Prozession nicht vor das Dorf gehen konnten. Deswegen zohen wir nach dem Hohenammt das Dorf hinauf, hielten am Schwanen die erste Station, giengen dann das Dorf hinunter, hielten unten vor dem Dorf die zwote und an meinem Haus die dritte Station, die vierte in der Kirch. Die beyden Nächte ward im Posthaus getanzt. – Bis Ende Aprill kalt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 6ten – Sehr heisse Tage. Früchten und Klee sind in diesen Tagen sehr gewachsen. Heut musten alle Succursal-Pfarrer dieses Cantons hier in der Kirche dem Maier von Dormagen den Eyd der Treue schwören. Schon morgens 3 Uhr ward gebeyert, um 10 Uhr kamen die Municipalräthe, Gensdarmen und Secretair mit dem Adjuncten, Maier und Friedensrichter vom Hause des Maiers zur Kirche. Maier und Adjunct waren im Costüm gekleidet. Wie der Zug an den Kirchhof kam, da wurden die Böller gelöset, und die 14 Pastores schlossen sich dem Zuge an. Vor dem hohen Amt gieng die Procession um die Kirche, alle Geistliche in Röckleinen, die Beamten und Räthe trugen Fackeln. Zwischen der Meß, nach dem Credo ward vor den hohen Altar ein Tisch mit 2 Kerzen, Crucifix und Evangelien-Buch gesezt. Der Maier hielt eine Rede an die Pastores, nach diesem unser Cantonal-Pastor eine lateinische. Demnach überreichten die Pastores dem Maier den Eyd, auf Stempelpapier geschrieben. Zwischen dem Amt und &amp;quot;Te Deum&amp;quot; ward verschiedenemahle mit den Böllern geschossen und bey Steinberger von allen Pastoren und Beamten zu Mittag gegessen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[349]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut wurde das Antoniusfest mit vollkommenem Ablaß gefeyert. Es waren viele Fremde hier. Der Pastor von Worringen hielt eine passende Rede. Nach dem Hochamt giengen wir Procession: oben am Lämbchen hinaus, um die Gärten an der Hellbüchelsgasse hinein. Beym Wilhelm Fitgen ware die erste Station, die zweyte war beym Maier Thomas Delhoven, die dritte hier an meinem Hause, die vierte beym Nicolaus Eller, wo die Procession um die Leufe wieder zur Kirche gieng. Abwechselnd wurden die Böller gelöset.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Seit dem 23ten Aprill hatten wir anhaltend trockenes Wetter, zuweilen sehr heisse Tage, so daß schon alle Gartengemüse leiden. Auch wird seit einigen Tagen an den Krippen im Rhein oben an der Landstraße gearbeitet. – Vorgestern hohlte der Pastor und Maier die Kirchenparamenten in Kölln ab, die der Bischof aus den aufgehobenen Klöstern und Kirchen unter die Pfarreyen vertheilet. Wir bekamen eine vollständige mit Gold und Silber besezte schwarz-sammetene Kapelle sammt Vorhang, ein weisse Kapelle mit Gold besezt, eine grüne Kohrkappe, zwey Missalen und 2 Antiphonalen, Weyrauchfaß, Weihkessel und Pollen, sammt zwey Gestühlen vors Kohr. – Auch ist Bonapart zum Kayser der Franzosen erwählt. Deswegen musten vorige Woche alle Commisen, Receveurs, Munizipalräthe, Adjuncten, Wohlthätigkeitsbeamten und Forstbeamten des Cantons hier den Eyd der Treue schwören. Die erste wohlthätige Verordnung des neuen Kaysers ist die Erlaubniß, daß die Früchten ins Ausland geführt werden dürfen. Vom Köllnischen Malder Korn wird ungefähr 20 Stüber und vom Malder Weitzen 40 Stüber zahlt, doch darf die Frucht nur durch die Häfen von Maynz, Coblenz und Kölln ausgeführt werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Seit einiger Zeit hatten wir entsetzlich heisse Tage. Heut am Abend erhielten wir einen Platzregen, desgleichen an langen Jahren auf einmahl nicht soviel gefallen ist. – Kornpreiß 2 Brabäntische Kronthaler, Weitzen 3 Brabäntische Kronthaler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Der Julius ware vorzüglich heiß. Vorgestern und gestern zohn heftige Gewitter aus Norden herauf. Gestern am Abend regnete es stark. Der Rhein, der ohnedem ziemlich hoch war, schwoll die Nacht 3 Fuß an. Diesen Morgen ware die Oberfläche des Rheins mit Bäumen, Bauholz, Fenstern, Kesseln und allmöglichem Hausgeräth bedeckt. Das Wasser ware im Rheine so stark gemühlt, daß die Fische wie toll umhersprangen. Nach dem Mittag bis an den Abend ware der Rhein 3 Fuß gefallen. Und am 23ten morgens ware solcher wieder 5 Fuß gewachsen. Alle Einwohner wurden aufgebothen theils oben am Leinufer, theils unten an Zons, Dämme zu machen. – Korn ist noch wenig eingefahren und nur die Halbschied gemähet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Der Regen hällt an. Da alle Gemeinschaft durch einen Wolkenbruch abgeschnitten ist, so kann man noch nicht wissen, wo eigentlich der Schade geschehen ist; nur hört man, daß es an der Aar gewesen ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[350]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1804&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten, &amp;lt;u&amp;gt;donnerstags&amp;lt;/u&amp;gt; wurde das Portiuncula-Fest hier mit vollkommenem Ablaß gefeyert, den der hiesige Pastor für heute sowohl als für das Franziskusfest hat erhalten. Beyern, Klockengeläute mit Böllern-Schiessen wechselten ab, unerachtet wegen dem Regenwetter noch sehr wenig Korn eingefahren und heute Morgen schön Wetter war, so feyerten doch die meisten Einwohner. 5 Geistliche saßen in der Kirche und auf dem Kirchhofe Beicht. Der Poenitenten waren über 500. Auch waren viele Fremden aus dem Grießberg und der Worringer Pfarre hier. Die Pastores von Nivenheim, Gohr, Sinnersdorf und Monheim, in allem 9 Geistliche, waren gegenwärtig. Bey End der Meß regnete es so stark, daß wir die Procession um die Kirche nicht halten konnten. Abends 7 Uhr war Complet, der alle Geistliche noch beywohnten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten – Alle Tage regnet es mit Donner, so daß man das Korn nicht anhaltend hereinbringen kann.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis Ends August hielt das Regenwetter an, so daß wenig Korn und Weitzen trocken eingebracht wurde. Vor einigen Tagen ist die Ausfuhr der Früchten wieder aufgehoben worden. Man konnte annehmen, daß alle Tage tausend Malder zu Kölln über den Rhein giengen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Der Kayser Napoleon ist zu Aachen. Er wird über Neus auf Crefeld und von da an den Eugenianischen Kanal bey Rheinberg und dann über Dormagen nach Kölln gehn. Deswegen fuhr ich diese Nacht auf Kölln, um Tapetenpapier zu kaufen, für zwey Triumpfbögen zu verziehren. Und wurde vom Mayer befohlen, daß alle Pföste von der Straße gemacht und die Straßen gekehrt, besprengt und bey der Ankunft des Kaysers mit Blumen bestreuet werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten, Donnerstag – Morgens 6 Uhr kame der Kurier, welcher die Nachricht brachte, daß der Kayser um den Mittag eintreffen würde. Es folgten viele Abtheilungen der Garde und Gensdarmen, Generäle in Wägen mit 6 Pferden. Die 2 Triumpfbögen waren gestern errichtet, auch von den Hakenbroichern viele Karren mit grünen Meyen aus dem Knechsteder Busch dienstweise hieher gebracht, welche sogleich vertheilt und an alle Häuser aufgesteckt wurden, wodurch die Straße eine Allee bildete. Oben gegen der Kirche stand ein 36 Fuß hoher Triumpfbogen, der andere stand unten, auf diesseit des Hellbüchels. Zahllose Schaaren von Auswendigen und aus dem Bergischen strömmten herbey. Couriere folgten schnell aufeinander. Und da noch wenige Postpferde angekommen waren, so ließ der hiesige Meier aus dem Canton 150 Pferde hieher beorderen, welche auch gleich ankamen. Um 4 Uhr kame eine Bande Musikanten von Düsseldorf, welche vor dem Posthaus auf einem erhabenen Gestell jedesmahl bey Ankunft eines Generals sowohl als des Prefecten ein Stück machten. Von dem Herzog von Bayern, welcher zu Benrath residirt, hatten wir 5 kleine Kanonen und 3 Mörser gelehnt, welche unten vor dem Dorf aufgestellt waren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[351]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1804&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Tochter des Maier, Anna Margaretha Delhoven, die Tochter des Welfer Halfen, Maria Sibilla Coenen, die Christina Pannes und Anna Margaretha Eller waren weis gekleidet und überreichten dem um 6 Uhr ankommenden Kayser einen Blumenstraus, präsentirten den Ehrenwein und übergaben eine Bittschrift, welche vom Maier, Pastor und den Kirchenmeistern unterschrieben war und worin um eine Beysteuer zur Erbauung einer neuen Kirche angestanden wurde. Der Kayser durchlaß die Petition bis zu Ende, neigte sich dann lächelnd gegen die Kinder, während ein unzähliges „Vivat der Kayser“ erschallte. Maier, Adjunct, Munizipalräthe in Begleitung der Vornehmsten des Orts ritten dem Kayser bis auf die Gränze der Maierie entgegen und begleiteten Seine Kayserliche Majestät bis auf Worringen hin. Als der Kayser am Rhein die Krippen-Arbeit sahen, stieg er aus dem Wagen, schickte einen Mameluk, der den Maier von Dormagen, der schon vorauf war, zurück rief, mit dem der Kayser sich lange unterhielt. Er fragte, wo das Holz hergenohmen würde, ob die Enteprenneurs ihre Schuldigkeit thäten, ob die Arbeit gut wäre und lange dauren könnte, welche Arten von Frucht hier gezogen würden etz. – Auch stand beym Vorbeifahren der Pfarrer mit 2 Vicarien am Eingange des Kirchhofes und reichten unter dem Geläute der Klocken und Lösung der Böller dem Kayser das Weihwasser. – Des Abends und die folgende Nacht ware Ball im Posthause. Das Wetter ware heiß und sehr schön.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Gestern, als am Samstage, ward morgens Hochamt und nachmittags Vesper gehalten. Heute, Sontag, aber eigentlich das Michaelsfest gefeyert. Das Wetter ware sehr schön. 800 beichteten, und eine solche Anzahl Fremden ware nie hier versammelt. Die Prozession zohe erst nach dem hohen Amte aus, und erst um 2 Uhr zohe selbe herein. Der berühmte Prediger Asterius, Excapuciner, jetz Succursal-Pfarrer in Sinnersdorf, hielt eine sehr rührende Rede. Kornpreis 2 Kronthaler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Bisher hatten wir trefliches Wetter. Nun, da es bald Kirmes wird, fängt es an zu regnen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 24ten – Die ganze Kirmes hindurch war es unangenehm Wetter. Die Jungen im Dorf hatten eine Herrschaft zu Pferd eingerichtet, welche durch Kampf-Streiche die Zuschauer erlustigten. Im Posthauß und im Schwanen ware Musick. Montags und dienstags ward von 22 Musikanten das Hoheamt gespielt, worunter die vorzüglichste Liebhaber von Kölln und Düsseldorf waren. Seit einigen Tagen ist die Ausfuhr des Korns und der Sommerfrucht ins Ausland erlaubt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[352]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1804&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;November&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Bisher hatten wir abwechselnd Frost mit Sturm und Regen, so daß der Rhein auszutreten drohte, doch jedesmahl durch ein sich einstellendes Fröstchen sich wieder in sein Ufer zurückzog. Kornpreis 6 Reichstahler 30 Stüber hiesige Maaß, nach Worringen zu liefern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;December&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Auf die am 13ten September dem Kayser übergebene Supplik zur Beysteuer unserer Kirche erhielt der hiesige Maier von Staats-Secretair Hugo Maret aus Maynz einen Brief, worin ihm angezeigt wird, daß die übergebene Supplik an den Minister Portalis abgeschickt seye. Dieser foderte durch den Unterprefecten einen Rapport, worauf der Unterprefeckt dem Maier hieselbst ersuchte, ihm eine Abschrift des Nachlasses einzuschicken, den unser ehmaliger Souverein uns anno 1784 in Betref des verursachten Wasserschadens verlieh. Weil wir in der Supplic sagten, daß wir durch die erlittene Kriegslasten erschöpft, außerstand wäre, unsere Kirche selbst zu bauen, welche jetz um eine Halbscheid zu klein seye, da unsere Gemeinde so sehr an Seelenzahl zugenommen. Uns wäre auch von unserem ehemaligen Souverein im Jahr 1784 ein Nachlaß von 25 Jahren verliehen worden, der ungefähr jährlich 2.000 Reichstahler betrüge, davon wir aber seit 1794 nichts genossen hätten. – Wir haben also jetz gegründete Hofnung, daß wir eine Beysteuer erhalten werden. – Der Frost und Schnee halten seit dem 25ten November an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut wird zu Paris der Kayser Napoleon vom Pabste selbst gekrönet. Zu dieser Feyerlichkeit sind aus allen Departementen Deputirte dahin berufen. Es werden dort Feste gehalten, wie solche noch nie gehalten wurden. Auch hier wurde &amp;quot;Te Deum&amp;quot; gesungen. Die öfentlichen Beamte, Gensdarmen und Commisen hohlten den Maier unter Abfeurung der Böller zur Kirche ab. – Kornpreis 6 Reichstahler 30 Stüber. Seit einigen Tagen friert es mit etwas Schnee.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Der Frost hällt an. Gestern Abend halb 9 verkündigte das kleine Klockenschlagen, daß es zu Zons brenne. Die Brandspritzen wurden herausgeführt, und als die Leuthe unter die Gärten kamen, sahe man nur das Lämpchen vor dem Muttergottesbild am Schloß und links etwas Lichtschimmern. Ich gienge doch mit Johan Steinberger dahin, wo nur die Scheuer und Stallung des Küsters an der Kirche niedergebrannt war. Die Brandspritzen und die meisten Einwohner aber kehrten um, ehe sie dahin kamen. – Der Rhein geht dicht mit Eis. Kornpreis 6 Reichstahler, Weitzen 7 Reichstahler. In Kölln, Neus und Clev geht noch täglich Korn und Gersten ins Bergische gegen Abgabe von 20 Stüber pro Malder. Weitz darf nicht hinaus gehn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1805 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[353]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1805&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Abends 6 Uhr brach in der Scheure des Heinrich Cremer Feuer aus. Der Wind ware nicht stark aus Osten. Gleich wurde auf die Klocke geschlagen, die Brandspritze hier oben aus dem Dorf wurde im Hof des Adolf Schmitz gestellt, wodurch dessen Haus und die Scheuer des Henrich Bochem gerettet wurden. Die unterste Brandspritze wurde in den Hof des Maier Delhoven gesezt. Da aber die kupferne Pfeife sehr lange blieb, so musten wir die Scheuer meines Bruders, des Maier, den Flammen Preis geben, wodurch die Scheuer des Herman Hambloch, dessen Ställe und die Ställe meines Bruders, das Haus des Henrich Cremer und die Scheuer des Adolf Schmitz ein Raub der Flammen wurden. Zwey Brandspritzen von Worringen und eine von Zons verhinderten, daß die dicht angebauete Ställe und Scheuer des Johann Hambloch sich nicht entzündeten. Die Bewohner von Worringen und Zons thaten viel Arbeit. Um 11 Uhr ware der Brand gelöscht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten – Heute fieng es an aufzuthauen, da es seit dem 25ten November gefroren hat. Zwar thauete es oft ein paar Tage, da fror es doch gleich wieder. Der Rhein trieb die meiste Zeit hindurch mit Eiß. Oben Maynz hat das Eiß sich gesezt, und von Rees hinabwärts ebenfals. – Das Malder Weitz Neusmaas gillt 8 Reichstahler 20 Stüber. Korn idem 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Das Eiß vom Oberrhein ist passirt, doch hat es dieser Tage noch anhaltend gefroren, so daß noch kein Pferd zu Acker hat gehen können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Heut versammelte der Maier die Nachbarn in der Kirche, wo jeder eine Leuchte vorzeigen muste, worauf ihm das Nummero seines Hauses mit Oelfarb gezeichnet wurde. Dann ward die Ernennung des Caspar Esch als Policei-Sergeant und Nachtwächter bekannt gemacht, dessen Gehalt aus der Gemeinde-Cassa bestritten wird. Und der Engel Ferver verrichtet die Feldschütz-Diensten. Dafür erhällt er von jedem Pferdsmann pro Pferd ein Viertel Korn, und von den übrigen, welche Länderey haben, eine Garbe. Auch ward der Vorschlag des Maier genehmigt, daß jedesmahl, wenn jemand krank ist und mit den heiligen Sacramenten versehen werden soll, die zwey nächste Nachbarn den Pastor und Küster bestellen und 2 Stangenleuchten mit zum Kranken hintragen sollen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 3ten – Vom Pabste ist ein Jubiläum ausgeschrieben worden, welches am 1sten Merz anfängt und sich mit dem 30ten schliesset. Am ersten Merz soll in allen Pfarr- und Succursalkirchen eine heilige Geist-Messe gesungen werden. Es kann eine Procession gehalten werden. Ein jeder muß zweymahl die Pfarr-Kirche besuchen. – Wir giengen heut Nachmittags 2 Uhr mit einer 700 Seelen starken Procession nach Worringen. Der Pfarrer von Worringen empfienge uns mit Kreutz und&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[354]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1805&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Fahne vor Worringen. Der Polizei-Sergeant stand an der Kirchthüre, und es durfte kein Einwohner von Worringen in die Kirche gehen. Es ware kalt, doch ohne Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten, &amp;lt;u&amp;gt;Dienstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heute, morgens 10 Uhr kame die Procession von Worringen hieher. Die Kirche war beynahe voll von Worringer. Nach dem hohen Amt kehrten sie auf Worringen zurück. Es hatte stark geregnet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten, Samstag – Morgens 8 Uhr giengen wir auf Worringen mit der Procession. Es ware die Nacht etwas gefroren und sehr kalt. Der Rhein hat unsere Felder überschwemmt. Deswegen musten wir über den Höhenberg gehen, so wie am vorigen Sontag, wo wir dann über den Worringer Damm und die Lieverchesberg giengen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sonntag&amp;lt;/u&amp;gt; – Diesen Nachmittag ward die Bruderschaft um halberzwey gehen. Nach dieser kamen die Worringer mit einer sehr zahlreichen Procession hieher. Als sie fortgiengen, regnete es.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten, &amp;lt;u&amp;gt;Dienstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Gestern Abend sassen der Pastor von Sinnersdorf, der Excapuziner von Worringen und unser Pastor bis in die Nacht Beicht. Diesen Morgen früh kamen schon Auswärtige von Worringen, Langel, Hakenbroich schaarenweise hieher. Ich war um 7 Uhr im Garten. Bey dem schönen Frühlingswetter hörte man das laute Bethen weit und nahe. Obschon noch ein Knechsteder Geistlicher zu den oben genannten 3 Beichtvätern gekommen war, so hatten sie doch bis 10 Uhr im Beichtstuhl zu thun. Da fienge das solemne hohe Amt an, zwischen welchem der Pastor von Sinnersdorf (Excapuziner Pater Asterius) eine imposante rührende Predigt hielt. Die Kirche war geproft voll, mehr dann 300 Fremde waren hier. Kornpreis 7 Reichstahler, Weitzen 8 Reichstahler 30 Stüber hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heute Nachmittag ware die Procession von Hakenbroich hier, und vorgestren, als am Freytag, waren wir mit einer 600 Seelen starken Procession vormittags in Nivenheim. Wir hatten Frühlingswetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten, &amp;lt;u&amp;gt;Dienstag&amp;lt;/u&amp;gt;, &amp;lt;u&amp;gt;Josefstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Schon vor 6 Uhr diesen Morgen waren Fremde hier, die ihre Andacht halten wollen. Obschon 3 Beichtväter sassen, so ware es doch ein Gedränge, so, als es noch nie hier in der Kirche war. Späther saßen 2 Beichtväter auf dem Kirchhofe, um der um 10 Uhr ankommenden Procession von Hakenbroich in der Kirche Platz zu machen. Nach 12 Uhr ward noch die Communion ausgetheilt. Nachmittags 3 Uhr kamen die Nivenheimer mit einer sehr großen Procession hieher. 2 Knechsteiner Geistliche in Levitten begleiteten den Nivenheimer Pastor im Pluviale. Von hieraus giengen 4 Geistliche mit Kohrkappen und 5 Choral-Jungen den Nivenheimer bis auf den Hellbüchel entgegen. In der Kirche ward nach gegebenem Seegen der Ablaß&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[355]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1805&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;gebethen, worauf der Pfarrer verkündigte, daß die Procession eine halbe Stunde aufhalte. Während dem hielt der Excapuziner Trimborn eine Predigt, welcher doch sehr wenige beywohnten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Heute wurden die Conscribirte in Posthalters großem Zimmer gemessen und gemustert. Der Sousprefect ware da. Von 151 wurden soviele wegen körperlichen Gebrechen verworfen. Unter diesen befand sich der hiesige Sohn des Thomas Delhoven, namens Hermann Josef, ferner der Sohn des Isak namens Josef.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Diesen Morgen geschahe die Ziehung in der Kirche. Von 109 Jungen musten 10 zur activen Armee und 9 zur Reserve. Von Dormagen fiel des Johann Brand Sohn an die active Armee und des seeligen Pletsch-Johann Steingass sein Sohn an die Reserve. Mein Bruder, der Maier, hatte einen jungen Menschen von Thienhoven gekauft, der für seinen Sohn Herman Josef marschieren wollte. Er bekam 1 Kronthaler und 25 Reichstahler gleich, wenn er nicht daran fiel. Muste er aber für ihn marschieren, so bekame er 25 Reichstahler Reißgeld und 200 Reichstahler, welche auf Intressen gethan wurden, wovon er die Intressen bekam, das Kapital aber erst nach erhaltenem Abschied. Er sowohl als meines Bruders Sohn zohen sich frey.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Es ist noch immer nordwindig, und des Nachts friert es anhaltend.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten, &amp;lt;u&amp;gt;Samstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut Nachmittag hielten wir zum Beschluß des Jubiläums eine Prozession um das Dorf. Vornehmlich waren die Kinder eingeladen, welche auch zwey Fähncher trugen, doch ware die Procession sehr stark.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Aprill&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Heut Abend 9 Uhr brach zu Delven im oberen End des Dorfs Feuer aus. Es wurde hier auf die kleine Klocke geschlagen. Sogleich eilte der Maier zu Pferde mit 2 Brandspritzen dahin, denen viele Einwohner folgten. Wie wir hinkamen, standen schon 7 Häuser in Flammen. Da wegen dem trockenen Wetter das Wasser im Broich gehohlt werden muste, so ware Geschier zum Schöpfen zu wenig. Um 10 Uhr ware der Brand gelöscht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten April, &amp;lt;u&amp;gt;Ostermontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut wurde die Emaus-Prozession gehalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Gestern und heute fienge es an zu regnen, nachdem es seit dem 10ten Merz nicht geregnet hatte. Kornpreis 7 Reichstahler 3 Schilling, Weitzen 8 Reichstahler 30 Stüber hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Es gab noch anhaltend kalte Nächte, zuweilen fror es Eiß auf&#039;s Wasser.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten – 6ten – Gestern und heute hielten wir unsere Gottestracht. 8 Musikanten mit Paucken und Trompeten begleiteten den Zug. Vorzüglich spielten sie gestern an Zons, wo wir dem alten Wege nach dicht an den Mauern vorbey zohen. Das Wetter war prächtig. Die beyden Nächte ward im Posthause getanzt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Der Notar Steinberger läst die Franciskaner-Kirche in Zons abbrechen. Der dortige Leydecker Schüller fiel heut vom Kirchendach herunter und blieb auf der Stelle tod. Der Kramp des Dachstuhls riß ein Stück aus dem Bord, worin er eingekrämpft war. – Kornpreis 8 Reichstahler, Weitz 5 französische Kronthaler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[356]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1805&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Nur höchstens drey angenehme Tage hatten wir im Mey. Man hat nur noch selten Kornblühe gesehen. Viele Nächte waren von Reif und Frost begleitet, fast alle Täge der Wind aus Norden. Es ist so kalt und trocken, daß der zweite Schnitt vom Klee nicht gedeihen kann. Weil von Stommeln bis hinten Gülich, von Erkelenz bis ins Vorgebirg die Mäuse alle Winterfrucht und Klee aufgefressen haben, so ist das 1.000 Pfund Heu zu 10 Reichstahler 30 Stüber gestiegen. Korn gillt in Neus 8 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 10 Reichstahler 30 Stüber und Sommergerste 6 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Noch immer ist es trocken und nordwindig-kalt, daß sogar in den Köllnischen Zeitungen darüber raisonnirt wird, daß wir dieses Jahr keinen Frühling haben, sondern aus dem Winter in den Sommer treten. Dennoch sieht die Winterfrucht sich treflich an. – Die nun beendigte Nivenheimer Andacht ward zahlreich von Fremden besucht. Das Antoniusfest, das auf den Fronleichnams-Donnerstag fiel, ward hier sehr festlich gehalten. Die Fronleichnams-Procession hielten wir des Sontags drauf, wie das Gesetz befiehlt. – Kornpreis hier 9 Reichstahler 45 Stüber, Weitzen 6 Kronthaler, Haaber 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Der Wind war die ganze Zeit hindurch aus Norden und kalt. Nur in einzelen Nachmittagsstunden hatten wir Hitze. Hier und da hat man etwas noch unreifes Korn gehauen, aus Mangel an Brodt, da man das Korn eine Zeither zu 10 Reichstahler und den Weitzen zu 11 Reichstahler 30 Stüber verkauft hat. Der meiste Mangel besteht in Gemüß und Fourage. Der zweite Schnitt vom Klee kann wegen Trockenheit nicht gedeihen. Die dicke Bohnen sind von den Milben verdorben, und die Sommerfrüchten verdienen allgemein umgebauet zu werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten fienge es etwas zu regnen an. Am 23ten erst folgte eine durchtringende Schauer. Man fängt jetz allenthalben an, Korn zu hauen. – Der neue Sahmen gillt 12 Reichstahler, das 1.000 Pfund Heu 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vor dem Portiunculafeste lud der Pastor in der Sontags-kristlichen Lehre die Jungen und Mädcher ein, nach derselben zu ihm in die Pastorat zu kommen und eine Beysteuer zu Ehren des heiligen Franciscus zu bringen. Es kamen ungefähr 30 Reichstahler zusammen. Des folgenden Tages fuhr der Mayer Thomas Delhoven auf Kölln und kaufte ein paar silberne Pollen und Teller, 72 ¾ Loth schwer, für 72 Reichstahler 45 Stüber, ein Weyhrauchfaß mit Schifchen 3 Pfund 22 ½ Loth schwer, pro Loth 57 Stüber. Die übrige Gelder hat der Herr Pastor, theils auch mein Bruder Jacob Delhoven, vorgeschossen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Anhaltend nasse Witterung. Das Korn fängt an zu wachsen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[357]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1805&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Ein so späthes Jahr weis man sich nicht zu erinnern. Noch steht viel Korn und fast aller Weitzen im Feld. Alle Früchten sind feucht eingefahren worden. Das neue Korn wird zu 6 Reichstahler 30 Stüber verkauft, Weitzen 9 Reichstahler, Rabsahmen 11 Reichstahler, das 1.000 Pfund Heu 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Bisher hatten wir immer abwechselnd nasses Wetter. So wie die Winterfrucht muste auch die Sommerfrucht in seltenen guten Stunden halb trocken eingefahren werden, doch scheint die Witterung sich nun zur Trockenheit zu neigen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Die Franzosen hatten durch platte Transportschiffe ihre Seemacht so vergrößert, daß sie bereit waren, eine Landung in England zu wagen. Die Engländer, bange für den guten Erfolg, suchten die Russen, Österreicher und Türken dahin zu vermögen, daß sie sich gegen Frankreich rüsten, um selbes zu einem annehmlichen Frieden mit England zu zwingen. Es stehn 200 tausend Kayserliche und eine starke Anzahl Russen im Felde, um gegen Frankreich zu kämpfen. Nun gehn die Kouriere noch immer, und die wechselseitige Gesandten sind noch immer zu Wien und Paris. Indessen läßt der französische Kayser beträchtliche Armeen von den Küsten gegen die Kayserliche Gränze ziehen. So kömmt nun auch die französich-holländische Armee herauf an den Oberrhein. Heut kame die erste Division nach Neus, 7.000 Mann stark. Die Neusser schickten ein Bataillon Infanterie hieher, wovon 2 Compagnien nach Worringen verlegt wurden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 14ten – Am 14ten passirte morgens die Division hiedurch auf Kölln, und mittags kame wieder ein Bataillon hieher, wovon 1 Compagnie auf Horm und vier nach Delven und Hakenbroich detachirt wurden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 15ten – Sontags Nachts am 15ten um 1 Uhr kame ein Ordonanz vom Colonell Hinüber aus Osteraths, welcher ankündigte, daß um den Mittag ein Regiment holländische Husaren hier logieren würde. Der Maier schickte den Conrad Sand zu Pferd nach Osteraths, um dem Commendanten anzudeuten, daß er besser mit seinem Regiment in Rommerskirchen, Nettesheim und Stommeln logirt wäre, weil auch hier ein Bataillon Infanterie angesagt wäre. Morgens 6 Uhr fienge die Division an, hiedurchzuziehen. Um halb acht ward die Frühmeß und um halb 10 eine Leßmeß an Statt des hohen Ammt gehalten. Da kamen die Quartiermacher von den Husaren an, und der Conrad Sand brachte die Ordre mit, daß das Regiment über die Gillbach ziehen werde. Wir bekamen also heute nichts.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Dieser Tage zohen täglich einige hundert Franzosen und Holländer mit Bagage hiedurch, ohne zu logiren. Die Maierie Dormagen muß einen Wagen mit vier Pferden zu der Armee stellen. Dieses wurde gekauft, und 2 Knechte von Monheim sind damit auf Maynz abgegangen. Die Kosten wurden auf den Steuerfuß repartirt und gleich bezahlt. – Kornpreis 6 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 9 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu 9 Reichstahler, 100 Bauschen Stroh 6 Reichstahler. Das Korn gibt vortreflich. – Es ist anhaltend trocken Wetter, etwas kalt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[358]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1805&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;September&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Das heutige Michaelsfest ware sehr glänzend. 10 Geistliche begleiteten die Prozession, welche bey dem schönen Wetter durch die vielen Fremde ausserordentlich zahlreich war.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmesabend&amp;lt;/u&amp;gt; – Diese Nacht hat es stark gereift und dickes Eis gefroren. Bisher ware es immer kalt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Die zwey erste Kirmes-Tage war es des Nachts gefroren und im Tage schön Wetter, drauf fienge es anhaltend zu regnen an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 12ten bis 15ten November – Kalt mit Frost und Reif. Kornpreis 7 Reichstahler. – Die französische Armee unter Anführung des Kaysers Napoleon hat die österreichische Armee unter Anführung des General Mack vernichtet. 50 bis 60 tausend Mann sind als Gefangene in Frankreich gefangen, in Ulm capitulirte der General Mack, 24 Generäle und 33 tausend Man. Drauf ist der Kayser Napoleon am 13ten November in Wien eingezogen und verfolgt die Russen bis Olmütz.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten December – Kornpreis 7 Reichstahler 45 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten – Bisher ware es anhaltend offenes Wetter, doch ohne viel Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten fienge es herzlich zu frieren an. Das Malder Geriß kostet 1 Reichstahler 24 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Der Frost war diese Tage so stark, daß der Rhein dicht mit Eiß triebe, heut aber ist es Thauwetter. – Die Franzosen verfolgen ihre Siege gegen die österreichische und russische Armee von mehr als 100 tausend Mann, zohe der Kayser Napoleon zwischen Brünn und Olmütz mit seiner Armee. Am 2ten December ware die große Schlacht, welche die Schlacht von Austerlitz genannt wird: 45 tausend Österreicher und Russen wurden getödtet oder gefangen. Drauf ist mit dem deutschen Kayser ein Waffenstillstand geschlossen worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Angenehm Wetter. – Kornpreis 7 Reichstahler, Weitzen 8 Reichstahler, Haaber 2 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Am 26ten dieses ist der Friede zwischen Frankreich und Österreich geschlossen worden. Die Kuhrfürsten von Würtemberg und Bayern sind zu Königen erklärt worden und erhalten ansehnliche Vergrößerungen. Die Russen gehn nach Hause. – Durch das eine Zeither so starke Regenwetter schwillt der Rhein an. – Kornpreis 6 Reichstahler 30 Stüber. – Die Erndte des verflossenen Jahrs ware sehr ergiebig. – Der Jussenhover Hof ist an den ehmaligen Zollbeseher in Zons, Herrn Fischer, um 6.000 Reichstahler verkauft. – Der Welferhalfen hat ebenfals seinen Hof gegen 8 tausend Reichstahler gekauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1806 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[359]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1806&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 25ten – Der Rhein, der zu Anfang dieses Jahres an die Landstraße ausgetreten und wieder etwas gewichen war, hat durch das seit vorigem Kristag ununterbrochene, durch heftigen Wind und Regen wüste Wetter wieder neuen Wuchs erhalten. Der meiste Theil vom untersten Feld ist unter Wasser. Der nun aufhörende starke Wind verdirbt am meisten die Frucht durch das Pletschen der Wellen. Und da die Früchten durch den gelinden Winter schon am Wachsen waren, so befürchtet man, daß die Überschwemmung selbigen sehr nachtheilig seyn wird.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis Anfangs Merz – Meist nasses Wetter ohne Frost. Alles wächst. Korn wird nach Kölln zu 6 Reichstahler 15 Stüber verkauft. Die Früchten haben dennoch durch die Rhein-Überschwemmung nicht so viel gelitten, als man glaubte. Nur in den Gründen, wo das Wasser versinken muste, und auf den Bergen, wo der Wind spühlte, ist&#039;s verdorben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 8ten – Frost. – Vom 10ten bis 20ten Regen mit Sturm. Deswegen ist seit ein paar Tagen der Rhein ausgetreten und sich fast durch das ganze Feld ausgedehnet hat. – Die holländische Truppen, welche den lezten Feldzug mitmachten, sind dieser Tage hiedurch gezogen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 21ten logirte der Stab und die Grenadiere von einem Bataillon hier, sonst giengen sie alle in einem Tage auf Neus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 22ten giengen 600 Franzosen hiedurch über Grimmlinghausen nach Düsseldorf, wo gestern ein Kourier ankame, mit der Ordre, daß alle pfälzische Regierungsglieder im Bergischen abgesezt und das Land dem Kayser von Frankreich abgetreten seye. Drauf zohen die pfälzische Soldaten aus nach Ratingen, von wo sie nach Bayern gehen. – Kornpreis 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Seit einem Monath ist es anhaltend kalt-nordwindig-trocken. Der im Merz ausgetretene Rhein hat alles Korn verdorben, welches unten im Felde überschwemmt war. Auch das obere Feld sieht erbärmlich aus. Der Schwager des französischen Kaysers Napoleon, der Prinz Murat, hat Besitz von dem Bergischen und jenseitigen Klevischen Lande genommen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten, &amp;lt;u&amp;gt;Gottestracht, und am 28ten, Hagelfeyer&amp;lt;/u&amp;gt; – Zwey nordwindig regnerische Tage. Die Dusseldorfer Musicanten, welche im Posthause zum Tanz spielen, machten im Hohenamte Musick. Gestern giengen wir mit der Prozession im Regen das Dorf hinab, hielten an einem Hause, bey meinem Bruder (Maier), bey Wilhelm Fitgen und am Posthause Station. Hagelfeyer ward erst den Sontag hernach bey schönem Wetter gehalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Mey&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten, &amp;lt;u&amp;gt;Samstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Verflossene Nacht, als eine Parthie Jungen mit einem Mey aus dem Busch kamen, sahen sie um halber drey in Zons Feuer ausbrechen. Sie liefen hieher und machten Lärm. Sogleich eilte eine Brandspritze mit vielen Bewohnern dahin. Des Wilhelm Fleischhauers Haus und ein Theil eines Juden-Hauses giengen verlohren. Ersterer hatte Holzasche auf den Speicher getragen, die noch glühend ware.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[360]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1806&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten, &amp;lt;u&amp;gt;Himmelfahrt&amp;lt;/u&amp;gt; – Seit ein paar Tagen hatten wir Regen, so wie heute. Sonst ware es seit dem 1ten Mey trocken und warm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Anhaltend trocken und heiße Tage. Man hoffet auf Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten, &amp;lt;u&amp;gt;Fronleichnam&amp;lt;/u&amp;gt; – Da dieses Jahr in Nivenheim das Jubelfest gefeyert wird und heute in den umliegenden Pfarren zwar gefeyert, aber kein öffentlicher Gottesdienst gehalten wird, so ware es in Nivenheim entsetzlich voller Menschen. Auf Horm zu, auf die Weye und am Witgenshof waren 3 Triumpfbögen errichtet, der ganze Ort mit Meyen bepflanzt und in der Kirche an allen Pilaren und auf dem Hohenaltar Tafeln mit Inschriften aufgehängt. Des Nachmittags wurde die Prozession gehalten und die Salvators-Bildniß von vier Geistlichen umgetragen. 36 Jungen trugen Gewehre und begleiteten die Bildniß und das Hochwürdigste. Die Prozession ware so zahlreich, daß sie den ganzen Umweg einnahme.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Weil heute in allen Gemeinden Prozession gehalten wird, so wurde in Nivenheim nicht Procession gegangen. Kornpreis 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 13ten, &amp;lt;u&amp;gt;Freytag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heute ward hier das Antonius-Fest gefeyert. Keiner arbeitete, und es waren viel Fremden hier. Der Tag war bey dem schönen Wetter so festlich wie Ostertag. J. W. Fitgen und Nicolaus Eller schenkten jeder bey seiner Station ein Pfenning an das Venerabel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Heute ward in Nivenheim die Salvators-Andacht beschlossen. Es ware so voller Menschen in der Kirch, auf den Straßen und in den Häusern, daß man sich nicht weichen konnte. Des Nachmittags wurde wieder die Bildniß des St. Salvators von vier Geistlichen umgetragen. – Der vor 2 Monath verstorbene Pastor Dahmen hatte voriges Jahr durch gedruckte Zettel ankündigen lassen, daß dieses Jahr die Andacht 30 Täge dauren werde. Allein, der neue Pastor Asterius hatte es anders beschlossen. Dennoch kamen heut Nachmittag die Processionen von Brühl und Niederziehr dahin.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten, &amp;lt;u&amp;gt;Joannis&amp;lt;/u&amp;gt; – Seit einem Monath verlangten wir auf Regen. Frühe Haber, Erbsen und Sommergerst sind fast ganz verdorben, und in den Gärten sieht es traurig aus. Der zweite Schnitt vom Klee ist vertrocknet, da fienge es heut zu regnen an. – Seit 8 Tagen ist es wieder erlaubt, Früchten in Kölln und Neus gegen Erlegung von 20 Stüber pro Malder ins Bergische gehen zu laßen. Deswegen wird das Malder Korn hier wieder zu 5 Reichstahler 30 Stüber verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Diese Nacht zwischen zwey und 3 Uhr brannte zu Hackenbroich ein Haus nieder. Es war nächst bey der Pastorat. Der Mann, der das Vieh retten wollte, vergaß, seine Frau, Kinder und Mutter herauszubringen. Erst als die Dormager dahin kamen, ward man Gewahr, daß sie noch in der Kammer waren,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[361]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;welche schon rundum in Flammen stand. Man konnte wegen dem Rauch und Flammen nicht zu der Kammer kommen. Deswegen reichte man ein Holz an der Fenster hinein und zohe sie halbverbrennt heraus. Sie hatten sich in einer Ecke zusammen auf einen Haufen gelegt und erwarteten den Todt, da man wegen dem Lärm sie Rufen nicht hören konnte. Viele Dormager waren da mit unsern zwey Brandspritzen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten – Seit einigen Tagen hatten wir heilsamen Regen, doch ist es noch nicht an die Wurzel gekommen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 15ten – Die ganze Erndte hindurch ware es meistens regnerisch, so daß man mit Mühe die Früchten einscheuren konnte. Korn und Weitzen ist ergiebig, aber wenig Stroh. Die Sommerfrüchten hingegen sehen sich gut an. Man bezahlt hier aufm Platz das Malder Korn um 6 Reichstahler. – Heut ware gebothen, in allen Kirchen das Fest des heiligen Napoleon als Namenstag des Kaysers und die Gedächtniß des Concordats zu feyern. Es muste Procession gehalten werden, doch durfte aus Befehl des Bischofs das Venerabel nicht mitumgetragen werden, wohl aber die Bildniß der Muttergottes. Alle öffentliche Beamte musten mitgehen. Der Vicar von Nettesheim hielte das hohe Amt und ein junger Geistlicher namens Frizdorf aus dem Bergischen die Predigt. Nach der Messe giengen wir das Dorf hinauf um Lämmches Heiligen-Häuschen, dann wieder das Dorf hinab und kehrten am Grünwald um und zohen in die Kirche. Des Nachmittags ware kein Gottesdienst.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Das Wetter ist vierzehn Tage heiß und schön.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dieser Monath ware anhaltend trocken und heiß. Nur mit dem Ende und der Anfang des Octobers waren regnerisch, so auch der 5te October, wo am Zonser Kirmessontage das Michaelsfest hier gefeyert ward. Kaum konnten wir wegen dem Regen die gewöhnliche Procession halten. – Alle französische Truppen ziehen wieder auf Strasburg und Maynz, um mit der noch in Schwaben seit vorig Jahr cantonirenden großen Armee gegen Preußen zu ziehn, der in Sachsen eingefallen ist, um den neu errichteten Rheinischen Bund zu bekriegen, der vom Kayser von Frankreich in Schutz genommen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten bis 18ten – Die Kirmes ware glänzend. Bey dem schönsten Wetter waren viele Fremde hinzugeströmet, an allen Enden des Dorfes ward getanzt. Der Rhein ist seit dem 24ten October wieder gesperrt. Bisher ward das Korn hier zu 4 Brabäntische Kronthaler verkauft, es schlägt aber nun wieder ab.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten November – Das Wetter ist noch ausserordentlich schön. Die Straße ist so trocken. Alle Tage ist&#039;s warm und hell, ohne Frost. – Am 14ten October hat Kayser Napoleon die Preußen bey Jena geschlagen, mit Verlust von 20 Generälen, 300 Kanonen und 30 tausend Gefangenen. Die Preußische Armee ist gesprengt, und am 23ten October zohen die Franzosen siegreich in Berlin ein. – Hier ist diese Woche von den Hormer, Dormager und Rheinfelder der Kirchhof dienstweise gleich gemacht worden. Man fängt nun an einem Ende mit Begraben an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[362]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1806&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 12ten – Jetz wird hier die Auffahrt dies- und jenseits dem Damm gemacht, wo der Monheimer Weg hinübergeht. Fuhren und Schüppenarbeit geschehen durch Dienstfuhren. Kornpreis 6 Reichstahler. – Abwechselnd Regenwetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten – Durch das anhaltende Regenwetter ist der Rhein ausgetreten und hat sich bis in den Bixem ausgebreitet. – Kornpreis 5 Reichstahler. – Die Frenzosen haben Posen und einen Theil von Pohlen besezt. Jetz ziehen sie gegen die Rußen, die in Warschau sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – So einen gelinden Herbst hatten wir seit langen Jahren nicht. Weil es noch nicht gefroren hat, so ist alles am Wachsen. Viele Frühlings-Blumen blühen, und der heutige Krist-Tag ware ordentlich warm. Wir haben jetz einen ehemaligen Carmelit namens Streiter hier. Er hällt Schuhle und ist Gehülf in der Kirche. Kornpreis 5 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Es ist noch immer angenehm, oft mit Sturm und Regen gemischtes Wetter. Das verflossene war ein gesegnetes Jahr, nur daß das Rheinfeld durch das im Merz erfolgte Austreten des Stromes viel an der Wintersath verlohren hat. – Das emalige kuhrfürstliche Speich, bestehend aus 78 Morgen, theils Bauland, theils Wiesen, ist am 23ten Dezember zu Kölln am Tribunal für die ungefähre Summe von 8.400 und etliche Reichsthaler meistbiethend an Speculanten von Lüttich verkauft worden. Die ehemalige Pfächter Josef Sturm, Steinberger und Posthalter bothen bis 6.000 Reichstahler. – Nun hat Josef Sturm solches der Lütticher Compagnie gegen geringes Aufgeld wiedergekauft. &amp;lt;s&amp;gt;Ein Tabakshändler namens Dorf aus Hittorf hat ihnen das Geld gegen 4 pro Cent vorgeschossen&amp;lt;/s&amp;gt; – Diesen Abend beym Sonnenscheiden ward in der Kirche Complet und dann eine kurze Dankrede gehalten und das alte Jahr mit dem &amp;quot;Te Deum&amp;quot; beschlossen. Demnach begehrte der Caplan noch 5 &amp;quot;Vater unser&amp;quot; als Danksagung zur Ehre der heiligen Agatha, als Danksagung, daß unsere Pfarr dieses Jahr von Feuer und Brandt beschützt geblieben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1807 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[363]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1807&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Das Neujahr-Schiessen ware streng verbothen. Gleich nach 6 Uhr diesen Morgen hörte ich in der Nachbarschaft einen Schuß fallen. Gleich darauf hörte ich auf der Straße Schreyen. Anfangs glaubte ich, die Gensdarmen wären hinter dem Thäter her. Da aber das Schreyen in lautes Hülfrufen ausartete, da sahe ich, daß es beym Pannes ein Brandt ware. Es ware angenehm stilles Wetter, der Wind triebe die Funken aufwärts, häufig auf die Scheuer des Vicarius. Gleich waren die Brandspritzen da. Eine ward unerachtet des Feuer und Dampf doch in den Nebenhof des Pannes gebracht, wodurch die nur durch 2 Tritte von dem Brande entfernte Scheuer des Johann Geyr gerettet wurde, die doch nur in Stroh gedeckt war. – Der Brand ware oben auf dem Brennhaus des Pannes auf dem ersten Stock ausgebrochen; entweder durch einen Riß im Schornstein oder durch die Malzeste. Obschon der Pannes erklärte, daß die Magd mit der Leuchte den Brandt im Kühestall veranlast habe, welches deswegen nicht seyn könnte, weil die Douanier wirklich um 2 Uhr nachts den Brandt gerochen hatten. – Die Kühe waren versengt. Einer musten sie gleich den Hals abschneiden und ein Schwein todt stechen. – Ausser unsern 2 Brandtspritzen kamen die Hormer mit einer und die Worringer mit 2 Brandspritzen hieher. Ein Knecht, der die Worringer Brandspritze hieherführen wollte, fiel an der Worringer Drenke vom Pferd und ware gleich todt. Man vermuthet, er habe ein Schlagfluß bekommen. – Um 8 Uhr morgens ware schon alles gelöscht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Ein paar Tage hat es etwas gefroren. Nun folgte bis den 20ten wieder Herbstwetter. – Kornpreis 4 Reichstahler 45 Stüber, Haber 1 Brabäntischer Kronthaler. – Die Franzosen haben hinter Warschau die Russen geschlagen. Der gelinde Winter und die schlechte Wege aber hindern sie im Verfolgen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Der Monath Jänner ist unter stetem Herbstwetter hingeflossen. Die Franzosen haben die Russen und Preußen am Fluße Bug in Pohlen geschlagen. Wegen dem schlechten Wetter und den schlechten Wegen aber können Erstere nicht weiter vordringen. Sie haben also Winterquartier machen müssen. Und das französische Hauptquartier ist in Warschau. Die mit den Franzosen alliirte Bayern und Würtemberger haben die Stadt Breslau in Schlesien eingenohmen. – Kornpreis 5 Reichstahler, Haaber 1 Brabäntischer Kronthaler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[364]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1807&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;In der Nacht vom 9ten auf den 10ten nach 12 Uhr stürmte es entsetzlich. Regen und Hagel strömten wild hernieder, und es ward wieder ruhig. Da zohe um 2 Uhr ein gräßliches Wetter herauf, Flammenblitze strömmten durch die schwarze Nacht unter Donner und einem Wind hernieder, den viele vor ein Erdbeben hielten. Viele Dächer im Dorf wurden sehr beschädigt. Allein, was jeder für unglaublich hielt, ist: Die zweyhundert und fünfzig Fuß lange und beynahe 60 Fuß breite, von Ziegelstein stark gebaute Scheuer des Welferhalfen stürzte zusammen. Die starke Tannenbalken rissen den oberen Giebel und die lange beyden Seythen-Mauren nieder, so daß nur der Giebel auf Zons zu stehen blieb. Die Seythen-Mauren sind auf etlichen Platzen mit den Fundamenten herausgerissen. – Was noch den Schaden des Welferhalfen vermehret, ist, daß er die Schaise, Wagen und Karren auf die Scheuren-Tenner gesezt hatte, welche nun insgesammt zertrümmert sind. Nun kömmt noch der Umstand, daß der Rhein ausgetreten ist und rund um den Hof treibet, wodurch wahrscheinlich die Wintersath verdorben wird, da die Frucht noch stets am Wachsen ist, weil es diesen Winter noch nichts gefroren hat. Der Maier hat die Nachbarn eingeladen, die Trümmer auf Seythe machen zu helfen, welche sich auch fleissig einstellen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Das Wetter ist abwechselnd regnerisch, den ganzen Winter ohne Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Der Rhein, der sich wieder in seine Ufer zurückgezogen hatte, tritt wieder aus und hat heute, den 1ten Merz, von Neuem das ganze Rheinfeld höher überschwemmet als seit 10 Jahren. Kornpreis 5 Reichstahler, Weitzen 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Der Rhein ist wieder im Stroom. Allein, die Früchten im Rheinfeld haben viel gelitten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Seit halben Merz hat es alle Nächte gefroren, wodurch das Korn unten im Felde viel gelitten hat. Der Weitzen aber sieht noch gut aus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;April&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Bisher war es noch alle Morgen gefroren und gereift. – Die französische Armee hat in Preussisch Pohlen die Winterquartiere bezogen. Die Russen und der Rest der Preußen stehn bey Königsberg. Kornpreis 5 Reichstahler, Weitzen 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – 20ten – Diese beyde Tage ward die Gottestracht und Hagelfeyer gehalten. Das Wetter ware schön, nur am Hagelfeyerstage etwas zu kalt. Vier Musicanten, welche im Schwanen zum Tanz spielten, begleiteten die Prozession. An Zons waren sehr viele Bewohner herausgekommen, denen zu verschiedenenmahlen der Segen gegeben wurde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 22ten an fienge es an, warm zu werden. Korn 5 Reichstahler 15 Stüber, Weitz 6 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[365]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1807&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 6ten – Sehr heisse Tage. – Die Franzosen, verbündet mit Bayern, Würtenberg, Sachsen, Italien, Holland etz., stehen noch in Pohlen um Warschau und belagern die Vestungen Dantzig und Kolberg.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 8ten bis 13ten – Viel Regen. – Kornpreis 5 Reichstahler, Weitzen 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten, &amp;lt;u&amp;gt;Pfingstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heiß und schönes Wetter. Diesen Morgen that die Frau des Johann Peter Fuss aus Rheinfeld Glaubensbekenntniß. Sie ware reformirter Religion, aus dem Bergischen gebürtig. Nach der Frühmeß wurde sie unter dem Geläute der Klocken mit Kreutz und Fahnen oben an der Drenkgasse von 3 Geistlichen und einer Menge Menschen abgehohlt. Vier Mädchen begleiteten sie, die ein weisses Kleid truge. Auf dem Kohr war ein Tisch mit einem Kreutz und 2 Kerzen errichtet. Wie die Prozession unter dem Gesang &amp;quot;Veni Creator&amp;quot; in die Kirche kam, kniete sie da, und als der Pastor in der zweiten Messe das Evangelium gesungen hatte, hielt er eine Rede, und sie sagte ihm ein langes Glaubensbekentniß nach. Nachdem wurde das &amp;quot;Te Deum&amp;quot; gesungen. In dieser und in der hohen Messe ward mit dem Klingelbeutel umgegangen, und die Neubekehrte erhielt ungefähr 10 Reichstahler. Am 23ten wurden die Küh in die Benden. Voriges Jahr wurden um die Drenk und längs dem Mühlenberg 212 Bilsen-Plänzlinge gesezt. Da derselben verschiedene dorr wurden, so wurden solche dieses Jahr ausgebessert und neben dem Ackerland Rothweiden gepflanzt. Man hat einige Morgen Graß verkauft, um die Kosten zu bestreiten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dieser Monath ware trocken und nordwindig. Das Korn fängt an zu reifen, und da die Erndte sich treflich ansieht, so werden die Früchte spottwohlfeil werden, wenn die Ausfuhr nicht erlaubt wird. Es liegt noch entsetzlich viel altes Korn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 27ten – Die Dürre ware ausserordentlich. Gemüß und Fourage waren rar geworden, da fienge es heut Morgen zu regnen an. – Die Franzosen hatten am 14ten Junius die Russen bey Friedland in Pohlen total geschlagen. Darauf begehrten Leztere Waffenstillstand. Es wurde bewilligt. Der Kayser von Rußland und der Kayser der Franzosen, so wie der König von Preußen, wohnten 20 Tage in Tilsit am Niemen zusammen, wo der Endfriede geschlossen und ratificirt wurde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;August&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Seit der Habersath hat es nicht beträchtlich geregnet. Wohl zohen Donner rechts und links vorüber, welche auch zuweilen eine Schauer Regen mitbrachten. Allein, die darauf folgende mehr als gewöhnliche Hitze trocknete selbigen gleich wieder auf. Seit dem Jahr 1783 ist es nicht so anhaltend und entsetzlich heiß gewesen. Die Gemüse sind sehr rar, die Erdäpfel haben noch nichts an, und die Bohnen sind alle reif. Grüne Fourage vor’s Vieh gibt es keine mehr. Das Heu, welches vor einem Monath um 4 Reichstahler verkauft wurde, gillt izt eine Louisdior. Da brachte uns heut Nachmittag ein Gewitter aus Westen einen starken, mit etwas Hagel vermischten Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[366]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:1807&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;September&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 25ten ware es heiß und trocken. Da hat es anhaltend geregnet bis 1ten October, so daß viele Saath schlecht in die Erde gebracht worden ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten bis 19ten – Die Kirmes ware glänzend, den Dienstag ausgenohmen, sonst ware es schön Wetter und voller Fremden. – Schon seit ungefähr zwey Monathen ist die Ausfuhr von Korn, Gerst und Weitz, mit Korn vermischt, erlaubt, doch steht hier das Korn auf 5 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Zwey Nächte hat es ein wenig gefroren. Sonst ist es den verflossenen Monath abwechselnd Regenwetter gewesen. Das Korn wird jetz fleißig eingeladen. Hiesige Maas gillt 3 Brabäntische Kronthaler, auch 3 französische Kronthaler. – Der Pastor hat seit einem Jahr einen ehmaligen Carmeliten namens Josef Streiter als Caplan hier. Dieser ward vor einiger Zeit am faulen Fieber krank und starb diesen Abend 6 Uhr im 36ten Jahre seines Alters. Er hielt französische und lateinische Schuhle und ware im Dorf gut gelitten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Am Abend ward er begraben. Die Schuhlen so wie die Kinder des Dorfs eröfneten den Zug. Vier Laternen wurden um die Bahre getragen, und der Pastor von Worringen ware Ceremoniarius, weil unser Pfarrer am Podagra krank liegt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Das Jahr schliesset sich, ohne daß es noch einmal recht gefroren hat. Die Erndte war mittelmässig, viel Stroh, ohne ergiebig zu seyn. Das Malder Korn gillt 5 Reichstahler 30 Stüber. Hier an der Piwitt wird wochentlich eingeladen und den Rhein bis gegen Neus herabgeführt, wo die ausgehende Rechte bezahlt werden. – Das Jahr war wegen der Hitze und schönem Wetter merkwürdig: von anfangs Mey bis in den späthen Herbst heiß und angenehm. Die Erdäpfel, welche am 24ten August nur so dick als Erbsen waren, haben noch reichlich beygebracht, aber sie sind nicht reif geworden. Viele sind wässericht und wenige von gutem Geschmack. – Diesen Herbst zeigte sich ein Comet. Er ware des Abends sichtbar und stand westlich zwischen Straberg und Nivenheim. Der Schweif stand aufwärts, doch ware er nicht sehr hell.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1808 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[367]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1808&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 13ten – Bisher ware es noch ein fauler Winter. Erst heute fieng es zu frieren an. Am 14ten ware schon der Rhein dicht voll Eiß. Am 28ten: Seit 3 Tagen hat es tief geschneet. Heute fienge es an zu regnen. Kornpreis 5 Reichstahler. – Vor 8 Tagen ist auch die Erlaubniß eingetroffen, daß der Weitzen ins Ausland geht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten, &amp;lt;u&amp;gt;Dienstag Lichtmeß&amp;lt;/u&amp;gt; – Heute ware es ausserordentlich voller Fremden hier, so daß bis halb 11 Beicht gesessen wurde. Vor dem Hohenamt wurde mit den Lichtmeßkerzen um die Kirch gegangen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten – Der Rhein ist so stark gewachsen, daß er dem Dorf vorbey bis hinter Pflugs-Garten gelauffen ist, doch fiel das Wasser gleich wieder weg.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten bis 14. hat es auf die offene Erde sehr stark geschneet, so daß derselbe wohl 3 Fuß hoch gelegen hätte, wenn er nicht mitunter geschmolzen wäre. Indessen sind doch die Weege so verschneet, daß noch viele Dienstbothen aus den hintern Gegenden ihren neuen Dienst nicht bezogen haben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Die Nächte friert es etwas, und im Tage schmilzt der Schnee von der Sonnenwärme, so daß wir Hofnung haben, daß der Rhein nicht austreten wird. Da die Franzosen und Engländer noch nicht zu Frieden kommen können und keine Colonial-Waaren in Frankreich, Holland etz. kommen dürfen, so steigt der Caffé ausserordentlich im Preise. Jenseits wird das Pfund Caffé zu 1 Reichstahler 8 Stüber verkauft, da er doch vor einem Monath noch um 44 Stüber zu haben war.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Es friert so stark, daß das Eiß überträgt. Der Rhein ist sehr klein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten thauete es auf – 28ten, Fastnacht. Das Loth Caffé kostet hier 3 Stüber, auf der Gillbach 3 ½ Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Es friert noch alle Nächte. Man kann in den Gärten noch nichts graben. Der Wind ist im Tage stets Nord und sehr kalt. – Das Korn gillt hier 6 Reichstahler, das 1.000 Pfund Heu 10 Reichstahler, Haaber 3 Reichstahler. Die Halbwimner vom Rheinfelder und Welferhof haben dieser Tage bey 60 Morgen Land meistbiethend verkauft. Auf dem Werth wurde der Morgen zu 70, auch zu 100 Reichstahler verkauft. Die alte 2 Morgen große Leimkaul wurde zu 180 Reichstahler verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Diese Nacht ware ein halber Fuß tief Schnee gefallen. Dabey ware es gefroren. Zu Grimmlinghausen wird ein Canal gegraben, um den Rhein mit der Maas zu verbinden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten – Alle Nächte friert es so hart, daß die Knechte des Morgens nicht bauen können. In den Gärten ist noch sehr wenig gethan. – Heute, als am Sontag Judica, hielten wir die sonst am Mitwoch in der Karwoch gewöhnliche Römerfahrt, weil an diesem Mitwoch die Prozession nicht zahlreich zu seyn pflegte. Es ware eine Prozession, so groß, wie sonst bey schönem Wetter am Palmsontag zu seyn pflegt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten – Diese Nacht hat es nicht gefroren. Der Wind ist aus dem Süden. Kornpreis 7 Reichstahler, Weitzen 8 Reichstahler, Haaber 3 Reichstahler 15 bis 30 Stüber Neusmaaß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[368]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1808&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Die Nächte sind noch immer kalt. Es wächst nichts, doch regnet es heute aus Norden. – Die 1.000 Pfund Heu kosten 10 Reichstahler, das Malder Haber 2 Kronthaler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Mey ware schön und trocken, doch hofet man am Ende auf Regen. Unser Feld sieht sich gut an. Das Worringerfeld hat viel von den Mäusen gelitten und sieht sehr elend aus. Dies ganze Frühjahr haben die Worringer mit Schürchkarren hier im Felde Quichen gehohlt, und einige haben auf dem Spich Klee gekauft pro Morgen 24 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten bis 3ten – Donner mit etwas Regen. Kornpreis 6 Reichstahler 45 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Das trockene Wetter läst uns nicht viel von der Haber hoffen. Auch die Gemüse fangen an, rar zu werden. Kornpreis 6 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten, 26ten und 27ten – Regen, doch ist es noch nicht an die Wurzel gekommen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Die ganze Zeit hindurch trocken und nordwindig-kühl, am 10., 11. und 12ten waren sehr heiße Tage. Der Buchweitz, der sich besonders treflich ansahe, hat viel in diesen 3 Tagen gelitten. Kornpreis 7 Reichstahler, neues Heu 7 Reichstahler die tausend Pfund, Rabsahmen 14 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Die Trockenheit verdirbt alles. Früh gepflanzte Erdäpfel sind schon reif. Die Hitze ist fast unausstehlich. Am 25. und 27ten etwas Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Diesen Morgen hatten wir bis Mittag einen so starken Regen, der beynahe an die Wurzel gekommen ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten – Unerachtet man in voller Erndte begriffen ist, so waren doch diesen Morgen viele Fremde hier. Auch 10 Gestliche lasen Meß. Diesen Nachmittag 3 Uhr zohe ein Gewitter vorbey, daß uns einen äusserst starken Regen hinterließ. Rabsahmen gillt 16 Reichstahler hiesiges Malder.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten, 5ten und 6ten – Sehr heiße Tage. Fleissige Ackersleuthe haben Korn und Weitzen diese Tage herein, doch steht noch eine Menge Winterfrucht im Felde. Diesen Nachmittag zohe ein Gewitter herauf, das von Widdersdorf zwischen Fühlingen und Merheim auf Wisdorf durch den Hagel alle Sommerfrüchten total zerschlagen hat.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten, 8ten – Donner mit viel Regen. – Am 9ten zohe ein Gewitter vorbey, welches durch den Hagel alle Sommerfrüchten zwischen Worringen und Fühlingen gänzlich zerschlagen hat.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dieser Monath brachte meistens schönes Wetter. Der Weitzen ist besser als Korn gerathen und gibt vortreflich aufs Tenn. Buchweitz aber hat sich so erhohlt, das ein Morgen 8 Malder beybringt. Man verkauft das Malder zu 3 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 7 Reichstahler, Korn 5 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Des Freytags vor der Kirmes fienge es zu regnen und stürmen an, welches bis nahe am End October währte. Der Kirmes-Montag ware etwas trocken, sonst ware es durchaus unangenehm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;November&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 12ten – Sehr schöne Tage. – Kornpreis 5 Reichstahler, Weitz 7 Reichstahler höchstens. Die Erdäpfel, die dieses Jahr sehr gut gerathen sind, wurden fast alle ends October und anfangs November ausgemacht, waren aber wassericht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[369]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1808&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Um den Mittag fienge es an zu frieren, und am 10ten giengen schon Karren und Wagen drüber. Am 11ten Schnee. – Der Kayser von Frankreich ist jetz mit zweymahl hundert tausend Mann nach Spanien, um die dort ausgebrochene Rebellion zu stillen und seinen Bruder Josef auf den Thron von Spanien zu setzen. – Kornpreis 4 Reichstahler 45 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten – Regen. – Am 12ten fienge es an zu frieren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Der Frost ist anhaltend. Vor ein paar Tagen hatte der Rhein sich schon zu Düsseldorf gesezt. Da aber das Wasser noch mittelmässig groß ist, so brach die Eißdecke wieder loß. – Das Jahr schliesset sich anhaltend mit Frost. Als diesen Abend die Andacht beendiget war, da sahe man am Roth der Luft, daß im Westen ein Brand ausgebrochen war. Hinter der Kirch konnte man die helle Flammen lodern sehen, und man vermuthete, daß es zu Stommeln war, welches auch richtig eintraf, da es die Scheune des Henrich Henk, noch zwey andere Scheuren und 2 Häuser waren. – Das eben verflossene war ein mittelmässiges Jahr. Stroh ware genug gerathen, aber nicht viel Korn. Der Weitzen hingegen ware sehr ergiebig. – Kornpreis 4 Reichstahler 45 Stüber, Weitzen 3 Brabänter Kronthaler, Haaber 2 Reichstahler 7 ½ Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1809 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[370]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1809&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Der Winter ist nicht hart. Indessen friert es alle Nächte auf die trockene Erde. Am 4ten fiele ein Fuß tief Schnee.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten fienge es an aufzuthauen. Am 10ten kame schon das Obereis. In der Gegend von Rees hat der Rhein gestanden. Am Abend wuchs der Rhein, daß er hinter dem Damm von der Landstraße an bis an das Piwitten-Pättchen die Gegend überschwemmte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten ware der Rhein schon um das Dorf bis in den Bixem ausgetreten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Nachmittags fienge es wieder an zu frieren. Am 15ten truge schon das Eis über. Am 18ten ware schon wieder der Rhein in den Stroom weggefallen und triebe stark mit Eis. Von St. Goar hinauf stand jüngst der Rhein, und von der holländischen Gränze bis Wesel. Am 12ten brach bey Ossenberg ein Damm. Der Rhein hat vielen Schaden angerichtet. Die Eisdecke ist am 12ten dieses zu Wesel aufgebrochen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Diese Tage wechselten Frost und Schnee ab. Am 24ten lage ¾ Fuß Schnee. Des Abends fienge es mit Regen an aufzuthauen. Am 25ten morgens ware schon der Schnee alle geschmolzen, abends 10 Uhr konnte man noch directe auf Zons gehen, und am 26ten morgens 8 Uhr triebe das Wasser schon dem Dorf vorbey in den Bixem.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Der Rhein wächst fürchterlich. Auf einigen Plätzen, besonders gegen dem Platthals, kann der Damm nur noch stark einen Fuß hoch das Wachsen vertragen, sonst geht es drüber. Es ist deshalben Tag und Nacht 6 Mann Wacht auf dem Damm. – Zu Worringen am Dorf und an den drey Kaulen wird schon heut den dritten Tag und Nacht mit 40 Karren und vieler Mannschaft der Damm erhöht. Vorzüglich nimmt man Mist dazu.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Heut um den Mittag fienge der Rhein an still zu stehen. Im ganzen Feld ist keine Handbreit mehr trocken. Die Rheinfelder und Walhover haben ihr Vieh hiehergebracht. – Das geschmolzene Schneewasser hat in der Nacht vom 24ten auf den 25ten Januar auf der Gillbach vielen Schaden angerichtet. Pulheim ware so vom Wasser umzingelt, daß man nicht hinzukommen konnte. Zu Stommeln standen viele Häuser bis 7 Fuß im Wasser. Der Kreutzhalfen allda hat über 1.000 Reichstahler in der Scheuer an den Früchten Schaden gelitten. Viele Schweine sind ersoffen: dem Imelshalfen zu Ingendorf 29 Schweine, dem Nothauser Halfen über 100 Schafe etz. An der neuen Brücke bey Wevelinghoven ertrank der Meisterknecht vom Aldenbrükerhof: Er fiele aus dem Nachen, klammerte sich an einen jungen Weidenbaum, der bis der Krone gleich in der Erft stand, hienge 4 Stunde bis an den Mund im Wasser, ware von den treibenden Eisschollen zerschunden und wurde endlich von einer großen Eisscholle fortgerissen, nachdem der in der Nähe stehende Capellan von Capellen ihm die General-Absolution in Beyseyn vieler 100 Menschen ertheilt hatte. Alle Rettungsmittel waren vergebens.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[371]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1809&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Der Rhein fällt, aber langsam; in 24 Stunden 1 Fuß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Herr Lamark, Astrolog in München, hat mit dem neuen Jahr eine Wettervorhersagung in die öfentliche Zeitungen einrücken lassen, die bisher nur halb und halb eingetroffen ist. Indessen bemerkte er auf den 31ten &amp;lt;u&amp;gt;einen drohenden Umstand wegen dem Zusammentreffen zweyer Planeten&amp;lt;/u&amp;gt; Auch hörte man seit einigen Tagen aus Kölln, daß am 31ten ein starker Wind wüthen werde. Der Peter Pannes lies daher zur Vorsicht seine Delver Mühle mit Seilen an Pfähle anbinden. Gestern Abend hob sich schon der Wind, der zwischen 2 und 3 Uhr zum Morgen so stark wurde, daß unten im Dorf zwey Scheuren umgeworfen, verschiedene Bäume entwurzelt und fast alle Dächer beschädiget wurden. Es ware einem Erdbeben ähnlich. Die heutige Zeitung von Kölln meldet, daß man in Kölln am 30ten des Abends rührenden Abschied voneinander genommen, in der Meinung, die Welt würde vergehen. Und als endlich der Wind sich so sehr hob, das Kamine einstürzten und die meiste Dächer beschädigt wurden, da glaubte man zuverlässig ans nahe Ende.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten – Es ist Frühlingswetter. Der Wind hat viel Schaden gethan. Da auch der Rhein wegen dem langsamen Fallen noch fast das ganze unterste Feld überschwemmt hatte, so sind die Früchten durch das Wellenschlagen losgeschwemmt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Es ware eine zeither abwechselnd Frühlingswetter mit Nachtfrösten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 8ten – Nachtfröste und im Tage schön Wetter. Kornpreis 5 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 19ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag Judaica&amp;lt;/u&amp;gt; – Diesen Nachmittag wurde die Römerfahrt sehr zahlreich bey schönem Wetter gehalten. Bis den 24ten schön Wetter mit Nachtfrösten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am ten&amp;lt;ref&amp;gt;Der Schreiber hat den Tag nicht eingetragen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, &amp;lt;u&amp;gt;Ostertag&amp;lt;/u&amp;gt; – Diese 3 Täge ward das 40-stündige Gebeth gehalten. Am Ostermorgen um 4 Uhr ward das Hochwürdigste ausgesezt, dann die Prozeßion mit dem Kreutz um die Kirche gehalten. – Die Gottestracht und Hagelfeyer wurden wie gewöhnlich gehalten, doch ohne Umtragung des hochwürdigsten Gutes.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Die Nächte sind noch kalt mit Reif und zuweilen Frost. Der Wind hällt im Norden. Kornpreis 5 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten Juny – Der Mey war trocken und warm. Dieser Tage und besonders heut gabe es mit Donner heilsamen Regen. – Der deutsche Keyser hatte mit diesem Frühjahr nochmal den Krieg gegen Frankreich begonnen. Im Merz fielen sie in Bayern ein und besezten München, worauf die Franzosen, vereint mit den Bayern, anrückten, die Kayserliche schlugen, verfolgten und am 12ten Mey in Wien einrückten. Am 18. Mey gienge der größte Theil der französischen Armee bey Wien über die Donau. Der österreichische Generallissimus Prinz Karl, Bruder des Kaysers Franz II., stand Wien gegenüber. Beym Anrücken der Franzosen wichen die Kayserliche. Man schluge sich am 21ten und 22ten. Allein, in der Nacht vom 22ten auf den 23ten Mey liessen die&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[372]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1809&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Österreicher durch Schiffe und Holz, welche sie oberhalb den Brücken die Donau herabtreiben liessen, die französische Brücken zerstöhren, wodurch der französischen Armee die Zufuhr von Pulver und Kugeln abgeschnitten wurde. Die Kayserlichen griffen nun mit 200.000 Man die französische Armee an und beschossen sie von morgens 9 bis abends 7 Uhr mit 40 tausend Schüssen aus 200 Kanonen, worauf der Kayser Napoleon mit der Armee auf das rechte Donau-Ufer zurück gienge. Dies ist die erste Schlacht, die Kayser Napoleon verlohren, während er als General commandirt hat.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 15ten – Es ist des Nachts kalt. – Die Früchten im Feld sehen sich so gut an, als man nur wünschen kann. Kein Theil, sowohl Sommer- als Winterfrucht, ist unvollkommen. Klee ist ausserordentlich viel, und man erinnert sich nie, daß sie so treflich war.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Der Wind ist diese Tage aus dem Norden stark und kalt, so daß in mehreren Stuben eingeheizt wird. Kornpreis 5 Reichstahler. – Es ist wieder erlaubt, daß die Colonialwaaren gegen Abgaben herein kommen dürfen. Der Caffé hat schon jenseits 94 Stüber und hier 108 Stüber pro [Pfund] gestanden. Hier verkaufte man das Loth zu 4 ½ Stüber. Jetz wird jenseits das Pfund zu 50 Stüber verkauft. Man verkaufte schon das Loth zu 5 Stüber im Lande.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;July&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten fienge es an zu regnen, da es bisher immer trocken war. Am 3ten und 4ten Regen. – Die Franzosen stehn noch seit dem 22ten Mey in und um Wien.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten July – Seit 8 Tagen haben wir Regen, welcher viel Heu verdorben hat. Inzwischen ist es dennoch nicht tief ins Erdreich gedrungen, obschon man wegen dem Heu- und dem schon angefangenen Kornhauen auf heisses Wetter hoft. – Kornpreis 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten August – Immer trocken. Die Winterfrüchten sind gut eingekommen, viel Stroh und viel Frucht. Die Franzosen hatten am Anfang July die Kayserliche bey Wagram jenseits Wien geschlagen, drauf wurde Waffenstillstand gemacht. Die Franzosen besetzen bis zum Frieden Brünn, Presburg etz. Die Fourage vor&#039;s Vieh verdorret, Erdepfel werden schlecht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Die Engländer sind auf der Insel Walchern in Zeeland gelandet. Sie bombardieren Fliessingen. Die Gendarmen aus dem ganzen Departement sind dahin, und weil die Truppen alle bey Wien und in Spanien sind, so sind Nationalgarden ausgehoben worden, welche dahin in die Gegend von Antwerpen marschiert sind. Es befinden sich izt zwey Douaniers von Stommel hier, welche den Dienst der Gensdarmen versehen. Zudem sind 30 der Reichsten als Nationalgarden ernannt aus der Mayerie, welche den Gensdarmen behülflich sein müssen. Man hat hier 3 Mann accordirt, welche den Dienst versehen und welche durch die Vornehmsten bezahlt werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 12ten – Meistens Regen. Der Rhein ist so stark gewachsen, daß vom 10ten bis 12ten in den Kempen die Gründe und hinter dem Damm die Länderey bis über das Waschpättchen überschwemmt sind. Die Leuthe haben den Buchweitz aus der Gegend auf den Damm getragen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[373]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1809&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 23ten – Seit dem 17ten, als dem Tage, wo man hier anfängt zu sähen, hat es ohne Aufhören geregnet, so daß noch fast nichts gesähet ist. Der Rhein ware bis bald an die mittelste Drenk ausgetretten. Hinter dem Damm stand das Wasser bis über das Piwitten-Pättchen. Viele Gemüse sind in der Gegend überschwemmt gewesen. Die Erdäpfel werden faul; wahrscheinlich, weil es warmes Wetter ist. Heut heiterte sich der Himmel etwas, und man hat angefangen zu sähen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Noch regnet es alle Tage. Die Saath ist noch nicht zum vierten Theil bestellt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;October&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt; – Diese Woche ist es anhaltend ausserordentlich schön Wetter gewesen. Die Saath ist meistens vollendet. Nur Wenige haben an den Erdäpfeln gearbeitet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Die Kirmes ware nicht so sehr besucht wie die vorige Jahre und wie sie gemäß dem prächtigen Wetter muste geworden seyn. Da ware nun das Zusammentreffen der Zonser Kirmes Schuld. Nachts friert es.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Der October ist so warm und heiter, als er je seyn kann. Seit 10 Tagen thauet es des Nachts. Kornpreis 3 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 7 Reichstahler 15 Stüber, Heu 6 Reichstahler 40 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Es ist so warm, als man es sich nie erinnert, um diese Jahreszeit gewesen zu seyn. Die Kinder spielen bis in die Nacht barfuß auf der Straße. Abend find man häufig die leuchtende Johanniswürmchen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Friedens-Tracktat&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;zwischen Kayser Napoleon und Kayser Franz dem 2ten&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Articel 1: Es soll vom Tage der Auswechslung dieses Tracktates Friede seyn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;2. Gegenwärtiger Friede ist gleichfals mit den Königen von Spanien, Holland, Neapel, Bayern, Würtemberg, Sachsen, Westpfahlen, Fürst Primas, den Großherzogen von Baden, Berg, Hessen-Darmstadt, Wirzburg und allen Alliirten des Rheinischen Bundes gemeinschaftlich.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3. Der Kayser von verzichtet auf folgende Besitzungen:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;1) Er tritt ab an den Kayser der Franzosen, um einen Theil des Rheinischen Bundes zu machen und um zu Gunsten dieser Souveraine zu verfügen: das Land von Salzburg und Berchtolsgaden, den Theil von Oberösterreich jenseits der Linie gelegen, die von der Donau bey dem Orte Stass abgeht, und Weissenkirch, Widersdorf, Michelbach, Greist, Minkenhoven, Heff, Jeding, Beginn von da die Straße hin bis Schwanstadt, die Stadt Schwanstad an der Alter und diesen Fluß hinauf und den See, bis dort, wo dieser See an die Gränze von Salzburg stöst. Der Kayser von Österreich wird die Wälder vom Salzkammergut, welche einen Theil des Landes Mondsee ausmachen, nebst dem Recht, da Schläge auszuführen, ohne Souveränitäts-Recht behalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;2) Österreich tritt ebenfals ab: die Grafschaft Görz, Montsfalcone, die Stadt und Gouvernement Triest, Krain, den Kreis von Villach in Kärnthen und alles Land an der Sau rechts von da an, wo dieser Fluß aus Krain tritt, bis an Bosnien, nemlich im Theil des Provinzial-Kroatiens, 6 Districte des Militair Kroatiens, Fiume und das ungarische Littorale, das österreichische Istria oder Castua, die abhängende Insuln, die Herschaft Radzuns, die im Graubünder Lande eingeschlossen ist. Der Thalweg der Sau macht die Gränze.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[374]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;3) Er trit ab an Sachsen: das umschlossene Land, welches von Böhmen abhängt und in Sachsen liegt, nemlich die Pfarreien Guntersdorf, Traubentrank, Gerlachsheim, Lenkersdorf, Schirgeswalde, Winkel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;4) Er tritt ab an Sachsen, um mit dem Herzogthum Warchau vereinigt zu werden: das ganze Ost- oder Neugallizien, einen Bezirk um Cracau am rechten Weichselufer vor Podgorze. Die Demarcations-Linie geht durch Wieliczka und lehnt sich westlich an die Scawina an und östlich an den Fluß, der sich zu Bizdegy in die Weichsel ergiest. Wieliczka und das Gebieth der Salzmienen gehört gemeinschaftlich Österreich und Sachsen. Es kann eine Grenzbestimmung gemacht werden, so daß die San von da, wo er den Kreis von Zamosk berührt, bis zum Einfluß in die Weichsel zur Grenze dient.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;5) Er tritt an Rußland ab: in dem Theil von Alt-Galizien ein Gebiet von 400.000 Seele, worin die Stadt Brody nicht begriffen ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::Articel 4: Der Kayser von Österreich verzichtet auf den Teuschen Orden in seinen Staaten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;5) Die Schulden folgen den abgetretenen Provinzen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;6) Die an Österreich zurückgegeben Provizen werden auf seine Rechnung vom Tage der Ratification an und die Domainen vom 1ten November verwaltet. Die Archive werden ausgeliefert. Frankreich verspricht den Tyrolern, welche im Aufstande waren, Pardon. Mähren soll in 15 Tagen, Hungarn, Wien etz. in einem Monath, Niederösterreich in 2 Monathen und die andre an Österreich zurückgegebene Provinzen in 2 ½ Monath Zeit von den Franzosen geräumt werden. Die Gefangene werden ausgewechselt. Frankreich garantirt die Besitzungen Österreichs, wie sie sich nach gegenwärtigem Tractat befinden, der in 6 Tagen ausgewechselt werden soll.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Gegeben Wien, den 14ten October 1809, Champagny, Fürst Lichtenstein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 15ten – Angenehm schöne Tage. Kornpreis 4 Reichstahler, Haaber 2 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten December – Ein paar Tage hat es im December gefroren, übrigens ist das Wetter ausser einigen stürmischen Tagen sehr warm und angenehm gewesen. Die Nachbarn fahren anhaltend Sand durch&#039;s Dorf auf die Fußwege längs den Häusern, erst oben aus der Grindskaul und jetz von Merzkirchen aus der dasigen Grindkaul. – Dieses Jahr ware fruchtbar. Die Früchte sind alle wohlgerathen und sehr ergiebig. Weitzen gillt das Malder 7 Reichstahler 30 Stüber, Korn 4 Reichstahler. – Der Kayser Napoleon ist von der Kayserin geschieden, weil sie keine Erben haben. Er wird von Neuem heyrathen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1810 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[375]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1810&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bisher ware der Winter beynahe ohne Frost. In der Nacht vom 5ten auf den 6ten fienge es an zu frieren. Am 16ten sezte sich der Rhein zu Düsseldorf, am 17ten bis Grimmlinghausen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 20ten sezte sich nachmittags der Rhein an Zons. Am 21ten, sontags Morgens 9 Uhr schloß sich die Eisdecke ober der Piwip. Es kame wenig Eiß von oben. Nach dem Mittag ware es heiter und angenehm. Eine Menge Menschen hatten sich auf dem Ufer versamelt. Der Rhein ware wieder am Treiben, sezte sich und triebe wieder. Erst am Abend sezte er sich im Platthalse vest.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Der Rhein steht bis Hittorf. Diesen Abend ward es milde und&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – diese Nacht hat es sehr wenig gefroren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Es ist gelinde ohne Frost. Das Wasser im Rhein ist gewachsen, so daß man nicht mehr auf das Eiß kommen kann. Der künftige Pächter der Piwip, Engel Kranz, hat einen Weg gebahnet. Sehr wenige sind noch hinüber gegangen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Am 27ten fror es wieder stärker. – Vorgestern ward dem Jacob Bükendorf, Sohn der Sophia Bükendorf von hier, ein Bein oben dem Knie abgenohmen. Er ist ungefähr 18 Jahr alt, wohnte bey Richarz in Horm und fiel mit einem Sack Haber die Treppe hinab. Der Chirurg Lindgens von Zons heilte schon seit mehr als einen Monath den Beinbruch. Da aber die Würmer Überhand nahmen, so ward der Prosector Klöcker von Kölln befördert, welcher die schmerzhafte Operation übernahm. Er brachte das Bein im Wagen mit hieher, wo es einstweilen in das Beinhaus niedergelegt wurde, bis man in die Erde kommen kann.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten – Ein paar Tage ware es ein wenig zum Thauen geneigt. Deswegen stand heute schon Wasser auf dem Rhein. Demungeachtet passirten doch viele Einwohner den Rhein an der Piwitte, wo der künftige Pfächter Engel Kranz einen Weg gehauen hat, welcher das Passagegeld von dieser Seythe, und die Monheimer von der andern Seythe empfangen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten – &amp;lt;u&amp;gt;Frost&amp;lt;/u&amp;gt;. Diese Nacht starb der Jacob Bükendorf, dem das Bein abgenohmen worden ware.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Diese Tage waren abwechselnd bald gelinde zum Thauen geneigt, gestern aber wieder sehr kalt. Diesen Morgen fienge es wieder alles Vermuthen zu regnen an. Der Rhein steht von Düsseldorf bis Hittorf. Höher hinauf und eben unten Düsseldorf fährt man mit Nachen hinüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Regen. Es giengen noch verschiedene Leuthe an der Piwip über den Rhein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Das Eis von Hittorf bis oben der Piwip ist fort. Es ist unter der Eisdeke fortgetrieben. Von dem Werth-Hause bis Grimlinghausen steht das Eis noch vest.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Am 15ten: Verflossene Nacht um 12 Uhr ist der Rhein auch an der Piwip losgebrochen. Die Rheinfelder waren fast alle an der Piwip. Zu gleicher Zeit hörte man am Stürzelberg Läuten, als Signal, daß auch der Rhein dort am treiben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[376]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1810&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 15ten – Die Nacht hatte es wieder stark gefroren. Der Rhein ist heute sehr klein. Im Strom ist er seit verflossener Nacht 3 Fuß gefallen. Es ist kein Wasser, noch Eis aus dem Ufer gekommen, so klein ist der Rhein, auch beym Aufbruch geblieben. Um 2 Uhr die Nacht ist zu Kölln der Oberrhein gekommen, und heute trieb den ganzen Tag der Rhein hier mit Eiß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Gestern Abend sahen wir einen starken Brand hier in der Gegend von Rommerskirchen. Heut vernimt man, daß der Blöchershof mit Scheuer und Stallung der Erde gleich niedergebrannt. Ausser 4 Pferden ist alles Vieh und Mobilien ein Raub der Flammen geworden. Von dem gegenüber liegenden Sonshof ist eine Scheuer und eine Reihe Ställe mit einem Rindchen verbrand. Eine Reihe Ställe, eine Scheuer und das Haus, welche mit Pfannen gedeckt waren, sind verschont geblieben. Der Brand ist in der Scheune des Blöchers-Halfen ausgebrochen. Der Wind ware stark und triebe grade auf&#039;s Haus. Der ganze Hof ware mit Stroh gedeckt und im Viereck kurz zusammen gebauet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Sehr kalt mit stürmischen Schnee. Es ist wieder viel Eis im Rhein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22.–23ten – Sehr kalt. – Am 24ten verflossene Nacht stellte sich Thauwetter ein. Der Rhein, welcher sehr klein ist, triebe diese Tage sehr dicht mit Eis, so daß er sich vorgestern zu Düsseldorf sezte, und nachdem er eine Stunde lang gestanden, fienge er wieder zu treiben an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Der Rhein ist bis 12 Fuß gewachsen, da kame heut das Obereis.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten Merz – Das Wasser ist heute ausgetreten bis gegen die Mitte des Dorfs, doch fienge es im Strome im Mittag an zu fallen. Es ist angenehm Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 18ten – Nordwindig-kalt. – Am 31ten: Seit dem 26ten ware es schön Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 28ten Merz, nachmittags 4 Uhr brach im Brennhaus der Wittib Dahmen zu Rheinfelderhof Feuer aus. Der Schornstein ware gebarsten und das Dach mit Stroh gedeckt. Man schluge hier auf die alte Klock, und da der Wind aus Norden die Flamme von den übrigen Gebäuden hinwegtriebe, so ward es noch zeitig gelöscht. Nur ein Theil des Dachs ist abgebrennt. Man legte nasse Bettücher über das anschiessende Dach, wovon noch 2 Paar Laacken verbrennten. Kornpreis 4 Reichstahler, Weitz 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten April, 1er &amp;lt;u&amp;gt;Sontag nach Ostern&amp;lt;/u&amp;gt; – Der Aprill ware trocken und kalte Nächte mit Reif. – Der Bischof von Aachen ist todt. Nun hat der General-Vicarius ein Rundschreiben an die Pastores erlassen, worin er befiehlt, daß die abgesezte Festtage in den Kirchen nicht gefeyert und keine Prozession, ausser 3 in der Kreutzwoch, die Fronleichnamsprozession und am Patronstage, mehr gehalten werden sollen. Zu Neus und Köln hatte man die Römerfahrten gehalten, und da von der weltlichen Obrigkeit hierüber kein Verboth existirt, haben wir auch die Ostertage das 40-stündige Gebeth gehalten. So beschlosse der Maier, daß heute nach der Frühmeß die Emausprozession gehalten werde. Wir waren jenseit der&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[377]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Nettergasse hinter Posthalters Garten gekommen, als wir zu Hakenbroich einen Brand aufsteigen sahen. Circa 50 Mansleuthe verliessen die Prozession, welche ¼ Stund still stand und dann ihren Weg wie gewöhnlich fortsezte. Die hiesige oberste Brandspritze, welche von 2 Pferden des Posthalters gezogen wurde, ware in Zeit 8 Minuten zu Hakenbroich, wo eben die Leuthe bey deren Ankunft aus der Frühmeß kamen, und wo man eben erst auf die Klocke schlug. Der Brand ware gräßlicher anzusehen, als man noch nie gesehen hatte. Der Wind ware beynahe still. In Zeit einem Viertel-Stund waren 9 Häuser und 8 Scheuren zugleich in Flammen. Es ist bey dem Henrich Jennenger angegangen. Bekers, Gruben, Schneider etz. haben dabey am meisten verlohren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Kayser Napoleon hat am 22ten April, als am Ostertage, des Kaysers Franz von Österreich Tochter Lou[i]se geheyrathet. Zugleich sollen 6.000 Soldaten, welche wegen Blessuren Gnadengehalt bekommen, in ganz Frankreich heyrathen, so daß in jedem Kanton eine Hochzeit seyn wird.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13., &amp;lt;u&amp;gt;Gottestracht&amp;lt;/u&amp;gt; – Ein Conscribirter von Delven namens Worringen hat in einer Bataillie im lezten Krieg gegen die Kayserliche einen Finger verlohren. Dieser ward heute mit Maria Catharina Coenen aus Zons hier zur Gedächtniß der kayserlichen Hochzeit copuliert. Die Braut bekömmt 100 Kronthaler als Geschenk. Gestern Abend und heute Früh wurde mit Böllern und mit kleinen Kanöncher von Benrath kanonirt. Um 5 Uhr war die erste Meß, um 7 die zweite, und nach dieser gienge die Prozession aus, von hier auf Grünwalds-Kreutz, von da auf Horm und dan dem Dielrather Wege nach unten am Dorf herein. Am Hause des Maiere waren die öffentliche Beamte, verschiedene Maiern des Cantons und nebst der Prozession eine ungeheure Menge Fremde versammelt. Das &amp;quot;Te Deum&amp;quot; wurde angestimmt, und die Brautleuthe nebst den Autoritäten folgten unter Vorhergehung einer Bande Düsseldorfer Musikanten den Mädcher in der Mitte der Prozession. Trompeten und Paucken gaben das Signal zum Zug, dann wurden unter dem &amp;quot;Te Deum&amp;quot; abwechselnd Märsche geblasen. – Am Kirchhof wartete der Pastor mit dem Hochwürdigen und trat in den Zug, der nun unter Abfeurung der Böller zur Kirche eintrat. Das hohe Amt begann, und nach dem geschahe die Einsegnung, der eine passende Predigt vorhergieng. Das &amp;quot;Te Deum&amp;quot; beschloß die kirchliche Feyerlichkeit. Im Posthause bey Herrn Adolf Verhagen ward Tafel gehalten, wobey circa 50 Persohnen assen. Es waren die Brautleuthe, die Geistliche, öffentliche Beamte, die Angesehensten des Orts und mehrere Fremde. Beym Gesundheit-Trinken des Kaysers und der Kayserin stand die ganze Gesellschaft auf, hob die Gläser in die Höhe, und es erschallte ein herzliches &amp;quot;Vivat&amp;quot;. Trompeten, Paucken und der Donner des Geschützes stimmte alles zur enthusiastischen Freude.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[378]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1810&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Nach aufgehobenen Tafel fienge das Tanzen an, welches bis an den Morgen dauerte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten, &amp;lt;u&amp;gt;Hagelfeyer&amp;lt;/u&amp;gt; – Nach der zweyten Meß um 7 Uhr gienge die Prozession dem alten gewöhnlichen Wege nach aus. Sie ware sehr zahlreich, doch ohne Geistliche. Um 3 Uhr nachmittags versammelte sich eine Menge Fremde und fast alle Bewohner des Dorfs ausserhalb an den Kühbenden. Es ware ein seltener Anblick, die Hügel des Judenberges mit so vielen Menschen pyramidenformig gezieret zu sehen. 4 Halstücher wurden zum Preis ausgesezt, und 24 Mädchen liefen 200 Tritte. Wer zum ersten am Ziel war, erhielt einen. 6 und 6 liefen zusammen. Nachdem folgten die vier Mädcher tanzend der Bande Musikanten, nach diesen der Friedensrichter, der Mayer, die Vornehmste des Dorfs und eine ungeheure Menge Volks. – Nun wurde auf der Straße unter der Kirche die Gans aufgehangen, und die Jungesellen zohen solcher reitend den Kopf ab. Die Nacht wurde bis an den Morgen getanzt. Die Jungen hatten freie Musick und eine Ahm Bier. Es ware heut wieder entsetzlich voller Menschen, das Wetter schön, und alles nahm herzlichen Antheil an dem Feste. Den Armen wurde Brodt und Geld gegeben. Die Hausarmen bekamen jeder 1 Reichstahler &amp;lt;s&amp;gt;und alle Arme erhielten Brodt.&amp;lt;/s&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 18ten Mey bis 8ten Juny ware es trocken und kalt, so daß in der Nacht vom 29ten auf 30ten die Erdäpfel und alle Bohnen erfrohren sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 10ten, &amp;lt;u&amp;gt;Pfingstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Gestern und heute ware es heiß. Heut Nachmittag nach der Vesper hatten wir ein Donnerwetter mit köstlichem Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten Juny – Vom 10ten bisher ware es entsetzlich heiß, so daß die Sommerfrüchte und Gemüse darunter leiden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;July&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten, als am Maria Heimsuchungstage, hatten wir einen kleinen Regen. Das Korn darf nicht mehr ins Ausland gehen. Der Weitzen bezahlt doppelte ausgehende Rechte. Kornpreis 4 Reichstahler, Weitzen 11 Reichstahler hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Alle Tage ziehen Gewitter vorüber, und wir verlangen nach Regen. In andern Gegenden hat man dessen zu viel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten – Das Korn ist alle gehauen, aber sehr wenig eingefahren, weil es alle Tage regnet, doch ziehn die schwere Schauren und Gewitter alle oben und unten uns vorbey, so daß es hier noch nicht einmal durchgegangen hat. In den Gegenden, wo die Gewitter hinziehen, ist es so naß, daß sie dort kein Pferd auf den Acker bringen können. – Das alte Korn gillt 4 Reichstahler 21 Stüber. – Am Portiunkule-Tage war es voll Menschen hier, mehr denn 500 communicirten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[379]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die ganze Nacht vom 10ten auf den 11ten regnete es ausserordentlich, und die folgende Tage kamen noch so starke Schauren, daß es durchgeregnet hat. – Am 15ten, als am Maria Himmelfahrtstage, konnten wir wegen dem Regen die Prozession nicht halten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 20. bis 24ten – Sehr heis. – Dormagen hat ein so ohne Ausnahm gesegnetes Frühjahr, daß man sich desgleichen nicht erinnert.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten September – Die Tage bisher waren entsetzlich heiß, und man hofte sehnlichst auf Regen. Heute morgens fienge es zu regnen an, der den Erdäpfeln, dem Grummet und den Weiden sehr zu statten kömmt. Das Malder neu Korn gillt 3 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 7 Reichstahler, Heu 7 Reichstahler die 1.000 Pfund.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Gestern hatten wir Regen, sonst ware der September heiß und trocken. Heut, Samstag, als am Michaelstag, arbeiteten Jacob Steinberger, Johann Langel, Josef Sturm und der Welferhalfen. Die übrige Gemeinde feyerte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut wurde die Procession gehalten. Unerachtet des schönen Wetter, waren doch nicht viel Fremde hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;October&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt;, bis 21ten trocken und des Nachts kalt. Man wandelt trocken durch die Mitte des Dorfs. Einen so schönen Herbst hatten wir seit langen Jahren nicht. Weil jetz Holland mit Frankreich vereinigt ist, so gehn die Früchten ohne Abgaben dahin. Deswegen ist das Korn auf 5 Reichstahler und der Weitz auf 9 Reichstahler gestiegen. – Dormagen hat ein äusserst gutes Jahr; es stehn mehr dann 20 große Fruchtbärme um das Dorf, und alle Scheuren sind vollgestopft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 30ten abwechselnd Herbst-Wetter, zuweilen stürmisch, zuweilen noch recht angenehme Her[b]st-Tage. Seit Ends October ward die Ausfuhr der Früchten nach Holland und ins Ausland verbothen. Nun ist solche vor drey Tagen wieder nach Holland erlaubt. Das Korn, welches auf 3 Reichstahler 54 Stüber heruntergekommen ware, steht nun wieder zu 4 Reichstahler 30 Stüber, eben so der Weitz, welcher von 6 Reichstahler 30 Stüber jetz auf 7 Reichstahler 30 gestiegen ist. Da man auch im Bergischen so wie in ganz Deutschland 40 pro Cent von den Colonial-Waaren bezahlen läst, so steht jetz der Caffé beynahe hier wie im Ausland gleich im Preise. Es sind so strenge Maaßregeln gegen das Schmuklen genommen, daß solches jetz ganz aufhört. Diesseits kostet der Café 80 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kristabend&amp;lt;/u&amp;gt; – Es ist noch immer offen Wetter. Nur ein paar Nächte hat es etwas gefroren. – Es werden noch 3 neue Departemente zu Frankreich genohmen, worin die Städte Hamburg, Bremen und Lübeck gehören. Von Hamburg wird ein Canal in den Rhein gegraben, um aus dem Baltischen Meere nach Paris zu Wasser zu fahren. Der französische General Bernadotte ist zum Kronprinz von Schweden ernannt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Gestern fienge es an zu frieren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1811–1823 ===&lt;br /&gt;
==== 1811 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[380]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1811&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Es hat stark gefroren und ist heute sehr kalt. – Neuerdings ist es wieder verbothen, daß die Früchten den Rhein hinunter nach Holland gehn. Deswegen steht hier das Malder Korn Neusmaas 3 Reichstahler 45 Stüber, der Weitzen 7 Reichstahler. – Seit etlichen Jahren ist durch das Überschwemmen des Rheins neben dem Damm unter dem Piwittenpättchen der Grund ausgetrieben. Deswegen hat die Regierung diesen Herbst angefangen, gemelltes Loch mit Erdholz zu bepflanzen. Den Eygenthümern soll der Grund bezahlt werden. Auch ist diesen Herbst von der Feldpforten zu Zons bis durch die Schindskaule ein Damm angelegt worden. – Der Krieg in Spanien geht noch immer fort. Die Engländer helfen den rebellirenden Spanier, die Franzosen belagern Cadise. – Vor Kristmeß ware der Rhein so stark angeschwollen, daß er in die oberste Drenk liefe. Dieses Wasser, welches jetz zugefroren ist, dienet zur Schlittenbahn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Diesen Morgen waren zwey Wölfe aus dem Pulheimer in den Stommeler Busch gekommen. Beynahe 50 Treiber und Jäger von Hakenbroich und Stommeln hielten Klopfjagd. Erst am Abend schoß der Her Franz Joseph Püllen von der Burg zu Hakenbroich die Wölfin davon an Brüngerrath.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Morgens setzte sich der Rhein hier am Platthalse. Am Abend fienge er wieder an zu treiben, und in der Nacht auf den 10ten setzte er sich vest. Das Eiß steht höher als das Ufer, und das Wasser ist so hoch angeschwollen, daß es bald in die mittelste Drenk läuft. Es friert ein wenig.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 10ten – Abends schob sich der Rhein von Neuem und triebe wohl eine Stunde. An der Piwitt blieb die Eisdecke unverrückt stehen. Es isselt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 11ten – Mittags 1 Uhr trieb der Rhein wieder, doch nur bis an die Piwitt. Um 2 Uhr sezte er sich wieder. Der Rhein steht nur bis an Langel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Mittags 2 Uhr gienge der Rhein stark durch. Das Wasser fiel im Strome bey 2 Fuß. Es ware sonderbahr, daß seit 3 Tagen das Wasser hinter dem Damm 4 bis 5 Fuß höher ware als es diesseits hätte seyn müssen. Das kame daher, weil das Eis an der Piwitt so stark untereinander getrieben ware, daß das Wasser nicht durchkommen konnte. Als nun diesen Mittag das Eis auch im Kolk bis unter Zons losbrach, da kame das Wasser so schnell von Zons herauf, als wenn man eine Schleuse aufgemacht hätte. Kein Mensch erinnerte sich, ein Gleiches je gesehen zu haben. Sogleich lief der Bixem voll Wasser. Das Eis hat unter Zons ausgebrochen, und das Grund steht voll Eis.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[381]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ter &amp;lt;u&amp;gt;Januar, Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Gestern am Abend setzte sich der Rhein wieder und steht auch heute den ganzen Tag. Früh regnete es etwas. Da es hernach schön Wetter ware, so giengen viele Bewohner über den Damm. Es wurden mehrere Hasen todtgeschlagen. Im Abend brachten noch die Rheinfelder ihr Vieh hieher. Jenes von Wallhoven ware schon seit gestern hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Das Eiß ist alle fort, nur steht die Decke noch von Sturzelberg herauf bis oben der Piwip an das Werthaus. – Viele Kinder von 10 bis 14 Jahren gehen von hier nach Zons in die Schuhle, um Französisch zu lernen. Die Benden stehen voll Wasser, und an den Enden liegen große Eisschollen. Einer von den Studenten, der Johan Lang, Sohn des Schreiners Johan Lang, gieng auf einer Scholle, stieß mit einem Stock vom Lande, und der Wind triebe ihn mehr dann einen Flintenschuß weit vom Lande. Es ware Ends den Kühbenden, wo der Limittenstein steht. Es konnte halbe 4 nachmittags seyn. Zonser Heukarren, welche von Kölln kamen, sahen das Elend und das Jammer der übrigen am Wasser stehenden Studenten. Einer ritt zu Pferde ins Wasser. Allein, als das Pferd zu schwimmen begann, da kehrte er um. Eine Menge Menschen liefe heraus. Man machte Anstalt zur Rettung, hohlte eine Backmolde etz. Indessen faßte ein Douanier von der hiesigen Brigade, Franz Husser, aus Kölln gebürtig, den Entschluß und stürzte sich ins Wasser und hohlte den Jungen schwimmend heraus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Gestern Abend ist das Eiß alle fort und der Rhein im Strome diese Nacht 11 Fuß gefallen. Regen. Kornpreis 3 Reichstahler 45 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Am Abend fienge es an, stark zu schneen. Am 18ten morgens ware es etwas gefroren. Morgens 10 Uhr kame das oberländische Eis, worin eine Mühle eingefroren mit getreiben kame.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten und 21ten – Starker Frost. – Am 26ten treibt der Rhein dicht mit Eis.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Es ist heute Thau-Wetter. Kornpreis zu Neus 4 Reichstahler, Weitz 7 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Es ist hell und hat nur ein wenig gefroren. – Der Maier berichtete den Vorfall vom 15ten dieses an den Douanen-Directeur in Kölln, worauf dieser den Douanier Franz Husser zum Unterleutnant ernannte und ein sehr verbindliches Schreiben an den Mayer erlies.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Der Frost hört auf, der Rhein ist bis ins Bixem ausgetreten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Es ist wieder eine Frostbahne. Das ganze Aufschwellen des Rheins hat alles Saumnis mit fortgenohmen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten, &amp;lt;u&amp;gt;Aschermitwoch&amp;lt;/u&amp;gt; – Die Karnevalstage ware es Frühlingswetter, doch ware es sehr still im Dorf. – Kornpreis in Neus 4 Reichstahler 20 Stüber, Buchweitz 7 Reichstahler 20 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Anfangs kalt, hernach etwas naß, doch sehr wenige Schauren. Kornpreis zu Kölln 11 ½&amp;lt;ref&amp;gt;Währung durch Papierbeschädigung nicht lesbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 20ten – Sehr warme Frühlingstage. Es gibt schon Kornähren. Zu Stommeln haben gestern Nacht die Wölfe ein Pferd zerrissen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[382]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1811&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Aprill&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten bis 26ten – Nordwindig-kalt. – Am Palmsontage, als der Kaplan des Morgens die Bruderschaft für den Nachmittag publizirt hatte, versammelten sich die Bewohner um 2 Uhr auf dem Kirchhofe und giengen die gewöhnliche Römerfahrt, welche Prozession sehr zahlreich ware, und in der Kirche ware nichts zu thun. Wie wir wiederkamen, betheten wir die lezte Station am Missionskreutz. Kornpreis 3 Reichstahler 28 Stüber, in Neus 3 Reichstahler 45 Stüber. Am Kahrfreytag hielten wir ebenfals die Römerfahrt und die Emaus-Prozession des Sontags nach Ostern nach der Frühmeß, weil an dem Ostermontag das Gebeth ware.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 1ten Mey heiter, trocken-kalt. Kornpreis in Neus 4 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten, &amp;lt;u&amp;gt;Gottestracht&amp;lt;/u&amp;gt; – Weil die Geistliche nicht mit der Prozession gehen dörfen, so hielten wir die erste Benediction um 9 Uhr am hohen Altar, giengen dann um die Kirche, wo die erste Station am Missions-Kreutz gehalten wurde. Dann giengen wir in die Kirche, hielten die zweite Station am hohen Altar, und das hohe Amt begann. Nach dessen Ende ward die dritte Station ebenfals am hohen Altar gehalten, nach deren Beendigung fienge das Kohr das &amp;quot;Veni Creator&amp;quot; an. Die Prozession gienge das Dorf hinunter durch die Mähebenden bis wo der Limittenstein auf dem Zonser Damm steht, von da auf Rheinfeld, oben am Dorf herein. Wie wir wieder in die Kirch kamen, wurde die vierte Station gehalten. Die Prozession ware sehr zahlreich; nur schade, daß zwischen Zons bald an Rheinfeld es zu regnen anfienge!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten, &amp;lt;u&amp;gt;Montag Hagelfeyer&amp;lt;/u&amp;gt; – Weil es die Nacht geregnet hatte, so ward um 8 Uhr eine Messe zu Ehren der heiligen Agatha und keine Prozession gehalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten, &amp;lt;u&amp;gt;Dienstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Unser Friedensrichter, Herr Johann Jacob Meyer, von Ratingen gebürtig, ward heute um 8 Uhr auf seinem Zimmer todt gefunden. Er ist, weil er sehr dick ware, am Schlagfluß gestorben. Um 12 Uhr gestern Abend gienge er erst zu Bette, bevor er mit dem Maier noch wie alle Abend sehr aufgeräumt die Zeit hinbrachte. Er lag rücklings auf dem Bett, ein Fuß auf der Erde, das Nachtgeschier neben ihm zerbrochen auf dem Boden, und ware schon kalt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Am Abend ward der seelige Friedensrichter begraben. Die ganze Pfarre, die Pastores von Worringen, Hakenbroich, Straberg, Nivenheim und Zons mit seinem Caplan wohnten dem Trauergefolge bey. Auch waren die Herren Maier von Worringen, Nivenheim und Zons mit unter den Begleitenden. Er wohnte an Steinbergers, und weil nun der Zug sehr lang ware, so giengen wir das Dorf hinauf bis bald am Schwanen, dann über den Fuhrweg diese Seythe hinaus über den Kirchhof in die Kirche, wo die Todten-Vesper gesungen und dann die Leiche vor dem Missionskreutz versenkt wurde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[383]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Das Grab ware mit Lille- oder Meyenblumen bestreut und das Tuch über der Bahre mit Frühlingsblumen geschmackvoll geziert. 3 Pastores trugen Kohrkappen, 2 Levittenröcke und 4 Röchlinen. – Am 12ten &amp;lt;u&amp;gt;Kornblühe&amp;lt;/u&amp;gt;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten und 16ten wurden die Seelenmessen für den seeligen Friedensrichter gehalten. Die Pastores waren aus dem ganzen Canton eingeladen, welche auch alle ausser dem Pastor von Stommel gegenwärtig waren. Der Altar ware ganz schwarz behangen, nur waren hier und da Schwerdlilien und weisse Blumen angebracht. Die Pastores speiseten mit den Freunden, den Herren Maieren von Zons und Nivenheim und den Trägern bey Steinberger. Der Selige hatte kein Testament gemacht, sonst würde er wahrscheinlich alles dem Jacob Steinberger, seinem Wirthen, bey welchem er circa 13 Jahr logirte, vermacht haben. Jetz erbt seiner Schwester Tochter, welche es nothwendig hat. Er hat verschiedene ausstehende Capitalien, welche sich mit seinen Mobilien zwischen 2.500 bis dreytausend Reichstahler belaufen werden. – 18. und 19. entsetzlich heis.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20., 21. und 22ten – Diese 3 Täge und Nächte hatten wir anhaltende Donnerwetter mit vielem Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kristi Himmelfahrt&amp;lt;/u&amp;gt; – Um 9 Uhr fienge das hohe Amt an, nach dessen Beendigung giengen wir die gewöhnliche Procession, doch ohne die Geistliche. Um halber eins waren wir wieder in der Kirche, wo wir das &amp;quot;&amp;lt;u&amp;gt;Der Engel des Herren&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;quot; betheten und ohne Benediction nach Hause giengen. Da fienge es an zu regnen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 20ten Merz hat die Kayserin von Frankreich einen Sohn gebohren, dem die Namen Franz Josef Karl Napoleon beigelegt wurden. Die zeremonielle Taufe ist auf heute festgesezt, als am Dreyfaltigkeitstage, am 2ten Juni. Es wurde verordnet, daß in allen Gemeinden von ganz Frankreich dieser Tag so froh als möglich gefeyert werden solle. Es wurde demnach gestern Abend eine Stunde geläutet, die Böller gelöset und heut Morgen um 4 Uhr wieder geläutet und um 4 geschossen. Der frühe Morgen weissagte einen schönen Tag. Allein, um 10 Uhr fienge es so stark zu regnen an, daß die Leuthe nur mit Mühe in die Kirche kommen konnten. Beym Hochamte war keine Predigt, nach dessen Beendigung ward das hohe Amt gesungen. – Um 2 Uhr hohlten die Jungen den Maier mit Musick und einer großen Fahne an ihrer Spitze ab. Die meisten hatten Gewehr, weil unten vor dem Dorf zum Vogel geschossen werden sollte. Wie der Zug dahin kame, wurde von 25 Mädcher um vier Halstücher um die Wette gelaufen. Drey erhielten die erste Preise, welche auch voriges Jahr Tücher erhalten hatten, das vierte war von Hakenbroich und wohnte zu Horm. Den Mädcher wurde an dem Wirthshaus unten am End, &amp;quot;Zur Willmuth&amp;quot; genannt, Wein gegeben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[384]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1811&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juni&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Da tanzten sie und wurden von den Musikanten durchs Dorf geführt bis an die Maierie, wo sie nochmal tanzten. Nun fienge das Vogelschiessen an. Als der Maier den ersten Schuß im Namen des Kaysers that, erscholl ein lautes &amp;quot;Vivat der Kayser&amp;quot;. Der Einsatz von jedem Schuß ware 12 Stüber, und es waren zwischen 80 und 90 Loosen. Um den Ertrag wurde geschossen. Da aber der Vogel sehr stark war, so blieb ein Theil vom Rumpf und die Platte stehen, wornach also am Donnerstag, als am Fronleichnamstag, geschossen wird. – Um 8 Uhr ward im Posthause von circa 25 Personen soupirt. Vier Köllnische Musikanten spielten über Tisch. Um 10 Uhr war das Posthaus illuminirt. In der Mitte waren transparente Figuren und in allen Fenstern Piramiden von 150 Kerzen. Bey Steinberger brennten 33 Lichter. Das Missions-Kreutz ware rundum mit Leuchteren geziert, und oben an dem Fenster oben den Schallöchern am Kirchenthurm hieng eine große Leuchte. Das Douanenbureau, das alte Posthaus und die Fenster des Grefier waren beleuchtet. Der Maier hatte ausser vielen Lampen 2 transparente Figuren mit der Innschrift unter dem Adler &amp;quot;optimo principi Napoleoni&amp;quot;. An meinem Hause hieng oben ein großer Spiegel mit dem Namenszuge des Kaysers, von vielen Lichtern umgeben. In zwei transparenten Seythen-Figuren glänzte &amp;quot;Austria foelix&amp;quot; und am Posthaus &amp;quot;Renascens Roma&amp;quot;. Vor dem Posthaus hatten sich um 10 Uhr mehr dann 300 Menschen versammelt. Da erhob sich die Gesellschaft auf die Straße, es war 10 Uhr, und machten einen Zug durch das Dorf bis an die Maierie. Die Musikanten spielten vorauf, dann der Maier mit dem Adjunct, ihren Frauen und den Frauenzimmern der Gesellschaft. Dann folgte eine unzählige Volksmenge. Unter die Musick mischte sich ein Jauchzen, so froh, als es noch nie gehört wurde. Vor dem Hause des Maiers wurde das beliebte Lied &amp;quot;Es kann ja nicht immer so bleiben&amp;quot; gesungen. Und so wie der Zug im Posthause zurückkame, fieng der Ball an, der sich erst mit dem Morgen endigte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 13ten, &amp;lt;u&amp;gt;Fronleichnamstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Des Nachmittag wurde der Rest vom Vogel durch den Metzger Christian Schmitz abgeschossen. Sie hielten einen Zug durchs Dorf mit Musick und tanzten die Nacht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Bisher hatten wir trocken Wetter. Kornpreis 3 Reichstahler, Haaber 2 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[385]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 22ten dieses kamen circa 12 Husaren und Gensdarmen mit 1 Oficier und 21 Voltigeur auf Execution hieher, um die Deserteurs und Refracteurs beyzuschaffen. Sie wurden am 25ten in den Canton vertheilt, und man arretirte die Eltern, Schwester, Brüder, Oheime, Vettern der Deserteurs etz. und setzte solche oben in das Haus des Jacob Delhoven. Sie bekamen nur Wasser und Brodt, bis sie anzeigten, wo die Deserteurs sind. Viele schaften solche bey, und die Arrestanten kamen gleich loß. Dormagen muß alle 5 Tage 235 Francs Execution bezahlen und die Soldaten beköstigen, so auch die andere Maierien nach Verhältniß. Am 3ten Julius zohen sie ab nach Aachen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 15ten – Es ist sehr heiß, doch hatten wir mitunter Regen, besonders am 28ten vorigen Monaths, wo es einem Wolkenbruch ähnlich ware. – Das Korn ist alle ab und schon ein großer Theil eingescheuert. Man hauet Weitzen. Man erinnert sich, nie ein so frühes Jahr erlebt zu haben. Auch der Weinstock ist so sehr vorgerückt, am Johannistag ist schon neuer Wein getrunken worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten, &amp;lt;u&amp;gt;Samstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Diesen Nachmittag machten zwey Kinder in der Küche des Johann Hambloch Feuer am Herd mit Roggenstroh. Das Feuer ergrif eine Bausche Stroh und einen in der Nähe stehenden Korb, welches einen starken Rauch verursachte. Man riefe Hülf und schluge auf die Klock. Zwey Worringer Fischer kamen just mit einer Zing Wasser, um in der Nähe des Hauses die Erde zu besprengen, damit sie dort die folgende Nacht Würmer lesen können, denn es war sehr heiß und trocken. Die Fischer liefen sogleich mit dem Wasser herein und löschten glücklich das Feuer, das um so verderblicher gewesen wäre, da sich eben in dem Augenblick ein heftiger Wirbelwind erhob, der den Staub auf der Straße thurmhoch erhob und die herbeyeilenden Menge Menschen in Ungewißheit sezte, wo der Brand seye.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – In dem Hohenamte ward beym Evangelio geläutet. Das Seil packte die hölzerne Büchse von der kleinen Klocke, welche im Gewölbe bevestiget war, und es fielen einige Scherben und Staub herunter. Es enstand ein Gemurmel. Die ganze Volksmenge erhob sich und stürzten meistens auf die kleine Kirchthüre hin, wo es natürlich ein solches Gedränge wurde, daß der eine über den anderen hergienge. Ein alter Taglöhner von Delven wurde so zugerichtet, daß er mit den Sterbsakramenten versehen werden muste. Einige glaubten, der Thurm wolle einstürzen; andere vermutheten Brand. Ferner sprach man von einem rasenden Hunde, von einem rasenden Menschen etz. In der Halle und zwischen den Thüren lagen Menschen übereinander auf der Erde, worüber sich die Menge der Fliehenden fortmachte. Viele Frauenzimmer standen mit blosem Kopf und hatten die Treckmützen verlohren, mehrere waren ohne Schuhe, und anderen sind die Kleyder so zerrissen, daß sie nicht mehr&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[386]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1811&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;gemacht werden können. Der Kaplan hatte das Meßgewand ausgethan, und kein Mensch wuste, was zu thuen war. Auch waren schon einige an den Fenstern herausgesprungen, bis man endlich gewahr wurde, daß nichts zu thun ware, und die Messe wurde ausgelesen. – Kornpreis zu Neus 3 Reichstahler 50 Stüber, Sahmen 10 Reichstahler 45 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Entsetzlich heis. – Der Augustus ware sehr trocken und entsetzlich heis. Nur am Bartholomai-Tag regnete es etwas. Alles ware früh zeitig. Im August hat man zum Andenken einigen Wein gekeltert. Man verspricht einen so guten Wein, wie er seit 1540 nicht gewesen ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der ganze Monath ware so trocken und heiß, als es bey Menschengedenk nie ware. Die Erdäpfel sind reif, allein, man kan sie nicht ausmachen, es müste dann mit Schüppen geschehen. Die Saath kann nicht heraus kommen, doch hat es ein paar Tage etwas wenig geregnet. Kornpreis zu Neus 5 Reichstahler 15 Stüber, Weitzen 9 Reichstahler 30 Stüber, das Pfund Rabsahmen 14 Reichstahler, das Pfund Butter 14 Stüber, frisch Schweinefleisch 7 ½ Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten fienge es abends mit Donner und Blitz zu regnen an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Kein Mensch gedenkt einen so schönen Herbst, selbst die Nächte sind warm. Die kleine Regenschauern oder vielmehr die Donnerwetter haben die Saath prächtig herausgetrieben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt; – Einen so großen Zusammenfluß von Menschen hatten wir nie. Selbst die lezten Tage, Mitwoch und Donnerstag, ware es voller Fremden hier. Die vornehme Musick ware in der sogenannten Willmuth bey Peter Strak. Das Dorf ist so trocken, daß man eben so gut durch den Fuhrweg als neben den Häusern passirt. Die Nacht vom Donnerstag auf den Freytag ward noch bey vollen Sählen getanzt bis an den Morgen. – Der bisherige Grefier Blasius ist Friedensrichter geworden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Das Wetter ware bisher sehr warm und schön. Weitz zu Neus 10 Reichstahler, Korn 5 Reichstahler 25 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Gestern bekame der hiesige Maier Ordre, aus dem Canton 230 Pferde zur Verstärkung der Post aus dem Canton aufzubiethen, welche morgen hier seyn sollen, um bey der Durchreise des Kaysers als Vorspann zu dienen. Zugleich musten Anstalten getrofen werden zu Ehrenbezeugungen. Die Hormer errichteten einen Triumpfbogen vor dem Dorf gegen den Kühbenden, wir einen vor der Maierie und einen am Lämbchen. Zudem wurden 2.000 Meyen und 12 schwere Meyen durch die Einwohner von Hakenbroich aus dem Gohrbusch gehauen und hiehergefahren, womit alle Häuser garnirt werden sollen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten kamen die mehrste Pferd aus dem Canton an. Es ware ein sehr schöner Nachmittag. Der Posthalter probirte 8 Pferde an einem Wagen und fuhr in die Benden, wo alle Pferde versammelt waren und gemustert wurden. Es ware eine Menge Fremder und Einheimische versammelt, welche wegen dem heitern Wetter dem Schauspiele zusahen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[387]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am &amp;lt;u&amp;gt;3ten, Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Es ward diesen Morgen nur eine Lesemesse an statt dem hohen Amte gehalten. Die Passage geht sehr stark. Gestern ist die Kayserin und heute der Kayser in Düsseldorf angekommen. Um 11 Uhr abends kame der Prefect von Aachen hiedurch. Ich sprach mit ihm über die Anstalten des Festes, nähmlich, daß wir durch Kinder 18 silberne römische Münzen der Kayserin als Geschenk für den König von Rom ihren Sohn presentiren wollen. Der Prefect kame am 4ten mittags zurück, besahe die Münzen und fand solche ihrer Bestimmung würdig.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten fuhre der Kayser und die Kayserin von Düsseldorf über Mühlheim durch das Bergische nach Kölln. Die Zonser, welche das Kanonieren hörten, strömten in Menge hieher, im Glauben, die Passage würde hiedurch gehen. Es kamen aber nur einige Wagen und Kouriere.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 6ten sahe ich die junge Kayserin in Kölln. Der Kayser ware auf Bonn, welche Stadt zu einer Vestung umgeschaffen werden soll. Den 7ten fuhren sie über Aachen auf Paris. – Die Berliner Zeitung sagt, daß am 16ten October auf einem Platz der Stadt Magdeburg ein Kastanienbaum Blüthe getragen. Es scheint, schreibt man aus Paris, daß die Hitze in Deutschland wie in Frankreich im October eben groß ware. – Wir hatten hier zu Dormagen des Sontags nach der Kirmes ein Sträuschen Violen, und an den Hecken konnte man ganze Hände voll Käfern sammeln. Des Abends summten sie über die Straße, und die Jungen fiengen solche mit den Hüthen. – Regenwetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Heut rückte hier das erste Carabinier-Curassier-Regiment ein. Sie wurden zwar vertheilt, weil aber der Stab hier blieb, so ware doch fast in jedem Hause ein Mann und Pferd, wo nur ein Scheuren-Tenn oder ein Plätzchen vor ein Pferd war. Am 11ten brachen sie auf Neus und Creveld auf.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten kame das 10te Regiment Curassier hier an. Sie wurden wohl in 80 Dörfer vertheilt und sollen einsweilen cantonniren. Hier blieben 20 Mann und 3 Oficier. Im alten Posthause wurden Ställe zurecht gemacht, wo die Pferd alle beyeinander gesezt werden. Wir müssen 11 Pfund Heu, 11 Pfund Stroh und ein Viertel Haaber pro Ration bey den Vicarius ins Magacin liefern. Dafür wird 16 Stüber zahlt. – Kornpreis zu Neus 5 Reichstahler 40 Stüber, Weitz 9 Reichstahler 50 Stüber, Haber 2 Reichstahler 25 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 22ten – Morgens musten die Truppen aufbrechen. Sie gehn ins Bergische. Der Prefect hat in die Departements-Zeitung Folgendes einrücken lassen:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;&amp;quot;Aus Eschweiler, Stollberg, Neus, Dormagen schreibt man, daß große Zurüstungen daselbst gemacht worden sind, in der Hofnung, daß Ihre Majestäten durch diese Gemeinden ziehen würden. Der Maire von Dormagen nahm sich vor, höchstdenselben silberne Münzen mit dem Brustbilde von vielen römischen Kaysern, welche in seinem Bezirk gefunden worden, zu überreichen, in der Zuversicht, daß der erstaunenswürdige Mann, vor welchem aller Ruhm verschwindet, dieses Schärflein der Wittwee nicht verschmähen würde.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten, 23ten, 24ten starker Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[388]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1811&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;December&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Wir haben jetz Curassiere vom 1ten Regiment hier. Sie sind so dünne auseinander gelegt, daß wir deren nur 10 hier haben. Die 80 Centimes für die Ration wird den Leuthen, welche liefern, richtig ausgezahlt. – Kornpreis 6 Reichstahler, Weitz 10 Reichstahler, Haaber 2 Reichstahler 30 Stüber in Neus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kristtag&amp;lt;/u&amp;gt; – Nie ware bey meinem Gedenck der heutige Tag so angenehm Wetter ohne Frost. Die Frucht im Feld ist zu mächtig. Vieles Korn wird faul. Kornpreis 6 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 10 Reichstahler 30, Haber 22 Schilling in Neus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten fiel etwas Schnee. Am 27ten Frost und Schnee, am 30ten Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Es friert noch immer, aber nicht stark. Rabsahmen 12 Reichstahler das Malder. – Dieses Jahr ware nicht viel Frucht und Stroh gewachsen, zum Glück, daß die Preisen ordentlich sind. – Der Welferhof wurde vor einigen Jahren um 9.000 Reichstahler an einen Franzosen namens Boismar verkauft. Dieser Boismar verkaufte den Hof um 13.000 Reichstahler an den Pächter Christian Coenen, wenn er die Kaufschilling in Zeit von 5 Jahren erlegte, sonsten sollte er schwere Intressen von den 13 tausend Reichstahlern zahlen. Der Welferhalfen fienge einen Process an mit dem Boismar und bewiese, daß der Hof nur um 9 tausend Reichstahler. Dem Boismar ward durch ein Urtheil 9.000 Reichstahler zuerkant, welche Coenen ihm schuldig ist. Der Hof wurde am Tribunal von Neuem verkauft, mit der Saath und mit allem Eygenthum für 36 tausend Franc an Boismar. Nun muß der Welferhaifen abziehen. Er hat kein Handbreit Land mehr, was seyn Eygen ist, und weis nicht, wohin.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1812 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1812&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 18ten meistens Frost mit etwas Schnee. Zuweilen macht es Miene zum Aufthauen. Kornpreis in Neus 6 Reichstahler 25 Stüber, Heu 1.000 Pfund 14 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Frost mit etwas Schnee. Im Hakenbroicher und Stommelerbusch sind diesen Winter schon sieben Wölfe geschossen worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Gelinder Frost mit Schnee. – Gestern Abend mit dem Dunkel zeigte sich ein Brand. Man schäzte solchen auf Fliesten oder Büsdorf. Heut vernimmt man, daß es die Scheuer und Ställe des Maier Esser von Stommeln, am Heiligen-Häuschen, war. Mann ist einstimmig der Meinung, daß daß&amp;lt;ref&amp;gt;Wort offenbar versehentlich wiederholt.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Brand angestochen ist, weil der Maier einen Proces mit der kleinen Gemeinde wegen der Theilung des Gemeinde-Holzes hat. – Das Korn ist gestiegen bis auf 9 Reichstahler 15 Stüber in Neus. So eben wurde mir vor Dormager Maas hier auf der Platz 9 Reichstahler gebothen. – Es ist in Frankreich Mangel, und die meiste Frucht geht auf Aachen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Thauwetter. Heute am Abend sahe der Johan Haas, Adolf Schmitz, Jacob und Johann Henrich Coenen, welche sich auf dem Weg zwischen Zons und Welfen befanden, Feuer auf den Rheinfelderhofs-Ställen. Sie liefen nach Rheinfeld und sahen nichts. Die Bewohner des Hofes, welche an Vorgeschäfte glauben, sind sehr in Schrecken gesezt. Ich glaube aber, daß die untergehende Sonne den Glanz in den Scheiben des Dachfensters gemacht hat, welches oft wie Brand aussieht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten Februar – Thauwetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[389]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1812&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten – Angenehm Wetter mit etwas Wind und Sonnenschein. – Die Alten hielten darauf, wenn es am Lichtmeßtag hell und klar ist, so gibt es viel Heu und Stroh. Wenn der Bär seinen Schatten sieht, so kriecht er noch 40 Tag in sein Loch. Wind an diesem Tag bedeutet Krieg. Dunkel Wetter deutet auf Sterben. – Gestern ward in Kölln das Pfund Korn zu 10 Reichstahler verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Frost. Das Korn ist wieder bis auf 8 Reichstahler Neusser Maas abgeschlagen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Bis heut hat es gefroren, drauf regnete es. Diesen Abend Sturmwind. Kornpreis hier Neussermaas 10 Reichstahler 30 Stüber, Haber Kölnische Maas hier 3 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Abwechselnd mit Frost, Schnee und Regen. Kornpreis in Kölln 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Merzenstürme. Man hat in den Gärten noch nichts gegraben. – Kornpreis in Kölln 7 Reichstahler, Haaber 2 Reichstahler 30 Stüber, 1.000 Pfund Heu 11 Reichstahler hier aufm Platz.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten, &amp;lt;u&amp;gt;Ostern&amp;lt;/u&amp;gt; – Der Merz und besonders die Kahrwoche waren sehr stürmisch. Es sind noch wenige Kleedrieschen gebauet. Auch diese 3 Ostertage hat es ohne Unterlaß gestürmt. Kornpreis in Neus 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Sontag, den 5ten fienge der Rhein so stark an aufzuschwellen, daß er am Abend schon dem Dorf vorbey triebe. Am 6ten stand schon der Bixem voll. Es ist wenig trocken Land mehr unten im Feld.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten fienge der Rhein an zu fallen. Am 8ten konnte man schon mit Stiefeln am Kirchgäschen in die Aue gehen. Weil es windstill war, so steht das Korn recht frisch, welches aus dem Wasser kömt. Am 9ten, 10ten Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten Regen aus Norden, am 17ten und 18ten starker Frost mit Schnee. Kornpreis in Kölln 7 Reichstahler 15 Stüber, Weitz 14 Reichstahler, Sahmen 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Trocken und kalte Nächte. Am Gottestags-Tage hielte der Pastor morgens 5 Uhr die erste Meß. Das Venerabel wurde ausgesezt, und es wurde gebetten bis an das hohe Amt. Nach demselben giengen wir 3 mahl um die Kirche, wo an einer am Missions-Kreutz errichteten Station die gewöhnliche Evangelien etz. gesungen wurden. Die lezte Station ware in der Kirche. Des Nachmittags ware Vesper. Am Hagelfeyerstage wollte der Pastor ein Anniversarium halten. Er entschloß sich doch, für Geld des Morgens 5 Uhr eine Leßmeß und um 9 Uhr das hohe Amt. Obschon das Hochwürdige nicht ausgesezt wurde, so betheten doch die Leuthe stundenweis vom Morgen 5 Uhr bis an das hohe Amt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Meistens trocken und kalt. Dieses Jahr ist zum erstenmahl nicht in den Mey geläutet worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 15ten trocken. Am Ende des Monaths hat es fast immer geregnet, so daß noch fast kein Heu gemacht worden. Kornpreis hier 6 Reichstahler 15 Stüber. Am Johannistag wurden die Ländereyen des Josef Sturm verkauft. Die Bedingnisse sind 8 Jahr darüber zu bezahlen. Es waren circa 140 Morgen, und der Morgen wurde im Durchschnitt zu 100, 120, sogar 165 Reichstahler ohne Saht verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[390]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1812&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Nordwindig-kalt mit Regen. Heut wurde Rabsahmen gehauen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Erst halben July wurde mit dem Kornhauen. Das Wetter ware bisher so unbeständig, daß man gleichfals das Korn hereinstehlen muste. Indessen ist der öftere Regen der Sommerfrucht sehr ersprieslich. – &amp;lt;u&amp;gt;Krieg&amp;lt;/u&amp;gt;. Weil der Kayser von Rußland den Friedenstraktat von Tilsit nicht gehalten und die Einfuhr der englischen Waaren in seine Staaten erlaubt, so hat Frankreich an Rußland den Krieg erklärt. Der Kayser Napoleon ist mit seiner ganzen Macht in Pohlen eingerückt und hat fast ganz Lithauen, welches der russische Antheil Pohlens ist, besezt. Die Russen sind zurückgezogen und stehen an der Düna. Der Kayser von Österreich, Preußen, Bayern, Westphalen und der ganze Rheinbund haben ihr Contingent zur französischen Armee geliefert.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;2ten August, Sonntag Portiuncula&amp;lt;/u&amp;gt; – Dieses Fest zohe heute eine Menge Fremde herbey, besonders von Zons, wo heut keine Frühmeß ware, weil der dasige Capellan nach Widdersdorf versezt ist. Unser Capellan hielt eine gute Rede über den Ablaß. Abends 5 Uhr ware Complet mit &amp;quot;Te Deum&amp;quot;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Wenn es einen Tag gut Wetter ist, so regnet es den andern wieder. Est steht noch viel Korn auf Gästen. Der Weitz ist alle ab und schon Haaber gemähet. Das neue Korn gillt 6 Reichstahler 24 Stüber, Weitz 12 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Heut erst ist es ein heisser Tag. Es steht noch Korn und viel Weitz im Feld. 16ten-19ten sehr heisse Tage. Kornpreis 6 Reichstahler in Neus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Bisher sehr heisse Tage. Sahmpreis in Neus 9 Reichstahler, Korn 6 Reichstahler 15 Stüber, Sommergerst 5 Reichstahler, Weitzen 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;September&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 22ten – Kalte Nächte, im Tage warm und sehr trocken. – Kornpreis 6 Reichstahler 15 Stüber in Neus, Sahmen 10 Reichstahler, Weitzen 10 Reichstahler, Haber 3 Reichstahler. – Die Armee hat eine Schlacht gewonnen bey Schmolensko und geht vorwärts auf Moscau. Die Russen wehren sich entsetzlich. In bemelter Schlacht wurden 12 Generäle getödtet oder verwundet von französischer Seythe. Auch von den Russen wurden bis 20 Generäle getödtet oder verwundet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Regen. 25ten schön Wetter. Der gestrige Regen hat der Trockenheit ein End gemacht. Es ist izt recht gut eggen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;11ten, Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt; – Des Nachts regnet es, und im Tage ist es schön Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Diese Tage ware es voller Fremden im Dorf. Unten bey Müller und in der Willmuth bey Deutz ware die vornehme Musick. Kornpreis in Neus 6 Reichstahler 30 Stüber, Sahmen 11 Reichstahler, Weitz 10 Reichstahler 50 Stüber, Buchweitz 5 Reichstahler das Pfund, Haaber in Kölln 3 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[391]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Die Franzosen sind in Moscau. Als sie 2 Tage darin waren, so steckten die Russen die Stadt an 500 Enden in Brand. Der Kayser ware mit 80 tausend Mann im Kremlin; das ist die mittelste Stadt. Am 17ten ware hier die Ziehung der Conscribirten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten – Viel Regen. – Kornpreis in Kölln 6 Reichstahler 45 Stüber, Haaber dorten 4 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten fienge es an zu frieren. Am 22ten gienge schon alles drüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Starker Frost. Korn in Kölln 7 Reichstahler, Haaber 12 Gülden, Weitz 10 Reichstahler. Die Franzosen verlassen Moscau und ziehen zurück in Pohlen, wo sie wahrscheinlich Winterquartier machen werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Gelind ohne Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten und 4ten – Frost. Heute, am 4ten, als am Barbara-Tag, abends halb 6 Uhr gienge in der Scheuer des Hufschmidt Christian Schmitz Feuer auf. Es ware etwas gefroren. Der stille, kaum merkbahre Wind kame von Nivenheim. Die Flamme stieg himmelan, Funken flohen in die Gärten. Der Brand schien sehr groß zu seyn. In dem Augenblick ware eine unserer Spritzen und so viel Menschen da, daß man eine und gleich nachher zwey doppelte Reihen formierte, um mit Eymern aus dem Mistpfuhle des Hern Vicarius Wasser herbeyzuschaffen. Eine Spritze, welche Adolf Coenen dirigirte, that in dem Hof des Gerhard Strak trefliche Wirkung. Die Scheuer des Schmitz, welche an die Scheuer des Adam Otto dicht angebauet ware, brennte schon nieder, ehe jene des Adam Otto zu lodern anfienge. Diese wäre ganz gerettet worden, wenn die andere Spritze dabey gewesen wäre. Allein, der Spritzenmeister Jacob Steinberger hatte solche in dem Hof des Herman Schmitz aufgestellt, wo sie nichts nützen konnte. Er hatte die Absicht, wenn der Brand weiter um sich greifen sollte, das oberste End zu schützen, wo seine Wohnung war. Da nun bey dem stillen ohnehin günstigen Winde gar nichts zu befürchten ware, so ließ der Maier Thomas Delhoven diese Spritze von hinten an die Scheuer des Adam Otto aufstellen, wodurch nicht allein die Scheuer des Gerhard Strak ganz gerettet, sondern auch noch der beträchtlichste Theil von der Scheuer des Otto gerettet wurde. In einer guten halben Stunde ware schon der Brand ganz gelöscht. Indessen thaten die Einwohner alle mögliche Anstrengung, so daß bey Ankunft der Hormer mit ihrer Spritze schon alles gestillet ware. Auch die Hakenbroicher kamen mit ihrer Spritze hieher, sonst keine. Wahrscheinlieh ist der Brand durch das Abfüttern der Kühe, entweder mit einer Leuchte oder durch einen Pott, entstanden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten December – Es ist seit 14 Tagen anhaltende Kälte. Vier Täge fiel etwas Schnee. In viele Keller ist es gefroren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[392]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1812&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Seit 8 Tägen ware es dunkel und fror wenig, heut aber ware es wieder sehr kalt. Zu Wesel stand schon der Rhein am 19ten und zu St. Goar früher. Hier ware gestern äusserst wenig Eiß im Rhein. – Korn gillt hier Neussermaas 6 Reichstahler, Haber idem 3 Reichstahler 30 Stüber, Heu 9 Reichstahler 15 Stüber, Weitz 9 Reichstahler 50.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Frost. Diesen Abend 5 Uhr kame der Wilhelm Hovel und zeigte dem eben bey mir gegenwärtigen Maier an, daß es gefährlich wär, daß der Thomas Rensing in seinem alten Brauhaus braue. Indem der Sergeant gerufen wurde, um dahin zu gehen, da hörte man schon Hülfe-Schreye. Sogleich versammelte sich eine Menge Menschen. Es wurde, weil es schon finster war, mit der großen Klocke geläutet. Der Nachtwächter bliese Sturm. Eine Brandspritze wurde hingebracht. Die Funken flohen in die Straße. Nun ware es aber weiter nichts, als daß ein kleiner Balken, woran der Hielhog ehmals gehangen, Feuer fieng. Das Ganze ware im Kamin. Der Maier stellte doch zur Beruhigung der Nachbarn 6 Mann Wache bey Rensing.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Diesen Morgen regnete es, und es thauet mit dem Ausgang des Jahres vollends auf. – Die französische, kayserlich-österreichische, preußische, sächsische, bayrische, würtembergische etz. etz. Armee ist noch immer am Retirieren. Das 29. Bülletin sagt selbst, daß sie in Zeit von etlichen Tagen an Kanonen, Bagage etz. etz. 30 tausend Pferde verlohren haben, selbst, daß ihre Cavallerie auf einmahl zu Fuß gewesen war. Das Elend muß auf&#039;s äusserste gestiegen seyn. Der Kayser Napoleon selbst ware 24 Stund in Gefahr und gleichsam gefangen. 600 Ofiziere, welche noch Pferde hatten, bildeten die Garde und schlugen sich mit dem Kayser durch. Der Kayser ist am 18ten December in Paris angekommen. Man schäzte die vereinte französische Armee vor dem Einmarsch in Rußland auf 6 oder achtmahl hundertausend Mann. – Kornpreis in Kölln 6 Reichstahler, Haaber 4 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1813 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[393]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 4ten – Angenehm Wetter. Es thauet gelinde auf. Der Rhein steht noch vest von Rotterdam bis nahe bey Rheinberg, von St. Goar bis hinauf steht die Eisdecke ebenfals noch. Am 5ten und 6ten etwas Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten – Regen. Am 10ten kame das Mosel-Eis. Am 11ten etwas Frost. Heut kame das Mosel-Eis. Das Wasser blieb so klein, daß es noch wohl 8 Fuß hätte wachsen müssen, ehe es über das Ufer gegangen wäre. Der Rhein triebe den ganzen Tag so dicht, daß eine Katze drüber hätte laufen können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Der Frost fängt an stärker zu werden. – Bey der fünfjährigen Wechselung ist hier mein Bruder Thomas Delhoven wieder als Maier bestättigt worden. In Zons ist Her Aldenhoven ab- und der Heckhalfen Anton Baden eingestellt. Der hiesige Posthalter Adolf Verhagen ist als Adjunct ab- und der Her Püllen auf der Burg zu Hakenbroich für die hiesige Maierie angestellt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten und 16ten – Thauwetter. Am 17ten, 18ten, 19ten stärkerer Frost. Am 20ten ist viel Eiß im Rhein. Kornpreis in Kölln 6 Reichstahler, Weitz idem 9 Reichstahler 40, Haaber 4 Reichstahler 6 Stüber, 1.000 Pfund Heu 11 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Der Frost hällt an. Auch fällt etwas Schnee. Der Rhein, welcher sehr klein ist, treibt schon seit etlichen Tägen dicht mit Eiß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Der Krieg gegen Rußland hat noch immer sehr üble Folgen. Der Kayser von Frankreich übertrug bey seiner Abreise von der Armee das Kommando dem König von Neapel, seinem Schwager Murat. Auch dieser wird noch anhaltend geschlagen. Als Königsberg verlohren war, lieferte er eine Bataillie bey Mehlsak. Auch diese war unglücklich, so daß die französische Armee sich izt in Preußen befindet. – Indessen hat der Kayser von Frankreich die vor 3 Monathen ausgehobene 100 tausend Nationalgarden zur Armee beordert. Zugleich sollen 100 tausend Mann aus den Jahren 1809, [18]10, [18]11 und [18]12 ausgehoben werden, ferner 150.000 Mann aus dem Jahr 1814 gezogen werden. – Auch im Bergischen wurde eine neue Ziehung befohlen. Man zohe in Düsseldorf ruhig. Allein, in Sohlingen wurde gleich die Urne, worin die Nummern waren, zertrümmert. Man zohe die Sturmklocke, und augenblicklich versammelten sich einige tausend Consribirte, brodlose Fabricanten-Purschen, Gesindel etz. Der Prefect mit den Meieren musten sich flüchten. Nun zohe dieser Schwarm von Orth zu Orth. Auch kamen ihrer gestern 700 nach Langenfeld. Sie werfen überall die Schilde, wo Tabak und Salz verkauft wird, in Stücke, zerstöhren den Tabak, welcher aus den kayserlichen Fabriken kömmt, und suchen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[394]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Recruten anzuwerben. Viele haben doppelte, andere einfache Gewehre, Pistolen oder große Messer. Plündern thun sie nicht, aber Essen und Trinken lassen sie sich geben. – Düsseldorf ist von Soldaten leer.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 28ten – Nun sind gestern einige hundert Mann von Gülich dahingekommen, und heute Abend 6 Uhr hörten wir von oben herab Trommeln. Wir wusten nicht, ob es die bergische Rebellen (welche auch Trommeln und Pfeifen haben) oder ob es Franzosen waren. Bald vernahmen wir, daß es 160 Mann von der lezten Conscription waren, welche von dem Köllnischen Depot nach Düsseldorf beordert wurden. Sie schliefen hier und zohen am 29ten über Düsseldorf nach Wald, wo sie übernachteten. Ihrer waren nun 800 mit 2 Canonen. – Gemäß Nachricht aus Kölln ware der Rhein am 24ten Januar dort am Maasstabe 2 Fuß 6 Zoll, also kleiner, als er bey Menschen-Gedenken gewesen ist. – Die Rebellen sind auf Elberfeld gezogen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Kalt. Am 1ten Februar erhielt ich per Expressen folgenden Brief:&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Elberfeld, den 31ten Januar 1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wir haben hier die verflossene 3 Tage in solcher Angst und Schrecken erlebt, das nicht zu beschreiben ist. Am Donnerstag kame die erste von den sogenannten Sohlinger Russen hier ins Quartier, die Bürger blieben alle die Nacht auf. Die Rebellen foderten alle Gewehre, den Stadtfahnen, die Conscriptionsliste, 6.000 Reichstahler Geld etz. Alles wurde ihnen abgeschlagen. Freytags bekamen wir noch mehrere von Ronsdorf, Lüttringhausen, Lennep und Schwelm. Es konnten ihrer wohl zweytausend sein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Samstags um 9 Uhr kamen wieder etliche hundert, gegen 12 Uhr folgte ein zweiter Zug. Sie wollten dem Maier das Haus stürmen, allein, dafür ware gesorgt: Dieses ware von Bürgern so gut besezt, daß es unmöglich war. Endlich gieng der Zug nach dem neuen Markt. Sie stellten sich in Ordnung. Auf einmahl kame Befehl vom Maier, daß alle Weiber und Kinder sich von der Straße entfernen sollten, und die Bürger schlossen die Fensterläden. Es blieb noch eine Viertelstunde ruhig. Auf einmahl sprengte eine Truppe Kavallerie mit geladenen Pistolen in der Hand auf den Markt. Sie gaben Feuer. In Zeit von einer Viertelstunde ware die Geschichte vorbey. Sie warfen ihre Gewehre weg. Es wurden erobert: 2 Fahnen, 2 Trommeln, 2 Commendanten-Pferde, mehrere Gewehre, einige tödlich und mehr dan hundert verwundet, 50 Gefangene, und selbiger werden noch immer eingebracht. Die Cavallerirten sprengten mit bloßem Säbel durch alle Straßen. Gleich wurde ausgetrommelt, daß keiner sich auf der Straße sollte sehen lassen, und mehrere 100 Bürger machten Patroullen. Damit hatte die Revolution ein Ende.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[395]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten – Der Winter ist sehr hart. Seit dem 19ten November hällt der Frost an. Der Rhein ist so klein, daß an der Kölnischen-Casselbergischen Wassermaas die Höhe am 22ten Januar 1 Fuß 7 Zoll war. – Die französische Armee zieht sich noch immer zurück. Die Russen sind in Königsberg, Elbing und Marienwerder.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Thauwetter. 9ten idem. Am 10ten angenehm windig. Der Canton muß 8 Pferd liefern, welche mit 300–400 und die besten mit 450 Francs bezahlt werden. Nebstdem muß jede Maierie freywillig einen Chasseur mit Pferd und Geschirr samt Montour als freywilliges Geschenk liefern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten – Heute um 8 Uhr wehete ein äusserst starker Wind aus Westen. Als die Donnerstags-Messe aus war und die Leuthe aus der Kirche giengen, ware es ein wahres Spectakel anzusehen: Viele Weiber, welche noch jung und stark waren, wurden umgeworfen, rollten vom Wind fortgeweht in ihrer Blöse über den Kirch-Hof. Auch Männer und Kinder trafe ein ähnliches Schicksal.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Man arbeitet in den Gärten, und die schöne Jahrzszeit nehet heran.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Die Merzerstürme kommen. Fast alle Nachbarn haben dicke Bohnen gesetzt. Kornpreis in Kölln 6 Reichstahler 12 Stüber, Weitzen 9 Reichstahler 45 Stüber, das 1.000 Pfund Heu 11 Reichstahler, Haaber 4 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Heute ward die Conscribtion für das Jahr 1814 gehalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 7ten – Bisher ware es etwas kalt, doch ohne Frost. Man arbeitet fleissig im Feld und in den Gärten. Dies Jahr ist der Rhein noch nicht aus dem Ufer gewesen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 11ten – Die Nacht hat es stark gefroren, drauf fiel den ganzen Tag viel Schnee. Heut zohe ein Bataillon Truppen hiedurch. Sie gehen auf Hamburg. Kornpreis 5 Reichstahler 30 Stüber in Kölln. Am 12ten angenehm naß Wetter. – Die französische Armee steht diesseit der Elb. In Hamburg ware ein Auflauf gegen die Douanen, doch sind noch keine Russen, aber auch keine Franzosen da. Es versammelt sich eine starke Armee bey Leipzig. Französische Garnisone sind in Danzig, Kolberg, Glogau, Zamozk, Stettin, Küstrin etz. von den Russen eingeschlossen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten April – Der Merz ware kühl und naß. Das Feld sieht sich so prächtig an, als noch je ein Mensch sich erinnert. Die 4 Tage im April waren falsch. Kornpreis in Kölln 6 Reichstahler, Heu 11 Reichstahler, Haaber 4 Reichstahler 6 Stüber. Man ware eine Zeitlang besorgt, die Russen möchten über den Rhein kommen. Es kamen viele Flüchtlinge von Hamburg etz. hiedurch.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[396]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 13ten – Acht Tage ware es sehr warm. Heut ist der Wind im Norden. Kornpreis 6 Reichstahler 12 Stüber in Kölln, Weitzen 9 Reichstahler 30 Stüber, 1.000 Pfund Heu 11 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Es ist nordwindig eine Zeither. Auch kommen noch Merzerschauren. Vorgestern hatten wir die erste Kornähren. – Die Russen sind in Leipzig bis Lüneburg, und der König von Preußen, der dem französischen Kayser meineydig worden, hat sich mit den Russen vereinigt. Nun ist Kayser Napoleon seit dem 17ten in Maynz. Kouriere, Stafetten, Generäle etz. passiren hiedurch und machen die Straße sehr lebhaft. Auch kamen am 20ten bey 100 zweyspännige Karren aus dem Canton Neus hiedurch, welche jede 6 Kanoniere geladen hatten. Sie musten in zwey Stund von Neus bis hieher fahren. Das Hauptquartier von der Reserv-Armee des General von Damm ist in Wesel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Seit einigen Tagen ist es schön Wetter, mit Donner.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 8ten trocken. Man hoft Regen. Korn in Kölln 5 Reichstahler 40 Stüber, Haaber 4 Reichstahler 6 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten, Gottestracht – Um 6 Uhr ware Frühmeß mit Benediction. Es wurden Bettstunden gehalten, Levitten-Meß und Predigt. Nach dem Hohenamt giengen wir mit dem Hochwürdigen 3mahl um die Kirch, am Missions-Kreutz wurden die 3 erste Stationen gehalten, die lezte in der Kirch. Um halber drey ware Vesper mit Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten, &amp;lt;u&amp;gt;Montag&amp;lt;/u&amp;gt; Um 6 Uhr ware Frühmeß, keine Bettstunde und um 9 Uhr hohes Amt ohne Benediction, zur Beschützung unserer Felder für Hagelschlag. Diese Messe habe ich halten lassen. – Im Posthause wurde getanzt. – Regenwetter. – Die französische Armee ware seit der Räumung von Rusland bis über die Elb und Saale retirirt. Nun ist der Kayser selbst bey der Armee, das Hauptquartier in Erfurt. Die Russen sind in Leipzig.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 12ten – Die erste Kornblühe. Bis 15. alle Tage Donnerwetter mit Hagel und Regen. Weil aber kein Wind dabey ist, so hat es der Frucht nicht geschadet, nur daß sich vieles Korn gelegt hat. Kornpreis in Kölln 19 Gülden. – Am 2ten Mey ware eine Schlacht bey Leipzig, zu Lützen. Von beyden Seythen ist viel Volks gemordet worden. Die Franzosen haben aber das Feld erhalten, und die Russen retiriren mit den Preussen auf Dresden. Die Franzosen geben selbst ihren Verlust auf 10 tausend Mann.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Es regnet alle Tage, so daß wir befürchten, der Rhein werde austreten. Kornpreis in Kölln 6 Reichstahler, Haaber 5 Reichstahler 15 Stüber, Weitz 8 Reichstahler 36 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30. – Vom 24ten bis heute Donner mit Regen und Hitze. Heut Nachmittag regnet es ungewöhnlich stark bey Donner. Zu Reyd auf der Gillbach, Büsdorf, Kerpen etz. hat der Hagel viel Schaden gethan.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[397]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 5ten – Kalt mit Regen. Kornpreis in Kölln 6 Reichstahler 21 Stüber, Weitz 9 Reichstahler. Die französische Armee geht noch immer vorwärts; sie gehn auf Schlesien. Ganz Sachsen ist von den Russen und Preussen befreyt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Heiß mit Donner und Regen. Das Malder Haber kostet hier 5 Reichstahler Köllnisches Maas.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 14ten bis 24. – Sehr trocken, nordwindig-kalt. Am 25ten sehr heiß. Wir hofen sehr auf Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten, &amp;lt;u&amp;gt;Petri und Paul&amp;lt;/u&amp;gt; – Es ware sehr heiß, da regnete es eine Schauer, drauf erfolgte ein angenehmer Abend. Kornpreis hier Köllnisch Malder 6 Reichstahler 12 Stüber, Haber 5 Reichstahler idem.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;July&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Es ist wieder nordwindig-trocken, obschon es alle Tage etwas weniges regnet. – Am 4. Juny ist zwischen den Franzosen ein Waffenstillstand bis zum 20. July geschlossen worden. Die Franzosen haben Hamburg, Magdeburg, Dresden etz. besezt. Die Russen und Preußen stehn an der Oder. Oesterreich rüstet sich indessen zum Krieg, und man fürchtet, daß diese Macht auf dem Fall, daß es nicht zum Frieden kommen sollte, sich gegen Frankreich erklären werde. Haber das Malder in Köln 5 Reichstahler 18 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Sehr heiß und trocken. Am 10ten Regen. – Am 8ten wurde von vielen Korn gehauen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Durchtringender Regen. Am 13ten sehr heiß. Am 14. ein Gewitter aus dem Bergischen mit starkem Regen. Am 15ten Vormittag eine äusserst starke Regenschauer, welcher mehr als an die Wurzel gekommen ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 16ten, 17. bis 18ten – Heiß. Man fährt Korn ein. Der starke Regen am 15ten hat vieles Heu verdorben. Es hat in Tausende von Hausten bis in die Mitte durchgeregnet, und weil der Regen anhielt, so ward schon vieles faul. Am 20ten viel Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten und 23ten – Heiß und schön. Heut ist viel Korn eingefahren worden. Am 25ten Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Es ist schönes Beuwetter, jedoch ist man noch lange nicht mit dem Korn fertig. Es ist aber auch entsetzlich viel Stroh, so daß jederman es nicht unterzubringen weis. Das neue Korn gillt in Kölln 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten August – Es ware sehr heiß, als ich heute um den Mittag die Kayserin von Frankreich zu Kölln in den Wagen steigen sahe. Sie hatte in Maynz eine Zusammenkunft mit dem Kayser Napoleon gehabt, worauf dieser wieder nach Dresden und sie nach Paris giengen. Der Waffenstillstand ist bis zum 15ten August verlängert. Korn in Kölln 19 Gülden, Weitzen 7 Reichstahler. – Der Wafenstillstand ist bis 15. August verlängert worden. – Am 8ten und 9ten Regen, bis 15ten schön Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Nordwindig-trocken. Kornpreis in Kölln 4 Reichstahler 20 Stüber, in Neus 5 Reichstahler. Die Sommergerst gillt in Kölln 2 Reichstahler 42 Stüber. Es heist, die Stadt Kölln soll zur Festung umgeschaffen werden. Heu das 1.000 Pfund 6 Reichstahler 50 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Der Wind ist noch immer aus Norden. Haaber wird eingefahren. Heute wurde von dem Sousprefect in Kölln die hiesige Gemeinde-Länderey verkauft. Der Posthalter kaufte die oberste Drenk mit 2 anschiessenden Stückern. Auch wurden noch einige Kleinigkeiten verkauft. Das Meiste aber wurde untengestochen, weil niemand darauf bothe.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[398]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;August&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28. – Heut morgens 8 Uhr brennten auf dem Lieverges-Berge zu Worringen zwey Häuschen ab. Es war Staubregen. Deswegen konnte man nur etwas Rauch sehen, und wir glaubten, es wäre der Worringer Ziegelofen am brennen. Späther schickten wir eine Btrandspritze hin, welche halbweg umkehrte. Die Leuthe hatten einen neuen Backofen gemacht, denselbigen mit Stroh gedeckt und diese Nacht ausgebrennt, um die Kirmesweck darin zu backen, wodurch das Stroh sich entzündete, welches an’s Haus angebauet war.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 6ten – Warme, trockne Tage. Alles wird dürre, man hoft auf Regen. Seit dem 17ten August hört der Waffenstillstand auf. Die Franzosen haben Dresden bevestigen lassen. Der Kayser schluge die Russen, Preußen und Österreicher über Görlitz nach Schlesien zurück.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten September – Dieser Monath ware meistens trocken und schön, erst am Ende erhielten wir etwas Regen. Die verbündete Mächte haben einigemahle bald den rechten, bald den linken Flügel der französischen Armee geschlagen. Der Kayser Napoleon steht schon seit einem Monath mit seiner ganzen Armee bey Pyrna und hauptsächlich in Dresden. Kornpreis in Kölln 4 Reichstahler 36 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Diese Täge waren meistens naß, und heute stürmt es bey starkem Westwinde, obschon es morgen Kirmes ist. Das Malder Haber gillt 2 Reichstahler. Kosacken-Korps haben sich hinter die französische Armee verbreitet. In Hessen-Kassel hatten sie beynah den König von Westpfahlen, Hieronimus Napoleon, aufgehoben. Deswegen kommen seit dem 5ten ausserordentlich viele Flüchtlinge über Düsseldorf und Wesel hierdurch, so daß alle Wägen hier am Posthause wenigstens 24 Stunden auf Pferde warten müssen. In Benrath und Düsseldorf ist schon alles eingepackt. – Runkelrüben der Centner am Rhein 24 ½ Stüber, die weisse und rothe zu 20 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Der erste und dritte Kirmestag waren mittelmässig Wetter. Des Montags ware so ein Wind und Regen, daß kein Mensch vor die Thür gehen konte. Überhaupt ware die Kirmes sehr schlecht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Vier Tage ware es sehr schönes Wetter. Heute ist’s nordwindig-kalt. Korn in Neus 5 Reichstahler, Weitz 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Die verflossene Nacht hat es Eis gefroren. Am 28ten hat es den ganzen Tag geschneit. Die Rüben sind gut gerathen, sind aber noch fast alle im Feld.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten – Heut Mittag kamen 400 Mann Leibgarden vom König von Westfalen von Düsseldorf hier an. Der Stab und 100 Husaren blieben hier, der Rest gieng auf Worringen, Delven und Hakenbroich. Am 5ten morgens 8 Uhr verzohen sie auf Kölln. Der Kayser ist vom 15. bis 19. bey Leipzig und an der Saale hart geschlagen worden, so daß die Armee sich über den Rhein ziehen wird. Kornpreis 4 Reichstahler 40 Stüber in Kölln.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[399]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten – Es ist schönes Wetter. Indessen ware es seit lange nicht so unruhig als jetz: Flüchtlinge von jenseits füllen die Landstraße, tausend und abermahl tausend Blessirte kommen in Kölln an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Es herscht eine dumpfe Stille. Flüchtlinge eilen auf und ab, so daß man nicht weis, wo der Drang am stärksten ist. Gerüchte durchkreutzen sich und verschlingen eins das andere, ohne daß man eygentlich weis, woran man ist und wie die Sachen stehen. Bald heißt es, die Russen wären in Düsseldorf, bald der französische General Davoust (Prinz von Eckmühl) seye zu den Russen übergegangen, bald, der Kayser seye eingeschlossen oder in Maynz, oder man erwarte ihn in Kölln. Gestern ware ich noch in Monheim, wo man in banger Erwartung der Zukunft entgegen sieht. Man hatte schon einige Tage die Kosacken erwartet, und nun hieß es, es kämen noch 30 tausend Franzosen über Elberfeld auf Düsseldorf. Indessen stehen wieder heut zum erstenmahl französische Militaire als Vorposten auf dem diesseitigen Rheinufer; ein Zeichen, daß der Feind nahe ist. Worringen und Zons ist mit einigen Compagnien besezt, welche die Wachen am Rheine versehen. Dormagen ist davon noch frey.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 7ten hatten wir über 100 Mann Kavallerie, von Düsseldorf kommend, logirt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten und 9ten hatten wir jedesmal eine 100 Cavalleristen und soviel Infanterie, daß alle Häuser besezt waren. Wir haben jetz 130 Mann Infanterie für am Rhein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 10ten logirte das 24te Chasseur-Regiment hier. Es waren 180 Chasseur und sehr viele Ofiziere. Der General ware bey Herman Hambloch eingezogen; weil es ihm aber nicht gefiel, so gienge er auf Zons. Der Posthalter ist frey vom Logiren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten – Ausser einigen Passanten und 150 Man für die Rheinwache wurde heute nichts logirt. Nur kamen 5 Chasseur zu Pferd für die Correspondenz hiehin. Gegen Köln, zu Deutz und Mühlheim, stehen fremde Truppen Schildwach. Auch wurden heut zu der auf der Piwip stationirten Infanterie-Wacht noch 5 Cavalleristen directe vom General geschickt, welche da verbleiben sollen. Korn in Kölln 5 Reichstahler, Weitz 6 Reichstahler 40 Stüber, das Pfund Café 68 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Heut 11 Uhr sahe ich einen russischen Kosacken an der Kapelle zu Monheim zu Pferd. Nach dem Mittag ware ich lange mit der Perspective an der Piwitt. Man sahe aber keine feindliche Truppen. – Die Hakenbroicher und Delver müssen Holz aus dem Busch für die hiesige Rheinwachen im Busch abhauen und hiehinfahren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Wir haben 60 Mann für die Rheinwachen und 8 Chasseur für die Correspondenz hier logirt. Es zieht nichts mehr die Strassen, jedoch sind gestern 6.000 Man von oben herab nach Kölln gekommen. Am 13ten wagten sich 45 Russen und Kayserliche im hellen Nachmittag am Mühlheimer Häuschen in 3 Nachen auf diesseit des Rheins. Die französische Wache, welche daselbst aufgestelt war, nahm die Flucht. Die Kosacken nahmen 4 daselbst wandelnde Bürger mit nach der andern Seithe. – Der Kayser ist nach Paris.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[400]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Daß Wetter ist entsezlich stürmisch. Schnee und Regen wechseln ab, und die Wege sind äusserst schmutzig. Gestern und heute zohe viel Volk auf und ab. Wir bekamen ein ganzes Bataillon hieher, daß aber nur aus 130 Mann bestunde, so sehr hat das Regiment bey Dresden und Leipzig gelitten. Jenseit des Rheins sieht man selten einen feindlichen Soldaten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Gestern Abend 5 Uhr kamen die Quartiermacher von einem Bataillon, 600 Mann stark, hier an. Die Truppen kamen erst um halb eilf. Da es den ganzen Tag gräßlich gestürmt hatte und viel Regen gefallen war, so musten wir die Truppen alle hier behalten. Sie betrugen sich doch gut, obschon alle Häuser besezt waren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten, &amp;lt;u&amp;gt;Samstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Am Abend kamen 3 Bataillon von Kölln hieher, nach Horm kamen wohl 200 Artillerie-Pferde und nach Hakenbroich noch späth ein Bataillon. Es wurden hier ungefähr 2.200 Man logirt. Der General Marie blieb im Posthaus. Da wir die Truppen mit Fleisch und Brodt beköstigen musten, so gabe es in einigen Häusern Disput. Korn in Köln 5 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten zohe alles fort, nur blieben 2 Compagnien für die Rheinwacht hier. Den ganzen Tag muste ein Soldat auf dem Kirchthurm oben im Thurm in dem Dachfenster Wache halten, und des Abends waren 40 Mann unten im lezten Hause bey Dütz auf dem Tanzsaal schlafen, um bey einem Ueberfall beysammen zu seyn. – An der Piwip sind 20 Husaren logirt. Der Bewohner Engel Kranz hatte sie einige Tage beköstiget, da brachte der Maier von Worringen es dahin, daß der Maier von Dormagen die Piwip fournieren solle. Es bestand in 20 Rationen Fleisch, Brodt, Brandwein, Fouragen, Salz, Holz und Wein für den Oficier. Der hiesige Maier supplicirte aber an den General, und nun muß Worringen wieder die Piwip fournieren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Am Abend bekamen die hiesige 2 Compagnien Ordre, gleich auf Neus zu marchieren. Die Nacht hatten wir keine Soldaten im Dorf, nur die Douanen und 20 Husaren an der Piwip thaten die Wachen am Rhein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten und 24ten musten des Nachts 20 Mann am Rheine auf die Wache ziehen. Ich visitierte gestern Abend späth noch die Posten. Man sahe jenseits kein einziges Wachtfeuer, die hiesigen hingegen loderten hoch auf. – Gestern passirte der Herzog von Tarent (General Macdonald) hiedurch aur Clev. Ihm folgte viel Kavallerie. Korn in Kölln 5 Reichstahler 12 Stüber, Haber 11 Gülden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25. und 26ten – Angenehm Wetter. Es passirt noch viel Volk herab. Indessen haben wir noch keine stete Einquartierung.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten hatten wir ein Regiment Cavallerie mit dem Stab logirt. Obschon das Regiment nur aus 130 Mann bestand, so machte doch die Menge Ofizir, daß alle Häuser voll wurden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Sontag, den 29ten logirte ein General am Posthause und 1 Regiment im Dorf, Hakenbroich 1 Regiment, Straberg und Delven mit Knechstein 1 Regiment, Nivenheim ein Kanonenpark. Es hat recht gefroren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[401]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;November&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten kamen 7 Regimenter hieher. Allein, einige waren 50, andere nur 6 Mann stark mit den Ofizieren. Es ist unglaublich, wie die Armee zusammengeschmolzen ist. Man sollte glauben, es müste Friede werden. – Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1., Mitwoch – Heut wurden ungefähr 30 Dragoner als Garnison hier einlogirt, in Zons und Worringen bekamen sie nebstdem noch Fußvolk.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten, &amp;lt;u&amp;gt;donnerstags&amp;lt;/u&amp;gt; – Diesen Morgen 10 Uhr kame ein Ofizier von unten auf und begehrte eine Karrig auf Kölln. Er sagte, die Preußen sind zu Grimlinghausen über den Rhein. In dem Augenblick kame der Bruder des Herrn Gerichtschreibers Busch von Zons und sagte das Nähmliche. Wie ein Blitz verbreitete sich diese Nachricht durch’s Dorf. Alle Bewohner standen auf einmahl auf der Straße. Es herschte dabey eine Todte-Stille. Die Nachbahrn liefen zusammen und staunten sich ängstlich an. Ich stieg auf den Kirchthurm und sahe französische Reiter und Fußvolk auf dem Judenberge zwischen Zons und dem Stüttchens-Busche. Es kame Infanterie von unten auf, welche in Nivenheim etz. geschlafen hatten. Drauf kame ein General von Zons gesprengt, welcher sagte, daß schon zu Grimlinghausen 3.000 Mann herüber wären. Um 11 Uhr kamen unsere Gensdarmen von einer Recognoscirung zurück und sagten, daß alles nur ein blinder Lärm gewesen, das zwar 2 Nachen Kosaken zu Walscheid gewesen, daß sie aber wieder auf die andere Rheinseithe zurückgegangen. Nun wurde alles wieder ruhig, und man lachte über die Geschichte. Um halb zwölf kamen aber blessirte Dragoner, welche aussagten, daß die Stadt Neus schon von Preußen besezt seye. Es kamen einige blessirte Franzosen. Da musten die hiesige Dragoner alle aufsitzen. Es kame ein General de Division hier von Kölln an. Einige 100 Infanteristen wollten nach Neus. Der General gabe Ordre, daß sie hier Biletter bekamen. Ehe sie aber in ihren Quartieren waren, da musten sie auf Kölln, weil sie keine Patronen hatten. Unsere und die Worringer Dragoner musten auf die Heyde. Da kame am Abend ein Bataillon von oben herunter, welche hier logirt wurden. Abends 10 Uhr wurde Kavallerie von Merkenich, Niehl etz. einlogirt. Alle Bewohner des Dorfs wurden auf die Wacht gebothen: ein Drittel in den Pflug, ⅓tel beym Maiere und ⅓tel an Küppers. Bürger und Soldaten patrollierten die ganze Nacht, und alles blieb ruhig.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Freytag, den 4ten – Früh kamen verschiedene Generäle an, doch blieb alles in Cantonierung bis Mittag. Es kamen 2 Bataillons von Kölln, welchen nebst den hiesigen 30 Maaß Brandwein ausgetheilt. Auch kamen 5 Kanonen, ein Bomben-Mörser und verschiedene Kavalleristen, unter andern ein starkes&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[402]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1813&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Detachement Kürassier an. Da sezte sich um 1 Uhr alles in Marsch. Man bekame Nachricht, daß die preußischen Vorposten zu Grimlinghausen auf der Erft-Brücke ständen. Man vernahm von Neus, daß der ganze Betrag der ausgeschiften Preußen sich an 1.500 Mann Fußvolk und 120 Pferde ohne Kanonen beliefe. Am Abend hörten wir einige Kanonenschüsse. Es kamen noch 250 Mann Fußvolk, welche sich oben und unten dem Dorfe lagerten. Ihnen wurde jedem 1 Schoppen Bier und eine Butteramme gebracht. Späth erhielten wir die Nachricht, daß beyde Armeen sich am Thor zu Neus geschlagen hätten, daß die Franzosen nach Grimmlinghausen und die Preußen sich in Neus zurückgezogen hätten. Die Nacht wurde wieder patrouillirt, doch waren nur 36 Mann aufgebothen. Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten, &amp;lt;u&amp;gt;Samstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Es wurde 10 Uhr, ehe wir etwas von der Armee vernahmen: Da sprengte ein Chef de Bataillon hiedurch, welcher aussagte, daß Neus eingenohmen und die Preußen sich die Nacht wieder über den Rhein gemacht hätten. Um den Mittag kamen die Dragoner wieder zurück und nahmen ihre alte Quartiere ein. – Henrich Fasbender, der Eydam des Herman Burbach, hatte vor 9 Wochen und vier Tagen einen Schäfershund aufgefangen. Er wollte selbigen seinem Vater in Monheim bringen, welcher Schäfer ist. Unterwegs riß der Hund sich loß, biß seinen Führer und nahm die Flucht. Dieser suchte die gewöhnliche Mittel nach, welche die katholische Religion vorschreibt, welche er genau erfüllte. Indessen hatte er Zweifel an der Ächtheit und nahm als Gegenmittel medicinische Pulver von einem reformirten Prediger aus dem Bergischen. Darauf ward er vor vier Tagen rasend und starb gestern Abend. – Es ware gut, daß wir trocken Wetter und des Abends bis späth in die Nacht Mondlicht hatten. – Heut stellt sich Thauwetter ein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten und 6ten – Es sind circa 50 Dragoner im Dorf logirt. Sie betragen sich sehr gut, und der Commendant ist ein kreuzbraver Mann: Er weiset alles ab, was keine Ordre, hier zu logiren, hat. Es ist schönes Wetter mit etwas Nachtfrost, welches besonders gut ist, weil man die so häufig gerathene Rüben noch nicht alle herein hat. Korn in Kölln 18 Gülden, Weitz 6 Reichstahler 40 Stüber, Haaber 11 Gülden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Seit 2 Tagen friert es stark. Es ist jetz ziemlich ruhig auf der Straße. Die Franzosen stehn bis Nimwegen. In Holland machen die alliirte Armeen Fortschritte auf Antwerpen&amp;lt;ref&amp;gt;Es folgt ein unklares Kürzel.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Gestern thauete es auf. Der General Macdonald steht noch in Clev, hingegen rücken die Alliirte in Brabant, und man ware von jener Seythe in Aachen für einen Überfall bange. 1.000 Pfund Heu kosten hier 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[403]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten December – Es ist dunkel ohne Frost und Regen. – Die alliierte rußisch-österreich und schwedische Armee steht von Holland aus über das rechte Rheinufer durch Italien bis Venedig. In Italien und in Holland scheint ihre Hauptstärke zu seyn. – Haber 11 Gülden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Seit 3 Tagen hat es stark gefroren. Korn in Kölln 5 Reichstahler 24 Stüber, Weitz 6 Reichstahler 40 Stüber. – Das scheidende Jahr hat an Fruchtbarkeiten wenige seines gleichen: Mehr wie 30 große Fruchtbärme standen vor dem Dorf, welche noch nicht alle hereingebracht sind wegen Mangel an Platz in den Scheuren. Wir haben circa 50 Dragoner hier logirt, welche die Wachen am Rheine versehen. Sie betragen sich äusserst gut. Die Delver und Hakenbroicher müssen für sie Holz aus dem National-Busch hiehinbringen. – Der Kayser von Frankreich hat 300.000 Mann von 22 bis 32 Jahren auszuheben beschlossen. Hiervon sind aber die 4 Departemente am Rhein ausgenohmen. Indessen meldet heute Abend die Zeitung, daß 160 tausend Österreicher und Bayern durch die Schweitz in Frankreich eingetrungen sind. Die alliirte Nordarmee steht bey Breda und die Franzosen in Nimwegen. – Nie war die Polizei so scharf. Der Engel Kranz, welcher auf der Piwippe wohnt, wurde am Kristtag arettirt und ins Innere von Frankreich geführt, weil er über den Rhein mit dasigen Bürgern gesprochen hat. – Die Contribution ist erhöhet, und wir haben schon über 4.000 Rationen Heu, Haber, Fleisch und Brod an die Truppen gegeben. Auch müssen wieder Pferde geliefert werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1814 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[404]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Die Gegenwart geht mit der Zukunft schwanger, und die Zeit der Entbindung kann nicht fern seyn. Große Dinge werden gebohren werden, und man schaudert voll Erwartung der Dinge, die da kommen sollen, wenn nicht das Sehnen so vieler Milionen erfüllet wird. – Friede, süssester unter allen denkbahren Gedanken, ist die einzige Hofnung, die uns die Gegenward erträglich macht. Der Kayser von Frankreich biethet alles an, was zu diesem Zweck einigermassen führen kan; er will Opfer bringen, die kein Mensch früher zu denken wagte. Vielleicht ist die Zeit nahe, wo ein allgemeiner Friede die Welt beglückt. – Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten – Der Senat und das Gesetzgebungs-Korps haben Landsturm beschlossen. Auch sollen Kohorten von Nazional-Garden in allen Bezirken errichtet werden. Senatoren werden mit ausgedehnten Vollmachten in die Departemente geschickt, um alle Mittel anzuwenden, das Vaterland zu retten. Alles steht ihnen zu Geboth; selbst die Militär-Macht muß ihre Decrete ausführen helfen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten – Diesen Mittag kamen einige 100 Preußen bey Kölln am Mühlheimer Häuschen in Nachen herüber, um die dortige Batterien zu zerstöhren, woran viele Bauern arbeiteten. Sogleich strömten beynahe 1.000 Franzosen am Eygelsteins-Thor heraus, und die Preussen flüchteten in die Nachen. Der Commendant und viele ertranken, 30 oder 60 wurden zu Gefangenen gemacht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 3ten – Nachmittags 4 Uhr starb meine Schwester Anna Margaretha Delhoven im 61ten Jahre unverheyrathet. Sie hat tausend Reichstahler zur Stiftung der Antonianischen Andacht vermacht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten, 7ten – Dunkel und naß. 8ten starker Frost. – In der Nacht vom 6ten auf den 7ten blies um 12 Uhr der Trompetter. Die Dragoner musten die Pferde satteln und eine Wache am üntersten Ende des Dorfs aufstellen, weil ein Douanen-Capitain gesagt hatte, daß die Russen in Neus wären. Dieser Capitain kame späth von Dormagen. Nächst bey Neus begegnete ihm ein Bauer mit einer Kuh. Auf die Frage &amp;quot;Wohin für Dich?&amp;quot; antwortete der Bauer in gebrochenem Französisch, daß er eine Kuhe dem Metzcher Rüssgen auf dem Markt in Neus verkauft habe, und da er nun an das Thor komme, habe man ihn nicht hereingelassen, da doch der Metzcher Rüssgen die Kuhe morgen schlachten müsse. Der Capitain verstand aus dem &amp;quot;Rüsgen in Neus&amp;quot;, die Russen wären in Neus, galloppirte hieher und machte den Lärm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[405]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Diesen Mittag hörten wir stark Kanonieren, von oben her. Es ware nicht möglich, daß es von einem Übergang der alliirten Truppen herkame, weil der Rhein dicht mit Eiß trieb. In Zeit von einer halben Stunde vernahmen wir, daß die Franzosen auf die jenseits dem Kasselberg liegende Nachen schossen, um solche zu zernichten. Diesen Abend kamen noch 260 Man Fußvolk hier ins Logis. Sie gehn auf Neus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Man vernahm, daß die Alliirte in Rheinberg seyen. Diesen Abend wurden die hier liegende 15 Dragoner mit Kranken und allem nach Kölln berufen. Auch die Gendarmen musten die Nacht noch fort, und der Douanen-Receveur erklärte, daß von nun an der Maier die Pasavants gebe.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Die verflossene Nacht giengen die Douanen und alles fort. Als der Tag anbrach, da ware kein Franzos mehr im Dorf. Um 8 Uhr passirten noch die Dragoner, welche in Zons und Sturzelberg gelegen hatten. Obschon der Rhein dicht mit Eis triebe, so hatten sich doch mehrere tausend Kosacken zu Düsseldorf eingeschift, welche zu Neus landeten. Die Franzosen in Neus, Crefeld etz. giengen auf Gülich. Die Kosacken betragen sich sehr gut. Viele musten schon von Neus aufbrechen und die Gülicher Straße einschlagen. Auch wurden Patroullen geschickt nach Zons, Stürzelberg etz., doch kamen keine hieher. Am Abend kame der Jacob Cremer und ein Knecht des Herrn Fischer zu Goussenhoven von Neus zurück und beruhigten uns für die Ankunft der alliirten Truppen. – Sehr kalt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Am Abend kamen 12 Kosacken von Worringen herab hierdurch. Sie giengen auf Neus, ohne hier still zu halten, waren aber doch sehr freundlich und küsten junge Weiber und Mädcher auf der Straße.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Um die Mitternachtsstunde kamen die Kosacken wieder von Neus zuruck. Sie tranken Brandwein beym Maier. Auch hatten sich ihrer 10 mit einem Capitein unten im Dorf bey Haas gelagert. Um 4 Uhr diesen Morgen brachen sie auf nach Kölln. – Am Abend kamen wieder 11 Kosacken mit einem Ofizier von Neus unten bey Müller. Sie foderten eine Chaise mit 2 Pferden. Ich gienge als Bruder des Maier zu ihnen, lies ihnen Wein, Brandwein und Fleisch geben. Sie waren sehr artig und ritten um 8 Uhr auf Kölln. Rebellische Bauern mishandelten den Gerichtschreiber und Huissier. Unter diesen waren an der Spitze: Michael Kranz, Christian Schmitz (der Metzcher), Wilhelm Bremer Sohn, Adolf Koenen, Wilhelm Nusbaum etz. Sie hohlten dem Friedensrichter zu Delven auf seinem Gut Pferd, Karre, einige Säcke Haber etz.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[406]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 17ten – Etwas Frost und Schnee. – Zu Neus und Kölln passiren viele Kosacken. Es geht alles über Bergheim und von Neus auf Elsen, um Gülich abzuschneiden. Wir wohnen einstweilen sehr gut allhier, weil wir keine Einquartirung haben. – Heut hielten sich die hiesige Rebellen still, doch ward in den Wirthshäusern Tag und Nacht gesofen. Die Zonser hatten dem Friedensrichter die Schaafe gehohlt, welche er zu Delven auf der Zonserfuhrt hatte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Schnee und Thauwetter. – Heut Abend erhielt der Maier eine Ordre vom General-Gouvernement, welche er noch am nähmlichen Abend in allen Wirthshäusern publizieren lassen muste, des Inhalts, daß jeder sich ruhig verhalten und daß die Stöhrer und Frevler von National-Waldungen ihrer gerechten Strafe nicht werden entgehn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Am Abend kamen 7 Kosacken mit einem Ofizier und 2 Karren. Sie hatten Pulver geladen und wurden hier einlogirt. Der Posthalter bekame den Ofizier mit einem Kosacken. Sie betrugen sich doch sehr gut.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Heut passirte ein Kosack, dem zwey Pferde gegeben werden musten. Am Abend wurde einer einlogirt. Am Abend fiel Schnee. – Die 100 Pfund Heu kosten hier 10 Reichstahler, das Korn in Köln 5 Reichstahler 24 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Die Nacht hat es gefroren. Der Rhein passirte gestern dicht mit Obereis.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Am Abend trieb der Rhein schon unserm Dorf vorbey bis an die Landstraße, obschon es die Nacht kernhaft gefroren hatte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Starker Frost. Die Franzosen halten sich noch in Gülich.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Der Rhein treibt dicht mit neuem Eis. Es ist keine Nachfrage nach Früchten, weil der Rhein noch durch die Blokade von Wesel gesperrt ist. Eine österreichische Armee zieht über Dion, Langres etz. auf Paris. 26. und 27. Schnee und Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Thauwetter. Das Korn steigt. Hier kostet das Malder Neusmaas, nach Zons geliefert 6 Reichstahler 18 Stüber, Haber in Neus 3 Reichstahler 7 ½ Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Eine Nacht friert es etwas, und dan thauet es wieder. – Die alliirte Armee steht zu Nancy und Langres, die brabantische in Lüttich. Gülich hällt sich noch.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten, &amp;lt;u&amp;gt;als am Lichtmeßtage&amp;lt;/u&amp;gt; – Der gichtrische Herr Pastor hielt zur Noth die Frühmeß. Der Kaplan Herr Breuer ist schon seit 3 Wochen krank. Nun liegt auch unser Herr Vicar Peter Josef Schmitz seit gestern Abend zu Bett. Mithin hatten wir heute keine zweite Messe. Der Pastor, welcher um 10 Uhr die Lichtmeßkerzen segnen wollte, muste um diese Stunde nach Horm sich zu den Kranken fahren lassen. Kalt und viel Schnee.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[407]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Februar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten – Der Christian Schmitz, Michel Kranz, Henrich Nusbaum und Johann Annas hatten am 16ten des vorigen Monaths dem Friedensrichter auf der ihm zugehörigen Zonser Furth zu Delven fast alle Meublen gehohlt. Währender Zeit formirte sich ein Klub in der Gemeinde, der aus den Vornehmsten bestand. Sie beschuldigten den Friedensrichter allerhand Sachen, unter andern, daß er bey den Franzosen den Spion gegen die Alliirte gemacht etz. Zugleich wollten sie auch den Maier absetzen. Indessen hatte der Friedensrichter seine Klage am Tribunal in Kölln eingebracht. Der Commendant von Klemmert in Kölln gab vorgestern dem Friedensrichter 4 Kosacken mit, um die oben benennte Thäter zu arretiren. Kranz und Schmitz nahmen die Flucht, Nusbaum und Annas wurden heute auf Kölln geführt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Es regnet ein Tag, dan folgt wieder Schnee und Frost. Täglich ziehen jetz russische und schwedische Truppen zu Kölln und Xanten über den Rhein. Die Armee in Brabant dringt auf Brüssel, die Österreicher, welche durch die Schweitz gekommen sind, ziehn über Chalons auf Paris.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10. und 11ten – Angenehme Tage. Es sangen die ersten Lerchen. Am 10ten abends kame der schwedische Kronprinz (ehemals der französische General Bernadotte) in Kölln an. Die Stadt ware illuminirt, das Rheinufer mit Pechkränzen erleuchtet, und zahlreiche Kanonensalven zu Deutz und Kölln unter dem Vivatrufen mehrerer tausend Menschen und einer köllnischen, russischen und schwedischen Musick schaften einen sonderbahren imposanten Anblick. Es waren so viele Truppen jenseits, daß die ganze Nacht übergefahren werden muste. – Am 12ten und 13ten Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Gestern schrieb der Maier von Neus an den hiesigen Maier, daß er 60 doppelspännige Karren vor heute bereit halten soll, um schwedische Truppen fortzubringen. Der hiesige Maier antwortete, daß die Karren durchfahren müsten. Am dunkeln Abend kamen die Truppen an. Die hiesige Pferde waren alle versteckt. Die Bauren wollten nicht weiter fahren und waren sehr frech. Die schwedische Soldaten betrugen sich ausserordentlich gut. Starker Frost. Kornpreis 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Es friert anhaltend so stark, daß der Rhein dicht mit Eise geht. Der Kronprinz von Schweden ist noch immer in Kölln. Deswegen sind schon seit seiner Ankunft daselbst aus allen Gemeinden viele Dienstpferde zu dessen Abfahrt in Kölln aufgestellt. Auch unser Posthalter hat seit dem 10ten dieses 12 Postpferde zu Kölln stehen, welche nichts verdienen und viel verzehren. – Die alliirte Armee hat die Franzosen bey Brienne in Frankreich geschlagen und rückt über Sens auf Paris. – Haaber 3 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[408]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Es friert noch immer anhaltend und so stark, daß noch immer Eis im Rheine ist. Der Mangel an Kohl und Geriß ist bey Arm und Reich äusserst drückend. – Täglich passiren zu Düsseldorf und Kölln viele Truppen, jetz meistens Schweden, die sehr gesittet sind. Die Armeen schlagen sich bey Troyes täglich, Napoleon hat die Armee aus Spenien an sich gezogen und wehret sich hartnäckig. – Kornpreis hier Neusmaas 6 Reichstahler 15 Stüber, Heu 11 Reichstahler, Haber 3 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Heut Nachmittag 4 Uhr kamen 10 russische Cosaken von Köllen bey den Maier und fragten nach Neus. Sie tranken und assen. Überdem kamen noch 600 zu Pferd an, sprachen mit den ersten und begehrten Logement. Der Maier brachte es doch soweit, daß nur 200 hier blieben, die übrigen wurden nach Zons, Hakenbroich und Delven verlegt. Sie hatten sich verritten und musten wieder hinauf über Düren nach Aachen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Es ist noch eben kalt, und dieser Monath könnte für dem December bestehen. Kornpreis hier Neusmaas 6 Reichstahler 15 Stüber, Weitzen 6 Reichstahler 50 Stüber. – Vorgestern ist Michael Kranz (siehe 5ten Februar 1814) zu Kölln verhaftet worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Es ist noch über 2 Fuß tief in die Erde gefroren. So anhaltend und stark für diese Jahrszeit that es das seit meinem Gedenken nicht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Diesen Abend ward es gelinder. Am 22. und 23ten warm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Der Frost geht aus der Erde, ohne daß es einen Tropfen geregnet hat. In den Gärten ist noch nichts gegraben, und heute gienge der erste Pflug zu Felde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten, samstags Nachmittag wurden Billetter gemacht für 400 Mann Landwehr aus dem Nieder-Bergischen. Es kame doch nur eine Compagnie von 150 Mann. Sie waren ziemlich insolent und kostspielig.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten, &amp;lt;u&amp;gt;sontags&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut 5 Uhr fienge das zu Erhaltung des Friedens und Wieder-Einsetzen des Pabstes ausgeschriebene 40-stündige Gebeth an. Es ware kaum halber sechs, als in der Scheure des Herrn Vicarius Feuer ausbrach. Der Anton Schmitz rief die Leuthe aus der Kirche, die Soldaten kamen herbey, und augenblicklich waren eine Menge Menschen versammelt. Der Wind ware still und trieb auf Nivenheim. Da aber die Scheuer des Vicar sehr hoch und voller Stroh war, so fiengen die Ställe und das bis an die Straße mit Stroh gedeckte Backhaus an zu brennen. Zugleich fiengen die diesseits auf die Kirche hin liegende Scheuren des Reiner Mick, des Wilhelm Langenfeld und abwärts die Scheuren des Josef Schmitz und jene der Erben Reiner Zander Feuer und wurden der Erde gleich gemacht. Es ist kein Vieh verbrennt. Und als die 6 aus der Nachbarschaft ankommende Brandspritzen hier waren, da ware schon dem weiteren Einreissen der Flamme Einhalt gethan.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[409]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten April – Diesen Abend 8 Uhr hörten wir abwärts in Neus und Düsseldorf Kanonieren. Etwas späther läuteten zu Zons alle Klocken. Der Bürgermeister schickte eine Ordonanz nach Zons, welche die Antwort mitbrachte, daß Paris von den Alliirten eingenohmen seye. Sogleich wurden hier die Böller gelöset. Darauf läuteten alle Klocken. Der Vicarius gab um halb 11 die Benediction und stimmte das &amp;quot;Te Deum&amp;quot; an. Das Klockengeläute, Schiessen und Beyeren dauerte bis des Morgens 4 Uhr. – Warm Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten, Gründonnerstag, bekamen wir 40 Kosaken mit 50 Pferden blos für &amp;lt;u&amp;gt;Dormagen&amp;lt;/u&amp;gt; in Kantonirung; alle benachbarte Gemeinden bekamen deren ebenfals, welche liegen bleiben. Kornpreis 6 Reichstahler 18 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten, &amp;lt;u&amp;gt;Ostermontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Verflossene Nacht um 12 Uhr kame ein Kourier mit der Nachricht, daß Napoleon gefangen, die französische Armee die Waffen abgelegt und daß der Friede unterzeichnet ist. Sogleich wurden die Klocken geläutet und mit den Böllern geschossen. Auch giengen gleich in der Nacht Expressen nach allen Gemeinden des Kantons, welche diese Nachricht kund thaten. Der Pastor von Zons gienge mit dem Hochwürdigen Prozession durch alle Gassen der Stadt, alle Bürger begleiteten den Zug mit Kerzen, so daß kein Pfund mehr in der Stadt zu haben war. An dem Kreutz vor dem Rheinthor wurde Station gehalten, und erst als der Tag anbrach, kehrten sie zur Kirche zurück. – Kornpreis hier 6 Reichstahler 10 Stüber Neusmaas.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Dominica in albis&amp;lt;/u&amp;gt; – Gemäß Befehl des Herrn Kreisdirektoren muß heute allenthalben das Fest der Einnahme von Paris gefeyert werden. Wir hielten Hochamt mit Paucken und Trompetten und nachdem &amp;quot;Te Deum&amp;quot;. Des Abends war Ball in Panneshaus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Es ist anhaltend schönes Wetter. Die am 7ten hier in den Kanton gequartierte Kosacken sind den 16ten nach Hülchrath, Evinghoven etz. verlegt worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Einige Tage ware es kühl und naß, welches man für das Feld zuträglich hällt, da bey den warmen Tagen das Korn spitz aufschoß. Verfloßenen Sonntag hielten die Zonser ihre Gottestracht wie vor Alters sehr feyerlich. Des Abends waren alle Häuser in der Stadt illuminirt, und vor dem Feldthor wurde ein Feuerwerk abgebrennt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Die Kirchmeistere fragten vor einigen Tagen beym Herrn Pastor an, ob er erlauben wolle, daß am heutigen Tage Prozession gehalten werde, weil der Bürgermeister zur Feyer der Einnahme von Paris ein Fest halten wolle. Der Pastor erklärte, daß er selbst das Hochwürdigen austragen wolle. Es wurden Anstalten gemacht, Herr Rekinger von Knechsteden bestellt, Musicanten accordirt und alles angewendet, um dieses religiöse Fest mit unserer alten Gottestracht zugleich zu feyern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[410]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten Mey, &amp;lt;u&amp;gt;Gottestracht&amp;lt;/u&amp;gt; – Allein, gestern Nachmittag, als der Hülfsgeistliche ankam, läugnete der Pastor die den Kirchmeistern und mehreren andern gethane Erklärung; und weil die General-Vicarien von Aachen noch vor 14 Tagen das Processionen-Gehen verbothen hätten, so protestierte er gegen die zu haltende Gottestracht. – Die ganze Gemeinde war unwillig. Man beschloß dennoch, die Procession zu gehen. Nach dem hohen Amt zohen wir ohne Geistliche aus, an der Lämbchens-Station beteten wir 5 &amp;quot;Vater unser&amp;quot;, von da gienge der Zug um das Dorf, auf Horm, neben der Windmühle vorbey. – 8 zurückgekommene Soldaten begleiteten die Procession unter Anführung des Commendanten Lützenrath. Jacob Cremer trug eine eigends verfertigte große dreyfarbigt alliirte Fahne. Die Soldaten feuerten bey jeder Station. Das Wetter ware sehr schön und die Procession zahlreich. Hier ward mit Böllern gefeuert. Die Hormer hatten solche ebenfals gleich nach dem Auszug der Procession dahin bringen lassen, wobey auch 7 Hormer Jungen aus Flinten feuerten. Düsseldorfer Musikanten spielten bey der Procession, die in schönster Ordnung unten am Dorf einzohe. Wie wir auf den Kirch-Hof kamen, da empfieng uns der Pastor mit dem Venerabel. – Abends waren fast alle Häuser erleuchtet; besonders zeichnete sich jenes vom Maier, Steinberger und das Posthaus aus, wo die Nacht und ein Theil des 2ten Mey bis 7 Uhr getanzt wurde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten, &amp;lt;u&amp;gt;Hagelfeyer&amp;lt;/u&amp;gt; – Die Procession wurde nicht gehalten. Diesen Nachmittag kamen die Zonser mit einer transparenten Fahne, worauf eine Chicane gegen Napoleon angebracht war, hieher. Die hiesige Bürgerwache mit Gewehr und Fahnen, von der Musick und einer Menge begleitet, hohlten sie zwischen Walhoven ab. Am Abend wurde die transparente Fahne am Hause des Wirthen Rensing aufgestellt und rückwärts illuminirt. Um 8 Uhr, wie im Posthause alles am tanzen war, da hörte man Hülfe-Rufen. Die Fahne brannte fürchterlich und hatte mehrere Puppen am Dach gezündet, doch ward in Zeit von ein paar Minuten alles vorüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten bis 6ten – Nachtfröste. 7ten Regen. Kornpreis in Kölln 5 Reichstahler 7 ½ Stüber, Weitz 6 Reichstahler 20.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Es ist kalt und nordwindig. Klee kann noch nicht wachsen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kristi Himmelfahrt&amp;lt;/u&amp;gt; – Wir bekamen heut in die Maierie 150 Baskiren, eine Art von Kosaken. Sie wurden nach Hakenbroich und Delven verlegt,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[411]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;so daß hier nur 150 Mann blieben. Den 20ten mittags kame die Ordre, daß sie fort musten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut kamen 130 Kosaken hieher. Die Halbscheid gienge nach Hakenbroich und Delven, und die Halbscheid bliebe hier. Im Posthaus, wo der Obriste logirte, gienge es toll zu. Der Obrist hat selbst einen Koch, welcher die Küche versieht. Die Gemeinde muß alle Tage 2 Masen Wein liefern. Sie bekommen 10 Pfund Heu und ein Viertel Haaber. Nach Horm ist durch ein Versehen nichts gekommen; dafür liefert Horm alle Tag 30 Rationen Heu und 30 Faß Haaber hieher.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Kalter Regen. Korn hier das Neusser Malder 5 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Die Kosaken kosten das Dorf entsetzlich viel: alle Tage 10 Malder Haber und 160 Rationen Heu zu 10 Pfund, wovon das 1.000 Pfund zu 10 Reichstahler 30 Stüber bezahlt wird. In allen anderen Gemeinden, als Zons, Worringen, Hakenbroich etz., müssen sie 15 Pfund Heu und 1 ½ Reichstahler, theils ein Faß Haber auf das Pferd, geben. Gemüß essen die Kosaken keins, ausser sauren Kappus, hingegen destomehr Fleisch. Brandwein trinken sie ohne Maas. Indessen ist hier im Dorf noch keiner von ihnen geschlagen worden, welches rund um her doch häufig geschieht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten [Junius] – Heut Morgen 7 Uhr musten die Kosaken aus der ganzen Gegend fort. Seit lange ware es trocken und kalt. Fienge es auch zuweilen aus Norden zu regnen an, so nahme der schraffe Wind doch gleich wieder alles dürre. Erst heut Nachmittag fängt es aus Süden warm zu regnen an. Kornpreis hier 5 Reichstahler 30 Stüber, Haber 28 Schilling, 1.000 Pfund Heu 14 Reichstahler. 4ten warm und trocken.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Acht Tage hindurch hatten wir die in Magdeburg eingeschlossene französische Garnison in verschiedenen Abtheilungen logirt. Sie gehn auf Metz.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 20ten logirten hier und in der Gegend 3.000 Sachsen. Sie waren kostspielig für den Bürger. – Zu Wien wird ein Congress eröfnet, wo die Angelegenheiten Deutschlands ins Reine gebracht werden sollen. Einstweilen besezt Preussen die hiesige Lande, und alle Abgaben fliessen in die Königliche Kasse.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 17ten, 19ten, 20. und 21ten hatten wir Regen, doch ist solcher noch nicht an die Wurzel kommen. Kornpreis 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Überflüssiger Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten Julius – Der Kayser von Rußland soll morgen hier passiren. Dewegen sind 105 Pferde aus dem Kanton hier, worunter 8 Postpferde von Bergheim und 8 von Langenfeld mit einbegriffen. Am 3ten-4ten sehr heisse Tage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Heut um 1 Uhr passirte der Kayser von Rußland hierdurch. Schon seit dem 2ten ware es alle Tage voller Fremde hier, welche dieselbe sehen wollten. Alle Häuser waren mit Meyen gezirt und die ganze Strasse mit Laub und Blumen bestreut. Am Posthause presentirten 4 Kinder seiner Majestät einen Blumenstraus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[412]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es waren die 2 Töchter des Bürgermeisters, Jacobina und Helena Delhoven, dann die zwey Töchter aus dem Posthaus, Catharina und Gertrud Sturm. Auch wurden 5 oberländische reisende Musikanten angehalten, welche während dem Pferdewechseln aufspielten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten-14ten – Heisse Tage. Kornpreis 5 Reichstahler 50 Stüber, das 1.000 Pfund neue Heu in Kölln 11 Reichstahler 36 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Die ganze Zeit über ware es trocken, die 3 lezte Tage aber übermässige Hitze. Man hat, weil die Erndte späth gekommen, erst vorgestern angefangen, Korn einzufahren. Das meiste steht aber noch vest. Klee ware wenig und diese sehr schlecht. Die ausserordentliche Hitze hat vollends alles Futter verbrennt, so daß fast jederman Stroh für die Kühe füttert. Das alte Korn gillt kaum 4 Reichstahler 30 Stüber, neues ist noch kein gedroschen. Heut Mittag brachte ein Donnerwetter uns Regen, den wir so nöthig hatten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Das Korn ist noch nicht alle ab. Dieser Täge ware es schön Wetter, zuweilen ein wenig Regen. Seit 14 Tägen haben wir preussische Infanterie hier logirt; es sind bey 60 Mann. Sie betragen sich sehr gut. Das neue Korn gillt 5 Reichstahler 7 ½ Stüber, neuer Weitz 9 Reichstahler 20 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Donner mit Regen. – Der Kayser Napoleon, der auf der Insel Elba als souverainer Kayser regiert, hällt sich ruhig. Frankreich ist von alliirten Truppen verlassen, Holland durch den Prinz von Oranien, Brabant durch die Engländer und die nieder-rheinische Lande durch Preußen besezt. Es soll zu Wien ein Kongreß gehalten werden, welcher anfangs October von den alliirten Monarchen selbst besucht werden soll.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Plötzlich schluge das Malder Weitzen auf bis 10 Reichstahler 15 Stüber hier in loco. Korn hat sich auch bis 6 Reichstahler gehoben. Wir hatten eine Zeither nothdürftigen Regen mit schönem warmem Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten September – Nöthige Regen und kühl. – Weitz ist bis 8 Reichstahler 30 Stüber gefallen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14. bis 17. – Sehr schöne Sonnentage. Kornpreis 6 Reichstahler 15 Stüber, welches rein ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten October – Es ist anhaltend trocken Wetter. Die Fourage ist so rahr, daß kein Mensch sich dessen erinnert. Das 1.000 Pfund Heu gillt 15 Reichstahler, in Kölln das Pfund Butter 29 Stüber. Das gesähete Korn kan nicht heraus kommen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt; – Bis 14ten kälterich-trocken. Die Kirmes ware schön, aber doch nicht viel von Fremden besucht. Seit Anfangs August haben wir preussische Einquartirung. Die Ofizier waren viel bey der Musick im Posthaus und bey Perea in Panneshaus, die gemeine Soldaten aber durften nicht dahin kommen. – Weitzen-Preis 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[413]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Vor vierzehn Tägen hatten wir soviel Regen, daß die Saath heraus kommen kan. Seitdem ist es immer warm. Auch fängt das Rübkraut etwas an zu wachsen, welches bisher noch so klein war, das es ungebunden in Körbe gekrautet oder mit Säcken heimgetragen wurde. In Kölln gillt das Pfund Butter 30 Stüber. Die meiste Halfen müssen selbst die Butter kaufen, weil die Kühe Stroh fressen und weil jederman noch Einquartirung hat. – Kornpreis 6 Reichstzahler 15 Stüber, Weitzen 9 Reichstahler 30 Stüber, Haaber 28 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten, &amp;lt;u&amp;gt;Freytag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut Abend 6 Uhr, als wir bey Perea in Pannes-Haus im Zirkel unserer Abendgesellschaft sassen, hörten wir auf einmal draussen Lärm. So wie wir die Thüre öfneten, sahen wir, daß es die Scheure des Pannes war, welche in lichten Flammen stand. Der Wind kame vom Nöthstein und ware günstig, jedoch ergrif die Flamme sogleich die Scheuer des alten Posthauses, worin der Wilhelm Coenen und Wolter Schülgen mehr dan für tausend Reichstahler Frucht liegen hatten. In der Pannes-Scheuer hatte Peter Strak, Wilhelm Hövel, Johan Görges und Joan Boeser Frucht liegen und Letzterer mit Wilhelm Hövel heut bis 4 Uhr gedroschen. Vermuthlich ist eine Tabackspfeife liegen geblieben, denn angestochen ist es nicht. – Weil es noch anhaltend trocken ist, so ware das Wasser rahr. Zweymahl verstopften sich unsere Brandspritzen, weil wir aus Mistpfühlen schöpfen musten und viele Pumpen und Brunnen trocken waren. Der Rhein ist äusserst klein. Es komt kein Geriß, weil der Roerfluß ausgetrocknet ist. – Seit Ends September sind der Kayser von Rußland, der König von Preußen, Bayern, Würtemberg, Dännemark nebst vielen Fürsten und Großen in Wien, halten täglich Bälle und Lustbarkeiten, ohne noch den Congress eröfnet zu haben. Der französische Gesandte hat eine Note übergeben, und man fürchtet wieder neuen Krieg. Wir haben jetz den Obristen mit 14 Musicanten und etwa 20 Mann nebst 2 Ofizieren hier und in Horm und Rheinfeld, die sich gut betragen. Das 1.000 Pfund Heu gilt 13 Reichstahler, Korn 5 Reichstahler 30 hier, Weitz 8 Reichstahler 20 Stüber, Haaber 26 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Noch immer ohne Frost mit wenig Regen. Indessen ist der Rhein gewachsen, das jetz erst schwarzer Brand herauskommen kann, woran bisher drückender Mangel ware. Viele Ackerleuthe haben bey dem trockenen Herbst ihre Consumption zu Eschweiler gehohlt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[414]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1814&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Die Tochter des ehmaligen Scheffen Küpper hatte früher den Herman Müller von Mühlheim an der Ruhr geheyrathet, welcher Protestant ware. Dieser starb und wurde am Sontag Nachmittag auf dem Kirchhof in der Hütte am Beinhaus begraben. Die Nachbarn geleiteten die Leiche, doch ohne sich wie sonst zu bethen. Indessen liefen eine Menge jauchzende Kinder vorher und lärmten, als wenn sonst ein Jude begraben wird.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Diese Nacht fienge es zuerst an zu frieren, da es bisher stets warmes Wetter war. Wir hatten einige Regentage, welche den Rhein den Ufern gleich anschwellten, der doch dies Jahr kleiner als Menschengedenken war. Auch wehete vorige Woche ein entsetzlicher Wind. Am 15ten abends giengen 6 Häuser zu Blie gegen Worringen in Brand. Da der Wind so sehr stark war, so ware an kein Löschen zu denken. Nur die Scheuer vom Blierhof wurde mit vieler Müh gerettet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Starker Frost. Am 28ten Regen. Kornpreis 5 Reichstahler 15 Stüber hier Neusmaas. – 31ten – Das verflossene ware ein merkwürdiges Jahr: Die Regierungs-Abwechslung und der Abzug der Franzosen, so wie die Ankunft der Alliirten und Kosaken giengen glücklich vorüber. Indessen sind seit deren Ankunft der Auflagen und Lieferungen sehr viele geworden, so daß, wenn nicht so viele Früchten gerathen und diese nicht so gut im Preise gestanden, so würden viele Bewohner ruinirt worden seyn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1815 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[415]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1815&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Unser Land wird noch provisorisch verwaltet, und daß wir von der französischen Despotie erlößt sind, werden wir im Bezahlen der Abgaben noch gar nicht gewahr. Nur, daß viele junge Leuthe aus dem französischen Dienst und aus der Gefangenschaft zurück kommen, erleichtert den Ackersman, dem Arbeiter fehlen, welche durch die Conscription ihm genommen worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten – Heut wurden die Rebellen vom vorigen Jahre (Michel Kranz, Christian Schmitz, Wilhelm Nusbaum und Johann Annas) zu Köln verurtheilt: Christian Schmitz, auf flüchtigem Fuß, wurde zu 3 Jahr Prison, Michel Kranz zu 6 Monath und die beyde andere zu 3 Monath verurtheilt. Es waren 23 Zeugen von hieraus nach Kölln citirt, welche von der Regierung jeder mit 4 Francs bezahlt wurden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Bisher hatten wir anhaltenden Frost, diesen Morgen Regen. Kornpreis hier 5 Reichstahler 33 Stüber Neusmaas, Weitz 8 Reichstahler, Haaber 25 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Es stürmte zwischen Regen und Schnee bis gestern, heut Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Vom 15ten hat es gefroren bis heut. Auch fiel alle Tage etwas Schnee. Die 1.000 Pfund Heu werden in Kölln mit 16 à 17 Reichstahler bezahlt. – Vorige Woche, am 18ten, hielten von den hierumher kantonierenden Preußen 800 ihr Abendmahl hier in der Kirche. Erst war eine Predigt über das Thema: &amp;quot;&amp;lt;u&amp;gt;Gib mir Herr ein reines Herz&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;quot;. Dann wurden Lieder gesungen und communicirt. Der reformirte Prediger theilte Hostien wie die unsrige an einer Seythe des Altars aus, und an der andern reichte der luthrische aus einem zinnernen Kelch den Wein. Sie wurden nicht einlogirt, ausser die 2 Predicanten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Thauwetter. Kornpreis 5 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 8 Reichstahler 20 Stüber, Haber 26 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Anhaltend offenes Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten Merz – Der Februar ware sehr gut. Fast in allen Gärten ist schon gepflanzt und gesähet. Kornpreis 5 Reichstahler 25 Stüber. – Noch dauert der Congress in Wien fort, ohne daß man weis, was verhandelt wird. Wir haben noch stets 50 Mann Preußen hier, 5 Gensdarmen und 5 Reuter für die Correspondenz.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Die Merzerstürmen sind im Anzuge. Alles fängt an zu wachsen. – Bey dem Pariser Frieden wurde Napoleon mit dem Titul Kayser nach der Insel Elba transportirt, wo er als Souverain regiert. Die Kayserin mit ihrem Sohn gienge zu ihrem Vater, dem römischen Kayser, nach Wien. Sie regiert zu Parma und Pinzenze als Kayserin.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[416]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1815&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der König von Neapel, Joachim Murat, Schwager von Napoleon, blieb König von Neapel. Er organisirte diesen Winter seine Armee, die aus achtzigtausend Mann besteht. – Nun ist Napoleon am 26ten Februar von der Insel Elba fort und am 1ten Merz zu Frejus mit 1.100 Man gelandet. Er marschieret auf Lion zu. – Kornpreis hier 5 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Haber 3 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu in Kölln 11 Reichstahler, kostete vor 1 Monath 17 Reichstahler. Wir haben seit 8 Tägen anhaltend stürmisches Wetter, so daß der Rhein auszutreten drohet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten, &amp;lt;u&amp;gt;Palmsontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut ware es kalt, doch trocken. Der jetzige Kaplan, Herr Lützler, hielt heut Nachmittag die vor Alters gewöhnliche Römerfahrt. Die Prozession ware sehr zahlreich. – Napoleon ist in Lion, die französische Truppen laufen ihm zu.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten und 22ten – Sehr angenehme Tage. Der Rest der Kahrwoche war stürmisch, doch giengen wir am Karfreytag Prozeßion, musten aber wegen dem Regen an der Hellbüchels-Gasse hereingehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten, &amp;lt;u&amp;gt;Osterabend&amp;lt;/u&amp;gt; – Napoleon ist am 19ten in Paris eingezogen, der König ist fort, und die Monarchen sind noch zu Wien auf dem Kongreß versammelt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Heut musten die hier den ganzen Winter gelegene Preussen fort. Sie ziehen auf die französische Gränze. Auch kommen viele Preussen von der andern Rheinseite zu Wesel, Kölln und Düsseldorf herüber. Zu Kölln werden zwey Brücken geschlagen. Kornpreis Neusmaas 5 Reichstahler 50 Stüber. Am 8ten Kornähren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten, &amp;lt;u&amp;gt;Gottestracht&amp;lt;/u&amp;gt; – Um fünf Uhr war die erste und um 7 die hohe Messe. Der Kaplan, der die Prozession mit dem Venerabel begleiten wollte, bekam gestern Abend Nachricht vom Pastor von Nivenheim, daß, wenn der Kaplan mit Procession gienge, so würde er verklagt werden. Wir giengen also alleine, und zwar den alten Weg. Hinter dem Kohr giengen die Kinder, welche zum ersten communicirt hatten, 40 an der Zahl, unter Vortragung zweyer gezierten Kerzen, jede von 3 Pfund, und 1 Fähnlein. Die Prozession ware sehr groß und nahme sich vorzüglich schön aus an Zons, wo die gesammte Bürgerschaft Zuschauer ware.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17., &amp;lt;u&amp;gt;Hagelfeyer&amp;lt;/u&amp;gt; – Heute wurde die Prozession wieder dem alten Weg nach an Sassen vorbey gehalten. Am 19ten und 20ten Nachtfrost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Der Aprill ware fast anhaltend nordwindig-trocken. Nur sontags, den lezten April hatten wir nachmittags einen durchdringenden Regen. Kornpreis hier auf der Platz 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[417]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Stadt Kölln soll bevestigt werden. Zu dem Ende arbeiten 7.000 Bauern daran. Unsere Maierie muß täglich 14 Mann stellen. Sie bekommen von der Regierung 12 Stüber. Auch ist es auf dem Congress zu Wien beschlossen, daß wir nun preussisch sind. Napoleon sizt zu Paris, und die preussische Truppen stehn auf der französischen Gränze. Allen Anschein nach wird es Krieg. – Wir müssen jetz stark ins Magasin zu Kölln liefern, die Maierie Dormagen 130 Malder Korn, 400 Malder Haber, 10 Kühe etz. Es sind 8 Milionen extra ausgeschlagen. Daraus soll diese Lieferung bezahlt werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten, &amp;lt;u&amp;gt;Pfingstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Kornblüh, gestern Regen, heut schön Wetter. Sieben Täge muß die Maierie nacheinander jedesmahl 17 doppelspännige Karren nach Kölln in den Park stellen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Verflossene Nacht starb unser Pastor Lambert Josef Dahmen, von Spiel bey Jülich gebürtig. Seit 1795 lebte er hier. Er ware ein Mann von eingeschränktem Verstand, karg wie fast alle Geistliche. Übrigens hat die Geschichte sehr weniges von ihm aufzuzeichnen, was merkwürdig ist. – Heute musten aus jedem Canton der Oberbürgermeister und ein von den übrigen Bürgermeistern gewählter Deputirter zu Aachen erscheinen, um der Eydesleistung dem Königs von [Preußen] beyzuwohnen. Sie musten alle in schwarzen Röcken, seidenen schwarzen Unterkleidern und Degen erscheinen. Von hier ist mein Bruder Thomas Delhoven und als Deputirter der reiche Bürgermeister Cremerius von Worringen dahin.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten, &amp;lt;u&amp;gt;Dreyfaltigkeit&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut leistete hier die Bürgermilitz den Eyd. In Posthalters Bongart stellte sich nachmittags 2 Uhr das Bataillion auf, gienge dan im Zug in die Kühbenden, von da wieder nach der Bürgermeisterey, wo der Adler aufgepflanzt wurde. Demnach ward im Posthause an einer Tafel von 50 Gedecken gespeiset und bis an den Morgen getanzt. – Schön Wetter. Kornpreis hier 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Es ist seither so trocken gewesen, daß Klee und Gemüse verdorren. Weitzen 8 Reichstahler, Haaber 4 Reichstahler, ein Pfund Café 19 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten hielten wir um 7 Uhr eine Segens-Messe zur Erhaltung eines fruchtbaren Regens. Um 11 Uhr brachte ein vorbeyziehendes Donnerwetter auch wirklich eine stundenlange Schauer, welche beynah an die Wurzel drang.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 27ten – Es regnet alle Tage. Wir hoffen auf gutes Wetter. – Zu Kölln ist ein großes Magazin angelegt, wozu von allen Gemeinden bis in die Gegend von Nimmegen geliefert werden muste. Kornpreis 6 Reichstahler 15 Stüber, Weitz 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[418]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1815&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Am 15ten dieses haben die Feindseligkeiten zwischen den Franzosen und Preussen angefangen, wo mit lezteren die Engländer vereiniget waren. Der erste Angriff geschahe auf Charleroi und Namur. Am 18ten wurden die Franzosen wieder zurückgeschlagen, nachdem sie in die Gegend von Brüssel und Lüttich vorgedrungen waren. – Am 23ten musten die hiesige junge Leuthe von 17 bis 40 Jahren zu Kölln ziehen. Die Geheyrathete blieben fast alle hier, wofür der hiesige Bürgermeister zohe, doch wurden die Männer ins Depot gesezt. Die Meyerey Dormagen, das heißt Dormagen, Hakenbroich, Delven, Horm und Rheinfeld, müssen 52 Conscribirte stellen. – Zu Kölln ist seit April eine stehende Brücke.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dieser Monath ware meistens naß, so daß bis Ende des Monaths noch wenig Korn eingefahren ware. Die Preußen und Engländer sind nach der gewonnenen Schlacht vom 18ten Junius wieder in Paris eingerückt. Nachdem sind auch die Österreicher und Russen in Paris eingezogen. Napoleon hat sich eingeschift und den Engländern ergeben. Er wird auf die Insel St. Helena gebracht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Das alte Korn gillt 7 Reichstahler, das neue ein Schilling weniger.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten – Bey Gelegenheit des heutigen Portiunculafestes wurde der bisherige Pastor von Pulm, Herr Kessel, als Kantons-Pfarrer hier eingeführt. Er wurde mit der Prozession bis an der Pastorat abgehohlt, dann das Dorf hinauf bis um Lämbgens Heiligenhäuschen geführt. Als wir bald an den Kirchhof kamen, überraschte uns eine Regenschauer, so daß die Procession auseinander lief. Nun nahme er Possession und hielte dann das Hohe Amt. Zehn Geistliche waren im Ornat. Im Posthaus wurde das Tractement gehalten, worauf der Friedensrichter, Bürgermeister und President vom Kirchenrath eingeladen waren, und wo der Pastor für jeden Mitessenden ¾ Kronthaler, einschlieslich 1 Boutollin Wein pro Tete, bezahlen muste.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Anhaltend Regen. Es ist einer von den nassesten Sommern seit 50 Jahren. Korn und Weitz wird halb trocken eingefahren. Das 1.000 Pfund Heu gillt in Kölln 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Heut erst fienge es an, trocken zu werden. Die Brach im Feld sieht übel aus. Es gibt Stücker im Feld, wo man mit der Sense das Unkraut abhauen muß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Diese Täge waren trocken und entsetzlich heiß. Das neue Korn gibt erbärmlich schlecht. Das Neusser Malder kostet an 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[419]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1815&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten September – Das Wetter ist anhaltend trocken und heiß, welches der wüsten Brache sehr gut zu statten kömmt. – Daß das Korn so schlecht gibt, schreibt man den kalten Nächten Ends April zu, wo die Ähren erfrohren sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Diese Nacht hat es Eis gefroren und ware weis gereift. Alles Bohnen- und Erdäpfellaub ist erfrohren. Das neue Korn gillt 8 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 9 Reichstahler, die 1.000 Pfund Heu in Kölln 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Die Russen ziehen gröstentheils aus Frankreich, doch ist der Friede noch nicht abgeschlossen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten, &amp;lt;u&amp;gt;Montag&amp;lt;/u&amp;gt; – Gestern wurde das Michaels-Fest bey schönem Wetter gefeyert. Erst um halber zwey zohe die Prozession ein. Der neue Pfarrer hatte einige Meistbeerbte zum Abendessen geladen. Da ich mich auch dabey befand und etwas späth schlafen gegangen war, so schreckte mich das Rufen auf unserer Treppe von einer Magd (&amp;quot;Hülf, es brennt!&amp;quot;) aus dem Schlaf. Es ware diesen Morgen bald 5 Uhr. Ich glaubte, es wäre in unserm Hause. So wie ich auf die Straße kam, sahe ich den Brand unten im Dorf. Es ware der Stall des Winand Gussenhoven und das Dachwerk des Henrich Brinkempen seines Hauses, welches in Zeit von einem kleinen halben Stündchen ganz gelöschet war. Nie in meinem Leben habe ich den Rauch so pfeilgrade in die Luft steigen sehen. Es ware so windstill, daß kein Blättchen sich an einem Baume bewegte. Man vermuthet, daß es angestochen ist, denn acht Tage vorher klagte der Winand Gussenhoven mir, daß der Heinrich Klütsch i[h]m damit gedrohet. – Der Brand ware so geschwind gelöscht, daß keine Fremde hiehin kamen. Kornpreis 7 Reichstahler 10 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Die am 8ten angefangene Kirmes währte bis der Tag anbrach am Freytag Morgen. Das Wetter ware so schön, als man wünschen konnte. Im Posthaus, bey Perea im Panneshaus und bey Jacob Witges neben der Kirche war Musick. Das Malder Haber 18 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Das Wetter ist anhaltend und lieblich. Kornpreis in Neus 7 Reichstahler 36 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 4ten – Frost. 7ten, 8ten Regen. Am 11ten Kornpreis in Neus 8 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – &amp;lt;u&amp;gt;Herbstwetter&amp;lt;/u&amp;gt; – Heut hatte ich Gelegenheit, durch Schefen Hugo von Zons alte Nachrichten von diesem Städtchen zu erhalten. – Als der Kayser Neus entsezte und ihm zu Ehren sein Bildniß auf dem Markt zu Neus auf dem Markt errichtet wurde, welche von den Franzosen bey ihrer Ankunft zerstöhret wurde, schenkte er dem Kuhrfürsten von Kölln den&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[420]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1815&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Neusser Rheinzoll, weil der Rhein, der damals an der Stadt Neus vorbey triebe, sein Bett verändert und nun Neus zu weit vom Strome entlegen war, mit dem Beding, daß der Kuhrfürst ein Schloß am Rhein bauen soll. Darauf bauete der Kuhrfürst das alte Schloß zu Zons und die Ringmauern, sezte auf das Feldthor diese Innschrift: &amp;quot;&amp;lt;u&amp;gt;Wer will zo uns bauen, soll Sitz und Stimme auf dem Lande haben&amp;lt;/u&amp;gt;&amp;quot;. Damals triebe der Rhein dicht an Dormagen und Zons vorbey, in den Jahren von 1300 und späther. – Demnach brach der Rhein oben Worringen durch, und das jetzige Rheinfeld ward zur Insel. Das Dorf Rheinfeld oder vielmehr der leere Platz hiesse damals das Rheinort. Ein gewisser Junker von Rheinfeld bauete den Rheinfelderhof, der damals neben dem Sandthof muß gestanden haben und &amp;quot;die Burg&amp;quot; hiesse. Da, wo Wallhoven steht, ware noch ein tiefes Loch, wo bey starkem Winde das Wasser große Wellen schluge. Es hatte deswegen den Namen &amp;lt;u&amp;gt;Welloch&amp;lt;/u&amp;gt;. Ein Bruder des Junker von Rheinfeld bauete den Wellverhof, gienge späther in das Stift St. Andreas, dem er den Wellhof so wie sein Bruder sein Rheinfeld den Antonitern in Kölln schenkte, wo er sich ins Kloser aufnehmen ließ.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Kalt. Die Rüben sind bey Menschengedenk nicht so gut gerathen. Indessen sind deren noch sehr viel im Feld.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Es ist so hart gefroren, daß man das Rübkraut nicht mehr loskriegen kann. Korn in Neus 7 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Harter Frost und sehr kalt. Wir hatten lange keine Einquartierung.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Gestern Abend fienge es an zu regnen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten hatten wir 400 Münstrische Landwehr für 1 Nacht logirt. Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten – Morgens 8 Uhr fienge es nach einem nächtlichen Regen streng zu frieren an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Harter Frost und am 9ten sehr kalt. Am 13ten Regen. Kornpreis 7 Reichstahler, Weitz 8 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu hier 8 Reichstahler, Malder Haber hier 2 Reichstahler 30 Stüber. 16ten viel Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten kamen 180 Pferde und 130 Kanoniere in die hiesige Mayerie. Auch kamen gestern Abend noch die Quartiermacher von 800 Mann Fußvolk. Um 10 Uhr fuhr der Her Posthalter mit dem Jacob Cremer auf Kölln und brachten eine Ordre vom Etappen-Commendanten, daß das Bataillon Fußvolk auf Zons gehen sollte. Sie thaten&#039;s aber nicht, und es ward sehr voll. Das Fußvolk hatte Rastag und gienge am 20ten fort. – Regen. Am 23ten Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[421]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1815&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Abends 10 Uhr kamen 26 Mann mit Wagen, woran 56 Pferde waren, hier ins Quartier. Sie hatten heut Rasttag und giengen am 24ten auf Düsseldorf. Jetz passirt viel preussische Cavallerie über Kölln nach Hause, so daß wir ohne die gewöhnliche 6 Park-Karren gestern noch 15 Karren in der Nacht nach Kölln stellen musten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Abwechselnd Wetter, 2 Täge Frost und wieder einige Regentage. Das verflossene Jahr ware besonders rauh an Fourage. Den ganzen Sommer hindurch bis späth in den Herbst konnte man den Klee nicht meisteren. Viel wurde davon zu Heu gemacht, der gröste Theil aber verdarb durch das immerwährende nasse Wetter. Rüben gab es so viel, daß noch für einen ordentlichen Winter genug davon im Felde steht. Die Frühen sowohl als die Späthen wurden gut. Die Winterfrüchten sind äusserst wenig ergiebig. Es ware Stroh genug gewachsen, aber Korn oder Weitzen drischt keiner mehr als ein halbes Malder, Haaber hingegen ist sehr ergiebig. – Das Malder Korn wird zu 7 Reichstahler 15 Stüber verkauft, Weitzen 8 Reichstahler 30, Haber 21 Schilling, das Pfund Butter 12 Stüber, 1 Pfund Café 20 Stüber, frisches Schweinfleisch 9 Stüber, Rind- und Schaaf-Fleisch 7 Stüber, 100 Bauschen Stroh 4 Reichstahler 30 Stüber. – Nach dem im Herbst zu Paris geschlossenen Frieden bleiben Russen, Preussen, Engländer und Österreicher in Frankreich. Es können wohl zweymahl hundert-tausend Mann seyn. Sie besetzen mehrere Gränzvestungen 5 Jahre lang, und in dieser Zeit bezahlt Frankreich 700 Milionen. – Die Truppenmärsche sind nun beynahe als beendigt anzusehen. In vielen hiesigen Gegenden haben die Preussen in den Quartieren übel gehauset, so daß der König desfals eine strenge Ordre hat ergehen lassen. Man verspricht sich im künftigen Jahre süssen &amp;lt;u&amp;gt;Frieden&amp;lt;/u&amp;gt;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1816 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[422]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1816&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Frost. Heut kamen in hiesige Bürgermeisterey 800 Münstersche Landwehr vor ein Nacht ins Quartier. Sie betrugen sich gut.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten logirten wir nur 90 Mann, weil der Rest auf Nettesheim muste. Sie hatten Rastag. Am 4ten Regen, abwechselnd Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Das stürmische Wetter hatte den Rhein so angeschwellt, daß die Leimkaule vollgeloffen war. Drauf fienge es heut an zu fallen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten kame unsere Landwehr mehrentheils in ihre Heymath auf Urlaub. Kornpreis 7 Reichstahler, Weitzen 8 Reichstahler, Haber 2 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Der Winter wechselt mit 8 Tagen ab, dan Frost, dan Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Auch bis heute hat das Wetter alle 3 Tage abgewechselt. Vom 17ten bis 20ten fror es herzlich, und der Rhein triebe dicht mit Eis. Die Früchten stehen noch still. Korn in Neus 7 Reichstahler 20 Stüber, Weitzen 8 Reichstahler 20 Stüber, Haber 2 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten Februar – Merzerschauren folgen aufeinander. Dabey friert es seit 3 Tagen für diese Jahrzeit stark.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten Merz trat der Rhein aus bis an die Landstraß, oben dem Pflug.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 10ten – Merzerstürme. Heut, am 11ten, hatte man eben angefangen, in den Gärten etwas zu graben, da fienge es am 12ten wieder an zu regnen. Am 15ten konnte man etwas graben. Kornpreis 7 Reichstahler 30 Stüber in Neus, Weitz 8 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Alle Tage Regen, so daß in den meisten Gärten noch nichts gegraben und viele Pflüge noch nicht zu Felde gegangen sind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Mit der Tag- und Nachtgleiche ist der Wind in Norden gegangen, und es friert seit dem 21ten bis heute, den 2ten April&amp;lt;ref&amp;gt;Am linken Rand: &#039;&#039;&amp;quot;April&amp;quot;&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, alle Nächte sehr stark, so daß man diesen Morgen mit dem Anspannen noch nicht bauen konnte. Die Frucht im Feld verliert sich, besonders auf leichten Gründen. Der Weitzen ware am 25ten Merz in Neus auf 10 Reichstahler 30 Stüber gegangen, steht aber nun wieder zu 9 Reichstahler 30 Stüber, das Korn 8 Reichstahler und die Haber 18 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten, &amp;lt;u&amp;gt;Palmtag&amp;lt;/u&amp;gt; – Weil das Wetter gar zu unfreundlich war, so ward eine Andacht in der Kirche gehalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten, &amp;lt;u&amp;gt;Karfreytag&amp;lt;/u&amp;gt; – Um fünf Uhr hielten wir die Prozession sehr zahlreich. Weil aber an der Hellbüchelsgasse eine Hagelschauer heranzohe, so giengen wir da herein und hielten die übrige Stazionen in der Kirche. Der Pastor gienge nicht mit, weil es den Geistlichen vom General-Vicariat in Aachen untersagt ist. – Graf Solms-Laubach ist in Kölln angekommen, um als Ober-President zu regieren und das Land nach preussischem Muster ganz von Neuem zu organisiren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten, &amp;lt;u&amp;gt;Ostertag&amp;lt;/u&amp;gt; – 15. und 16ten kalt mit Frost, Schnee, Hagel und Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[423]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Eingebundener gedruckter Totenzettel von Thomas Delhoven:]&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Jesus, Maria, Joseph, Michael&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Ehrwürdige Priester! Fromme Christen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;opfert und bethet&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;für die Seele&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;des Hochedelgebohrnen Herrn&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Thomas Delhoven,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Seit 22 Jahr gewesener Vorsteher, Präsident der Municipalität, Maire, und Bürgermeister des Hauptortes des Canton Dormagen, und Küster dasiger Pfarrkirche.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Welcher den 25ten April 1816. zwischen 7 und 8 Uhr Abends von einem Schlagfluße getroffen, vorhin durch die österliche Kommunion vorbereitet, im 61ten Jahre seines Alters, und im 34ten seines friedlich geführten Ehestandes, plötzlich dahin starb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Sein thätiges christliches Leben, sein anhaltendes uneigennütziges Bestreben zum Wohl seiner Verwalteten bey so manchen kritischen Stürmen des nun glücklich geendigten langwierigen Krieges, sein leutseliger Umgang mit jedermann machte ihn bey Großen und Gringen beliebt und achtungswerth.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Heil seinem Andenken!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Friede seiner Seele!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Köln, gedruckt bey Christian Everaerts unter Goldschmidt N. 19 (2040.)&lt;br /&gt;
[Rückseite mit christlichem Motiv]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[425]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Eingebundener gedruckter Totenzettel von Nicolaus Eller:]&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Jesus, Maria, Joseph, Michael&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Ehrwürdige Priester! Fromme Christen!&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;opfert und bethet&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;für die Seele&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;des Hochedelgebohrnen Herrn&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Nicolaus Eller,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Doktor der Heilkunde zu Dormagen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Welcher den 28ten April 1816. Nachmittags 4 Uhr, mit den Hh. Sakramenten der Sterbenden mehrmalen und heilsam versehen, gänzlich in den Willen Gottes ergeben, an den Folgen einer langwierigen Abnehmungs-Krankeit, im 60ten Jahre seines Alters und im 29ten seines friedlich geführten Ehestandes sanft und gottselig in dem Herrn entschlief.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Unverbrüchliche Treue seiner Standespflichten, rastloses uneigennütziges Bestreben den leidenden Menschen bey Tag und Nacht zu Hülf zu eilen, ächt religiöser Sinn für alles heilige zeichneten ihn im Leben und im Sterben aus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Wohl den Dieneren, die der Herr bey seiner Ankunft wachend findet. Luc. 12. V. 37&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Er ruhe sanft im Frieden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Köln, gedruckt bey Christian Everaerts unter Goldschmidt N. 19. (2040.)&lt;br /&gt;
[Rückseite mit christlichem Motiv]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[427]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1816&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Anhaltend trocken-schraffes Wetter. Das Korn verliehrt sich alle Tage im Feld. Deswegen kostet das Malder schon 10 Reichstahler, Weitzen 11, Haber 3 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Abends 7 Uhr bekame mein Bruder Thomas Delhoven einen Schlagfluß und ware in Zeit von einigen Minuten todt. Er hinterläst eine Wittib mit 6 Kindern, wovon die älteste nur noch mit dem Gerichtschreiber Busch verheyrathet ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Am Abend wurde der Bürgermeister begraben. Die ganze Pfarrei gieng mit. – Die Gottestracht, so am 5ten Mey einfiel, ward dieses Jahr nicht mit einer Procession gefeyert. Bis Mittag wurde Gebeth gehalten und des Nachmittags Vesper. Des Montags wurden die Exequien für den seeligen Bürgermeister gehalten. Kornpreis 10 Reichstahler, Weitz 11 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Regen, anhaltend. Am 18ten nordwindig und trocken. – Der Posthalter Adolf Verhagen ist zum Bürgermeister ernannt. Das Land wird jetz organisirt, wir stehen künftig unter dem Landtrath von Neus, und die Hauptregierung ist zu Düsseldorf.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey meist naß und kalt. Kornpreis 10 Reichstahler, Weitz 12.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten Juny – Sehr heiß mit Donner und Regen. Kornpreis 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten Juny – Anhaltend naß. Die Witterung während der ganzen Kornblüh ware naß und kalt, woraus man nichts Gutes schließt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;July&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Regen läst noch nicht nach. Der Rhein will austreten. Deswegen wurde am 2ten, 3ten und heut, am 4ten, zu Zons mit 30 Mann und mehreren Karren gearbeitet. Der erste Sommerdamm ware am Rhein zu Zons, der 2te auf dem kleinen Schleuschen am Schloß daselbst, ein dritter wurde über den Rheinfelder Damm gemacht. Jener am Rhein brach in der Nacht vom 3ten auf den 4ten, wo auch ein unbedeutendes Dämmchen am Plathalse brach, wodurch die ganze Hütte hinter unserm Damm vollgelaufen ist. Da diese Strecke alle mit Gemüß und Frucht treflich besezt war, so kan man den Schaden gerne auf tausend Reichstahler ansetzen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten – Der Rhein wächst noch immer, und das Regnen hört nicht auf. Heut waren wieder 40 Mann und 10 Karren an dem Sommerdamm zu Zons in Arbeit. Die Zonser aber sind in solchen Notfällen ein träges Völklein, meist Schuster, Schneider und kleine Krämer, denen es gleich viel gillt, ob Heu und Weitzen verdirbt oder gedeihet. Die Brach im Feld liegt wüst, Erdäpfel können nicht gegraben werden, das Unkraut wächst drüber her.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[428]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1816&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 6ten – Heut um die Mittagsstunde kame ein Expressen von Zons mit der Nachricht, daß der Zonser Damm gegen dem Schloß durchgebrochen seye. Der Sergeant liefe mit der Schelle durchs Dorf und verkündete im Laufen, was vorgegangen war. Ohne zu essen, liefe alles mit Schüppen zu dem Zonser Damm, das heist dem Weg, der von Rheinfeld nach Zons führt. Wie wir hinkamen, da liefe der Rhein schon an mehreren Stellen quer durch. Auch sahen wir vor, daß wir in Zeit von einigen Stunden noch 4 Fuß Wasser mehr haben würden. Dies brachte uns anfangs auf den Entschluß, umzukehren und in den Kühbenden einen Damm zu machen. Indessen, da unserer so viele waren, fast alle Manspersonen aus dem Dorf, voll Kraft und Muth, so versuchten wir, einen Damm anzufangen. Man foderte einige Karren und Mann von Zons, allein, diese wurden abgeschlagen. Von Rheinfeld kamen doch gleich zwey Karren, und ein von hier geschickter Expressen zu Pferd brachte gleich von Delven und Hakenbroich eine Menge Karren und Arbeiter dahin. – Muth und Fleis liessen uns an dem Erfolg nicht zweifeln. Indessen, da die Leuthe nichts gegessen hatten, so liessen wir von Zons und Rheinfeld einige 20 Maaß Brandwein und mehrere in Stücke geschnittene Brode austheilen, entliessen am Abend 40 Mann, welche um 9 Uhr wiederkommen und die gesammte Mannschaft ablösen muste, theils, um die Nacht zu wachen, daß der Damm nicht durchbreche, theils auch, damit die Zonser unsern Damm nicht durchbrechen, denn diese beneideten uns, daß wir in so kurzer Zeit dasjenige fertig brachten, was sie aus Mangel an Gemeingeist vernachlässigt hatten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Der Rhein blieb schwach am wachsen, den ganzen Tag wurde mit Karren und Mann an dem Damm gearbeitet. Das Malder Korn gillt in Kölln 13 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Der Rhein fällt, doch wird noch Tag und Nacht am Damm bey Zons gewacht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Heut fienge der Rhein wieder ½ Fuß an zu wachsen. Das Grundwasser diesseit des Dammes läuft von oben aus der Grundkaule dem Dorf vorbey bis nah an die Leimkaule.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[429]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 13ten – Seit dem 14ten Juny hat es alle Tage geregnet. Das Korn ist noch grün, Erdäpfel und dicke Bohnen wegen dem vielen Regen noch zu jung. Korn ist keines mehr als in Kölln. Deswegen war einige Tage kein Brodt im Dorf zu haben. Nur Witges backte die 14 Pfund zu 45 Stüber. Jetz aber hat der Müller Bremer angefangen zu backen, zu 39 Stüber das Brodt. Viele brave Leuthe kommen am Abend und sprechen in wohlhabenden Häusern um Brodt an. Die Noth ist sehr dringend, weil das alte Gemüß alle aufgezehret ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Das Wasser fällt schwach, und das Grundwasser thut diesseits den Damm mehr Schaden als der Rhein. Noch immer Regen. Der Bürgermeister Cremerius zu Worringen verkauft das Malder Korn zu 14 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Heut hat es nicht geregnet. Einige Leuthe hatten Korn nach Hause getragen, die Ähren davon im Backofen getrocknet und dan gedroschen. Im Feld ist noch keins gehauen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Sehr heis. Das Heu in den Kempen-Gründen wird alle faul.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Seit dem 20ten hat es alle Tage geregnet. Der Brodtmangel ist groß. Der Bürgermeister zu Worringen verkauft das Malder Korn zu 13 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten, &amp;lt;u&amp;gt;Portiuncula&amp;lt;/u&amp;gt; – Der Pastor hielt das heutige Fest sehr feyerlich. Noch ist kein Korn eingefahren. Fast die Halbscheid steht noch auf dem Halme. Heut ware es gut Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Gestern und vorgestern ist einiges Korn eingefahren worden, da kame heut morgens 8 Uhr ein Donnerwetter mit viel Regen. Korn neues 10 Reichstahler 20 Stüber. Alle Tage Regen. 1.000 Pfund Heu hier 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Eben ware es gut Korn einfahren, da regnete es wieder. Korn 11 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Alle Tage Regen. Heut gillt neues Korn 10 Reichstahler Köllnisch Maas, Weitz 16 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Regen. Seit 10 Wochen wird noch alle Sontage abends 6 Uhr in der Kirche Rosenkranz mit Benediction gehalten, um gutes Wetter von Gott zu erbitten. Wenn es einen Tag etwas trocknet, so wird Korn und Weitzen halb naß eingefahren. Die Haber ist reif, kann aber noch nicht eingefahren werden. Deswegen wird das Malder alte Haber zu 8 Reichstahler verkauft. Korn gillt 13 Reichstahler. Auch hat der Kranz auf der Piwip reines Sahmkorn das Malder zu 18 Reichstahler verkauft. Der neue Weitz 14 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu in Kölln 15 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Am 12ten fienge es an, gut Wetter zu werden. Man fuhr Weitzen ein. Haber ist aber noch alle draussen und wird jetz fleissig gehauen. Sie ist treflich gerathen. Buchweitz ist hingegen im ganzen Lande so erbärmlich schlecht, daß das Malder zu 25 Reichstahler verkauft wird. Am 16ten wieder Regen. Es bleibt kaum 2 Tage gut. Das Malder Haber verkauft Steinberger zu 6 Reichstahler, in Kölln 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[430]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1816&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 29ten, &amp;lt;u&amp;gt;Michaeli&amp;lt;/u&amp;gt; – Weil die Wege wegen dem vielen Regen schlecht waren, so gienge die Prozession durch&#039;s Dorf hinab und hinauf. Kornpreis 12 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 13 Reichstahler 30 Stüber. Abwechselnd Regenwetter. Deswegen ist noch wenig und dies wenige schlecht zur Saath bearbeitet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Die Haber fängt alle an, sogar auf den Gästen grün zu wachsen. In Kölln kostet das Malder neue Haber 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmesabend&amp;lt;/u&amp;gt; – Ich ware diese Nacht gleich vor 2 Uhr aufgestanden, weil mein Hund bellte. Ich sahe hinaus auf die Straße und hörte, daß die meiste Bewohner noch wach und mit Putzen, Mehlsieben und Backen beschäftigt waren. Als ich mich eben niedergelegt hatte, bließe der Nachtwächter zwey Uhr, und in Zeit von einer halben Minute bließ er zweymahl hintereinander und riefe Hülf. In der Scheure des Wilhelm Fix loderte die Flamme hoch auf, wodurch die Scheure des Gerhard Gyla im Adler ebenfals Feuer fienge, denn es ware eigentlich nur eine Scheuer, welche unterschlagen worden. Die Brandspritzen waren gleich dabey. Der Wind spielte leise von Zons, und die örtliche Hilfe verhinderte, daß die dicht nebenstehende Ställe des Gerhard Gyla unversehrt blieben. Zudem hatte es gestern Abend noch stark geregnet, wodurch die angränzende Strohdächer nicht zündeten. Es waren keine Fremde hier, denn der Brand ware schwind verzehrt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt; – Sehr schönes Wetter. 14ten und 15ten, Kirmesdienstag, wurde viel Haber eingefahren. Die vornehme Musick ist unten am Ende in der Willmuth. Den 16ten, des Mitwochs, durfte im Tag keine Musick seyn, nur des Abends ward es zum Schluß erlaubt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Anhaltend schönes Wetter. Die Haaber ist noch nicht alle gehauen, vielweniger herein. Diese ist allein dieses Jahr gut gerathen. Es ist verkauft worden, ohne das Stroh zu 50 Reichstahler pro Morgen. – Kornpreis 12 Reichstahler, Weitzen 13 ½, Haber 4 Reichstahler, 1.000 Pfund Stroh 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten – Das vortreflichste Wetter seit der Kirmes. Es wird noch immer gesähet und vieles ausgebauet, was die Schnecken und der Schlich verdorben haben. Das Malder Korn in Kölln 15 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten fienge es an zu frieren. Es fiel Schnee und wechselte ab mit Regen. Man macht noch fleissig Erdäpfel aus. Kornpreis in Kölln 12 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Es hat diese Nacht so stark gefroren, daß es allenthalben drüber geht. – 24ten starker Frost. Verschiedene Leuthe haben die Erdäpfel nicht aus. Rübkraut ist noch fast alle im Felde, weil solches späth gesähet wurde. Haaber 4 Reichstahler, schöner Weitzen 20 Reichstahler, Korn 12 Reichstahler 30 Stüber, Gerst 8 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu 13 Reichstahler hier, Erbsen 18 Reichstahler 14 ½ Stüber, Brod 50 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[431]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1816&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten &amp;lt;u&amp;gt;November&amp;lt;/u&amp;gt; – Der Frost hällt an und vermehrt noch die Beklemmung, denn wo man sonst bis Weynachten das Vieh aus dem Felde ernährt, fängt man diesmahl früh am Winterfutter an. Es ist ein Jahr, das vielleicht nie ein ähnliches so merkwürdig war. Das Malder Korn habe ich gestern noch in Kölln zu 14 Reichstahler 15 Stüber verkauft, Weitzen 17 Reichstahler, Haaber 4 Reichstahler 15 Stüber, 1.000 Pfund Heu 15 Reichstahler 30 Stüber. – Es ist nicht möglich, daß die arme Leuthe am Essen bleiben, da auch die Gemüße alle misrathen sind und viel Kappus und Erdäpfel vom Rhein und Grundwasser ganz verdorben sind. Seit 3 Tagen ist schon viel Eis im Rheine. Die Aussichten für die künftige Erndte sind auch sehr schlimm, denn hier wie in allen Gegenden dieses Landes sieht die Saath schlecht aus. Bey dem nassen Wetter haben Schnecken und Schlich Vieles verdorben. In allen Gemeinden am Rhein, auf der Gillbach, im Jülicher Lande bis ans Vorgebirg liegen hunderte Morgen, so wegen dem nassen Wetter nicht besähet werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Bisher hatten wir zwey oder 3 Tage Frost und dan wieder Regen. Gestern thauete es vollends auf. Kornpreis Reichstahler 14, Weitzen 15 Reichstahler, Haber 4 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten fienge es stark an zu frieren. Nach anhaltendem Regen ware der Rhein längs dem Dorf bis an die Landstraße ausgetreten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Der starke Frost machte das Eis übertragen und brachte den Rhein im Strome ausfallen. Es ware heut Nachmittag eine unzählige Menge Jung und Alt auf dem Eise.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Das in Hinsicht des vielen Regen und der äussersten Theurung so sehr merkwürdige Jahr schliesset sich mit Nässe. Der Rhein, wieder in seinen Ufern, trägt wieder Schiffe, welche Frucht aus Danzig und aus Rußland bringen, deren noch eine große Menge unterwegen ist, die allein eine allgemeine Hungersnoth hemmen kann. Jene Frucht ist sehr gut und wird deswegen in Kölln um 2 Reichstahler theurer verkauft als die innländische. Das hiesige Korn gillt in Kölln 14 Reichstahler, Weitz 15 Reichstahler, Haaber 4 ¼ Reichstahler, Gersten 9 Reichstahler. Die Köllnische Zeitung macht die Bemerkung:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
::{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;Der Januar brachte&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;13 &amp;lt;u&amp;gt;gute&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;18 &amp;lt;u&amp;gt;Regentage&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;15&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;14&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;28&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;3&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;27&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;3&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;5&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;26&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;7&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;23&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;July&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;10&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;21&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;18&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;13&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;14&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;16&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;16&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;15&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;18&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;17&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;16&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;15&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;also 182 gute und 184 Regentage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1817 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[432]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1817&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Hunger und Kummer stehen am Eingang ins neue Jahr. Der Taglöhner geht müssig, weil wenig Frucht zu dreschen war. Öffentliche Arbeiten am Rhein und auf den Landstrassen gibt es keine. Die Noth kann einen sehr hohen Grad erreichen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Die Nacht ware äusserst windig, so daß die meiste Bewohner schon frühe auf gestanden waren. Drey Scheuren, ein paar Ställe und verschiedene Bäume wurden umgeworfen, auch an vielen Dächern großer Schaden angerichtet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Frost. Kornpreis 13 Reichstahler 30 Stüber, Haber 5 Reichstahler 30 Stüber Kölnisches Maas.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Abwechselnd, vom 14ten bis 27ten angenehme Frühlingstage. Haber 5 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten – Fast den ganzen Monath Januar und bis heute waren alle Pflüge im Feld am Bauen, wodurch die Stoppeln jetz erst alle aus dem Ganzen sind. Auch kamen täglich Schife den Rhein hinauf, deren verschiedene russisches Korn bringen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Meist stürmisches Wetter ohne Frost. Kornpreis 13 Reichstahler 30 Stüber, Haber 5 Reichstahler 45, guter Weitzen 17 à 18 Reichstahler, 1.000 Pfund Stroh 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Anhaltend Sturm und Regen, Donner, Hagel und Merzerschauren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Heute wurden die Exequien für Arnold Nusbaum gehalten. Als Schneider von Profession heyrathete er die Wittib des Franz Engels mit 3 Kindern, Catharina, Gudula und Andreas. Er ware Wirth, pfachtete die Delver Mühle und konnte recht gut leben. Allein, er ergab sich dem Trunck und ward Säufer. – Frau und Kinder accordirten mit ihm, daß er täglich 30 Stüber verzehren sollte. Das hielte er nicht lange, mißhandelte Frau und Kinder, und drohete mehreremahle, selbige todzuschiessen. Die älteste Tochter ist mit Franz Daniel verheyrathet. Eines Abends, vor circa 2 Jahren, ware er wieder im Wirthshaus, wüthete wild umher und drohete wieder, zu Haus alles todt zu schiessen. Man benachrichtete die Frau davon, und der Eydam that den Pulver von der Pfanne. Es währte nicht lange, da stürmte Nusbaum herein, wollte mehr Geld haben, und da man es ihm nicht gab, ergrif er die Flinte und drückte auf seine Frau ab. Das Gewehr gienge nicht los. Da ergrif er den Eydam und biß ihm einen Finger ab. – Nusbaum wurde verurtheilt zu 5 Jahr Arrest in Aachen, wo er am 11ten Merz vorigen Jahres starb, welches die Seinigen erst vor 14 Tägen gewahr wurden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[433]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten – Mehr Wind als Regen. Gestern Nacht stürmte es wieder gräßlich, so daß viele tausend Pfannen zertrümmerten und einer armen Frau das Dach gleich den Mauern ganz einstürzte. Die meiste Bewohner unten im Dorf giengen nicht schlaffen, und mehrere verliessen ihre Häuser. – In Kölln gillt das Malder Korn 16 Reichstahler, Weitz 18, Haber hier 7 Reichstahler, das Malder Erbsen 20 Reichstahler, Schwein in Kölln 12 Stüber pro Pfund. – Der Rhein steht hinter dem Damm bis auf die Landstraße. Die Dormager haben an Zons die Schleuse verstopft und den Damm vom vorigen von der Schleuse auf Rheinfeld ausgebessert.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Anhaltend Regen und Sturm. Der Rhein treibt dem Dorf vorbey ins Bixem. – Das Malder Gerst 11 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Das Wasser ist so hoch, als es seit kurzen Jahren nicht gewesen ist. Unten im Feld ist wenig trockenes Land mehr. Korn kostet in Kölln 17 Reichstahler, Weitzen 20, Erbsen 20 Reichstahler. Hier gillt das Malder Haber 7 Reichstahler. – Regen. – Das Malder Erdäpfel 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Das Wetter bessert sich. Heut ware es trocken.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten und 17ten – Starke Nachtfröste und schöne Tage. Man fängt an, in den Gärten zu arbeiten, welches wegen dem langen Regen nicht geschehen konnte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Starke Nachtfröste, daß man des Morgens nicht bauen kann. Die Frucht ist abgeschlagen, weil in Holland Vorräthe aus Rusland angekommen sind. Korn gillt in Kölln 14 Reichstahler, Weitz 17 Reichstahler, Haber 6 Reichstahler. Hier werden 12 Pfund Brodt zu 56 Stüber verkauft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Regen. Bis lezten Merz Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Sehr schönes Wetter. Am 4ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kahrfreytag&amp;lt;/u&amp;gt;: Es wurde statt der Procession Miserere gehalten. &amp;lt;u&amp;gt;Ostertag&amp;lt;/u&amp;gt; anhaltend schönes Wetter. Die Nächte sind etwas kalt mit Reif. Der Wind ist stets Nord. Die angefangene Festungsarbeiten um die Stadt Kölln werden fortgesezt. Und um den Taglöhnern Arbeit zu verschaffen, wurde in allen Gemeinden verkündiget, daß ein Arbeiter bey 10 Stund Arbeit 6 gute Groschen, 11 Stund Arbeit 7 gute Groschen, 12 Stund Arbeit 8 gute Groschen verdienen. Maurer und Zimmerleuth verdienen bey 10 Stund Arbeit 10 gute Groschen und so weiter. – Die Noth ist anhaltend groß. Nächtlich wird auf dem Sasser Hof und anderwärts Brodt gefodert und gegeben. Des Bettlens ist kein Ende.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[434]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1817&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Es friert des Nachts, besonders am 11ten, so stark, daß man des Morgens gleich nicht bauen oder eggen konnte. Späther hat es gestern,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;am 10ten bis 12ten sehr gestürmt mit Hagel und Schnee, bis 19ten anhaltend. Es kömmt russisches Korn. In Neus wird das Malder zu 15 Reichstahler 30 Stüber und das innländische zu 14 Reichstahler verkauft, Haaber 6 Reichstahler, Weitz 18 Reichstahler, das Pfund Butter hier 24 Stüber. Am 15ten am Abend kamen mehrere Oberländische Schiffe mit 15 hundert Schweitzer aus Basel hier am Platthalse an. Sie strömten zu Hunderten zum Dorf und suchten Quartier. Fast in allen Häusern wurden sie aufgenohmen, bezahlten gut und blieben bis den 18ten, des stürmischen Wetters wegen, hier. Sie verzehrten viel Geld an Wein, Zucker, Weisbrodt etz. Sie wandern nach America aus.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Trocken, bis 26ten schraf nordwindig mit etwas Schnee und Hagel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Gestern Mittag gienge der Wind in Süden. Am Abend fiel ein warmer Frühlingsregen. Heute angenehm mit etwas Regen. Das Malder russisch Korn gillt noch in Kölln 16 Reichstahler 30 Stüber, der Weitzen 20 Reichstahler, Haaber 6 Reichstahler, Gerst 10 Reichstahler 30 Stüber, 1.000 Pfund Heu 16 Reichstahler. Ich sahe heut selbst in Kölln das Pfund Butter zu 40 Stüber verkaufen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten – Kühl mit Schauren. – Dormagen hat 5 Malder 6 Faß preußisches Korn bekommen, welches in Düsseldorf empfangen und zu 11 Reichstahler bezahlt werden muß. Der König hat dieses für die Rheinprovinzen geschickt. Dieses soll zu Brodt gebacken und die Kosten mit dem Kaufpreis berechnet, alsdann dieses wohlfeile Brodt an die Dürftige verkauft werden. – Von den General-Vicarien zu Aachen ist eine 3-stündige Andacht mit Aussetzung des Hochwürdigen auf einen Tag in jeder Woche bis Ends September ausgeschrieben. Der hiesige Pastor hat hiezu den Dienstag bestimmt. Morgens 5 Uhr wird das Hochwürdige ausgesezt, ein Rosenkranz gebethen, dann lase der Vicarius seine Messe, um 7 Uhr fienge des Dienstags Hochamt an. Am 30ten April ware die erste Andacht mit viel Zulauf. Der Zweck ist zu Erhaltung einer gesegneten Erndte und um Abwendung der Hungersnoth. Bis 9ten trocken.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten, 11ten und 12ten – Heilsamer Regen. Das Malder Korn gillt 18 Reichstahler in Kölln, Weitz 22 Reichstahler, Haber 6 Reichstahler, das Malder Erbsen 20 Reichstahler. – In Düsseldorf werden ganze Körbe mit Krähefuß, Disteln und dergleichen Kräuter, so in den Hecken wachsen, auf dem Markt gebracht und an statt Spinat zu Muß gegessen. Mehrere aus&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[435]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;hiesigem Dorf sind schon polizeilich bestraft worden, weil sie anderer Leuthe Sahmen geblättert und die Blätter schaarenweise nach Kölln auf den Markt getragen. – Es sterben viele Leuthe. Man kann zwar nicht sagen vor Hunger, aber schlechte Kost, und halb satt bringt sie beym geringsten Anstoß von Krankheit ins Grab. Es gibt Leuthe, welche 3 Pferd zu Acker gehen haben, die an 8 Tagen kein Gemüß als Disteln und Brennesseln und an 3 Tagen kein Brod assen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Anhaltend gutes Wetter. Am 28ten Regen. – Zu all&#039; dem Elend kömmt nun noch ein Umstand, der das Maas voll macht: Es muß im Oberland ein Wolkenbruch gewesen seyn, so sehr schwillt der Rhein an. Von Zons schickte man hieher um Beystand, einen am Rhein über den Jägersberg angefangenen Damm zu vollenden. Da aber der morastige Boden keine Aussicht gab, daß da der Zweck erreicht würde, so fiengen die Dormager mit Pferd und Karren gleich an, den im vorigen Jahr angefangenen Damm gegen dem Schloß auszubessern. Auch wurde ein Dämchen hier am Platthalse angelegt, um die Hütte hinterm Damm zu schützen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Gestern Abend brach der von den Zonser angefangene Damm am Rhein. Es wurde also vereint mit den Zonser am Schloßdamm gearbeithet und hier am Platthalse bis den 30ten am Abend der Damm gehalten, der aber um 8 Uhr brach und die ganze Strecke bis an das Piwitten-Pättchen unter Wasser sezte, welche mit Gemüsen und Sommerfrucht bepflanzt war. Der Rhein wächst regelmässig alle Stunde ein Zoll.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Zu Zons wurde heut wieder gearbeithet. Am Abend hörte das Wachsen auf und am 1ten&amp;lt;ref&amp;gt;Am Rand: &amp;quot;Junius&amp;quot;.&amp;lt;/ref&amp;gt; war der Rhein 1 ½ Zoll gefallen. Durch den gegen dem Schloß errichteten Damm sind alle unsere Grasereyen in den Kempen, das Kranenort, Werth und die Kühbenden gerettet; ein großer Vortheil für unser Heu, da alle niedrige Grasereyen am Rheine verdorben sind. – In Kölln ware Mangel an Korn. Es ware gestern verbothen, Brodt aus der Stadt bringen. Am Stürzelberg lage ein Schif mit russischer Frucht. Da hatte man gestern zwey kleine Oberländer mit 400 Malder beladen. Bey jedem waren 20 Mann, welche dieselbe heraufzohen, und wenn sie kamen, wo der Rhein ausgetreten war, da fuhren sie die Leine mit einem kleinen Nachen eine Strecke vorwärts, bevestigten solche mit einem Pfahl auf&#039;s Land, und die 12 Mann zohen auf dem Schif sich höher. Vom Stürzelberg bis Zons bekame der Mann 40 Stüber, von Zons bis Worringen 40 und so weiter. Die Leuthe wurden requirirt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[436]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1817&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Bürgermeisterey Dormagen bekame 500 Francs ehmalige Einquartirungs- und Fourage-Gelder. Die Meistbeerbte unterschrieben sich, daß sie diese Summe den Dürftigen schenken. Dafür wurden zu Hittorf Erdäpfel gekauft, die 100 Pfund zu 2 Reichstahler 40 Stüber, und denjenigen Taglöhnern etz. vertheilt, welche Land bereit haben, um solche darauf zu setzen. – Bis 6ten trocken, am 7ten sehr heis.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Diesen Morgen 4 Uhr hatten wir starken Regen mit Donner. Deswegen konnten wir heut die gewöhnliche Fronleichnams-Procession nicht halten, welche bis Sontag verschoben ist. Kornpreis 21 Reichstahler halb russisch, halb einländisch, Haber 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Schön trocken Wetter. 15ten, Sontag: Heut wurde die Procession gehalten. Weil aber viele Leuthe auf Nivenheim waren, so ware dieselbe sehr klein. Wir sahen unterwegs im Korn Raderblumen, welche anzeigen, daß wir in Zeit von 4 Wochen reif Korn haben. Am 20ten Mey blühete der erste Schlehdorn; alsdan muß nach Aussage der Alten am 20ten July reifes Korn seyn. – Russisch Korn gillt 22 Reichstahler, Haber 8 Reichstahler, Weitz 27 Reichstahler hier.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Sehr heisse Tage. Bis Ends Juny warm mit etwas Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 9ten hatten wir den dritten Tag Regen. Es ist schon Korn geschnitten, nur ist es nicht allgemein. Indessen ist das Korn von 22 Reichstahler auf 14 Reichstahler abgeschlagen. Das Brodt, welches an geringe Leuthe zu 6 Stüber pro einzelnes Pfund von Verkäufern verkauft wurde, gillt jetz 4 Stüber, Haber 6 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Am Abend zohe ein Gewitter vorüber ins Norden. Um 10 Uhr kehrte solches um und brachte uns unter fürchterlichem Donner sehr starken Regen. Die Halbschied von Sahmen ist eingescheuret; der noch draussen ist, hat viel von dem harten Regen gelitten. – Es komt eine ungeheure Masse von Korn aus der Ostsee; dieses hat den Kornpreis auf 13 Reichstahler vom besten gerösteten russischen Korn heruntergedrückt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten bis 16ten – Viel Regen. Es ist einiges Korn gehauen, doch noch hier kein neues Brodt gebacken. 1.000 Pfund Heu in Kölln 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 19ten – Alle Tage Regen. Man hällt mit dem Kornhauen noch ein, obschon es reif ist, weil wegen dem nassen Wetter und der Wärm selbiges leicht ans Wachsen komt. Es ist sehr vieles Heu in Arbeit, das dem Verderben nahe ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[437]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Es ist nicht zu begreifen, wie die Leuthe noch alle dies harte Jahr am Essen geblieben sind. Indessen haben viele ihre Kühe verkauft, andere haben Geld gegen Hypothek aufgenohmen, und circa 40 haben ihre Kinder längs die Thüren betteln geschickt. Auch ist sehr Vieles an Hausarmen gegeben worden. Besonders zeichnete sich der hiesige Müller Theodor Bremer aus, der eine Zeither alle arme Kinder wochentlich 2- bis 3-mahl des Mittags mit einer Suppe von Haabergrütze und Erdäpfel speisete. Es waren deren gemeinlich an der Zahl 40 bis 50.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Schön Wetter. Man hauet allenthalben Korn. Allein, dessen ist sehr wenig, weil man voriges Jahr wegen dem nassen Wetter das Land nicht ackeren konnte. Es kommen noch immer Schife mit russischem Korn, welches zu 13 Reichstahler verkauft wird.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten, 29ten – Schön Wetter. Man fährt fleissig ein und backet neues Brodt. Indessen gibt das Korn schlecht; man kann rechnen, der Gast ein Faß. Am 31ten: Vor vier Tagen wurde das Korn zu 10 Reichstahler 30 Stüber bezahlt, jetz gillt es schon wieder 12 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 7. – Schön heiß, im Nachmittag Donner mit Regen. Bis 15ten schön. 18ten: Korn 13 Reichstahler, Weitz 16, Haber 6 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu in Kölln 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten bis 28ten – Regen. Am 29ten heis. Korn in Neus 12 Reichstahler 9 Stüber, neue Haber 5 Reichstahler 30.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 10ten September – Sehr heis und trocken. Korn 11 Reichstahler, Haber 4 Reichstahler, Sommer-Gerst 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten – Abends Donner mit viel Regen. 15ten bis 25ten schön Wetter, am 30ten und&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten Octobris Regen, bis 10ten schön Wetter für die Saath mit Reif und etwas Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmesabend&amp;lt;/u&amp;gt; fienge es des Nachmittags an zu regnen. – Kornpreis in Kölln 11 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 13 Reichstahler, Haber 4 Reichstahler, Sommergerst 7 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Anhaltend schön Wetter. Bey Perca in Pannes-Haus spielten die Duisburger Juden, in der Willmuth unten am Ende, welches Haus jetz unbewohnt ist, hatte Rensing den Saal und die obere Zimmer gemiethet und lies Neusser Musikanten spielen, bey Witges neben der Kirch ware der Rey.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten November – Anhaltend trocken-schönes Wetter. Das Malder Weitz gillt in Neus 16 Reichstahler, Korn 12 Reichstahler 30 Stüber, Haber 4 Reichstahler 45, Gerst 8 Reichstahler 15 Stüber, das Pfunf Erdäpfel 2 Reichstahler 15 Stüber, 1.000 Pfund Heu hier 7 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25. – Schön Wetter ohne Frost, zuweilen etwas Regen. Korn in Kölln 12 Reichstahler 9 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 6ten – Frost. Korn in Kölln 11 Reichstahler 30 Stüber, Haber 4 Reichstahler, Gerst 7 Reichstahler 30 Stüber. 8ten Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13. – Frost. Am 14ten geht es drüber. Weitz in Neus 15 Reichstahler 30 Stüber, Buchweitz und Sommergerst 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Abends Regen, welcher bis 21ten anhällt. – Die Gendarmen und das Prison wurden gestern an die Willmuth verlegt. Seit die Alliierten hier sind, waren sie bey den Bürgern. Die vornehmste Einwohner der Bürgermeisterey musten die Meublen liefern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[438]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1817&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 22ten – Frost. Am 26. Regen. Am 27ten bis zum Schluß Frost und Schnee. – Kornpreis in Kölln 11 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu 10 Reichstahler, Haber 3 Reichstahler 30 Stüber, Gerst und Buchweitz 7 Reichstahler. – Korn ist hier wenig zu verkaufen, Sommergerst, Buchweitz und Haber ist sehr wohlgerathen. Fast jederman backt Gerst unter das Brodt, selbst die Reichesten. – Nie ware ein Jahr so merkwürdig wie dieses! Von Hunger ist zwar niemand gestorben, aber aus der gringern Klasse sind verschiedene zum Kirch-Hof gewandert, weil anhaltender Mangel sie nicht einmahl satt essen liesse. Auch waren die Gemüse rar und nicht zeitig, folglich nicht nahrhaft geworden. Jetz hingegen ist dieses Jahr alles von vorzüglicher Güte. Die gringen Leuthe essen jetz statt des Brodes Erdäpfelskuchen. Überhaupt hört man bey den noch bestehenden hohen Früchtenpreisen keine Klagen über theures Brodt; das thut aber: Jederman hat Erdäpfel genug, und es gibt viele Taglöhner, welche deren 40 Malder haben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1818 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[439]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1818&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 5ten – Anhaltender Frost. 6ten Regen. Das Korn schlägt etwas ab, in Kölln 10 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 13.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten Februar – Abwechselnd nasses Wetter mit etwas Frost. Heut Schnee und Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Vom 5ten bis heut ist es eine starke Frostbahn. Über Feld liegt etwas Schnee. Korn in Kölln 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Bis gestern hielt der Frost gelinde an, heut aber ist der erste Frühlingsmorgen. Korn in Kölln 9 Reichstahler 30 Stüber, Haber 3 Reichstahler, Heu 10 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag oculi&amp;lt;/u&amp;gt; – Gestern Abend fienge es an zu regnen und hielte mehr als 24 Stunden an. – Bis 26ten Sturm und Regen. 27ten Schnee und etwas Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten Merz bis 10ten – Sturmwind mit Regen, zulezt Schnee. Kornpreis 9 Reichstahler, Haber 3 Reichstahler, Weitzen 13.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten, &amp;lt;u&amp;gt;Gründonnerstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Der heut einfallende Josephs-Tag ward nur von sehr wenigen gefeyert. In und um Kölln ward derselbe von vielen des Samstags&amp;lt;ref&amp;gt;Am Rand: &#039;&#039;&amp;quot;Merz&amp;quot;&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; vor Palmsonntag gehalten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten, &amp;lt;u&amp;gt;Karfreytag&amp;lt;/u&amp;gt; – Der Pastor willigte ein, daß wir Prozession gehen mögten. Er selbst durfte aber nicht mitgehen. Den ganzen Nachmittag regnete es, um halber fünf hörte es etwas auf. Da begaben wir uns auf den Weg. Da es aber wieder zu regnen anfieng, so hielten wir nur 2 Stationen und kehrten an der Hellbüchelsgasse herein und hielten noch 2 Stationen in der Kirche.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Heut fienge man bey schönem Wetter in den Gärten an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten [Merz] bis 6ten April – Kalt und trocken mit Nachtfrösten. Kornpreis 8 Reichstahler 30 Stüber in Neus, Weitz 12 Reichstahler, Haber 3 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten April – Etwas Regen. Vom 8ten bis 16ten trocken mit Nordwind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten bis 25ten – Warm und trocken, man hoft etwas Regen. Kornpreis in Neus 9 Reichstahler 15 Stüber, Weitzen 13 Reichstahler 15 Stüber, Haber 3 Reichstahler, Sommergerst 5 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Die Nacht hatte es schön geregnet, der Tag ware heis und schön. Bey Rensing wurde zum Vogel geschossen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 30ten – Heiß mit etwas Regen. Korn in Neus 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten bis 6ten – Alle Tage Regen mit Wärme, bis 16ten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Heut wurden die Kühe eingetrieben. Alle Beerbte, welche nicht bey der Ablesung an den Benden waren, musten eine Teute Bier mit 18 Stüber als Strafe bezahlen. Der Johan Lorbach ließ sagen, er könnte nicht gehen. Sogleich wurde der Sohn der Wittib Meuser beordert, ihn mit seinem Ochsen dahin zu fahren. Lorbach flüchtete sich und wurde hinter dem Kamin auf dem Speicher im Hecksel gefunden und durch den Gendarmen-Wachtmeister und&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[440]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1818&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;durch den Unterofizier Jacob Cremer von der Militz ins Wirthshaus bey Adolf Schmitz geführt, wo er eine Kuhweide als Straf mit 4 Reichstahler bezahlen muste. Es ward bis 11 Uhr daselbst gezecht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Regen. Korn in Kölln 8 Reichstahler, Weitz 11 ½, Haber 3 Reichstahler, Heu 9 Reichstahler die 1.000 Pfund.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten bis Ends Mey – Trocken-nordwindig-kalt mit Nachtfrösten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 7ten – Sehr heis. Man hoffet auf Regen. 18ten – Die Trockenheit hällt an.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;July&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 12ten hatten wir etwas Staubregen. Allein, die am 13ten und die folgende Täge eingetretene Dürre läst keine Spur davon übrig. Das Heu wird alle frisch fertig, das Malder Haber kostet in Kölln 5 Reichstahler, Weitzen in Neus 16.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Die Hitze hällt an. Man weis nicht mehr das Vieh zu erhalten. Das neue Korn ward heute in Kölln zu 9 Reichstahler verkauft, Heu in Kölln 9 Reichstahler, Rabsahmen Neusmas hier 16 Reichstahler. Die Erdäpfel verdorren; viele haben solche nicht graben lassen, damit sie Fruchtigkeit halten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Die Hitz ware diese Tage unausstehlich, da brachte uns ein Gewitter eine prächtige Schauer Regen. Am 26ten Donner mit etwas Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten-28ten – Auch an diesen Tagen erhielten wir bey einigem Donner warmen Regen. Es sind die Rübweiden fast alle gesähet, aber noch keine heraus. – Die lange Dürre hat hier das Heu auf 5 Reichstahler steigen gemacht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 12ten – Sehr heiß und trocken. Korn in Kölln 7 Reichstahler 10 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Regen bis 28ten, 29ten schön Wetter. Kornpreis in Kölln 8 Reichstahler, Weitz 12 Reichstahler 46.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 29ten bis 1ten September – Schön Wetter. Am 1ten und 2ten Regen. Weitz in Neus 13 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Schön Wetter. 13ten viel Regen. 14ten schön. Am 15ten fangt man zu sähen an. Korn in Neus 8 Reichstahler, Weitz 12, Haber 4, Buchweitz 8 Reichstahler, Heu hier 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29. – Bis heute schön Wetter. Der Grummet ist alle frisch aus der Spreite aufgesezt worden und die Saath vollendet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7. – Vom 1. bis heute Regen. Am 8ten, 9ten treflich Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt; – Diesen Nachmittag 2 Uhr sahen wir einen starken Brand zu Nettesheim. Im Commerzhofe fienge es an, und in einigen Minuten zündete das vom Wind fortgetragene Strohe in der Mitte des Dorfs, wodurch sogleich circa 20 Häuser, die Pastorat und der Frohnhof in Brand geriethen. Der Commerzhof und Frohnhof loderten in hellen Flammen. Man sollte geglaubt haben, es brennten zwey Dörfer. Der Wind ware stark. Im Commerzhofe sind 2 Stiere und 6 Schwein verbrant. Abends 12 Uhr sahe man noch die beyden Höfe in Flammen lodern.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[441]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1818&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten October, Freytag – Diesen Morgen 5 Uhr wurde die Kirmes begraben. Das Wetter ware seit 20 Jahren nicht so warm und schön. Das Dorf ist ganz trocken, und sehr viele Fremde kamen hieher. Bey Weyer im ehemaligen Pannes-Haus waren die vornehme Musik, bey Rensing in der Zelte der Rey, und Kranz zapfte neben der Kirche Apfeltrank. – Korn in Kölln 8 Reichstahler, Weitz 10 Reichstahler, Haber 4, Gersten 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Es ist noch immer schön Wetter. Das Dorf ist ganz trocken. Man hoffet etwas Regen vor die Saath. So ein Herbst gedenkt kein Mensch. – Die Erdäpfel sind ausserordentlich gut gerathen; man kann annehmen, daß in Dormagen zehntausend Säcke eingethan worden sind. Korn in Neus 8 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 11 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Seit dem 7ten October fiel heute Morgen der erste Regen, welcher bey dem warmen Wetter alles erfrischt. Korn in Kölln 8 Reichstahler 32 Stüber. Am 11ten und 12ten Frost. Am 15ten Regen. Korn in Kölln 8 Reichstahler 39 Stüber. – Die drey Monarchen, Österreich, Preußen und Rußland, welche seit 1. October in Aachen auf dem Kongreß versammelt sind, haben beschlossen, daß die alliirte Truppen, welche seit der Ent-Trohnung Napoleons verschiedene Vestungen in Frankreich besezt hatten, nach Hause ziehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Anhaltend schön Wetter. Zuweilen friert es ein paar Nächte, dan wechselt etwas Regen mit angenehmen Herbsttagen. Korn in Kölln 7 Reichstahler 51 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten [December] – Zuweilen friert es ein paar Nächte, dan wechselt wieder gelindes Wetter ab. Der Rhein ist sehr klein, und verschiedene Brunnen haben kein Wasser. Wir haben von den russischen Durchzügen nichts erfahren, als daß in der Gegend von Neus und Kölln die Bürger kostspielige, höchst unangenehme Gäste an ihnen hatten. Bey Düsseldorf schluge ein Wirth sich mit ihnen, ein russischer Dragoner blieb auf der Stelle todt, und der andere starb im Spital.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Starker Frost. 16ten anhaltend mit Raureif. 1.000 Pfund Heu hier 9 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Es friert fortwährend und heute besonders stark. Noch ist kein Schnee gefallen. Der Rhein ist ausserordentlich klein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Regen. Das Jahr ware sehr ergiebig, besonders ist viel Wein gewachsen, der sehr gut ist. – Korn in Neus 7 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 9 Reichstahler, Buchweiz 6 ½ Reichstahler, 1.000 Pfund Heu hier 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1819 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[442]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1819&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 3ten bis 8ten – Starker Frost, am 9ten-12ten Thauwetter. Der Rhein ist ausserordentlich klein, die meiste Brunnen haben kein Wasser. Die Gemeinde Rheinfeld hat dieses Jahr statt einem verfallenen nun zwey Nachbar-Brunnen neu gemacht. – Kornpreis in Kölln 6 Reichstahler 45, Weitzen 8 Reichstahler 30 Stüber, Heu 12 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Regenwetter. Weil der Rhein sich der Schiffarth wieder öfnet, fangen die Früchten an zu steigen. Korn in Kölln 7 Reichstahler 10 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Angenehmes Wetter. Korn in Kölln 7 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 9 Reichstahler, Haber 3 Reichstahler 50 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten – Zuweilen etliche Nachtfröste, meist abwechselnd Wetter. Es sind diesen Winter circa 900 Karren in der Grindkaul durchgeworfenen Kiesel hier ins Dorf gefahren worden. Es wurde pro Karre 7 ½ Stüber fern und nahe Fuhrlohn und 5 Stüber pro Karre für durchzuwerfen bezahlt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Anhaltend nasses Wetter. Korn in Neus 7 Reichstahler 40 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21., &amp;lt;u&amp;gt;Fastnacht&amp;lt;/u&amp;gt; – Diese Tage waren äusserst stürmisch. Am 25. und 26ten Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Nachtfröste und Nordwind. Korn in Neus 7 Reichstahler 40, Weitz 9 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Angenehme, doch kühle Tage. Bis 29. viel Regen mit Wind. Korn in Neus 7 Reichstahler. Es sterben viele Kinder von 8 oder 9 Jahr am Husten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Die Nächte sind kühl, im Tage trocken.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten, &amp;lt;u&amp;gt;Ostern&amp;lt;/u&amp;gt; – Diese Tage waren so warm und schön, als wir noch je Ostertage hatten. Am 13ten die erste Kornähren. Weitz in Neus 8 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Einige Nächte hat es gereift und gefroren. Korn in Neus 7 Reichstahler 10 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten, &amp;lt;u&amp;gt;Gottestracht&amp;lt;/u&amp;gt;. 3ten: Heut hielten wir die Hagelfeyerprozession, die circa 600 Seelen stark ware. Da der Pastor um 9 Uhr ein Seelenamt hielte, so giengen wir späth aus, verkürzten also den Weg und giengen längst Sasserhof über die Heerstraße den Holzweeg herab auf die Hellbüchelsgasse, dan um das Dorf unten herein. Um 1 Uhr ware alles geschehen. Das Wetter war schöner als je, die beyden Tage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten und 5ten – Warmer Regen. Am 7ten und 8ten heiß und trocken. Am 7ten ware die erste Kornblühe.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten, &amp;lt;u&amp;gt;Trinitas&amp;lt;/u&amp;gt; – Der Mey ware so wie der Anfang des Junius ohne Regen, heiß und trocken, so daß dicke Bohnen und Salath gänzlich versagen. Es ist wenig Klee, und der Mangel an Futter vors Vieh ist äusserst drückend. Das Heu wurde dieser Tage mit 18 Reichstahler pro 1.000 Pfund hier bezahlt und ist gar nicht mehr zu haben. Da senkte sich bey Anfang der Frühmesse heut ein wohlthätiger Regen hernieder, der zwar nicht an die Wurzel kömmt, aber doch erfrischet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[443]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1819&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Es ist wieder trocken. Das Vieh leidet Mangel. Haber gillt 5 Reichstahler 15 Stüber, Korn in Kölln 7 Reichstahler 15 Stüber, hier das Paar Korn und Weitz 18 Reichstahler Neusmaas. Die Bendtrenke wird ausgemuttet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten Juni – Der Monath blieb trocken und heiß. Man hauet Korn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der 5te und 6te waren heiß, als man gedenkt. Diese beyde Tage wurde der Rest der Domainen-Ländereyen hier im Posthaus durch die Regierungsräthe Klinge und Hatzfeld verkauft. Unter denselben ware auch der Nusbaums-Hof zu Horm, herkommend vom Seminarium zu Kölln. Dieser wurde dem bisherigen Pächter Gerhard Bollig für 6.360 Berliner Thaler zugeschlagen; es sind etwas mehr als 100 Morgen. – Das Heu gillt 14 Reichstahler die 1.000 Pfund auf den Stückern. Der Morgen Graß auf den Zonser und Dormager Spicher wurde zu 36 bis 42 Reichstahler verkauft. Es ist sehr wenig Heu auf den Stückern, meistens kann man die Halbscheid rechnen gegen sonstige Jahren. Das thut aber, weil es seit dem Frühjahr nicht einmahl bis an die Wurzel geregnet hat. – Das neue Korn gillt 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Gestern und heute hat es etwas geregnet. – Seit Anfang dieses Monaths sieht man alle Abend einen Kometen auf Norden über Zons. Er hat einen sehr lang und hellen Schweif; dieser aber steht aufwärts. Neues Korn 7 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Anhaltende Dürre. Korn in Neus 7 Reichstahler, Haaber hier 5 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten hatten wir einen ordentlichen Regen. 2., 3., 4. und 25ten heiß. Der Weitzen ist fast alle herein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten August – Heiß. Korn in Kölln 4 Reichstahler 50 Stüber, Weitz 7 Reichstahler 45 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten August – Um 2 Uhr Nachmittag hatten wir einen Schauer Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten – Verflossene Nacht hatten wir nach 2 sehr heissen Tagen eine tüchtige Schauer Regen. Das Korn schlägt auf. Hier wird das Neusser Malder mit 5 Reichstahler 45 Stüber bezahlt. Die 1.000 Pfund Heu auf den Stückern, frisch gemacht und gebunden, 14 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Alles verdorrt. Die Hitze ist unausstehlich und verbrennt die Rübweiden, die sich so treflich ansehen. Die Haaber ist alle herein; das Malder gillt 3 Reichstahler 30 Stüber. In Kölln in den Wirthshäusern ist der Preis vom Heu und Brodt gleich, beydes das Pfund 1 ¼ Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Der Mangel unter dem Vieh ist äusserst drückend. Die Mäuse nehmen überhand und fressen die Stoppelklee vollends hinweg. Bäume verdorren, und im Felde und Gärten verbrennt alles, was grün ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[444]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1819&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dieser ganze Monath ware dem August vollkommen gleich. Nur sehr selten hatten wir ein kleines Schäuerchen Regen, daß nur ein Finger tief in die Erde drang. Die Saath kömmt gut heraus, aber die Mäuse vermehren sich ausserordentlich. Rüben gibt es keine, und die Erdäpfel kann man nur zur halben Saath rechnen. Einige haben nur pro Morgen 12 Malder. Hingegen ist der Wein vortreflich gerathen, sowohl an Güte als Vielheit.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Heute, am 3ten October, ist es noch so warm wie im August. Korn gillt hier das Neusser Malter 5 Reichstahler 45 Stüber, Weitzen 7 Reichstahler 30, Haber 4 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 4ten – Diese Nacht hatten wir eine ordentliche Schauer Regen, so 3 Finger tief in die Erde gedrungen ist. Im Tage war es wieder schön Wetter. Am 5ten, 6ten und 7ten anhaltender Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten, Freytag vor der Kirmes – Hell und schön. – Heut wird angefangen, durch den Entreprenneur Schée von Neus, das Dorf zu machen: Oben und unten der Hellbüchelsgasse wird die Straß anderthalben Fuß losgehackt und der Grund in die Vertiefung an der Hellbüchelsgasse gefahren, wo ein Kanal hindurch gemauert wird.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt; – Das Wetter ist prächtig, viele Fremde sind im Dorf.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten, Kirmesdienstag – Nach Mittag giengen die Jungen mit Musick durchs Dorf um die Kirmesweck. Am Abend vermißte der Maurer Stofel Bloemer eins von seinen Kindern, Marie Catharina, sieben Jahre 6 Monath alt. Das Kind hatte mit andern Kindern zu Walhoven die Küh gehütet, kame wieder und sagte seiner Mutter: &amp;quot;Ich will mein bestes Kleidchen anthun und mich etwas lustig machen&amp;quot;, folgte also der Musick ins Dorf hinauf, ward gegen der Kirche noch gesehen und war fort.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Das Kind ist noch nicht ausfindig gemacht, so viele Mühe auch darauf verwendet wird. Die Meinungen sind tausendfach. Die allgemeine herschende ist, daß Juden dieses Kind aufgefangen haben, weil sie zu Zeiten, einer alten Sage nach, Kristen-Blut haben müssen. Und da nun das Verschwinden des Kindes mit dem&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[445]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Lauberhüttenfest-Ende zusammen traf, so finden sich allerhand Zeugen, welche bald den Juden Sekel mit einem Sack, bald den Juden Schimel um Mitternacht an Häusern laurend gesehen haben wollen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten und 16ten – Viel Regen. Heute, am 16ten, wurden alle Häuser visitirt. Man klom in alle Brunnen, Mistpfühle waren gar keine, weil es den ganzen Sommer nicht geregnet hat.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Schön Wetter. – Der Conrad Sandt geht täglich an den Rhein, also auch heute Nachmittag. Am Plathalse werden neue Krippen angelegt. Da lagen einige Bürden junge Weiden zum Binden. Er glaubte also, man würde diese in dem nahen Holze des Mathias Heck abgeschnitten haben, gieng hinein, und das Kinde lag in den 5 Fuß hohen Schnitweiden an einem Weidenbaum. Ein Schuh stand unten und der andere mehr oben, die Strümpfe waren halb hinuntergestreift und nicht ausgezogen. Es schien, als wenn das Kind so todt hingetragen worden wäre. Der Conrad lief hieher und begegnete eben den aus der Bruderschaft kommenden Kirchenleuthen, die auch sogleich schaarenweise dahinliefen. Das Kind ware mit einer dünnen Bandweide zweymal um den Hals lose gebunden und die noch in der Erde festgewachsene Weide durchgestochen. Der Doctor Kauhlen ware nicht zu Hause, und der erst beym Dunkel ankommende Chyrurg Lindgens von Zons gab beym Licht sein Visum Repertum, daß das Kind genothzüchtigt worden. Man trug das Kind bey den Schwager des Christofel Bloemer in die Nettergasse, damit die Mutter sich nicht erschrecke.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Weil es zu Worringen Kirmes und schön Wetter war, so strömmten Hunderte von da hieher, um das Kind zu sehen. Es wurde nach Kölln und Neus berichtet und am&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten kame der Staatsprokurator Berghaus mit dem Richter Verkenius hieher. Das Kind wurde auf den Hof des Engel Weyer getragen, die Zugänge mit 20 Militz-Männern besezt, und der Doctor Kauhlen und Lindgens fiengen die Untersuchung um Mittag an. Die allgemein verbreitete Sage, dem Kind wäre von Juden das Blut ausgesogen worden, hatte Tausende hieher&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[446]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1819&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;gezogen. Viele waren drey Stunden weit gekommen, von Straberg, Nivenheim, Worringen hatten sich kleine Prozessionen gebildet, welche laut betheten. Da es eben Dienstag war, so ward die Kirche geproft voll. – Allenthalben hatte sich die Sage verbreitet, dem Kinde wäre das Blut ausgesogen, und es hätte an 700 Wunden geblutet. Ich selbst sahe das Kind, die Bein und Arme voll rother Flecken, und ich selbst glaubte, daß Juden die Thäter seyen. Um 11 Uhr hatte sich eine Menge Worringer vor dem Hause des Juden Isak versammelt. Sie riefen &amp;quot;Hep! Hep!&amp;quot;, welches die Zerstöhrung Jerusalems bedeutet, und drohten das Hauß zu stürmen. Die Anwesenheit aber des Bürgermeisters und der übrigen Gerichts-Herren von Kölln und hier benahm ihnen den Muth. – Die Ärzte sägeten zu erst die Hirnschale ab. Da fand sich eine Menge Blut, so auch an der Lunge. Kaulen erklärte, daß das Kind genothzüchtigt und ihm die Schaam ausgerissen seye. Die rothe Flecken an Arm und Bein wären durch das Wiederstreben in Stoppeln und das Aufritzen der Finger auf hartem Boden durch Krabelen entstanden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Um 10 Uhr morgens wurde das Kind vorn auf dem Kirchhof begraben. So wie der Pastor in der Kirche war, kamen noch einige Wagen von Kölln und Crefeld so wie viele Fremde aus der Ründe, um das Kind zu sehen. Der Todtengräber öfnete den Sarg. Man stellte eine Wache hinzu, und erst am Abend wurde das Grab geschlossen. – Aus den abgehörten Zeugen geht nichts hervor, was unsern Juden zur Last fällt, und die That kan eben sogut von einem Kristen als Juden, der besoffen war, verübt worden seyn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Das Wetter ist anhaltend, ohne Frost, angenehm. Die Früchten schlagen ab: Korn 5 Reichstahler, Weitz beynahe 7, Buchweitzen 5, Haaber 3 Reichstahler 38 Stüber, alles Köllnisches Maas hier; Heu 14 Reichstahler die 1.000 Pfund. – Die Inquisition wegen dem ermordeten Kinde geht noch immer fort. Man scheint auf der Spur zu seyn. Kinder, die mit dem Unglücklichen des Nachmittags wandelten, sollen etwas deponirt haben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 7ten – Abwechselnd Wetter. Korn hier Neusmaas 4 Reichstahler 45 Stüber, Haber 3 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Es hat die Nacht so stark gefroren, daß die schwersten Wagen über den Dreck fahren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[447]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1819&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Etwas Frost, den Abend Schnee, die Nacht viel Regen. Dieses Wetter muß die Mäuse wahrscheinlich vertilgen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten bis 21ten – Sturm und viel Regen. Der Rhein tritt aus und läuft diesen Abend durch die Schleuse zu Zons.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Heut um 10 Uhr vormittags liefe der Rhein schon über die Landstraße in den Bixem. Kornpreis in Neus 4 Reichstahler 5 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Heut Vormittag habe ich den Damm abgewogen, und es fand sich, daß gegen der Grindkaul der Dam noch 1 Fuß 8 Zoll hielt, ehe es drüber geht. Am Monheimer Weg trägt es noch 2 Fuß. Es regnet, der Rhein bleibt am Wachsen. Tag und Nacht sind Wachen auf dem Damm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten, &amp;lt;u&amp;gt;Kristag&amp;lt;/u&amp;gt; – Um den Mittag ließ der Bürgermeister ausschellen, daß jeder sich bereit halte, um auf den ersten Wink am Damme behülflich zu seyn. Um 2 Uhr liefe es am Monheimer Weg durch ein Maulwurfsloch. Gleich liefen die Leuthe mit Stroh dahin. Sie stopften diesseits des Dammes, aber je mehr Stroh sie hinein stiessen, desto größer wurde das Loch. Ich kame mit Jacob Steinberger dahin. Dieser erinnerte sich, daß in den 1770ger Jahren auch einmal ein ähnlicher Fall war. Man schluge auf die Klock, und der eben anwesende Rheinaufseher, Schefen Breuer von Worringen, grube oben auf dem Damm in der Mitte einen 2 Fuss breiten Graben, bis man die Öfnung fand, dann wurde dieser Graben mit Stroh und Erde zugestampft, da dieses damals den Damm gegen Rheinfeld gerettet hatte. So verfuhren wir auch heute auf die nähmliche Art, und in Zeit von 6 Minuten ware das Loch verschwunden. Der Damm hatte am Abend an den niedrigsten Stellen noch 8 Zoll Höhe.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26., &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Gleich nach dem Mittag wurden circa 30 Karren und aus jedem Hause ein Mann beordert, um in der Schindskaule Rasen auf den Damm zu fahren. Daß Pferd der Wittib Delhoven gienge am Monheimer Weg den Damm hinab und schwamm einen Flintenschuß weit dem Dorfe zu, wo es mit den Vorderfüssen auf einem Hügel Grund faßte und nur der Kopf über dem Wasser hatte. Es währte beynah 2 Stunden, ehe man das Pferd mit einem Nachen von Rheinfeld gerettet hatte. Am 27ten fiel das Wasser. Am 29ten bis 31ten Frost. Es spühlte an niedrigen Örten über unsern Damm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1820 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[448]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;1820&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Starker Frost. Das ganze Rheinfeld ist zugefroren und das Wasser stark drunter hinweggefallen. – Unten im Dorf, wo der neue Kanal gemauert ist, wird jetz grober Sand drüber gefahren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Der Frost ist stark, die Kälte sehr hart.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Heut ware es etwas gelinder, doch ohne aufzuthauen. Am 18ten steht der Rhein schon von Düsseldorf bis an den Walscheiderhof. Heut fienge es mit viel Regen stark an aufzuthauen. Weitz 6 Reichstahler 40 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Diese Nacht hat es ausserordentlich geregnet. Korn 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Heut ware schon das ganze Feld überschwemmt. Die Rheinfelder sind mit ihrem Vieh hier. Die Geringeren haben Biletter bekommen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Frost; uneracht dessen wächst der Rhein noch immer und ist auf einen halben Fuss nah so groß wie am Kristag. Das Obereis ist fort.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23ten – Stark gefroren. Heut Morgen erst fienge der Rhein an zu fallen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Frühlingswetter. – Korn in Neus 5 Reichstahler, Weitz 7.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten-5ten – Frost. Die Perschen hinter dem Damm sind sehr verdorben, Löcher ausgetrieben, ganze Strecken mit Sand beschossen und viele Besserey aus dem Land getrieben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 10ten, 11ten, 12ten – Frühlingstage. 13. bis 18ten Frost und kalt. Korn 5 Reichstahler, Weitz 7.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28. – Kalte Nächte. Es friert so stark, daß morgens alles drüber geht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten – Schauren. Am 2ten sehr stürmischer Schnee.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten – Der Schnee ware in der Nettergasse den Hecken gleich aufeinander gejagt. Deswegen musten heute 10 Pferdsmänner denselben mit Schupen aufwerfen, weil diese Mist und zur Mühle dahinfahren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Anhaltend starker Frost. 15ten bis 25. Merzerstürme, so daß in den meisten Gärten noch nichts gegraben ist. Korn 5 Reichstahler 30, Weitz 8 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Angenehm Wetter. Es sind keine Römerfahrten gehalten worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 13. – Schöne Tage. Bey der Verpfachtung der Gemeinde-Ländereyen ward ausbedungen, daß hinter der Kirche künftig ein Fahrweg neben den Hecken gelitten werden muß, und daß der quer auf das Bildstöckchen laufende Fußpfad verbothen werde; dieses ist jetz eingerichtet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 8ten – Reif und Nachtfröste. Korn in Neus 6 Reichstahler 30 Stüber, Weitzen 9 Reichstahler, Haber 4 Reichstahler 30 Stüber, Erdäpfel das Malder hier am Rhein 2 Reichstahler 30 Stüber, 1.000 Pfund Heu in Kölln 20 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten bis 30ten – Sehr heiß und trocken. 14., 15. und 16ten etwas Regen. Das Vieh leidet Mangel; das Graß in den Kühbenden ist kaum einen halben Finger lang.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Die Trockene ist ausserordentlich. Vorgestern sind die Kühe eingetrieben worden. Die Rheinfelder, der Sandhalfen, die Speymans und Boismars haben sich ihre Kühbenden an der Seythe von der Irmerhütte abnehmen lassen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[449]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27., 28. und 29ten – Köstlicher Regen. 1.000 Pfund Heu gelten hier 20 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 9ten regnet es alle Tage. – Die Fourage fürs Vieh ist so rar, daß man zu Delven Strau, das ist saures Graß aus den Brüchen, hieher bringt und die Bürde um 6 Stüber verkauft. Klee ist sehr wenig, und die noch ist, blieb wegen der langen Trockenheit so klein, daß sie kaum drey Finger lang ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis den 21ten – Alle Tage Regen. Am 22ten schön Wetter. Am 23. und 24ten sehr heiß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 12ten – Nordwindig, kühl und sehr trocken. Den 13. bis 17. sehr heisse Tage. Am Abend brachte uns ein schweres Gewitter ein klein wenig Regen, dessen wir sehr bedürftig sind. Am 15. fienge man an, Korn zu hauen. Kornpreis 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17. bis 20ten – Regen bis an die Wurzel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Heut nach Mittag hatten wir einen so starken Regen, als man sich nie erinnert. Viel Heu auf Hausten wird zur Halbscheid faul.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Alle Tagen Regen. Das Korn fängt an zu wachsen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Sehr heiß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 5ten – Heiß. Es ist sehr viel Korn eingefahren worden. 5ten Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten und 7ten – Viel Regen, bis Ends August schön Wetter, doch alle 8 Tage einen dringenden Regen. Korn 5 Reichstahler 15 Stüber, Haber 2 Reichstahler 30 Stüber, Heu 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die 2 lezte Tage im August und die 3 erste Tage im September hat es anhaltend und stark geregnet, so daß der Haber, deren dies Jahr wegen dem Wasserschaden und Mausbiß sehr viel und schön ist, dem Verderben drohet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4. – Heut ware ein schöner Tag. Viel Haber, die gebunden war, muß wieder auseinander gethan werden. Korn Neusmaas 5 Reichstahler, Haber in Kölln 2 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Bis heute und heute noch ist es hell und heiß, so das viel Haber herein ist. Auch heute haben viele gearbeitet, obschon es abgesezter Feyertag ware. Gestern ware eine totale Sonnenfinsterniß um 2 Uhr Nachmittags. Es ware eine höchst seltene Erscheinung: Man konnte links neben der Sonne einen Stern sehen. Als die Finsterniß am stärksten war, da blieb nur ein Ring von der Sonne übrig. Und wenn man mit dem blosen Auge dieselbe ansah, so ware die Sonne wunderschön.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Der September lieferte uns trefliches Saath-Wetter. Die Preisen der Früchten sind flau: Korn 5 Reichstahler, Weitz 7, Haber 2 Reichstahler, Buchweitz 5 Reichstahler, Heu die 1.000 Pfund 9 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis die Kirmes vorüber war, hielt sich das Wetter schön, da fienge es an zu regnen, der bis den 28ten anhielt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30. – Schön Wetter. Der Rhein, der auszutreten drohte, fällt wieder.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[450]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1820&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Seit 8 Tagen hatten wir Nachtfröste. Vorgestern thauete es. Gestern fiel bis Mittag viel Schnee, drauf kame am 17ten Frost. – Das Malder Haber 2 Reichstahler in Kölln, Korn 4 Reichstahler 56 Stüber, Weitz 7 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu 10 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten bis 25ten – Frost. Die Erde ware mit Schnee bedeckt. Deswegen sind die viele Rüben vor dem Erfrieren sicher.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Thauwetter. Am 4ten und 5ten December Sturm und Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 13ten – Thauwetter. Am 14ten, 15ten, 16ten starker Frost. Das Malder Korn stand einige Zeit in Neus 4 Reichstahler 15 Stüber, Weitzen 6 Reichstahler 30 Stüber. Jetz wird daselbst das Korn wieder zu 5 Reichstahler und der Weitzen zu 7 Reichstahler bezahlt. Haber gillt hier 2 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;17ten – Regen bis 23ten. Den 24ten hatte es so stark gefroren, daß alle Wägen drüber gehen. Gestern Abend regnete es noch.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Sehr kalt. Die hiesige Orgel wird renovirt und unter andern kleinen Veränderungen in das obere Manual statt der bisherigen Cornetregister eine Flaut travers eingesezt, auch die Clavitur um 6 Tangenten vermehrt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Der Frost hällt seit dem 24ten bis heute an, und zwar so stark, daß heute Mittag zu Zons der Rhein sich sezte. Die verflossene Nacht ware an der Piwip das Wasser 2 ½ Fuß gewachsen. – Das verflossene Jahr ist ein sehr merkwürdiges, bloß wegen dem Geldmangel. Dieser ist ausserordentlich und sezte viele Ackersleuthe, die mit dem Lezten auf Terminen gekauft haben, in große Verlegenheit. Das untere Feld ware fast alles, was Winterfrucht war, verdorben. Das, was man stehen ließ, ist nichts geworden als Unkraut; hingegen alles, was mit Haber besähet wurde, selbst magere Brach, gab schöne Haber, so groß und so viel Stroh, als im Jahre 1784, nur nicht ergiebig. – Im Späth-Herbst sind durch das ganze Dorf Gräben langs den Häusern aufgeworfen worden; sie sind 2 ½ Fuß breit und 1 ½ Fuß tief, gewöhnlich 3 Fuß von den Häusern ab, welche 3 Fuß zum Fußpfad dienen. Jeder macht sich gegen der Haußthür eine Brücke hinüber, und gegen der Einfahrt wird der Graben mit Schanzen oder Mist gestopft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1821 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[451]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1821&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten – Diesen Morgen 8 Uhr sezte sich der Rhein am Platthalse mit mittelm Wasser. Er schob sich ganz eben zusammen. Den Nachmittag giengen schon viele an der Piwitt drüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;2ten – Gelinder Frost. Am 4ten: Der Rhein hatte sich bis bey Niel gesezt. Es friert nicht stark. An der Worringer Drenk und etwas höher, wo seit einigen Jahren zwey Wirthshäuser erbaut worden, fienge man diesen Morgen an, einen Weg zu hauen. Sie waren bis bald auf der Halbschied, da sezte sich die Eißdecke in Bewegung und schob sich bis an die 3 Kaulen zusammen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 5ten fienge es am Abend an zu regnen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Thauwetter. Der Rhein steht bis Niel.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;7ten, &amp;lt;u&amp;gt;Sontag&amp;lt;/u&amp;gt; – Gleich nach 12 Uhr Mittags ließ der Bürgermeister bey mir 3 Böller lehnen, um den Zonser das Signal zu geben, daß der Rhein hier loßgebrochen seye. So wie wir hinkamen, hatte das Eiß haushohe Berge am Leinufer und Platthalse sich aufgethürmt. Das Wasser wuchs, die Eißberge vergrösserten sich, dann sezte er sich auf einige Minuten und trieb dan wieder. Um 4 Uhr sezte sich die Eisdecke wieder und bliebe unverrückt bis in die Nacht. Am Abend erhielten wir von Neus eine 3-Pfündner-Kanone, um damit beym Losbrechen das Signal zu geben. Thauwetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Gestern Abend kündigten uns 6 Kanonenschüsse am Posthaus an, daß der Rhein am Treiben seye. Diesen Morgen stand er wieder. Um 8 Uhr brach er loß. Das Wasser ware ein paar Stunde ausgetreten. Die Gegend am Damm von der Landstraße bis bald gegen Rheinfeld ware überschwemmt. Um den Mittag ware das Wasser wieder binnen Bord.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Der Rhein ist 10 Fuß gefallen. Heut kam viel Obereis.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11. – Anhaltender Regen. Korn in Neus 4 Reichstahler 45 Stüber, Weitz 7 Reichstahler, Haber 19 Schilling. Bis 27ten Thauwetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29. und 30ten – Starker Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[452]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1821&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Hell und klar. Korn in Düsseldorf 5 Reichstahler, Weitzen 7 Reichstahler, Haber 17 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten, &amp;lt;u&amp;gt;Samstag&amp;lt;/u&amp;gt; – Diesen Morgen gleich nach 6 Uhr hörte ich einen Schuß fallen. Ich öfnete ein Fenster, sahe, daß noch alles auf der Straße ruhig war, und schloß wieder zu. Gleich darauf hörte ich Weinen und Jammern. Da ware der Johann Steinberger aus einem oberen Fenster heraus auf den Steinweg gefallen. Es ist der Sohn vom seeligen Scheffen Friedrich Steinberger, beynahe 58 Jahre alt. Da er groß und einer der dickesten Personen im Dorf war, so konnte der Fall wohl nicht anders als tödlich seyn. Man trug ihn herein. Die Haut vom Hirnschädel ware ganz abgestreift. Der Pastor gabe ihm die lezte Oelung. Da kamen die Doctoren Kauhlen und Lindgens von Zons und verbanden ihn. Drauf wurde er wieder so vernünftig, daß er beichten und kommunizieren konnte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten, &amp;lt;u&amp;gt;sonntags&amp;lt;/u&amp;gt;, kamen seine beyden Brüder von Kölln, und als diese ihn am Abend verlassen hatten, da starb er um 5 Uhr und ward&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;am 6ten morgens 10 Uhr versenkt. Er litte lange Jahre schon am Nervenziehen, das der fallenden Krankheit glich. Bey jedem neuen Mondlicht trat dieses ein, und wenn er nicht genau bewacht wurde, so fiel er zur Erde, und manches Mal wurde er mit blutendem Kopf hereingetragen. Er schlief oben auf und ware die Nacht von einem Zimmer ins andere gewandert, fand 6 geladene Gewehre und schoß eins ab, oben durch die Decke des Zimmers. Dann öfnete er ein Fenster und fiel herunter. Er hatte die Jagdtasche noch umhängen. Der Kopf ware ausser der Haut nicht verletzt, aber Brust und Lunge brachten im zum Tod. Früher ware er Steuerempfänger, und bis ans End seines Lebens gab er viel den Armen. Er ware mein Jugendfreund, und bis ins dreysigste Jahr meines Alters waren wir täglich und alle Abend bis zum Schlafengehn beysammen. – Mit 1ten Februar hat das Barrier hier angefangen. Der Barrierbaum ist am Posthaus aufgeschlagen, dessen Stief-Sohn Christian Sturm Empfänger ist.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;19ten – Seit dem 3ten dieses fror es alle Nächte, doch nicht sehr stark. Der Johann Wilhelm Verhagen im Pflug hat von den Zonser Pfannenbäker übernommen, 3.000 Schanzen aus dem Busch nach Zons zu fahren. Er verdient die dritte Schanz als Fuhrlohn. Dafür ist diese Frostbahn äusserst gut. Die Früchten sind so flau, daß man nicht einmahl den Preiß angeben kann.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[453]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1821&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;23. – Heut fienge es an aufzuthauen. – Haber in Kölln 7 Gülden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Abends Regen. Am 26ten morgens ware es so hart gefroren, daß es drüber geht. Gerst hatte schon früher stark vom Frost gelitten. Es werden am Platthals neue Krippen angelegt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 14ten – Regentage. Dieses Wetter hat den Rhein aus seinen Ufern gebracht. Die Hütte hinter dem Damm ist überschwemt, und in den Kuhbenden wird gedeicht. – Es werden hier im Dorf auf jede Minute 160 Karren Kieß, der erst durchgeworfen wird, gefahren. – In den Gärten ist noch nichts gegraben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Der Rhein ist am Fallen. Bis 21ten Merzerschauren, bis 30ten abwechselnd.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 12ten – Trocken ohne Nachtfröste. Korn hier Köllnisches Maas 4 Reichstahler 10 Stüber, Weitz Neusmaas 6 Reichstahler 32 Stüber, Haaber idem 15 Schilling. Der Rabsamen ist voll von den kleinen schwarzen Käfercher.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten – Regen bis 17ten. Am 19. fängt man an, Haber zu sähen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten, &amp;lt;u&amp;gt;Ostern&amp;lt;/u&amp;gt; – Bis 28ten so heiß, als man es nie um diese Jahrszeit sich erinnerte. Am 29ten, Sontag Nachmittag viel Regen. 30. feucht und warm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 8ten – Schön Wetter. Korn in Neus 4 Reichstahler, Weitz 6 Reichstahler, Haber 15 Schilling. Der Hagdorn oder Holzapfel blüht. Am 11ten Mispelblüthe. Bis 13ten kühl und naß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13. – Kornblüh. Am 14ten nachmittags Hagel, der am Rabsahmen, am Salath und Klee Schaden gethan. Bis 26ten nordwindig mit abwechselndem Regen. Am 21. und 22ten starker Reif.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Trocken-nordwindig. Kornpreis 4 Reichstahler, Weitz 6 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Straf und kühl. Am 16ten bis 21ten sehr heiß. Am 22ten etwas Regen. Das Korn ist kaum reif. Vor 4 Tägen fienge man erst an zu hauen. Heu ist mehr als je gerathen und bey dem trockenen Wetter fast alle fertig. Die 1.000 Pfund kosten hier 4 Reichstahler. In den Kühbenden wird längst dem Mühlenberg ein Graben gemacht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 15ten – Weil das Korn so späth reif wurde, so kame in den lezten Tagen sehr viel Korn herein, gestern wohl das meiste. Drauf folgte die Nacht viel Regen. Das neue Korn gillt 4 Reichstahler 15 Stüber, Haber 2 Reichstahler 1 Schilling, 1.000 Pfund Heu hier 4 Reichstahler, Weitz 6 Reichstahler 30 Stüber, Rabsahm 10 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Schön Wetter. Gestern wurde viel Haber eingefahren.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Viel Regen bis 19ten. Es steht noch viel Buchweitz und Haber dem Verderben nah.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[454]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1821&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Man muß die Saath in die Erde stehlen. Es regnet alle Tage. Der Buchweitz wird halb naß hereingefahren. Der Weitzen ist auf einen Posttag bis 8 Reichstahler gestiegen, weil die Erndte in England durch den anfallenden Regen mißrathen ist. Korn gillt noch 4 Reichstahler, Haber 2 Reichstahler, Buchweitz 3 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Seit dem ersten hat sich das Wetter zum Guten geneigt. Die späthe Saath ist gut, die frühe schlecht in die Erde gekommen. Das Korn schlägt auf und steht 4 Reichstahler 30 Stüber, Buchweitz 3 Reichstahler 45&amp;lt;ref&amp;gt;Der Schreiber hat versehentlich vor die &amp;quot;45&amp;quot; eine &amp;quot;4&amp;quot; gesetzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Das Wetter anhaltend gut. Ein paar Nächte hat es etwas gefroren, dan folgt Regen mitunter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;December&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Acht Tage im Beginn dieses Monaths hatten wir Sturm mit Regen, übrigens ist das Wetter angenehm. Korn gillt an der Worringer Drenk das Neusser Malder 4 Reichstahler 13 Stüber, Weitz 6 Reichstahler 30 Stüber, Haber 2 Reichstahler, Heu allhier 5 Reichstahler, Stroh die 100 Bauschen à 11 Pfund 4 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Seit dem 18ten hatten wir viel Regen mit anhaltendem Sturm. Ausser ein paar frühern Nachtfrösten hällt der Pflug sich noch immer am Bauen. – Die Früchten sind gut gerathen und ergiebig. Ein Mann drischt von gutem Korn ein Malder. Heu ist die Menge und ward bisher so theuer wie Stroh verkauft, jetz ist es bis 4 Reichstahler 30 Stüber in die Höhe gegangen. Korn steht zu 4 Reichstahler, Weitz 6 Reichstahler 30 Stüber, Haaber 2 Reichstahler. – Wegen der Vielheit, so gerathen ist, könnte der Ackersman noch wohl bestehen; allein, die Abgaben sind so hoch, und der vorrigjährige Wasserschaden haben ihn zurück gesezt. Der Rhein drohete am Ende oft auszutretten, hat es aber nicht gethan. Die späthe oder vielmehr die mittlere Saath scheint die beste zu seyn.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1822 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[455]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1822&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Januar&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Griechen in Morea haben sich gegen die Türken aufgelehnt. Die Türken morden nun in allen Städten, was Grieche ist. Der Kayser von Rusland hat eine zahlreiche Armee an den Pruth marschieren lassen, und es scheint, daß sie das Frühjahr die Türken angreifen werden, um ihren Glaubensgenossen, den Griechen, beyzustehen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten – Bisher hatten wir noch keinen Winter. Diesen Nachmittag fiel etwas Schnee, und am 6ten, 7ten und 8ten fror es gelinde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Es folgt noch kein Frost, und die Früchten wollen nicht aufschlagen. Korn steht wieder 4 Reichstahler, das Heu ist bis 5 Reichstahler die 1.000 Pfund gestiegen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Das am Sontag eingefallene Sebastianus-Fest wurde heut gefeyert. Heut Nachmittag kame ein Mensch von circa 23 Jahren von Jussenhoven herab bis an das Lämbchen, gienge über den Höhenberg dem Damme nach auf Rheinfeld, foderte bey dem Mathias Broich eine Butteramme. Als dieser ihm solche gegeben hatte, gieng der Broich heraus, um Holz zu hohlen. Zwey Mädchen aus der Nachbarschaft, deren eins 14 Jahr alt ist, sassen bey ihm in der Stube. Wie er am essen war, nahm er das auf dem Tisch liegende Brodtmesser und schnitte sich den Hals ab. Sogleich strömten Hunderte von hier dahin. Er hatte eine Militärhose und -Weste an, circa ein Berliner Thaler Geld, und aus einem Brief von seiner Mutter geht hervor, daß er, aus Halteren gebürtig, zu Kölln unter der Artillerie dient. Seine Mutter schreibt ihm, er möchte doch etwas von seiner Löhnung für sie ersparen, denn sie habe von seinem Bruder nur 3 Stüber bekommen. Wahrscheinlich ist er desertirt. – Er wurde am 24ten nachmittags in eine Lade gelegt, hiehin gefahren und neben dem Beinhaus in die Hütte begraben, wo der verstorbene Müller reformirter Religion begraben liegt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;3ten – Wenn es auch eine Nacht etwas zu frieren scheint, so stürmt es wieder acht Tage. Heut wüthete ein schrecklicher Sturmwind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Man pflanzt in den Gärten. Zuweilen reift es mit wenig Frost. Korn, an die Drenk geliefert, Neusmaas, 4 Reichstahler, bester Weitzen 6 Reichstahler 30 Stüber, Haber 14 Schilling, 1.000 Pfund Heu hier 5 Reichstahler 15 bis 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[456]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1822&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 5ten – Schöne Frühlingstage. 6ten Sturm und viel Regen. – Einen so gelinden Winter gedenkt keiner. Alle Tage ohne Ausnahme konnte man graben, im Rabsahmen zeigt sich vielfach Blühe, die Violen blühen, und alles grünet. Das Korn steht noch zu 3 Reichstahler 54 Stüber. – Die Mäuse wollen noch nicht vergehen. Was sie früh abgefressen haben, ist wieder schön beygewachsen. Am Klee haben sie den meisten Schaden gethan.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12ten – Diese Tage waren entsetzlich stürmisch, harte Donnerschläge mit dem Erdbeben ähnlichen Wind waren fürchterlich. Ganze Nächte hat es geregnet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten bis 16ten – Meywetter. 17ten Regen, am 18. Sturm.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Der Merz ware bis zu 23ten angenehm, da stellte sich der Wind ins Nordwesten mit Nachtfrösten und kalten Merzerschauren bis den 6ten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten – Man hat schon vor 8 Tagen in Zons Kornähren gehabt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Der April ware vom 6ten bis zu Ende mehr trocken als naß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 7ten – Sehr heiß mit Donner. Am 8ten starker Regen. Die erste Kornblühe ware am 5ten Mey. – Die Mäuse thun oben im Feld noch viel Schaden. Kornpreis 3 Reichstahler 45 Stüber, Weitzen 6 Reichstahler, Haber 15 Schilling, Heu 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Sehr heiße Tage. Man hoft Regen. Es wird schon Korn, Weitz und Gersten für Vieh abgeschnitten, weil die Mäuse so stark darin gehauset. – Am 8ten Mey blühte im Weinland der Weinstock. Heut, am 24ten, wurde der erste kleine Sahm gemähet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten, &amp;lt;u&amp;gt;Pfingstabend&amp;lt;/u&amp;gt; – Donner und starker Regen. Auf Anordnung des Bürgermeisters müssen in 8 Tagen von jedem Morgen Land oben im Feld 10 Mäuse und von jedem Morgen unten im Feld 5 Mäuse geliefert werden. Um sie zu fangen, werden Löcher gebohrt. Die Hufschmiede verfertigen solche aus einer alten Schüppe.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Vom 26ten bis heute sehr heiß. Kornpreis Neußmaaß hier 4 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Junius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Bis 14ten entsetzlich heiß. Alles verdorret. Am 15ten Donner mit Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16. bis 20ten – Trocken mit Nordwind. Korn 4 Reichstahler 30 Stüber hier. Am 15ten ware schon reifes Korn gemähet. Bis 28ten sehr heiß. Wegen Mangel an Fourage wird das 1.000 Pfund neue Heu in den Kempen mit 8 Reichstahler aufm Stück bezahlt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten und 30ten – Starker Regen, doch nicht an die Wurzel. So wie das Korn abgemähet ist, wird es auch eingefahren. Die Mäuse thun jetz mehr Schaden und vermehren sich stärker als je. Es geht jetz an die Sommerfrucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten musten wir den Mausschaden angeben, ob es vielleicht möglich würde, daß wir etwas Nachlaß in den Steuern erhielten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[457]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1822&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;21ten – Das Wetter ist anhaltend trocken. Zuweilen bringt ein vorüberziehendes Gewitter etwas Regen. Allein, die lange Dürre ist Schuld, daß nach ein paar Tagen alles wieder welket. Die Mäuse thun noch entsetzlichen Schaden. Viele Haaber wird abgefüttert, andere hauen sie halb reif ab und setzen sie auf Gäste.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – Indessen hat sich ein ganz sonderbahrer Zufall in Zons ereignet: Weil die Mäuse auch das Gemüse, z.B. Kappus, Mohren etz. angreifen, so hielte der hiesige Pastor einige Sonntage abends 6 Uhr Rosenkranz, auch seit dem 22ten nachmittags 1 Uhr Rosenkranz mit Benediction. Die Zonser hatten ebenfals den 16ten angefangen, um 1 Uhr Nachmittag eine ähnliche Andacht zu halten. Der vorige Caplan in Zons, Herr Ankenbrand, hatte vielleicht vor 10 Jahren ein Muttergottesbild der Kirche geschenkt. Gesicht und Hände sind von Wachs, den Kopf zirt eine silberne Krone, worauf oben 8 vergoldete Kreutzcher angebracht sind. Diese Kreutzcher geben einen Schein, besonders, wenn die Lichter angezündet sind. Sogleich ergrif der fanatische Pöbel diesen Schein und machte ein Miracul daraus. Nun strömmt täglich eine Menge Menschen dem neuen Gnadenorte zu, von Worringen, Hittorf etz. prozessionsweise, von Bedburg, Düsseldorf, Neus etz. in kleineren Truppen. – Der Landrath von Neus hat 2 Unterofiziere von der Landwehr nebst einem Gensdarm in Zons gelegt, welche wachen sollen, daß keine ungesetzmässige Processionen nach Zons einkehren. Auch machte bemelter Landrath einen Bericht an den General-Vicar in Aachen, worauf der Pastor in Zons Befehl bekame, daß der Gottesdienst (am Sonntag ausgenohmen) in den Wochentagen um 8 Uhr beendigt und die Kirche geschlossen seyn solle. – Der Zufluß nahm täglich mehr und mehr zu. Abends wurde Prozession von den Bürgern veranstaltet. Man gieng mehreremale um die Kirche, dann am Feldthor heraus an das Muttergottesbildchen am Schloß. Hunderte von Dormagen, Rheinfeld etz. giengen dahin und beteten zur Abwendung der Mäusstrafe bis Mitternacht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 6ten – Wir hatten einige Tage Regen. Kornpreis 6 Reichstahler, Weitz 7 Reichstahler 30, Haber 3 Reichstahler. Auch hier fiengen die Bewohner des unteren Dorfes an, prozessionsweise auf den Kirchhof zu ziehen. Sie gehen siebenmal um die Kirche.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 10ten – Des Abends versammelt sich das ganze Dorf bey der Prozession. Sie gehen von unten auf durchs Dorf, den Römerfahrtsweg ums Dorf bis an Gussenhoven, oben heraus über den Damm etz. Hunderte Lichter werden dabey umgetragen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[458]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1822&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 12ten – Das Wetter ist anhaltend trocken. Oben im Feld sind fast keine Rübweiden. Kornpreis 6 Reichstahler 30 Stüber, Weitz 7 Reichstahler 30 Stüber, Haber 3 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu 10 Reichstahler. – Der Landrath hat durch den Bürgermeister die Abendsprozession verbiethen lassen und dagegen mittags von 1 bis 2 oder abends von 6 bis 7 Uhr vorgeschlagen. Demungeachtet kamen heut Abend beym Dunkel die Unterste aus dem Dorf gebethen. Der Bürgermeister lies durch den Sergeanten verschiedene angeben und entboth solche zu sich aufs Bureau. Da sich aber kein Gesätz vorfindet, welches dergleichen Bethen verbiethet, so gehn die Leuthe in großer Zahl abends Prozession, doch ohne Licht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;18ten – Der Landrath besuchte unsern Pastor und bath denselben, die Pfarrgenossen zu ermahnen, von den Abendsprozessionen abzustehen. Darauf ersuchte der Pfarrer die Leuthe, daß sie doch im Tage gehen möchten, und wenn sie an Sonntagen um 6 Uhr abends wiederkämen, so wollte er eine Litanie und Rosenkranz in der Kirche bethen und auch die Benediction geben. Den ersten Sonntag geschahe das. Weil aber in der Woche wieder späth gegangen wurde, so befahl am folgenden Sonntag der Pastor dem Küster, die Kirche nicht zu öfnen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;26ten – &amp;lt;u&amp;gt;Trocken&amp;lt;/u&amp;gt; – Das Prozessioniren abends hällt an, und die Muttergottes in Zons bekömmt täglich mehr Zulauf. Es wird Silber und Gold daran geschenkt, so daß dem Küster sein großer Sohn des Nachts in der Kirche schlaffen muß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;September&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 8ten – Sehr trocken und heisse Tage. Die Mäuse vergehen nicht.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Man bringt die Saath trocken in die Erde und befürchtet, daß sie nicht werde herauskommen können.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;28ten – Vor ein paar Tagen hatten wir eine ordentliche Schauer Regen. Die Frucht kömmt gut heraus, auch scheinen die Mäuse oben im Feld zu vergehen. Korn 6 Reichstahler, Weitzen 7 Reichstahler 30, Sahm 11 Reichstahler 30, Haber 3 Reichstahler, Heu 12 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;October&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;6ten – Verflossene Nacht hatten wir ein schweres Gewitter mit Regen. Die Mäuse haben an den Erdäpfeln wenig Schaden gethan, sie sind ausserordentlich gerathen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;16ten – Schön Wetter, abwechselnd mit Regen. Die Kirmes ware sehr besucht. Bey Johann Cremer oben der Kirche war zu erst Musick. Eine zahlreich ausgesuchte Gesellschaft hatte sich dort vereinigt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[459]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten October – Anhaltend schön Wetter, zuweilen etwas Regen. – Die Mäuse thun in der neuen Saath viel Schaden. Von der Regierung ist das Fütteren mit Arsenic verbothen im Kreise Neus, hingegen ist es im Regierungs-Bezirk Kölln erlaubt. Man sucht sich also Futter vom Köllnischen zu verschaffen, und jeder füttert. – Die Andacht zu Zons ist am Ende. Der Landrath von Neus hat nicht geruhet, bis der General-Vicarius den Pastor aus St. Peter und Gereon von Kölln nach Zons sandte, um das Bild zu untersuchen. Sie kamen am Zonser Kirmesmontag hieher, nahmen unsern Pastor mit, liessen das Bild auskleiden, fuhren nach dem Heckhofe bey den Bürgermeister zu Kirmes und kamen am Abend wieder, in einem Zustand, wo man deutlich abnehmen konnte, daß sie keinen Durst gelitten hatten. – Darauf ist vom General-Vicar die Ordre gekommen, das Bild aus der Kirche in die Pastorat zu bringen und der sich um die Andacht viel bemühte Vicar Brings nach der Weiden bey Aachen zu versetzen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1. – Sonderbahr! Der Pastor von Nivenheim, der stark gegen die Andacht zu Zons gepredigt hatte, wurde lezten Sonntag toll, der Bürgermeister von Zons stürzte gefährlich am Sonntag aus der Schaise. Der Chirurg Lindgens fiel bis über die Ohren in den Rhein und der Concionator in eine Erdäpfelgrube und wurde unter Gespött heimgeleitet. Alle vier Contradictoren der Andacht, alle am nähmlichen Tage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten – Das Wetter ist wie im Frühjahr, warm und so trocken, daß es auf den Kleedrieschen zum Bauen zu trocken ist. Korn steht in Hittorf das Köllnische Malder zu 6 Reichstahler 30 Stüber, Haaber 3 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Seit dem 10ten ware es Frühlings-Wetter. Die Saath ist so rauh, daß man die Kühe aufs Korn treibt und abweiden läst. Auch viele schneiden das zu rauhe Korn ab zum Kuhfutter. Es ist so trocken in der Erde, daß man kaum die Kleedrieschen bauen kann.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 26ten bis 8ten November&amp;lt;ref&amp;gt;Irrtümlich November statt Dezember.&amp;lt;/ref&amp;gt; – Stürmisch-naß. Am 9ten, 10ten, 11ten und 12ten starker Frost.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Der Frost hällt seit dem 9ten December an. Der Rhein ist sehr klein. Die Säume sind so weit mit Eiß bedeckt, daß nur in der Mitte ein starker Steinwurf breit das Eiß noch durchtreibt. Korn in Kölln 6 Reichstahler 20 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;31ten – Das Jahr schliesset sich mit anhaltendem Frost. Zu Düsseldorf steht der Rhein schon einige Tage und landet langsam an. Das Wasser ist grundklein im Rhein, zu Kölln an der Wassermaas wie am Kasselberg 1 Fuß 1 Zoll. Es ist nicht viel Eis im Rhein. Das eben verflossene Jahr war ein betrübtes Jahr: Die Mäuse haben erst im Feld und nachdem in den Scheuren entsetzlich viel Schaden gethan. Fast alle haben nichts mehr zu dreschen. Die Sath im Feld sieht sich gut an, obschon auch die Mäuse vieles abgeweidet haben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 1823 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[460]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1823&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Januar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vom 1ten bis 11ten – Starker Frost. Schon vor 14 Tagen hatte sich der Rhein zu St. Goar gesezt, späther auch zu Düsseldorf und landete von da aus schon am 5ten dieses bis Stürzelberg. An eben dem 5ten rückte der Rhein wieder durch bis unten Uedesheim, blieb also stehen bis Stürzelberg. Am 6ten sezte sich der Rhein am Grend unten Zons; es blieb also eine Lücke offen vom Grend bis Stürzelberg.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten – Heut stand der Rhein im Kolk, schob sich aber am 10ten wieder und sezte sich den&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;11ten an der Piwip. Es wurde schon vor Abend ein Weg gehauen und&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;12., &amp;lt;u&amp;gt;sontags&amp;lt;/u&amp;gt;, giengen schon Hunderte über den Rhein. Korn 6 Reichstahler 20 Stüber, Weitz 6 Reichstahler, Haber 3 Reichstahler 15 Stüber, Heu allhier 12 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;13ten ist 2 Finger tief Schnee gefallen. – Der Bürgermeister hatte 50 Mann dienstweis aufbiethen lassen, um mit Achsen, Beil oder Hammer die Mäuselöcher im Feld zuzuschlagen. Dieses konnte wegen dem Schnee nicht geschehen. – 14ten, 15ten Schnee, 16ten etwas gelind.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Diese Nacht fror es ziemlich stark, sonst ist das Wetter leidlich. Täglich fällt etwas Schnee. Der Rhein fängt heut zu Kölln an, sich zu setzen. Aus dieser Ursach kame auch heut der Schnellwagen hiedurch. – Am 24ten entsezlich kalte Tage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;27ten – Es fiel den ganzen Tag noch etwas Schnee. Mit dem Abend verwandelte sich solcher in Regen, so daß der Frost grade sieben Wochen dauerte. Die Meistbeerbte haben beschlossen, 24 Karren Torf-Knabben bey Frechen unentgeltlich für die Armen zu hohlen und zu bezahlen. Die Karre kostet circa 24 Stüber. Demnach zahlen die Gewerbleuthe und Begüterte auch 24 Karren, welche die Pferdsleuthe ohne Frachtzahlung hohlen. In der ganzen Gegend ist kein Geriß, weil im Herbst die Ruhr nicht schifbar war. Es kamen viele Karren mit Kohl und Geriß von Bardenberg auf den Kauf hieher. Sie erliessen die Karre zu 6 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Anhaltend Thauwetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;30ten – Abends 8 Uhr hörten wir bey Südwind an dem starken Rauschen, daß der Rhein am Treiben war. Wir hatten eine Kanone von Neus erhalten. Dieselbe ward nun 3-mal gelöset. Das Eis triebe im Ufer, das Wasser wuchs und fiel, oft in einer Minute 3 Fuß. Am Platthals schoben sich hohe Berge aufs Land. Um 9 Uhr sezte sich der Rhein, fienge aber gleich wieder an zu treiben. Da kamen die vom Rheinfelderhof mit ihrem Vieh hieher. Fast alle Bewohner waren mit unzähligen Leuchten am Rhein, so wie zu Monheim, Worringen und Hittorf. Erst nach 10 Uhr gienge der Mond auf. Zwischen 11 und 12 Uhr wurde wieder zu dreyenmalen mit der Kanone geschossen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 2ten – Es thauet fortwährend auf. Am Abend schien das Obereis zu kommen. Es wurden also 3 Kanonenschüsse um 8 Uhr gelöset, doch kame nicht viel Eiß.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;5ten – Schnee. Am 6ten Frost und Schnee. Das Obereiß geht fort, ohne daß man es gewahr wird.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[461]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1823&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Februar&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 9ten – Regen. Am 13ten trat der Rhein aus dem Ufer bis hinter dem Damm und bis in die ünterste Drenk. Angenehm Wetter. Haber 3 Reichstahler 45 Stüber, Heu 13 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Merz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 1ten-3ten – Sturm und Regen. 4ten-5ten Sturm und wüstes Wetter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;10ten fienge man zu erst an, in den Gärten etwas zu graben. Am 11ten Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten – Merzerwetter mit Schnee und Frost. Korn 8 Reichstahler, Weitz 8 Reichstahler 20 Stüber, Sahm Haber 5 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Nasses Wetter. Am 25ten bis 28ten sehr schöne Frühlingstage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten – Warmer Regen. – Korn und Weitz in Kölln 9 Reichstahler, beide Theile.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;April&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 7ten – Schön Wetter und nicht zu warm, welches für das Feld erwünscht ist. Die Frucht steht sehr schön. Viele haben Korn in Kornstoppeln gesähet, was von den Mäusen gelitten hatte, und dieses Korn steht prächtig.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;8ten – Frost und Reif, hällt an bis den 16ten. Am 17ten Regen. Kornpreis in Neus 9 Reichstahler 40 Stüber. Die Fourage ist so rar, daß vieles Vieh crepirt. Dem Posthalter sind schon 5 Stück Kuhvieh gefallen. Auch Leuthen, die zu füttern haben, denen gehen Küh caput. Man will es der Kälte, andere der Trockenheit im verflossenen Sommer zuschreiben. Stroh gillt 9 Reichstahler, Haber circa 5 Reichstahler, Weitz 9 Reichstahler, 1.000 Pfund Heu 15 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;20ten bis Ends April – Nachtfröste mit Reif, unangenehme Tage.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Mey&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 5ten – Nordwindig-trocken. Am 6ten und 7ten entsetzlich heiß. Die Nacht auf den 8ten Donner und Regen. Am 9ten starker Wind, welcher viel Korn zerknickt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;9ten wurde Land verkauft, in 3 Terminen zu zahlen. Der erste ist Anfangs October 1823, der &amp;lt;u&amp;gt;2&amp;lt;/u&amp;gt;te October 1824, der &amp;lt;u&amp;gt;3&amp;lt;/u&amp;gt;te 1825. Davon kamen 3 Viertel hinten Grünenwalds-Garten zu 127 Reichsthaler, 3 Viertel am obersten Sasserweg zu circa 100 Reichstahler, anderthalb Viertel im Kirchfeld zu 64 Reichstahler.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;22ten – Schön Wetter, zuweilen Regen. 23ten Regen. 24. bis 31ten sehr heiß und schön. Das Malder Korn gillt in Kölln 7 Reichstahler 20 Stüber. Es wird viel Korn aus der Stadt aufs Land gehohlt, weil sogar die meiste Halfen seit lange das Brodkorn haben kaufen müssen. Heu ist fast keines mehr. Es wird noch zu 15 Reichstahler verkauft. Es ist entsetzlich viel Korn frisch abgefüttert worden, für Küh und Pferd. Jetzt muß der Weitzen dran. Gussenhoven, Rheinfeld, Sandhof und fast alle Einspänner haben zur grünen Frucht ihre Zuflucht nehmen müssen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1ten bis 5ten – Sehr heiß. Gleich nach Mittag Regen bis an die Wurzel. Frucht und Gemüse haben seit Menschengedenken nicht so schön gestanden. Indessen wird sehr viel von dem schönen Weitzen grün abgefüttert. Korn verkauft der Bürgermeister von Worringen zu 7 Reichstahler 30 Stüber, mit dem Beding, künftigen Martini zu zahlen. Haber 4 Reichstahler 20 Stüber, Heu 15 Reichstahler. Bey allem dem fehlt es an Geld.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[462]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;1823&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Juny&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dieser Monath ware meistens naß. Das hällt die Erndte auf, da man doch so sehr auf Brodt harret. Stroh ist fast keins mehr, und es wird noch grüner Weitzen abgemähet für die Pferde.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Julius&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;14ten – Man fängt an, Korn zu hauen. Das Wetter ist meistens naß, mit einzelnen heissen Tagen vermischt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;24ten – Ein Tag schön Wetter und dann wieder drey Regentage. Es wird nun so viel Korn eingefahren, daß die Leuthe etwas Stroh und eine Gebinde&amp;lt;ref&amp;gt;Unsichere Lesung des Worts.&amp;lt;/ref&amp;gt; Korn bekommen. Das Malder alt Korn gillt noch 6 Reichstahler. Neues ist noch keins zum Verkauf gedroschen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;August&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten – Abwechselnd Wetter. Die Winterfrucht wird kaum trocken eingefahren. Vorgestern ware es sehr heiß, drauf rollten die ganze Nacht fürchterliche Donner mit Regen, so daß der meiste Weitz noch draussen ist. Neues Korn in Kölln 3 Reichstahler 30 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;25ten – Heut fienge es an, sehr heiß zu werden. Bisher, wenn es 2 Tage gut war, so regnete es wieder. Korn hier 3 Reichstahler 20 Stüber, neue Haber 18 Schilling.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;September&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 6ten anhaltend schön Wetter. Korn hier Neusmaas 3 Reichstahler 15 Stüber, neue Haber 100 Stüber. Man hat viel Brach, wo vorig Jahr die Mäuse alles weggefressen, mit Haber besähet, und diese ist unvergleichlich gerathen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Am 26ten – Anhaltend gut Wetter. Am 27ten bis 1ten October meistens Regen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;4ten bis 11ten October – Schön Wetter. Am 12ten &amp;lt;u&amp;gt;Kirmes&amp;lt;/u&amp;gt; mit Regen. Korn 3 Reichstahler 15 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;15ten October bis 26ten – Sehr schöne Tage. Ends October Regen. Haber 90 Stüber.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;November hielt inständig an mit gutem Wetter. In diesem Monath sind wohl halbtausend Karren Rüben eingethan worden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;29ten November bis 7ten December – Entsetzlich stürmisch.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Hier enden die Tagebuchaufzeichnungen. Auf der Rückseite finden sich Tagebuchnotizen des Sohnes Johann Jakob Delhoven für den Zeitraum Januar bis März 1824.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Delhoven, Johann Peter}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tagebücher und Chroniken]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quellen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chronisten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<title>FC Zons 1911 e.V.</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Vereinserfolge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;FC Zons 1911 e.V.&#039;&#039;&#039; wurde am 6. November 1911 gegründet. Er zählt zu den traditionsreichsten Fußballklubs im Rhein-Kreis Neuss und ist fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im heutigen Dormagener Stadtteil. Die Vereinsfarben sind Blau und Gelb, wobei die ursprüngliche Spielkleidung in den Anfangsjahren blau-weiß längsgestreift war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte-Überblick ==&lt;br /&gt;
=== Gründungsjahre (1911–1918) ===&lt;br /&gt;
Die Ursprünge des Vereins liegen im Sommer 1911, als Mitglieder des katholischen Jünglingsvereins begannen, regelmäßig mit einem vom Verein gestellten Ball Fußball zu spielen. Am 6. November 1911 trafen sich 25 junge Männer im Gasthof Zum Stern, meldeten sich vom Jünglingsverein ab und gründeten den eigenständigen Fußballclub Zons 1911. In der ersten Vereinssatzung wurde festgelegt, dass nur Personen mit unbescholtenem Ruf Mitglied werden konnten, sofern sie die Schule bereits beendet hatten. Der monatliche Beitrag betrug zu dieser Zeit 10 Pfennig bei einer Aufnahmegebühr von 50 Pfennig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum ersten Vorstand der Vereinsgeschichte wurden Fritz Rosellen als Vorsitzender, Wilhelm Blömacher als Schriftwart, Theodor Derendorf als Kassenwart, Heinrich Ohligschläger als Spielwart und Willi Pohl als Zeugwart gewählt. Als erste Spielstätte diente der [[Bleichplatz]] vor dem [[Rheintor]]. Da damals noch keine festen Platzmarkierungen existierten, bildeten der [[Herrenweg]] und ein kleiner Bachlauf namens &amp;quot;Schlenk&amp;quot; die natürlichen Grenzen des Spielfeldes. In der Anfangsphase wurde oft noch in normalen Straßenschuhen gespielt, da spezielle Fußballstiefel kaum vorhanden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits am 5. Mai 1912 organisierte der junge Verein sein erstes größeres Turnier. Zu diesem Ereignis reisten Mannschaften aus Neuss, Benrath, Wersten, Reisholz, Urdenbach und Hilden an, die ihre Anfahrtswege zum Teil noch zu Fuß bewältigten. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 beschränkte sich der Spielbetrieb auf Freundschaftsbegegnungen gegen Gegner aus der näheren Umgebung, da der Verein noch keinem überregionalen Verband angeschlossen war. Mit Beginn des Krieges mussten die sportlichen Aktivitäten vollständig eingestellt werden. Während dieser Zeit ruhten die Vereinsgeschäfte, und ein Großteil der Mitglieder wurde zum Militärdienst eingezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weimarer Republik und sportliche Etablierung (1919–1933) ===&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Jahres 1918 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Da die ursprüngliche Spielkleidung in den Farben Blau und Weiß nicht mehr erhältlich war, stiftete die Witwe Pohl neue Trikots in Blau und Gelb, die fortan als Vereinsfarben übernommen wurden. Im Jahr 1919 gestattete die britische Besatzungsmacht dem Verein die Mitnutzung eines in den [[Herrenbenden]] angelegten Fußballplatzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Zäsur markiert das Jahr 1921, in dem sich der Klub unter der Leitung von Dr. [[Josef Zanders]] dem Westdeutschen Spielverband (WSV) anschloss. Da der bisherige Platz in den Benden an den Eigentümer zurückgegeben werden musste, stellte die Witwe Pohl dem Verein ein Grundstück an der [[Bahnstraße]] zur Verfügung. Die Vereinsmitglieder übernahmen die Planierung und Umzäunung der neuen Spielstätte in Eigenleistung. Ab 1923 nahm der FC Zons am regulären Meisterschaftsbetrieb teil und wurde dem Kölner Bezirk zugeordnet.&lt;br /&gt;
Sportlich verliefen diese Jahre erfolgreich. Im Jahr 1926 errang der Verein die Kreismeisterschaft des Kreises Neuss-Grevenbroich. Das in dieser Zeit entstandene Vereinslied zur Melodie von &amp;quot;Petrus schließt den Himmel zu&amp;quot; benannte in seinem Text die gesamte damalige Mannschaftsaufstellung. Zum 20-jährigen Bestehen im Jahr 1931 gelang als Gruppenmeister der 1. Kreisklasse der Aufstieg in die Bezirksklasse. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum am 5. April 1931 beinhalteten eine gemeinschaftliche Generalkommunion der Mitglieder in der Frühmesse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933–1945) ===&lt;br /&gt;
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgte im Jahr 1933 die sogenannte Gleichschaltung der Sportvereine. In diesem Zuge wurde der FC Zons dem Düsseldorfer Bezirk zugeteilt und in die 2. Kreisklasse eingegliedert. Das 25-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1936 wurde unter dem Vorsitzenden Hubert Burbach begangen. In der Spielzeit 1937/38 sicherte sich der Klub die Meisterschaft der 2. Kreisklasse und stieg in die 1. Kreisklasse auf.&lt;br /&gt;
Trotz zahlreicher Einberufungen aktiver Sportler zum Militärdienst blieb der Spielbetrieb nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zunächst bestehen. In dieser Phase erreichte der Verein den bisherigen Höhepunkt seiner Geschichte mit dem Aufstieg in die Bezirksliga in der Saison 1940/41. Zu den damaligen Gegnern zählten namhafte Klubs wie Bayer Leverkusen, der DSC 99 Düsseldorf und Hilden 03.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der zunehmenden Kriegseinwirkungen musste der Spielbetrieb im Jahr 1943 vollständig eingestellt werden. Der Verein verlor während der Kriegsjahre zahlreiche Mitglieder, darunter den Vorsitzenden Hubert Burbach, der an der Ostfront fiel. Insgesamt ließen im Zweiten Weltkrieg 62 Bürger aus Zons als Soldaten ihr Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wiederaufbau und die Ära der &amp;quot;Gastspiele&amp;quot; (1945–1958) ===&lt;br /&gt;
Trotz des Verlustes zahlreicher Mitglieder, darunter der Vorsitzende Hubert Burbach, wurde bereits im Herbst 1945 der Spielbetrieb in der 1. Kreisklasse wieder aufgenommen. Bereits in der ersten Spielzeit 1946 gelang der Wiederaufstieg in die Bezirksklasse, aus der der Verein jedoch 1948 erneut abstieg. Im Juni 1952 übernahm ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz von Josef Plenker, während Peter Bückendorf das Amt des Geschäftsführers antrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Ära war durch namhafte Gastspiele professioneller Vereine geprägt, die tausende Zuschauer nach Zons lockten. Zum 40-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1951 gastierte der FC Schalke 04 an der Bahnstraße. Vor rund 3.000 Zuschauern unterlag eine mit Spielern aus dem heutigen Stadtgebiet verstärkte Zonser Auswahl den Gelsenkirchenern mit 1:5. Ein zweiter Besuch der Schalker folgte im Jahr 1953 und endete mit einem 0:5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer sportlicher Höhepunkt war das Gastspiel des 1. FC Kaiserslautern im Jahr 1958. Obwohl die Weltmeister Fritz und Otmar Walter verletzungsbedingt nicht aktiv eingreifen konnten, liefen die Pfälzer mit Stars wie Werner Liebrich auf. Die verstärkte Zonser Elf unterlag vor einer Rekordkulisse von etwa 4.000 Zuschauern mit 0:5. Ein Gegenbesuch in Kaiserslautern im selben Jahr festigte die sportliche Kameradschaft. Getrübt wurde die positive Entwicklung am Ende des Jahres 1958 durch den Tod der Spieler Mathias und Theo Ehren, die bei einem Motorradunfall am Heiligen Abend ums Leben kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Aufstieg unter Jupp Derwall und die 1960er Jahre (1959–1970) ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1959 verpflichtete der FC Zons den damaligen Spieler von Fortuna Düsseldorf und späteren Bundestrainer Jupp Derwall als Trainer. Unter seiner Leitung erreichte die Mannschaft am 7. Juni 1959 durch einen dramatischen 3:2-Sieg im Entscheidungsspiel gegen den SV Neukirchen vor 3.000 Zuschauern im Neusser Stadion den Aufstieg in die Bezirksliga.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit suchte der Verein verstärkt überregionale Kontakte. Zu Pfingsten 1960 gewann der FC Zons ein internationales Turnier im niederländischen Rijswijk. Im Juni 1960 wurde ein Spiel gegen den VfR Neuss im Rahmen der Fernsehsendung &amp;quot;Wünsch Dir was&amp;quot; ausschnittweise übertragen. Im Oktober desselben Jahres folgte eine Gastspielreise in die DDR, bei der Begegnungen in Penig und Rochlitz siegreich gestaltet wurden. Das 50-jährige Vereinsjubiläum 1961 stand unter der Schirmherrschaft des japanischen Botschafters Katsushiro Narita und beinhaltete ein erneutes Gastspiel des 1. FC Kaiserslautern (0:6).&lt;br /&gt;
Nach diesen Erfolgen erlebte der Klub einen sportlichen Niedergang, der 1964 zum Abstieg aus der Bezirksklasse und 1966 zum vorläufigen Tiefpunkt in der 2. Kreisklasse führte. Unter dem Trainer Sepp Helm gelang jedoch die Konsolidierung und 1968 die Rückkehr in die 1. Kreisklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Ende des Jahrzehnts konnte der Verein bedeutende Erfolge in der Jugendarbeit und Infrastruktur verzeichnen. Die C-Jugend errang 1969 unter Alfons Stein ohne Punktverlust die Kreismeisterschaft. Am 12. November 1969 wurde zudem eine der ersten Flutlichtanlagen der Region eingeweiht. Zur Eröffnung trat eine vom DFB-Dozenten Hennes Weisweiler zusammengestellte Auswahl, unter anderem mit den Nationalspielern Siggi Held und Klaus Sieloff sowie den späteren Trainern Otto Rehhagel und Uwe Klimaschewski, gegen den FC Zons an (0:6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heidestadion und Landesliga-Ära (1971–1990) ===&lt;br /&gt;
Bereits im Jahr 1963 begannen die Planungen für ein neues Sportzentrum in der [[Hannepützheide]]. Ein konkretes Konzept der Architekten Blaeser und Schaeffer wurde 1968 vorgestellt, mit dem Ziel, das Gebiet als Erholungsgebiet erster Ordnung zu entwickeln. Nach der Fertigstellung des Aschenplatzes in der Saison 1971/72 erfolgte am 16. Mai 1974 die offizielle Einweihung des neuen Sportzentrums Heidestadion im Rahmen eines Volksfestes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein sportlicher Höhepunkt der 1970er Jahre war das Gastspiel des Bundesligisten SV Werder Bremen am 21. September 1975, bei dem der ehemalige Zonser Jugendspieler Jürgen Röber mitwirkte. Vor über 3.000 Zuschauern unterlag der FC Zons mit 2:15. In der Spielzeit 1975/76 gelang unter Spielertrainer Heinz Wirtz der Aufstieg in die Bezirksliga. Ein weiteres namhaftes Ereignis war ein Testspiel gegen die deutsche Amateur-Nationalmannschaft am 11. April 1978 unter der Leitung von Jupp Derwall, das die Nationalelf mit 8:1 gewann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem zwischenzeitlichen Abstieg in die Kreisliga A im Jahr 1979 kehrte der Verein 1981 unter Trainer Willi Moll in die Bezirksliga zurück. In der Saison 1982/83 erreichte der Klub unter Spielertrainer Wilfried Malskorn mit dem Aufstieg in die Landesliga den bislang größten Erfolg der Vereinsgeschichte. In der ersten Landesliga-Saison 1983/84 belegte die Mannschaft den siebten Tabellenplatz. Nach einem Abstieg im Folgejahr gelang pünktlich zum 75-jährigen Vereinsjubiläum 1986 unter Trainer Freddy Zwiebler die Rückkehr in die Landesliga.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sportstätten ==&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren nach der Vereinsgründung diente der [[Bleichplatz]] vor dem [[Rheintor]] als Spielstätte. Da keine festen Markierungen existierten, bildeten der [[Herrenweg]] und der ehemalige Bachlauf der Schlenk die natürlichen Spielfeldbegrenzungen. Zwischen 1919 und 1921 nutzte der Verein einen von der britischen Besatzungsmacht angelegten Platz in den [[Herrenbenden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1921 stellte die Witwe Pohl dem Verein ein Grundstück an der [[Bahnstraße]] (heute [[Aldenhovenstraße]]) zur Verfügung. Die Mitglieder planierten und umzäunten das Gelände in Eigenleistung. Dieser Sportplatz blieb über fünf Jahrzehnte die Heimat des Vereins und wurde im November 1969 mit einer der ersten Flutlichtanlagen der Region ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Fertigstellung im Jahr 1974 bildet das Sportzentrum Heidestadion die Spielstätte des Vereins. Die Anlage umfasst einen Rasenplatz, eine Flutlichtanlage sowie Funktionsgebäude und wurde konzipiert, um sowohl dem Leistungssport als auch dem Breitensport gerecht zu werden. Ergänzt wird das Angebot durch Leichtathletikanlagen und Tennisplätze im unmittelbaren Umfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
Kurt Olmesdahl wirkte über Jahrzehnte als Jugendleiter und Vorsitzender des Vereins. In Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung des Fußballsports wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt und mit der Goldenen Ehrennadel des DFB ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jupp Derwall, der spätere Trainer der deutschen Nationalmannschaft, trat 1959 beim FC Zons seine erste Trainerstation an. Unter seiner Leitung gelang der Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga. Derwall blieb dem Verein bis zu seinem Tod im Jahr 2007 persönlich verbunden und wurde zum Ehrenmitglied ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jürgen Röber begann seine sportliche Laufbahn in der Jugendabteilung des FC Zons, wo er unter anderem 1969 Mitglied der kreismeisterlichen C-Jugend war. Er wurde später Profispieler in der Fußball-Bundesliga (u.a. SV Werder Bremen) sowie Trainer namhafter Klubs wie Hertha BSC und VfL Wolfsburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Bückendorf prägte den Verein über viele Jahre in den Funktionen des Geschäftsführers und Vorsitzenden. Er war maßgeblich an der Organisation bedeutender Gastspiele international bekannter Mannschaften in Zons beteiligt und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hubert Wimmer war über einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren als Geschäftsführer für den Verein tätig. Für sein langjähriges Engagement erhielt er die Goldene Verdienstnadel des Westdeutschen Fußball-Verbandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hubert Burbach leitete den Verein als Vorsitzender während der Zeit der Weimarer Republik sowie in den Jahren des Nationalsozialismus. Er fiel im Jahr 1943 als Soldat an der Ostfront.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vereinserfolge ==&lt;br /&gt;
Der FC Zons erzielte im Laufe seiner Geschichte zahlreiche sportliche Erfolge auf regionaler Ebene:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kreismeisterschaft des Kreises Neuss-Grevenbroich: 1926&lt;br /&gt;
* Aufstieg in die Bezirksklasse/Bezirksliga: 1931, 1941, 1946, 1959, 1976, 1981&lt;br /&gt;
* Internationaler Turniersieg beim Osterturnier in Rijswijk, Niederlande: 1960&lt;br /&gt;
* Kreismeisterschaft der C-Jugend (ohne Punktverlust), Gewinn des Titels &amp;quot;Kreisbeste Jugendmannschaft&amp;quot;: 1969&lt;br /&gt;
* Aufstieg in die Landesliga (höchste erreichte Spielklasse): 1983&lt;br /&gt;
* Wiederaufstieg in die Landesliga im Jubiläumsjahr: 1986&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesellschaftliche Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Der Verein nimmt eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben von Zons ein. In den Anfangsjahren bot er der männlichen Jugend einen Raum für sportliche Betätigung außerhalb der kirchlich geprägten Strukturen, auch wenn die Abspaltung vom katholischen Jünglingsverein im Jahr 1911 zunächst zu Konflikten führte. Dennoch blieben religiöse Traditionen über Jahrzehnte fester Bestandteil des Vereinslebens, was sich in gemeinschaftlichen Kirchgängen, der Beteiligung an Beerdigungen von Mitgliedern sowie einer Generalkommunion zu Vereinsjubiläen ausdrückte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg leistete der FC Zons einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Integration. Zahlreiche Heimatvertriebene und Flüchtlinge, die in Zons eine neue Heimat fanden, wurden über den Sport in die örtliche Gemeinschaft eingebunden. Die Förderung der Jugendarbeit, insbesondere unter der Leitung von Persönlichkeiten wie Kurt Olmesdahl, galt über Generationen als pädagogisches Anliegen des Vereins, um jungen Menschen Werte wie Kameradschaft und Disziplin zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verein fungierte zudem oft als Repräsentant der Stadt nach außen. Durch die Organisation bedeutender Gastspiele international bekannter Mannschaften wie dem FC Schalke 04 oder dem 1. FC Kaiserslautern zog der Klub tausende Besucher an und stärkte das touristische Profil der Zollfeste. Bei städtischen Jubiläen, wie der 555-Jahr-Feier 1929 oder der 600-Jahr-Feier der Stadterhebung 1973, wirkte der FC Zons aktiv an der Gestaltung der historischen Festumzüge mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbundenheit prominenter Persönlichkeiten mit dem Verein, wie etwa des ehemaligen Bundestrainers Jupp Derwall, der dem Klub bis zu seinem Tod als Ehrenmitglied verbunden blieb, trug maßgeblich zum Identitätsbewusstsein der Zonser Bürgerschaft bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen und Literatur ==&lt;br /&gt;
* Festschrift 40 Jahre Fußball-Club Zons 1911, Dormagen 1951&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Festschrift 50 Jahre Fußball-Club Zons 1911, Dormagen 1961&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Festschrift 60 Jahre FC Zons, Dormagen 1971&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Festschrift 75 Jahre FC Zons 1911 e.V., Dormagen 1986&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stephen Schröder / Thomas Schwabach (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt, Sankt Augustin 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vereine]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sport]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<title>Karl Kress</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Karl Kress&#039;&#039;&#039; (* 19. März 1945 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein Politiker der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christlich_Demokratische_Union_Deutschlands CDU] und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Beruf ==&lt;br /&gt;
Karl Kress wurde in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für [https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerphysik Polymerphysik] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universität_Mainz Universität Mainz] sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG Bayer AG] in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker. Zwar wurde er zum Pharmareferenten ernannt, trat die entsprechende Stelle jedoch nicht an und übernahm stattdessen die Leitung eines physikalischen Labors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Insgesamt gehörte er dem Vorstand des Ortsverbandes über 50 Jahre lang kontinuierlich an; im April 2013 übernahm er dessen Vorsitz erneut von Wiljo Wimmer. Gleichermaßen war er über 50 Jahre lang im Vorstand des CDU-Stadtverbandes aktiv, den er zudem 14 Jahre lang als Vorsitzender leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommunalpolitik ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Stadt Dormagen] gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss)], wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen seiner Kreistagstätigkeit war Kress unter anderem in folgenden Gremien vertreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Beirat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung &amp;quot;Kulturpflege und Kulturförderung&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich GmbH — in dieser Funktion setzte er sich erfolgreich für die Entkarbonisierung des Trinkwassers in Zons durch&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat und Verwaltungsrat der Kreiskrankenhäuser&lt;br /&gt;
* 8 Jahre Vorsitzender des Polizeibeirates in der Kreispolizeibehörde Neuss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landtag ==&lt;br /&gt;
Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen] ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Landtagstätigkeit engagierte sich Kress in verschiedenen überregionalen Gremien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 11 Jahre Mitglied im Landesvorstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzgemeinschaft_Deutscher_Wald Schutzgemeinschaft Deutscher Wald]&lt;br /&gt;
* 10 Jahre Mitglied im Immissions- und Emissionsbeirat des Umweltministeriums NRW&lt;br /&gt;
* 9 Jahre Mitglied im Polizeibeirat beim Regierungspräsidium Düsseldorf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken und Positionen ==&lt;br /&gt;
Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trinkwasserqualität: Er setzte sich als Kreistagsabgeordneter für die Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons ein. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung: Im Rahmen des &amp;quot;11. Forums Zons&amp;quot; schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.&lt;br /&gt;
* Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des [[Theo-Blum-Haus]]es auf dem [[Burg Friedestrom|Schlossgelände]] als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers [[Theo Blum]] ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Heimatpflege ==&lt;br /&gt;
Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.]], dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]] am [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
* 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue ([[Saarwerden-Denkmal]]) auf dem Rheintor-Vorplatz.&lt;br /&gt;
* Geschichtsvermittlung: Er initiierte die &amp;quot;Zons-Comix&amp;quot;, eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte (von der ein Heft erschien), die in Zusammenarbeit mit dem Historiker und Archivar Dr. [[Karl Emsbach]] herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die &amp;quot;Lebende Krippe&amp;quot; in Zons auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
* Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vereinsgründungen und Engagement ===&lt;br /&gt;
Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „[[Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.]]“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des [[TTV Zons 1972 e.V.|Tischtennisvereins Zons (TTV Zons 1972 e.V.)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Powiat_Mikołowski polnischen Kreis Mikołów]. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2001: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande] (verliehen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau Bundespräsident Johannes Rau] für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement).&lt;br /&gt;
* Silberne Ehrennadel der Stadt Dormagen&lt;br /&gt;
* 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt.&lt;br /&gt;
* Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kress, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
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		<title>Datei:Taufen HubertIne.jpg</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Relative Häufigkeit des Vornamens (Zweit- oder Erstvorname) Hubert(ine) nach den Taufmatrikeln St. Martinus Zons 1799-1896.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grafik: Thomas schwabach, 1998, KI-Überholung 2026&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2026-06-04T14:45:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: Zadmin lud eine neue Version von Datei:Taufen HubertIne.jpg hoch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Relative Häufigkeit des Vornamens (Zweit- oder Erstvorname) Hubert(ine) nach den Taufmatrikeln St. Martinus Zons 1799-1896.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grafik: Thomas schwabach, 1998.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<title>Dreißigjähriger Krieg</title>
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		<updated>2026-06-04T14:25:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Lied der Belagerung von 1646 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der &#039;&#039;&#039;Dreißigjährige Krieg&#039;&#039;&#039; (1618–1648) markiert für die Stadt Zons eine der schwersten und zugleich schicksalhaftesten Epochen ihrer Geschichte. Während der Niederrhein in den ersten Jahrzehnten des Konflikts weitgehend verschont blieb, wurde Zons in der Endphase des Krieges (ab ca. 1640) zum Schauplatz intensiver militärischer Auseinandersetzungen und Belagerungen. Obwohl die Stadt militärisch unbesiegt blieb, erlitt sie während dieser Zeit immense soziale und wirtschaftliche Schäden, die ihren Niedergang für die folgende Zeit einleiteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorfeld und frühe Kriegsjahre (1609–1640) ==&lt;br /&gt;
Bereits vor dem offiziellen Beginn des Dreißigjährigen Krieges war die Region von zunehmenden Spannungen und militärischen Vorbereitungen geprägt. Im Jahr 1609 erwog das [[Domkapitel]] angesichts des [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BClich-Klevischer_Erbfolgestreit Jülich-Klevischen Erbfolgestreits] eine Erhöhung der Truppenzahl in Zons. [https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_V._(%C3%96sterreich-Tirol) Erzherzog Leopold] betonte die strategische Bedeutung von Zons, da es die Versorgung der Fürsten von [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln] abschneiden konnte, doch das Kapitel lehnte eine Besatzung auf Kosten des Erzstifts ab. Stattdessen wurden bis 1610 kleinere Kontingente von Soldaten aufgenommen und die Bürger zu fleißigem Wachtdienst ermahnt. 1611 wurde die Zonser Garnison auf die friedensübliche Stärke von sechs Soldaten reduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anfänglichen Jahre des Dreißigjährigen Krieges verschonten das Rheinland und damit auch Zons weitgehend von direkten Kampfhandlungen. Die Stadt sah sich jedoch mit anderen schweren Katastrophen konfrontiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Große Stadtbrand von 1620 ===&lt;br /&gt;
Am 17. Mai 1620 zerstörte ein verheerender [[Stadtbrand 1620|Stadtbrand]] nahezu die gesamte Wohnbebauung bis auf fünf Häuser – die größte Zerstörung in der Geschichte von Zons. Das [[Domkapitel]] reagierte unmittelbar mit Soforthilfe: Erlenstangen aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringer_Bruch Worringer Bruch] sollten Notunterkünfte ermöglichen, fünfzig [https://de.wikipedia.org/wiki/Muskete Musketen] ersetzten die verlorenen Waffen der Bürger, Steuererleichterungen wurden gewährt und Bauholz aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt_am_Main Frankfurt] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Mainz Mainz] organisiert. Ein vom Amtmann Graf Wilhelm Salentin zu Salm-Reifferscheidt (1580–1634) verfasste Memorial zeigt die enge Zusammenarbeit von Amtmann, Kapitel und Bürgerschaft beim Wiederaufbau. Infolge der Katastrophe wurden zunächst die Einquartierungen von Soldaten ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pestepidemien ===&lt;br /&gt;
In der Folgezeit litt die bereits geschwächte Bevölkerung unter massiven [[Pest]]epidemien. Eine erste Welle 1623/24 forderte zahlreiche Todesopfer; der damalige [[Pfarrer]] [[Andreas Winckens]] (Zonser Pfarrer 1624–1649) soll über 600 Beerdigungen vorgenommen haben. 1635 wütete eine weitere Pestepidemie in Zons. Diese Wellen rafften Schätzungen zufolge mehr als die Hälfte der Bürgerschaft dahin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Hessenkrieg und das kaiserliche Heerlager (1640–1642) ==&lt;br /&gt;
Bereits nach 1632 gab es erste Überlegungen zur Stärkung der Zonser Befestigungen gegen schwedische, französische und hessische Truppen. Die eigentliche schwere Zeit des Dreißigjährigen Krieges begann für den Niederrhein erst um 1640, als das Kriegsgeschehen durch den sogenannten [https://de.wikipedia.org/wiki/Hessenkrieg Hessenkrieg] unmittelbar an den [https://de.wikipedia.org/wiki/Niederrhein_(Region) Niederrhein] heranrückte. Hessische, schwedische und französische Truppen drangen in das Gebiet vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur militärischen Entwicklung im Dreißigjährigen Krieg siehe v.a.: &#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 62–66.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Bedrohung rückt näher (1641–1642) ===&lt;br /&gt;
Am 27. Januar 1641 kapitulierte [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] nach nur dreitägiger Belagerung vor hessischen Truppen, wurde aber 1642 von kaiserlichen Truppen zurückerobert. Nachdem die strategisch wichtige Stadt im Januar 1642 erneut an hessische Truppen gefallen war, blieb Zons als kurkölnische Zollfeste ein wichtiger Stützpunkt der kaiserlich-katholischen Seite. Zons hingegen wies die Aufforderungen zur Kapitulation stolz zurück und blieb zunächst unbehelligt. Am 17. Januar 1642, nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_auf_der_Kempener_Heide verheerenden Niederlage eines kaiserlichen Heeres bei St. Tönis], sandten die siegreichen Generale eine erneute Aufforderung zur Kapitulation nach Zons, die ebenfalls abgelehnt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das kaiserliche Heerlager (1642) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Heerlager_1642.jpg|300px|thumb|right|Flugblatt des Heerlagers in Zons 1642.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Heerlager_1642a.jpg|300px|thumb|right|Ein anderes Flugblatt des Heerlagers in Zons 1642.]]&lt;br /&gt;
Von Juni bis Oktober 1642 schlugen rund 20.000 kaiserliche und bayerische Soldaten unter den Generälen [https://de.wikipedia.org/wiki/Melchior_von_Hatzfeldt von Hatzfeldt] und dem berühmten [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_von_Werth Reitergeneral Jan von Werth] ein befestigtes Lager zwischen Zons und [[Stürzelberg]] auf. Das Lager umschloss dabei die Siedlung [[Stürzelberg]], den [[Heckhof|Rittersitz Heckhof]], wo Jan von Werth sein Quartier bezog, sowie die Stadt Zons selbst. Die Befestigung bestand aus einer aufwendigen Anlage mit neun Toren und sternförmigen Bastionen für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Artillerie Artillerie]. Die Truppen führten eine Schiffsbrücke mit sich und schlugen sie zwischen Zons und dem [[Heckhof]] über den Rhein, wo auf der rechten Rheinseite in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Urdenbacher_K%C3%A4mpe Urdenbacher Kämpe] ein befestigter Brückenkopf errichtet wurde. Damit diente das Lager als massive Barriere gegen die in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] festgesetzten hessischen Truppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam zu keiner offenen Schlacht; stattdessen standen sich die Armeen wochenlang beiderseits der [https://de.wikipedia.org/wiki/Erft Erft] gegenüber, die als Frontlinie fungierte. Die Anwesenheit dieser gewaltigen Truppenmasse führte zu extremem Proviantmangel und zur weitgehenden Verwüstung der umliegenden Felder. Das etwa 20.000 Mann starke Heer litt unter massiven Versorgungsproblemen, da die Ernteerträge des Amtes Zons nur für etwa einen Monat ausgereicht hätten. Die Soldaten zogen durch die Landstriche, um Nahrung zu finden, und verbrannten oder zerstampften die Ernte. Der Söldner Peter Hagendorf, der in diesem Lager stationiert war, berichtete in seiner Chronik von schweren Krankheiten und drastischen Strafen innerhalb der Truppe. Er bezeichnete dies als &amp;quot;Getreide verderben&amp;quot;. Die Zivilbevölkerung sah einem entbehrungsreichen Winter entgegen. Während dieser Zeit wurde 1642 ein Soldat vor dem Zonser Lager zusammen mit seinem Pferd wegen [https://de.wikipedia.org/wiki/Sodomie Sodomie] auf dem Scheiterhaufen verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Aufsatz von [[Jost Auler]] und Peter Bruns zur Lokalisierung des kaiserlichen und kurbayerischen Feldlagers&amp;lt;ref&amp;gt;Jost Auler/Peter Bruns, &#039;&#039;Die Lokalisierung des Feldlagers der kaiserlichen und kurbayerischen Truppen bei Zons von 1642&#039;&#039;, in: JbRKN 2026 (2025), S. 36–45.&amp;lt;/ref&amp;gt; gelang es durch moderne Forschungsmethoden, die genaue Lage und Struktur des Lagers zu rekonstruieren. Durch die Nutzung digitaler Schummerungskarten konnten die Autoren mit Unterstützung von Volker Kuhlmann bisher unsichtbare lineare Strukturen im Gelände der Zonser [[Heide]] identifizieren, die sich als Wall-Graben-Anlagen des ehemaligen Lagers interpretieren lassen. Mittels [https://de.wikipedia.org/wiki/Georeferenzierung Georeferenzierung] des bekannten Kupferstichs von [https://de.wikipedia.org/wiki/Matth%C3%A4us_Merian Matthäus Merian d. Ä.] aus dem Jahr 1642 und der Verwendung von Passpunkten wie dem Lagerwall am Rheinufer bei [[Stürzelberg]] und dem Zonser [[Mühle]]nturm konnte die historische Darstellung exakt auf die heutige Karte übertragen werden. Bei einer Begehung im Juni 2025 bestätigten die Autoren einen konkreten Befund: Ein Teil des Lagergrabens ist unmittelbar parallel zur Westmauer der [[Jüdische Begräbnisstätte|jüdischen Begräbnisstätte]] noch heute trotz dichten Unterholzes im Gelände deutlich sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Belagerungen durch Oberst Rabenhaupt (1645–1646) ==&lt;br /&gt;
=== Erste Angriffe (1645) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rabenhaupt_(KI).png|300px|thumb|right|Carl von Rabenhaupt (1602–1675).]]&lt;br /&gt;
Am 14. Juli 1645 in der Nacht unternahm der gefürchtete [[Rabenhaupt|hessische Oberst Carl von Rabenhaupt]] einen ersten Überraschungsangriff auf Zons. Es gelang ihm, die Fallbrücken herabzulassen, doch die Wachsamkeit der Zonser vereitelte die vollständige Überrumpelung. Dieser erfolglose Versuch führte dazu, dass andere Ämter im Oberstift den hessischen Kontributionsforderungen nachgeben mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angriffe im Frühjahr 1646 ===&lt;br /&gt;
Anfang 1646 folgten weitere erfolglose Angriffe Rabenhaupts. Am 19. März 1646 erschien [[Rabenhaupt|Oberst Rabenhaupt]] erneut vor den Mauern von Zons und griff die Stadt zweimal unter starkem Beschuss an, wurde aber von der Besatzung unter [[Goltstein|Oberst Goltstein]] zurückgeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die große Belagerung (Herbst 1646) ===&lt;br /&gt;
Das &amp;quot;ruhmvollste Kapitel&amp;quot; der Zonser Kriegsgeschichte war die erfolgreiche Abwehr der hessischen Belagerung im Herbst 1646. Ab Ende März 1646 begann [[Rabenhaupt|Oberst Rabenhaupt]] eine regelrechte Belagerung der Stadt, die mit Unterbrechungen ein halbes Jahr lang, bis zum Oktober 1646, andauerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der eigentliche große Angriff [[Rabenhaupt]]s auf Zons fand im Herbst 1646 statt, als er mit starker Streitmacht einen Belagerungsring um die Stadt zog. Zons wurde während dieser Zeit einer kräftigen Beschießung durch schweres Geschütz ausgesetzt, unter der die Stadt sehr zu leiden hatte. Am 28. September 1646 erlebte die Stadt ein heftiges Bombardement, bei dem laut Überlieferung 671 Kanonenkugeln und 300 Feuerbälle in die Stadt gefeuert wurden und schwere Schäden an [[Schloss Friedestrom]] und den Häusern anrichteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Goltstein_(KI).jpg|300px|thumb|right|Johann Wilhelm Freiherr von Goltstein (1605–1657).]]&lt;br /&gt;
Unter der Leitung des kaiserlichen Kommandanten [[Goltstein|Johann Wilhelm Freiherr von Goltstein]] leistete die Besatzung gemeinsam mit der Zonser Bevölkerung erbitterten Widerstand. Die Verteidigung der Stadt wurde vom Oberst sehr geschickt geleitet. Obwohl seine Mannschaft den hessischen Truppen zahlenmäßig stark unterlegen war, gelang es ihm, die Stadt gegen alle Angriffe zu halten. Die Verteidiger hatten die Stadt zuvor mit Kriegsmaterial und Vorräten versorgt, und Goltstein hat die Stadtgräben verbreitern lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zonser Bürger unter Goltsteins Führung verteidigten sich &amp;quot;heldenmütig&amp;quot;. Die Verteidiger beschränkten sich nicht nur auf die passive Abwehr, sondern führten auch unter häufigeren Ausfällen angriffsweise gegen den Feind vor. Berühmt wurde der Einsatz der Zonser Frauen, die von der Höhe des [[Rheinturm]]s aus glühende Holzstücke auf die Angreifer warfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hessischen Angriffe konzentrierten sich auf die Ostseite der Stadt, wo sich der Rhein zurückgezogen hatte und ein &amp;quot;Werth&amp;quot; (Rheininsel) entstanden war, von dem aus die Belagerer feuerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Befreiung ===&lt;br /&gt;
Nach zweiwöchiger Belagerung zwang ein kaiserliches Entsatzheer unter [https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Melander_von_Holzappel General Melander] die Hessen zum Rückzug, und Zons wurde Ende Oktober 1646 befreit. [[Rabenhaupt|Oberst Rabenhaupt]] musste unverrichteter Sache abziehen, und trotz der schweren Belagerung wurde Zons nicht eingenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Ereignis wird als Höhepunkt in der militärischen Geschichte von Zons und als einzige Bewährungsprobe für die Festungsanlagen [[Friedrich von Saarwerden]]s angesehen. Zum Gedenken an diesen Sieg wurde am alten Rathaus die lateinische Inschrift angebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:RABENHA&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;BT &#039;&#039;&#039;M&#039;&#039;&#039;E OPP&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;GNA&#039;&#039;&#039;VI&#039;&#039;&#039;T,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:GO&#039;&#039;&#039;LD&#039;&#039;&#039;STE&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;N PROP&#039;&#039;&#039;V&#039;&#039;&#039;GNA&#039;&#039;&#039;VI&#039;&#039;&#039;T&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&#039;IVV&#039;&#039;&#039;ANTE POP&#039;&#039;&#039;VL&#039;&#039;&#039;O ZONT&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;NENS&#039;&#039;&#039;I&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(= Rabenhaupt griff mich an, Goltstein verteidigte (mich) mit Hilfe des Volkes von Zons).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das enthaltene [https://de.wikipedia.org/wiki/Chronogramm Chronogramm] ergibt die Jahreszahl 1646.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lied der Belagerung von 1646 ===&lt;br /&gt;
Es wurde eigens ein Lied gedichtet, das den Sieg 1646 feierte und in den Annalen der Zonser [[Franziskaner]]&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv der deutschen Franziskanerordensprovinz, AKF 1, Tr. 5, p. 12–15.&amp;lt;/ref&amp;gt; überliefert ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;width:100%; border-collapse:collapse;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:50%; vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Golstein, last euch zu Hertzen gahn,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
darvon will ich euch singen:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie daß der Raab in kurtzer Zeit&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vor Zooß ins Feldt thet springen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;width:50%; vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;2&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist kommen beym hellen Tag,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vor Zooß sich thet verschantzen;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Adler mit seinn Klawen scharf,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
lehrnte den Raben dantzenn.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;3&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waß machstu Hess im Cölschen Landt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß Gelt hastu gestohlen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß Stift hört Churfürst Ferdinand&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wirt es widerholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;4&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du zeuchs zu Felt mit seinem Gelt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß hastu in der Taschen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
du muß mit Schanden auß dem Landt,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dein Macht wirt all zu Aschen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;5&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach Neuß, ach Neuß hets du gewist,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
waß dir würd uberkommen;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
wehrs nicht worden sein Rabennäst&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sein Raub nicht eingenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;6&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raab der flug wohl bey der Nacht&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit etlich seinen Jungen,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sein Nest hat er nicht recht gemacht,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Schantz war ihm mißlungen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;7&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er lockt sein Jungen auß dem Nest,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er wolt sie lehrnen fliegen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Mawren vor Zonß wahren vermest,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Adler sie palt kriegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;8&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie lieffen sturmweiß allzugleich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mit ihrem Wehr und Wapfen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Adler gab ihm manchen Streich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Raab bald heimgieng schlaffen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;9&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raab bekam daß Podagram,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
in einer kurtzer Weilen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sein Iungen er palt mit sich nam,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
nach Neuß thett widrumb eylen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;10&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hat gemust uf seinem Nest,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
viel iunger stoltzer Raaben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Viel Officier, viel Cavallier,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vor Zonß ligen begraben.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;11&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Raab gedacht mit aller Macht,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er schwur bei seinem Leben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ich starcker Held will in daß Feld&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Adler muß sich geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;12&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Zonß er starck schlug auf sein Zelt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
die Statt wolt er gewinnen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er lawrt auf einen dapfern Held&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Golstein der war darbinnen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;13&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Adler hoch mit einem Fluch&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sein Angesicht zu sehen;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sein Klawen uf die Trummen schluch,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er hieß den Raab willkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;14&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er praesentirt ihm einen Trunk&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
auß einen gulden Pokallen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
laß ab, du Raab, du bist zu iung,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß du die Statt solst haben.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;15&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dich bin ich noch starck genug,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
mein Flügel kan ich schwingen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mein Adler iung mit einem Sprung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dich werden bald umbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;16&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich lig zu starck wohl in dem Feld&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dich, Golstein, mß ich haben,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
sol es schon kosten all mein Geld,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
dienen du solst dem Raaben.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;17&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach nun schab ab, du junger Raab,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
daß Gelt wirt wenig blicken,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
geschwind mit dir ins Raabennest&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Adler lest sich blicken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;18&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahm Sontag umb die achte Stundt&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
der Raab thet sich verschleichen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit seinen Jungen zu seinem Nest,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
von Zonß must er abweichen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top; padding-right:1.5em;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;19&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Zonß ihr Obristen zugleich&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Soldaten all darneben.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ihr habt Lob, Preiß und Ehr zugleich,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
so lang ihr habt daß Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot; |&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;20&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer ist, der uns dieß Liedlein sang,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
er hat es frei gesungen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er hats dem Raab zu wohl gemacht,&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
und ist ihm wohl gelungen.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sprach-/Sachglossar (kurz):&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sturmweiß: in Sturmordnung / sturmweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Podagram: Gicht; hier Spott für &amp;quot;plötzliche Fußschwäche&amp;quot; (= Flucht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klawen: Klauen (Adlerkrallen); &amp;quot;auf die Trommeln schlagen&amp;quot; = zum Gefecht rufen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
schab ab: Hau ab, verschwinde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld wird wenig blicken: Das Geld hilft dir nichts / ist bald aufgebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Lied ist ein klassisches Spott- und Propagandalied, das den militärischen Erfolg der Zonser Verteidiger unter [[Goltstein|Oberst Goltstein]] feiert. Die durchgängige Tiermetaphorik prägt die gesamte Erzählung: Goltstein erscheint als majestätischer Adler mit scharfen Klauen, während der hessische Belagerer [[Rabenhaupt|Carl Rabenhaupt von Sucha]] – dessen sprechender Name die Bildsprache geradezu vorgibt – als Rabe dargestellt wird, der mit seinen &amp;quot;Jungen&amp;quot; (Truppenteilen) vergeblich versucht, die Stadt einzunehmen. Diese Gegenüberstellung ist keineswegs neutral: Der Adler symbolisiert Stärke, Legitimität und Wehrhaftigkeit, während der Rabe traditionell mit Diebstahl und Aasfresserei assoziiert wird. Bereits in den Eingangsstrophen wird der politische Rahmen abgesteckt: Die Hessen operieren unrechtmäßig im kurkölnischen Territorium mit gestohlenem Geld, während Kurfürst Ferdinand von Bayern als legitimer Landesherr erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzählung folgt einem dramatischen Spannungsbogen, der mehrere Angriffswellen schildert. Nach einem ersten gescheiterten nächtlichen Manöver, bei dem die Feldschanzen misslingen und die Zonser Mauern sich als zu stark erweisen, müssen die Belagerer unter erheblichen Verlusten nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] zurückweichen – das Lied spricht spöttisch von einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Gicht &amp;quot;Podagram&amp;quot; (Gichtanfall)], der den eiligen Rückzug beschönigen soll. Besonders eindrücklich ist die theatralische Inszenierung der Konfrontation in den mittleren Strophen: Der Adler schlägt mit seinen Klauen auf die Trommeln, präsentiert dem Raben höhnisch einen &amp;quot;goldenen Pokal&amp;quot; und erklärt ihn für zu jung und schwach. Als [[Rabenhaupt]] trotz der Niederlagen erneut angreift und mit seinem Geld droht (&amp;quot;sol es schon kosten all mein Geld&amp;quot;), kontert Goldstein kühl, das Geld werde &amp;quot;wenig blicken&amp;quot; – es werde ihm nichts nützen. Die präzise Zeitangabe des endgültigen Rückzugs &amp;quot;am Sonntag um die achte Stund&amp;quot; verleiht dem Geschehen dokumentarische Glaubwürdigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Lied endet mit dem traditionellen Lobpreis der Verteidiger und einer bemerkenswerten Sängerformel: Der anonyme Verfasser reflektiert selbstironisch, er habe es dem Raben vielleicht &amp;quot;zu wohl gemacht&amp;quot; – möglicherweise ein Zugeständnis, dass selbst der Feind mit einem gewissen Respekt behandelt wurde. Insgesamt erfüllt das Lied mehrere Funktionen zugleich: Es dient der Legitimation der kurkölnischen Position, der Stärkung der Moral der eigenen Truppen, der Verspottung des Gegners und nicht zuletzt der Verewigung eines lokalen militärischen Triumphs im kollektiven Gedächtnis der Zonser Bevölkerung. Als historische Quelle gewährt es Einblick in die Mentalität und Propaganda des Dreißigjährigen Krieges auf lokaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche, soziale und demografische Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Die Kriegsjahre und die damit verbundenen Katastrophen führten zu einem tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Niedergang von Zons:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zerstörung und Schäden ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Weisser_Turm.jpg|300px|thumb|right|Der Weiße Turm noch mit deutlich sichtbaren Einschusslöchern von Kanonenkugeln der Belagerung 1646, ca. 1905/15.]]&lt;br /&gt;
Zahlreiche Gebäude, darunter das [[Schloss Friedestrom|Hochschloss]], wurden durch den Kanonenbeschuss 1646 schwer beschädigt. Der Mitteltrakt der Burg blieb danach mehr oder weniger ruinös, und die Schlossmauer zum Rhein hin wurde zerstört. Der damalige [[Schultheiß]] [[Matthias Nolden]] berichtete nach 1684, dass von den 128 Hausplätzen in Zons &#039;&#039;verschiedene woist liegen thuen, so durch die heßische belagerungen theils eingeäschert worden&#039;&#039;. Nach der Belagerung mussten in den Jahren 1646 und 1647 Breschen an der rheinwärtigen Schlossmauer ausgebessert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Liebfrauentor.jpg|300px|thumb|right|Das Liebfrauentor ca. 1905/15.]]&lt;br /&gt;
Besonders schwer traf es das [[Liebfrauentor]] (Südtor), das bis zu den Wiederherstellungsarbeiten Anfang der 1970er Jahre beschädigt blieb. Um dieses Tor rankt sich eine bemerkenswerte Legende: In seiner Chronik berichtet [[Josef Hugo]], dass die in der gotischen Nische thronende Sandsteinmadonna aus dem 14. Jahrhundert trotz mehrfacher Treffer während des schweren Beschusses keinerlei Schaden genommen habe. Laut seinen Aufzeichnungen sei ein Wunder geschehen: Die Kugeln wären von der Statue zurückgesprungen und hätten die hessischen Angreifer selbst verletzt. Die Spuren dieses Beschusses seien an den Ziegelsteinen des Tores noch deutlich sichtbar gewesen, bis man es um 1820 mit Kalk überweißt habe. Die rationale Erklärung für diesen Wunderglauben liegt in der Zerstörung selbst: Die Belagerer hatten die beiden seitlichen Verteidigungstürmchen des Stadttores komplett zerstört, sodass nur noch das mittlere Mauerwerk mit der Madonna in ihrer Nische stehen geblieben war – ein optisch besonders auffälliger Umstand, der bei den Zonsern den Eindruck erweckt haben wird, die Statue habe die Kugeln abprallen lassen. Diese Legende begründete die große Verehrung der Madonna (im Volksmund als &amp;quot;Bildchen&amp;quot; bezeichnet) in der Zonser Bevölkerung bis weit ins 20. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hohe Lasten und Schulden ===&lt;br /&gt;
Zons litt unter endlosen Einquartierungen, Requisitionen von Vieh, Heu, Getreide, Holz und hohen Kontributionen, die von allen kriegführenden Parteien erhoben wurden. Diese Lasten führten zu extremer Armut unter der Bevölkerung. Die ständigen finanziellen Belastungen führten dazu, dass die Stadt hohe Schulden machte. Die &amp;quot;Hessenkriege&amp;quot; von 1642 bis 1649, mit ihrer praktisch ununterbrochenen Folge von kaiserlichen Besatzungen und wiederholten hessischen Belagerungen, von Befestigungsausbau und Plünderungen, trugen maßgeblich zum &#039;&#039;miserrimum ... statum&#039;&#039; (elendsten Zustand) der Stadt bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Demografischer Wandel und Bevölkerungsrückgang ===&lt;br /&gt;
Die [[Pest]]seuchen und Kriegsfolgen führten zu einem drastischen Bevölkerungsrückgang. Bei Kriegsende im Jahr 1648 befand sich Zons in einem desolaten Zustand. Die Einwohnerzahl war auf lediglich 172 steuerpflichtige Personen gesunken (mit Stürzelberg waren es 221 steuerpflichtige Einwohner). Wohlhabende Einwohner wanderten ab, da die Unsicherheit des Krieges und die Zerstörungen den Wiederaufbau verzögerten. Noch 80 Jahre später lag die Hälfte der Wohnplätze leer und wüst. Um dem entgegenzuwirken, wollte das [[Domkapitel]] nach dem Krieg mit der Aussicht auf massive Steuervergünstigungen arme Weber aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Bergisches_Land Bergischen] ansiedeln, um die Stadt wiederzubeleben, allerdings mit maßigem Erfolg.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ, S. 132, 138–140.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beeinträchtigung der Wirtschaft ===&lt;br /&gt;
Handel und Handwerk erholten sich nur langsam. Die [[Zoll]]einnahmen, die für Zons von großer Bedeutung waren, waren während des Krieges stark reduziert. Die wirtschaftliche Situation nach dem Krieg war fatal, und die Rückstände in der Instandhaltung der Infrastruktur waren enorm. Weite Teile der Stadt sowie der [[Burg Friedestrom]] lagen in Trümmern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach dem Krieg und langfristige Folgen ==&lt;br /&gt;
=== Gründung des Franziskanerklosters (1646–1658) ===&lt;br /&gt;
Um die durch den Krieg demoralisierte Bevölkerung moralisch und geistig zu stärken, bemühten sich der [[Stadtrat|Rat]] und die [[Bürger]]schaft ab 1645 um die Ansiedlung von [[Franziskaner]]n. Von der Klostergründung erhoffte man sich eine Hebung der sittlichen und wissenschaftlichen Bildung. Nach der Initiierung der Stiftung (1646) konnte der Klosterbau 1658 abgeschlossen werden. Trotz des erhofften Nutzens regte sich jedoch Widerstand in der Bevölkerung: Die Bürgerschaft kritisierte den Ausfall von Steuer- und Dienstleistungen, da der Klerus von diesen Lasten befreit war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Langsame Erholung und neue Belastungen ===&lt;br /&gt;
Die Erholungsphase nach dem Krieg war schwierig und langwierig. Noch 1660 beschwerte sich der Magistrat über die Belastungen durch den Hessenkrieg. Die verzögerte Reparatur des [[Zollhaus]]es im Jahr 1657 zeigte das geringe Engagement für die Stadt. Zudem wurde Zons auch in den folgenden Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts (z.B. Raubkriege [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XIV. Ludwigs XIV.], [https://de.wikipedia.org/wiki/Spanischer_Erbfolgekrieg Spanischer Erbfolgekrieg]) wiederholt zum Kriegsschauplatz und litt unter Einquartierungen und Kontributionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verlust der militärischen Bedeutung ===&lt;br /&gt;
Der Dreißigjährige Krieg und der technische Fortschritt der [https://de.wikipedia.org/wiki/Artillerie Artillerie] beendeten die militärische und wirtschaftliche Glanzzeit von Zons. Dieser doppelte Umbruch führte die Stadt in einen jahrhundertelangen Niedergang, der die strategische Bedeutung der Festung tilgte, aber eine wesentliche Ursache dafür bildete, dass das mittelalterliche Stadtgefüge für die Nachwelt erhalten blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriege]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtverteidigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Datei:Weisser_Turm.jpg&amp;diff=4333</id>
		<title>Datei:Weisser Turm.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Datei:Weisser_Turm.jpg&amp;diff=4333"/>
		<updated>2026-06-04T13:55:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: Zadmin lud eine neue Version von Datei:Weisser Turm.jpg hoch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Der Weiße Turm (Torturm bzw. Schlossturm) auf einer Ansichtskarte ca. 1905/15.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Norbert_Grimbach&amp;diff=4332</id>
		<title>Norbert Grimbach</title>
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		<updated>2026-06-04T13:24:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:N_Grimbach.jpg|300px|thumb|right|Norbert Grimbach (2023)]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Norbert Grimbach&#039;&#039;&#039; (* 1951 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein pensionierter Realschullehrer in Zons, der für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Landschafts-, Natur- und Artenschutz, Landschaftsentwicklung, Denkmalpflege und Archäologie zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schullaufbahn und Studium ==&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur am [https://de.wikipedia.org/wiki/Quirinus-Gymnasium_Neuss Staatlichen Quirinus-Gymnasium in Neuss] 1972 und anschließendem Wehrdienst (1972/73) studierte er zunächst an der Pädagogischen Hochschule Neuss die Studienfächer Mathematik, Biologie und Kunst mit dem Abschluss des 1. und 2. Staatsexamens am 22. September 1978 für das Lehramt für Grund- und Hauptschule. Nach dem 2. Staatsexamen erfolgte das Aufbaustudium mit weiteren Staatsexamen an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-Heine-Universit%C3%A4t_D%C3%BCsseldorf Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf] und die Ernennung zum Lehrer für die Sekundarstufe I mit Wirkung vom 3. November 1980 (Fachbereiche Mathematik, Biologie und Kunst).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliche Laufbahn ==&lt;br /&gt;
1973 bis 1979 wirkte Norbert Grimbach als Hilfskraft für den Förderunterricht an der Städtischen Realschule Dormagen, zuletzt (1978) auch als Lehrkraft an weiteren Schulen im heutigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Rhein-Kreis Neuss]. 1979 erfolgte die Einstellung als Lehrkraft an der Städtischen Realschule Dormagen für die Fächer Biologie, Mathematik und Kunst. Die Pensionierung war 2014.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
Norbert Grimbach ist verheiratet mit der aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] stammenden Gabriele Grimbach geborene Sels. Mit ihr hat er eine Tochter und einen Sohn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäologische Forschung == &lt;br /&gt;
Grimbach erforscht seit mehreren Jahrzehnten die archäologischen Zeugnisse im Dormagener Stadtgebiet. Seine Sammlung umfasst Fundstücke von der Steinzeit über die Bronze- und Eisenzeit bis hin zur römischen Epoche und dem Mittelalter. Er entdeckte unter anderem Münzen, Schmuckstücke und Alltagsgegenstände auf Äckern und in Baugruben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu seinen bedeutenden Leistungen zählt die Sicherung und Dokumentation von Fundkomplexen, die oft unter dem Widerstand von Bau- oder Abgrabungsprojekten stattfand. Ein besonderes Highlight seiner Arbeit ist die Bergung des bisher größten zusammenhängenden römischen Grabfundes im Bereich &amp;quot;Unter den Hecken&amp;quot; in der Dormagener Innenstadt. Er stellt seine Funde regelmäßig als Leihgeber für Ausstellungen im Historischen Rathaus Dormagen und im Römerkeller an St. Michael zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2024 veröffentlichte er das Buch &amp;quot;Verloren und wiedergefunden&amp;quot;, das archäologische Funde aus Dormagen, hauptsächlich aus seiner eigenen Sammlung, dokumentiert. Das Werk wurde vom Kreisheimatbund Neuss herausgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrenamtliche Tätigkeit ==&lt;br /&gt;
Norbert Grimbach engagierte und engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich. Zu nennen sind u.a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ordentliches Mitglied im Naturschutzbeirat des Rhein-Kreises Neuss (seit 1985), seit 2021 Erster Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ordentliches Mitglied im Jagdbeirat des Rhein-Kreises Neuss als Vertreter für den Natur- und Artenschutz (seit 1994)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sachkundiger Bürger im Umweltausschuss der Stadt Dormagen (1986–2009; 2021–)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beauftragter für Denkmalpflege der Stadt Dormagen (seit 1986)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kreiskoordinator der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU) im Rhein-Kreis Neuss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beiratsmitglied im Kreisheimatbund Rhein-Kreis Neuss seit 2002, seit 2017 als Vizepräsident&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied der SDW e.V. Dormagen seit 1980, 2011–2019 als 2. Vorsitzender&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorstandsmitglied im Gemeinschaftsnetzwerk Natur und Umwelt Rhein-Kreis Neuss e.V. (nun) (seit 2005)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gründungsmitglied der Lokalen Allianz Dormagen – Wirtschaftsraum mit Perspektive (2010)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landschaftsverband Rheinland, Amt für Bodendenkmalpflege (Overath) bis 2025&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Internationales Engagement:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grimbach engagierte sich in verschiedenen internationalen Projekten. Gemeinsam mit dem ehemaligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Chempark_Dormagen Chempark]-Leiter Dr. Walter Leidinger unterstützte er den Aufbau eines naturwissenschaftlichen Labors im Kinderdorf Munaychay bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Cusco Cusco in Peru]. Hierfür überarbeitete er ehrenamtlich 16 ausgediente Labormikroskope der Realschule am Sportpark, die anschließend nach Peru verschifft wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus organisierte er Exkursionen für Schüler in die [https://de.wikipedia.org/wiki/Toro_(Spanien) spanische Partnerstadt Toro]. Die dabei am Ufer des [https://de.wikipedia.org/wiki/Duero Flusses Duero] entdeckten steinzeitlichen Werkzeuge und Keramiken aus dem 15. Jahrhundert restaurierte er und übergab sie dem dortigen Museum der Fundación González Allende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
Im Laufe der Jahrzehnte bekam Norbert Grimbach für sein ehrenamtliches Engagement einige Auszeichnungen. Hierzu zählen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umweltschutzpreis der Stadt Dormagen (1985, 1989)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/LVR-Wissenschaftspreis Albert-Steeger-Preis] (Stipendium) für naturwissenschaftliche Verdienste durch den LVR (1987)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Umweltschutzpreis des Rhein-Kreises Neuss (1986, 1989)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heimatpreis der Stadt Dormagen (2019)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinlandtaler Rheinlandtaler] durch den LVR (2022)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
Seit 1985 hat Norbert Grimbach zahlreiche Publikationen zum Landschafts-, Natur- und Artenschutz, zur Landschaftsentwicklung, Denkmalpflege und Archäologie in Aufsatz- und teils auch in Buchform vorgelegt. Hier eine Auswahl:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Bericht über die Exkursion der Botanischen Arbeitsgemeinschaft in die Dünenlandschaft zwischen Stürzelberg und Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 4/1985, S. 226–231&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Floristische Untersuchungen der alten Stadtmauern von Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1987&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Floristische Untersuchungen der alten Stadtmauern von Zons&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/1987, S. 161–171&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pflanzenfunde in einer spätmittelalterlichen Latrine der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts im Schloßhofbereich von Zons&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 20–22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Entstehung und Rekultivierung unserer Dormagener Binnensanddünen- und Heidegebiete&#039;&#039;, in: Vereinsmitteilungen des Geschichtsvereins für Dormagen, Nievenheim und Zons, H. 2/1988, S. 23–29&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Veränderung der Binnenlanddünen und umliegenden Ackerfluren zwischen Stürzelberg, Zons und Dormagen&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 3/1989, S. 141–154&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Floristische Untersuchungen im Raum Neuss – Ein Beitrag zur Unterschutzstellung einer Dünenlandschaft&#039;&#039;, in: Jahresberichte des Naturwissenschaftlichen Vereins in Wuppertal, H. 42 (1989), S. 72–76&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (mit Willy Werner und Michael Gödde) &#039;&#039;Vegetation der Mauerfugen am Niederrhein und ihre Standortverhältnisse&#039;&#039;, in: Tuexenia 9/1989, S. 54–73&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Bestandsveränderungen bei Pflanzen und Tieren im NSG Wahler Berg bei Dormagen von 1972 bis 1988&#039;&#039;, in: Der Niederrhein, Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern, H. 1/1990, S. 8–16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Die Landschaftsgeschichte von Dormagen (Kreis Neuss)&#039;&#039;, Dormagen 1993&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Haus Tannenbusch – Strom- und Siedlungsgeschichte zwischen Wasser und Wald&#039;&#039;, in: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Dormagen e.V (Hrsg.), Der Tannenbusch Dormagen, Dormagen o.J. [1993], S. 12–15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (mit Peter Schütz) &#039;&#039;Auswirkung von Koppelschafhaltung auf Sandmagerrasen&#039;&#039;, in: LÖBF-Mitteilungen 3/1994, S. 51–54&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Natur und Landschaft im südöstlichen Kreisgebiet&#039;&#039;, in: Natur und Landschaft im Kreis Neuss, Köln 1995, S. 109–129&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (mit Peter Schütz) &#039;&#039;Zur Vegetation der rheinischen Binnendüne &amp;quot;Wahler Berg&amp;quot; (Kreis Neuss) mit näherer Betrachtung der Sandtrockenrasen&#039;&#039;, in: Beiträge zum Natur- und Landschaftsschutz 2/1995, S. 59–68&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (mit Hermann-Josef Kremer und Klaus Striedter) &#039;&#039;Der Tannenbusch – Naturkunde und Naherholung in Dormagen&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2004 (2003), S. 240–249&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Pflanzennachweise aus einer Brandschicht im südwestlichen Randbereich des römischen Hilfstruppenkastells in Dormagen&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2016 (2015), S. 18–29&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Straßenbegleitgrün als Indikator alter landwirtschaftlicher Nutzung&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2020 (2019), S. 190–213&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Verloren und wiedergefunden – Archäologische Funde aus Dormagen am Limes von der frühen Eisenzeit bis zur Herrschaft der Franken&#039;&#039; (= Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes Neuss e.V., Nr. 21), Oppenheim a. Rh. 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Grimbach, Norbert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Denkmalpflege]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturschutz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artenschutz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Karl_Kress&amp;diff=4331</id>
		<title>Karl Kress</title>
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		<updated>2026-06-04T12:30:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Kommunalpolitik */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Karl Kress&#039;&#039;&#039; (* 19. März 1945 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein Politiker der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christlich_Demokratische_Union_Deutschlands CDU] und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Beruf ==&lt;br /&gt;
Karl Kress wurde in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für [https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerphysik Polymerphysik] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universität_Mainz Universität Mainz] sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG Bayer AG] in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker. Zwar wurde er zum Pharmareferenten ernannt, trat die entsprechende Stelle jedoch nicht an und übernahm stattdessen die Leitung eines physikalischen Labors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Seit 1972 war er kontinuierlich im Vorstand des Ortsverbandes aktiv, dessen Vorsitz er im April 2013 von Wiljo Wimmer übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommunalpolitik ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Stadt Dormagen] gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss)], wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen seiner Kreistagstätigkeit war Kress unter anderem in folgenden Gremien vertreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Beirat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung &amp;quot;Kulturpflege und Kulturförderung&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich GmbH — in dieser Funktion setzte er sich erfolgreich für die Entkarbonisierung des Trinkwassers in Zons durch&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat und Verwaltungsrat der Kreiskrankenhäuser&lt;br /&gt;
* 8 Jahre Vorsitzender des Polizeibeirates in der Kreispolizeibehörde Neuss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landtag ==&lt;br /&gt;
Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen] ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Landtagstätigkeit engagierte sich Kress in verschiedenen überregionalen Gremien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 11 Jahre Mitglied im Landesvorstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzgemeinschaft_Deutscher_Wald Schutzgemeinschaft Deutscher Wald]&lt;br /&gt;
* 10 Jahre Mitglied im Immissions- und Emissionsbeirat des Umweltministeriums NRW&lt;br /&gt;
* 9 Jahre Mitglied im Polizeibeirat beim Regierungspräsidium Düsseldorf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken und Positionen ==&lt;br /&gt;
Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trinkwasserqualität: Er setzte sich als Kreistagsabgeordneter für die Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons ein. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung: Im Rahmen des &amp;quot;11. Forums Zons&amp;quot; schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.&lt;br /&gt;
* Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des [[Theo-Blum-Haus]]es auf dem [[Burg Friedestrom|Schlossgelände]] als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers [[Theo Blum]] ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Heimatpflege ==&lt;br /&gt;
Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.]], dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]] am [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
* 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue ([[Saarwerden-Denkmal]]) auf dem Rheintor-Vorplatz.&lt;br /&gt;
* Geschichtsvermittlung: Er initiierte die &amp;quot;Zons-Comix&amp;quot;, eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte (von der ein Heft erschien), die in Zusammenarbeit mit dem Historiker und Archivar Dr. [[Karl Emsbach]] herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die &amp;quot;Lebende Krippe&amp;quot; in Zons auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
* Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vereinsgründungen und Engagement ===&lt;br /&gt;
Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „[[Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.]]“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des [[TTV Zons 1972 e.V.|Tischtennisvereins Zons (TTV Zons 1972 e.V.)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Powiat_Mikołowski polnischen Kreis Mikołów]. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2001: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande] (verliehen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau Bundespräsident Johannes Rau] für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement).&lt;br /&gt;
* Silberne Ehrennadel der Stadt Dormagen&lt;br /&gt;
* 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt.&lt;br /&gt;
* Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kress, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Karl_Kress&amp;diff=4330</id>
		<title>Karl Kress</title>
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		<updated>2026-06-04T12:27:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Karl Kress&#039;&#039;&#039; (* 19. März 1945 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein Politiker der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christlich_Demokratische_Union_Deutschlands CDU] und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Beruf ==&lt;br /&gt;
Karl Kress wurde in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für [https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerphysik Polymerphysik] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universität_Mainz Universität Mainz] sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG Bayer AG] in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker. Zwar wurde er zum Pharmareferenten ernannt, trat die entsprechende Stelle jedoch nicht an und übernahm stattdessen die Leitung eines physikalischen Labors.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Seit 1972 war er kontinuierlich im Vorstand des Ortsverbandes aktiv, dessen Vorsitz er im April 2013 von Wiljo Wimmer übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommunalpolitik ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Stadt Dormagen] gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss)], wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen seiner Kreistagstätigkeit war Kress unter anderem in folgenden Gremien vertreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Beirat der Sparkasse Neuss&lt;br /&gt;
* Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung „Kulturpflege und Kulturförderung&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich GmbH — in dieser Funktion setzte er sich erfolgreich für die Entkarbonisierung des Trinkwassers in Zons durch&lt;br /&gt;
* Mitglied im Aufsichtsrat und Verwaltungsrat der Kreiskrankenhäuser&lt;br /&gt;
* 8 Jahre Vorsitzender des Polizeibeirates in der Kreispolizeibehörde Neuss&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landtag ==&lt;br /&gt;
Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen] ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während seiner Landtagstätigkeit engagierte sich Kress in verschiedenen überregionalen Gremien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 11 Jahre Mitglied im Landesvorstand der [https://de.wikipedia.org/wiki/Schutzgemeinschaft_Deutscher_Wald Schutzgemeinschaft Deutscher Wald]&lt;br /&gt;
* 10 Jahre Mitglied im Immissions- und Emissionsbeirat des Umweltministeriums NRW&lt;br /&gt;
* 9 Jahre Mitglied im Polizeibeirat beim Regierungspräsidium Düsseldorf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken und Positionen ==&lt;br /&gt;
Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trinkwasserqualität: Er setzte sich als Kreistagsabgeordneter für die Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons ein. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung: Im Rahmen des &amp;quot;11. Forums Zons&amp;quot; schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.&lt;br /&gt;
* Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des [[Theo-Blum-Haus]]es auf dem [[Burg Friedestrom|Schlossgelände]] als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers [[Theo Blum]] ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Heimatpflege ==&lt;br /&gt;
Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.]], dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]] am [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
* 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue ([[Saarwerden-Denkmal]]) auf dem Rheintor-Vorplatz.&lt;br /&gt;
* Geschichtsvermittlung: Er initiierte die &amp;quot;Zons-Comix&amp;quot;, eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte (von der ein Heft erschien), die in Zusammenarbeit mit dem Historiker und Archivar Dr. [[Karl Emsbach]] herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die &amp;quot;Lebende Krippe&amp;quot; in Zons auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
* Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vereinsgründungen und Engagement ===&lt;br /&gt;
Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „[[Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.]]“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des [[TTV Zons 1972 e.V.|Tischtennisvereins Zons (TTV Zons 1972 e.V.)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Powiat_Mikołowski polnischen Kreis Mikołów]. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2001: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande] (verliehen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau Bundespräsident Johannes Rau] für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement).&lt;br /&gt;
* Silberne Ehrennadel der Stadt Dormagen&lt;br /&gt;
* 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt.&lt;br /&gt;
* Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kress, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Franziskaner&amp;diff=4329</id>
		<title>Franziskaner</title>
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		<updated>2026-06-04T12:06:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;1646–1802 existierte in Zons eine Niederlassung (1646–1649 Residenz, 1649–1802 Konvent) von &#039;&#039;&#039;Franziskaner-Rekollekten&#039;&#039;&#039;, die 1647 der Kölnischen Ordensprovinz inkorporiert wurde. Zunächst in einem Privathaus in Zons (Haus des [[Gerichtsschreiber|Stadtschreibers]] [[Heinrich Westhoven]]) und dann in einem angekauften Wohnhaus untergebracht, konnten die Konventualen 1658 einen zur Hälfte fertiggestellten Kloster-Neubau neben dem [[Juddeturm]] beziehen (vollendet 1665). 1661 war Baubeginn der Klosterkirche (im Volksmund: &amp;quot;Paterkirche&amp;quot;), die 1666 geweiht wurde. Das Kloster trug den Namen &amp;quot;Marienhof&amp;quot;. Die Hauptaufgabe der Gemeinschaft war die Seelsorge (insbesondere durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese]) im rechtsrheinischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bergisches_Land Bergischen Land], um dem Vordringen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Protestantismus Protestantismus] entgegenzuwirken (katholische Reform). Im Zuge der [https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4kularisation#Linksrheinische_D%C3%A9partements_Deutschlands_1802 Säkularisation] wurde das Kloster 1802 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorverhandlungen und erste Jahre der Niederlassung (1645–1654) ==&lt;br /&gt;
Bürgerschaft und [[Stadtrat|Rat]] der Stadt Zons bemühten sich 1645 um eine Niederlassung von Franziskanern in Zons. Sie erhofften sich von diesen angesichts des desolaten Zustands der Stadt im Inneren wie im Äußeren, wahrscheinlich hauptsächlich aufgrund der Besatzungen und Belagerungen im Dreißigjährigen Krieg, eine Hebung der sittlich-moralischen und wissenschaftlichen Bildung. Die Kinder sollten in Glauben, Sitten, Disziplin und Wissenschaften eingeführt werden. [https://de.wikipedia.org/wiki/Minoriten Franziskaner-Minoriten] bemühten sich in Konkurrenz zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskaner_(OFM) Franziskaner-Observanten] um die Genehmigung zur Niederlassung. Erstere gingen auch ausdrücklich auf das Bildungsinteresse der Bevölkerung ein und versprachen, Schulunterricht zu erteilen. Obwohl sich [[Stadtrat|Rat]] und Bürgerschaft vor diesem Hintergrund beim [[Domkapitel]] nachdrücklich für eine Niederlassung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Minoriten Franziskaner-Minoriten (Konventualen)] aussprachen, entschied man sich für die bereits zuvor vorgeschlagenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskaner_(OFM) Observanten]. Dem Unterrichtsinteresse wird das [[Domkapitel]] also keine so hohe Bedeutung beigemessen haben wie die örtliche Bevölkerung.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Bettelmönche im öffentlichen Schulwesen. Ein Handbuch für die Erzdiözese Köln 1600 bis 1850&#039;&#039;, Bd. 1, Köln u.a. 2001, S. 1496–1499.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Niederlassung von [https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskaner-Rekollekten Franziskaner-Rekollekten] in Zons hat sich besonders der [[Domkapitel|Domherr]] [[Georg von Eyschen]] eingesetzt, der sich später auch für die Rekollektenniederlassung in [https://de.wikipedia.org/wiki/Boppard Boppard] einsetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 499.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Er versprach für den Fall der Niederlassung, die hierzu nötigen Bauten zu stiften. Der spätere Guardian (Klostervorsteher) Tilmann Streidt machte eine Erkundungsreise, woraufhin die Kölner Franziskanerrekollektenprovinz ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Niederlassung erklärte, und im Juni 1646 beschloss das Zwischenkapitel der Provinz auf Vorschlag von Pater Ivo Portz (Vorsteher des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bethlehem_(Bergheim) Klosters Bethlehem]) die Gründung der Niederlassung. Darauf erfolgte im Oktober 1646 die Zustimmung der örtlichen landesherrlichen Beamten ([[Zöllner]], [[Kellner]], [[Schultheiß]] und [[Gerichtsschreiber]]) für die Einwohnerschaft. Pater Wilhelm Sinzich, bisher Vikar im [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bethlehem_(Bergheim) Kloster Bethlehem], wurde zum ersten Vorsteher der Niederlassung bestimmt. Er traf am 31. Oktober 1646 mit zwei Brüdern und einem Laienbruder für die nötigen Vorbereitungen in Zons ein, wo sie von Oberst [[Goltstein]] und seiner Gemahlin zur Tafel geladen wurden. Der [[Gerichtsschreiber]] [[Heinrich Westhoven]] nahm sie in sein Haus auf, in dem sie einige Tage wohnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Georg von Eyschen]] kaufte zwischenzeitlich ein Haus der Erben des Zonser [[Bürgermeister]]s [[Johannes Sturm]], dem er zu Ehren der Jungfrau Maria den Namen &amp;quot;Marienhof&amp;quot; gab. Leider ist der exakte Standort des Hauses nicht überliefert.&amp;lt;ref&amp;gt;Am 12. Januar 1632 machte das Ehepaar [[Johannes Sturm]] und Catharina Nievenheim vor [[Pfarrer]] [[Andreas Winckens]] eine Schenkung über die Zinseinkünfte (5 % jährlich, zu zahlen jeweils am 25. Dezember) von 100 Talern zugunsten der Armen(kasse), abgesichert durch eine entsprechende Hypothek auf ein Haus mit Hof des Schuldner-Ehepaars Johann Stüttgen (Antoniter-Halfe in Rheinfeld) und Catharina Reisholtz, &#039;&#039;&amp;quot;alhier binnen Zons ahn der [[Feldtor|Feldtpfortzen]] gelegen, ihns West die Stadtmauhr&amp;quot;&#039;&#039;. Dieses Haus (wahrscheinlich ein Vorgängergebäude des heutigen Hauses Schloßstraße 57) sollte an die Hausarmen fallen, falls die Schuldner den Zinszahlungen nicht nachkommen. Ob es sich hierbei um das Haus handelte, das die Patres bezogen, lässt sich leider nicht mit Bestimmtheit sagen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Patron ließ alle notwendigen Materialien zu dieser Niederlassung beschaffen. Am 2. November nahmen die Brüder das Haus erstmals in Besitz, das zu diesem Zeitpunkt noch in einem völlig ruinösen Zustand war, denn zuvor hatten Soldaten das Haus bewohnt und heruntergewirtschaftet. Mit großem Eifer gingen die Brüder an die Renovierung: Der Viehstall wurde zu einer Kapelle mit Marienaltar umgebaut, und es wurde eine Bierbrauerei eingerichtet. Die vorhandenen kleinen Fenster, die zu wenig Licht hineinließen, ersetzte man durch zwei große Fenster, die [[Georg von Eyschen]] und Oberst [[Goltstein]] stifteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Zeit der Renovierung gaben der Landesherr und das Domkapitel ihre Zustimmung zur Niederlassung: [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Bayern_(1577%E2%80%931650) Kurfürst Ferdinand] erteilte diese am 11. November 1646, adressiert an den Pater Provinzial Heinrich Lotzius, und das [[Domkapitel]] stimmte am 14. November zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Konzeptschreiben der Urkunde des Domkapitels vom 14. November 1646 in: HAStK, Best. 210, A 3187, p. 1133–1134.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. November konnten die Brüder das renovierte Haus beziehen, und wenige Wochen später, am 21. Dezember, zelebrierten die Patres das erste Mal die heilige Messe in der Kapelle.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Adam Otten]], &#039;&#039;Zons am Rhein&#039;&#039;, Düsseldorf 1903, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Kapelle hat rasch eine große Anziehungskraft erlangt, wie etwas jüngere Zahlen vedeutlichen: Allein in der Zeit vom 30. Mai 1655 bis zum 12. November 1656 wurden 9.200 Kommunionen ausgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Niederlassung wurde am 20. Oktober 1647 (Intermedium) der Kölnischen Ordensprovinz inkorporiert. Ihre Hauptaufgabe war die seelsorgerische Wirkung, schwerpunktmäßig durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese], im rechtsrheinischen Bergischen Land, um dadurch dem Vordringen des Protestantismus entgegenzuwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Bettelmönche im öffentlichen Schulwesen. Ein Handbuch für die Erzdiözese Köln 1600 bis 1850&#039;&#039;, Bd. 1, Köln u.a. 2001, S. 1495–1496.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name des Klosters und Patrozinium ==&lt;br /&gt;
Das Franziskanerkloster stand unter dem Patrozinium der heiligen Jungfrau Maria. In einer Urkunde des Klosters von 1696 findet sich die Bezeichnung &amp;quot;in Ecclesiam B(eatae) V(irginis) M(ariae) vulgo Marienhoff&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;HAStK, Best. 210, A 3186, zwischen p. 448 und 449.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Name &amp;quot;Marienhof&amp;quot; war demnach die im Volksmund übliche Bezeichnung der Rekollekten-Niederlassung. Diese Bezeichnung war bereits 1646 vom Patron [[Georg von Eyschen]] für die erste provisorische Niederlassung festgelegt worden und wurde folglich auf das Kloster übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Von der Kloster-Grundsteinlegung bis zur Weihe der Klosterkirche (1654–1666) ==&lt;br /&gt;
[[Georg von Eyschen]] erwarb für den geplanten Klosterneubau ein größeres Grundstück neben dem [[Juddeturm]]. Dieses lag im Bereich des ehemaligen Vorburggrabens, für den neben den üblichen Ausgaben besondere Grundsteuern erhoben wurden: Neben den üblichen Steuern an die Kellnerei lastete auf dem Grundstück die Verpflichtung, jährlich einen Malter Korn als Almosen an die [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Maria_von_den_Engeln_(Br%C3%BChl) Franziskaner in Brühl] zu entrichten. Letzteres wurde den Konventualen erlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, Nachlass Eschbach, Nr. 5 (basierend auf dem ersten Band der Annalen des Zonser Franziskanerklosters: Archiv der deutschen Franziskanerprovinz, AKF 1, Tr 5, wie auch die folgenden Angaben bis 1670, wenn nicht anders angegeben.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Domkapitel wurde zudem wiederholt um Nachlass der auf dem Bauplatz lastenden Steuer von 2 ½ Maltern Weizen und einer Henne gebeten. Es ist nicht bekannt, ob auch dieser Bitte entsprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der beabsichtigten Nutzung des Grundstücks für den Klosterbau sah die Bürgerschaft erhebliche Beeinträchtigungen für die Stadt, weshalb sie sich mit einem Beschwerdeschreiben (&amp;quot;Gravamina&amp;quot;) an das Domkapitel wandte: Das Grundstück umfasste 12 Hausplätze, und für jeden waren jährlich 12 Albus an Simplen und 2 Gulden an Schatzung (Köttersmark) zu entrichten. Ferner musste die Stadt durch die beabsichtigte &amp;quot;Umnutzung&amp;quot; auch auf die auf den Hausplätzen ruhenden Wacht- und Spanndienste, Einquartierungslasten usw. verzichten, denn diese galten für die Klostergeistlichen nicht. Aufgrund der schweren Schäden durch den Stadtbrand 1620, die Zerstörungen durch die Belagerungen Ende des Dreißigjährigen Krieges und den Umstand, dass ein großer Teil der Stadt noch immer wüst lag, waren die finanziellen Verhältnisse der Stadt ohnehin sehr geschwächt, &#039;&#039;&amp;quot;daß unß kaum darauß zu erretten wißig, ja fast ohnmöglich&amp;quot;&#039;&#039;. Die Bürgerschaft bat daher um eine Reduzierung der Simpels- und Schatzsteuer in Höhe der hierdurch wegfallenden Einnahmen.&amp;lt;ref&amp;gt;HAStK, Best. 210, A 3187, p. 1135–1136.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wie in dieser Angelegenheit entschieden wurde, ist nicht bekannt. 1654 beschloss man nach vielen Mühen und Beschwerden die &#039;&#039;&#039;Grundsteinlegung&#039;&#039;&#039; für das zu errichtende Kloster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundsteinlegung fand am 25. Oktober statt. Der [[Amtmann]] [[Franz von Lothringen|Franz Herzog von Lothringen]] hatte zwar seine Teilnahme zuvor versprochen, ließ sich dann jedoch wegen dringender Geschäfte entschuldigen. Er beauftragte den Patron [[Georg von Eyschen]] mit der Grundsteinlegung. Der Guardian Tillmann Streidt eilte nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BChl_(Rheinland) Brühl], um die erzbischöfliche Erlaubnis einzuholen, die am 20. Oktober erfolgte. Auch das [[Domkapitel]] gab seine Zustimmung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor der Grundsteinlegung wurde eine feierliche Prozession durch die Straßen der Stadt veranstaltet, an der viele benachbarte Guardiane und der Patron [[Georg von Eyschen]] teilnahmen. Am Festtag selbst, Sonntag, 25. Oktober 1654, hielt der Patron um 9 Uhr ein feierliches Hochamt in der Kapelle des Marienhofs. Anschließend wurde unter dem Läuten der Kirchenglocken von [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|St. Martinus]] wieder eine Prozession durch den Ort veranstaltet, bei der zwei Jünglinge, bekleidet mit kleinen [https://de.wikipedia.org/wiki/Dalmatik Dalmatiken], den Grundstein trugen. Am Schluss folgte der in ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Pluviale Pluviale] gekleidete Stifter und Domherr [[Georg von Eyschen|von Eyschen]]. Auf dem Bauplatz war ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Kredenz Gabentisch] neben einem tags zuvor aufgestellten Kreuz vorbereitet. Dort angekommen, wurde eine Predigt gehalten. Anschließend erfolgte die Verlesung der Schreiben des [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Heinrich_von_Bayern Erzbischofs] und des Domdechanten und [[Amtmann]]s [[Franz von Lothringen|Franz Herzog von Lothringen]], woraufhin der Stifter den Grundstein nach dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Pontifikale Pontificale Romanum] segnete, und der Diakon verlas die für den Grundstein bestimmte Urkunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend legte [[Georg von Eyschen]] unter Assistenz von Dr. jur. utr. Heinrich Oeckhoven (Sekretär des [[Domkapitel|Domkapitels]]) und Dr. jur. Wilhelm Grüter aus [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] den ersten Stein im Namen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Bayern_(1577%E2%80%931650) Erzbischofs] und des [[Amtmann]]s und [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_K%C3%B6lner_Dompr%C3%B6pste Domprobstes] [[Franz von Lothringen]] in das Fundament. Diesem folgten der Pater Provinzial und mehrere Guardiane der benachbarten Konvente, dann das Volk, jeder nach seinem Stande. Die Ehefrau des Kommissars der Stadt Zons [[Heinrich de St. Georgio]], Gertrud geborene Habersack, stiftete eine silberne Monstranz. Der Erzbischof schenkte 400 Goldgulden, und Dr. jur. Wilhelm Grüter stiftete ein Fenster. Die Feier endete mit dem &amp;quot;Te Deum&amp;quot; unter Kanonendonner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pater Provinzial machte für den Klosterbau (inklusive Klosterkirche) genauere Vorschriften, die er in einer ausführlichen &#039;&#039;&#039;Baubeschreibung (Bauplan)&#039;&#039;&#039; niederschrieb&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Vorschrifft deß Closters Zonß wie daßselbe von R. P. Provincial angeordtnet und bekräfftiget alßo zu bawen wie folget etc.:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Kirch alda soll ungefehr fünff und siebentzig Schue [21,56 m] lang werden, unndt dreyssig Schu [8,62 m] breit im Lichten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Chor lang ungefehr dreissig fünff Schue [10,06 m], hirin seint gerechnet vor die Stuel siebenzehen undt ein halben Schue [5,03 m], von dem hohen Altarstein, so wider die Haubtmaur anrührt, vier und ein halben Schue [1,29 m] vor die Maur. Der oberste Tridt, da der Prister aufstehet, drey und ein halben Schue [1,01 m], for die andere zwen Trid ieden fünffzehn Zoll [0,36 m].&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Kirch soll oben mit einem rundten Tabellath [Holztafeln] und bretterem Gewölb werden zehen oder zwelff Schu [2,87 m bzw. 3,45 m] hoch in daß Tach, alßdan werden die Mauren ungefehr sechß und dreyssig Schue [10,35 m] hoch, drey oder vierthalben Schu [0,86 m bzw. 1,15 m] dick nach dem es der Tach-Stuel erfordern wirdt, wan es vonnöthen, mit eissenen Stangen versehen, oder die Mauren ein halben Schue [0,14 m] dicker machen alß sonsten.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Man soll drey oder vier Löcher oben im Gewölb machen, zwey Schue [0,57 m] rundt oder vierkäntigt, Lufft in die Kirch dardurch zu suchen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Klockenthurn acht Schue [2,30 m] weit, zehen Schue [2,87 m] hoch uber daß Tach mit dem Haubt-Gesümbs, die Brustrigel sollen drey schue [0,86 m] hoch vom understen Stern gemacht werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Helmstang oder die Spitz des Thurnß zwantzig Schue [5,75 m] hoch biß unter den Knopff: sambt einer Trap biß an die Klock, daß man ohne Gefahr darzukommen kan.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Ein Kirchenfenster achtzehen Schue [5,17 m] hoch, fünff und ein halben Schue [1,58 m] weit, vierzehen Schue [4,02 m] hoch von dem Bodem anfangent.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Alle Fenster sollen oben und unden zwen Flügell haben, die man zur Noth mit Schnüren uber kleine Rölger auf- und zuzihen kan.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Daß Kirchen-Tach auffrecht zwantzig unndt [Lücke im Text] Schue [5,75 m+x].&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Platz vor dem Closter und Kirch soll umb fünff virtel Schue [0,36 m] höcher alß die gemeine Straaß gelegt werden abhangent, daß das Wasser biß in die gemeine Straaß lauffen kann, alßdan vier Auftrid oder Trappen, ieden sieben Zoll [0,17 m] in die Kirch und Closter.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Ein Aufftrid an die Communicanten-Banck, der verursacht auch einen Auftrid auß dem Closter in den Chor.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Deß Closters Baw soll an drey Seiten ein und dreyssig Schue [8,91 m] breit sein mit der Mauren, welche im understen Stockwerck zwey und ein halben Schue [0,72 m] dick, im obersten zwey Schu [0,57 m] dick sein sollen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Deß Closters Tach auffrecht zwantzigfünff und ein halben Schu [7,33 m].&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Creutzgarten viertzig Schue [11,50 m] in quatro.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Creutzgang sieben Schue [2,01 m] weit, zwelff Schu [3,45 m] hoch biß unter die Balcken. &#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die underste Fenster alß Refender [Refektorium: Speisesaal] und Creutzgang sechß Schue [1,72 m] hoch, drey und ein halben Schue [1,01 m] weit, unden allein Hawstein.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;An den Seiten soll daß Gewenn [Wand] und Rabath mit Zigelsteinen gemauret werden. &#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Fenster im Creutzgang sollen vier Schu [1,15 m] hoch von dem Boden gesetzt werden, die andere, die außwendig kommen, alß Küchen, Refender [Speisesaal] und Gastkammer, vier und ein halben Schue [1,29 m] hoch vom Boden, auß dießer Ursach, daß man außwendig nit einsehn kan, aber inwendig außsehen ist nit hinderlich. &#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Thür zu deß Klosters Eingang acht Schu [2,30 m] hoch, vier Schu [1,15 m] weit, sambt einem Uberlicht, zwey und ein halben Schu [0,72 m] hoch mit der Mittellbanck. &#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Kirch-Thür sechß Schu [1,72 m] weit, neun und ein halben Schu [2,73 m] hoch.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die andere Thüren drey und vierthalben Schu [0,86 m bzw. 1,15 m] weit, sieben Schue [2,01 m] hoch. &#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Daß Dörmeter [Dormitorium: Schlafraum] soll sechß Schu [1,72 m] breit sein, acht und ein halben Schu [2,44 m] hoch biß under die Balcken.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Ein Zell nach dem Creutzgarten neun Schue [2,59 m] lang, zehen Schue [2,87 m] breidt, allein an der Seitten, da die Bibliotheck gesetzt wirdt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die andere Zellen, so außwendig kommen gegen denen im Creutzgarten uber, eylff Schue [3,16 m] lang, zehen Schu [2,87 m] breit.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Ein Zellen-Thür sechß und ein virtel Schu [1,80 m] hoch, zwey und ein halben Schu [0,72 m] weit.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Ein Zellenfenster vier Schue [1,15 m] hoch, zwey und drey virtell Schue [0,80 m] weit, drey und ein virtel Schu [0,93 m] hoch von dem Boden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Fenster, so auff dem Dörmeter Licht geben, sollen drey und ein viertel Schu [0,93 m] weit sein, vier Schu [1,15 m] hoch, alle mit einem schidtrechten [scheitrechten] Bogen ein Zoll [2,4 cm] hoch gesprengt.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Glaßrahmen sollen unden zwen Flügell haben, zwey und ein halben Schu [0,72 m] hoch, daß Oberlicht soll in der Rahm verbleiben, die Rahmen so dick, daß sieben auß einem Schue [ca. 4 cm]. Die Fenster-Bänck sollen allein von Hawstein und ingefeldt werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Eß sollen keine Stueben vor die PP Guardianen und Hospites gemacht werden, allein ein warm Stueb vor die Gemein, ein Stüebgen vor die Krancken zu der Infirmarii, und ein Stüebgen neben R. P. Provincials-Zell sambt einem Secreth, wan es füglich darbey sein kan.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Dieße folgente Zimmer müssen notwendig unden dem Creutzgang gleich sein, alß Pforten und Sprächkammer, Capittelhauß, daß Siegenhauß [Krankenhaus] mit einem Stüebgen, Gastkammer vor unßere Patres mit einem Camin, Küch und Refender. Ein Gastkammer mit einem Camin vor frembde Hospites [Gäste], darin zwey Bethlaten stehen können, iedweder abgesondert, sambt einem Secreth, wan es füglich alda kan gemacht werden. Sacristey, ein Kerker, ein Gang in den Garten, zwey gemechlige und lichte Trappen auf daß Dormeter, ein iedes Gemach nach seiner Noturfft.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Daß Wäschhauß soll under dem Gang des Secrets gemacht werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die Wagen-Pfordt an das End deß Gartens an die Stadtmaur.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Daß Brawhauß soll in den Winckel deß Gartenß an die Stadtmaur und Schloß gesetzt werden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wan der Chor dreyssig fünff Schu [10,06 m] lang vom Chor an alda die Neben-Altär sambt der Communicantenbanck undt Scheidtmaur am Chor sechszehen Schu [4,60 m] lang, so bleibt die Vorkirch fünfftzig acht Schu [16,67 m] lang biß an die Communicantenbanck.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Daß Tach im Creutzgang soll an vier Seithen mit bleien Cändel [Dachrinnen] und Rühren [Rohren] gemacht werden, damit daß uberflüssige Wasser biß auf die Erdt durch einen gemaurten Guß oder Canal under einem Baw in der Erden durchgeleidet biß in die Straaß, damit es die Mauren nit so balt verfaulet.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Daß soll auf daßwenigst an Seiten des Closters unndt Kirch mit Kändel gemacht werden, alda die Schlagregen am meisten hinkommen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Grundsteinlegung verging eine geraume Zeit, ohne dass der Klosterbau in Angriff genommen wurde. Der Guardian Petrus Daubach (1655–1657) gab sich viel Mühe, den Patron zum Bau zu bewegen. Doch je mehr er flehte, desto größer wurden die Schwierigkeiten, bis [[Georg von Eyschen|von Eyschen]] sich schließlich 1657 entschloss, die Mauern mit dem größten Teil des Daches zu erbauen: Am 27. März 1657 schloss er mit dem Maurermeister Mathias Cousin einen Kontrakt, wonach dieser für die Arbeiten in mehreren Tranchen insgesamt 225 Reichstaler erhalten sollte. Das Bauholz wurde von zwei Brüdern für 591 Reichstaler am [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberrhein Oberrhein] gekauft. Die Zimmerarbeiten übertrug man für 225 Reichstaler Jacob Cloeßgen aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen]. Am Portiunkulafest 1657 (2. August) konnte in dem Gebäude erstmals zelebriert werden. Im September kam das Gebäude unter Dach, am 10. Oktober wurde ein Kontrakt mit dem Dachdecker abgeschlossen: für jeweils 1.000 Dachziegel 2 Reichstaler und für jede Rute Schiefer 5 Gulden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Fundamente schon gelegt waren, ein Brunnen gegraben und die Mauern sämtlicher Gebäudeteile bereits in die Höhe ragten, kamen [[Wilhelm Westhoven]] und zwei weitere Bürger und legten gegen den Bau Protest ein: Das Waschhaus und der Brunnen seien zu nahe am öffentlichen Weg gebaut, und die Gemeinde habe die Baugenehmigung nur unter der Bedingung erteilt, dass zwei Tore, eins am [[Juddeturm]], das andere an der Stadtmauer zur [[Mühle]] hin, erbaut werden, die nach Belieben geöffnet und geschlossen werden können, mit Ausnahme des Belagerungsfalls oder der Fronleichnamsprozession, wobei sie durchgängig geöffnet sein sollten. Keinesfalls sei es erlaubt, darauf zu bauen. Die Patres berichteten dies dem [[Georg von Eyschen|Patron]], doch es geschah nichts weiter in der Angelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. Mai 1658 kamen die Maurer und Arbeiter vom Bau des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bethlehem_(Bergheim) Klosters Bethlehem] nach Zons, um die Bauarbeiten fortzusetzen, die so gut vorangingen, dass die Konventualen am 13. November des Jahres ihr bisheriges Haus verlassen und den &#039;&#039;&#039;Bezug des Klostergebäudes&#039;&#039;&#039; feiern konnten. Zu diesem Festtag waren auch der Patron [[Georg von Eyschen]], Dr. jur. Heinrich Oeckhoven, mehrere angesehene Bürger aus [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln], der Zonser [[Pfarrer]] [[Placidus von Kempen]] und sein [[Vikare|Vikar]], der Kommissar des Amtmanns [[Georg de St. Georgio]], der [[Stadtrat]] und mehrere Festgäste aus der Nachbarschaft zugegen. Eine feierliche Prozession zog aus der alten Kapelle in die neu eingerichtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die Arbeiten am bzw. im Klostergebäude dauerten noch länger an: Erst gegen Ende April 1660 konnten der Bruder Reineri und zwei Gehilfen die Schreinerarbeiten abschließen. Später im Jahr besuchten der [[Georg von Eyschen|Patron]] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Egon_von_F%C3%BCrstenberg-Heiligenberg Domherr Franz Egon von Fürstenberg-Heiligenberg] das Kloster. Von Fürstenberg lobte den Neubau und seine Lage, sprach sich für die Fertigstellung des Komplexes aus, versprach bei seiner Abreise allen Schutz und gab als Almosen 4 Reichstaler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:fklost04.jpg|300px|thumb|right|Das ehemalige Franziskanerkloster (rechtwinkliges Gebäude oben links) von der Mühle aus gesehen ca. 1934/38.]]&lt;br /&gt;
1662 wurde mit dem &#039;&#039;&#039;Bau der Klosterkirche&#039;&#039;&#039; begonnen. Annähernd 3.000 Reichstaler waren bereits an Baukosten investiert worden, als am 18. Februar 1664, dem Todestag des [[Georg von Eyschen|Patrons]], das Dach der Klosterkirche vollendet wurde. Noch Anfang 1665 war der benachbarte Klosterbau nur zur Hälfte fertig: Der Guardian Ludovicus Vinck ließ Anfang Februar  die zweite Hälfte desselben beginnen. Zur Hilfe schickte der Provinzial einen in Schreinerarbeiten erfahrenen Laienbruder namens David Vinanden, so dass das Gebäude noch in der ersten Jahreshälfte 1665 komplett fertiggestellt werden konnte. Auch kümmerte sich der Guardian um die Vollendung der Klosterkirche: In den Monaten Mai und Juni fertigten der Pater Paulus Dotzenberg und David Vinanden das Brettergewölbe der Kirche. Ferner wurden der Bau gekalkt und dekoriert ([[Georg von Eyschen]] sorgte noch zu Lebzeiten für die Ausstattung mit Lampen, Leuchtern, Rauchfass, Textilien für Paramente usw.), im Turm zwei Glocken aufgehängt und derselbe mit Blei gedeckt, drei Altäre errichtet, die Kommunionbank aufgestellt und Fenster eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil Köln 1665 und 1666 von der Pest heimgesucht wurde, zogen sich die Priesterkanoniker des Domkapitels nach Zons zurück, nämlich [https://de.wikipedia.org/wiki/Adrian_van_Walenburch Weihbischof Adrian von Walenburch], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Quentel Offizial Thomas von Quentel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Aussem Generalvikar Paul von Aussem], der Regens Laurentius Franken, Haas, Gihr, [https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Mering Heinrich von Mering] und der Syndikus Dr. Heinrich Oeckhoven. Während ihres Aufenthalts wurde die Kirche völlig fertiggestellt; sie hatten sich für die Vollendung eingesetzt, um noch an der Kirchweihe teilnehmen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. Februar 1666 war die Einsegnung der Kirche nach dem [https://www.epson.ch/products/scanners/business-scanners/expression-12000xl-pro Rituale Romanum], und am 4. März 1666 fand in Gegenwart der Domherren, des stellvertretenden Probstes Petrus Geilrath von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Kloster Knechtsteden], aller benachbarten Pfarrer und der ganzen Einwohnerschaft die feierliche &#039;&#039;&#039;Weihe der Kirche&#039;&#039;&#039; unter Kanonendonner statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1682, also einige Jahre nach der Fertigstellung des Klosterkomplexes, tauschten die Patres den ursprünglichen &amp;quot;Marienhof&amp;quot; gegen ein Haus des Pfarrers in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen], das den Namen &amp;quot;Im Hasen&amp;quot; trug.&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv der deutschen Franziskanerordensprovinz, AKF 1, Tr. 5, p. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist naheliegend, dass die Brüder darin fortan eine Terminei (Sammelstelle für Almosen) unterhielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstattung der Klosterkapellen (ab 1646 bzw. 1658) bzw. der Klosterkirche (ab 1666) ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Zeit seines Lebens kümmerte sich insbesondere der 1664 verstorbene Patron [[Georg von Eyschen]] um die Einrichtung der Franziskaner-Kapelle (zunächst im Haus &amp;quot;Marienhof&amp;quot; und anschließend im Klostergebäude), die mit der Fertigstellung der Kirche 1666 in diese überführt wurde, ergänzt um zwei weitere Nebenaltäre auf Kosten des mittlerweile verstorbenen Patrons. Nach Fertigstellung der Kirche sorgten insbesondere Mitglieder der städtischen Führungsschicht bzw. des Kollegiums der [[Zollbeamte]]n für die weitere Ausstattung der Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altäre und Altarbilder ===&lt;br /&gt;
In der 1646 eingerichteten Kapelle in der provisorischen Niederlassung, dem Haus &amp;quot;Marienhof&amp;quot;, ließ der Patron [[Georg von Eyschen]] einen &#039;&#039;&#039;Marienaltar&#039;&#039;&#039; [https://de.wikipedia.org/wiki/Altarstein_(Liturgie) (Tragaltar)] und wenige Tafelbilder aufstellen bzw. -hängen. Dieser Altar ist 1658 mit anderen Einrichtungsgegenständen in die neue Kapelle im erst zum Teil fertiggestellten Klosterbau überführt worden, als die Konventualen das Gebäude bezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Klosterkirche wurden neben diesem Marienaltar als Hauptaltar zwei Nebenaltäre errichtet, die am 22. Februar 1666 auf Anordnung des verstorbenen Patrons [[Georg von Eyschen]] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Adrian_van_Walenburch Weihbischof Adrian von Walenburch] geweiht wurden: ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Assisi &#039;&#039;&#039;Franziskus-Altar&#039;&#039;&#039;] und ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_von_Padua &#039;&#039;&#039;Antoniusaltar&#039;&#039;&#039;]. Am 30. Januar 1673 schenkten der [[Zöllner]] [[Johann Sebastian Martini]] und Ehefrau Katharina Brewers einen neuen Franziskulaltar, wobei es sich wahrscheinlich um ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Altarretabel Retabel] zum bereits bestehenden Franziskusaltar handelte.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Dezember 1670 wurden auf Betreiben der Testamentsvollstrecker des im Vorjahr verstorbenen [[Zollschreiber]]s [[Ferdinand Meyrshoffen]] ein neuer Marienaltar (möglicherweise ein [https://de.wikipedia.org/wiki/Altarretabel Retabel] als Ergänzung zum bestehenden Marienaltar) in der Klosterkirche errichtet und der Stifter anschließend vor diesem Altar beigesetzt (durch Umbettung innerhalb der Klosterkirche).&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1680 hat der &amp;quot;geistliche Vater&amp;quot; [[Heinrich Decker]] ([[Schöffen|Schöffe]]) den Altar bemalen und vergolden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492; Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 504.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heiligenfiguren ===&lt;br /&gt;
1660 ließ [[Domkapitel|Domherr]] [[Georg von Eyschen]] die bereits vorhandene &#039;&#039;&#039;Muttergottes-Statue&#039;&#039;&#039; vergolden. Diese stand später im Eingangsbereich des Chorraums der Kirche, wo sich die Mitglieder der 1699 gegründeten Marienbruderschaft versammelten. Das Jesuskind erhielt 1732 eine silberne Krone.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirche11.jpg|200px|thumb|right|Die Statue der heiligen Barbara in der heutigen Pfarrkirche St. Martinus, wahrscheinlich noch aus der Klosterkirche (1712).]]&lt;br /&gt;
Im April 1682 stiftete der [[Beseher|Zollbeseher]] [[Heinrich Öhring]] eine Statue des [https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_von_Padua &#039;&#039;&#039;Antonius von Padua&#039;&#039;&#039;], die auf dem Marienaltar aufgestellt wurde. Sie erhielt 1732 eine silberne Krone. Am 15. Januar 1702 stellte man eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_von_Nazaret &#039;&#039;&#039;St. Joseph-Statue&#039;&#039;&#039;] auf, die der [[Beseher|Zoll-Beseher]] und Syndikus des Konvents [[Gerhard Wolters]] geschenkt hatte, am 3. Dezember 1712 folgte die Aufstellung einer Statue der [https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Bologna &#039;&#039;&#039;heiligen Katharina von Bologna&#039;&#039;&#039;] auf Konventskosten sowie die einer Statue der [https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_von_Nikomedien &#039;&#039;&#039;heiligen Barbara&#039;&#039;&#039;] auf Kosten des [[Beseher]]s [[Gerhard Wolters]]. 1732 wurden drei neue Statuen für die Kirche angeschafft, von denen eine die &#039;&#039;&#039;Geißelung Jesu Christi&#039;&#039;&#039;, eine die &#039;&#039;&#039;Krönung Jesu Christi&#039;&#039;&#039; und eine den [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Nepomuk &#039;&#039;&#039;heiligen Nepomuk&#039;&#039;&#039;] darstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Antoniusbild und die Muttergottesstatue der Klosterkirche wurden nach der Aufhebung des Klosters 1802 verkauft; das Antoniusbild an die [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Michael_%28Dormagen%29 Pfarrkirche St. Michael] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]. Die übrigen Bilder und Statuen gingen wohl größtenteils an die [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Zonser Pfarrkirche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Orgel ===&lt;br /&gt;
In der Franziskanerkirche befand sich eine &#039;&#039;&#039;Orgel&#039;&#039;&#039;, deren Erbauungsjahr nicht bekannt ist. Sie ist im Zuge eines Umbaus in der Kirche (Versetzung bzw. Aufstellung mehrerer Kirchenbänke) am 7. Juli 1682 vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Lettner Lettner-] in den unteren Chorraum versetzt worden. 1684 wurde sie erneut versetzt, diesmal &amp;quot;ex inferiori parte ecclesiae ad chorum&amp;quot; (aus dem unteren Teil der Kirche in den Chorraum), wofür der Meister vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Eigelstein_(K%C3%B6ln) Eigelstein in Köln] 6 Reichstaler erhielt. Im März 1732 wurde eine grundlegende Überholung durch den Orgelbauer Stamm für 30 Reichstaler durchgeführt, desgleichen in den Monaten Juni bis Juli 1738 durch den Orgelbauer Johann Odenthal aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Dernau Dernau] eine Überarbeitung und Ergänzung um ein neues Register für 55 Reichstaler. Im Frühjahr 1786 spendete der Magistrat von Zons 30 Reichstaler, hinzu kamen weitere Spenden aus der Bevölkerung, für die Errichtung einer neuen Orgel. Diese konnte im Dezember des Jahres fertiggestellt werden (erster Einsatz an Heiligabend).&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Johann Peter Delhoven#1786|Tagebuchaufzeichnungen des Johann Peter Delhoven]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 1790 wurde diese Orgel durch den Orgelbauer Max Schauten aus [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCchen Jüchen] geprüft. Vom 4. April bis 13. Mai, 27. Mai bis 14. Juni und 27. September bis 14. November 1793 ist die Orgel durch den [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Kölner] Orgelbauer Johann Georg Arnold (1738–1824) mit mehreren Gehilfen für 712 Reichstaler umgeschmolzen und grundlegend erneuert worden, wobei u.a. das Orgelwerk um drei neue Register erweitert wurde. Am 14. November des Jahres hat der Organist des Klosters, Pater Blasius, die neue Orgel getestet und für gut befunden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 493, unpagin.; [[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;495&amp;gt;, &amp;lt;1051&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der nach Aufhebung des Klosters angefertigten Inventarliste vom 3. September 1802&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, Roer-Dép., Nr. 469.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde die Orgel auf 80 Francs geschätzt, also mehr als die drei Kirchenaltäre zusammen (60 Francs).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glocken ===&lt;br /&gt;
1666 wurde eine kleine Messglocke (&#039;&#039;&#039;Marienglocke&#039;&#039;&#039;) in den Kirchturm gehängt. Nachdem diese im Juni 1741 zersprang, wurde am 27. Juli des Jahres im Klostergarten eine neue Glocke gegossen. Diese ist am 30. Juli in der Klosterkirche vom Guardian Ferdinand Bürvenich erneut auf den Namen Maria geweiht worden. Paten waren die vier Zollbeamten: [[Hubert Wiesen]], [[Alexander Stevert]], [[Conrad Spelt]], [[Heribert Endenich]] sowie dessen Sohn Franz Jacob Endenich (~ 28. November 1734 in Zons&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 165.&amp;lt;/ref&amp;gt;); weibliche Paten (&amp;quot;Gotten&amp;quot;): Maria Agnes geborene Dappers (Ehefrau des [[Hubert Wiesen]]), deren Tochter Maria Catharina Wiesen, Johanna Sophia Tilmetz (Ehefrau des Alexander Stevert), deren Tochter Gertrud Stevert, Sybille Spelt (Tochter des Conrad Spelt) und Anna Maria Endenich (~ 4. April 1748 in Zons&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt;; Tochter des Heribert Endenich). Die Glocke trug die Aufschrift: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Ave Maria gratia plena F(rater) F(erdinandus) B(ürvenich) G(uardian)&amp;quot;&#039;&#039;,&lt;br /&gt;
darunter:&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Praefecti telonii Zontini sunt mei domini&amp;quot;&#039;&#039; (= Die Zollbeamten von Zons sind meine Herren). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 31. Juli wurde die Glocke in den Turm gehängt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;157&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum Ersten Weltkrieg befand sich im Turm der [[Pfarrkirche St. Martinus (neue)|Pfarrkirche St. Martinus]] eine kleine Glocke aus dem Jahr 1503, die im Volksmund als &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Kleppglöcklein&amp;quot;&#039;&#039;&#039; bezeichnet wurde. Diese Glocke (Ton: cis) stammte vermutlich noch aus der Franziskanerkirche (hierzu passt, dass das Inventar der Klosterkirche von 1802 zwei Glocken aufzählt). Sie trug die Inschrift: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Allen luden bekannt. Ave bynych genannt. Anno Domini MVCIII.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Glocke ist 1917 für Kriegszwecke im Kirchturm zerschlagen und später eingeschmolzen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 190–191.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reliquienausstattung ===&lt;br /&gt;
1648 erhielt die Niederlassung zwei kleine Reliquienschreine aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neusser] Konvent. Ein Schrein enthielt Reliquien der Heiligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_von_Augsburg Udalrich], [https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Magdalena Maria Magdalena], [https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_von_Nikomedien Barbara], [https://de.wikipedia.org/wiki/Margareta_von_Antiochia Margaretha], [https://de.wikipedia.org/wiki/Anastasia_von_Sirmium Anastasia], [https://de.wikipedia.org/wiki/Apollonia_von_Alexandria Apollonia], der seligen Theresia und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Drei_K%C3%B6nige Heiligen Drei Könige]. Im zweiten Schrein befanden sich Reliquien der Heiligen [https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinus_von_Hippo Augustinus], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hubertus_von_L%C3%BCttich Hubert], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stephanus Stephan], [https://de.wikipedia.org/wiki/C%C3%A4cilia_von_Rom Cäcilia], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra Nikolaus], [https://de.wikipedia.org/wiki/Christophorus Christophorus], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Reimchronik_der_Stadt_K%C3%B6ln#Ursula_und_ihre_Jungfrauen 11.000 Jungfrauen], des [https://de.wikipedia.org/wiki/Lukas_(Evangelist) Evangelisten Lukas] sowie &#039;&#039;&amp;quot;aliquid terra sepulchrorum sanctorum innocentium&amp;quot;&#039;&#039;. [[Georg von Eyschen]] besorgte 1660 für die 1666 fertiggestellte Klosterkirche eine Schädelreliquie (Hirnschale) des [https://de.wikipedia.org/wiki/Cyriacus_(Heiliger) heiligen Cyriacus], die er von [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Hessen-Darmstadt_(1616%E2%80%931682) Kardinal Friedrich, Landgraf von Hessen-Darmstadt und römischer Legat], geschenkt bekommen hatte. Auch ließ er in dem Jahr zwei Reliquienbehälter gießen und versilbern.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 499 (Angaben und Zitat basierend auf den Annalen der Franziskaner).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1774 erhielt der Guardian Pater Anno Stockem von dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Aloys_von_K%C3%B6nigsegg-Aulendorf Domdechant und Weihbischof Karl Aloys Graf von Königsegg-Aulendorf] die Erlaubnis, eine Reliquie vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_Kreuz heiligen Kreuz] und eine Reliquie vom Schleier der Muttergottes in der Klosterkirche öffentlich zur Verehrung auszusetzen. Der Guardian nahm diese Reliquien jedoch mit und behielt sie für sich.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Einrichtungsgegenstände, Sonstiges ===&lt;br /&gt;
Der Patron [[Georg von Eyschen]] schenkte dem Konvent 1660 eine große versilberte Lampe und 8 versilberte Kerzenleuchter, Pollen und Weihrauchfass.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. Mai (Christi Himmelfahrt) 1675 wurde eine [https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedra Kathedra] in der Klosterkirche aufgestellt, gestiftet von dem [[Schultheiß|Schultheißen]] und [[Nachgänger]] [[Matthias Nolden]], dem [[Zöllner]] [[Johann Sebastian Martini]] und dem [[Beseher]] [[Heinrich Öhring]].&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 3. April 1702 wurde vor der Kirche ein Kreuz errichtet, das der stellvertretende [[Beseher]] [[Daniel Speck]] gestiftet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juli 1703 stiftete die Witwe des [[Schöffen]] [[Heinrich Decker]], Catharina geborene Nöten, ein Pluviale, eine Kasel und zwei Dalmatiken.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:frzkkreuz.jpg|200px|thumb|right|Das 1733 errichtete Kreuz.]]&lt;br /&gt;
Im August 1733 ließ der Guardian Maurus Sturm ein großes steinernes Kreuz mit Darstellung von Christus und Maria Magdalena vor der Franziskanerkirche errichten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;3&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einer deutlich jüngeren Niederschrift (1830) soll das Kreuz bei einem Floßtransport durch Worringer Flößer während einer Rhein-Eisfahrt auf den Zonser Spichern gesunken sein. Der Guardian habe es für 5 Reichstaler erworben und auf Kosten des Klosters vor der Klosterkirche aufstellen lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 577, fol. 54r.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im August 1830 wurde das Kreuz von der Stadt, die das Areal im Vorjahr für das neue Rathaus mit Schule erworben hatte, der Pfarrgemeinde geschenkt und auf den Kirchplatz von [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|St. Martinus]] versetzt, auf dem es noch heute steht. Ursprünglich stand es dort auf dem Standort des ehemaligen Beinhäuschens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Digitale 3D-Rekonstruktion des Klosters um 1700  ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Franzisk_Massnahmenplan.png|300px|thumb|right|Umzeichnung der Befunde der archäologischen Untersuchungen und einer Geoprospektion.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Franzisk_Overview.jpg|300px|thumb|right|Rendering Franziskanerkloster um 1700 von Nordost.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Franzisk_KlosterEG.png|300px|thumb|right|Rekonstruktion Erdgeschoss des Klostergebäudes mit Kreuzgang um 1700.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Franzisk_KlosterOG.png|300px|thumb|right|Rekonstruktion Obergeschoss des Klostergebäudes um 1700.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Franzisk_KircheGrundriss.png|300px|thumb|right|Rekonstruktion Grundriss der Franziskanerkirche um 1700.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Franzisk_KircheQuerschnitt.png|300px|thumb|right|Rekonstruktion Querschnitt der Franziskanerkirche um 1700.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Franzisk_InneresKirche.jpg|300px|thumb|right|Rekonstruktion des Innenraums der Franziskanerkirche um 1700.]]&lt;br /&gt;
Eine aufwendige digitale 3D-Rekonstruktion des ehemaligen Franziskanerklosters wurde 2023–2025 von Daniel Hinz in Zusammenarbeit mit und im Auftrag von [[Thomas Schwabach]] erarbeitet. Ziel war die möglichst genaue Visualisierung des Klosterkomplexes in seinem Zustand um das Jahr 1700, als die maßgeblichen Bau- und Erweiterungsphasen abgeschlossen waren. Grundlage bildeten archäologische Befunde aus den Jahren 1976 bis 2021, historische Bauquellen, vor allem die im ersten Band der Klosterannalen überlieferte Baubeschreibung von 1654, sowie alte Fotografien des später als Rathaus und Schule genutzten Gebäudes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Quellenbasis konnten Lage, Ausdehnung und Struktur der beiden Hauptflügel, des Kreuzgangs, der Kirche und des Klostergartens weitgehend gesichert rekonstruiert werden. Die Kirche erwies sich – entgegen früheren Annahmen – als ost-west-orientiert und unmittelbar mit dem südlich anschließenden Klostertrakt verbunden. Der quadratische Kreuzgarten mit umlaufendem Kreuzgang, das Obergeschoss mit den Zellen des Dormitoriums sowie die Einbindung der Nebengebäude, darunter Waschhaus und Klosterbrauerei von 1686, wurden quellenkritisch ergänzt und mit typologisch verwandten Franziskanerbauten des Rheinlands verglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderes Augenmerk galt der Einbindung der archäologischen Grabungsbefunde in die digitale Modellierung. Dabei bestätigten sich zahlreiche in der Baubeschreibung genannte Maße, etwa zu Mauerstärken, Flügelbreiten und der Anordnung des Kreuzgangs. Fehlende Partien – etwa der Kirchenchor oder Teile des Gartens – wurden auf Basis plausibler Vergleichsbeispiele und im Sinne eines &amp;quot;information guesswork&amp;quot; ergänzt, ohne den Charakter der Rekonstruktion als wissenschaftlich gestützte Annäherung zu überschreiten.&lt;br /&gt;
Das Ergebnis ist eine virtuelle Rekonstruktion des gesamten Klosterareals, die den Bauzustand um 1700 detailgetreu veranschaulicht und erstmals eine räumlich kohärente Vorstellung des verloren gegangenen Konvents vermittelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Hinz/ Thomas Schwabach: &#039;&#039;Digitale 3D-Rekonstruktion des ehemaligen Franziskanerklosters in Dormagen–Zons&#039;&#039;, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2026 (2025), S. 46–75.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Video-Links&#039;&#039;&#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Video-Links (extern, öffnet YouTube):&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=Q8oyqt3k2s8 Kurzer Video-Rundflug über das rekonstruierte Klosterareal] &amp;lt;small&amp;gt;&#039;&#039;(Mit dem Klick akzeptieren Sie die Datenübertragung an YouTube)&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=b7DL3Z9vW-0 Rundgang durch das rekonstruierte Kloster mit Daniel Hinz] &amp;lt;small&amp;gt;&#039;&#039;(Mit dem Klick akzeptieren Sie die Datenübertragung an YouTube)&#039;&#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klosterorganisation ==&lt;br /&gt;
=== Terminierbezirk ===&lt;br /&gt;
Der Terminierbezirk war der Raum, in dem die Konventsmitglieder um Almosen betteln durften. 1647 bekam die Niederlassung die Orte im kurkölnisch-jülichen Grenzgebiet östlich der Linie [https://de.wikipedia.org/wiki/Gohr Gohr]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen]/[https://de.wikipedia.org/wiki/Esch/Auweiler Köln-Esch] bis an den Rhein für die Termingänge zugesprochen. Noch im selben Jahr kamen große rechtsrheinische Gebiete aus dem bisher zum [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Maria_von_den_Engeln_(Brühl) Brühler] Konvent zählenden Sprengel hinzu, und zwar von [https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelgeist Himmelgeist] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Benrath Benrath] im Norden bis [https://de.wikipedia.org/wiki/Hitdorf Hitdorf] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheindorf Rheindorf] im Süden, östlich ungefähr begrenzt von der Linie [https://de.wikipedia.org/wiki/Hilden Hilden]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Leichlingen_(Rheinland) Leichlingen]. Zwischen 1650 und 1659 wurde der rechtsrheinische Sprengel schrittweise auf Kosten des [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Maria_von_den_Engeln_(Brühl) Brühler Konvents] erweitert, und zwar westlich bis auf die Linie [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nningen Hönningen]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Oekoven Oekoven], südlich bis etwa [https://de.wikipedia.org/wiki/Ossendorf_(K%C3%B6ln) Ossendorf]-[https://de.wikipedia.org/wiki/Niehl_(K%C3%B6ln) Niehl]. Rechtsrheinisch war der Sprengel des [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorfer] Franziskanerklosters berührt, so dass sich das Provinzkapitel 1653–1659 mehrfach mit strittigen Holzterminen des [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorfer] Konvents im Sprengel des Zonser Konvents befassen musste.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 502.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der letzten Erweiterung 1659 umfasste der Terminierbezirk die Pfarreien [https://de.wikipedia.org/wiki/Gohr Gohr], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nettesheim Nettesheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Oekoven Oekoven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Esch/Auweiler Esch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hackenbroich Hackenbroich], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Monheim_am_Rhein Monheim] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Richrath Richrath]. Angesichts des großen Sprengels ist es sehr wahrscheinlich, dass das Kloster über regelmäßig aufgesuchte feste Unterkünfte (Termineinen) verfügte. Der Zonser [[Schöffen|Schöffe]] [[Josef Hugo]] berichtet in seiner Chronik über eine Unterkunft der Zonser Franziskaner in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] (Haus &#039;&#039;&amp;quot;den Hasen genehn[t]&amp;quot;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klosterämter und Mitgliederzahl ===&lt;br /&gt;
Vorsteher des Konvents war der Guardian, der vom Vikar vertreten wurde. Seit den 1670er Jahren ist der Konventsprediger (Concionator; seit 1733 häufiger unterschieden zwischen Sonntags- und Festtagspredigern) belegt. Mitte des 18. Jahrhunderts taucht der &amp;quot;lector moralis&amp;quot; bzw. &amp;quot;praeses casuum&amp;quot;, also der Leiter der vorgeschriebenen wöchentlichen Moralkonferenzen, an denen alle Patres teilnehmen mussten, erstmals auf. Doch wurde diese Aufgabe häufig von Guardianen, Vikaren oder Predigern mit übernommen. In den Jahren zwischen 1684 und 1700 sind &amp;quot;instructores&amp;quot;, also Erzieher der studierenden Kleriker und jungen Laienbrüder, belegt. Da die Amtsinhaber im Regelfall bereits nach wenigen Jahren in andere Niederlassungen wechselten, war die Fluktuation hoch.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 499 (Angaben und Zitat basierend auf den Annalen der Franziskaner).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zonser Konvent gehörte zu den kleineren Konventen der Kölnischen Rekollektenprovinz: 1647 und 1648 bestand die Gemeinschaft aus 4 Patres und 2 Laienbrüdern, 1658 sind 5 Patres und 3 Laienbrüder belegt, 1664 waren es 12 Konventualen, und bis 1667 sank die Zahl leicht auf 5 bzw. 6 Patres und 4 Laienbrüder. 1688, 1696 und 1698 umfasste der Konvent 14 Mitglieder, und die Zahl erhöhte sich bis 1744/45 auf 20 Mitglieder. Später ging die Zahl allmählich wieder bis auf 10 Mitglieder zurück (1786 und 1790: 13 Patres, 5 Laienbrüder; 1802: 12 Mitglieder, davon zwei auswärtige Ordensleute).&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 499 (Angaben und Zitat basierend auf den Annalen der Franziskaner).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:habitfranz.jpg|200px|thumb|right|Habit eines Franziskaner-Observanten Anfang des 18. Jahrhunderts.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Äußeres Erscheinungsbild der Franziskaner ===&lt;br /&gt;
Obwohl es gewisse Unterschiede je nach Zeit und Region gab, lassen sich doch gewisse Gemeinsamkeiten im äußeren Erscheinungsbild der Franziskaner-Observanten festmachen, so dass wir uns ein Bild von den Zonser Franziskanern machen können: Vorgeschrieben war die [https://de.wikipedia.org/wiki/Tonsur Tonsur], und sie durften keinen Bart tragen. Für die Ordenstracht (das Habit) war die Einfachheit und Geringwertigkeit des Stoffes charakteristisch. Es handelte sich um eine aschfarbene, knöchellange Tunika aus grober Wolle, die mit einem [https://de.wikipedia.org/wiki/Zingulum Strick (Zingulum)] aus Wolle gegürtelt wurde. Der Strick wurde so gebunden, dass zwei lange Enden vor der Kutte hingen. Eines der beiden Enden wurde dreimal verknotet. Diese Knoten sollten den Träger an die drei Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam erinnern. Über der Kutte war ein Schulterkragen. Typisch für die Observanten waren die Holzpantoffeln mit einer höchstens zwei Finger hohen Holzsohle mit Absatz und einem breiten Lederband darüber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klostervorsteher (Guardiane) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1646 bis 1802 waren folgende Klostervorsteher (Guardiane) im Kloster tätig:&amp;lt;ref&amp;gt;Auflistung v.a. basierend auf: Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 505.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;column-count: 2; column-gap: 30px; -moz-column-count: 2; -webkit-column-count: 2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;1.) 1646–1650&amp;lt;/span&amp;gt;Wilhelm Sinzig (zunächst Präses bzw. Vikar, seit 1649 Guardian)&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;2.) 1650–1652&amp;lt;/span&amp;gt;Augustin Breuer&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;3.) 1652–1655&amp;lt;/span&amp;gt;Tillmann Streidt&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;4.) 1655–1657&amp;lt;/span&amp;gt;Petrus Daubach&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;5.) 1657–1659&amp;lt;/span&amp;gt;Petrus Moldener&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;6.) 1659–1660&amp;lt;/span&amp;gt;Josephus Rotarius&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;7.) 1660–1662&amp;lt;/span&amp;gt;Ferdinand Bolender&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;8.) 1662–1663&amp;lt;/span&amp;gt;Kornelius Abenden&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;9.) 1664–1667&amp;lt;/span&amp;gt;Ludovicus Vinck&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;10.) 1667–1669&amp;lt;/span&amp;gt;Adam Bürvenich&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;11.) 1669–1672&amp;lt;/span&amp;gt;Andreas Koch&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;12.) 1672–1675&amp;lt;/span&amp;gt;Hektor Friedeler&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;13.) 1675–1676&amp;lt;/span&amp;gt;Amandus Winter&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;14.) 1676–1679&amp;lt;/span&amp;gt;Ambrosius Greef&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;15.) 1679&amp;lt;/span&amp;gt;Winand Jantz&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;16.) 1679–1680&amp;lt;/span&amp;gt;Georg Laurentii&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;17.) 1681–1684&amp;lt;/span&amp;gt;Aegidius Schellen&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;18.) 1684–1687&amp;lt;/span&amp;gt;Heinrich Queix&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;19.) 1687–1690&amp;lt;/span&amp;gt;Paulus Aussem&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;20.) 1690–1693&amp;lt;/span&amp;gt;Matthias Herschel&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;21.) 1693–1695&amp;lt;/span&amp;gt;Petrus Aussem&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;22.) 1696–1697&amp;lt;/span&amp;gt;Wilhelm Emmerich&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;23.) 1697–1699&amp;lt;/span&amp;gt;Franziskus von der Burg&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;24.) 1699–1702&amp;lt;/span&amp;gt;Adrian Pollem&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;25.) 1702–1705&amp;lt;/span&amp;gt;Wilhelm Emmerich (wie 22.)&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;26.) 1705–1708&amp;lt;/span&amp;gt;Theodor Liefrink&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;27.) 1708–1711&amp;lt;/span&amp;gt;Jakob Metzenich&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;28.) 1711–1714&amp;lt;/span&amp;gt;Winand von Juden&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;29.) 1714–1718&amp;lt;/span&amp;gt;Christoph Berchem&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;30.) 1718–1719&amp;lt;/span&amp;gt;Franziskus Gülich&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;31.) 1719–1721&amp;lt;/span&amp;gt;Desiderius Orth&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;32.) 1721–1722&amp;lt;/span&amp;gt;Petrus Orth&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;33.) 1722–1723&amp;lt;/span&amp;gt;Aemilian Kenten&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;34.) 1724&amp;lt;/span&amp;gt;Augustin Schröder&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;35.) 1724–1727&amp;lt;/span&amp;gt;Emmanuel Merheim&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;36.) 1727–1730&amp;lt;/span&amp;gt;Gereon Schneid&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;37.) 1730–1731&amp;lt;/span&amp;gt;Johann Mayer&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;38.) 1731–1732&amp;lt;/span&amp;gt;Severin Dorn&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;39.) 1733–1734&amp;lt;/span&amp;gt;Maurus Sturm&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;40.) 1734–1736&amp;lt;/span&amp;gt;Matthias Zorn&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;41.) 1736–1739&amp;lt;/span&amp;gt;Adam Bungs&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;42.) 1739–1740&amp;lt;/span&amp;gt;Sigismund Otter&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;43.) 1740–1743&amp;lt;/span&amp;gt;Ferdinand Bürvenich&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;44.) 1743–1746&amp;lt;/span&amp;gt;Chrysanthus Langen&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;45.) 1746–1748&amp;lt;/span&amp;gt;Mansuetus Löhrer&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;46.) 1748–1751&amp;lt;/span&amp;gt;Chrysanthus Langen (wie 44.)&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;47.) 1751–1754&amp;lt;/span&amp;gt;Engelhard Löderer&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;48.) 1754–1755&amp;lt;/span&amp;gt;Franziskus Merheim&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;49.) 1755–1757&amp;lt;/span&amp;gt;Konstantius Kieff&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;50.) 1757–1760&amp;lt;/span&amp;gt;Prozessus Schillings&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;51.) 1760–1763&amp;lt;/span&amp;gt;Theodor Langohr&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;52.) 1763–1766&amp;lt;/span&amp;gt;Franziskus Viehoff&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;53.) 1766–1769&amp;lt;/span&amp;gt;Anno Stockem&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;54.) 1769–1770&amp;lt;/span&amp;gt;Anton Volz&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;55.) 1770–1772&amp;lt;/span&amp;gt;Franziskus Mosterz&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;56.) 1772–1775&amp;lt;/span&amp;gt;Anno Stockem (wie 53.)&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;57.) 1775–1776&amp;lt;/span&amp;gt;Ubald Lechenich&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;58.) 1776–1778&amp;lt;/span&amp;gt;Remaklus Siegers&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;59.) 1778–1779&amp;lt;/span&amp;gt;Adolf Meinerzhagen&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;60.) 1779–1782&amp;lt;/span&amp;gt;Fiakrius Blum&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;61.) 1782–1785&amp;lt;/span&amp;gt;Foilan Deutschen&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;62.) 1785–1788&amp;lt;/span&amp;gt;Bartholdus Raves&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;63.) 1788–1791&amp;lt;/span&amp;gt;Heliodorus Klemens&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;64.) 1791–1794&amp;lt;/span&amp;gt;Marius Strauch&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;65.) 1794–1798&amp;lt;/span&amp;gt;Autbert Schlimbach&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;display: inline-block; width: 140px;&amp;quot;&amp;gt;66.) 1798–1802&amp;lt;/span&amp;gt;Johann Baptist Abels&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelsorge und Katechese ===&lt;br /&gt;
Die Hauptaufgabe der Gemeinschaft war die Seelsorge in Zons sowie dem Umland im Grenzgebiet von Kurköln bzw. Jülich zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] und [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] und in den angrenzenden rechtsrheinischen, zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Berg Herzogtum Berg] gehörenden, mehrheitlich protestantischen Gebieten (dort insbesondere, um dem Vordringen des Protestantismus entgegenzuwirken).  Dies geschah vor allem durch die Aushilfe in der Pfarrseelsorge, regelmäßige Messen, Predigten, [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese] und Prozessionen. Daneben engagierten sich die Konventualen in der Betreuung von Bruderschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits seit 1646 versahen die Patres die sonntägliche [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese] in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]]. Seit 1650 bedienten sie auf Anfrage auch den Antoniusaltar in derselben.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 500.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Friede und die Eintracht zwischen dem [[Pfarrer|Ortspfarrer]] (die Pfarre war dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Brauweiler Benediktinerkloster Brauweiler] inkorporiert) und dem Kloster bewahrt werde, wurde durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Aussem Generalvikar Paul von Aussem] 1665 bezüglich der Predigt und [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese] festgelegt, dass in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] die Predigt mit Hochamt um 7 Uhr beginne und um 9 Uhr der Gottesdienst in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] beendigt sein solle, in der Klosterkirche um 9 Uhr Hochamt mit folgender Predigt und nach der Predigt die letzte Messe folgen sollte. Nachmittags um 1 Uhr solle von den Patres in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] die [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese] gehalten werden. Zu dieser Anordnung gab der [[Pfarrer]] [[Heinrich Peil]] Anlass: Dieser gab sich viele Mühe, dass von den Franziskanerpatres in ihrer Klosterkirche keine Predigt gehalten wird, und beklagte sich beim Pater Provinzial und dem [[Georg von Eyschen|Domherrn]]. Beide erkannten jedoch den großen Nutzen der Predigten für die Stadt, und anstelle eines Verbots verlegten sie die Predigten auf eine günstigere Zeit, dass daraus ein noch größerer Nutzen gezogen werden konnte. Der Pater Provinzial bestätigte diese Entscheidung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Franziskanerkirche war neben den kirchlichen Hochfesten besonders an den Marienfeiertagen, den Festtagen der Pfarrpatrone [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_von_Tours Martinus] und [[Hubertusverehrung|Hubertus]] und den drei Festtagen des Franziskanerordens – [https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_von_Padua Antonius von Padua], [https://de.wikipedia.org/wiki/Portiuncula Portiunculafest] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Assisi Franziskus] – besonders gut besucht. An manchen dieser Festtage veranstalteten die Konventualen Prozessionen durch die Stadt oder nahmen an solchen teil. Ein vollkommener Ablass von [https://de.wikipedia.org/wiki/Benedikt_XIII._(Papst) Papst Benedikt XIII.] 1725 für all diejenigen, die an den drei Festtagen des Franziskanerordens eine Kirche des Ordens im Gebet besuchten, ließ die Zahl der Kirchenbesucher spürbar steigen. Seit um 1770 sind regelmäßige Antoniusandachten belegt. Gelegentlich fanden auch Prozessionen aus der Umgebung zum Franziskanerkloster statt, wie auch solche von dort in Orte oder Konvente der Umgebung. Von 1649 bis in die 1770er wurden Prozessionen von Zons zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bethlehem_(Bergheim) Kloster Bethlehem] veranstaltet. Die traditionelle Zonser [https://de.wikipedia.org/wiki/Kevelaer Kevelaer]-Wallfahrt, die jeweils Anfang September veranstaltet wurde, begleiteten die Franziskaner Anfang des 18. Jahrhunderts für einige Jahre.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 501.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Bitten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Brauweiler Klosters Brauweiler] unterstützten die Patres den dortigen Pfarrer u.a. durch Predigten an den Sonn- und Feiertagen. Seelsorgerisch waren die Franziskaner in ihrem Terminierbezirk, der sich bis ins überwiegend protestantische Bergische Land erstreckte, tätig. In einigen Orten versahen sie bei Erkrankungen des Pfarrklerus oder Vakanzen von Pfarreien oder Vikarien auch Tätigkeiten in der Pfarrseelsorge. So verrichteten sie beispielsweise das ganze Jahr 1655 über die Seelsorge in der Pfarre [https://de.wikipedia.org/wiki/Solingen Solingen]. Und 1733 wurde zwischen dem Pfarrer von [https://de.wikipedia.org/wiki/Uedesheim Uedesheim] und dem Konvent ein Vertrag über die Unterstützung bei der Pfarrseelsorge und die Übernahme von Frühmessen abgeschlossen. Im 18. Jahrhundert waren insbesondere an kirchlichen Festtagen nicht selten 8–10 Patres zur Unterstützung des Pfarrklerus auswärtig tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 500.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab den 1720er Jahren berichten die Konventsannalen regelmäßig über die seelsorgerische Tätigkeit, die mit der steigenden Mitgliederzahl des Konvents zunahm: Eine Untersuchung der Einträge von Juni 1724 bis April 1725 erbrachte, dass in dem Zeitraum neben den Predigten an allen Sonn- und Feiertagen in Zons wie auch den regelmäßigen [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechesen] und Rosenkranzgebeten 309 Predigten in auswärtigen Pfarreien, 9.240 Beichten in der Konventskirche, 25.252 Beichten auswärts, 36 Taufen, 23 Begräbnisse, 45 Versehgänge, 40 Exorzismen und 3 Eheschließungen stattfanden. Im Zeitraum von August 1749 bis April 1751 sind 15.280 Kommunionen in der Konventskirche ausgeteilt worden, es gab 60 Generalbeichten, inner- und außerhalb des Konvents 33.540 Beichten, 291 Predigten, 48 Taufen, 42 Versehgänge, 6 Heiraten und 23 Beerdigungen. Noch in den 1770er Jahren waren die Zahlen vergleichbar hoch. Ein erheblicher Anstieg der inner- und außerhalb der Konventskirche stattfindenden Predigten (auf 460) lässt sich für den Zeitraum von September 1776 bis Mai 1778 feststellen. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechesen] auf 160. In den beginnenden 1780er Jahren gab es einen deutlichen Rückgang, wobei ein Zusammenhang mit den landesherrlichen Maßnahmen (in [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_J%C3%BClich-Berg Jülich-Berg] seit Sommer 1776) gegen das Terminieren ausländischer Bettlerorden wahrscheinlich ist. In anderthalb Jahren 1785/86 wurden 3.700 Kommunionen ausgeteilt, 14 Generalbeichten abgenommen, 324 Predigten inner- und außerhalb des Konvents, 12 Taufen, 5 Krankensalbungen, 3 Heiraten und die [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese] an allen Sonn- und Feiertagen in Zons durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 500–501.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Möglichkeiten der Seelsorge wurden seit Mitte der 1780er Jahre durch landesherrliche Maßnahmen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kurk%C3%B6ln Kurköln] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_J%C3%BClich-Berg Jülich-Berg] gegen geistliche Orden im Allgemeinen sowie die Bettelorden und deren Almosengänge im Speziellen deutlich eingeschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 498–499.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glockenweihen ===&lt;br /&gt;
Einige Male führte der Guardian im Auftrag des Weihbischofs Glockenweihen in Zons und Umgebung durch: u.a. in [https://de.wikipedia.org/wiki/Baumberg_(Monheim_am_Rhein) Baumberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gohr Gohr], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nettesheim Nettesheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Opladen Opladen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinkassel Rheinkassel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Sinnersdorf_(Pulheim) Sinnersdorf], [[Stürzelberg]], [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BClpich Zülpich].&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 501.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 15. Juni 1710 benedizierte und konsekrierte der Guardian Pater Jakob Metzenich für die [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Zonser Pfarrkirche]] eine Glocke zu Ehren des [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_von_Tours heiligen Martinus].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beisetzungen in der Franziskanerkirche ===&lt;br /&gt;
Bereits kurz nach der Weihe der Franziskanerkirche (1666) begannen die Patres mit der Beisetzung von nicht dem Konvent angehörenden Personen in der Kirche. Dies führte zu Auseinandersetzungen mit der Pfarrei. Bis Anfang der 1790er Jahre sind zahlreiche Beisetzungen, hauptsächlich von Angehörigen der städtischen Führungsschicht und der Zollbeamten-Familien, belegt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* NN, Tochter (zwei Monate alt) des [[Beseher]]s [[Everhard Lauten]], beigesetzt am 9. September 1668 (s.u.)&lt;br /&gt;
* [[Ferdinand Meyrshoffen]], [[Zollschreiber]] († 16. März 1669 Zons), beigesetzt am 17. März 1669. Am 30. Dezember 1670 wurde er innerhalb der Kirche vor den Marienaltar umgebettet.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Anna Maria Ursula Martini († 21. August 1669 Zons), Ehefrau des [[Zöllner]]s [[Johann Sebastian Martini]], beigesetzt am 22. August 1669 (s.u.)&lt;br /&gt;
* [[Everhard Lauten]], [[Beseher]] († 14. Oktober 1673 Zons), beigesetzt neben [[Ferdinand Meyrshoffen]] (s.u.)&lt;br /&gt;
* NN, Kind des [[Zöllner]]s [[Johann Sebastian Martini]], beigesetzt am 6. April 1676&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Johann Sebastian Martini]], [[Zöllner]] († 30. Mai 1677 Zons), beigesetzt nördlich unter dem Seitenaltar&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* NN, Tochter des [[Zöllner]]s [[Johann Sebastian Martini]], beigesetzt am 4. Mai 1678 vor dem Franziskus-Altar.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Agnes geborene von Horrich, Herrin in [https://de.wikipedia.org/wiki/Glimbach Glimbach] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Morenhoven Morenhoven], Gemahlin des Zonser Hauptmanns und Gouverneurs [[Philipp Adam von Ruber]], beigesetzt am 27. Juli 1678 vor dem Hauptaltar&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Öhring]], [[Beseher]], verheiratet mit Anna Fingerhut, beigesetzt zwischen April 1682 und Anfang September 1684&amp;lt;ref&amp;gt;Sein Grab ist im Zusammenhang mit dem des Trechaton erwähnt (s.u.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Trechaton, Generalmajor der fünf kölnischen Soldaten in Zons, beigesetzt am 8. September 1684 in der Mitte der Kirche hinter dem Grab des [[Beseher]]s [[Heinrich Öhring]]&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Catharina Nolden geborene Clausen († 18. November 1694 in Zons), Ehefrau des [[Schultheißen]] [[Matthias Nolden]], beigesetzt vor der Kommunionbank (&amp;quot;ante scamnum communicantium&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Matthias Nolden]] (* ca. 1608/09; † 27. Juni 1695 in Zons), Zonser [[Schultheiß]], beigesetzt am 30. Juni 1695 nahe dem Franziskusaltar (auf der Evangelienseite links)&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.; siehe Beisetzung Anna Catharina Kohl unten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Jacob von Hittorff]] († 10. August 1700 in Zons), [[Beseher|Zollinspektor]], verheiratet mit Anna Margarethe Horn, beigesetzt in einem Grab mit der Ehefrau&amp;lt;ref&amp;gt;Grab erwähnt im Zusammenhang mit der folgenden Beisetzung von Jacob Horn.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Decker]] († 10. Oktober 1700 in Zons), [[Schöffen|Schöffe]] und [[Bürgermeister]], verheiratet mit Catharina Nöten, beigesetzt vor der Krypta der heiligen Jungfrau Maria (&amp;quot;ante cryptam doloroso BVM&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin. (Eintrag zum 4. Juli 1703).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Anna Margarethe Horn, Ehefrau von [[Beseher|Zollinspektor]] [[Jacob von Hittorff]], beigesetzt vor dem 24. Oktober 1702 in einem Grab mit dem Ehemann&amp;lt;ref&amp;gt;Grab erwähnt im Zusammenhang mit der folgenden Beisetzung von Jacob Horn.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Jacob Horn († 24. Oktober 1702 in Zons), verheiratet mit Anna Catharina Lennep, beigesetzt am 24. Oktober 1702 im Grab des Ehepaars [[Beseher|Zollinspektor]] [[Jacob von Hittorff]] und Anna Margarethe Horn (eine Schwester des Jacob Horn)&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Catharina geborene Nöten († 31. Dezember 1704 in Zons), Witwe des [[Schöffen]] und [[Bürgermeister]]s [[Heinrich Decker]], beigesetzt wahrscheinlich im Grab des Ehemanns (s.o.)&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* NN, Sohn des Ehepaars [[Beseher|Kontrolleur]] [[Gerhard Wolters]] und der Maria Mentz, beigesetzt am 27. Mai 1708 &lt;br /&gt;
* Johannes Heinrich Wolters (* 27. Mai 1709 Zons; † 6. Mai 1710 Zons), Sohn des [[Beseher|Kontrolleurs]] [[Gerhard Wolters]], beigesetzt am 6. Mai 1710 am Antoniusaltar&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr, 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Wilhelm Friedrich Joseph Scholtz (7 Monate alt), Sohn eines Kommissars (lutherischen Glaubens) der Brandenburgischen Armee, beigesetzt am 20. Juni 1712 unmittelbar vor der Marienstatue&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Anna Catharina Kohl, Jungfrau († 29. Januar 1716 in Zons), beigesetzt am 30. Januar 1716 nahe dem Franziskusaltar (auf der Evangelienseite links), im Grab des [[Matthias Nolden]], dessen Erbbegräbnisrecht erloschen war&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.; &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 876.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Margarethe Kohl († 29. Juli 1730 in Zons), Witwe des Friedrich Müller, beigesetzt am 29. Juli 1730 vor der Pforte des Chores (&amp;quot;ante januam chori&amp;quot;)&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.; &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 876.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Anna Margarethe Horn († 25. März 1739 in Zons), Ehefrau des Theodor Lennep (Genneper), beigesetzt am 25. März 1739 vor dem Franziskusaltar neben der Kommunikantenbank&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.; &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 412.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Maria Mentz († 5. Januar 1740 in Zons), Ehefrau des [[Beseher|Kontrolleurs]] [[Gerhard Wolters]]&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;&#039;, S. 847.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Anna Catharina Lenneper († 1. Oktober 1743 in Zons), Ehefrau des [[Bürgermeister]]s [[Johannes Peffgens]], beigesetzt am 1. Oktober 1743&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Johannes Peffgens († 23. Dezember 1743 in Zons), [[Schöffen|Schöffe]] und [[Bürgermeister]], Witwer der Anna Catharina Lenneper (s.o.)&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Gudula geborene Ploogs (* ca. 1704; † 20. August 1793 auf dem [[Heckhof]]), Witwe von Hilarius Geyr, frühere Verwalterin auf dem Stöckemhof in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Esch/Auweiler Pfarre Esch], beigesetzt am 22. August 1793 etwa in der Mitte vor der Kommunikantenbank&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 493, unpagin.; &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 883.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Verzeichnis in den Klosterannalen&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr, 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt; listet insgesamt 71 zwischen 1649 und 1786 verstorbene Konventsmitglieder auf. Von diesen wurden mindestens 64 auf dem Klosterareal beigesetzt (ab 1670 in durchnummerierten Grabstellen), einer (1649) in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Zonser Pfarrkirche]], einer (1699) wahrscheinlich in [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf] und einer (1719) in der [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Odilia_(Gohr) Gohrer Pfarrkirche]. Bei vier Verstorbenen ist der Ort der Beisetzung nicht angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Am 27. Mai 1708 erlitt die &amp;quot;geistliche Mutter&amp;quot; Maria Mentz, Ehefrau des [[Beseher|Kontrolleurs]] [[Gerhard Wolters]], eine Totgeburt (männlichen Geschlechts); der Fötus wurde nahe der Mauer des Refektoriums beigesetzt&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492, unpagin.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konversionen (Übertritte zum katholischen Glauben) ===&lt;br /&gt;
Seit 1647 wird in den Konventsannalen regelmäßig über Konversionen berichtet, besonders aus dem rechtsrheinischen Raum. Bis 1651 handelte es sich um 16 Konvertiten. Bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts fand durchschnittlich eine Konversion pro Jahr statt.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 500.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründungen von Bruderschaften ===&lt;br /&gt;
1649 gründeten die Konventualen die &#039;&#039;&#039;Gürtelbruderschaft&#039;&#039;&#039;, die allein 1652/53 207 Eintritte und 1661 ca. 400 Mitglieder, darunter viele Auswärtige, zählte. Die Bruderschaft hielt monatliche Zusammenkünfte ab, woran in den 1660er Jahren regelmäßig zwischen 50 und 60 Personen teilnahmen, teils auch bis zu 100. Im Jahr 1697 gab es 124 Neueintritte, und von den 1730er bis zu den 1770er Jahren waren es jährlich zwischen 15 und 30 Neuaufnahmen. Anfang der 1780er Jahre verzeichnete die Bruderschaft einen deutlich Rückgang der Neuaufnahmen, und seit 1784/85 gab es keine Eintritte mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1653 die Leitung der Kölnischen Franziskanerrekollektenprovinz bestimmt hatte, dass in allen Konventen eine Bruderschaft der Unbefleckten Empfängnis der allerseligsten Jungfrau zu gründen sei, erteilte der Kölner Weihbischof [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Pauli-Stravius Georg Pauli-Stravius] dem Zonser Guardian Tillmann Streidt auf dessen Bitte im Januar 1654 die Erlaubnis, die Bruderschaft auch in der Franziskanerkapelle zu errichten. Aufgrund der geringen Zahl von Interessenten geschah jedoch vorläufig nichts. Erst 1699 kam es auf Initiative des [[Domkapitel|Domkapitulars]] Peter Bequerer zur Gründung. Die Bruderschaft zählte rasch über 830 Mitglieder. Dennoch war die Teilnehmerzahl bei den regelmäßigen Zusammenkünften meistens viel geringer als in der Gürtelbruderschaft. Auch war die Zahl der Neueintritte geringer (seit den 1730er Jahren zwischen 7 und 25).&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 501–502.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bemühungen um höheren Schulunterricht durch die Patres ===&lt;br /&gt;
Zentrales Anliegen des Magistrats für die Zustimmung zur Niederlassung war Mitte der 1640er Jahre die Durchführung des höheren Schulunterrichts durch die Franziskaner. Entsprechend wurden die Rekollekten immer wieder auf dieses Anliegen hingewiesen. Gegen Ende des Jahres 1657 wandten sich Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Zons an [[Georg von Eyschen]], es möge nunmehr ein Pater für die Unterrichtung der Jugend in der lateinischen Sprache bzw. bis zur dritten Klasse des Gymnasiums ernannt werden. Der Patron stimmte zwar zu, dennoch kam es nicht dazu. Immerhin war die Provinzleitung 1659 bereit, mit Elisabeth von Harhaus eine Terziarin als Lehrerin für eine zu eröffnende [[Schulwesen#Die_M.C3.A4dchenschule_.28ab_1659.29|Mädchenschule]] zu stellen. [[Georg von Eyschen]] nahm sie an und übernahm deren Besoldung. Auch spätere Überlegungen des [[Domkapitel]]s (1776), den Franziskanern den Lateinunterricht zu übertragen, führten nicht zum erhofften Ziel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonstiges ===&lt;br /&gt;
Die Patres unterhielten hinter dem Kloster einen Garten sowie einen Baumgarten. Angesichts der geringen Klostereinnahmen (hauptsächlich aus Almosengängen und Legaten) war dies bedeutsam für ihr Auskommen. Auch erhielt das Kloster 1685 vom [[Amtmann]] die Erlaubnis, ein Brauhaus und eine besondere Krankenstube für Pestzeiten einzurichten (eine kleine Kammer für Erkrankte war wahrscheinlich bereits zuvor nach dem Klosterplan eingerichtet worden).&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 503.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Brauhaus, nahe der Mauer zum Schlossbereich, wurde im Mai 1687 fertiggestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufhebung des Klosters 1802 und weitere Entwicklung ==&lt;br /&gt;
1794 haben Ordensgeistliche geschlossener Klöster aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCttich Lütticher Raum] im Zonser Kloster  Zuflucht gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 493.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese hatten den Ort längst wieder verlassen, als das Zonser Franziskanerkloster im Zuge der Säkularisation 1802 aufgehoben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. August 1802 erstellte der Domänenempfänger Yves aus Neuss zusammen mit dem Kommissar Everhard Dünnbier, [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neusser] Notar, ein Inventarverzeichnis der Franziskanerkirche. Nach diesem belief sich der gesamte Wert der Einrichtung auf recht bescheidene 291,60 Francs.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 50–51.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|35 Messgewänder&lt;br /&gt;
| 25,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|6 Chorgewänder&lt;br /&gt;
| 6,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|6 lange Überröcke&lt;br /&gt;
| 3,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|14 Messhemden&lt;br /&gt;
| 15,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|22 Kelchtücher&lt;br /&gt;
| –,50 Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|37 geweihte Messtücher&lt;br /&gt;
| –,60 Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|7 manutergier (?)&lt;br /&gt;
| 3,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Handtücher in der Sakristei&lt;br /&gt;
| 1,60 Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|6 Altartischtücher&lt;br /&gt;
| 3,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|7 Kommunionbanktücher&lt;br /&gt;
| 2,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Tabernakelgarnitur&lt;br /&gt;
| 2,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Seidenvorhang&lt;br /&gt;
| 1,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|9 kupferne Kerzenhalter&lt;br /&gt;
| 12,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Weihrauchfässer, ein Weihrauchgefäß, Kupfer&lt;br /&gt;
| 6,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Ziborium aus Zinn&lt;br /&gt;
| 1,50 Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Zinnkelch&lt;br /&gt;
| 1,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Monstranz&lt;br /&gt;
| 2,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Paar Kännchen und 2 Zinnkannen&lt;br /&gt;
| –,70 Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|4 Messbücher&lt;br /&gt;
| 2,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Kupfertopf&lt;br /&gt;
| 1,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 kupferner Weihwasserkessel&lt;br /&gt;
| 2,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Kupferbürsten&lt;br /&gt;
| 3,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 kupferne Kerzenständer&lt;br /&gt;
| 3,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Paar Gebetsverzeichnisse&lt;br /&gt;
| 50,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Kupferlampe&lt;br /&gt;
| 4,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Chorpulte&lt;br /&gt;
| –,40 Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|3 Holzaltäre&lt;br /&gt;
| 60,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Chorbänke&lt;br /&gt;
| 15,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|18 Kirchenbänke&lt;br /&gt;
| 12,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Kirchenstuhl&lt;br /&gt;
| 2,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|5 Statuen&lt;br /&gt;
| 3,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1 Orgel&lt;br /&gt;
| 80,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Glocken&lt;br /&gt;
| 30,– Fr.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2 Öfen&lt;br /&gt;
| 6,– Fr.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es standen noch Rechnungen für Lebensmittellieferungen eines Gläubigers Orth bei [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Gereon_(K%C3%B6ln) St. Gereon in Köln] offen, und anderen Gläubigern hatte der damalige Guardian aus eigener Tasche über 256,– Reichstaler 16 Sols (= 768,80 Fr.) vorgestreckt, die er nun einforderte.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 498; Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der Inventur wurde die Aufsicht über die Gegenstände dem Klostervorsteher Johann Erasmus Abels unter Strafandrohung übertragen, der sie jederzeit den Behörden zur Verfügung stellen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 3. September 1802 wurden ein umfassendes Protokoll über die Klosterinsassen und das Klostervermögen erstellt und das Kloster aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Einrichtung 12 Insassen&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Name&lt;br /&gt;
|Alter&lt;br /&gt;
|Geburtsort&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Abels, Johann Baptist (Erasmus)&lt;br /&gt;
|42&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Kempen Kempen]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Castelli, Friedrich&lt;br /&gt;
|63&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Linz_am_Rhein Linz]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Wolf, Stephan&lt;br /&gt;
|85&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Koblenz Koblenz]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Weiskirchen, Johann&lt;br /&gt;
|78&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Palmersheim Palmersheim]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|May, Johann&lt;br /&gt;
|60&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Ehrang/Quint Ehrang]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Haas, Benedikt&lt;br /&gt;
|41&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Bergisch_Gladbach Gladbach]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Jacob Angersbach|Angersbach, Johann Jakob (Laurentius)]]&lt;br /&gt;
|45&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Steinb%C3%BCchel_(Leverkusen) Steinbüchel]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Buscher, Lambert&lt;br /&gt;
|41&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCderich_(Meerbusch) Büderich]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Albach, Heinrich&lt;br /&gt;
|33&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Albach_(Lohmar) Albach]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Jungen, Johann Wilhelm&lt;br /&gt;
|61&lt;br /&gt;
|Hundsbroich (bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Ahrweiler Ahrweiler])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gabeler, Thaddäus&lt;br /&gt;
|43&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrzburg Würzburg]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Farber, Hermann Josef&lt;br /&gt;
|53&lt;br /&gt;
|[https://de.wikipedia.org/wiki/Uerdingen Uerdingen]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konventsvorsteher Erasmus Abels und die Mönche mussten sich schriftlich verpflichten, das Kloster innerhalb von 10 Tagen und 7 Stunden zu verlassen und weltgeistliche Kleidung zu tragen. Am folgenden Tag (4. September) versiegelte der Friedensrichter des Kantons, Johannes Jacob Meyer, im Beisein des Sekretärs Dumoulin die Effekten des Klosters. Noch am selben Tag kontrollierte der Domänenempfänger Yves aus Neuss die Effekten, um sie anschließend erneut zu versiegeln.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;1091&amp;gt;; Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits am 8. September 1802, also noch Tage vor Ablauf der auferlegten Frist, trugen die Klosterinsassen weltgeistliche Kleidung,&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe das [[Johann Peter Delhoven#1802|Tagebuch des Johann Peter Delhoven]].&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 13. des Monats verließen sie das Kloster,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;1091&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei sie nur ihr eigenes Hab und Gut mitnehmen durften. Der Staat gewährte ihnen eine Rente von 500,– Francs bzw. 600,– Francs jährlich für die über 60-Jährigen. Die ehemaligen Klostergeistlichen blieben teils im Ort wohnen: [[Jacob Angersbach]], der bereits seit 1798 als zweiter Vikar an der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche St. Martinus]] tätig war, starb am 15. Oktober 1837 im Ort. Friedrich (Ordensname Jordanus) Castelli starb in Zons am 10. März 1803,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 868.&amp;lt;/ref&amp;gt; Johann Wilhelm (Ordensname Bonifazius) Jungen starb am 22. August 1809 in Zons,&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 875.&amp;lt;/ref&amp;gt; und Stephan (Ordensname Elias) Wolf starb am 17. März 1805 in Zons.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 892.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Klosteraufhebung (1802) bestanden drei Mess-Stiftungen, die auf die [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] übertragen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 857, unpagin. (1802).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Archiv des Konvents, das seit 1649 mehrfach erwähnt wird, ging nach der Auflösung des Klosters teils in das örtliche Pfarrarchiv St. Martinus (in dem noch heute die beiden jüngeren Bände der Konventsannalen, 1670–1786 und 1742–1796&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 492 und 493.&amp;lt;/ref&amp;gt;, liegen), teils in das Archiv der Kölnischen Franziskanerprovinz in Mönchengladbach, heute im Archiv der Deutschen Franziskanerordensprovinz in [https://de.wikipedia.org/wiki/Paderborn Paderborn] (dort der 1658 angelegte erste Band der Annalen 1645–1669/70&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv der Deutschen Franziskanerprovinz, AKF, Tr. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; und weitere Stücke)&amp;lt;ref&amp;gt;Fragmente einer Chronik (1741–1800): Tr. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich hat der frühere &amp;quot;Concionator&amp;quot; des Konvents [[Jacob Angersbach]], der, wie gesagt, ab 1798 zweiter Vikar der Pfarre St. Martinus war, die Annalen-Bände in das Pfarrarchiv überführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster verfügte deneben über eine Bibliothek, die bereits [[Georg von Eyschen]] mit Bänden ausgestattet hatte. 1802 umfasste diese Bibliothek 1.006 Bände, von denen jedoch einige nicht mehr vollständig oder stark beschädigt waren. Über den Verbleib dieser Bücher ist nichts bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Kistenich, &#039;&#039;Dormagen-Zons – Franziskaner&#039;&#039;, in: Manfred Groten u.a. (Hgg.): Nordrheinisches Klosterbuch, Lexikon der Stifte und Klöster bis 1815, Teil 1: Aachen bis Düren (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte, 37. Bd., 1. Teil), Siegburg 2009, S. 497–505; hier: S. 502.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Versteigerung der Mobilien und Immobilien des Klosters zog sich sehr lange hin, wodurch die Effekten zunehmend verwahrlosten und so an Wert verloren. Deshalb wandte sich der Domänenempfänger Yves an den Domänendirektor des Departements Robillard. Dieser reagierte am 12. März 1803 mit einem dringenden Schreiben an den Präfekten, in dem er ihn bat, dem Domänenempfänger den Verkauf der Effekten zu gestatten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits einzelne Gegenstände, so die beiden Öfen, verkauft worden. Einige Monate später, am 16. Dezember 1803, fand nach vorgängiger Bekanntmachung im &amp;quot;Postillon de la Roer&amp;quot; die Versteigerung in Zons statt. Diese führte Yves mit Hilfe des Polizeidieners als Ausrufer durch.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dormagener Notar Josef Steinberger ersteigerte das gesamte Kloster inklusive Kirche für 5.000,– Francs. Auch erwarb er die drei Altäre der Klosterkirche für 60,– Francs. Das Klostergebäude war mit Aufhebung des Klosters zunächst für 260,– Francs an den Zollbeseher Johannes Wilhelm Fischer verpachtet worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;1091&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Spätestens im Herbst 1803, also noch vor der Versteigerung, bezog der wohl aus [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] stammende Apotheker [[Johann Jakob Hecker]] mit Familie das Gebäude mietsweise.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Familie wohnte mindestens bis 1806 im Ort: &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 275.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das mit einem Ablass versehene Antoniusbild ging an die [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Michael_(Dormagen) Pfarrkirche St. Michael in Dormagen], die Muttergottes und einige Bilder gingen an die [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Zonser Pfarrkirche]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Pohl, &#039;&#039;Die Stadt Zons in der Zeit der französischen Herrschaft (1794–1814)&#039;&#039;, Teil 2, in: &#039;&#039;BlGZSt&#039;&#039;, Bd. V (1987), S. 41–60, hier: S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile der Orgel, insbesondere die Orgelpfeifen, sollten in den Neubau der [https://de.wikipedia.org/wiki/Quirinus-M%C3%BCnster_(Neuss) Neusser Münsterorgel] integriert werden. Daher hielten sich die in Neuss ansässigen Orgelbauer-Gebrüder Heinrich Georg, Peter Joseph und Christian Schauten in den Dezembertagen in Zons auf, um die Orgel abzubrechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stadtarchiv Neuss, Akten franz. Verw., Nr. 238.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als sie am 29. Dezember morgens gegen 9 Uhr mit dem Abbau der Orgel fortfahren wollten, mussten sie im Beisein des für die verkauften Mobilien zuständigen Zonser Bürgers Andreas Kiepels feststellen, dass jemand in der Nacht Teile der Orgel (vor allem Orgelpfeifen) gestohlen hatte. Da die Tür verschlossen und keine Einbruchsspuren festzustellen waren, kamen sie zu dem Schluss, dass der Diebstahl nur mit Hilfe des Kirchenschlüssels, den der Apotheker Hecker verwahrte, hat durchgeführt werden können. Doch die angetroffene Ehefrau Hecker, mit diesem Vorwurf konfrontiert, war sehr erstaunt und wusste keine Erklärung. Auf Nachfrage erklärte der [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neusser] Bürgermeister Franz Joseph Jordans, er könne den Wert der gestohlenen Teile erst feststellen lassen, nachdem die restlichen, bereits verpackten Teile in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] eingetroffen seien. Die Orgelbauer gaben die Geschehnisse vor dem Zonser [[Bürgermeister|Bürgermeister (Maire)]] [[Matthias Aldenhoven]] zu Protokoll, das sie anschließend gemeinsam unterzeichneten. Das Dokument wurde dem Friedensrichter in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] zur weiteren Veranlassung zugestellt. Das Ergebnis der Untersuchung ist nicht überliefert. Ob Teile der Orgel für die neue Münsterorgel verwendet wurden, ist fraglich, da diese erst Jahrzehnte später, 1831, fertiggestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1805 ließ der Eigentümer Joseph Steinberger die Klosterkirche abreißen. Hierbei kam es zu einem tödlichen Unglück: Am 17. April hatte der Zonser Schieferdecker Johannes Schüller mit den Abbrucharbeiten begonnen. Nachdem er das Dach des Turms und einen großen Teil der seitlichen Dachflächen (die nördliche komplett und die südliche teilweise) abgedeckt hatte, riss am 8. Mai die Halterung des Dachstuhls beim Runterfallen ein Stück aus dem Brett, an dem er den Haken für sein Tragseil befestigt hatte, so dass er mitsamt Haken und Seil in den Klosterhof stürzte. Dort erhielt er die letzte Ölung und Generalabsolution und starb noch an Ort und Stelle.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;1100&amp;gt; und [[Johann Peter Delhoven#1805|Tagebuch des Johann Peter Delhoven]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Er hinterließ eine Witwe (Anna Maria geborene Schönholz) und zwei Töchter, davon eine noch im Kindesalter.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 718.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wahrscheinlich werden viele Einwohner in dem Unglück ein Gottesurteil gesehen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt erwarb das Klostergebäude mit dem umgebenden Areal 1829 von den Erben Steinberger für 961 Reichtaler und richtete im ehemaligen Kloster nach den erforderlichen Um- und Erweiterungsbauarbeiten (bis 1832) das [[Rathaus]] und die [[Schulwesen|Elementarschule]] ein. Das Gebäude wurde 1967 abgerissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aus den Klosterannalen ==&lt;br /&gt;
Während des ganzen Jahres &#039;&#039;&#039;1657&#039;&#039;&#039; übten die Patres die Seelsorge in [https://de.wikipedia.org/wiki/Richrath Richrath] aus. Im selben Jahr wurde anlässlich einer Visitation (30. April) die Prozession zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bethlehem_(Bergheim) Kloster Bethlehem] verboten, bis die Erlaubnis des Ordinarius vorliege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anfang des Jahres &#039;&#039;&#039;1658&#039;&#039;&#039; war für die Patres aufgrund einer ungewöhnlichen Kälte und des darauf folgenden schweren Hochwassers besonders hart: Um den 6. Januar setzte sich das Eis im Rhein 8 Tage lang fest, um sich anschließend zu einem Berg aufzutürmen. Darauf folgte vom 18. bis 28. Januar eine gewaltige Überschwemmung. Die Patres schlugen im ersten Stockwerk ihres baufälligen Hauses Zelte auf und wagten es kaum, Feuer anzuzünden. Auf warme Speisen mussten sie weitgehend verzichten. Mitunter erbarmte sich die Frau Kommissarin Gertrud de St. Georgio geborene Habersack und schickte etwas. Da das Volk allen religiösen Trostes entbehrte, schlugen die Patres einen Altar auf dem Lettner auf und feierten dort in gewöhnlicher Weise die heilige Messe, woran zahlreiche Gläubige teilnahmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fronleichnamsprozession wurde traditionell an der Schlossmauer vorbei zur [[Mühle]] geführt. Dieser Weg ist mit der Klosterstiftung von Stadt und Domkapitel an das Kloster geschenkt worden. Nach dem Tod des [[Bürgermeister]]s Pütz wurde der [[Ratsherren|Ratsherr]] [[Wilhelm Westhoven]] Nachfolger. Dieser hatte sich dem Konvent gegenüber stets feindlich gezeigt. Er verordnete 1658, dass die Prozession wieder den alten Weg über das Klosterareal einschlage. Der Guardian entgegnete, er wisse davon nichts. Er werde an den [[Georg von Eyschen|Patron]] schreiben und sich nach dessen Meinung richten. Man möge dieses Mal noch den Weg nehmen, den man in den letzten Jahren genommen hat. Dennoch zog die Prozession durch das erste Tor am [[Juddeturm]] vorbei, und Westhoven öffnete gewaltsam das Tor an der [[Mühle]]. Der Guardian berichtete dies dem [[Georg von Eyschen|Patron]], der antwortete, es gefalle ihm, dass der Weg und das Kloster durch das heilige Sakrament gesegnet werde. Doch solle der Guardian dafür sorgen, dass der [[Gerichtsschreiber|Stadtschreiber]] den Vorgang in das städtische Protokollbuch einfügt. Das Vorgehen Westhovens solle bestraft werden. Unter dem Guardian Tillmann Streidt (1652–1655) hatte Westhoven dies bereits vor 5 Jahren versucht und war abgewiesen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Bitten der Patres wurde &#039;&#039;&#039;1659&#039;&#039;&#039; die Prozessionen durch den Ort an den Festtagen Portiunkula (2. August), hl. Franziskus (4. Oktober) und am jeweils ersten Sonntag des Monats gestattet, bis der Umgang im Klosterareal fertiggestellt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Oktober &#039;&#039;&#039;1661&#039;&#039;&#039; starb in Zons die adeligen Frau Gertrud Habersack, Gemahlin des Edelherrn und Kommissars des [[Domkapitel]]s [[Heinrich de St. Georgio]], eine große Gönnerin des Klosters.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. Februar &#039;&#039;&#039;1662&#039;&#039;&#039; übernachtete im Kloster Anton Franz Graf von Collalto (1630–1696), Gesandter [https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_I._(HRR) Kaiser Leopolds I.] zum [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_(Brandenburg) Kurfürsten von Brandenburg] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._(England) König von England], mit noch einem anderen Grafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Portiunkulafest 1662 (2. August) kam eine Prozession von [https://de.wikipedia.org/wiki/Nettesheim Nettesheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gohr Gohr] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Oekoven Oekoven]. Der [[Georg von Eyschen|Patron]] hielt das Hochamt und trug bei der Prozession das [https://de.wikipedia.org/wiki/Allerheiligstes_(Christentum) Sanctissimum], wie auch später am Franziskustag (4. Oktober). Am Portiunkulafest wurden fast 800 Kommunionen ausgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr &#039;&#039;&#039;1663&#039;&#039;&#039; besuchte der Kanoniker des [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Gereon_(K%C3%B6ln) Kölner Gereonsstifts], Franziskus Eich, mit einem Musikchor das Kloster. [[Georg von Eyschen]] hielt ein Hochamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Februar &#039;&#039;&#039;1664&#039;&#039;&#039; erlitt [[Georg von Eyschen]] beim Abendessen einen Schlaganfall bzw. er erlag der Altersschwäche. Er starb nachts gegen 23 Uhr. Er war ein großer Wohltäter des Zonser Klosters. Wenn er auch die Vollendung des Klosterkomplexes nicht mehr miterleben konnte, so konnte er doch bereits die Früchte seiner Bemühungen sehen: Als er am Franziskustag 1662 das Hochamt leitete und dabei die Frömmigkeit der Bevölkerung miterleben konnte, rührte ihn dies zu Tränen. Er wurde im [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6lner_Dom Kölner Dom] begraben. Zu der Zeit war der Bau des Klosters zur Hälfte fertig und die Kirche im Inneren noch ganz unvollendet. In seinem Testament soll von Eyschen verordnet haben, dass durch seine Nachlassverwalter die durch den Klosterbau noch bestehenden Schulden, die sich auf ca. 500 Reichstaler beliefen, so bald wie möglich bezahlt werden sollten. Mit Rücksicht hierauf erhielt der Konvent vom Neusser Magistrat gegen Auslieferung einer neuen Obligation 125 Reichstaler, die dieser von Eyschen schuldete. Als Testamentsvollstrecker waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Adrian_van_Walenburch Adrian von Walenburch], Senior des [[Domkapitel]]s und Weihbischof, und der Pfarrer von St. Johann eingesetzt. Aus Dankbarkeit verpflichtete sich die Ordensprovinz, 1.000 heilige Messen für den Verstorbenen zu lesen, wovon der Zonser Konvent 300 zu lesen hatte. Auch sollte alljährlich ein Jahrgedächtnis mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Matutin Vigilien] gehalten werden. Im August wurde durch Dr. jur. utrius Thomas Quentelius, Offizial des [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Heinrich_von_Bayern Erzbischofs] und ordentlicher Richter, Priesterkanoniker des Domstifts, das Testament des [[Georg von Eyschen]] für ungültig erklärt und das [[Domkapitel]] zum Erben aller hinterlassenen Güter, sowohl Mobilien als auch Immobilien, erklärt. Der Konvent sah sich in der Hoffnung, mit dessen Hinterlassenschaft die Kirche und das Kloster vollenden zu können, getäuscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ostern 1664 halfen die Patres in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hackenbroich Hackenbroich], [https://de.wikipedia.org/wiki/Esch/Auweiler Esch], [https://de.wikipedia.org/wiki/Volkhoven/Weiler Weiler], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden], [https://de.wikipedia.org/wiki/Gohr Gohr], [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6ningen_(K%C3%B6ln-Rondorf) Höningen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Nettesheim Nettesheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Oekoven Oekoven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Monheim_am_Rhein Monheim], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheindorf Rheindorf] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Richrath Richrath] aus. Der Abt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] verlangte zur Feier des [https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_von_Xanten heiligen Norbert], des Ordensstifters, vier Beichtväter des Konvents.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Portiunkulafest (2. August)  1664 wurde Predigt in der Kapelle und das Hochamt in der neuen Kirche gehalten. Sechs auswärtige Pfarrer waren hierbei anwesend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheimer] Fest ([https://de.wikipedia.org/wiki/Salvator_mundi Salvatorfest]) &#039;&#039;&#039;1665&#039;&#039;&#039; halfen vier als Beichtväter, und der Guardian predigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1665 beichteten am Portiunkulafest (2. August) 1.000, am Franziskustag (4. Oktober) 1.200 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang April &#039;&#039;&#039;1666&#039;&#039;&#039; trat auch in Zons die Pest aus, wodurch ein Drittel der Einwohnerschaft starb. Sie wütete bis zum Ende des Jahres. Alle Tage wurde nach der Messe die [https://de.wikipedia.org/wiki/Lauretanische_Litanei Lauretanische Litanei] mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Antiphon_(Musik) Antiphon] gebetet. Portiunkula (2. August) war feierliche Prozession, an welcher die ganze Bürgerschaft mit dem [[Pfarrer]] teilnahm. Auch wurde in diesem Jahr das Fest des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rochus_von_Montpellier heiligen Rochus] (16. August) zum ersten Mal mit besonderer Andacht und feierlicher Prozession durch die Felder gehalten: Diese Prozession führte zu den 7 Stationen, die kurz zuvor errichtet worden waren, wovon eine zu Ehren des heiligen Rochus gebaut war (ein kleines Heiligenhäuschen mit dessen Bild auf einer Anhöhe, die ehemals der Judenkirchhof genannt wurde).&amp;lt;ref&amp;gt;Das &amp;quot;Rochushäuschen&amp;quot; existiert noch heute in der Hannepützheide, am Weg von Stürzelberg nach  Dormagen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gegen Pfingsten verließen die Domherren wegen der Pest Zons und gingen nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]. Den [[Zollbeamte]]n befahlen sie, bis 1667 mit der Zollerhebung in das benachbarte [[Stürzelberg]] zu ziehen. Für sie und das ganze Nachbardorf hielten die Patres an allen Sonn- und Feiertagen Gottesdienst mit Predigt und [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Patres halfen während des Jahres &#039;&#039;&#039;1668&#039;&#039;&#039; an Ostern, Pfingsten und Weihnachten in den benachbarten Pfarreien aus. Am Fest [https://de.wikipedia.org/wiki/Darstellung_des_Herrn Mariae Lichtmess] (2. Februar) nahm der [[Amtmann]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Bernhard_(Nassau-Hadamar) Franz Bernhard von Nassau] mit brennender Kerze an der Prozession teil. Am Fest der Kirchweihe der Klosterkirche, am Sonntag Sexagesima (5. Februar),&amp;lt;ref&amp;gt;Da die eigentliche Kirchweihe am 4. März 1666 stattgefunden hatte (s.o.), wird der Termin verlegt worden sein.&amp;lt;/ref&amp;gt; bewirtete derselbe die Patres im [https://de.wikipedia.org/wiki/Refektorium Refektorium] des Klosters auf das Freigiebigste, wozu er auch die [[Zollbeamte]]n, den [[Gerichtsschreiber]] [[Georg Sigismund Habersack]], den [[Burggraf]]en [[Johann Hilden]], den [[Schultheiß]]en [[Matthias Nolden]], mehrere Hofleute, den [[Pfarrer]] [[Maurus Dünwaldt]] und den [[Vikare|Vikar]] [[Heinrich Peil]] einlud. Nach dem Essen scheute der [[Vikare|Vikar]] und Vize-Pfarrer [[Heinrich Peil]] sich nicht, in der Kirche bei dem genannten [[Amtmann]], der den Orden begünstigte, gegen die Franziskaner zu giften, indem er, was der Bruder Theodor Koch hörte, kritisierte: Weshalb der Fürst ihnen seine Ehre erweise, dass er sie so oft zu seiner Tafel lade, da sie Bettler seien und täglich an den Türen vorbeigingen, um Brot zu betteln? Auch sie (die Pfarrgeistlichen gehörten dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Benediktiner Benediktinerorden] an) seien anständige Männer, die der Fürst hingegen nicht zu seiner Tafel lade. Sein Sarkasmus wurde vom [[Amtmann]] übel aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Aschermittwoch (4. April) kam der Fürst mit seiner ganzen Dienerschaft in die Klosterkirche und ließ sich das Aschenkreuz geben. Karfreitag morgens 6 Uhr predigte der Guardian in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]], am Nachmittag um halb zwei zog die Prozession von der Klosterkirche zur [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]], von dort zum Kreuz vor dem Tor&amp;lt;ref&amp;gt;Höchstwahrscheinlich ist das Feldtor gemeint.&amp;lt;/ref&amp;gt; und zu den Kapellen. Der Pater Vikar [[Heinrich Peil]] hielt fünf fromme Ermahnungen. Um Ostern halfen die Patres in der ganzen Umgegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Vikare|Vikar]], Pater [[Heinrich Peil]], war bestrebt, [[Pfarrer]] von Zons zu werden, anstelle seines Konfraters Pater [[Maurus Dünwaldt]], der vor mehreren Jahren von seinen Oberen in [[Brauweiler (Kloster)|Brauweiler]] rechtmäßig zum [[Pfarrer]] gewählt worden war. [[Heinrich Peil]] eilte nach [[Brauweiler (Kloster)|Brauweiler]], wo sich damals der [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Aussem Generalvikar Paul von Aussem] mit anderen Äbten aufhielt, und klagte gegen [[Maurus Dünwaldt]], dass er seinen Pfarrpflichten nicht genüge, indem er den Pfarrangehörigen erlaube, zur österlichen Zeit in der Kirche der Franziskaner anstelle der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] zu kommunizieren. [[Pfarrer]] [[Maurus Dünwaldt|Dünwaldt]] sah sich deshalb veranlasst, seinen [[Küster]], der zugleich [[Lehrer]] war,&amp;lt;ref&amp;gt;Vermutlich handelte es sich um den Küster und Lehrer Christian Schmitz, der am 4. August 1668, also kurz nach den Ereignissen, starb: &#039;&#039;Lisken-FBZ&#039;&#039;, S. 886.&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Franziskanerkloster zu schicken, um den Guardian Adam Bürvenich zu fragen, welche Personen dort in der österlichen Zeit kommuniziert hätten. Der Guardian erwiderte, er kenne und nenne die Zonser Pfarrkinder nicht und könne von [[Maurus Dünwaldt|Dünwaldt]] nicht verpflichtet werden, die zur Kommunionbank Kommenden zu fragen, woher sie seien, sondern er setze voraus, dass sie dem Kirchengebot der österlichen Kommunion in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] schon nachgekommen seinen. Es sei unüblich, sie fortzujagen. Überdies glaube er, die Franziskaner haben genug getan, wenn sie vor der österlichen Zeit die Pfarrangehörigen von der Kanzel aus ermahnten, die österliche Kommunion in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] zu halten. Wenn die Beichtväter befragt würden, ob man dieser Pflicht nicht in der Klosterkirche nachkommen könne, hätten sie dies verneint, wofür es Zeugen gebe. Einige aber seien gekommen und hätten gesagt, sie könnten nicht in der Pfarrkirche kommunizieren, da sie ein wenig zu spät in dieselbe gekommen seien, und es sei keiner da, der ihnen die Kommunion gebe. Sie könnten aufgrund der häuslichen Pflichten nicht länger warten, und sie bäten deshalb, es möge einer der Franziskaner-Patres ihnen die heilige Kommunion geben. Er sei fast seit 50 Jahren an vielen Orten der Diözesen Mainz, Trier und Köln gewesen, und er habe nirgendwo gehört, dass dies den Klostergeistlichen von irgend einem Bischof verboten worden sei, sondern er habe überall erlebt, dass die Kommunion ausgeteilt wurde, auch in der österlichen Zeit. Dennoch hatte die Klage des [[Heinrich Peil]] bewirkt, dass sich der Generalvikar schriftlich an den Provinzial Pater Vettweis wandte. Dem Schreiben war eine Beschwerdeschrift beigefügt. Der Küster habe die Stellungnahme des Guardian so wiedergegeben, so berichtete [[Pfarrer]] [[Maurus Dünwaldt|Dünwaldt]], dass es niemanden etwas anginge, auch nicht den General-Vikar. Daher rief der Guardian den Küster zu sich, um ihn zur Rede zu stellen. Als dieser behauptete, dass er es so vernommen habe, fuhr ihn der Guardian hart an nannte ihn einen ehrlosen Lügner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Klageschrift des Generalvikars an den Pater Provinzial wurde berichtet, am Ostertag selbst habe der Guardian oder sein Vikar mehr als 50 Pfarrangehörigen die Kommunion erteilt. Der Provinzial schickte die Klageschrift dem Guardian in Zons zu. Der Guardian schickte zwei seiner Patres (den Pater Vikar und den Pater Cornelius Dünwald) in die [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]]. [[Pfarrer]] [[Maurus Dünwaldt]] wies die Gläubigen nach der Kommunion darauf hin, dass diejenigen, die entgegen den Kirchenvorschriften bei jemand anderem beichten würden, unwürdig seien. &#039;&#039;&amp;quot;Wer ist euer Pfarrer, den ich nicht rechtmäßig eingesetzt habe? Habe ich nicht zur Zeit der Pest mein Leben für euch eingesetzt? Sonntag wird das Evangelium vom guten Hirten sein, dann werde ich euch diesen selbst zeigen. Zweitens mögen die wissen, die nicht in dieser Kirche kommunizieren, dass sie der Kirchenstrafe verfallen, und wenn sie sterben, dass sie sich des kirchlichen Begräbnisses berauben, wenn sie nicht zu mir kommen, bei mir beichten und in dieser Kirche kommunizieren.&amp;quot;&#039;&#039; Es sind in der Vergangenheit Einige zum Kloster gekommen, klagend, sie fänden in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] niemanden, der ihnen die Kommunion geben wollte. Sie könnten nicht warten und baten daher im Kloster darum. Der [[Pfarrer]] verlange, dass alle während des Hochamts kommunizieren, da sie, wenn sie früher kommunizierten, sich dem Wein, Branntwein und Essen hingeben würden. Wenn sie aber nicht in der heiligen Messe kommunizieren könnten, so sagten sie, könnten sie nicht zur Kirche kommen, besonders die Mütter, die Kinder und keine Magd haben, die ihnen während des Hochamts das Mittagessen kochen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Streit hat [[Heinrich Peil]] losgetreten, der ein bekannter Störenfried war, überall mit den Bürgern Streit anfing und mit dem [[Pfarrer]] [[Maurus Dünwaldt]] ständig im Streit lag. Überall störte er die alte Ordnung, was auch der [[Amtmann]] und seine Hofleute bezeugen konnten. Wenn der Abt von [[Brauweiler (Kloster)|Brauweiler]] erfahren hätte, dass [[Heinrich Peil]] sich dem Kartenspiel in manchen Bürgerhäusern hingab, wäre der [[Vikare|Vikar]] wahrscheinlich in das Kloster zurückberufen worden. Am 10. April kam Peil in der Frühe in das Franziskanerkloster, wo der Konventsvikar ihn mit der Anklage und den Verleumdungen des Vortages konfrontierte. Peil stellte darauf die Behauptung auf, nicht er, sondern der [[Maurus Dünwaldt|Pfarrer]] habe die Anzeige erstattet. Doch sein Bemühen, die Sache zu verdrehen, war vergeblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der am 20. Juni zum Pfarrer von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dattenberg Dattenberg] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Leubsdorf_(am_Rhein) Leubsdorf] ernannte Vikar an St. Antoni Petrus Faber bat den Guardian, er möge, gemäß einer am 29. Mai vom Generalvikar in [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] erhaltenen Dispens, für den Konvent die Verpflichtung übernehmen, wöchentlich fünf Messen in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] zu lesen. Hierfür sollte der Konvent 44 Reichstaler erhalten. Der Guardian nahm diese Bitte mit Erlaubnis des Provinzials an und las die Messen jeweils um 7 Uhr morgens, bis [[Heinrich Peil]] 1669 dagegen vorging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz darauf entwickelte sich zwischen den Pfarrgeistlichen und dem Konvent ein neuer Streit, als am 9. September 1668 das zwei Monate alte Kind des [[Beseher|Zollkontrolleurs]] [[Everhard Lauten]] in der Klosterkirche begraben werden sollte. [[Pfarrer]] [[Maurus Dünwaldt]] und [[Küster]] [[Gottfried Breuer]] protestierten dagegen, aber der Guardian übergab denselben ein apostolisches Schreiben, wonach die Franziskaner die Erlaubnis dazu hatten. [[Pfarrer]], [[Vikare|Vikar]] und [[Küster]] nahmen nicht am Trauerzug teil, und es wurde nicht mit den Glocken der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] geläutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. März &#039;&#039;&#039;1669&#039;&#039;&#039; starb in Zons der [[Zollschreiber]] [[Ferdinand Meyrshoffen]]. Dessen Witwe und sein Bruder, der Kanonikus des [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Georg_(K%C3%B6ln) St. Georg-Stifts] in [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] Franziskus Meyrshoffen, verlangten vom Guardian dessen Beisetzung in der Klosterkirche. Mittlerweile waren [[Heinrich Peil]] die Pfarrgeschäfte übertragen worden. Somit war zu erwarten, dass es wieder Reibereien geben würde, wozu es auch kam: Die beiden Brüder des Verstorbenen, der Vater der Witwe Wilhelm Flöcker, Vize-Stadthalter, Bürgermeister und Zollvorsteher in [https://de.wikipedia.org/wiki/Linz_am_Rhein Linz], gingen zum Essen in das Kloster, nachdem sie zuvor reichlich Speisen und Wein hingeschickt hatten. Auch die [[Zollbeamte]]n sowie der [[Pfarrer]] und der [[Vikare|Vikar]] nahmen teil. Letztere blieben noch lange, nachdem die anderen gegangen waren. Anderntags verlangte der [[Pfarrer]] die Kerzen, weil er als [[Pfarrer]] für sein Pfarrkind in seiner [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Kirche]] Messe halten wolle. Der Kanonikus ließ ausrichten, dass er dies nicht erwarte, weil der Verstorbene in der Klosterkirche mit allen Ehren begraben worden sei. Daraufhin ließ der [[Pfarrer]] durch den [[Küster]] eine Rechnung über 6 Reichstaler für durch ihn, den Vikar und den Küster erbrachte Leistungen überbringen. Und da der [[Pfarrer]] mit Widerstand rechnete, reichte er beim Landdechanten in [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] und beim Generalvikar [https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_von_Aussem Aussem] Klage gegen die Franziskaner ein. Der Guardian erhielt daraufhin mit Datum vom 12. April ein Schreiben des Generalvikars, wonach die einzelnen Archidiakonate und Christianitäten ihre besonderen Verordnungen über die Begräbnisse hätten. Wenn der [[Pfarrer]] [[Maurus Dünwaldt]] ihnen darüber hinaus etwas gestattet habe, so sei dies für [[Pfarrer]] [[Heinrich Peil|Peil]] nicht verpflichtend. Darauf erwiderte Guardian Bürvenich, er habe nach den apostolischen Dekreten der heiligen Kongregation gehandelt, die er sich erlaube beizulegen. Falls sie gegen eine Vorschrift verstoßen hätten, möge man sie ermahnen, und sie würden sich künftig daran halten. Sie beschnitten den [[Pfarrer]] nicht in seinen Rechten und Stolgebühren, sie nähmen keine entsprechenden Gebühren, noch nicht einmal von dem Altaropfer, und der Pfarrer erhalte über die Taxe mehr als sein Vorgänger. Zu allen Diensten seien sie stets bereit gewesen, zur Predigt, Katechese und Abnahme der Beichte. Der [[Bürgermeister]] [[Matthias Nolden]] könne bezeugen, dass sie keine [https://de.wikipedia.org/wiki/Stolgebühr Stolgebühr] nähmen. Man möge sich beim [[Amtmann]] und allen Bürgern erkundigen, wer der Störenfried sei: sie selbst oder der [[Pfarrer]].&lt;br /&gt;
An der Prozession am Portiunkula-Fest (2. August) nahmen der [[Amtmann]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Bernhard_(Nassau-Hadamar) Fürst Franz Bernhard von Nassau], der Abt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] und der Propst Franziskus von Grenaldo teil. Am 22. August wurde Anna Maria Ursula Martini, die Frau des [[Zöllner]]s, in der Klosterkirche beigesetzt.&lt;br /&gt;
In der Weihnachtszeit wurde in der ganzen Umgebung bis nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheindorf Rheindorf], [https://de.wikipedia.org/wiki/Ramrath Ramrath], [https://de.wikipedia.org/wiki/Opladen Opladen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hitdorf Hitdorf] ausgeholfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg mit [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XIV. Ludwig XIV. von Frankreich] wurde am 1. Mai &#039;&#039;&#039;1671&#039;&#039;&#039; französische Kavallerie in Zons einquartiert. Dazu kamen Anfang Dezember noch Infanteristen in die Winterquartiere. Sie blieben bis zum 19. Mai 1672.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Portiunkula-Fest (2. August) 1671 begleitete der Kommandant von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserswerth Kaiserswerth] von Horst (Tuckenburg) nebst Gemahlin und Tochter die Prozession.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Januar &#039;&#039;&#039;1673&#039;&#039;&#039; schenkten der [[Zöllner]] [[Johann Sebastian Martini]] und dessen Gemahlin Catharina Brewers einen Altar zu Ehren des heiligen Franziskus.&amp;lt;ref&amp;gt;Es handelte sich möglicherweise um ein Retabel für den bereits existierenden Franziskusaltar.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fastenzeit 1673 litt die Stadt viel durch die französischen Soldaten, die frisches, gebratenes Fleisch, feines Weizenbrot und Wein verlangten. Die Einwohner wurden gezwungen, für jedes Pferd Heu und einen Scheffel Hafer zu geben, verschiedene wurden misshandelt und geschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. März schwor der edle Herr Oberwachtmeister Carl Sassenburg von Steinen seinem calvinistischen Glauben ab und nahm den katholischen an, in Gegenwart des [[Pfarrer]]s [[Heinrich Peil]], seines [[Vikare|Vikars]] und zweier Zeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Palmsonntag (26. März) zog die Schwadron nachts ab, schlug außerhalb der Stadt am 27. das Lager auf und fügte dem [[Zöllner]] [[Johann Sebastian Martini]] einen großen Schaden zu, indem sie ein in dessen Garten liegendes geschmücktes und bemaltes Häuschen aufbrachen und die Bretter und Pfähle sowie die Stöcke des Weinstocks verbrannten. Die Bäume schnitten sie ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als am 14. Oktober 1673 der [[Beseher]] [[Everhard Lauten]], ein besonderer Wohltäter des Klosters, gestorben war und in der Klosterkirche neben dem [[Zollschreiber]] [[Ferdinand Meyrshoffen]] begraben werden sollte, fing [[Pfarrer]] [[Heinrich Peil|Peil]] wieder Streit an und wollte sich den Privilegien des Ordens entgegenstellen und das Begräbnis selbst vornehmen, aber die Patres widersetzten sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerheiligen (1. November) empfingen 3.000 Personen die heiligen Sakramente in der Franziskanerkirche, weil die Bewohner umliegender Dörfer wegen des Krieges nach Zons geflohen waren. Die [[Hubertusverehrung|Hubertus-Reliquien]] sind zur Sicherheit nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] gebracht worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. November starb im Konvent der [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4monstratenser Prämonstratenser]-Kanoniker von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] Wilhelm Kerpen, früher Pfarrer in [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BCnshoven Hünshoven]. Am Begräbnis auf dem Klosterareal nahmen der Pater Provisor Hundt, Pater [https://de.wikipedia.org/wiki/Cellarius Cellarius] Nicolaus Brieskens, Pater Theodor Winter, der Pfarrverwalter von [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim], und sämtliche Kanoniker von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit August &#039;&#039;&#039;1674&#039;&#039;&#039; erwähnen die Annalen den Zonser [[Vikare|Vikar]] [[Rudolf Westhoven]]. Der Streit mit [[Pfarrer]] [[Heinrich Peil|Peil]] im Zusammenhang mit den Begräbnissen dauert fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sie bereits einige Schäden angerichtet hatten, steckten die Holländer am 10. Dezember 1674 viele Häuser und sogar ganze Dörfer in Brand und erpressten ungeheure Geldsummen. Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Esch/Auweiler Griesberg] wurde ganz verarmt. Schließlich verließen sie am 17. [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinkassel Rheinkassel] und kamen nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Delhoven Delhoven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Hackenbroich Hackenbroich] und [[Stürzelberg]]. Zons blieb verschont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. April &#039;&#039;&#039;1675&#039;&#039;&#039; fielen die Holländer in die Pfarre [https://de.wikipedia.org/wiki/Nettesheim Nettesheim] ein, schleppten zwei Hofbesitzer gefangen fort und nahmen Pferde, Schweine und Kühe mit. Die Mönche von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] flohen. Von diesen fand einer Aufnahme im Zonser Konvent, drei andere nahm [[Matthias Nolden]] bei sich auf. Nach vier Tagen wurden sie vom Abt nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] gerufen. Auf Bitten des Prälaten wurde am selben Sonntag Pater Ambrosius Greef, der Vikar des Zonser Konvents, zur Abtei nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] geschickt, damit er dort die Messe lese und sich um die verlassenen Güter sorge, dass sie nicht von den Bauern geplündert würden. Er solle ferner den Soldaten beistehen und das Nötige geben. Die Soldaten zerbrachen den Schlagbaum und stürmten auf die Abtei zu. Als sie schon ungefähr am Tor angekommen waren, wurden sie vom Rittmeister zurückgerufen, kamen also nicht bis zur Abtei und verlangten nichts. Der Pater [https://de.wikipedia.org/wiki/Cellarius Cellarius] war mit zwei Kelchen durch den [https://de.wikipedia.org/wiki/Stommeln Stommeler] Bruch geflohen, der Pater Vikar kehrte am Freitag nach Zons zurück, und der Pater Provisor Johannes Hundt zahlte dem Konvent zum Dank ein Almosen von 6 Reichstalern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Befehl des [[Domkapitel]]s wurde das [[Feldtor]] Anfang Mai geschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese Zeit setzten [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCneburg lüneburgische] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweig braunschweigische] Hilfstruppen in [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BClheim_(K%C3%B6ln) Mülheim] über den Rhein und plünderten den [https://de.wikipedia.org/wiki/Esch/Auweiler Griesberg] und andere benachbarte Orte. Skrupellos brachen sie in die Kirchen ein und plünderten sie. Das Landvolk, das ihre Wut und Unmenschlichkeit nicht aushalten konnte, floh mit dem Vieh und dem beweglichen Besitztum in die Festung Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. Oktober, dem Fest des heiligen Franziskus, kamen wieder lüneburgische Truppen nach Zons, die in der Umgebung lagerten und dort fünf Tage blieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. April &#039;&#039;&#039;1677&#039;&#039;&#039; gelang es lüneburgischen Truppen durch eine Kriegslist, die kaiserlichen Truppen aus der Stadt zu vertreiben, und blieben bis zum 26. Juni in Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Mai 1677 starb der [[Zöllner]] [[Johann Sebastian Martini]], der seit der Gründung des Klosters dessen Wohltäter gewesen war. Er wurde in der Klosterkirche nördlich unter dem Seitenaltar begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27. Juli &#039;&#039;&#039;1678&#039;&#039;&#039; wurde Agnes geborene von Horrich, Herrin in Glimbach und Mohrenhoven, die Gemahlin des Zonser Hauptmanns und Gouverneurs [[Philipp Adam von Ruber]], in der Klosterkirche vor dem Hauptaltar begraben. [[Pfarrer]] [[Heinrich Peil]] hatte erneut vergeblich gegen die Beisetzung protestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 17. September 1678 gerieten zwei angetrunkene Soldaten in Streit, wobei der eine den anderen im Duell niederstreckte. Im Glauben, der Gegner sei tot, floh der Täter zur Pforte des Franziskanerklosters. Aber noch ehe ihm geöffnet wurde, wurde er ergriffen und zur Wache geführt. Die Franziskaner beschwerten sich daraufhin über diese Verletzung des Asylrechts und wiesen darauf hin, dass die Kirche hiergegen Verstoßenden mit der Exkommunikation drohe, und verlangten, der Gefangene solle wieder in das Kloster zurück geführt werden, was schließlich auch geschah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. Januar &#039;&#039;&#039;1679&#039;&#039;&#039; nahmen die Franzosen [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] mit Gewalt ein. Die Bürger verteidigten sich wacker, die dort stationierten Soldaten aber taten nichts als Wein, Bier und Branntwein trinken. Nachdem die Bürger die Soldaten dreimal tapfer zurückgeschlagen hatten, ließen sie die Franzosen herein, die, durch den Widerstand verbittert, furchtbar in der Stadt wüteten und die ganze Nacht hindurch bis zum Morgen alles niedermetzelten. Dann brachen sie am folgenden Tag auf, um mit dem ganzen Heer und den Geschützen Zons zu belagern. Dreimal wurde die Stadt durch einen Trompeter aufgefordert, zu erklären, ob sie sich in Gnade ergeben oder verteidigen wolle. So war alles in Not, die Bürger aber dachten an das Sprichwort &amp;quot;Glücklich, den anderer Gefahren vorsichtig gemacht haben&amp;quot;. Der ganze [[Stadtrat]] beriet mehrfach, dann rief man den Guardian Pater Winand Jantz herbei und fragte, was er rate und ob er für sie verhandeln wolle, denn in der Stadt war kaum einer, der Französisch sprechen konnte. Endlich kam man zum Entschluss, sich zu unterwerfen und auf Gnade zu ergeben, weil man keine Hilfe sah und nicht die Kraft hatte, einem so großen königlichen Herrn Widerstand zu leisten. Zur Zeit des Hessischen Krieges (1646) hatten die Einwohner sich unter Führung des Barons von [[Goltstein]] verteidigt wie die Trojaner. Auch war kaum Hoffnung auf Hilfe. Der Kommandant von Zons aber, [[Philipp Adam von Ruber]], Herr von [https://de.wikipedia.org/wiki/Glimbach Glimbach] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Morenhoven Morenhoven], wollte sich mit einer Schar von weniger als 80 Soldaten verteidigen, und es waren weniger als 100 Bürger. Am Morgen war zwischen 9 und 10 Uhr ein starker Nebel, und es schien, als ob die Belagerer aus Höhlen hervorkröchen. Als der Nebel verschwand, erschienen ihrer viele Tausende. Da drängten die Bürger den Guardian, er möge, um die Stadt zu erhalten, hinaus gehen und mit ihnen friedlich übereinkommen, sie wollten sich auf Gnade ergeben. Als unterdessen der Guardian mit dem [[Gerichtsschreiber|Stadtschreiber]] [[Reiner Olligschläger]] und dem [[Stadtrat|Ratsherrn]] [[Mathias Stamm]] draußen waren und ihnen entgegen gingen, um die Unterhandlung mit dem Anführer de Surdi und General [https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_de_Calvo François de Calvo] aufzunehmen, traf ein Bote mit einem Brief des [[Domkapitel]]s ein, worin dieses Hilfe versprach und zur Verteidigung ermunterte. Der Kommandant von Ruber wollte seine Pflicht erfüllen und sich als Held zeigen und verschloss die Tore, während die Franzosen draußen standen und Einlass erwarteten. Als der Zonser Kommandant den Tumult im Volk sah und merkte, dass sich die Bürger nicht verteidigen wollten, zog er sich mit seiner Schar auf die [[Schloss Friedestrom|Burg]] zurück. Nun entstand ein noch größerer Aufruhr, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Mauern. Draußen herrschten die Franzosen, drinnen die Weiber, die ihre Männer schützen und bewachen wollten. Sie hielten Rat und versprachen, lieber das französische Joch auf sich zu nehmen als mit dem Schwert umzukommen und verbrannt zu werden. Die Bürger, die ihr Versprechen und Übereinkommen halten wollten, konnten die Franzosen nicht herein lassen, weil der Kommandant die Schlüssel mit auf die Burg genommen hatte. Da entstand ein großer Tumult im Volk, Bürger liefen zusammen, auch die Frauen liefen zusammen und wollten die Tore gewaltsam aufbrechen. Eine von ihnen, kühner als die anderen, bewies sich als Heldin, nahm einen großen Schmiedehammer und zerbrach die Schlösser des Tores. Während sich dies in der Bürgerschaft abspielte, fingen auch die Anführer der Franzosen draußen an, unruhig zu werden. Sie fragten, warum ihnen das Tor der Stadt verschlossen werde, ob man Spott mit ihnen treiben wolle. Wenn man ihnen die Stadttore nicht augenblicklich öffnete, würden sie sogleich jene zwei ([[Reiner Olligschläger]] und [[Mathias Stamm]]) im Baumgarten des [[Schultheiß]]en [[Matthias Nolden]] aufhängen, was sehr wahrscheinlich geschehen wäre. Als der [https://de.wikipedia.org/wiki/Henri_d%E2%80%99Escoubleau,_comte_de_Montluc Generalfeldmarschall Sourdis], der [https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_de_Calvo General Calvo] sowie Saint Louis dies in großer Verbitterung bereits befohlen hatten, wurden die Stadttore durch die Weiber geöffnet und die Franzosen herein gelassen, so dass die beiden verschont blieben. Die französischen Anführer verboten ihren Soldaten das Plündern und schrieben den Zonser Bürgern vor, ihre Häuser zu verschließen. So würden sie sicher sein. Somit waren die Fremden im Besitz der Stadt, aber nicht der [[Schloss Friedestrom|Burg]]. Deshalb wurde der schon so oft herbeigerufene Guardian ersucht, im Namen der gesamten Generalität mitzuteilen, wenn auch nur ein Schuss fiele, würden sie keinen Kompromiss annehmen, der Kommandant selbst werde unter dem Tor aufgehängt, und alle Soldaten würden getötet werden. Am ersten Tor teilte der Guardian dies dem Kommandanten mit. Dieser war aber noch willens, sich zu verteidigen, und fragte seine Soldaten, ob sie bereit wären, sich trotz der Tatsache, dass die Bürger bereits abgefallen waren, bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen. Der größte Teil der Soldaten antwortete hierauf, es sei unmöglich, einem so großen Heer Widerstand zu leisten. Und sie ergaben sich und übergaben die Burg unter Bedingungen, die die Franzosen später jedoch nicht einhielten. Aus dem Kloster erhielten die Franzosen über 200 Malter Weizen und Hafer sowie Fleisch. Von den armen Einwohnern erpressten sie 40–50.000 Reichstaler. Da mehr verlangt wurde als vorhanden war, mussten dieselben dazu noch Misshandlungen erleiden. Die Bürger hatten ihre Habe ins Kloster gebracht. Mit ganzen Schwadronen drangen die Soldaten in das Kloster, um Getreide wegzuschleppen. Die Bürgerschaft war so niedergeschlagen, dass im ganzen Februar und März bis zur Fastenzeit kaum noch einer die heilige Messe hörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Mai zogen die Franzosen ab, ließen aber eine Kompanie Fußsoldaten zurück, die am 28. Mai abmarschierte. Dann kamen 500 Fußsoldaten von der königlichen Legion, die alles für Geld kauften und sehr elend lebten. Aber am Ende, als bekannt wurde, dass sie abziehen würden, haben sie alles zerstört, zerbrochen und nichts Gutes zurückgelassen. Am Morgen des 15. Juni zogen gegen 600 Franzosen ab, 50 blieben, am 18. kamen 600 Mann Kavallerie, die am Rhein lagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. August zogen die Franzosen wieder aus der Stadt und ließen sich außerhalb der Stadtmauern nieder, am 11. zogen 200 Mann Reiter aus der Stadt ab, und kurz darauf traten 700 Mann Infanterie an ihre Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fest des [https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_IX._(Frankreich) heiligen Ludwig, König von Frankreich], wurde am 22. August feierlich begangen, und auf Anordnung des Kommandanten erhielt die Bürgerschaft eine doppelte Portion Wein, während die Soldaten außerhalb der Stadt Bier erhielten. Am 5. September zogen sieben Kompanien Franzosen ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Tage des heiligen Franziskus (4. Oktober) hielten [[Pfarrer]] [[Heinrich Peil|Peil]] und die [[Vikare]] [[Servatius Bardenheuer]] und [[Rudolf Westhoven]] in der Klosterkirche Hochamt mit Predigt. Die Kanoniker von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] konnten nicht kommen, schickten aber einen Dukaten als Almosen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. November verließen die Franzosen die Stadt. Für alle Last und Arbeit im Kloster hatten sie nicht das geringste Almosen gegeben. Der Chronist schließt seinen Eintrag mit: &amp;quot;Gott sei Dank, dass wir endlich gänzlich von diesem Franzosen-Joch befreit sind!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Gründonnerstag &#039;&#039;&#039;1680&#039;&#039;&#039; (18. April) wurde zum ersten Mal feierlich und in Gegenwart der [[Zollbeamte]]n die [https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fwaschung#R%C3%B6misch-katholische_Kirche Fußwaschung] gehalten. Danach verteilten der [[Schultheiß]] [[Matthias Nolden]] und der [[Beseher]] [[Heinrich Öhring]] sowie der &amp;quot;geistlicher Vater&amp;quot; [[Schöffen|Schöffe]] [[Heinrich Decker]] im Konvent Brot und Wein, bevor die Patres zur Aushilfe in die Umgebung zogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] hatte seinen Pfarrangehörigen von der Kanzel herab verboten, bei irgend jemand anderem als ihm selbst zu beichten. Er wurde daraufhin beim [https://de.wikipedia.org/wiki/Apostolischer_Nuntius apostolischen Nuntius] in [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] verklagt, musste daraufhin diese Anordnung zurücknehmen und den Einwohnern gestatten, auch weiterhin zu den Patres in Zons zu gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Prozession anlässlich des Portiunkulafestes (2. August) &#039;&#039;&#039;1681&#039;&#039;&#039; nahmen der Fürst und Jungherzog von [https://de.wikipedia.org/wiki/Holstein Holstein] und mehrere Barone und Adelige teil. Am Fest des [https://de.wikipedia.org/wiki/Hubertus_von_L%C3%BCttich heiligen Hubertus] (3. November) gingen in der Klosterkirche 500 und in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] ebenfalls 500 Personen zur Kommunion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1684&#039;&#039;&#039;: Nachdem der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_F%C3%BCrstenberg_(Domdechant) Fürst Wilhelm von Fürstenberg, Bischof von Straßburg], bereits am 4. August des Vorjahres in Zons gewesen war, weilte er auch in diesem Jahr mit vielen Soldaten, dem Fürsten von [https://de.wikipedia.org/wiki/Mosbach Mosbach], französischen Gesandten und anderen großen Herren in der Stadt. Am Fest Maria Himmelfahrt (15. August) und den folgenden zwei Tagen hatten zwölf Franziskanerpatres vollauf zu tun, den Soldaten, die sich zum Abzug vorbereiteten, die Beichte abzunehmen. [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_F%C3%BCrstenberg_(Domdechant) Graf von Fürstenberg] hatte ein Heer von 4.000 Mann unter dem Oberbefehl des französischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Claude_de_Choiseul-Franci%C3%A8res Generalmarschalls Choiseul] und ein Heer von gleicher Zahl [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnsterland Münsterländer] unter dem Oberbefehl des Generals Schwartz in der Nähe von Zons das Lager beziehen lassen. Sie blieben dort sechs Wochen. Die höheren Offiziere wohnten zur großen Bedrückung der Einwohner in Zons. Die Franziskanerpatres versahen den Dienst der Feldgeistlichen und lasen täglich Messe im Lager, predigten, nahmen die Beichte ab und waren so Tag und Nacht tätig. Auf Bitten des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_F%C3%BCrstenberg_(Domdechant) Grafen von Fürstenberg] hielten sie das Abendgebet mit den Soldaten und standen auch den Kranken bei. Außer sechs Patres, die schon tätig waren, wurde noch ein Pater aus dem Lechenicher Konvent, Pater Heinrich Merkur, und ein Laienbruder und Koch, Walter Schneider, ersucht, im Lazarett, das in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] errichtet werden sollte, um Leib und Seele besorgt zu sein. Bis zum 16. August legten sie diesen Dienst ab, dann wurden die Kranken aus dem Lazarett in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] teils ins Lager, teils ins Lazarett nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] gebracht, und am 17. war Aufbruch nach [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCttich Lüttich]. Pater Heinrich Merkur, der genannte Bruder Walter Schneider und noch sechs andere Patres unter der Führung des Zonser Concionators Pater Christophorus Maessen zogen mit. Nach einer Tagreise aber kehrten der Pater Jakobus Huber und Bruder Walter Schneider zurück, Letzterer, weil ihm kein Unterhalt gegeben wurde, der andere auf Befehl seines Oberen aufgrund des Mangels an Priestern im Zonser Kloster. Ihnen war vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_F%C3%BCrstenberg_(Domdechant) Grafen und Bischof von Fürstenberg] alles Nötige versprochen worden, der selbst fünf Tage vor den Soldaten aufgebrochen war, und dann wollte sich keiner um die Patres kümmern. Da nahmen sich einige Generäle und Offiziere ihrer bis nach [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCttich Lüttich] an, wo sie wohlbehalten ankamen. Nach einer Reise von neun Tagen nahmen sie die [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCttich Stadt Lüttich] ohne Blutverlust ein. Die Patres kamen erst am Tag vor Weihnachten, auf Bitten des Guardians vom Fürsten beurlaubt, zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Mai &#039;&#039;&#039;1685&#039;&#039;&#039; kam der [[Amtmann]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Bernhard_(Nassau-Hadamar) Fürst Franz Bernhard von Nassau] nach langer Abwesenheit wieder nach Zons und blieb bis zum 26. des Monats. Täglich mussten zwei Patres bei ihm speisen. Er gab ihnen die schriftliche Erlaubnis, ein Brauhaus und ein Krankenhaus für die Zeit der Pest im Garten nahe bei der Stadtmauer zu errichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Patres Prediger Christophorus Maessen und Winand Quodbach kamen am 23. Mai zurück zum Konvent, nachdem sie neun Monate mit größten Anstrengungen ununterbrochen im Heer des [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_von_F%C3%BCrstenberg_(Domdechant) Grafen von Fürstenberg] in [https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCttich Lüttich] gearbeitet hatten (sie haben in der Zeit auch 170 Lutheraner und Calvinisten bekehrt). Trotzdem mussten sie bereits am 25. wieder fort, um den [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Heinrich_von_Bayern Kurfürsten und Erzbischof von Köln] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarn Ungarn] zu begleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September reichten die Patres im [[Stadtrat|Rat]] und [[Schöffen]]kollegium der Stadt eine Bittschrift ein, dass ihnen ein Platz zur Errichtung eines Ziegelofens zugewiesen werde. Mit den Ziegeln sollte das genannte Brauhaus errichtet werden. Sie erhielten aber auf Veranlassung des [[Stadtrat|Ratsherrn]] [[Stephan Metzmacher]], bei dem sie bisher hatten brauen lassen, keine Antwort. So ließen die Patres fünf Mund Ziegelsteine (die Anzahl der Steine wurde nach der Zahl der Schürlöcher im Meiler angegeben) in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] brennen. Jeder Mund kostete 10 ½ Reichstaler. Gleich wurden 30.000 Stück Mauerziegel herbeigeschafft, die ausreichten.&lt;br /&gt;
Der [[Amtmann]] ging für gewöhnlich durch eine Pforte aus dem [[Schloss Friedestrom|Schlossareal]] in den Klostergarten. Er ließ diese Pforte auf eigene Kosten schließen, da sie zum Bau des Brauhauses nötig war, und eine neue nahe bei der Küche errichten. Dem Maurermeister wurden pro Rute sechs Kölner Gulden und das tägliche Mittagessen gegeben. Am 13. August war Baubeginn, und in 12 Tagen war das Mauerwerk fertig. Der Zimmermeister übernahm für 24 Reichstaler alle Holzarbeiten, inklusive einer Wendeltreppe. Am 6. Mai des folgenden Jahres (1687) wurde erstmals gebraut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 2. Pfingsttag &#039;&#039;&#039;1687&#039;&#039;&#039; an wurde auf Anordnung des [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_von_Anethan Weihbischofs] an allen Sonn- und Feiertagen von den Franziskanern Messe mit Predigt gehalten. Sie erhielten dafür 28 Reichstaler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. Juni war der [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Bernhard_(Nassau-Hadamar) Amtmann] in Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. Mai &#039;&#039;&#039;1688&#039;&#039;&#039; starb der Zonser [[Burggraf]] [[Johann Westhoven]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August waren die Franzosen wieder da, wie auch im September.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 7. Mai &#039;&#039;&#039;1690&#039;&#039;&#039; kamen brandenburgische Hilfstruppen, die die Landleute arg bedrängten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das selbst gebraute Bier scheint gut geschmeckt zu haben. Bei der am 13. Mai 1690 durch den Provinzial unvermutet stattgefundenen Visitation wurde das geheime Trinken in der Küche oder an anderen Orten als unvereinbar mit den Klosterregeln auf das Strengste verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer von [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] schickte den Patres zum Dank für die Aushilfe 14 Pfund Wachs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Fronleichnamsfest (25. Mai) kamen von Neuss und anderen Orten drei Kompanien brandenburgische Hilfstruppen nach Zons, insgesamt um die 600 Mann, überwiegend [https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelisch-lutherische_Kirchen Lutheraner] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Calvinismus Calvinisten]. Sie waren gut bewaffnet und sehr geübt. Am 16. Juli zog die brandenburgische Besatzung ab, darunter viele aus Frankreich geflüchtete [https://de.wikipedia.org/wiki/Hugenotten Hugenotten]. Sie hatten alles Gras und Futter von den Feldern und Äckern der Landleute genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang November kamen wieder 300 brandenburgische Soldaten nach Zons, um dort zu überwintern. Sie gingen aber am 21. des Monats nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Uerdingen Uerdingen] in die Winterquartiere. In derselben Woche kamen 200 andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Dezember war ein Erdbeben in Zons und Umgegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Woche nach Ostern (29. April) &#039;&#039;&#039;1691&#039;&#039;&#039; kamen die brandenburgischen Truppen wieder von ihrem erfolglosen Zug gegen die Franzosen aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Flandern Flandern] zurück, der Übermacht der 80.000 Mann zählenden Franzosen weichend. Am 25. Mai zogen sie wieder ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. Januar &#039;&#039;&#039;1692&#039;&#039;&#039; begannen die Patres, in Stürzelberg Gottesdienst zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. Februar war der Rhein zugefroren, so dass man hinüber gehen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. März &#039;&#039;&#039;1693&#039;&#039;&#039; fiel Pater Winandus Quodbach vom Glauben ab und ging zu den [https://de.wikipedia.org/wiki/Calvinismus Calvinisten] über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. November &#039;&#039;&#039;1694&#039;&#039;&#039; verweilte noch der brandenburgische [https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Balthasar_von_Dewitz General Dewitz] mit mehreren Offizieren auf [[Schloss Friedestrom]], wie auch noch im Januar des folgenden Jahres (1695).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Juni &#039;&#039;&#039;1695&#039;&#039;&#039; starb ein großer Wohltäter des Konvents, der [[Schultheißen|Schultheiß]] [[Matthias Nolden]], im Alter von 85 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Franziskusfest (4. Oktober) waren die Äbte von [https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Brauweiler Brauweiler] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Altenberg Altenberg] anwesend. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Katechese Katechese] wurde von den Patres nicht mehr in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]], sondern in der Klosterkirche gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober starb der [[Amtmann]] von Zons, [https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Bernhard_(Nassau-Hadamar) Fürst von Nassau]. Sein Nachfolger wurde der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_August_von_Sachsen-Zeitz Dompropst Fürst Christian August von Sachsen]. Am 24. Oktober kam er von [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] zu Schiff in Begleitung mehrerer Herren, nämlich des Fürsten von Hessen, des [https://de.wikipedia.org/wiki/Salm_(Adelsgeschlecht) Grafen von Salm], der Domherren von Geyr und [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_von_Bequerer Bequerer]. Am Rhein empfingen der [[Pfarrer]] [[Beda Cleven]] mit seinen [[Vikare]]n, die Franziskanerpatres und –brüder mit Kreuz, die [[Zollbeamte|Zollbeamten]], der [[Bürgermeister]] mit dem [[Stadtrat|Rat]] und den [[Schöffen]] sowie die bewaffneten Bürger von Zons, [[Stürzelberg]] und [[Horrem]] den ehrenwerten Herrn. Sobald der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_August_von_Sachsen-Zeitz Fürst] aus dem Schiff ausgestiegen war, fing der Pfarrchor das &amp;quot;Te Deum Laudamus&amp;quot; abwechselnd mit den Franziskanerpatres an zu singen. In Prozession zog man mit dem [[Amtmann]] zur [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]], wo mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Allerheiligstes_(Christentum) Sanctissimum] dreimal der Segen gegeben wurde. Anschließend begab sich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_August_von_Sachsen-Zeitz Fürst] mit seiner Begleitung auf das [[Schloss Friedestrom|Schloss]]. Ihnen folgten der [[Schultheiß]] [[Georg Matthias Nolden]] mit den [[Schöffen]] und die Bürger mit ihren Waffen, um ihm dort den Treueeid zu schwören. Den ganzen Tag über wurde geböllert, die Bürger knallten mit den Büchsen, alle wurden vom Fürsten mit Essen und Trinken freigiebigst bewirtet. Am folgenden Tag ging der Fürst mit seiner gesamten Begleitung vom [[Schloss Friedestrom|Schloss]] aus durch den Garten in die Klosterkirche, wo er andächtig der heiligen Messe beiwohnte. Anschließend erhielt der Guardian auf dem [[Schloss Friedestrom|Schloss]] vom Fürsten neben einem Almosen das Versprechen des persönlichen Schutzes für das Kloster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. Januar &#039;&#039;&#039;1696&#039;&#039;&#039; kam der [[Amtmann]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_August_von_Sachsen-Zeitz Dompropst Fürst von Sachsen] mit zwei [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Grafen_von_Manderscheid Grafen von Manderscheid] nach Zons, empfing den Guardian huldvoll und gewährte ihm auf dem [[Schloss Friedestrom|Schloss]] einen Platz an seinem Tisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Juni &#039;&#039;&#039;1697&#039;&#039;&#039; lagerten in den Wiesen bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] 2.000 neuburgische Soldaten. Am selben Tag kamen dort der [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Clemens_von_Bayern Kurfürst von Köln] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wilhelm_(Pfalz) Kurfürst von Pfalz-Neuburg] an. Der Pfälzer bewirtete den Kölner unter einem sehr schönen Zelt. An der Tafel war auch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Maria_Luisa_de%E2%80%99_Medici pfälzische Kurfürstin] mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Maria_Franziska_von_Sachsen-Lauenburg Prinzessin von Sachsen-Lauenburg], der Braut des [https://de.wikipedia.org/wiki/Gian_Gastone_de%E2%80%99_Medici Großherzogs der Toskana]. Die Zonser Franziskaner erhielten das übrig Gebliebene des Gastmahls an Wein und Speisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Fest Verkündigung des Herrn (25. März) &#039;&#039;&#039;1699&#039;&#039;&#039; wurde die Bruderschaft von der unbefleckten Empfängnis Maria gegründet. Den Schutz übernahm der [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_K%C3%B6lner_Domherren Domherr] [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_von_Bequerer von Bequerer]. Sogleich ließen sich 300 Personen aufnehmen, viele mussten noch zurückgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. Juni &#039;&#039;&#039;1701&#039;&#039;&#039; gegen 11 Uhr nachts kam der [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Clemens_von_Bayern Kölner Kurfürst Joseph Clemens] mit seiner Leibwache und einigen anderen Soldaten an das Zonser [[Rheintor|Stadttor]], und da die Bürger ihm das Tor nicht öffnen wollten, brachen die Soldaten dieses auf. Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Clemens_von_Bayern Kurfürst] übernachtete in der Stadt. Auf dem [[Schloss Friedestrom|Schloss]] hielten sich zwölf Soldaten des [[Domkapitel]]s auf. Da sie in dieser Nacht das [[Schloss Friedestrom|Schloss]] nicht übergeben wollten, wurden zehn von ihnen morgens aus dem [[Schloss Friedestrom|Schloss]] geholt und zu Schiff nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserswerth Kaiserswerth] (ins Stockhaus) gebracht, wohin auch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Clemens_von_Bayern Kurfürst] mit seinem Gefolge aufbrach, nachdem er am 3. Juni morgens die heilige Messe gehört und dem Franziskaner-Konvent als Almosen sechs rheinische Gulden hinterlassen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 12. Juni &#039;&#039;&#039;1702&#039;&#039;&#039; um 1 Uhr nachts stiegen holländische Soldaten mit einer Leiter über die Mauer und nahmen die Stadt in Besitz. Auf dem [[Schloss Friedestrom|Schloss]] aber waren französische Soldaten, die sich behaupteten. Anstelle einer roten Fahne hingen sie ein rotes Kleid auf der Höhe des inneren Turmes ([[Weißer Turm]]) auf. Ein holländischer Soldat und ein französischer wurden erschossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Juni morgens um 4 Uhr verließen die Franzosen das [[Schloss Friedestrom|Schloss]] durch die hintere Tür in Richtung Osten, und sogleich wurde dieses von einem domkapitularischen Leutnant mit 10 Mann in Besitz genommen. Als aber am folgenden Tag eine hannoversche Kohorte ankam und die Leitern an das Schloss ansetzte, ließ der domkapitularische Leutnant sie herein, da er kein Pulver oder andere Kriegsmittel besaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. September &#039;&#039;&#039;1704&#039;&#039;&#039; wurden sechs domkapitularische Soldaten zum Galgen geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 6. bis 23. Januar &#039;&#039;&#039;1709&#039;&#039;&#039; herrschte eine bittere Kälte, so dass Tiere erfroren, auf den Feldern die Frucht befror, wie auch das Bier in den Kellern, so dass in ganz Zons keines zu haben war. Danach kam ein großes Hochwasser, so dass große Not herrschte. Viele flohen mit ihrem Vieh in benachbarte Dörfer. Die Not dauerte bis zum 13. Februar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. Juli morgens um halb 4 betraten französische Soldaten durch eine Kriegslist die Stadt, als der Leutnant von Brunwitz in Neuss war. Drei der Besatzungssoldaten wurden getötet, 21 gefangen nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Luxemburg Luxemburg] geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. September hielt der Kommandant der Stadt mit 23 Soldaten seine Andacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Juni &#039;&#039;&#039;1710&#039;&#039;&#039; benedizierte und konsekrierte der Guardian Pater Jakob Metzenich für die [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Zonser Pfarrkirche]] eine Glocke zu Ehren des [https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_von_Tours heiligen Martinus].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 7. Juni &#039;&#039;&#039;1713&#039;&#039;&#039; lagerte nahe bei der Stadt Zons ein Heer von ca. 14.000 lüneburgischen Soldaten. Der adelige Herr von Mirbach bewirtete am 13. Juni die Franziskanerpatres im Speisesaal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar &#039;&#039;&#039;1716&#039;&#039;&#039; stand der Rhein wieder im Eis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Salvatorfest in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] zählte &#039;&#039;&#039;1718&#039;&#039;&#039; über 17.000 Kommunikanten. Aus dem Zonser Kloster waren acht Beichtväter dort, wie auch zwei aus dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neusser] Konvent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. März &#039;&#039;&#039;1722&#039;&#039;&#039; wurde der Bau eines steinernen Tores zwischen dem [[Juddeturm]] und der Franziskanerkirche auf Konventskosten begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 10. September &#039;&#039;&#039;1725&#039;&#039;&#039; kam der neue [[Amtmann]] von Zons Graf Maximilian Philipp von Manderscheid, [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_K%C3%B6lner_Domherren Domherr] in [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln], mit seinen beiden Neffen, den Grafen von Hohenzollern, in einem sechsspännigen Wagen von Köln. Am [[Feldtor]] wurde er in derselben Weise empfangen wie sein Vorgänger. Am folgenden Tag gegen 3 Uhr reiste er zurück nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. April &#039;&#039;&#039;1726&#039;&#039;&#039; benedizierte der Guardian eine Glocke für die Kapelle in [[Stürzelberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zonser [[Amtmann]] Graf Maximilian Philipp von Manderscheid begleitete in diesem Jahr die Zonser Fronleichnamsprozession (20. Juni).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September &#039;&#039;&#039;1729&#039;&#039;&#039; war der Domdekan Graf von Blankenheim 14 Tage lang in Zons, schenkte dem Konvent zwei [https://de.wikipedia.org/wiki/Pistole_(M%C3%BCnze) Goldpistolen (Währung)] und kehrte bald zurück, um als [[Amtmann]] eingeführt zu werden. Er hatte sich täglich um 11 Uhr von einem Pater die heilige Messe lesen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. April &#039;&#039;&#039;1730&#039;&#039;&#039; war der [[Amtmann]] Graf von Blankenheim mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_von_Bayern Kölner Kurfürsten Clemens August] zur Jagd in Zons und blieb dort einige Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai &#039;&#039;&#039;1731&#039;&#039;&#039; war [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_von_Bayern Kurfürst Clemens August] auf Schloss [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuerburg Neuerburg]. Zwei Patres lasen ihm dort die heilige Messe. Sie erhielten auf Bitten sechs Karren Holz und ein Geldalmosen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der neue Amtmann Graf Johann von Fugger schon Anfang August 1731 in Zons anwesend gewesen war, erhielt er am 7. Oktober, einem Sonntag, seinen höchst feierlichen Aufzug in die Stadt. Er wurde begleitet von Domdechant Graf Ferdinand von Hohenzollern und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_K%C3%B6lner_Domherren Priesterdomherrn] Heinrich Friedrich von Mehring. Vor dem [[Feldtor]] wurde er mit Musik und von den bewaffneten Bürgern unter Kanonendonner empfangen. Durch den [[Burggraf]]en [[Jacobus Mercken]] eingeladen, erschienen auch der [[Pfarrer]] [[Leonhard Marx]] mit seinem [[Vikare|Vikar]], der ganze Konvent und die Schuljugend. Der Herr kam zu Wagen, stieg am Kreuz vor dem [[Feldtor|Tor]] ab und wurde in Prozession zur [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] geführt, während das [https://de.wikipedia.org/wiki/Veni_creator_spiritus &amp;quot;Veni Creator&amp;quot;] und das [https://de.wikipedia.org/wiki/Te_Deum &amp;quot;Te Deum Laudamus&amp;quot;] gesungen wurden. In der Nähe der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]] hielt der [[Pfarrer]] eine Gratulationsrede. Der [[Amtmann]] hörte eine stille heilige Messe mit Andacht und zog anschließend auf das [[Schloss Friedestrom|Schloss]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 15. bis 28. April &#039;&#039;&#039;1732&#039;&#039;&#039; war der [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_von_Bayern Kurfürst Clemens August] mit seinem [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Maria_Innozenz_von_Bayern Bruder Ferdinand] zur Jagd in Zons. Er hörte meistens die heilige Messe in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim], wohin er die Franziskanerpatres kommen ließ. Sonntags aber hörte er drei heilige Messen. Das Kloster erhielt außer den Messstipendien einen Hirschen und 5 [https://de.wikipedia.org/wiki/Pistole_(M%C3%BCnze) Pistolen (Währung)].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11. April &#039;&#039;&#039;1733&#039;&#039;&#039; kam der [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_von_Bayern Kurfürst von Köln] wieder zur Jagd nach Zons und blieb dort drei volle Wochen. Täglich hörte er die heilige Messe, meistens in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim], sonntags ließ er dorthin zwei Franziskanerpatres zum Messelesen kommen. Dafür beschenkte er das Kloster reichlich und gab auch ein ganzes Wildschwein, zwei Hirsche und zwei Pinten Holz als Almosen. Am 19. April erschien er selbst mit seinem adeligen Geleit während des Essens feierlich im Speisesaal des Klosters, hieß die sich erhebenden Mönche sich setzen und im Essen fortfahren. Er blieb eine Viertelstunde mit seinen Dienern im Speisesaal und unterhielt sich mit ihnen über allerlei. Ihm und seiner Begleitung gewährte der Aufenthalt in Zons während der drei Wochen viel Freude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rhein stand in den Monaten Februar/März &#039;&#039;&#039;1740&#039;&#039;&#039; drei Wochen hindurch im Eis. Der [[Vikare|Kaplan]] ging mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Allerheiligstes_(Christentum) Sanctissimum] hinüber nach [[Bürgel]]. Die Kälte hielt bis zum Mai an. Ende des Jahres war großes Hochwasser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27. April &#039;&#039;&#039;1744&#039;&#039;&#039; kam abends der [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_von_Bayern Kurfürst] nach Zons, um bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] zu jagen, und blieb bis zum 18. Mai. Täglich hörte er die heilige Messe mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Lauretanische_Litanei Lauretanischen Litanei].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Mai nahm der [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_von_Bayern Kurfürst] am [[St. Sebastianus-Schützenbruderschaft|Zonser Vogelschießen]] teil. Nachdem er Schützenkönig geworden war, erhielten die Bürger von ihm eine Ahm Wein. Die mit der Königswürde verbundenen Freiheiten und Begünstigungen schenkte er dem König aus dem Vorjahr Franz Schulmeister, dem Sohn des [[Schöffen]] [[Johann Peter Schulmeister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 7. Februar &#039;&#039;&#039;1756&#039;&#039;&#039; starb in [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] Joseph Maria Sigismund Graf von Königsegg-Rothenfels, Herr in Aulendorf und Staufen, [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Kölner] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fburg Straßburger] Domherr, des Gereonstifts Dekan, Kammerherr und [[Amtmann]] von Zons, im Alter von 56 Jahren, seit vier Jahren Priester.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. März 1756 kam der neue [[Amtmann]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Friedrich_von_K%C3%B6nigsegg-Rothenfels Maximilian Friedrich Graf von Königsegg, der spätere Kurfürst], ohne Aufzug nach Zons und reiste am 24. März wieder ab nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln]. Am 2. November aber hielt er in Zons feierlichen Einzug vor der [[St. Sebastianus-Schützenbruderschaft]] und der ganzen Bürgerschaft, unter Kanonendonner und mit Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Hannoveraner &#039;&#039;&#039;1757&#039;&#039;&#039; die Umgegend ausplünderten und mehrere Pfarrer zur Flucht nötigten, versahen die Patres deren Pfarreien, so in [https://de.wikipedia.org/wiki/Weckhoven Weckhoven], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Uedesheim Uedesheim].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. April &#039;&#039;&#039;1758&#039;&#039;&#039; kamen 900 französische Soldaten nach Zons. Der [[Pfarrer]] [[Damian Cremer]] hatte zwei Offiziere mit drei Dienern im Quartier. Sie blieben 8 Tage. Am 20. kamen wieder 200 französische Soldaten und zogen am 25. nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. Juni kamen fünf hannoverische Soldaten, ließen gleich den [[Bürgermeister]] [[Lambert Braun]] zu sich kommen und verlangten Wein und 10 Reichstaler. Da die drei [[Zollbeamte|Zollherren]] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] geflohen waren, verlangten sie von deren bedrängten Frauen Wein und Geld, wie auch vom [[Pfarrer]] [[Damian Cremer]]. Auch auf den [[Heckhof]] kamen sie. Der Besitzer Falkenberg war mit seiner einzigen Tochter geflohen. Sie nahmen Wein und alles mit und zogen ab. Am 29. kamen sie wieder, erpressten wieder Geld und plünderten drei Judenhäuser, einen wollten sie aufhängen. Den [[Bürgermeister]] zwangen sie wieder, 12 Reichstaler, Kaffee, Tee, Zucker und Wein zu geben. Später gingen sie fort und sagten dem [[Bürgermeister]], er solle den Bürgern ausrichten, um 3 Uhr kämen 1.000 Hannoveraner, welchen sie alles Nötige geben müssten, aber sie kamen nicht, und das Auslegen war somit vergebens. Am 30. Juni kamen 12 Hannoveraner und pressten von den Vornehmen wieder Geld, auch vom [[Vikare|Vikar]], der [[Pfarrer]] [[Damian Cremer]] war nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Monheim_am_Rhein Monheim] geflohen. [[Bürgermeister]] [[Lambert Braun]] musste ihnen wieder im Namen der Stadt 400 Reichstaler und Lebensmittel geben, im Ganzen erhielten sie von der Stadt 2.000 Reichstaler. Unter den Pfarrern war große Furcht, mehrere flohen, so der [https://de.wikipedia.org/wiki/Oekoven Oekovener], [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagener] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Uedesheim Uedesheimer]. Die Pfarreien wurden in dieser Zeit von den Franziskanern betreut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem in den Monaten Juli, August und September des Jahres 1766 anhaltender Regen die Ernte beinahe verdorben hatte, trat in den folgenden Wochen große Dürre ein. Im Jahr &#039;&#039;&#039;1767&#039;&#039;&#039; fror der Rhein ganz zu, so dass man bis Ende Januar leicht mit Fuhrwerken hinüber fahren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27. Juni 1767 starb in Zons [[Heribert Endenich]], kurfürstlicher Hofkammerrat und Zonser [[Zollbeamte]]r, geistlicher Vater des Konvents.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1774&#039;&#039;&#039; erhielt der Guardian Pater Anno Stockem von dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Aloys_von_K%C3%B6nigsegg-Aulendorf Domdechant und Weihbischof Karl Aloys Graf von Königsegg-Aulendorf] die Erlaubnis, eine Reliquie vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_Kreuz heiligen Kreuz] und eine Reliquie vom Schleier der Muttergottes in der Klosterkirche öffentlich zur Verehrung auszusetzen. Der Guardian nahm diese Reliquien jedoch mit und behielt sie für sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. April war der Dompropst und [[Amtmann]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Karl_Truchse%C3%9F_von_Waldburg-Zeil-Wurzach Graf Joseph Karl Wunibald Erbtruchsess] auf dem [[Schloss Friedestrom|Schloss]]. Unerwartet besuchten ihn der [https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Caprara Nuntius von Köln Giovanni Battista Caprara] mit dem Baron Hatzfeld und dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_K%C3%B6lner_Domherren Domherrn] Graf Franz Wilhelm von Öttingen-Baldern. Am 12. reisten die Gäste wieder ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Fest des heiligen Antonius (13. Juni) las der [[Amtmann]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Karl_Truchse%C3%9F_von_Waldburg-Zeil-Wurzach Graf Truchsess] bei den Franziskanern die heilige Messe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Portiunkulatag (2. August) &#039;&#039;&#039;1776&#039;&#039;&#039; war der [[Amtmann]] [https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Karl_Truchse%C3%9F_von_Waldburg-Zeil-Wurzach Graf Truchsess] im Hochamt, das sein Kaplan, der Vikar an [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Gereon_(K%C3%B6ln) St. Gereon], hielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. März &#039;&#039;&#039;1778&#039;&#039;&#039; weihte und taufte der Guardian feierlich eine Glocke für die [[Stürzelberg]]er Kapelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 7. August &#039;&#039;&#039;1782&#039;&#039;&#039; zerschlug der Hagel alle zur Ostseite gelegenen Fenster der Kirche und des Klosters. Ein neues Fenster schenkte der Abt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_Brauweiler Brauweiler] [https://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Aldenhoven Anselm Aldenhoven], ein zweites der Abt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] Michael Hendel, ein drittes der [[Stadtrat]] von Zons, ein viertes der [[Beseher]] [[Johann le Bruin]], ein weiteres eine Person, die unbekannt bleiben wollte. Das [[Domkapitel]] ließ ein Fenster des Klosters restaurieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der größten Rheinüberschwemmungen war die vom 28. Februar &#039;&#039;&#039;1784&#039;&#039;&#039;: Eine große Kälte, schlimmer als die im Jahr 1709, als das Bier in den Kellern befror, begann am 8. Dezember 1783 und dauerte bis zum 27. Dezember. Das vom [https://de.wikipedia.org/wiki/Oberrhein Oberrhein] heranschwimmende Eis türmte sich am 27. Februar 1784 wie ein Berg auf und bot einen schrecklichen Anblick. Die Wassermassen warfen die Stadtmauer an der [[Rheinstraße]] um und durchbrachen den Rheindamm unterhalb Zons, wodurch sich der Rhein in fünf oder sechs Arme teilte, was für Zons eine Erleichterung darstellte. Der Abt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] Michael Hendel schickte den Armen in Zons 100 20-pfündige Brote, auch dem Konvent schickte er Nahrungsmittel und Bier. Das [[Domkapitel]] schickte auch den Armen Brot und Käse. Im Kloster stand das Wasser sechs Fuß (ca. 172 cm) hoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;1785&#039;&#039;&#039;: Da der Erzbischof verordnet hatte, dass Prozessionen, die vor Sonnenaufgang ausziehen mussten und vor Sonnenuntergang nicht zurückkehren konnten, unterbleiben sollten, fielen die Prozession nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Bethlehem_(Bergheim) Bethlehem] und die nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Kevelaer Kevelaer] aus. Stattdessen wurde eine Prozession durch die Stadt gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar &#039;&#039;&#039;1792&#039;&#039;&#039; ergriffen [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Kölner] [https://de.wikipedia.org/wiki/Husaren Husaren] vier berüchtigte Diebe in hiesiger Gegend, die in [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] gestohlen hatten. Drei wurden in Zons ins Gefängnis ([[Juddeturm]]) geworfen. Der Jüngste, ein Chirurg, machte sich ein Seil aus Stroh und entfloh aus dem [[Juddeturm|Turm]], obwohl er 25 Fuß (ca. 7,20 m) auf- und absteigen musste. Er suchte im Kloster Hilfe, und der Guardian Marius Strauch verhalf ihm zur Flucht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;494&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. August &#039;&#039;&#039;1793&#039;&#039;&#039; starb auf dem [[Heckhof]] Gudula geborene Ploogs, die Witwe des Hilarius Geyr, im Alter von 89 Jahren, frühere Verwalterin des Stöckemhofs in der [https://de.wikipedia.org/wiki/Esch/Auweiler Pfarre Esch]. Sie wurde am 22. August in der Klosterkirche begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11. Juli &#039;&#039;&#039;1794&#039;&#039;&#039; floh die ganze Abtei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4monstratenser Prämonstratenser] von [https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Beaurepart St. Cornelium] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Lüttich Lüttich] wegen der Franzosen und kam mit allen Schätzen am 14. nach Zons. 21 Kanoniker mit ihrem Abt wurden auf dem [[Schloss Friedestrom|Schloss]] aufgenommen, andere, Franziskaner wie auch französische Emigranten, wurden im Konvent aufgenommen. Am Portiunkulatag (2. August) hielt der Abt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Lüttich Lüttich] [https://de.wikipedia.org/wiki/Pontifikalamt Pontifikalamt] und begleitete mit allen seinen Kanonikern die Prozession durch die Stadt. Am 12. August hielt der Kanoniker der [https://de.wikipedia.org/wiki/St._Jakob_(L%C3%BCttich) Stiftskirche zum heiligen Jakobus] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Lüttich Lüttich], Herr von Baral, das feierliche Hochamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 6. November &#039;&#039;&#039;1800&#039;&#039;&#039; kam Pater Kappes an. Damit schließen die Annalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Am 13. Februar 1749 vormittags um 11 Uhr ertrank im Beisein des Guardians Chrysanthus Langen der Pater Casimir Hansen im Rhein bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Urdenbach Urdenbach]. Er wurde am folgenden Tag von 8 Zonser Junggesellen in die Franziskanerkirche getragen und nach den Exequien zu Grab getragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Schwieren-Chroniken]], &amp;lt;225&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klöster]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franziskaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Orden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Quellen]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Sturm auf Zons</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Dies ist ein Thema, zu dem noch kein Artikel geschrieben wurde.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<title>Jost Auler</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:JAuler.jpg|300px|thumb|right|Jost Auler (Aufnahme von 2026).]]&lt;br /&gt;
Der Archäologe und Historiker &#039;&#039;&#039;Jost Auler&#039;&#039;&#039; M.A. (* 23. April 1958 in [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]) hat in der Region Dormagen sowie in Zons seit Jahrzehnten zahlreiche lokale und regionalgeschichtliche Projekte betreut. Sein beruflicher Schwerpunkt liegt in der vorgeschichtlichen, antiken und Mittelalter-/Neuzeitarchäologie sowie in der Lokal- und Regionalgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung und beruflicher Werdegang ==&lt;br /&gt;
Auler studierte Ur- und Frühgeschichte, Mittlere und Neue Geschichte sowie Anglo-Amerikanische Geschichte an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Universit%C3%A4t_zu_K%C3%B6ln Universität zu Köln] und schloss sein Studium im Frühjahr 1991 mit dem Magister (M.A.) ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend war er 1991/92 Redakteur an der Arbeitsstelle Münster der Mainzer Akademie der Wissenschaften für das Projekt &amp;quot;Prähistorische Bronzefunde&amp;quot;. In den Jahren 1993/94 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Unteren Denkmalbehörde der Landeshauptstadt [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf] und war bis Ende 1999 an zahlreichen archäologischen Ausgrabungen im In- und Ausland beteiligt, teilweise auch als Grabungsleiter. Später leitete er Ausgrabungen in [https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern] sowie für die [https://de.wikipedia.org/wiki/Ostfriesische_Landschaft Ostfriesische Landschaft] im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis_Leer Landkreis Leer].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auler wirkte zudem als freier Mitarbeiter, freier Journalist und Museumspädagoge, unter anderem am [https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Sels_Museum_Neuss Clemens Sels Museum Neuss], wo er Ausstellungen konzipierte, archäologische Workshops anbot und Führungen durchführte. Im Jahr 2004 gründete er den archaeotopos Buchverlag, über den verschiedene Reihen und Sammelbände zur Archäologie sowie Lokal- und Regionalgeschichte publiziert wurden. Seit November 2023 befindet sich Auler im Ruhestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsschwerpunkt ==&lt;br /&gt;
Sein besonderes Spezialgebiet ist die archäologische Erforschung spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Hinrichtungsstätten in Europa. Als Herausgeber mehrerer Sammelbände zur Richtstättenarchäologie trug er dazu bei, das Thema stärker bekannt zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Privates ==&lt;br /&gt;
Jost Auler lebt seit 1962 in Dormagen-[[Stürzelberg]]. Er ist Vater zweier Töchter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften-, Herausgeber- und Verlegerverzeichnis ==&lt;br /&gt;
=== 1981–1990 ===&lt;br /&gt;
* Doc Middleton. Der Outlaw mit dem Goldenen Herzen. &#039;&#039;Old West&#039;&#039; 2, 1981, 2–10.&lt;br /&gt;
* Die Königsstraße der Inka. &#039;&#039;Magazin für Amerikanistik&#039;&#039; 3, 1982, 22–27.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 1, 1983.&lt;br /&gt;
* Der Heckhof. Die Geschichte eines Niederrheinischen Rittergutes im Wandel der Zeiten. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 1, 1983, 3–35.&lt;br /&gt;
* W. H. H. Llewellyn. Vom Menschenjäger zum Politiker. &#039;&#039;Old West&#039;&#039; 2, 1983, 2–9.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 2, 1984.&lt;br /&gt;
* Amerika – Das gelobte Land. &#039;&#039;Old West&#039;&#039; 1–2, 1984, 24–26.&lt;br /&gt;
* (Rezension) H. Seeling, Constantin Koenen (1854–1929) – Leben und Werk des Archäologen. Neuss 1984. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1, 1984, 68–69.&lt;br /&gt;
* Einige Bemerkungen zur Entstehung und Geschichte des Cattle Kingdom. &#039;&#039;Magazin für Amerikanistik&#039;&#039; 4, 1984, 75–78.&lt;br /&gt;
* Das römische Urnengräberfeld von Zons, Kreis Neuss. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 2, 1984, 6–17.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 3, 1985.&lt;br /&gt;
* (Rezension) A. E. F. Hoening, Fundort Stone Creek. Die Entdeckung des amerikanischen Neandertalers. Düsseldorf/Wien 1981. &#039;&#039;Old West&#039;&#039; 1, 1985, 24–26.&lt;br /&gt;
* (Rezension) J. M. Auel, Das Tal der Pferde – Ein Roman aus der Frühzeit des Menschen. München 1984. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1, 1985, 87–89.&lt;br /&gt;
* Michelsberger Funde von der Hannepützheide bei Zons/Stürzelberg, Kreis Neuss. &#039;&#039;Archäologisches Korrespondenzblatt&#039;&#039; 4, 1985, 425–429.&lt;br /&gt;
* Ur- und frühgeschichtliche Funde und Fundstellen im Gebiet um Zons und Stürzelberg, Kreis Neuss. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 3, 1985, 4–26.&lt;br /&gt;
* Das römische Hilfstruppenlager ‚Durnomagus&#039; zwischen den Römerkastellen Neuss und Köln. &#039;&#039;Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen&#039;&#039; 1985, 68–87.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Dvrnomagvs. Zur Geschichte des römischen Hilfstruppenlagers.&#039;&#039; o. O. 1985.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 4, 1986.&lt;br /&gt;
* Das Zonser Schöffengericht und seine Galgen im 17. und 18. Jahrhundert. &#039;&#039;Almanach für den Kreis Neuss&#039;&#039; 1986, 76–85.&lt;br /&gt;
* Ein frühkaiserzeitliches Gräberfeld in Zons, Kreis Neuss. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 2, 1986, 137–143.&lt;br /&gt;
* Der Bericht des Herzogs Paul Wilhelm von Württemberg (1797–1860) über seine Reisen in Texas in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts. &#039;&#039;Magazin für Amerikanistik&#039;&#039; 1, 1986, 75–84 und 2, 1986, 66–72.&lt;br /&gt;
* (Rezension) A. E. F. Hoening, Fundort Stone Creek – Die Entdeckung des amerikanischen Neandertalers. Düsseldorf/Wien 1981. &#039;&#039;Amedian. Berichte aus dem indianischen Amerika&#039;&#039; 1, 1986, 16–17.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Paul Wilhelm von Württemberg. Reisen und Streifzüge in Mexiko und Nordamerika 1849–1856, (Hrsg.) S. Augustin. Stuttgart/Wien 1986. &#039;&#039;Amedian – Berichte aus dem indianischen Amerika&#039;&#039; 4, 1986, 23–24.&lt;br /&gt;
* Ein ‚Veluwe-Glockenbecher&#039; von der Hannepützheide bei Zons, Kreis Neuss. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 4, 1986, 4–8.&lt;br /&gt;
* (mit Heinz Stachowiak) Eine bemerkenswerte Fundstelle der späten Bronze- und frühen Eisenzeit am Wahler Berg bei Stürzelberg-St. Peter, Kreis Neuss. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 4, 1986, 9–15.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 5, 1987.&lt;br /&gt;
* Betrachtungen zur urgeschichtlichen Besiedlungsgeschichte der Dünenzüge im Zonser Gebiet. &#039;&#039;Almanach für den Kreis Neuss&#039;&#039; 1987, 88–97.&lt;br /&gt;
* (Katalogbeitrag) Ermen &amp;amp; Engels in Engelskirchen. Industrialisierung einer ländlichen Region (Schriften des Rheinischen Industriemuseums 3). Köln/Bonn 1987, 46–51.&lt;br /&gt;
* Zwangsfeuertruppe, Betriebsfeuerlöschwesen, Freiwillige Feuerwehr. Betrachtungen zur Verknüpfung von Fabrik und Feuerwehr im Engelskirchen des 19. Jahrhunderts (Rheinisches Industriemuseum, Beiheft 2). Köln/Bonn 1987.&lt;br /&gt;
* Ein fragliches mittelpaläolithisches Quarzitartefakt von der Flur ‚Taubenacker&#039; am Kellerhof bei Zons, Kreis Neuss. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 5, 1987, 4–8.&lt;br /&gt;
* Ein jungneolithisches Steinbeil aus Lousberg-Feuerstein von der Hannepützheide bei Zons, Kreis Neuss. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 5, 1987, 9–15.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 6, 1988.&lt;br /&gt;
* Einige Anmerkungen zur Entstehung des domestizierten Hundes: Der Hund von Bonn-Oberkassel. &#039;&#039;Amedian. Berichte aus dem indianischen Amerika&#039;&#039; 5, 1987, 15–16.&lt;br /&gt;
* Altsteinzeitliche Hundeknochen aus Bonn – Anlaß einer wenig sinnvollen Auseinandersetzung. &#039;&#039;Amedian. Berichte aus dem indianischen Amerika&#039;&#039; 1, 1988, 17–18.&lt;br /&gt;
* Vom Quarzitgerät bis zur Feldbrandziegelei. Archäologische Funde und Fundplätze im Stadtgebiet von Dormagen, Kreis Neuss, im Überblick. &#039;&#039;Almanach für den Kreis Neuss&#039;&#039; 1988, 49–61.&lt;br /&gt;
* (mit Thomas Schleper) Von der Textilfabrik zum Industriemuseum. Die Außenstelle Engelskirchen des Rheinischen Industriemuseums. &#039;&#039;Das Rheinische Landesmuseum Bonn. Berichte aus der Arbeit des Museums&#039;&#039; 6, 1988, 59–61.&lt;br /&gt;
* (mit Heinz Stachowiak) Untersuchungen auf dem frühjungpaläolithischen Fundplatz Bergheim-Büsdorf im Erftkreis. &#039;&#039;Bonner Jahrbücher&#039;&#039; 188, 1988, 289–294.&lt;br /&gt;
* (mit Jakob Justenhoven) &#039;&#039;Stürzelberg in alten Ansichten.&#039;&#039; Zaltbommel 1988.&lt;br /&gt;
* (Miszelle) Engelskirchen, Oberbergischer Kreis. &#039;&#039;Archäologie in Deutschland&#039;&#039; 4, 1988, 14–15.&lt;br /&gt;
* (Rezension) R. Schilling/U. Stamm, 100 Jahre Tambourcorps 1887 Stürzelberg. Dormagen 1987. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 6, 1988, 28–29.&lt;br /&gt;
* ‚Gohr 6&#039; – Eine bemerkenswerte Fundstelle der jungen mittleren Steinzeit in Dormagen-Gohr, Kreis Neuss. &#039;&#039;Historisches Jahrbuch der Stadt Dormagen&#039;&#039; 1988/89, 8–20.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 7, 1989.&lt;br /&gt;
* (Rezension) W. Helbich et al. (Hrsg.), Briefe aus Amerika: Deutsche Auswanderer schreiben aus der Neuen Welt 1830–1930. München 1988. &#039;&#039;Amedian. Berichte aus dem indianischen Amerika&#039;&#039; 2, 1989, 17.&lt;br /&gt;
* (mit Denis Ramseyer) Eine neolithische Geweihharpune aus dem hessischen Ried bei Leeheim, Stadt Riedstadt (Kreis Gross-Gerau). &#039;&#039;Archäologisches Korrespondenzblatt&#039;&#039; 3, 1989, 239–245.&lt;br /&gt;
* (Rezension) F. Schotten, 1888–1988. 100 Jahre St. Agatha Straberg und H. Milz, St. Aloysius Stürzelberg. 150 Jahre Kapelle und Kirche an der Oberstrasse. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 7, 1989, 36–38.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Georg Forster, Ansichten vom Niederrhein, (Hrsg.) U. Schlemmer. Stuttgart/Wien 1989. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 7, 1989, 39–41.&lt;br /&gt;
* Ein neuer Fundplatz aus der frühen jüngeren Altsteinzeit bei Bergheim-Büsdorf, Erftkreis. &#039;&#039;Pulheimer Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde&#039;&#039; 13, 1989, 7–14.&lt;br /&gt;
* (Rezension) D. Lornsen, Rokal – Der Steinzeitjäger. Stuttgart/Wien 1987. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1, 1989, 123–124.&lt;br /&gt;
* Geschichte der archäologischen Forschung im Gebiet um Dormagen – Ein Abriß. &#039;&#039;Almanach für den Kreis Neuss&#039;&#039; 1990, 56–69.&lt;br /&gt;
* Die Karte ‚C 129&#039; im Kölner Erzdiözesanarchiv: Vorstudie oder Plagiat der Karte des Amtes Zons von Mathias Ehmans (1751)? In: Festschrift für Prof. Dr. Hans Georg Kirchhoff. Bochum 1990, 191–201.&lt;br /&gt;
* Die Ehmans und ihr Kartenwerk. In: 800 Jahre Deutscher Orden. o. O. (Grevenbroich), o. J. (1990).&lt;br /&gt;
* Der Brunnen einer neuzeitlichen Feldbrandziegelei bei Dormagen-Gohr, Broich. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 1989 (1990) 201–203.&lt;br /&gt;
* Die Gräber des Magdalénien in Mittel- und Westeuropa (ungedruckte Magisterarbeit). Köln 1990.&lt;br /&gt;
* Die Gräber des Magdalénien in Mittel- und Westeuropa (Magisterarbeit Köln 1990 bei Prof. Dr. Gerhard Bosinski). &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 2, 1990, 237–240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1991–2000 ===&lt;br /&gt;
* Bemerkungen zu einem neuzeitlichen Ziegeleibrunnen in Dormagen-Gohr/Broich. &#039;&#039;Almanach für den Kreis Neuss&#039;&#039; 1991, 10–35.&lt;br /&gt;
* Eine neue Karte zu Zons aus dem 18. Jahrhundert. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 4, 1991, 233–234.&lt;br /&gt;
* Neue Funde vom Mesolith-Fundplatz ‚Gohr 6&#039;, Kreis Neuss. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 1, 1992, 14–15.&lt;br /&gt;
* Eine historisch-kartographische Aufnahme von Stadt und Amt Zons aus einem Kölner Archiv. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 4, 1992, 217–220.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Tutlies) Die Dormagener Mithrassteine und die Bedeutung des Mithraskultes für die Römer am Rhein. &#039;&#039;Dormagener historische Beiträge&#039;&#039; 1, 1992, 13–33.&lt;br /&gt;
* Die Kölner Landmesserfamilie Ehmans und ihre Kartenwerke zu Dormagen, Kreis Neuss. &#039;&#039;Dormagener historische Beiträge&#039;&#039; 1, 1992, 81–112.&lt;br /&gt;
* Bibliographie zur Steinzeit-Belletristik. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1 &amp;amp; 2, 1992, 145–147.&lt;br /&gt;
* Zur Zonser Stadtansicht von Braun und Hogenberg 1575. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 1993, 182–188.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Münster-Hiltrup in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Eine archäologische Gebietsaufnahme&#039;&#039; (Charybdis Bd. 6). Münster/Hamburg 1993.&lt;br /&gt;
* Stabharpunen in Neolithikum und Bronzezeit. &#039;&#039;Fundberichte aus Baden-Württemberg&#039;&#039; 18, 1993, 17–28.&lt;br /&gt;
* Zur Nachbildung und Funktion bronzezeitlicher Tüllenharpunen. Ein Beitrag zur experimentellen Archäologie. &#039;&#039;Archäologisches Korrespondenzblatt&#039;&#039; 2, 1993, 197–206.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Archäologische Bestandserhebung NRW – Stadt Zons. Erhebungsbogen und Erläuterungsheft Kellerkartierung. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 2, 1993, 321–323.&lt;br /&gt;
* Eine Militärkarte zu Zons aus dem Jahre 1642. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 2, 1994, 97–103.&lt;br /&gt;
* Zonser Hochgericht, Dormagener Siechenhaus und Bockwindmühle. Reminiszenzen an ein unbekanntes Konglomerat. &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 1, 1994, 18–33.&lt;br /&gt;
* (mit Axel Kerfs) Eine historische Karte der Heerstraße in Dormagen aus dem späten 18. Jahrhundert. &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 1, 1994, 34–38.&lt;br /&gt;
* Rheinfeld in schriftloser Zeit. In: E. Breimann, Rheinfeld. Geschichte und Geschichten. Dormagen 1994, 13–21.&lt;br /&gt;
* (mit Dieter Hupka) Altholländische Fliesen mit Schiffsdarstellungen aus der Zonser Altstadt. In: Fund und Deutung. Neuere archäologische Forschungen im Kreis Neuss. Neuss 1994, 114–120.&lt;br /&gt;
* Bronzezeitliche Harpunen mit Tüllenknebelspitzen. &#039;&#039;Archäologie der Schweiz&#039;&#039; 4, 1994, 134–139.&lt;br /&gt;
* Archäologische Ausgrabungen in Weißenfels. &#039;&#039;Weißenfelser Heimatbote&#039;&#039; 4, 1994, 100–103.&lt;br /&gt;
* Experimente zu bronzezeitlichen Tüllenknebelharpunen aus Hirschgeweih. In: Experimentelle Archäologie. Bilanz 1994 (Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland, Beiheft). Oldenburg 1995, 165–178.&lt;br /&gt;
* Mathias Ehmans (geb. ca. 1720). In: &#039;&#039;Lebensbilder aus dem Kreis Neuss&#039;&#039; 2, 1995, 29–34.&lt;br /&gt;
* Archäologie zwischen Schwarzbach und Kittelbach. Gebietsaufnahme der ‚Honschaft Rath&#039; im Norden von Düsseldorf. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 66, 1995, 23–120.&lt;br /&gt;
* Der Galgenberg vor dem Neusser Obertor. Zu den Neusser Richtstätten. &#039;&#039;Neusser Jahrbuch für Kunst, Kulturgeschichte und Heimatkunde&#039;&#039; 1995, 23–25.&lt;br /&gt;
* Ein borealzeitliches Auerochsen-Skelett vom Niederrhein (Stadt Dormagen, Kreis Neuss, Reg.-Bez. Düsseldorf). &#039;&#039;Praehistorische Zeitschrift&#039;&#039; 2, 1995, 159–174.&lt;br /&gt;
* Bibliographie zur Steinzeit-Belletristik. Nachträge I. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 2, 1995, 273–274.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 8, 1996.&lt;br /&gt;
* Stadtarchäologische Untersuchungen in Weißenfels, Ldkr. Weißenfels. &#039;&#039;Archäologische Berichte aus Sachsen-Anhalt&#039;&#039; 1994 (1996) 227–237.&lt;br /&gt;
* Eine mittelalterliche Pilgermuschel aus Zons. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 4, 1996, 211–216.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Dirk Lornsen, Tirkan. Stuttgart/Wien 1994. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1 &amp;amp; 2, 1996, 235.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Ralf Lommerzheim/Bernd C. Oesterwind, Die hallstattzeitliche Siedlung von Düsseldorf-Rath (Rheinische Ausgrabungen 38). Köln/Bonn 1995. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 67, 1996, 478–481.&lt;br /&gt;
* Zu einem nachgebauten neolithischen Backofen. ‚Experimentelle Archäologie&#039; mit Kindern. &#039;&#039;Archäologische Berichte aus Sachsen-Anhalt&#039;&#039; 1995/II (1996) 63–71.&lt;br /&gt;
* (Recherchemitarbeit) C. von Looz-Corswarem/R. Purpar, Kunststadt Düsseldorf. Objekte und Denkmäler im Stadtbild. Düsseldorf 1996.&lt;br /&gt;
* (Miszelle) Klingentechnik der Spätbronzezeit. &#039;&#039;Archäologie in Deutschland&#039;&#039; 4, 1997, 46.&lt;br /&gt;
* Knüpfnetz, Querangel und Schenkelhaken. ‚Experimentelle Archäologie&#039; mit Kindern II. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1, 1998, 151–158.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Franz Grus, Kelten, Germanen, Römer in Leverkusen. Ein Beitrag zur Geschichte des Niederrheins während der Römerzeit. Leverkusen 1997. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 69, 1998, 362–363.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Marion Roehmer, Burg Friedestrom in Zons. Mittelalterliche Keramik und Baubefunde einer rheinischen Zollfestung (Rheinische Ausgrabungen 42). Köln/Bonn 1998. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 69, 1998, 364–368.&lt;br /&gt;
* Archäologie und historische Kartographie am Beispiel des Klein-Balgheimer Hofes im Kreis Neuss. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 69, 1998, 263–278.&lt;br /&gt;
* Die Siedlung Marlow 1, Ldkr. Rügen, aus der späten Bronze- bzw. frühen Eisenzeit. &#039;&#039;Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift&#039;&#039; 1, 1999, 1–20.&lt;br /&gt;
* Archäologische Funde aus Dormagen-Delrath. Ein Überblick. In: G. Blank, Delrather Zeitreise 1931–1960. o. O. (Dormagen) 1999, 5–13.&lt;br /&gt;
* Renier Roidkin. Werke zu Zons und Haus Bürgel um 1735. &#039;&#039;Rheinische Heimatpflege&#039;&#039; 3, 1999, 211–217.&lt;br /&gt;
* Zwei bemerkenswerte Skelettfunde von Auerochsen aus den Rheinlanden und Westfalen: Dormagen-Straberg und Sassenberg-Hilgenbrink. In: Archäologie und Biologie des Auerochsen (Wissenschaftliche Schriften des Neanderthal Museums 1). Mettmann 1999, 195–200.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Jean Courtin, Die vergessene Höhle. Sigmaringen 1998. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1, 1999, 55–56.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;… etliche Reiter Hier im Winterquartier gelegen&amp;quot;. Bemerkungen zur verschollenen Chronik des Caspar Schmitz vom Nievenheimer Wittges-Hof. &#039;&#039;Jahrbuch für den Kreis Neuss&#039;&#039; 2000 (1999) 112–119.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Günter Krause, Vergangenheit ohne Zukunft? Archäologische Zeugnisse aus Duisburg-Huckingen und dem Duisburger Süden von den Anfängen bis ins Industriezeitalter. Duisburg 1998. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 70, 1999, 407–411.&lt;br /&gt;
* Ein Fundplatz der Rhein-Maas-Schelde-Kultur bei Gohr-Broich (Stadt Dormagen, Kreis Neuss). &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 70, 1999, 289–302.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Günter Krause: Vergangenheit ohne Zukunft? Archäologische Zeugnisse aus Duisburg-Huckingen und dem Duisburger Süden von den Anfängen bis ins Industriezeitalter. Duisburg 1998. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 2, 1999, 299–300.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Hundejunge und Blumenmond. Eine Jugenderzählung aus der mittleren Steinzeit.&#039;&#039; Norderstedt 2000.&lt;br /&gt;
* Zwei weitere Farbstößel vom linken Niederrhein. Neue Lesefunde aus Wegberg-Moorshoven, Kreis Heinsberg. &#039;&#039;Das Rheinische Landesmuseum Bonn. Berichte aus der Arbeit des Museums&#039;&#039; 1, 2000, 12–13.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Ein Tonpfeifenfragment vom Windrather Hof (Stadt Velbert, Kreis Mettmann). &#039;&#039;Romerike Berge. Zeitschrift für das Bergische Land&#039;&#039; 3, 2000, 20–22.&lt;br /&gt;
* (mit Sabine Sauer) Eine bronzezeitliche Beilklinge aus Neuss-Uedesheim. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 1999 (2000) 57.&lt;br /&gt;
* Vorindustrielle Farbreiben am linken Niederrhein. &#039;&#039;Natur- und Landschaftskunde&#039;&#039; 1, 2000, 22–24.&lt;br /&gt;
* Zwei bemerkenswerte Bodenfunde aus Wegberg-Moorshoven. &#039;&#039;Heimatkalender des Kreises Heinsberg&#039;&#039; 2001, 39–41.&lt;br /&gt;
* Korbreuse, Erdofen und Flechtwand. ‚Experimentelle Archäologie&#039; mit Heranwachsenden. &#039;&#039;Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift&#039;&#039; 2, 2000, 259–273.&lt;br /&gt;
* Archäologische Erkenntnisse zur Richtstätte bei Hundisburg (Ohrekreis). &#039;&#039;Die Kunde&#039;&#039; N. F. 51, 2000, 137–146.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Karl Emsbach, Zons. Portrait einer alten Stadt. Dormagen 2000. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 71, 2000, 400–402.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2001–2010 ===&lt;br /&gt;
* Versuche mit Haselnussröste. Einer mesolithischen Konservierungstechnik auf der Spur. &#039;&#039;Das Rheinische Landesmuseum Bonn. Berichte aus der Arbeit des Museums&#039;&#039; 1, 2001, 1–5.&lt;br /&gt;
* Ein archäologischer Befund zur mittelalterlichen Strafjustiz bei Hessisch-Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis). &#039;&#039;Archäologisches Korrespondenzblatt&#039;&#039; 2, 2001, 311–315.&lt;br /&gt;
* Ein Jägerlager aus der mittleren Steinzeit bei Dormagen-Broich, Kreis Neuss. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 4, 2001, 220–224.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 9, 2001.&lt;br /&gt;
* (mit Sabine Sauer) Eine bronzezeitliche Beilklinge aus Straberg. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2000 (2001) 52.&lt;br /&gt;
* Neue Erkenntnisse zum Galgenberg vor dem Neusser Obertor. &#039;&#039;Neusser Jahrbuch für Kunst, Kulturgeschichte und Heimatkunde&#039;&#039; 2001, 9–10.&lt;br /&gt;
* Ein Steinhaus mit Grabenanlage bei Wymeer, Ldkr. Leer. &#039;&#039;Die Kunde&#039;&#039; N. F. 52, 2001, 123–129.&lt;br /&gt;
* Die Gräber der Richtstätte Amtsmandshaven bei Næstved auf Seeland (Dänemark). &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 2, 2001, 271–277.&lt;br /&gt;
* Zons und Stürzelberg auf ‚Charten vom ‚Rheinstrohm&#039; anno 1749. &#039;&#039;Jahrbuch für den Kreis Neuss&#039;&#039; 2002 (2001) 60–63.&lt;br /&gt;
* (Mitarbeit) Dormagen – Landschaftsgeschichte, -entwicklung (in 14 Haltepunkten beschrieben). Ein Wegweiser. Mit Fahrradstadtplan 1:15.000. Dormagen 2002². Hrsg. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Neuss 2002, 13–14, 25–26.&lt;br /&gt;
* Archäologische Erkenntnisse zur Richtstätte von Salzhausen, Ldkr. Harburg. &#039;&#039;Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte&#039;&#039; 71, 2002, 139–150.&lt;br /&gt;
* Stein- und metallzeitliche Befunde und Funde aus Hackenbroich und Umgebung. In: Dorfgeschichte(n). Hackenbroich, Hackhausen, Delhoven. Dormagen 2002, 13–29.&lt;br /&gt;
* Römerzeit, Mittelalter und Neuzeit um Hackenbroich im Spiegel archäologischer Funde. In: Dorfgeschichte(n). Hackenbroich, Hackhausen, Delhoven. Dormagen 2002, 30–50.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Jens Wroblewski/André Wemmers, Theiss Burgenführer Niederrhein. Stuttgart 2001. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 73, 2002, 450–451.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Jens Wroblewski/André Wemmers, Theiss Burgenführer Niederrhein. Stuttgart 2001. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1 &amp;amp; 2, 2002, 139–140.&lt;br /&gt;
* Vor 2500 Jahren … Lebensbild eines Gehöftes aus der mittleren vorrömischen Eisenzeit bei Dormagen-Delrath. In: G. Blank, Delrather Zeitreise 1961–1975. o. O. (Norderstedt bei Hamburg) 2003, 7–14.&lt;br /&gt;
* Ein bemerkenswertes Fundstück aus Hirschgeweih vom Niederrhein. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2003, 148–150.&lt;br /&gt;
* Galgen, Rad und Scheiterhaufen. Ein archäologischer Bericht von mittelalterlichen und neuzeitlichen Richtstätten. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 4, 2003, 209–215.&lt;br /&gt;
* Ein Axt- oder Hackenkopf aus Hirschgeweih vom Niederrhein. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2002 (2003) 27–29.&lt;br /&gt;
* (mit Sabine Sauer) Fragment einer bronzenen Absatzbeilklinge von der Niederterrasse des Rheines. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2002 (2003) 64.&lt;br /&gt;
* Fund eines Auerochsenskelettes von der Rheinniederterrasse. &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; (N. F.) 1, 2003, 41–45.&lt;br /&gt;
* Mesolithische Haselnussrösten in der praktischen Erprobung. &#039;&#039;Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift&#039;&#039; 3, 2003, 411–419.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 2, 2004 (Themenheft Jagdgeschichte).&lt;br /&gt;
* Ein mittelsteinzeitlicher Auerochse aus dem Rhein-Kreis Neuss. &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 2, 2004, 12.&lt;br /&gt;
* (mit Andreas E. Hirsch) Isegrims Tod. Zu den letzten Wolfshatzen um 1800. &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 2, 2004, 48–54.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 3, 2004 (Th. Schwabach, Die Entwicklung des Zieglergewerbes in Zons [15.–20. Jahrhundert] mit ausführlicher Darstellung der allgemeinen Entwicklung des Gewerbezweiges).&lt;br /&gt;
* Richtstätten des ausklingenden Mittelalters und der frühen Neuzeit im Fokus moderner Archäologie. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 74, 2003, 303–317.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 4, 2004 (Themenheft Gohr und Broich).&lt;br /&gt;
* Archäologie rund um Gohr und Broich. &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 4, 2004, 5–29.&lt;br /&gt;
* (mit Volker Helten) Niedermoore und Torfabbau östlich von Broich und Gohr. &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 4, 2004, 30–32, 34–38.&lt;br /&gt;
* Ein Urstier aus den Torfen von Gohr. &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 4, 2004, 33.&lt;br /&gt;
* (mit Herbert von Werden) Fronhof und Hofgericht zu Gohr. &#039;&#039;Zeitsprünge. Dormagen von der Steinzeit bis zur Gegenwart&#039;&#039; 4, 2004, 39–56.&lt;br /&gt;
* ‚Der letzte Zeuge&#039;. Ein Rarissimum früher Vermessungstätigkeiten. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2003 (2004) 204–205.&lt;br /&gt;
* Steinzeitliches Rösten von Haselnüssen. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2003 (2004) 212–214.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Achim Werner, Steinzeit – Mahlzeit. Ein Kochbuch für die moderne Küche. Beitrag zur Ernährungsgeschichte jungsteinzeitlicher Menschen in Mitteleuropa. Oldenburg 2004. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1, 2004, 155.&lt;br /&gt;
* (mit Sigrid Scheuss) &#039;&#039;Dormagen. Zeit-Impressionen.&#039;&#039; o. O. (Dormagen) 2005.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 10, 2005.&lt;br /&gt;
* Eine Hofstelle aus der frühen Eisenzeit bei Dormagen-St. Peter. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 10, 2005, 5–13.&lt;br /&gt;
* (mit Sabine Sauer) Eine Absatzbeilklinge von Dormagen-Nachtigall. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 10, 2005, 14–15.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Schriften- und Herausgeberverzeichnis Jost Auler 1981–2003. &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 10, 2005, 78–85.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Register der Bände I (1983) bis X (2005). &#039;&#039;Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg&#039;&#039; 10, 2005, 86–89.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Achim Werner, Steinzeit – Mahlzeit. Ein Kochbuch für die moderne Küche. Beitrag zur Ernährungsgeschichte jungsteinzeitlicher Menschen in Mitteleuropa. Oldenburg 2004. &#039;&#039;Archäologie in Deutschland&#039;&#039; 2, 2005, 75–76.&lt;br /&gt;
* Eine Hofstelle aus der älteren vorrömischen Eisenzeit zwischen Düsseldorf und Ratingen. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 75, 2004/05, 431–442.&lt;br /&gt;
* Ein früheisenzeitliches Gehöft nahe Dormagen-St. Peter. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2005, 147–151.&lt;br /&gt;
* Sühne und Abschreckung. &#039;&#039;Abenteuer Archäologie&#039;&#039; 3, 2005, 84–88.&lt;br /&gt;
* Die Horremer und die Richtstätten des Amtes Zons. In: 850 Jahre Horrem. Ein Buch voller Geschichte(n). o. O. 2005, 19–21.&lt;br /&gt;
* Bodenfunde in und um Dormagen-Horrem. In: 850 Jahre Horrem. Ein Buch voller Geschichte(n). o. O. 2005, 37–46.&lt;br /&gt;
* Nachbau einer Hofstelle aus der älteren vorrömischen Eisenzeit. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2004 (2005) 206–207.&lt;br /&gt;
* Ein Gehöft der älteren vorrömischen Eisenzeit bei Ratingen. &#039;&#039;Die Quecke. Ratinger und Angerländer Heimatblätter&#039;&#039; 75, 2005, 185–189.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stürzelberg. Ein Lesebuch von Rheinfischern, Getreideschmugglern und Galgenvögeln.&#039;&#039; Dormagen 2005.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stürzelberg. Plaudereien von Gestern, Bilder von Heute.&#039;&#039; Dormagen 2005.&lt;br /&gt;
* (mit Sigrid Scheuss) &#039;&#039;Rommerskirchen – &amp;quot;auf der Gillbach&amp;quot;.&#039;&#039; Dormagen 2005.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Thomas Schwabach, Die Schwieren-Chroniken aus Zons. Bemerkenswertes aus einer niederrheinischen Kleinstadt und ihrer Umgebung 1733–1823. Neuss 2005. &#039;&#039;Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein insbesondere das alte Erzbistum Köln&#039;&#039; 208, 2005, 444–448.&lt;br /&gt;
* Archäologisches Museum Haus Bürgel. Betrachtungen zur Situation des Raumes Dormagen in der Römerzeit. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2006 (2005) 8–15.&lt;br /&gt;
* Archäologische Zeugnisse von den Anfängen bis ins Mittelalter. In: H. G. Kirchhoff, Grevenbroich. Die Stadtgeschichte. Von der Vorzeit bis zur Französischen Revolution. Grevenbroich 2006 (2. Auflage 2011), 11–42.&lt;br /&gt;
* (mit Dagmar Davertzhofen) &#039;&#039;Kochen durch alle Epochen. Eine kulinarische Reise durch Dormagens Vergangenheit. 12 Rezepte.&#039;&#039; Dormagen 2006.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;175 Bilder aus dem alten Stürzelberg 1900–1970.&#039;&#039; Dormagen 2006.&lt;br /&gt;
* (mit Peter Hahn et al.) &#039;&#039;DormaGenial. Das Gedächtnis- und Wissensspiel für die ganze Familie&#039;&#039; (Lassner-GmbH + Co. KG, Städte-Spiel-Verlag). Bad Hersfeld 2006.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie in der Schweiz. &#039;&#039;Archäologie der Schweiz&#039;&#039; 4, 2006, 17.&lt;br /&gt;
* (Redaktion) Evgenij V. Černenko, Die Schutzwaffen der Skythen. Prähistorische Bronzefunde III/2. Stuttgart 2006.&lt;br /&gt;
* (mit Frank Lang) Fotokalender 2007. ‚Stürzelberg von seinen schönsten Seiten&#039;. Dormagen 2006.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stürzelberg. Von Mammutknochen, Landsknechten und Zuckerrüben.&#039;&#039; Dormagen 2007.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Schurken, Schmuggler &amp;amp; Gerichte. Auf den Spuren historischer Kriminalfälle im alten Zons.&#039;&#039; Dormagen 2007.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie in der Schweiz. Ein Überblick. &#039;&#039;Archäologisches Korrespondenzblatt&#039;&#039; 2, 2007, 297–312.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Straberg &amp;amp; Knechtsteden. 10 Kapitel aus der Geschichte des Walddorfes.&#039;&#039; Dormagen 2007.&lt;br /&gt;
* Funde und Befunde in und um Dormagen-Straberg. Eine illustrierte archäologische Gebietsaufnahme. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2008 (2007) 8–19.&lt;br /&gt;
* Salmwippenbau für die ‚Vischerey auf dem Stürzelberg&#039; und den gesamten Niederrhein. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2008 (2007) 168–177.&lt;br /&gt;
* (mit Jürgen Weiner) Ein eigenwilliger jungneolithischer Kratzer aus Stürzelberg. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2006 (2007) 69–70.&lt;br /&gt;
* Die Ochsentour. Neuss und der transkontinentale Rindviehtrieb in der Frühen Neuzeit. &#039;&#039;Novaesium 2007. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte&#039;&#039; 53–67.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Achim Werner, Keltische Kochbarkeiten. Mit 60 Rezepten vom 5-Steine-Koch. Stuttgart 2007. &#039;&#039;Archäologie in Deutschland. Das Magazin&#039;&#039; 2, 2008, 76.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;seint die limitten … gegangen worden&amp;quot;. Historische Kartenaufnahmen um die Mitte des 18. Jahrhunderts am Beispiel des Amtes Zons. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 78, 2008, 269–284.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Ernst Schubert, Essen und Trinken im Mittelalter. Darmstadt 2006. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 78, 2008, 429–432.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Richtstättenarchäologie.&#039;&#039; Dormagen 2008.&lt;br /&gt;
* Ausgewählte Altgrabungen mit Richtstättenbefunden aus Deutschland. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie. Dormagen 2008, 12–45.&lt;br /&gt;
* Das spätmittelalterliche Grab eines enthaupteten Mannes aus Nordhessen. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie. Dormagen 2008, 70–75.&lt;br /&gt;
* Vor den Toren der Stadt. Die südliche Richtstätte der rheinischen Stadt Neuss. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie. Dormagen 2008, 76–81.&lt;br /&gt;
* Beobachtungen am Holzgalgen bei Hundisburg im Ohrekreis (Sachsen-Anhalt). In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie. Dormagen 2008, 81–89.&lt;br /&gt;
* Die Richtstätten Slots Bjærgby und Næstved auf Seeland/Dänemark. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie. Dormagen 2008, 90–96.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie in der Schweiz. Einige Nachträge. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie. Dormagen 2008, 286–306.&lt;br /&gt;
* Katalog erhaltener Hochgerichte in Deutschland und einigen Nachbarländern. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie. Dormagen 2008, 308–325.&lt;br /&gt;
* Scheiterhaufen, Graburnen und Knochenbrand. Zu frühkaiserzeitlichen römischen Bestattungen eines Militärlagers an der Deichstraße in Zons. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2009 (2008) 8–15.&lt;br /&gt;
* (Rezension) E. Schubert, Essen und Trinken im Mittelalter. Darmstadt 2006. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1/2, 2008, 149–150.&lt;br /&gt;
* Der Söldnerchronist Peter Hagendorf vor Zons im Hessenkrieg 1642. &#039;&#039;Düsseldorfer Jahrbuch&#039;&#039; 79, 2009, 315–334.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Caldinius. Dormagens römischer Reitersoldat. Eine Fibel für junge Leser.&#039;&#039; Dormagen 2009.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller und Kerstin Ohmert) Ein Baum wird zum Einbaum. (R)eine Formsache. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2008 (2009) 194–195.&lt;br /&gt;
* (mit Stefanie Schmidt und Winfried Schüngel) &#039;&#039;Stürzelberg. Impressionen aus der Luft.&#039;&#039; Dormagen 2009.&lt;br /&gt;
* Eine Heimstatt für die Aussätzigen. Überlegungen zum frühneuzeitlichen Dormagener Siechenhaus. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2010 (2009) 48–63.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Da nun meine Hausfrau ihren Scharzenhandel … trieb&amp;quot;. Der Kölner Ratsherr Hermann von Weinsberg, seine Neusser Frau Weisgin Ripgin und der Tuchhandel in der Quirinusstadt. &#039;&#039;Novaesium 2009. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte&#039;&#039; 99–111.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Wijnand van der Sanden / Henk Luning (Red.), Over galg en rad. Executieplaatsen in Drenthe. Zwolle/Assen 2010. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 1 &amp;amp; 2, 2009, 145–147.&lt;br /&gt;
* (Verleger) Werner Böcking, &#039;&#039;Jan der Salmfischer.&#039;&#039; Dormagen 2009.&lt;br /&gt;
* (mit Peter Pieper und Britta Schlüter) Ein ‚Runenstein&#039; aus Dormagen-Stürzelberg, Rhein-Kreis Neuss: ‚Original&#039; oder ‚Fälschung&#039;? &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 1, 2010, 12–16.&lt;br /&gt;
* Einführung. In: Galgen, Rad und Scheiterhaufen. Einblicke in Orte des Grauens. Ausstellungskatalog Neanderthal Museum Mettmann 2010, 6–9.&lt;br /&gt;
* Hinrichtungsarten und anthropologische Nachweise. In: Galgen, Rad und Scheiterhaufen. Einblicke in Orte des Grauens. Ausstellungskatalog Neanderthal Museum Mettmann 2010, 54–77.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie. In: Galgen, Rad und Scheiterhaufen. Einblicke in Orte des Grauens. Ausstellungskatalog Neanderthal Museum Mettmann 2010, 85–89.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Richtstättenarchäologie 2.&#039;&#039; Dormagen 2010.&lt;br /&gt;
* Ausgewählte Altgrabungen mit Richtstättenbefunden aus Deutschland (2). In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie 2. Dormagen 2010, 12–28.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie in den Niederlanden. Das Beispiel Amersfoort (Provinz Utrecht). In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie 2. Dormagen 2010, 30–33.&lt;br /&gt;
* Bodenbefunde zu einem dekapitierten und einem geräderten Delinquenten. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie 2. Dormagen 2010, 34–43.&lt;br /&gt;
* Rechtsarchäologische Beobachtungen an Skeletten neben einer nordhessischen Kirche. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie 2. Dormagen 2010, 44–50.&lt;br /&gt;
* Ungewöhnliche Gräber auf der ‚Galgenwiesen&#039; bei Erding/Oberbayern. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie 2. Dormagen 2010, 52–55.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie im südlichen Dänemark: Die Fundplätze Slots Bjærgby, Haderslev und Næstved. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie 2. Dormagen 2010, 56–65.&lt;br /&gt;
* (mit Thomas Becker / Thomas Liebert / Ursula Tegtmeier) Nachuntersuchungen an einem Skelettbefund zur neuzeitlichen Strafrechtspflege aus Mittelfranken. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie 2. Dormagen 2010, 66–100.&lt;br /&gt;
* Potentielle archäologisch-anthropologische Befunde zum Vollzug von Leibesstrafen aus norddeutschen Hansestädten. In: J. Auler (Hrsg.), Richtstättenarchäologie 2. Dormagen 2010, 412–418.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller und Kerstin Ohmert) Der Dormagener Einbaum &amp;quot;Pejoke&amp;quot;. Kein R(h)einfall! &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2009 (2010) 204–205.&lt;br /&gt;
* Beobachtungen an der Kapelle in Dormagen-Stürzelberg. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2011 (2010) 22–31.&lt;br /&gt;
* (mit Reinhold Roth) Plaggenesche am Südrand der Kempener Platte (Willich). In: Geologie und Archäologie am Niederrhein. Festschrift für Prof. Dr. Josef Klostermann. Hannover/Krefeld 2010, 115–120.&lt;br /&gt;
* (Verleger) Hans-Georg Stephan, &#039;&#039;Der Solling im Mittelalter.&#039;&#039; Hallesche Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 1. Dormagen 2010.&lt;br /&gt;
* Fotokalender 2011. ‚Stürzelberg. Dorf mit Herz&#039;. Dormagen 2010.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2011–2020 ===&lt;br /&gt;
* ‚Jetzt gibt´s was auf die Nuss&#039;. Ein möglicher mesolithischer Nussknackstein aus Dormagen-Gohr? &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2011, 99–100.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller und Kerstin Ohmert) Auf die Probe gestellt! ‚Pejoke&#039; auf großer Fahrt? &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2010 (2011) 231–232.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;… streitiger jagd Limiten in dem so genandten stutgen …&amp;quot;. Eine Altkarte des Amtes Zons aus dem Kölner Stadtarchiv. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2012 (2011) 66–75.&lt;br /&gt;
* Auerochsenjäger auf der Dormagener Niederterrasse (Rhein-Kreis Neuss). In: Archiv und Erinnerung im Rhein-Kreis Neuss. Festschrift für Dr. Karl Emsbach. Neuss 2011, 43–63.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Ein Kinderschuh des 19. Jahrhunderts aus Dormagen-Stürzelberg, Rhein-Kreis Neuss. In: Archiv und Erinnerung im Rhein-Kreis Neuss. Festschrift für Dr. Karl Emsbach. Neuss 2011, 65–73.&lt;br /&gt;
* ‚… die Riesen unter unseren Fahrzeugen&#039;. Zu Holländerflößen auf dem Rheinstrom vor 1850. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 2, 2012, 50–55.&lt;br /&gt;
* Ein gerdt myt eynem strowysch. Ein (fast) vergessenes bäuerliches Rechtsdenkmal aus dem Rhein-Kreis Neuss. &#039;&#039;Alltag im Rheinland&#039;&#039; 2012, 81–85.&lt;br /&gt;
* (Herausgeber) &#039;&#039;Richtstättenarchäologie 3.&#039;&#039; Dormagen 2012.&lt;br /&gt;
* Ausgewählte Altgrabungen mit Richtstättenbefunden aus Deutschland (3). In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 24–35.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie in den Niederlanden 2. Galgenfundamente bei Amerongen, Provinz Utrecht. In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 118–121.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie in den Niederlanden 3. ‚Galgenheuvel 2&#039; in Zevenbergen, Provinz Noord-Brabant. In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 122–125.&lt;br /&gt;
* Richtstättenarchäologie in den Niederlanden 4. Ein Rechtsbefund aus Swalmen-Hoogterras, Provinz Limburg. In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 126–129.&lt;br /&gt;
* Archäologische Befunde und Funde an rheinischen Richtstätten des ausklingenden Mittelalters und der frühen Neuzeit. In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 264–274.&lt;br /&gt;
* Richtstättendarstellungen in der historischen Kartographie. Beispiele aus dem Rheinland. In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 276–287.&lt;br /&gt;
* Der rekonstruierte Galgen von Kelberg, Landkreis Vulkaneifel. In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 288–293.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;… inwendich besien zo laissen van den doctoiren&amp;quot;. Delinquentenleichen auf dem Seziertisch. In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 440–449.&lt;br /&gt;
* Hulton Abbey, Staffordshire (Großbritannien): Archäologisch-Anthropologischer Befund einer Vierteilung. In: J. Auler (Hrsg.) Richtstättenarchäologie 3. Dormagen 2012, 532–543.&lt;br /&gt;
* (mit Diana Wolf) Der Düsseldorfer Künstler Theodor Lindner und (s)ein Gemälde von Zons. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2013 (2012) 190–199.&lt;br /&gt;
* (mit Wolfgang Karl Kafiz) Fotokalender 2013. ‚Stürzelberg. Dorf am Strom&#039;. Dormagen 2012.&lt;br /&gt;
* (Verleger) &#039;&#039;750 Jahre Delrath 1263–2013.&#039;&#039; Dormagen 2013.&lt;br /&gt;
* Ausgewählte archäologische Fundstellen und Funde aus dem Raum Delrath. In: 750 Jahre Delrath 1263–2013. Dormagen 2013, 21–28.&lt;br /&gt;
* The Archaeology of Execution Sites in Early Modern Central Europe. In: Historical Archaeology in Central Europe. Rockville 2013, 139–147.&lt;br /&gt;
* Piktogramme von Galgen und Rad auf einem frühneuzeitlichen Bleigeschoss aus Ostwürttemberg. &#039;&#039;Signa Ivris. Beiträge zur Rechtsikonographie, Rechtsarchäologie und Rechtlichen Volkskunde&#039;&#039; 12, 2013, 9–25.&lt;br /&gt;
* Ala I Noricorum civium Romanorum. Zur Geschichte der römischen Reitereinheit aus Dormagen. &#039;&#039;Geschichte in Köln&#039;&#039; 60, 2013, 199–210.&lt;br /&gt;
* (mit Ute Wlodek) (Rezension) Achim Werner / Jens Dummer, Steinzeit – Mahlzeit. Von den ersten Bauern bis Ötzi. Mit 55 neuen Rezepten vom 5-Steine-Koch. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 36, 2013, 197–199.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Milchsatten, Ziegenknochen und ein Darrenfragment. (Boden)funde von einem historischen Nebenerwerbshof in Dormagen-Stürzelberg. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 1, 2014, 16–23.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Milchsatten, Ziegenknochen und ein Darrenfragment. (Boden)funde von einem historischen Nebenerwerbshof in Dormagen-Stürzelberg. Teil 2. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 2, 2014, 59–63.&lt;br /&gt;
* Eine Hofstelle der Älteren vorrömischen Eisenzeit mit botanischen Resten von Dormagen-St. Peter, Rhein-Kreis Neuss. &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; (N. F.) 1, 2014, 56–64.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Käse mische … mit Weizengrieß&amp;quot;. Kinder kochen wie die alten Römer. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2013 (2014), 265–266.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Archäologische Ausgrabungen in Dormagen.&#039;&#039; Dormagen 2014.&lt;br /&gt;
* Eine Siedlung der frühen Latènezeit mit Hausspuren bei Dormagen-Delhoven. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2015 (2014), 8–17.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Gürtelschnallen, Messerfragment und ein Dominostein. Bodenfunde von einem historischen Nebenerwerbshof in Dormagen-Stürzelberg. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 2, 2015, 54–60.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Buchweizen und Ziegenmilch. Beobachtungen zum Alltagsleben auf einem niederrheinischen Ackererhof in Dormagen-Stürzelberg im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Festschrift für Dr. Christoph Reichmann. Krefeld 2015, 37–57.&lt;br /&gt;
* (mit Dieter Hupka) &amp;quot;… Ehrn Häfen auff dreyen beyn&amp;quot;. Ein gut erhaltener Bronzegrapen mit Gießerzeichen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim. &#039;&#039;Die Kunde. Zeitschrift für niedersächsische Archäologie&#039;&#039; 63, 2012, 2015, 111–122.&lt;br /&gt;
* Dormagens Reiter für Rom. Zur Geschichte der Ala I Noricorum civium Romanorum. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2015, 91–95.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Buchweizenpfannkuchen, Maifischfilet und Ziegenkäse. Zur Eigenversorgung einer kleinen dörflichen Hofstelle im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2016 (2015) 30–43.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) Knochen, Scherben und Pflanzenreste. Funde von einem ehemaligen neuzeitlichen Ackererhof in Dormagen-Stürzelberg. &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; 1, 2015, 3–7.&lt;br /&gt;
* (mit Petra Hiller) &#039;&#039;Geschichte eines ehemaligen Ackerhofes in Dormagen-Stürzelberg. Sechs Aufsätze.&#039;&#039; Dormagen 2016.&lt;br /&gt;
* Spuren steinzeitlicher Wildbeuter auf der Dormagener Niederterrasse in chorologischer und chronologischer Tiefe. &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; 1, 2016, 10–23.&lt;br /&gt;
* Schwirrhölzer – Töne aus der Luft. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2015 (2016) 238–239.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Braupfanne, Brandweinkessel und sonstige dazugehörige Fässer&amp;quot;. Eine vorindustrielle Bierbraustätte und Schnapsdestille bei Dormagen-Ückerath. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2017 (2016) 64–73.&lt;br /&gt;
* (mit Dieter Hupka) &amp;quot;…dye beste potte&amp;quot;. Bronzegrapen aus Stadt und (Rhein-)Kreis Neuss. &#039;&#039;Novaesium. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte&#039;&#039; 2017. Neuss 2016, 29–43.&lt;br /&gt;
* Eine neue hochmittelalterliche Hofstelle nahe dem Latourshof in Dormagen-Nievenheim (Rhein-Kreis Neuss). &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; 2, 2016, 59–65.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Achim Werner &amp;amp; Jens Dummer, Kochen und Backen mit Ötzi. 35 leckere Rezepte vom 5-Steine Koch. Rheinbach 2016. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 39, 2016, 292–293.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Angelika Franz &amp;amp; Daniel Nösler, Geköpft und gepfählt. Archäologen auf der Jagd nach den Untoten. Darmstadt 2017. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 40, 2017, 450–454.&lt;br /&gt;
* Ein außergewöhnlicher Ackerlesefund vom Niederrhein oder das Rätsel um das afrikanische Messer. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 2, 2017, 59–60.&lt;br /&gt;
* Die ‚Vischerey auf dem Stürzelberg&#039;. Fischfang auf dem Rheinstrom im ehemaligen Amt Zons. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2017, 112–119.&lt;br /&gt;
* Eiszeitkunst mit Kindern: mit Mörser, Stichel und Leinöl. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2016 (2017) 252–253.&lt;br /&gt;
* Becher und Töpfe, Schalen und Schüsseln. Funde und Fundstellen der Bronze- und Vorrömischen Eisenzeit von der Dormagener Niederterrasse. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2018 (2017) 8–27.&lt;br /&gt;
* Rentierjäger in karger Landschaft. Neue Funde zu steinzeitlichen Wildbeutern auf der Dormagener Niederterrasse. &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; (N.F.) 1, 2017, 43–60.&lt;br /&gt;
* Flintbeilklingen, Tulpenbecher und geflügelte Pfeilspitzen. Neolithische Funde und Fundstellen auf der Dormagener Mittel- und Niederterrasse. &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; (N.F.) 2, 2017, 92–108.&lt;br /&gt;
* Der Düsseldorfer Genremaler Theodor Emil Lindner – Ein Nachtrag. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 1, 2018, 17–21.&lt;br /&gt;
* Dechsel, Beil und viele kleine Hände. Nachbau eines funktionstüchtigen Einbaums. In: Römer zum Anfassen. Mythos und Fakten. Katalog Clemens-Sels-Museum. Neuss 2018, 59–66.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Uwe Pfullmann: Durchs Heilige Land, Wüste und Steppe. Entdeckerlexikon Arabien und Palästina. Biographien und Berichte. Berlin 2017. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 2, 2018, 84–86.&lt;br /&gt;
* Baubeobachtungen an der Biesenbachstraße 7 in Dormagen-Stürzelberg, Rhein-Kreis Neuss. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2018, 108–111.&lt;br /&gt;
* Ein deponierter Kinderschuh. Ein Fund aus dem späten 19. Jh. aus Dormagen-Stürzelberg und seine Deutung. &#039;&#039;Rheinische Heimatpflege&#039;&#039; 3, 2018, 199–208.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Karl Lorenz Auler Pascha (*1854, †1930). Preußischer Offizier, Militärberater im Osmanischen Reich, Reiseschriftsteller und Weltkriegsgeneral. Eine Kurzbiografie.&#039;&#039; Dormagen 2018.&lt;br /&gt;
* Ein mittelalterlicher Wetzstein von Zons. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2017 (2018) 163–164.&lt;br /&gt;
* (mit Dieter Hupka) Ein eiserner Dreibeinkochtopf vom Hoster Hof in Mönchengladbach-Rheydt. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2017 (2018) 184–186.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Achim Werner / Jens Dummer, Backen von der Steinzeit bis ins Mittelalter. Brot, Gebäck und Kuchen aus 8000 Jahren. 55 Rezepte vom 5-Sterne-Koch. Stuttgart 2018. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 41, 2018. Early View, online publiziert 31.10.2018.&lt;br /&gt;
* Eisiger Südwestwind über unendlichen Weiten. Ein spätaltsteinzeitliches Jägerlager in der Dormagener Kältesteppe. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2019 (2018) 8–21.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;1767 den 25ten May haben wir sieben Junge wolff … gefunden&amp;quot;. Mittelalterlich-frühneuzeitliche Wolfsjagden im Raum Neuss im Spiegel von Geschichte und Archäologie. &#039;&#039;Novaesium. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte&#039;&#039; 2018. Neuss 2018, 192–220.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&amp;quot;unter meinen Füßen!&amp;quot;. Vita, Schriften-, Herausgeber- und Verlegerverzeichnis.&#039;&#039; Dormagen 2018.&lt;br /&gt;
* An den Lagerfeuern der Altsteinzeit. Letzte Eiszeitjäger am oberen linken Niederrhein. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 1, 2019, 22–25.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;das kölliesse landt, alles verderbet, wir so wol als der feindt&amp;quot;. Ein kaiserliches Militärlager vor Zons im Hessenkrieg 1642. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 2, 2019, 58–64.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Pfullmann, Uwe (Hrsg.), Georg Forster Sadleir, Unterwegs nach Dirriya, der saudischen Hauptstadt. Die erste Ost-West-Durchquerung Arabiens durch Captain George Sadleir. Gornsdorf 2018. &#039;&#039;Das Historisch-Politische Buch&#039;&#039; (67) 1, 2019, 94.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;… hatt ihn abgeschossen der Johannes Hendrig Falckenberg, Jungergesell vom Stürtzelberg&amp;quot;. Kleine Geschichte der St.-Aloysius-Schützenbruderschaft Stürzelberg von 1868. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2019, 95–103.&lt;br /&gt;
* Auf schmaler Spur durch die Arabische Halbinsel. Die Abenteuer des preussischen Offiziers Karl Lorenz Auler in Inner-Arabien um 1900. &#039;&#039;Rhein-Hunsrück-Kalender. Heimatjahrbuch&#039;&#039; 2020, 123–131.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;… jungsthin durchs Schwerdt justificierte Malefiz-Persohnen&amp;quot;. Zur letzten Hinrichtung an der Zonser Richtstätte vor rund 300 Jahren. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2020 (2019) 12–25.&lt;br /&gt;
* (Miszelle) (mit Volker Kuhlmann) Römisches Mehrzweckgerät. &#039;&#039;Archäologie in Deutschland&#039;&#039; 2, 2020, 58–59.&lt;br /&gt;
* Schulstraße 13. Eine typische Hofstelle des 19. Jahrhunderts in Dormagen-Stürzelberg, Rhein-Kreis Neuss. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2020, 111–119.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Marcus Junkelmann, Römische Naschkatzen. Praktische Anleitung für die altrömische Küche. Oppenheim am Rhein 2019. &#039;&#039;Das Historisch-Politische Buch&#039;&#039; 1, 2020, 53–55.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stürzelberg. 16 Dorfgeschichten aus der Neuzeit.&#039;&#039; Dormagen 2020.&lt;br /&gt;
* Heringe, Salz und große Fässer. Eine kleine Geschichte von Salzhering und Stockfisch im alten Neuss. In: Fisch, Land, Fluss. Eine Zeitreise durch die Fischereigeschichte am Niederrhein. Katalog Neuss 2020, 111–125.&lt;br /&gt;
* (mit Volker Kuhlmann) Ein Bronzegerät aus dem Dormagener Reiterlager. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2019 (2020), 145–146.&lt;br /&gt;
* (mit Dieter Hupka) Ein bemerkenswert gut erhaltener eisenzeitlicher Mahlstein aus Dormagen-Nievenheim (Rhein-Kreis Neuss). &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2021 (2020), 8–17.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Ist der Stütger Busch von bösen Leuthen angestochen worden&amp;quot;. Von Bäumen, Bränden und Banden im Stüttger Busch. &#039;&#039;Novaesium. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte&#039;&#039; 2020. Neuss 2020, 329–348.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 2021– ===&lt;br /&gt;
* Zur Herkunft der Reitersoldaten des Hilfstruppenlagers Dvrnomagvs (Dormagen). In: Inter Nationes. Die Menschen im römischen Novaesium. Neuss 2021, 55–65.&lt;br /&gt;
* (mit Uta Klinge) &amp;quot;6 loth dürren Rosemarinch blätter … in ein neu erdene Düppen&amp;quot;. Ein Hausrezept gegen die Gicht aus dem späten 18. Jahrhundert. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2022, 18–33.&lt;br /&gt;
* Ein &amp;quot;hier gefangenes fremdes Thier&amp;quot;. Nachweis eines Opossums bei Neuss anno 1860. &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; (N.F.) 1, 2021, 22–26.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Bleibet Capitulum bei alsolcher gefhelter Urtheill und … befhollener Execution&amp;quot;. Ein Kölner Verfahren zur Hexenverfolgung in Zons. &#039;&#039;Jahrbuch des Kölner Geschichtsvereins&#039;&#039; 84, 2021, 127–146.&lt;br /&gt;
* Zur Funktionsweise und Chronologie von Querangelhaken. Eine Übersicht. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 44, 2021, 177–190.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&amp;quot;Capite arma equites!&amp;quot; Dormagen in der Römerzeit.&#039;&#039; Dormagen 2021.&lt;br /&gt;
* Ersatzkaffee: gebrüht aus Eicheln, Dinkel und Zichorien. In: Kaffee ist fertig. Karriere eines Heissgetränks. Neuss 2022, 117–122.&lt;br /&gt;
* Ein römisches Militärgestüt am Niederrhein? Das Landgut von Dormagen-Nievenheim im Rhein-Kreis Neuss. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2023, 36–49.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;… sie hatten ihm mit Hagel und einer Kugel … durchs Beyn geschossen&amp;quot;. &amp;quot;Eine sonderbahre Begebenheit&amp;quot; um eine Dormagener Goldmacherfamilie um 1800. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2023, 60–75.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Stürzelberg. 18 Geschichtssplitter aus dem Rheindorf.&#039;&#039; Dormagen 2022.&lt;br /&gt;
* Ton, Steine, Scherben. Ein kurzer Streifzug durch die Prähistorie von Dormagen. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2023, 115–127.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;… kam der erste Stoß bei nahe an die Mitte des Haubts, … die 2 andern Stöße … im Genicke&amp;quot;. Die spätmittelalterlich-frühneuzeitliche Todesstrafe des Räderns im archäologischen Befund. &#039;&#039;Archäologisches Korrespondenzblatt&#039;&#039; 53 (2), 2023, 253–273.&lt;br /&gt;
* (mit Martin Fischer) &amp;quot;ind seulde yme sulch syn anslach veryndert syn wurden&amp;quot;. Die Stadt Zons während der Kölner Stiftsfehde und die burgundische Militäraktion vom 13. April 1475. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2024 (2023) 20–39.&lt;br /&gt;
* Ein bemerkenswerter Neufund. Der Retuscheur vom jungmesolithischen Fundplatz Rosellen 7. &#039;&#039;Novaesium 2023. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte&#039;&#039; 23–31.&lt;br /&gt;
* Zum Stand der Archäologie von Richtstätten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit im deutschsprachigen Raum. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 46, 2023, 199–226.&lt;br /&gt;
* Niederrheingold. Historische Goldwäscherei am Unteren Niederrhein. &#039;&#039;Natur am Niederrhein&#039;&#039; (N.F.) 1, 2023, 19–34.&lt;br /&gt;
* Schwarzes Holz und weißes Bein. Ein Domino-Spielstein aus napoleonischer Zeit aus Dormagen-Stürzelberg. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 1, 2024, 17–22.&lt;br /&gt;
* Reiter und Pferde, Kaserne und Stallungen. Dormagen als Weltkulturerbe präsentiert seine antiken Schätze. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 3, 2024, 113–116.&lt;br /&gt;
* Funditores, funda und glandes. Schleuderer, Handschlaufenschleuder und Bleigeschosse. &#039;&#039;Novaesium 2024. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte&#039;&#039; 34–45.&lt;br /&gt;
* Museale Höhlenkunst mit Kindern. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2023 (2024) 240–241.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Fleiß und Begeisterungsfähigkeit sind wunderbare Tugenden …&amp;quot;. Hertha Johanna Brandt und die archäologische Landesaufnahme des ehemaligen Kreises Grevenbroich (1965–1972). &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2025 (2024) 146–161.&lt;br /&gt;
* (Rezension) Daniel Wojtucki (Ed.), Former Places of Execution in Silesia. An interdisciplinary perspective. Wroclaw (Breslau) 2024. &#039;&#039;Archäologische Informationen&#039;&#039; 47, 2024, 351–352.&lt;br /&gt;
* (mit Peter Bruns) Wolfskuhlen – Bauwerke zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Bejagung von Canis lupus am Niederrhein. &#039;&#039;Archäologie im Rheinland&#039;&#039; 2024 (2025) 195–197.&lt;br /&gt;
* (mit Peter Bruns) Die Lokalisierung des Feldlagers der kaiserlichen und kurbayerischen Truppen bei Zons von 1642. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2026 (2025) 36–45.&lt;br /&gt;
* Vom Rotten und Rösten der Leinpflanze. Das Rittergut Heckhof im Amt Zons und seine Flachskaulen. &#039;&#039;Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss&#039;&#039; 2026 (2025) 76–87.&lt;br /&gt;
* (mit Dieter Hupka) Napoleonshüte aus Neuss. Mahlsteine der späten vorrömischen Eisenzeit. &#039;&#039;Novaesium 2025. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte&#039;&#039; (in Druck).&lt;br /&gt;
* Tod in der Auvergne. Dormagener in der Schlacht bei Lyon? In: Stadt Dormagen &amp;amp; Jorgos Flambouraris (Hrsg.), Dormagen schreibt ein Buch. Eine besondere Geschichtensammlung zum 50. Stadtjubiläum. Hamburg 2025, 50–59.&lt;br /&gt;
* &amp;quot;1586 … sin die freibuter … komen und in Welferhaiffe … huiser abgebrannt&amp;quot;. Ein Scharmützel um den befestigten Walhovener Hof bei Zons. &#039;&#039;Der Niederrhein. Zeitschrift für Heimatpflege und Wandern&#039;&#039; 2, 2026, 49–52.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Auler, Jost}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: Der Archäologe und Historiker Jost Auler (* 1958), 2026

Foto: Jost Auler (Hintergrund mittels KI entfernt)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Der Archäologe und Historiker [[Jost Auler]] (* 1958), 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Foto: Jost Auler (Hintergrund mittels KI entfernt)&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2026-06-04T11:05:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Karl Kress&#039;&#039;&#039; (* 19. März 1945 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein Politiker der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christlich_Demokratische_Union_Deutschlands CDU] und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Beruf ==&lt;br /&gt;
Karl Kress wurde in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für [https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerphysik Polymerphysik] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universität_Mainz Universität Mainz] sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG Bayer AG] in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker und schließlich als Pharmareferent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Seit 1972 war er kontinuierlich im Vorstand des Ortsverbandes aktiv, dessen Vorsitz er im April 2013 von Wiljo Wimmer übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommunalpolitik ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Stadt Dormagen] gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss)], wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landtag ==&lt;br /&gt;
Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen] ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken und Positionen ==&lt;br /&gt;
Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trinkwasserqualität: Im Jahr 1990 stellte er als Kreistagsabgeordneter den Antrag auf Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung: Im Rahmen des &amp;quot;11. Forums Zons&amp;quot; schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.&lt;br /&gt;
* Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des [[Theo-Blum-Haus]]es auf dem [[Burg Friedestrom|Schlossgelände]] als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers [[Theo Blum]] ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Heimatpflege ==&lt;br /&gt;
Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.]], dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]] am [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
* 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue ([[Saarwerden-Denkmal]]) im öffentlichen Raum.&lt;br /&gt;
* Geschichtsvermittlung: Er initiierte die &amp;quot;Zons-Comix&amp;quot;, eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte (von der ein Heft erschien), die in Zusammenarbeit mit den Historikern Dr. [[Karl Emsbach]] und [[Heinz Pankalla]] herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die &amp;quot;Lebende Krippe&amp;quot; in Zons auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
* Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vereinsgründungen und Engagement ===&lt;br /&gt;
Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „[[Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.]]“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des [[TTV Zons 1972 e.V.|Tischtennisvereins Zons]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Powiat_Mikołowski polnischen Kreis Mikołów]. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate und Funktionen (Auswahl) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied im Aufsichtsrat der [ Kreiswerke Grevenbroich GmbH]&lt;br /&gt;
* Stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrates sowie Funktionen im Beirat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sparkasse_Neuss Sparkasse Neuss]&lt;br /&gt;
* Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung &amp;quot;Kulturpflege und Kulturförderung&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2001: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande] (verliehen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau Bundespräsident Johannes Rau] für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement).&lt;br /&gt;
* 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt.&lt;br /&gt;
* Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kress, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Karl_Kress&amp;diff=4324</id>
		<title>Karl Kress</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Karl Kress&#039;&#039;&#039; (* 19. März 1945 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein Politiker der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christlich_Demokratische_Union_Deutschlands CDU] und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Beruf ==&lt;br /&gt;
Karl Kress wurde in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für [https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerphysik Polymerphysik] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universität_Mainz Universität Mainz] sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG Bayer AG] in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker und schließlich als Pharmareferent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Seit 1972 war er kontinuierlich im Vorstand des Ortsverbandes aktiv, dessen Vorsitz er im April 2013 von Wiljo Wimmer übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommunalpolitik ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Stadt Dormagen] gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss)], wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landtag ==&lt;br /&gt;
Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen] ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken und Positionen ==&lt;br /&gt;
Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trinkwasserqualität: Im Jahr 1990 stellte er als Kreistagsabgeordneter den Antrag auf Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung: Im Rahmen des &amp;quot;11. Forums Zons&amp;quot; schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.&lt;br /&gt;
* Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des [[Theo-Blum-Haus]]es auf dem [[Burg Friedestrom|Schlossgelände]] als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers [[Theo Blum]] ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Heimatpflege ==&lt;br /&gt;
Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.]], dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]] am [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
* 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue (Saarwerden-Denkmal) im öffentlichen Raum.&lt;br /&gt;
* Geschichtsvermittlung: Er initiierte die &amp;quot;Zons-Comix&amp;quot;, eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte (von der ein Heft erschien), die in Zusammenarbeit mit den Historikern Dr. [[Karl Emsbach]] und [[Heinz Pankalla]] herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die &amp;quot;Lebende Krippe&amp;quot; in Zons auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
* Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vereinsgründungen und Engagement ===&lt;br /&gt;
Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „[[Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.]]“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des [[TTV Zons 1972 e.V.|Tischtennisvereins Zons]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Powiat_Mikołowski polnischen Kreis Mikołów]. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate und Funktionen (Auswahl) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied im Aufsichtsrat der [ Kreiswerke Grevenbroich GmbH]&lt;br /&gt;
* Stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrates sowie Funktionen im Beirat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sparkasse_Neuss Sparkasse Neuss]&lt;br /&gt;
* Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung &amp;quot;Kulturpflege und Kulturförderung&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2001: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande] (verliehen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau Bundespräsident Johannes Rau] für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement).&lt;br /&gt;
* 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt.&lt;br /&gt;
* Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kress, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Franz_Anton_Va%C3%9Fen&amp;diff=4323</id>
		<title>Franz Anton Vaßen</title>
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		<updated>2026-06-04T10:44:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Franz Anton Vaßen&#039;&#039;&#039; (* 2. Februar 1799 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Aldenhoven Aldenhoven]; † 9. Februar 1891 in [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCren Düren]), war 1831 bis 1842 [[Pfarrer]] in Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Vaßen, Franz Anton}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfarrei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=TTV_Zons_1972_e.V.&amp;diff=4322</id>
		<title>TTV Zons 1972 e.V.</title>
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		<updated>2026-06-04T10:43:24Z</updated>

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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Dies ist ein Thema, zu dem noch kein Artikel geschrieben wurde.&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<title>Heinz Pankalla</title>
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		<updated>2026-06-04T10:43:10Z</updated>

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&lt;br /&gt;
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		<title>Karl Kress</title>
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		<updated>2026-06-04T10:41:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Karl Kress&#039;&#039;&#039; (* 19. März 1945 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen]) ist ein Politiker der [https://de.wikipedia.org/wiki/Christlich_Demokratische_Union_Deutschlands CDU] und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen]. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Beruf ==&lt;br /&gt;
Karl Kress wurde in [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für [https://de.wikipedia.org/wiki/Polymerphysik Polymerphysik] der [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg-Universität_Mainz Universität Mainz] sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bayer_AG Bayer AG] in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker und schließlich als Pharmareferent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Seit 1972 war er kontinuierlich im Vorstand des Ortsverbandes aktiv, dessen Vorsitz er im April 2013 von Wiljo Wimmer übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kommunalpolitik ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Stadt Dormagen] gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss)], wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landtag ==&lt;br /&gt;
Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den [https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Nordrhein-Westfalen Landtag von Nordrhein-Westfalen] ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches Wirken und Positionen ==&lt;br /&gt;
Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trinkwasserqualität: Im Jahr 1990 stellte er als Kreistagsabgeordneter den Antrag auf Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.&lt;br /&gt;
* Verkehrsplanung: Im Rahmen des &amp;quot;11. Forums Zons&amp;quot; schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.&lt;br /&gt;
* Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des [[Theo-Blum-Haus]]es auf dem [[Burg Friedestrom|Schlossgelände]] als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers [[Theo Blum]] ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Heimatpflege ==&lt;br /&gt;
Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins [[Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V.]], dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]] am [[Rheintor]].&lt;br /&gt;
* 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue (Saarwerden-Denkmal) im öffentlichen Raum.&lt;br /&gt;
* Geschichtsvermittlung: Er initiierte die &amp;quot;Zons-Comix&amp;quot;, eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte, die in Zusammenarbeit mit den Historikern Dr. [[Karl Emsbach]] und [[Heinz Pankalla]] herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die &amp;quot;Lebende Krippe&amp;quot; in Zons auf seine Initiative zurück.&lt;br /&gt;
* Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vereinsgründungen und Engagement ===&lt;br /&gt;
Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „[[Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.]]“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des [[TTV Zons 1972 e.V.|Tischtennisvereins Zons]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem [https://de.wikipedia.org/wiki/Powiat_Mikołowski polnischen Kreis Mikołów]. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate und Funktionen (Auswahl) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied im Aufsichtsrat der [ Kreiswerke Grevenbroich GmbH]&lt;br /&gt;
* Stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrates sowie Funktionen im Beirat der [https://de.wikipedia.org/wiki/Sparkasse_Neuss Sparkasse Neuss]&lt;br /&gt;
* Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung &amp;quot;Kulturpflege und Kulturförderung&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 2001: [https://de.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland Bundesverdienstkreuz am Bande] (verliehen durch [https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Rau Bundespräsident Johannes Rau] für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement).&lt;br /&gt;
* 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt.&lt;br /&gt;
* Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kress, Karl}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsforscher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Luftschutzanlagen&amp;diff=4318</id>
		<title>Luftschutzanlagen</title>
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		<updated>2026-06-03T10:09:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Mit dem ersten [https://de.wikipedia.org/wiki/Tausend-Bomber-Angriff Tausend-Bomber-Angriff] am 30. Mai 1942 auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Stadt Köln] veränderte sich die Strategie des britischen Bomber-Kommandos. Mittels der Vielzahl an Flugzeugen konnte die Zahl der Abschüsse durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Luftwaffe_(Wehrmacht) deutsche Luftwaffe] deutlich reduziert werden. Für die deutsche Bevölkerung bedeuteten diese Großangriffe eine erhöhte Gefahr, der man trotz der getroffenen Schutzmaßnahmen nicht gewachsen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialismus Nationalsozialisten] hatten bereits kurz nach der [https://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung Machtergreifung 1933] den [https://de.wikipedia.org/wiki/Luftschutz Luftschutz] (den es seit Anfang der 1920er Jahre gab) enorm gefördert und die Bevölkerung zur Mitarbeit hieran gesetzlich verpflichtet. Organisiert war er im Selbstschutz. Der Gedanke dahinter war: &amp;quot;Wenn sich jeder selbst schützt, ist für alle gesorgt&amp;quot;. So wurden in Friedenszeiten viele Kellerräume in Eigenleistung zu Luftschutzräumen hergerichtet und die Bevölkerung für die Arbeit im Luftschutz ausgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Haus sollte einen Kellerraum so einrichten, dass er folgende Anforderungen erfüllt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* einsturzsicher: um die Trümmerlast des Hauses zu tragen&lt;br /&gt;
* splittersicher: um Schutz vor Splittern detonierender Sprengbomben zu bieten&lt;br /&gt;
* gassicher: um das Eindringen von Kampfstoffen zu verhindern&lt;br /&gt;
* Notausgang: für den Fall, dass der Haupteingang verschüttet ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese behelfsmäßigen Schutzmaßnahmen wurden zwar weitestgehend flächendeckend durchgeführt, boten aber nur einen geringen Schutz vor der Masse an [https://de.wikipedia.org/wiki/Sprengbombe Spreng-] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Brandbombe Brandbomben], die durch die [https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Air_Force Royal Air Force] ab 1942 abgeworfen wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige Gebiet des [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Kreis_Neuss Rhein-Kreises Neuss] wurde aufgrund seiner geographischen Lage häufig überflogen. Bei ihren Angriffen auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Düsseldorf Düsseldorf] oder das gesamte [https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrgebiet Ruhrgebiet] führte der Weg oft hierüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da niemand vorhersagen konnte, wo genau die Bomben runter gehen würden, wurde die Bevölkerung bei jeder Sichtung eines feindlichen Flugzeugs durch Luftalarm in die Schutzräume getrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptziele der [https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Air_Force Royal Air Force] waren Wohngebiete in Großstädten, Industrieanlagen und die Infrastruktur; so waren [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] und Zons durch die Nähe zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Köln Köln] und der chemischen Industrieanlage ([https://de.wikipedia.org/wiki/Chempark_Dormagen Bayerwerk]) doppelt gefährdet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:FlugabwHeide3.jpg|300px|thumb|right|Flugabwehrfeuer einer 8,8 cm-Flak 41 auf Lafette in der Zonser Heide im Juni 1940.]]&lt;br /&gt;
Bomber, die ihr Hauptziel durch Beschädigung nicht erreichen konnten, haben ihre Bombenlast über sogenannte Sekundärziele abgeworfen. Die Auswahl dieser Ausweichziele oblag dem Piloten. Wichtig war, dass die gesamte Bombenlast über feindlichem Gebiet abgeworfen wurde. Der noch mit Bomben bestückte Rückflug nach England war aufgrund des hohen Treibstoffverbrauchs nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Scheinanlage im Norden von Zons ==&lt;br /&gt;
Um die kriegswichtigen Industrieanlagen, unter anderem auf dem Gebiet des heuten Chempark, vor Luftangriffen zu schützen, errichtete man auf den Feldern zwischen Zons und [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] eine Scheinanlage, die feindliche Bomber dazu verleiten sollte, ihre Bomben auf dem freien Feld abzuwerfen. Diese Anlage sollte einen Teil der [https://de.wikipedia.org/wiki/Rhenania-Ossag Rhenania-Ossag Mineralölwerke] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Monheim_am_Rhein Monheim], 3 km von Zons entfernt, darstellen. Eine weitere Scheinanlage gab es auf den Feldern zwischen [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Deelen_(Rommerskirchen)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1 Deelen] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Nettesheim Nettesheim]. Sie sollte das Erftwerk vor Luftangriffen schützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der daraus resultierenden Gefahr, war der Bau von bombensicheren Bunkern außerhalb bestehender Gebäude bis Mai 1943 im gesamten Kreisgebiet verboten. Das Nazi-Regime wollte nicht den Glauben an die &amp;quot;Überlegenheit&amp;quot; der deutschen Luftwaffe durch den Bau von Bunkern in Frage stellen. Da die Gefahr von schweren Luftangriffen dennoch bekannt und real war, wurden Luftschutzkeller und der damit verbundene Selbstschutz in den Kriegsjahren extrem ausgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luftschutzanlagen in der Stadt Zons ==&lt;br /&gt;
Nachdem das Verbot für den Bau von Bunkern im Mai 1943 aufgehoben worden war, begann man mit der Planung von drei größeren Luftschutzanlagen für die Stadt Zons: am [[Feldtor]], am [[Rheintor]] und im [[Schloss Friedestrom|Schlossareal]]. Die Gesamtkapazität der drei Bunker war auf ca. 450 Schutzplätze ausgelegt. Die konkreten Planungen wurden im September 1943 vom Amtsbauinspektor fertiggestellt und das&lt;br /&gt;
hierzu benötigte Baumaterial beantragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bunkerbau.jpg|300px|thumb|right|Bau des Feldtor-Bunkers durch italienische Kriegsgefangene Januar/Februar 1944.]]&lt;br /&gt;
Im Januar 1944 begannen italienische Kriegsgefangene mit dem Bau der Anlage am [[Feldtor]]. Die Anlagen am [[Rheintor]] und am [[Feldtor]] bestehen, den Planungsunterlagen nach zu urteilen, aus mehreren&lt;br /&gt;
Kammern (Schutzräumen), in denen die Menschen während der Luftangriffe Schutz fanden. Für die Anlage im [[Schloss Friedestrom|Schlossareal]] liegen keine Unterlagen vor. Diese Anlage ist heute verschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben diesen größeren Luftschutzanlagen (Bunkern) gab es auch mehrere größere Luftschutzkeller, in denen die Menschen der Umgebung Schutz suchten, so etwa der Keller des [[Pfarrhaus]]es oder der Keller der [[Gaststätte &amp;quot;Zur Post&amp;quot;]].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Franz_Nauen&amp;diff=4317</id>
		<title>Franz Nauen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://zons-geschichte.de/zonswiki/index.php?title=Franz_Nauen&amp;diff=4317"/>
		<updated>2026-06-02T21:36:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Franz_Nauen_1922.jpg|200px|thumb|right|Franz Nauen 1922.]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Franz Nauen&#039;&#039;&#039; (* 10. Dezember 1894 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Vorst_(T%C3%B6nisvorst) Vorst]) war 1921–1923 als [[Lehrer]] an der Zonser [[Schulwesen|Volksschule]] angestellt, als Nachfolger von [[Franz Michels]] und Vorgänger von [[Jakob Steves]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung und Lehrtätigkeit ==&lt;br /&gt;
Franz Nauen absolvierte seine erste Lehramtsprüfung am 12. Dezember 1914 in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kempen Kempen]. Am 22. April 1921 bestand er als Volksschullehrer in [https://de.wikipedia.org/wiki/Anrath Anrath] die zweite Lehramtsprüfung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Stellentausch mit dem Zonser Lehrer [[Franz Michels]] wechselte Franz Nauen im November 1921 von seiner Lehrerstelle an der Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Anrath Anrath] nach Zons.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. April 1923 trat er eine neue Lehramtsstelle an der katholischen Volksschule in [https://de.wikipedia.org/wiki/Korschenbroich Korschenbroich] an. Sein Nachfolger in Zons wurde [[Jakob Steves]].&amp;lt;ref&amp;gt;AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Korschenbroich engagierte sich Nauen auch heimatgeschichtlich. So hat er 1925 das &amp;quot;Heimatbuch der Bürgermeistereien Korschenbroich, Kleinenbroich, Liedberg&amp;quot; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. November 1929 legte er in Düsseldorf die Mittelschullehrerprüfung ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Daten zu seiner Lehramts-Vita abgerufen am 24. Januar 2016 in der Online-Lehrer-Archivdatenbank der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung: http://bbf.dipf.de.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Nauen, Franz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schulwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungswesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Zadmin</name></author>
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		<title>St. Sebastianus-Schützenbruderschaft</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Zadmin: /* Schützenkönige der Vereinigung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Mindestens ab 1460 bis zu den Umwälzungen der Französischen Zeit existierte in Zons eine &#039;&#039;&#039;St. Sebastianus-Schützenbruderschaft&#039;&#039;&#039; als Vorläufer der heutigen [[St. Hubertus-Schützengesellschaft]]. Als mitgliederstarke Vereinigung spielte sie in der Frühneuzeit eine bedeutende Rolle für die städtische Einwohnerschaft. [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]] wurde zweimal, 1739 und 1744, deren Schützenkönig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Geschichte der Vereinigung vor 1700 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Spur zum frühesten Beleg für eine Schützenvereinigung in Zons scheint auf den ersten Blick über das Jahr 1948 zu führen. In diesem Jahr feierte die heutige [[St. Hubertus-Schützengesellschaft]] ihr 50-jähriges Bestehen. Anknüpfend an die ältere Zonser Brauchtumstradition hatte man sich nach dem Zweiten Weltkrieg den Namen &amp;quot;St. Sebastianus-Hubertus-Schützenbruderschaft&amp;quot; gegeben. Mit dem 50-jährigen Vereinsjubiläum wurde gleichzeitig das 500-jährige Bestehen der Zonser St. Sebastianus-Schützenbruderschaft gefeiert, die somit in das Jahr 1448 datiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Datum ist jedoch nicht historisch belegt, sondern entsprang einzig dem Wunsch, auf eine &amp;quot;runde&amp;quot; Jahreszahl zu kommen: Auf der noch erhaltenen Bruderschaftsfahne, die wenige Jahre nach dem Jubelfest in Auftrag gegeben wurde, findet sich daher die etwas merkwürdige Angabe &amp;quot;um 1448&amp;quot;. Tatsächlich ist die bisher älteste nachweisbare Quelle erst aus dem Jahr 1460, also 12 Jahre jünger. Zwar kann man einwenden, dass der Verein nicht unbedingt in dem Jahr gegründet worden sein muss, auf das sich der älteste Beleg bezieht, und häufig ist das auch nicht so, doch alles darüber Hinausgehende bleibt so lange bloße Spekulation, bis sich entsprechende Quellen finden, auch bei einem so kurzen Zeitraum von &amp;quot;nur&amp;quot; 12 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bislang früheste Erwähnung einer Schützenvereinigung in Zons findet sich in den städtischen Aufzeichnungen zur [[Akzise]]. Dies war eine Verbrauchssteuer, die in Zons in erster Linie für Arbeiten an der Stadtbefestigung verwendet wurde. 1460 erhielten die Zonser Schützen auf Veranlassung der Amtsleute aus dieser Kasse den nicht geringen Betrag von drei Gulden und einer Mark geschenkt, da sie sich an einem &amp;quot;Schießspiel&amp;quot; in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] beteiligen wollten.&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, KK II, 2145, fol. 9v.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits 1461/62 bekamen die Schützen und die Vereinigung erneut einen Geldzuschuss aus der Kasse, diesmal einen Gulden aus Anlass des Vogelschießens.&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, KK II, 2145, fol. 11r.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine mehrjährige Pause für die Vereinigung, zumindest im Hinblick auf das Vogelschießen, hat vermutlich der große Zonser [[Stadtbrand 1464]] verursacht, denn es ist erst 1476/77 wieder in den Akzise-Aufzeichnungen von den Schützen die Rede. In diesem Jahr wurden sie sogar gleich mehrfach finanziell unterstützt: Einmal erhielten sie drei Mark für das Schießen nach dem &amp;quot;papagey&amp;quot;, wobei es sich wohl um das städtische Königsvogelschießen handelte. Und &amp;quot;up Sent Bastianus Dach&amp;quot; (am Tag des hl. Sebastianus) gab man ihnen vier Mark. Schließlich erhielt auch der Schützenkönig nach dem Abschuss des &amp;quot;Papagey&amp;quot; noch einen Geldzuschuss in Höhe von 3 Mark.&amp;lt;ref&amp;gt;LAV_NRW_R, KK II, 2145, fol. 32v, 33r, 34r.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sebastianusschuetzen_1460.jpg|300px|thumb|right|Ersterwähnung der St. Sebastianus-Schützen in den Aufzeichnungen zur städtischen Akzise aus dem Jahr 1460.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen wenigen Notizen können wir ein paar wesentliche Punkte entnehmen: Mindestens seit 1460 gab es in Zons eine Schützengilde. Sie scheint recht aktiv gewesen zu sein, denn sie veranstaltete nicht nur das jährliche Königsvogelschießen, sondern Mitglieder nahmen auch an auswärtigen Schießwettkämpfen teil. Zugleich hatte die Vereinigung religiösen Charakter: Man feierte gemeinsam den Tag des [https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_(Heiliger) heiligen Sebastianus], des Vereinspatrons. Die Obrigkeit stand dieser Schützenbruderschaft mit Wohlwollen gegenüber und unterstützte sie finanziell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1476/77 bis zur zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist die Quellenlage äußerst dürftig, was sich sicherlich zum Teil mit den schweren Stadtbränden [[Stadtbrand 1547|1547]] und [[Stadtbrand 1620|1620]] erklären lässt. Es ist davon auszugehen, dass die kriegerischen Ereignisse und die Seuchenzüge des 16. und 17. Jahrhunderts das Schützenbrauchtum und den Anreiz zu Festveranstaltungen und Gelagen zeitweilig unterdrückten. Das Bruderschaftsleben hat währenddessen mit einiger Sicherheit kaum gelitten, möglicherweise sogar profitiert, gehen belebende Impulse doch gerade aus der Not hervor. Somit sicherte die Bedeutung als Bruderschaft das Weiterbestehen der Vereinigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst in einer Wachtordnung aus dem Jahr 1560 tauchen die Sebastianus-Schützen wieder in den Quellen auf – nur 13 Jahre nach dem zweiten schweren Stadtbrand. Die nächste Erwähnung datiert in das Jahr 1658.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; In die Zwischenzeit fallen eine Reihe von Ereignissen, die wahrscheinlich nicht ohne Einfluss auf die Schützenbruderschaft waren: der [https://de.wikipedia.org/wiki/Truchsessischer_Krieg Truchsessische Krieg 1583–1588], der dritte schwere [[Stadtbrand 1620]], [[Pest|Pestepidemien 1623 und 1635]] und schwere kriegerische Belastungen 1642–1648. 1648 zählte Zons zusammen mit [[Stürzelberg]] nur noch gerade mal 221 steuerpflichtige Einwohner. Die Erwähnung der Sebastianus-Schützen 1658 fällt also in eine Phase, in der sich die Zonser Bevölkerung allmählich von den schweren Belastungen erholte. Einige Neubürger kamen in die Stadt. Doch währte diese Erholungsphase nicht lange: Bereits 1666 folgte eine erneute Bevölkerungskrise in Form einer Pestepidemie: 255 Personen starben in diesem kurzen Zeitraum von 12 Monaten. Aber die Schützen hat dies offenbar weniger beeinflusst als man vermuten könnte: Sie feierten bereits 1667 wieder ihr Königsvogelschießen. Doch ist aufgrund der Schriftquellen zu vermuten, dass die Vereinigung erst seit etwa 1710 ohne größere Unterbrechungen jährlich das Königsvogelschießen veranstalten konnte. Vor allem die verstärkten Truppenaktivitäten um die Jahrhundertwende in und um Zons, verbunden mit Kontributionsforderungen und Einquartierungen, werden bis dahin negativ auf das Vereinsleben eingewirkt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den vorhergegangenen Jahrhunderten war das 18. Jahrhundert bis zur französischen Herrschaft insgesamt gesehen eher eine relativ ruhige Zeit für die Zollfeste, die von einem nahezu kontinuierlichen Bevölkerungswachstum und sicherlich auch von einem in gleicher Weise florierenden (Schützen-)Vereinsleben geprägt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religiöses ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Sebastianus-Patronat ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Sebastianus kommt aus dem Griechischen und bedeutet &amp;quot;der Erhabene&amp;quot;. Berichte über das Leben des Heiligen sind erst aus dem 5. Jahrhundert überliefert und bereits deutlich von der Legendenbildung beeinflusst. Geboren im dritten nachchristlichen Jahrhundert in Narbonne, im heutigen Frankreich, wuchs [https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_(Heiliger) Sebastianus] in [https://de.wikipedia.org/wiki/Mailand Mailand] auf und kam dort in Berührung mit der christlichen Lehre, die ihn so sehr prägte, dass er zu ihrem eifrigen Anhänger wurde. Schon früh übte auch das Militärwesen auf ihn eine große Faszination aus. Er schlug deshalb die militärische Laufbahn ein und wurde schließlich in [https://de.wikipedia.org/wiki/Rom Rom] zum Befehlshaber der prätorianischen Leibwache des Kaisers ernannt. In diesem Posten schien er zunächst den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Er nutzte jedoch seine Möglichkeiten, um gefangenen Christen zu helfen. Und als unter [https://de.wikipedia.org/wiki/Diokletian Diokletian] (284–305) die [https://de.wikipedia.org/wiki/Christenverfolgungen_im_R%C3%B6mischen_Reich#Diokletian_und_Galerius_(303%E2%80%93311) Christenverfolgungen] deutlich verschärft wurden, klagte man ihn wegen seiner Haltung den Christen gegenüber an und sprach sein Todesurteil aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [https://de.wikipedia.org/wiki/Kolosseum flavischen Theater (Kolosseum)] wurde er von [https://de.wikipedia.org/wiki/Numidien numidischen Bogenschützen] so lange beschossen, bis er schwer verletzt niedersank und man ihn für tot hielt. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Irene_von_Rom_(%E2%80%A0_um_288) heilige Witwe Irene] wollte sich um sein Begräbnis kümmern, erkannte jedoch, dass er noch am Leben war, und nahm ihn mit nach Hause, wo sie ihn gesund pflegte. Der Geheilte ging darauf zu Diokletian, um ihm öffentlich Vorwürfe wegen der Christenverfolgungen zu machen. Der Kaiser war zutiefst erschrocken, den ehemaligen Befehlshaber lebendig zu sehen, und gab den Befehl, ihn in der Arena totzuschlagen. Nachdem dies geschehen war, wurde der Leichnam in der nahegelegenen Kloake versenkt. Dort sollte er jedoch nicht seine letzte Ruhe finden, denn einer frommen Christin namens Lucina war Sebastianus im Traum erschienen, und sie begrub ihn an einer Stelle der [https://de.wikipedia.org/wiki/Via_Appia_Antica Via Appia], die er ihr im Traum genannt hatte. An genau dieser Stelle ließ [https://de.wikipedia.org/wiki/Damasus_I. Papst Damasus I.] 367 die noch heute bestehende [https://de.wikipedia.org/wiki/San_Sebastiano_fuori_le_mura Kirche bzw. Basilika San Sebastiano] errichten, die eine der sieben Hauptkirchen Roms ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im 7. Jahrhundert wurde Sebastianus als Patron gegen die Pest verehrt, und so entstanden zahlreiche Sebastianus-Pestbruderschaften. Manchmal gingen auch Schützenvereine aus einer solchen Bruderschaft hervor. Mit seinem militärischen Werdegang und seinem Martyrium durch Pfeilschüsse zusammenhängend, stand er auch bei Soldaten und Schützen, vor allem den Bogenschützen, in hoher Verehrung. Er galt als Vorbild des Offiziers, und man erblickte in ihm das &amp;quot;Sinnbild aller soldatischen Tugenden&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Erna, Hans Melchers: &#039;&#039;Das große Buch der Heiligen – Geschichte und Legende im Jahresablauf&#039;&#039;, München (4. Aufl.) 1980, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sein engagiertes Eintreten für die Christen war der Grund dafür, dass die Gläubigen ihn auch bei Ketzerei und Religionsfeindschaft anriefen. Hilfe er hoffte man sich von ihm besonders bei Viehseuchen. Wegen dieser vielfältigen Bedeutungen ist der heilige Sebastianus bis heute einer der bekanntesten und am häufigsten dargestellten Märtyrer. Sein Fest wird seit 354 am 20. Januar gefeiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirche30.jpg|300px|thumb|right|Sebastianus-Gemälde aus dem 18. Jahrhundert in der katholischen Pfarrkirche St. Martinus Zons.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zonser Pfarrkirche St. Martinus erinnert heute nur noch ein Gemälde an die Verehrung des Heiligen durch die ehemalige Schützenbruderschaft. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert und zeigt Sebastianus, wie er mit Pfeilen beschossen wird. Dieses und das ebenfalls erhaltene Gemälde &amp;quot;heilige Familie&amp;quot; waren bis 1821 die Altarbilder der Seitenaltäre. Als man die Altäre 1825 wegnehmen wollte, fielen sie in sich zusammen, so sehr waren die Holzteile bereits von Würmern zerfressen. Beide bestanden jeweils aus einem steinernen Altartisch und zwei Säulen mit einem darüber befindlichen Gesims aus Holz.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Seitenaltäre dürfte der Sebastianus-Altar der Schützenbruderschaft gewesen sein. Es ist belegt, dass die Bruderschaft um 1705 unter Brudermeister Heinrich Cratz einen neuen Sebastianus-Altar errichten ließ, vermutlich weil der alte unbrauchbar geworden war.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Vereinigung kümmerte sich selbstverständlich auch um nötige Reparaturen am Altar. So ließ sie ihn beispielsweise 1751, als einige Ausbesserungsarbeiten in der Pfarrkirche durchgeführt wurden, aus eigenen Mitteln anstreichen und renovieren.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;263&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich besaß die Bruderschaft bereits sehr früh einen eigenen Altar in der [[Pfarrkirche St. Martinus (alte)|Pfarrkirche]], wenn auch der älteste entsprechende Beleg erst aus dem Jahr 1662 ist.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sebastianus-Altar war in Notzeiten und insbesondere bei Viehseuchen eine wichtige Anlaufstation für die Gläubigen. Sie opferten Kerzen zur Abwendung des Unheils. Als beispielsweise 1748 in Zons und Umgebung über viele Monate eine schwere Viehseuche herrschte, so berichtet der Zonser [[Johannes Peter Schwieren|Küster Schwieren]], ist der Altar &amp;quot;ein gantzes Jahr lang im Ziehrat [...] stehen geblieben, worauff die Leuth durchß Jahr ville Unschlichtß-Kertzen und Wachß-Kertzen auffgeopffert haben&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;222&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie der Altar ist heute auch ein Standbild nicht mehr vorhanden, das den von Pfeilen getroffenen Sebastianus zeigte. Es wird in einer Zusammenstellung der Heiligen-Reliquien der Pfarrkirche aus dem Jahr 1668 genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 557.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Bruderschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprünglich aus den [https://de.wikipedia.org/wiki/Gebetsverbr%C3%Bcderung Gebetsverbrüderungen der Klöster] hervorgegangenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Bruderschaft Bruderschaften] haben ihr eigentümliches Wesen in den letzten Jahrhunderten des Mittelalters entwickelt. Zunächst verstand man unter &amp;quot;Bruderschaften&amp;quot; noch neutral Vereinigungen aller Art, die religiöse Bedeutung setzte sich erst allmählich durch. Vor allem in den Städten, später auch in ländlichen Gebieten trugen die Bruderschaften wesentlich zur Religiosität bei. Ihre Zahl konnte unter Umständen sehr hoch sein. So gab es beispielsweise in [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln] Anfang des 16. Jahrhunderts nicht weniger als 80 Bruderschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Vereinigungen bildeten sich nicht immer als freier Zusammenschluss, sie konnten auch aus einer Zunft, Gilde oder einer anderen Organisation hervorgehen. Ein wesentliches Merkmal ist die Bindung an besondere Heilige, wobei es sich auch um Standes- und Berufspatrone handeln konnte. Am Tag des Bruderschaftspatrons fand der Hauptgottesdienst statt. Wie an den anderen Sonn- und Feiertagen oder beim Tod eines Mitgliedes stellte man an diesem Tag eine Kerze auf den Bruderschaftsaltar. Doch die Aktivitäten beschränkten sich nicht nur auf die gemeinsamen Gebete. Wesentlich für die meisten Bruderschaften waren auch sozial-karitative Betätigungen wie beispielsweise Krankenpflege und Totenbestattung. Ferner taten sich die Vereinigungen häufig als Veranstalter oder Förderer von Wallfahrten hervor. Nicht selten waren die Bruderschaften durch Stiftungen und Mitgliedsbeiträge sehr vermögend in Form von Landbesitz und Bargeld. Dies setzte eine besondere Organisation voraus, die sich in erster Linie an den Zünften und Gilden orientierte. Die Aufsicht über eine Bruderschaft übte in den Städten in der Regel der Rat aus. Bei ihm musste auch die Gründungsgenehmigung eingeholt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in anderen Städten gab es auch in Zons mehrere Bruderschaften. Neben der Sebastianus-Schützenbruderschaft gab es eine [[St. Antoniusbruderschaft]], die 1466 gegründet wurde. Sie war zunächst eine reine Zunftbruderschaft der Schneider und öffnete sich wohl erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts auch für andere Interessenten. Ihre Mitgliederzahl war deutlich geringer als die der Sebastianus-Schützenbruderschaft (1715: 68 Personen, 1790: 176 Personen). Es sei am Rande bemerkt, dass bei der Antonius-Bruderschaft im 18. Jahrhundert eine besonders simple Form der Geldwirtschaft festzustellen ist: Der Überschuss wurde regelmäßig nach der heiligen Messe am Antoniustag in Bier vertrunken.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 233.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bruderschaft existierte sogar noch nach dem Zweiten Weltkrieg mit über hundert Mitgliedern.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 239.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die St. Antoniusbruderschaft und die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft wird in den 60er Jahren des 15. Jahrhunderts (1469) erstmals eine andere Bruderschaft genannt: [[Bruderschaft &amp;quot;Unserer Lieben Frau&amp;quot; (ULF)|&amp;quot;Unserer Lieben Frau&amp;quot;]]. Die Vereinigung, die großen Landbesitz hatte, ging in der Französischen Zeit unter. Im 19. Jahrhundert und um die Wende zum 20. Jahrhundert kam es in Zons zur Gründung einiger neuer Bruderschaften und religiöser Vereine.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sebastianus-Schützenbruderschaft war mit Sicherheit mindestens im 18. Jahrhundert, wahrscheinlich aber bereits sehr viel länger, im Hinblick auf ihre Mitgliederzahl die bedeutendste Zonser Vereinigung. Da ihr ein relativ großer Teil der Zonser Bevölkerung angehörte, vollzog sich das religiöse Leben der Stadt nicht unwesentlich über die Vereinigung. Der Hauptfeiertag der Bruderschaft war nicht der Tag des Königsvogelschießens, sondern der Sebastianustag, also der 20. Januar. Dieser Tag lief teils nach bestimmten, in den Statuten festgelegten Regeln, zum Teil aber auch nach ungeschriebenen Gewohnheitsregeln ab. Die erhaltenen Schriftstücke vermitteln recht anschaulich, wie dies im 18. Jahrhundert aussah:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Sebastianustag fand morgens ein Hochamt zu Ehren des Patrons statt. Alle Vorstandsmitglieder und die anderen Schützenbrüder mussten hierzu den Schützenkönig abholen. Diesem wurde zuvor vom Bruderschafts-Fähnrich und einem anderen verlässlichen Bruder die kostbare Königskette überreicht, die er bei der Messe zu tragen hatte. Die Auflagen bezüglich der Anwesenheit beim Festhochamt waren sehr streng: War der Schützenkönig ohne guten Grund nicht mit der Königskette geschmückt anwesend, musste er der Bruderschaft eine halbe Ahm (ca. 71 l) Bier schenken. Wenn ein anderes Mitglied ohne schwerwiegenden Grund der Messe fernblieb, musste es der Vereinigung ein halbes Pfund (ein Pfund entsprach damals knapp 500 g) Wachs (für den Sebastianus-Altar) schenken. Der Brudermeister konnte die Anwesenheit anhand des Bruderschaftsbuches überprüfen, das er auch in der Kirche mit sich führte.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das gemeinschaftliche gottesdienstliche Feiern war nach dem allgemeinen Selbstverständnis dieser Vereinigungen sehr wichtig. Daher erklärt sich diese strenge Haltung. Nach dem Ende des Sebastianus-Hochamtes wurde der Schützenkönig wieder von den Brüdern nach Hause begleitet. Dort nahm man ihm die Königskette wieder ab, um sie an einen vom Vorstand bestimmten sicheren Ort zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später im Laufe des Tages fand dann ein Brudermahl oder Gelage statt, zu dem die Bruderschaft satzungsgemäß zwei Ahmen Bier (ca. 284 l) beizusteuern hatte. Hieran nahmen selbstverständlich auch die weiblichen Mitglieder teil. Im Anschluss an die Sebastianus-Messe verkündete der [[Pfarrer]] von der Kanzel, wo die erste Maß (1,31 l) Bier abzuholen war, und bemerkenswerterweise hatten die Frauen diese satzungsgemäß zu holen. Dies scheint in Anbetracht der geringen Menge eine Art &amp;quot;Eröffnungsritus&amp;quot; (ähnlich dem Fassanstich zum Oktoberfest) gewesen zu sein. Die Tagesration wurde von der Bruderschaft bis gegen Ende des Jahrhunderts – wohl in erster Linie wegen der steigenden Mitgliederzahl – über zunächst 2,5 Ahmen auf 3 Ahmen erhöht. Das Brudermahl diente jedoch nicht nur dem geselligen Beisammensein. Es ging dabei auch um die Besprechung wichtiger Vereinsangelegenheiten, und im 17. Jahrhundert ist dies noch der Termin für die jährliche Rechnungslegung gewesen. Am Sebastianustag kümmerte man sich auch in besonderer Weise um den Bruderschafts-Altar. So wurden die Bruderschaftskerzen erneuert und drei Pfund Unschlitts-Kerzen &amp;quot;umb das Todtengebär&amp;quot; aufgestellt und angezündet.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie es bei den meisten Bruderschaften üblich war, war das Totengedächtnis ein wesentlicher Zweck der Vereinigung. Neben dem jährlichen Sebastianus-Hochamt und einer Messe am Tag des Königsvogelschießens fand einmal monatlich, nämlich jeweils am ersten Tag des Monats, eine Messe für die Verstorbenen der Bruderschaft statt, die der Pfarrer jeweils am Sonntag zuvor bei der Messe von der Kanzel bekanntgeben musste. Bis 1662 hatte man eine solche Gedächtnismesse nur einmal jährlich abgehalten. Seinerzeit erkannte man jedoch, dass dies die Mitglieder wenig zufriedenstellte und &amp;quot;zu Verkleinerung der löblicher Bruderschaft gereichen thuet&amp;quot;. Die Messe wurde in Form einer [https://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Messe Stillen Messe] (&amp;quot;Leeß-Meeß&amp;quot;) vor dem Sebastianus-Altar abgehalten. Nach dem Evangelium wandte sich der Geistliche zum Altar, um mit den Anwesenden ein andächtiges Gebet für die Verstorbenen zu halten. Für Lichter, Weihrauch usw. erhielt die Kirche von der Bruderschaft einen Taler. [[Pfarrer]] und [[Küster]] bekamen für ihre jährliche Mühewaltung jeweils zwei Tage vor Sebastianus ein bestimmtes Gehalt.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den Aufgaben des Küsters zählte es auch, jeweils die Beerdigung eines Bruderschaftsmitglieds bekanntzumachen: 1672/73 erhielt er pro Ankündigung 8 Albus aus der Vereinskasse.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich begleiteten die Zonser Schützen auch Prozessionen zum Schutz der mitgeführten Kirchenschätze, wie es auch in anderen Orten üblich war und noch heute ist. Eine Rechnung der Bruderschaft von 1709/10 nennt Ausbesserungsarbeiten an einer &amp;quot;Bruderschafts-Fackel&amp;quot; an Fronleichnam (&amp;quot;Gottesdracht&amp;quot;).&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schützenbruderschaft nahm also auch am Fronleichmanszug teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Altkirche2.jpg|300px|thumb|right|Die alte Pfarrkirche St. Martinus in Zons. Sie wurde 1876 für den Bau der heutigen Kirche abgebrochen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weltliches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freischießen und Schießübungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Frühen Neuzeit waren Freischießen bei den Schützengilden sehr verbreitet. Der Name leitet sich von dem Umstand ab, dass zu diesen Wettschießen jeder zugelassen war, der eine bestimmte Einlage entrichtete. Die Schützenvereinigung, die für die Veranstaltung verantwortlich zeichnete, lud in Form sogenannter Ladebriefe Auswärtige ein. Der Anreiz zur Teilnahme war häufig groß, denn in der Regel winkten recht ansehnliche Preise. Zweifelsohne war die Veranstaltung – wie das Königsvogelschießen – vor allem freundschaftlich und vergnüglich. Die Obrigkeit erkannte schon früh die Bedeutung dieser Wettkämpfe zur Pflege und Förderung freundnachbarlicher Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem erwähnten Schießspiel in [https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Knechtsteden Knechtsteden] 1460, an dem Zonser Schützen teilnahmen, handelte es sich offenbar um ein solches Freischießen. Die Städte legten damals selbstverständlich Wert darauf, bei diesen Schießwettkämpfen mit möglichst vielen und erfolgreichen Schützen vertreten zu sein. Deshalb gab die Obrigkeit nicht selten Bürgern, die sich beteiligen wollten, Geld für die Fahrt und die Einlagen. Und so erhielten auch die Zonser Schützen für die Teilnahme an dem Schießwettkampf in Knechtsteden eine finanzielle Unterstützung, und zwar drei Gulden und eine Mark aus der Akzisekasse. Leider ist nicht überliefert, wie erfolgreich die Zonser bei dem Wettschießen waren. Wesentlich ist jedoch die Feststellung, dass solche Wettkämpfe nicht nur in den großen Städten veranstaltet wurden, sondern auch in deutlich kleineren Orten. Es ist also auch durchaus denkbar, dass die Zonser Schützen ebenfalls Freischießen veranstalteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die großen Wettkämpfe bereiteten sich die Mitglieder der Schützengilden in ihren regelmäßigen Schießübungen an der Vogelsrute vor. Dies diente in besonderer Weise auch der Freizeitgestaltung. Es ist leider nicht festzustellen, wie häufig die Zonser Schützen Übungsschießen abhielten. Der Zonser [[Johannes Peter Schwieren|Küster Schwieren]] erwähnt verschiedene Schießübungen, die aber allesamt durch die ausgesetzten Preise eher den Charakter von kleinen Wettschießen hatten. Vermutlich ist jedoch eine klare Trennung schwierig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Juni 1738 trafen sich die Junggesellen vor dem [[Feldtor]], um den Vogel von einer Linde herabzuschießen. Den Preis, einen neuen Hut, gewann der Glaser Wilhelm Heinrich Meyer.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;76&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenige Wochen später, am 22. Juni, gingen die beiden Junggesellen Franz Schullmeister und der vorherige Gewinner erneut vor das [[Feldtor]], um allein den Vogel von einem Baum, diesmal einer Esche, herabzuschießen. Auch hierbei hatten die beiden einen neuen Hut, und zwar im Wert von 12 Schilling, als Preis festgesetzt. Beide waren jedoch trotz größter Bemühungen nicht in der Lage, den Vogel herunterzuschießen. Der Zollkontrolleur und amtierende Schützenkönig [[Heribert Endenich]], der dem Treiben wohl eine Weile zugesehen hatte, &amp;quot;hatt sich […] [schließlich] ihrer erbärmt und den Vögel abgeschossen&amp;quot;. Damit gewann er den neuen Hut und schenkte ihn seinem Knecht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;78&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knapp ein Jahr später, am 24. Mai 1739, veranstaltete dann auch der Schützenkönig [[Heribert Endenich]] ein Wettschießen. Es fand an der neuen Vogelsrute nahe dem [[Rheintor]] statt. Als Preis hatte Endenich ein Essbesteck aus Messern und Gabeln ausgesetzt. Für die Teilnahme waren zwei Stüber zu zahlen. Sieger wurde Johannes Schimmelpfennig. Der Veranstalter zeigte sich nach dem Wettkampf spendabel und gab das eingenommene Geld im [[Gaststätte &amp;quot;Zum Anker&amp;quot;|Gast- und Brauhaus &amp;quot;Zum Anker&amp;quot;]] in der [[Rheinstraße]] (an der Ecke zur heutigen [[Mauerstraße]] gelegen) für die Teilnehmer &amp;quot;zum besten&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;102&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Schiessen_Konstanz_1458.jpg|300px|thumb|right|Ein Schießwettkampf mit Armbrüsten in Konstanz 1458.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. September 1751 nahm der [[Amtmann]] höchstpersönlich an einem Vogelschießen teil und ging aus dem Wettbewerb auch als Sieger hervor. Er fand daran wohl großen Gefallen, denn drei Tage später schoss man erneut einen kleinen Vogel, und wieder siegte der Amtmann. Weitere zwei Tage später ließ er dann zum dritten Mal einen Vogel abschießen, um zu erfahren, &amp;quot;ob auch gute Schützen alhier in Zonß wären&amp;quot;. Als Pfänder auf Kopf und Schweif setzte er jeweils 40 Albus, auf jeden Flügel 20 Albus fest – mehr als beim gewöhnlichen Königsvogelschießen. Für eine feierliche Atmosphäre sorgte ein Trommler, der mit zwei Reichstalern entlohnt wurde. Sieger wurde ein Junggeselle namens Wilhelm Schmitz. Er bekam vom Amtmann einen vergoldeten Silberbecher von 32 Lot (ca. 468 g) Gewicht im Wert von 30 Reichstalern. Im Anschluss spendierte der Amtmann den Schützenbrüdern noch eine halbe Ahm (ca. 71 l) Bier.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;267&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Königsvogelschießen am 5. November 1752 wurde [[Heribert Endenich]] Schützenkönig, der stellvertretend für den [[Amtmann]] geschossen hatte. Die Jungfrauen, die ihm den Kranz aufsetzten, erhielten von ihm 4 Golddukaten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;277&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Genau eine Woche später, am 12. November, veranstaltete der Amtmann selbst ein Wettschießen und spendierte das Preisgeld von 5 Golddukaten. Sieger wurde der Zonser Bürger Franz Hehnen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;278&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die &amp;quot;Vogels-Ruthe&amp;quot; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Aufzeichnungen des Zonser [[Küster]]s [[Johannes Peter Schwieren]] ist der Vogel von den Sebastianus-Schützen jahrhundertelang vom [[Rheinturm]] heruntergeschossen worden. Das [[Domkapitel]] hatte dies also lange toleriert, aber 1738 wollte es dies &amp;quot;nit mehr [...] leyden&amp;quot;. Eine durchaus verständliche Position, denn welcher Stadtherr lässt schon gerne zu, dass eines der wichtigsten Gebäude für den Zoll von den Brauchtumshütern regelmäßig feierlich beschossen wird? 1738 gab das Domkapitel deshalb offenbar auf eigene Kosten eine Vogelsrute für die Zonser Schützenbruderschaft in Auftrag. Das dafür nötige Holz wurde im [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringer_Bruch Worringer Bruch] geschlagen. Ein Zimmermann des Domkapitels fertigte die Vogelsrute noch in [https://de.wikipedia.org/wiki/Worringen Worringen], und sie wurde schließlich am 3. März von dortigen Einwohnern nach Zons gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;65&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;  Das Domkapitel ließ sie auf dem Wall nahe dem [[Rheintor]] aufstellen. Laut der Pfarrchronik trug diese Stelle noch um 1900 den Namen &amp;quot;Vogelsrut&amp;quot;, und das entsprechende Grundstück soll 1904 von der Stadt an den [[Johann Hahn|Wirt Johann Hahn]] ([[Gaststätte &amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;|&amp;quot;Zum Volksgarten&amp;quot;]]) verkauft worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 6, p. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wahrscheinlich handelt es sich um die Parzelle, auf der heute das Haus [[Parkstraße]] 3 steht. Diese Lage des Schießplatzes in der Nähe der Stadtmauer ist recht typisch für die damalige Zeit, denn das Schießen war hier nicht mit besonderen Gefahren verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Übungs- oder kleinere Wettschießen improvisierten die Schützen aber nach wie vor gelegentlich. Wie schon erwähnt, wurde der Vogel noch 1738 von den Junggesellen einmal von einer Linde und einmal von einer Esche vor dem [[Feldtor]] geschossen. Zu diesem Zeitpunkt stand die neue Vogelsrute aber wahrscheinlich bereits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch war es hingegen für die großen Wettschießen, wenn die Vogelstange durch Witterungseinflüsse o.ä. unbrauchbar geworden war und nicht rechtzeitig erneuert werden konnte. Das zeigte sich beim Königsvogelschießen am 18. Mai 1749: Da keine funktionstüchtige Vogelsrute vorhanden war, schossen die Brüder den Vogel notdürftig von einem Flügel der Windmühle, und zwar vor der Stadt stehend.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;232&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst 1751 konnten sie den Vogel wieder von einer &amp;quot;gantz aus dem Fundament new aufgerichteter Ruhden&amp;quot; schießen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;267&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die neue Vogelstange hatte man aus Eiche hergestellt und glattgehobelt, wie der Bruderschaftsrechnung des Jahres 1750/51 zu entnehmen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kostenzusammenstellung macht deutlich, mit welchem Aufwand an Arbeit, Geld und Material der Bau einer solchen Schießstange verbunden war:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;Erstlich zur Außwerfung deren zur Vogels-Ruthen verbrauchten 4 Eichen-Bäume 64 Alb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;item vor 3 Stöck abzuschneiden zahlt 30 Alb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;item vor 18 Fuß [ca. 5 m] Holtz weißen zu laßen 72 Alb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;item vor 75 Schantzen zu machen zahlt 18 Alb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;item von einem Bloch abzuhawen zahlt 8 Alb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;noch vor 4 Fuß [1,15 m] Holtz zu weißen 26 Alb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;noch vor 18 Schantzen zu machen 5 Alb. 4 Hl.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;ferners setze für die Außgängen mit den was zwischen Weegen mit dem Zimmerman verzehrt und sonsten dem Brudermeister mitgegeben haben 2 Rthlr.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;item hab 6 Knechten und 14 Pferth, so bey den 3 Waagen gewesen, mit Kost und Dranck verpfleget, rechne vor jeden Knecht ahn Eßen 10 Alb., fac.	60 Alb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;ahn Bier verzehrt worden 20 Maaßen [ca. 26 l], facit 53 Alb. 4 Hl.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
::&#039;&#039;jedem Pfert ½ Viertell Haber, pro Viertell 8 Stüber, facit 64 Alb.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;item dem Caspar Wieler zu Horrem zahlt vor 2 Blöcher hiehinzubringen 4 Rthlr.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;item dem Zimmerman ahn Arbeittslohn zahlt 9 Rthlr.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;item haben die Brüder bey Auffrichtung der Vogelsruthen gedruncken 30 Maaßen [ca. 40 l] Bier, facit 1 Rthlr.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::--------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::&#039;&#039;21 Rthlr. 8 Hl.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Bloch, Blöcher: schwerer, aus einem Baumstamm gehauener Balken (Block, Blöcke)&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schantze: Holzbündel&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vogelsrute wurde diesmal jedoch nicht auf dem Wall aufgerichtet, sondern in größerer Entfernung von der Zollfeste in der Flur &amp;quot;[[Kleines Strohfeld]]&amp;quot;, unweit der [[Antoniushäuschen|Antoniuskapelle]]. Diese Standortwahl brachte besonders wegen des längeren Laufweges durch unbewohntes Gebiet Unannehmlichkeiten mit sich. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Schützenbrüder wenig später wieder zum ursprünglichen Standort zurückwechselten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1770 gab es heftige Auseinandersetzungen um die Vogelsrute. Die Schützenbruderschaft und ein Großteil der Einwohner waren in Streit mit dem Magistrat geraten. Dieser hatte im Frühjahr eigenmächtig die Vogelstange, die ja im Besitz der Bruderschaft war, versetzt, und das dadurch freigewordene Grundstück auf dem Wall an den Zonser [[Schultheißen]] [[Franz Bernhard Mappius]] erblich verpachtet. Der [[Bürgermeister]] [[Johannes Eberle]] war der Meinung, rechtens gehandelt zu haben, da er die Mehreinnahmen als förderlich für die Stadt ansah. Bereits am 6. April erfolgte, wohl wegen mittlerweile aufgekommener Unruhen, der schriftliche Befehl des [[Domkapitel]]s an den [[Magistrat]], den ursprünglichen Zustand innerhalb von vier Wochen wiederherzustellen. Doch am 28. April musste das Kapitel die schriftliche Weisung unter Hinweis auf die gesetzte Frist wiederholen, da bisher noch nichts geschehen war.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, 230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Und auch in den nächsten Wochen ging der Magistrat nicht auf die Aufforderung ein. Stattdessen suchte [[Bürgermeister]] [[Johannes Eberle|Eberle]], der sich noch immer im Recht sah, bei anderen Stellen nach einer Rechtfertigung für sein Handeln. Und so sandte er am 29. Mai 1770 eine schriftliche Anfrage an den [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neusser] Stadtsekretär, wie die Neusser es mit dem Grundstück hielten, auf dem die Vogelstange stehe, oder genauer: ob der Magistrat die Stange &amp;quot;ohne vorläufige Anfrag und eingeholten Consens ab dasiger Bürgerschafft&amp;quot; im Hinblick darauf versetzen dürfe, dass die dadurch entstehenden Einnahmen der Stadt zugute kämen. Der Stadtsekretär antwortete, dass in Neuss nicht die Bürgerschaft, sondern die Junggesellen nach dem Vogel schössen, und diesen sei eine bestimmte Stelle für die Vogelstange zugewiesen. Das heißt, dass der Magistrat in eigener Entscheidung bestimmte, wo die Vogelstange aufgestellt wurde. Die Neusser Stadtwälle stünden unter der Aufsicht des Stadtrats.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel von Josef Lange &amp;quot;Zons bat um Auskunft wegen der Vogelstange&amp;quot;, in: NGZ vom 24. August 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eberle konnte sich also durch die Neusser Antwort in der Ansicht bestätigt fühlen, dass sein Vorgehen rechtens gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht weniger aktiv war auch die Gegenseite: Der Präfekt der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft [[Johann le Bruin]] richtete in dieser Zeit ein Schreiben an den Amtmann, in dem er verschiedene Missstände anprangerte: So behaupte der Magistrat, der Präfekt sei ein Lügner, da er verbreite, der Magistrat habe das Holz der Vogelsrute bei der Wegnahme zerstört und unbrauchbar gemacht. Le Bruin sah keine Notwendigkeit, dies zu beweisen, denn die Zerstörung der Vogelsrute ließe sich bereits daran erkennen, dass der Magistrat notdürftig an der Stange herumgeflickt und ausgebessert habe. Der Präfekt befürchtete, man wolle dieses schimpfliche Provisorium an alter Stelle wieder aufstellen. Le Bruin betonte, dass er selbst ein &amp;quot;ehrlich auffrichtiger Mann&amp;quot; sei. Der Magistrat hingegen müsse wegen seiner Lügen verurteilt werden. Denn er stelle fälschlicherweise in Abrede, sich gegen die Entscheidung des Domkapitels ausgesprochen zu haben. Statt den mahnenden Worten Taten folgen zu lassen, habe der Magistrat erwogen, durch den [https://de.wikipedia.org/wiki/Prokurator Prokurator] Theodor Oppenhoff in [https://de.wikipedia.org/wiki/Bonn Bonn], Mitglied des kurkölnischen Hofrats, eine juristische Untersuchung durchführen zu lassen. Diese sei aber nicht zustande gekommen, da die Geldmittel fehlten und man befürchtet habe, das Domkapitel könne dies als &amp;quot;Aufbaumung der Unterthanen wider seine gnädigste Obrigkeit&amp;quot; werten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem erwähnt le Bruin, dass die vom Magistrat auf dem Platz gepflanzte Hecke noch nicht komplett entfernt worden sei. Der Präfekt schloss aus dem Gesagten, dass der Magistrat keineswegs gedenke, der Aufforderung Folge zu leisten. Das Kapitel möge vor allem auf die Entfernung der Hecke samt vollständiger Wiederherstellung der Vogelsrute drängen. Und als wirksame Drohung gegenüber dem Magistrat empfahl er die einstweilige Amtsenthebung oder eine willkürliche andere Strafe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapitel erkannte nun den Ernst der Lage. Am 16. Juni richtete es ein Schreiben an den Präfekten zur Bekanntgabe, dass bereits am 25. des Monats eine Kommission zur Untersuchung der Sache nach Zons geschickt werde. Die Bürger von Zons und [[Stürzelberg]] solle er darüber informieren und gleichzeitig darauf hinweisen, dass sie gegebenenfalls vor diesem Untersuchungsausschuss aussagen müssten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Schiesswettkampf_Anf_17Jh.jpg|300px|thumb|right|Ein Vogelschießen Anfang des 17. Jahrhunderts.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Juni 1770 war dann tatsächlich die angekündigte Untersuchungskommission in Zons. Sie setzte sich zusammen aus den Herren [https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Aloys_von_K%C3%B6nigsegg-Aulendorf Domdechant Graf Königsegg-Aulendorf], [https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ludwig_von_Scampar Domherr von Scampa] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Syndikus Syndikus] des Domkapitels Bollich. Der Ausschuss konnte schlichten und kam zu einer Lösung, die noch am selben Tag schriftlich abgefasst wurde: Zwischen der Gemeinde Zons einerseits und dem Magistrat und dem Schultheißen andererseits, so ist darin zu lesen, sei eine Einigung zustandegekommen. Die gepflanzten Obstbäume mit dem Zaun sollten zur Vermeidung weiterer Streitigkeiten weggeschafft und gleichzeitig der abgetragene Boden wieder aufgeschüttet werden. Außerdem solle eine &amp;quot;lebendige Hecke&amp;quot; angepflanzt werden, die den Weg vom Platz trennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ehm_1751_Detail_Vogelstange.jpg|300px|thumb|right|Ausschnitt aus einer Zons-Karte des Mathias Ehmans von 1751 in einer originalgetreuen Kopie aus dem Jahr 1827. Der Kartograf berücksichtigte in der Darstellung auch die 1751 errichtete Vogelstange.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bürgermeister]] [[Johannes Eberle|Eberle]] bezifferte die Kosten für die Wiedererrichtung der Vogelsrute mit 38 Reichstalern. Der Magistrat, so entschied die Kommission, müsse davon 23, die Bruderschaft 15 Taler aufbringen. Mehrkosten habe der Magistrat zu tragen, wobei er das übriggebliebene Holz der alten Vogelsrute einbehalten dürfe. Ferner müsse er den Pachtvertrag mit dem [[Schultheiß]]en [[Franz Bernhard Mappius|Mappius]] auflösen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 231 und Otten: &#039;&#039;Zons am Rhein&#039;&#039; (1903), S. 136f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Adam Otten|Otten]] schreibt, der Bürgermeister sei fälschlicherweise der Meinung gewesen, bei dem Wall handele es sich um Gemeindeeigentum. Syndikus Bollich habe ihm erklärt, die Verteidigungsanlagen, und damit auch der Wall, auf dem die Vogelstange stand, seien Sache des Domkapitels, und der Gemeinde stünden zur Bestreitung ihrer Kosten [[Fähre|Rheinfähre]], [[Akzise]] und [[Wegegeld]] zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe hierzu &#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;987&amp;gt;-&amp;lt;992j&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann sich leicht vorstellen, dass sich der Bürgermeister durch den Vorfall bei einem Großteil der Einwohner ziemlich unbeliebt gemacht hat. Und tatsächlich hatte es im Mai des Jahres, als er sich zur Wiederwahl stellte, heftige Reaktionen von Seiten einiger Bürger aus Zons und [[Stürzelberg]] gegeben. Nach seiner Wiederwahl richteten sie ein Protestschreiben an das Domkapitel, das ihn daraufhin zwar im Amt beließ, aber in einer eigens neu aufgestellten Wahlordnung das Verbot aussprach, Stimmen zu werben. Man sieht also, auf welch unehrenhafte Mittel [[Johannes Eberle|Eberle]] zurückgriff, um im Amt bleiben zu können. Im nächsten Jahr wurde ein anderer gewählt. Die Unruhen um die Wahl des Bürgermeisters Eberle dauerten noch bis 1789 an. Dennoch war er noch einige Male in dem Amt tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;GStAZ&#039;&#039;, S. 109f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist aber anzumerken, dass der Bürgermeister nicht von der ganzen Bürgerschaft gewählt wurde, sondern von [[Schöffen]], [[Ratsherren|Ratsmitgliedern]] und nur sieben Vertretern aus der [[Bürger]]schaft (davon zwei aus Stürzelberg). Das Verhältnis zwischen Eberle und Schützengilde scheint sich in der Folgezeit wieder etwas entspannt zu haben, denn er war beispielsweise 1774 bei der Ablegung des Rechenschaftsberichts der Bruderschaft anwesend.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bewaffnung und Kleidung der Schützenbrüder ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühesten Zeit der Sebastianus-Schützenbruderschaft schossen die Mitglieder vermutlich mit der [https://de.wikipedia.org/wiki/Armbrust Armbrust] nach dem Vogel. Irgendwann haben sie sich aber auf [https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCchse Büchsen] umgestellt, die sie im 18. Jahrhundert ausschließlich verwendeten und auch bei den Umzügen trugen. Büchsen hatten im Vergleich zur Armbrust Vor- und Nachteile: Sie waren zwar teils durchschlagskräftiger und hatten eine größere Reichweite, man konnte mit ihnen aber weniger genau zielen. Ein weiterer Nachteil der Feuerwaffen, sowohl der [https://de.wikipedia.org/wiki/Steinschloss Steinschlossgewehre] (Zündung mittels eines Feuersteins) als auch der [https://de.wikipedia.org/wiki/Luntenschloss Luntenschlossgewehre] (Zündung mittels einer Lunte), ist, dass die Funktion witterungsabhängig war, d.h. ein Schießen bei Regen war nahezu unmöglich. So musste beispielsweise am 12. September 1751 ein Vogelschießen in Zons wegen beginnenden Regens abgebrochen werden und konnte erst am darauffolgenden Tag fortgesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;267&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ladevorgang bei den Steinschlossgewehren war sehr aufwendig. Ein geübter Schütze konnte gerade einmal zwei Schüsse in der Minute abgeben. Und viele Waffen waren so schwer und hatten einen dermaßen starken Rückstoß, dass man sie beim Schießen unmöglich frei halten konnte. In Zons stand deshalb nahe der Vogelstange eine Leiter, in die beispielsweise die 10–15 kg schwere [https://de.wikipedia.org/wiki/Arkebuse Hakenbüchse (Arkebuse)] (bei ihr befand sich ein kräftiger Haken unterhalb der Mündung) eingehängt werden konnte (s. Bericht von Johann Baptist Fuchs).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Luntenrohr.jpg|300px|thumb|right|Darstellung eines Schützen mit Luntenrohr.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert war ganz selbstverständlich ein Großteil der Zonser Schützenbrüder im Besitz eines Gewehres, denn seit 1654 war für alle zu den Wachtdiensten verpflichteten Bürger die Anschaffung einer solchen Waffe Pflicht.&amp;lt;ref&amp;gt;GStAZ, S. 113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Grundsätzlich musste jeder Bürger so für den Verteidigungsfall gerüstet sein. Da es aber umgekehrt einen Waffenschein oder sonstige Beschränkungen im heutigen Sinne noch nicht gab, konnte sich prinzipiell jeder weitgehend nach Belieben mit Waffen unterschiedlichster Art und unterschiedlichsten Kalibers eindecken, wenn es die Geldbörse hergab. Entsprechend uneinheitlich waren auch die Feuerwaffen beim Vogelschießen. In den Quellen ist von verschiedenen Büchsenarten (Hakenbüchse, Handbüchse) mit Steinschloss- und Luntenzündung die Rede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Vogelstange galten wegen der mit den Schusswaffen verbundenen Gefahren besondere Regeln. Da man bereits negative Erfahrungen gemacht hatte, war in den Statuten festgelegt worden, dass vor Beginn des Schießens alle Flinten und Büchsen von zwei dazu bestimmten Herren genau untersucht werden mussten. Diese hatten gegebenenfalls Waffen zurückzuweisen. Außerdem gab es einen Abschnitt, der im Zusammenhang mit der Feuergefahr durch das Schießpulver vorschrieb, dass sich niemand unter Strafandrohung einer halben Ahm Bier mit einer Tabakspfeife auf kürzere Distanz als 12 Schritte der Vogelsrute nähern durfte.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gefahren konnten auch durch allzu großkalibrige Waffen entstehen, auch wenn sich damit gewisse Treffunsicherheiten ausgleichen ließen und die Wirkung größer war. Die Vorteile scheinen sich aber irgendwann unter den Zonser Schützen herumgesprochen zu haben, denn es tauchten immer größere Kaliber unter der Vogelstange auf. In einem Schreiben an den Amtmann aus dem Jahr 1774 berichtete der Vereinsvorstand, dass seit einigen Jahren einzelne Mitglieder extrem schwere Büchsen benutzten, &amp;quot;woraus viertel-pfündige Kugelen geschoßen werden&amp;quot;, und was die Gefahr noch vergrößerte, es gebe sogar Schützen, die anstatt Kugeln eiserne Bolzen benutzten. Deshalb schlug der Vorstand dahingehend eine Erweiterung der Statuten vor, dass Waffen, die weniger als 16 oder 12 Kugeln auf ein Pfund hielten, von der Vogelstange abgewiesen und dass Eisenbolzen, durch die leicht ein Unglück entstehen könne, verboten werden sollten. Wer dagegen verstoße, müsse dem Verein eine Ahm Bier spendieren. Der Amtmann war mit der Entscheidung des Vorstandes und der entsprechenden Erweiterung der Statuten einverstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Informationen über die Kleidung der Zonser Sebastianus-Schützen sind äußerst dürftig. Mit Sicherheit trugen sie nicht Uniformen, wie man sie heute als typisch ansieht: Die an eine süddeutsche Tracht oder die Bekleidung von Jägern erinnernden Schützenuniformen kamen erst im 19. Jahrhundert allmählich auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielerorts erkannte man die Mitglieder der Schützengilden an einer Art Kapuze, die [https://de.wikipedia.org/wiki/Gugel_(Kleidung) &amp;quot;Gogel&amp;quot;] genannt wurde. In späterer Zeit wurde diese meist durch einen Hut ersetzt. Auch die Zonser Schützen trugen Hüte – und möglicherweise war dies im 18. Jahrhundert das einzige Erkennungsmerkmal. Von den zwei Wettschießen der Junggesellen 1738 war bereits die Rede, bei denen es jeweils um einen neuen Hut ging. Weitere Angaben beziehen sich auf die Musikanten (&amp;quot;Spilleuth&amp;quot; und &amp;quot;Tambauren&amp;quot;) als eine etwas herausgehobene Gruppe. Sie wurden von der Bruderschaft nicht nur für ihr Spielen am Tag des Königsvogelschießens bezahlt, sie erhielten von der Vereinigung an diesem Tag auch traditionell recht teure Seidenbänder für ihre Hüte. 1739 waren es beispielsweise 34 Ellen (knapp 20 m) Band, die von der Bruderschaft zu diesem Zweck gekauft wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königsvogelschießen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der &amp;quot;Vogelschießungstag&amp;quot; ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutige Bezeichnung &amp;quot;Schützenfest&amp;quot; ist hier nicht passend, denn erstens waren in früheren Zeiten ohne Zweifel auch die Feierlichkeiten am Tag des Vereinspatrons, die denen am Tag des Königsvogelschießens nur wenig nachstanden, ein &amp;quot;Schützenfest&amp;quot;, und zweitens war dieses Wort in Zons offenbar nicht gebräuchlich, denn es taucht nicht ein einziges Mal in den Quellen auf. Stattdessen sprach man zur Unterscheidung vom Patronatsfest vom &amp;quot;Vogelschießungstag&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell fand dieses Fest am Sonntag vor [https://de.wikipedia.org/wiki/Pfingsten Pfingsten] statt. Wie am Sebastianustag war morgens zunächst ein Hochamt, zu dem der Schützenkönig vom Vorstand, dem [[Bürgermeister]], dem Fähnrich und den anderen Brüdern abgeholt wurde. Im Anschluss an die Messe begleitete man ihn wieder nach Hause. Nachmittags nach der Vesper zogen die Schützen mit dem König feierlich in Formation und unter Musikbegleitung zur Vogelstange. Dort wurden zunächst die Schützenschilde von dazu bestimmten Personen genau untersucht und gezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Schießen galt die Ordnung, dass die Teilnehmer anfangs abwechselnd dreimal feuern durften. Danach konnte jeder &amp;quot;nach seinem Belieben so oft schießen [...] als er kann&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zweifelsohne hatte diese Regelung große Nachteile: Im zweiten Teil konnte der Wettkampf leicht chaotisch werden. Das Königsvogelschießen 1741 macht dies deutlich: Zwei oder drei Brüder gerieten in Streit, weil sie gleichzeitig auf den Vogel geschossen hatten und jeder der Meinung war, sein Schuss habe den Rest des Vogels heruntergeholt. Der Vorstand entschied daher, einen neuen Vogel &amp;quot;ohne Flügelen und Stertz&amp;quot; zu machen und ein neues Schießen anzusetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;152&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst 1774 wurde diese Wettkampfordnung geändert. Von diesem Zeitpunkt an ließ man die Schützen nacheinander nach einem Losprinzip bzw. nummeriert schießen (s. Bericht von Johann Baptist Fuchs).&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Pfänder ausgeschossen. Auf Kopf und Schweif setzte man jeweils 12 Albus, auf jeden Flügel 8 Albus aus. Stand schließlich der neue Schützenkönig fest, hängten ihm sieben Jungfrauen die Königskette um und setzten ihm einen Kranz auf. Anschließend wurde er von den Schützen durch die Stadt geführt. An mehreren Häusern machte der Zug Halt, wo dem neuen Regenten der &amp;quot;Ehrenwein&amp;quot; gereicht wurde. Bei der Herberge, also Gaststätte, angelangt, konnte das Gelage beginnen. Der Fähnrich nahm dem König dort die kostbare Silberkette ab und brachte sie mit zwei weiteren Personen an ihren &amp;quot;gehörigen und von der Bruderschaft beliebten Orth zur Verwahrung&amp;quot;. Satzungsgemäß trank man in der Gaststätte drei Ahmen (ca. 425 l) Bier; zwei bezahlte die Bruderschaft, eine der Schützenkönig. Das Fest endete abends mit dem Königsball. Dies war gewissermaßen der Idealablauf des Festtags. In der Praxis gab es hierzu mancherlei Abweichungen. So musste beispielsweise in der Bruderschaftsordnung ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die in der Gaststätte Anwesenden nicht eher mit dem Trinken beginnen durften, bis der neue Schützenkönig zugegen war. Doch sollten sie dann &amp;quot;in Friedt und Einigkeith&amp;quot; trinken, und der Verein drohte Personen, die &amp;quot;sich die Natur ansaufen oder sich sonst gegen die Ehrbarkeith aufführen&amp;quot;, eine &amp;quot;willkürliche Strafe&amp;quot; an.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch es gab auch anderes zu reglementieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1774 schrieb der Vorstand an den Amtmann, dass beim Vogelschießen alle Ordnung hintenangestellt werde, und schlug deshalb die Nummerierung der Schützen vor (s.o.). Zudem fänden sich die meisten Schützen schon vorher unter der Vogelsrute ein oder gingen verfrüht &amp;quot;zum Bier&amp;quot;, weshalb der König von sehr wenigen Schützen begleitet werde. Der Vorstand legte mit Einwilligung des Amtmanns fest, diejenigen, die den Schützenkönig nicht bei sämtlichen Umzügen an diesem Tag bewaffnet begleiteten, vom Vogelschießen auszuschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gelage am Tag des Königsvogelschießens und am Sebastianustag waren für die Mitglieder von großer Bedeutung. Als um 1705 der Bierkonsum vom Brudermeister im Zuge von Sparmaßnahmen für einen neuen Altar stark eingeschränkt wurde, kam es zu einem kleinen Aufruhr (s.u.). In Notzeiten verzichtete man aber ganz selbstverständlich auf das Biertrinken: Als 1748 um die Zeit des Sebastianustages eine schwere Viehseuche herrschte, fand an dem Tag kein Gelage und Vogelschießen statt, sondern man hielt – wie an mehreren anderen Tagen – einige heilige Messen ab.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;215&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Genauso fiel am 22. Mai 1746 das Königsvogelschießen aus, da einen Tag zuvor ein schwerer Hagelschlag so schlimme Verwüstungen in den Feldern angerichtet hatte, dass man nicht mehr erkennen konnte, was angebaut worden war, es waren &amp;quot;alle Bletter von Baumen und Hecken mit den Schalen [Rinde] abgeschlagen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;190&amp;gt;-&amp;lt;191&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonderes Ereignis im Leben der Bruderschaft war die Teilnahme des Kurfürsten am Königsvogelschießen. [[Clemens August (Kurfürst)|Clemens August (1723–1761)]] war sogar zweimal dabei. Er hielt sich gelegentlich in Zons auf, um beispielsweise seiner Lieblingsbeschäftigung, der [https://de.wikipedia.org/wiki/Falknerei Jagd mit Falken auf Reiher und Milane (Reiherbeize)], nachzugehen. Am 6. Mai 1739 gingen der Schützenkönig [[Heribert Endenich]], der Bruderschaftshauptmann, der Bruderschafts-Fähnrich und alle Schützenbrüder mit Gewehr und Königskette zu seiner Zonser Residenz ([[Burg Friedestrom]]), um ihm die Aufwartung zu machen. Die Kette hatte man &amp;quot;auff ein[e] silberne Schüssel gelegt&amp;quot;. Der 6-jährige Knabe Heribert Nolden, als Engel verkleidet, präsentierte ihm zusammen mit dem Schützenkönig das Silber. Wenige Tage später, am 10. Mai, trug sich der Kurfürst &amp;quot;auffm Schloss&amp;quot; eigenhändig in das Bruderschaftsbuch ein und erklärte sich somit zum Mitglied der Vereinigung. Beim Vogelschießen schoss er &amp;quot;aus losser Hant&amp;quot; (also ohne Stütze für die Waffe) den Vogel herunter.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;101&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sieht man einmal von dieser zweifelsohne respektablen Leistung ab, ist es wohl nur schwer vorstellbar, dass jemand so kühn gewesen wäre, dem Herrn ernsthaft Konkurrenz machen zu wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ClemensAugust1732.jpg|300px|thumb|right|Kurfürst Clemens August als Falkenjäger um 1732.]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ClAugustSeb1739.jpg|300px|thumb|right|Die eigenhändige Unterschrift von Kurfürst Clemens August (1739) im Bruderschaftsbuch der Zonser St. Sebastianus-Schützenbruderschaft (PfAZ, Nr. 227).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clemens August nahm die Zeichen der Königswürde nicht an, sondern schmückte seinen Kammerdiener mit Kette und Kranz. Dieser ist dann anstelle des Kurfürsten von den Brüdern wie üblich durch die Stadt geführt worden. Clemens August zeigte sich spendabel und gab auf dem Marktplatz nicht nur die gewöhnlich vom Schützenkönig spendierte Ahm Bier aus, sondern fügte noch zweieinhalb Ahmen Bier und eine halbe Ahm Wein hinzu. Zusammen mit den zwei Ahmen von der Bruderschaft kamen an diesem Tag somit etwa 780 l Bier und 70 l Wein zum Ausschank. Auf dem Platz spielten vier Musikanten, und zu später Stunde wurden drei Wachsfackeln angezündet. Die Leute haben vergnüglich &amp;quot;gesprungen und gedantzt&amp;quot; bis 22 Uhr. Monate später, im Dezember, gingen der Brudermeister [[Heribert Endenich]] und der [[Bürgermeister]] [[Johann Peter Schulmeister|Johann Peter Schullmeister]] mit drei bewaffneten Schlosssoldaten zum [[Domkapitel]] nach [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln], um ein kostbares Schützenschild des Kurfürsten für die Königskette abzuholen. Es war aus Gold und wog 12 ½ Lot (ca. 183 g).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;115&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch 1744 nahm der Kurfürst am Zonser Königsvogelschießen teil: Am 13. Mai hatte er sich in das neu angelegte Bruderschaftsbuch eingetragen. Beim Schießen am 17. holte er wieder den Rest des Vogels herunter. Den sieben Jungfrauen, die ihm den Kranz aufsetzten, schenkte er 12 Golddukaten, die sie gleichmäßig unter sich aufteilten, wovon &amp;quot;jedes Mägtgen ½ Reichstahler an Unkosten angelegt&amp;quot; hat. Am darauffolgenden Tag spendierte Clemens August der Bruderschaft eine Ahm Wein, bevor er noch am selben Tag wieder nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BChl_(Rheinland) Brühl] reiste.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;174&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutend für die Gilde war sicherlich auch die Teilnahme des [[Amtmann]]s am Vogelschießen. Am 12. September 1751 nahm Amtmann Joseph Maria Sigismund von Königsegg-Rothenfels, der ein leidenschaftlicher Jäger war, teil. Der Wettbewerb wurde an diesem Tag wegen einsetzenden Regens unterbrochen und am darauffolgenden fortgesetzt. Noch am ersten Tag spendierte der Amtmann den Brüdern drei Pistolen – dies entsprach 15 Reichstalern – für ein Gelage. Und die Jungfrauen, die ihm nach seinem &amp;quot;Königsschuss&amp;quot; am nächsten Tag den Kranz aufsetzten, erhielten drei Golddukaten.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;267&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Privilegien und Pflichten des Schützenkönigs ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie es bei den Schützengilden in der damaligen Zeit üblich war, hatte der Schützenkönig der Sebastianus-Schützenbruderschaft besondere Privilegien, die das Amt recht attraktiv machten. Am 16. Juni 1658 wurden sie &amp;quot;zu Verhüthung einigen Mißverstandts&amp;quot; von den Brüdern schriftlich festgelegt. Sie galten jeweils für die Dauer der Herrschaft, also ein Jahr. An erster Stelle wird darin die Wachtdienstbefreiung genannt. Der Schützenkönig wird dies als große Entlastung empfunden haben, denn das &amp;quot;Wacheschieben&amp;quot; war eine nicht sonderlich beliebte Angelegenheit. Ferner brauchte er während der Zeit den &amp;quot;Schatz&amp;quot; von seinem Haus, also die Hausgrundsteuer, nicht zu zahlen. In späterer Zeit kam dann noch die Befreiung vom &amp;quot;Schüppen- und Pferths-&amp;quot; Dienst hinzu. &amp;quot;Schüppendienste&amp;quot; waren Arbeiten, zu denen der Bürger im allgemeinen Interesse herangezogen werden konnte, beispielsweise Ausbesserungen am Deich, an der Landstraße usw. &amp;quot;Pferds-Dienst&amp;quot; bedeutete, dass der Bürger sein Pferd – falls vorhanden – im Bedarfsfall für Aufgaben zum Wohle der Allgemeinheit zur Verfügung stellen musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Traditionell durfte der Schützenkönig während der zwölf Monate einen Morgen Wiesen, den sogenannten Vogelsmorgen, kostenlos nutzen. Er lag in der Flur &amp;quot;Mähbenden&amp;quot; auf Dormagener Gebiet, also unterhalb der heutigen [[Aldenhovenstraße]] in der Altrhein-Niederung. Um mögliche Benachteiligungen zu vermeiden, wurden die genannten Privilegien Pfingstmontag 1697 ausgebaut: Wenn ein Schützenkönig, der Zonser Bürger war, kein Pferd besaß, war es ihm gestattet, die entsprechende Freiheit einem anderen Zonser zu verkaufen oder zu verschenken. Und dies galt bezüglich aller Privilegien mit Ausnahme des Wachtdienstes auch für Mitglieder ohne Zonser Bürgerrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas sehr Außergewöhnliches war es, wenn ein Schütze drei Jahre hintereinander den Vogel abgeschossen hatte und damit &amp;quot;Kaiser&amp;quot; war. In diesem Fall sah die Bruderschaftsordnung vor, dass er vom Verein drei Golddukaten erhielt und kein silbernes Schild zur Königskette schenken brauchte. Wie zwei weitere Quellen berichten, bekam er zudem sogar alle Königsschilde (!) geschenkt: 1736 wurde Christian Gymnich aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Uedesheim Uedesheim] Kaiser, und es sind ihm deshalb die 44 vorhandenen Schilde &amp;quot;uberliebert&amp;quot; worden (nur nicht die eigentliche Kette mit dem Silbervogel).&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er behielt aber wohl nur wenige Schilde ein, denn in späterer Zeit waren die meisten noch vorhanden. Dies ist der einzige überlieferte Fall, dass jemand &amp;quot;Kaiser&amp;quot; wurde. Mit Sicherheit haben es aber einige Schützen versucht. Johann Baptist Fuchs erwähnt einen solchen Kandidaten und auch das außergewöhnliche Kaiserprivileg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1749 kam unter den Schützenbrüdern die Frage auf, ob der Schützenkönig die Privilegien weiter nutzen dürfe, wenn das Königsvogelschießen im folgenden Jahr ausfiel. Der Vorstand entschied, dass in diesem Fall der König nicht in seinem Amt und im Besitz der Freiheiten bleibe, sondern die Bruderschaft wähle einen neuen (zweiten) Brudermeister. Dieser habe dann zwar nicht die Privilegien, bekomme aber für seine Aufgaben das übliche Brudermeistergehalt.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit sind zugleich die Pflichten des Schützenkönigs teilweise abgedeckt. Denn traditionell hatte er als Mitglied des Vorstands wie der Brudermeister eine Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins anzufertigen, aber im Gegensatz zum eben genannten &amp;quot;zweiten Brudermeister&amp;quot; unentgeltlich. Zu seinen Pflichten zählte auch, dass er am Tag des Königsvogelschießens den Mitgliedern eine Ahm Bier spendierte und innerhalb seines Regentschaftsjahres – wie erwähnt – einen silbernen Königsschild zur Schützenkette besorgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Schützenkönige ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Frage, wer die Schützenkönige der Sebastianus-Bruderschaft waren, kann man mit der Gegenfrage antworten, wie teuer das Königsamt in Zons und für wen dies erschwinglich war. Johann Baptist Fuchs zahlte 1777 für alle mit dem Titel verbundenen Aufwände einschließlich Königsschild &amp;quot;etwa 75 Reichstaler&amp;quot;. Zu dieser Zeit verdiente ein Steinmetzgeselle in Köln jährlich nur 72 Reichstaler.&amp;lt;ref&amp;gt;Dietrich Ebeling: &#039;&#039;Bürgertum und Pöbel – Wirtschaft und Gesellschaft Kölns im 18. Jahrhundert&#039;&#039; (Veröffentlichungen des Instituts für vergleichende Stadtgeschichte in Münster, Bd. 26), Köln 1987, S. 173.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man sieht also, die Kosten waren ziemlich hoch und für den weitaus überwiegenden Teil der Mitglieder mit Sicherheit unerschwinglich. Leicht konnte das Amt einen weniger Begüterten in arge Finanznöte stürzen, wie beispielsweise Joseph Eichel, den Schützenkönig des Jahres 1749: Nach dem Schützenfest geriet er in so arge finanzielle Probleme, dass er nicht mehr in der Lage war, den silbernen Königsschild zu besorgen. Er wurde dafür von der Bruderschaft mit aller Härte bestraft und aus der Vereinigung ausgeschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alleidings kamen wohl in dem Fall noch andere Gründe hinzu: Aus einem anderen Dokument geht hervor, dass er anscheinend auch Geld, das ihm in seiner Funktion als zweiter Brudermeister übergeben worden war, unterschlagen hatte, jedenfalls war es nicht fristgerecht übergeben worden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 229: Rechnung 1750/51.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ähnlich wie heute hatte der Schützenkönig im 18. Jahrhundert sicherlich neben den in den Statuten festgelegten Ausgaben noch einige weitere &amp;quot;zwanglosere&amp;quot; Ausgaben, beispielsweise für Freibier bei spontanen Zusammenkünften o.ä., zu leisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schützenkönige waren also in der Regel unter den relativ wohlhabenden Zonser Bürgern zu suchen. Dazu zählten beispielsweise Zollbeamte, Gastwirte und bessergestellte Bauern. Entsprechend finden sich unter den Schützenkönigen relativ wenige Personen aus dem sozial deutlich ärmeren [[Stürzelberg]]. Für Mitglieder aus weiter entfernten Orten war das Amt weniger bedeutend. Sie konnten ja beispielsweise – wie die Zonser Einwohner ohne Bürgerrecht (Junggesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Knechte etc.), die vermutlich ohnehin vom Königsvogelschießen ausgeschlossen waren – die Privilegien nicht wirklich nutzen, sondern nur an einen Zonser Bürger verkaufen, und das wahrscheinlich unter Wert. Zudem waren sie wohl kaum in der Lage, zu allen bruderschaftlichen Veranstaltungen oder lockeren Zusammenkünften zu erscheinen, und sie konnten somit auch die Ehrung im Kreise der Mitbrüder und in der Öffentlichkeit nicht genießen. Daher waren auswärtige Schützenkönige im Verhältnis zu ihrem Mitgliederanteil unterrepräsentiert. Die Beispiele zeigen aber, dass der Königstitel auch für sie einen gewissen Reiz haben konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einigen Schützenkönigen (24) konnte das Alter ermittelt werden. Demnach war der Jüngste 20 Jahre, der Älteste 64 Jahre alt. Das Durchschnittsalter betrug etwa 32 Jahre. Die hohen Kosten setzten sicherlich ein gutes und einigermaßen sicheres Einkommen voraus. Ein 20-jähriger Schützenkönig dürfte sicherlich – auch unter der Annahme eines früheren Eintritts in das Erwerbsleben im 18. Jahrhundert – schon &amp;quot;von Haus aus&amp;quot; über recht gute Finanzmittel verfügt haben, wie beispielsweise der Kölner Jurist Johann Baptist Fuchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Wohlstand einiger Mitglieder kann man auch daran erkennen, dass ihre Namen in der Liste der Schützenkönige mehrfach auftauchen. Zugleich verdeutlicht dies auch wieder die Attraktivität der Würde: Die Spitzenposition nimmt [[Heribert Endenich]] ein, der viele Jahre dem Vorstand der Bruderschaft angehörte. Er war mindestens siebenmal König (1727, 1730, 1737, 1738, 1745, 1754 und 1762). Als Kontrolleur des Zolls war er sicher einer der vermögendsten, wenn nicht sogar der vermögendste Stadtbewohner. Es ist hinlänglich bekannt, wie &amp;quot;ertragreich&amp;quot; dieses Amt durch das Kassieren von Bestechungsgeldern war. An zweiter Stelle hinter Endenich folgen zwei Schützen, die mindestens viermal den Titel hatten: der [[Schöffen|Schöffe]] [[Laurenz Häring]] (1714, 1715, 1717 und 1722) und Johann Becker (1775, 1776, 1778 und 1779), der Besitzer des [[Gaststätte &amp;quot;Zum Anker&amp;quot;|Gast- und Brauhauses &amp;quot;Zum Anker&amp;quot;]] in der [[Rheinstraße]] gewesen zu sein scheint.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, 227&amp;lt;/ref&amp;gt; Direkt am [[Zollturm]] gelegen, war diese Gaststätte sehr lukrativ, denn nach der Zollabfertigung pflegten die Beteiligten auf die Verzollung anzustoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Königskette ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorbildhaft für die Schützenketten, die erst im 16. Jahrhundert allmählich aufkamen, waren die Ketten von Bürgermeistern und Zunftvorstehern. Im 17. Jahrhundert gingen die meisten Schützengilden dazu über, dem Schützenkönig die Anschaffung eines Königsschildes vorzuschreiben. Dies trifft auch auf Zons zu, wo 1658 ein entsprechender Absatz in die Statuten aufgenommen wurde. Darin ist jedoch bereits von &amp;quot;übliche[m] Gebrauch&amp;quot; die Rede, so dass wir von einem noch früheren Einführungszeitpunkt ausgehen müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Kette der Sebastianus-Schützenbruderschaft ist heute kein Stück mehr vorhanden. Es gibt aber recht gute Beschreibungen aus der ersten und zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Die Schützenschilde hingen demnach an einem silbernen Vogel, &amp;quot;sitzend auf einem übergüldenten [vergoldeten] Zweich&amp;quot;. Darüber befand sich ein vergoldetes Schild &amp;quot;unseres gnädigsten Herren&amp;quot; (des Kurfürsten). Es zeigte den Pfarrpatron St. Martinus und ein Kreuz. Außer den Schilden hing an der Kette auch ein goldener Pfennig von [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]] aus dem Jahr 1739.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bemerkenswerterweise ist in den Quellen nie von der &amp;quot;Königskette&amp;quot; die Rede, sondern immer – pars pro toto – vom &amp;quot;silbernen Vogel&amp;quot;. So klingt es für uns heute etwas befremdlich, dass der Schützenkönig mit dem &amp;quot;silbernen Vogel&amp;quot; geschmückt in der Kirche anwesend zu sein hatte, wie es die Statuten erwähnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Liste der Schilde fällt auf, dass der älteste erst aus dem Jahr 1664 war. Zudem gab es einige mehr oder weniger große zeitliche Lücken bis zu dem Exemplar aus dem Jahr 1794, in dem das letzte Königsvogelschießen stattfand. Dafür kann es mehrere Ursachen geben: 1.) Das Schießen war in verschiedenen Jahren ausgefallen, z.B. wegen kriegerischer Belastungen, Erntekrisen, Viehseuchen usw. – 2.) Schilde sind von der Bruderschaft verkauft oder für kirchliche Geräte eingeschmolzen worden. Ersteres ist belegt: Beispielsweise wurde 1775 der goldene Schild von [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]] zur Verbesserung des Kassenstandes verkauft. – 3.) Schilde sind verloren gegangen oder gestohlen worden. Dass dies vorkam, darauf deutet die Praxis der Bruderschaft hin, die Schilde vor dem Königsschießen genau untersuchen und zählen zu lassen. – 4.) Ein Mitglied wurde &amp;quot;Kaiser&amp;quot;, brauchte deshalb keinen Schild zu schenken und hat Exemplare einbehalten (s.o.). – 5.) Ein Schützenkönig konnte den Schild nicht bezahlen. Auch dafür wurde bereits ein Beispiel genannt. Fraglich ist, warum von manchen Jahren zwei Schützenschilde von verschiedenen Königen existierten und auf dem Schild von 1790 die Namen zweier Schützen eingraviert waren. Es ist recht unwahrscheinlich, dass der Verein entgegen der Tradition in einem Jahr zwei Königsvogelschießen veranstaltete. Die Frage muss offenbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut der [[Pfarrchronik]] existierten von den alten Schützenschilden 1944 wohl noch vier Exemplare. [[Pfarrer]] [[Johannes Klüwer]] brachte sie im Dezember des Jahres zusammen mit einigen anderen kostbaren Gegenständen nach [https://de.wikipedia.org/wiki/Brilon Brilon] ins Sauerland in Sicherheit, da &amp;quot;die Gefahr der Evakuierung sehr nahe bevorstand&amp;quot;. Die Medaillen wurden leider dort von den einmarschierenden Amerikanern gestohlen. Eine Medaille soll die von [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]] aus dem Jahr 1739 gewesen sein.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 7, p. 116.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelte sich aber in dem Fall nicht um den golgenen Originalschild, sondern um die kupferne Nachbildung, die die Schützenbruderschaft nach dem Verkauf des originalen Schildes um 1775 besorgt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bericht des Schützenkönigs Johann Baptist Fuchs 1777 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein äußerst seltene Quelle und damit ein großer Glücksfall für diese frühe Zeit ist die Schilderung eines Zonser Königsvogelschießens durch einen Zeitzeugen. Der Kölner Student der Rechtswissenschaften Johann Baptist Fuchs, aus wohlhabendem Hause, nahm 1777 an dem Fest teil und wurde Schützenkönig. Dieses Ereignis war für ihn so eindrücklich, dass er die Erinnerungen daran etwa 50 Jahre später sehr plastisch und ausführlich in seiner Autobiografie für die Nachwelt festhielt. Zum Zeitpunkt der Handlung war er 20 Jahre alt. Es folgt der 1912 von Julius Heyderhoff&amp;lt;ref&amp;gt;Julius Heyderhoff: &#039;&#039;Johann Baptist Fuchs 1757–1827, Erinnerungen aus dem Leben eines Kölner Juristen&#039;&#039;, Köln 1912.&amp;lt;/ref&amp;gt; veröffentlichte Originaltext, in eckigen Klammern mit einigen Ergänzungen hierzu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;&amp;quot;Die Zonser Kirmes rückte heran, bei welcher Gelegenheit Herr Aldenhoven [wahrscheinlich Heribert Bertram, gebürtig aus Zons, nur wenige Monate älter, studierte ebenfalls in Köln] seine Eltern besuchen mußte. Er lud uns nun alle ein. Mein Vater war abwesend, aber meine Mutter war gütig genug, mir nicht nur die Urlaube dazu zu erteilen, sondern mir auch meines Vaters Reisewagen mitzugeben. Wir reisten am Vorabend der Kirmes [10. Mai (?) 1777] so zeitig nach Zons ab, daß wir noch bei gutem Tage daselbst ankamen und unsere Visiten bei den Zollbeamten machen konnten. Wir hatten den Schreiner Diederichs mitgenommen, dessen Liebhaberei das bei Kirmessen gewöhnliche Vogelschießen war und wobei er eine Meisterrolle zu spielen pflegte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Gelegentlich des Besuches bei Herrn Beseher [Johann le Bruin, Präfekt der Schützenbruderschaft], der ein Freund meines Vaters war, wurde vom Vogelschießen gesprochen. ‘Ei‘, sagte er zu mir, ‘Sie müssen sich auch in die Bruderschaft einschreiben lassen, die silberne Kette würde auf Ihrem schönen braunen Kleidchen trefflich lassen‘. Ich mochte protestieren, wie ich wollte, mein Protest und meine Angabe, nicht schießen zu können, wurde nicht angenommen: ich wurde eingeschrieben.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:JBFuchs.jpg|300px|thumb|right|Der Kölner Jurist Johann Baptist Fuchs, Zonser Schützenkönig 1777/78.]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Wir logierten alle bei Herrn Aldenhoven im Hause [Rheinstr. 10]. Abends bei Tische machten wir die Bekanntschaft mit dem biederen alten Vater [Christian Aldenhoven, 67 Jahre], der damals Wittmann war, und seiner sehr liebenswürdigen Tochter [Johanna Sophia, 15 Jahre], die wir die Königin des Festes betauften. Wir lebten wonnetrunken in ihrer Gesellschaft und gingen ihr nicht von der Seite. Der Abend wurde bis zum späten Schlafengehen recht munter und lustig zugebracht, das schmackhafte Frühstück des andern Morgens ebenso heiter eingenommen; es ward durch die Stadt und Umgegend herumgeschlendert, Messe gehört und dann zu Tische gegangen. Es wurde weidlich geschmaust, aber mitten in Saus und Braus ertönten Trommel und Pfeifen und eine angenehme Musik. Der Aufbruch zum Vogelschießen ward dadurch angekündigt. Wir begaben uns nun in den Zug. Bei der Vogelrute ankommend, wurden die Lose ausgeteilt. Mehrere der versammelten Bauern teilten uns ihre Lose mit, und wir besaßen deren eine schöne Anzahl. Schreiner Diederichs hatte drei Kugelbüchsen bei sich, die er alle selbst und vorsichtig lud und jedem von uns, den die Ordnung traf, zubrachte. Drei Pfänder, den Kopf, einen Flügel und den Sterz, hatte ich das Glück herunterzuschießen, teilte aber die darauf haftenden, ziemlich bedeutenden Preise jenen Bauern, auf deren Lose ich getroffen hatte.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Der Vogel war bereits zum Schwanken gebracht worden, als mich die Reihe zu schießen mit drei aufeinander folgenden Losen traf. Diederichs war in einem Jubel und hatte alle drei Kugelbüchsen trefflich geladen. Als ich mich zum Schießen setzte und anlegte, sagte er mir den Punkt, auf welchen ich anlegen mußte. Ich brannte los und traf den Vogel so derb, daß noch Scherben davonflogen. Mein zweiter Schuß ging vorbei; ich war zu hitzig. Nun wurde es den Umstehenden bange, denn nach meinem dritten Schuß folgte just derjenige, der schon zwei Jahre nacheinander den Vogel abgeschossen hatte [Johann Becker] und diesmal die große silberne Kette mit allen Schilden zum Eigentum davongetragen haben würde, wenn er zum dritten Mal Sieger geworden wäre.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Diederich wußte das alles, kam und hing eine Kugelbüchse mit einem Krampen in die Leiter, hieß mich dann anlegen und empfahl mir den Punkt, den ich fixieren sollte. Ich gab mir Mühe, diesen Punkt zu visieren, drückte los und der Vogel mitsamt der eisernen Platte kam herunter, aber im nämlichen Moment fort war auch mein Hut. Als ich mich von der Betäubung des Schusses ein wenig erholt hatte – denn ich schoß sechs Kugeln, und die Büchse würde mir die Schulter auseinandergeschlagen haben, wäre sie nicht eingehängt gewesen und um mich sah, war ich schon umzingelt von einer Menge schöner Bauernmädchen, die mir meinen Hut, mit einer Krone versehen, brachten, mir zugleich die silberne Kette umhingen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Jetzt bildete sich der Triumphzug. Die Zollbeamten nahmen mich in ihre Mitte, und eine Menge Menschen gingen mit; ich ward in der Stadt herum an eine Menge Häuser geführt, wo mir der Ehrenwein präsentiert wurde. Der Spaß endigte sich mit einem Ball, wozu ich unsere Königin des Festes abholte, und kostete mich mit Einschluß des Schildes, das ich im andern Jahr zur Kette gab, etwa 75 Reichstaler. Drei Tage hindurch blieben wir bei Herrn Aldenhoven und machten uns recht lustig. Der Abschied war traurig und zugleich äußerst zärtlich, denn wir liebten unsere Königin recht herzlich. Meine königliche Gnaden – Freiheit von allen Abgaben und Benutzung einiger schöner Wiesen, die dem Könige zuteil fielen – verehrte ich dem alten Vater. Beim Zu-hause-kommen fand ich meinen Vater von seiner Reise zurück; er wollte brummen, aber die Majestät meiner mitgebrachten Krone und Sträuße machte ihn verstummen. Er war sogar so gütig, dem damaligen Professor Wallraf die Einrichtung des silbernen Schildes aufzutragen, mit welchem ich im folgenden Jahr die silberne Vogelkette beschenken mußte. Es wog 8 Lot und hatte auf einer Seite meines Vaters Wappen und auf der anderen Seite eine römische Inschrift, die mit den Worten schloß: bonis avibus victor [Sieger über die schönen Vögel].&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Nun ward aber auch auf der Schreibstube mit doppeltem Eifer gearbeitet. Nur wurde dieser nach ein paar Monaten traurig gestört. Es lief die Nachricht ein, die Demoiselle Aldenhoven – unseres Festes Königin – liege an der Dysenterie [Ruhr] gefährlich krank, und dieser folgte gleich darauf die schreckliche Post, sie sei tot [sie wurde am 16. September 1777 beerdigt]. Wehmütig sahen wir uns einander an und eilten von der Schreibstube zur Kirche, um für die Verblichene eine Messe zu hören. Lange trauerten wir diesem guten Mädchen nach, denn sie war wirklich ein herrliches Muster ihres Geschlechts.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statuten, Vorstand und Finanzen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Statuten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Schützengilde definierte sich in erster Linie über ihre Statuten. Daneben gab es eine Anzahl von Gewohnheitsregeln, die nicht schriftlich festgehalten waren, aber häufig ebenso bedeutend für den Ablauf von Veranstaltungen und bindend für die Mitglieder. Die erhaltenen Statutentexte der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft entstanden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und im 18. Jahrhundert teilweise auf der Grundlage älterer Vorlagen. Die Bruderschaft ließ sie jeweils vom neuen [[Amtmann]] bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statuten bestehen aus einem Hauptteil und mehreren kleineren, ergänzenden Teilen. Insgesamt ist der Aufbau recht unsystematisch, gelegentlich kommen sogar Wiederholungen vor. Dies ist nicht außergewöhnlich bei Statuten dieser Zeit, denn sie sind häufig – wie in Zons – nicht &amp;quot;in einem Stück&amp;quot; entstanden, sondern mehrmals überarbeitet worden, wobei Punkte ergänzt wurden. Sehr ausführlich werden Themen wie der Ablauf der Festveranstaltungen, die Aufgaben und Pflichten des Schützenkönigs und die Gedächtnismessen behandelt. Viele wichtige Dinge werden jedoch nur kurz angeschnitten oder fehlen völlig: Vorschriften, die das Verhalten der Mitglieder untereinander regelten, sind kaum auszumachen. Die Beschreibung der Aufgaben des Vorstandes beschränken sich in erster Linie auf die Person des Brudermeisters. Dessen umfangreiches Aufgabengebiet wird aber nur sehr unvollständig wiedergegeben. Zur Frage der Wahl des Vorstandes sind keine Angaben enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schützenbruderschaft hatte ihr eigenes Strafrecht, das im Rahmen der vereinsinternen Angelegenheiten regelte. Es spiegelt sich in den Statuten wider. An Strafen werden in erster Linie Bierspenden, aber auch Wachsspenden (für den Sebastianus-Altar) genannt. In einem Abschnitt ist von &amp;quot;willkühriger Straf&amp;quot; die Rede. Dies bedeutet, dass man sich einen gewissen Rahmen freihielt, eine der Schwere des Vergehens angemessene Strafe zu finden, konkreter: wie viel Bier oder Wachs das Mitglied der Vereinigung zu geben hatte. Geldstrafen scheinen unüblich gewesen zu sein. Die Bruderschaft hatte selbstverständlich nur eine niedere Gerichtsbarkeit, d.h. sie urteilte beispielsweise nicht über Delikte wie Diebstahl oder Körperverletzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sebastianus_Bruderschaftsbuch.jpg|300px|thumb|right|Das noch erhaltene Bruderschaftsbuch aus dem 18. Jahrhundert enthält neben den Vereinsstatuten auch das Mitgliederverzeichnis.]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Vorstand und andere Funktionsträger ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man der Formulierung &amp;quot;etliche Vorstehen Brüder&amp;quot; in den Statuten entnehmen kann, gehörten dem Vorstand der Sebastianus-Schützenbruderschaft mehrere Personen an. Entsprechend dem Brauch der damaligen Schützenvereinigungen finden sich in den wichtigen Führungspositionen vor allem angesehene Bürger der oberen Gesellschaftsschicht, besonders die wichtigen Amtsträger in den Diensten der Stadt oder des Domkapitels. Dies war einerseits positiv für das Ansehen der Vereinigung, andererseits hatte man dadurch in mancherlei Hinsicht bessere Voraussetzungen für die Umsetzung von Vorhaben. Umgekehrt hat die Übernahme eines Vorstandspostens die Chancen für die Übernahme anderer, beispielsweise politischer Funktionen sicherlich erleichtert – es waren also bereits ähnliche Mechanismen wie heute wirksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht klar, wie und von wem die Vorstandsmitglieder gewählt wurden. 1705 entschieden die Rechnungsprüfer gemeinsam, den Brudermeister wegen seiner vorbildlichen Arbeit für den Posten erneut vorzuschlagen (&amp;quot;frei praeconcipirtes Vorhaben&amp;quot;).&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Möglicherweise lag die eigentliche Entscheidung, also das Ernennungsrecht, beim [[Domkapitel]] als oberste Instanz, vertreten durch den [[Amtmann]]. Der große Einfluss des Kapitels auf die Vereinigung wurde ja bereits an mehreren Stellen deutlich. Es scheint auch das Aufsichtsrecht über die Schützenbruderschaft gehabt zu haben, das in den Städten gewöhnlich der Rat ausübte. Der Schultheiß als Vorsitzender des Zonser Schöffengerichts vertrat die Interessen des Domkapitels gegenüber der Vereinigung. Er setzte bei ernsteren Vergehen Strafgelder (&amp;quot;Brüchten&amp;quot;) fest und war auch ansonsten in vielen Angelegenheiten der Bruderschaft aktiv, beispielsweise war er sehr häufig bei der jährlichen Rechnungslegung anwesend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am besten sind wir über den Posten des Brudermeisters informiert, den man zweifelsohne als den &amp;quot;Aktivposten&amp;quot; bezeichnen könnte. Nach unserem heutigen Verständnis war er gewissermaßen Geschäftsführer und Kassierer zugleich. Er kümmerte sich als Verwalter der Kasse um die gesamten Finanzen, also um die Einnahmen und Ausgaben. Über die Geldbewegungen musste er eine Jahresrechnung zusammenstellen. Deshalb wird er in den Quellen manchmal auch als &amp;quot;Rechner&amp;quot; bezeichnet. Die Ausgaben durfte er selbstverständlich nicht eigenwillig bestimmen. So wird in den Statuten ausdrücklich darauf hingewiesen, dass von ihm vorgenommene ungewöhnliche und unnötige Investitionen, beispielsweise für Musiker &amp;quot;oder andere extra ordinaire Zierathen&amp;quot;, aus der Rechnung zu streichen seien und ihm selbst zur Last gelegt werden sollten. Solche Dinge bedurften der vorherigen Absprache mit den anderen Vorstandsmitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Brudermeister kümmerte sich um die Eintreibung der &amp;quot;Bruderschaftsrenten&amp;quot;. Das waren zum einen die Zinseinkünfte, zum anderen die Pachteinnahmen von Ländereien und Gärten (siehe folgendes Kapitel). Er kümmerte sich vermutlich auch um den Verkauf des eingenommenen Getreides. Für seine umfangreichen Aufgaben erhielt der Brudermeister im 18. Jahrhundert ein bestimmtes Jahresgehalt. Ende des 17. Jahrhunderts wurde er noch in Naturalien, also Getreide, bezahlt.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Schützenkönig gehörte dem Vorstand an. Wie der Brudermeister war er laut Statuten verpflichtet, eine Jahresrechnung über die Einnahmen und Ausgaben der Schützenbruderschaft zusammenzustellen. Deshalb wird manchmal auch er in den Quellen als &amp;quot;Brudermeister&amp;quot; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Posten eines Bruderschafts-&amp;quot;rectors&amp;quot; nahm der [[Pfarrer]] wahr.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war möglicherweise der Vorsitzende der Bruderschaft, also des &amp;quot;religiösen Teils&amp;quot; der Vereinigung. Vielleicht ist seine Funktion aber auch mit der des heutigen &amp;quot;Präses&amp;quot; vergleichbar. Neben der Abhaltung der zahlreichen Bruderschaftsmessen ist über seine Aufgaben lediglich überliefert, dass er bei der Durchsicht der Rechnungen anwesend war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihm zur Seite stand der Bruderschafts-&amp;quot;Pra(e)fectus&amp;quot;. Er scheint der Vorsitzende der Schützengilde, also des &amp;quot;weltlichen Teils&amp;quot; gewesen zu sein. Seine Funktion war offenbar die eines Repräsentanten und Vermittlers. Er vertrat die Vereinigung gegenüber dem [[Domkapitel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1770 wurde der [[Amtmann]] zum Bruderschafts-Präsidenten ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er nahm danach zwar bis Anfang der 1780er Jahre regelmäßig an der Besprechung der Bruderschaftsrechnungen teil, eine eigentliche Aufgabe im Vorstand hatte er aber wohl nicht. Man könnte ihn mit einem heutigen &amp;quot;Ehrenvorsitzenden&amp;quot; vergleichen. Die Einführung des Postens stand vermutlich in Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen dem Magistrat und der Bruderschaft um die Vogelstange (s.u.). Vielleicht erhoffte man sich dadurch für die Zukunft eine bessere Kontrolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Funktionsträger, der aber wohl nicht dem eigentlichen Vorstand angehörte, war der Bruderschafts-&amp;quot;Fendrich&amp;quot;. Er war nicht identisch mit dem Stadt-Fendrich. Seine Aufgabe war die Sorge um die Königskette. Er überreichte sie dem Schützenkönig und brachte sie später wieder an einen sicheren Ort zur Verwahrung.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über weitere Aufgaben ist nichts bekannt. Sicherlich trug er – entsprechend der eigentlichen, historischen Aufgabe des Fähnrichs – im Schützenzug auch eine Fahne. Mehrfach wird in den Quellen zudem ein Bruderschafts-Hauptmann erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Schützenzug war also offenbar bereits ganz ähnlich den heutigen Schützenzügen militärisch strukturiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorstand hatte eine große Verantwortung gegenüber den Mitgliedern. Ein etwas unsensibler Führungsstil konnte leicht Unzufriedenheit in den Reihen der Mitglieder hervorrufen. Aber wohl nur selten dürften Mitglieder so heftig reagiert haben wie ein &amp;quot;Bruder&amp;quot; im Jahr 1705: Der Brudermeister Heinrich Cratz hatte in dieser Zeit die Bierration als Sparmaßnahme für einen neuen Sebastianus-Altar heruntergesetzt. Der &amp;quot;zimblich bekannte&amp;quot; Bruder Johannes Schimmelpfennig, der wie Cratz dem Stadtrat angehörte, war darüber sehr verbittert. Er erschien deshalb nicht zum Rechenschaftsbericht im Haus des Pfarrers, zu dem er eingeladen worden war. Seine Verärgerung wurde noch größer, als er kurz darauf hörte, der Brudermeister sei auf dieser Versammlung aufgrund seiner vorbildlichen Arbeit erneut für den Posten vorgeschlagen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Sebastianus-Messe, dem höchsten Fest der Bruderschaft, das wenig später stattfand, konnte Schimmelpfennig seine Wut nicht mehr halten: Nach dem Hochamt setzte er in der Mitte der Kirche zu einer regelrechten &amp;quot;Schimpfkanonade&amp;quot; vor den zahlreichen Mitgliedern und dem Geistlichen an. Wild gestikulierend schimpfte er über die geplante Wiederwahl des Brudermeisters und dessen Geldwirtschaft, konkreter: dass aus wenigen und kümmerlich zusammengesparten Mitteln ein neuer Altar zu Ehren des heiligen Sebastianus gekauft werde und dass diese Mittel nicht zum &amp;quot;gewöhnlichem Versauffen&amp;quot; verwendet würden. Zudem warf er den Leuten, die sich für die Wiederwahl des Cratz ausgesprochen hatten, Geiz vor. Daraufhin ging er zum Brudermeister, um ihm von Angesicht zu Angesicht wegen genau der Eigenschaften Vorhaltungen zu machen, die die Entscheidung für den Vorschlag zur Wiederwahl bestimmt hatten. Schließlich entriss er dem Vorstandsmitglied das Bruderschaftsbuch und ging mit einem Großteil der Mitglieder, die er offenbar mit seinem beeindruckenden Auftritt weitgehend überzeugt hatte, zu sich nach Hause, wo demonstrativ gemeinsam mehrere Ahmen Bier &amp;quot;darauff gejagt&amp;quot; wurden. Wenig später erfuhr der [[Schultheiß]] [[Georg Matthias Nolden]] über den Vorfall und reagierte prompt. Drei Tage nach den Geschehnissen verfasste er eine Verordnung, wonach Schimmelpfennig unter Androhung einer Strafe von 10 Goldgulden befohlen wurde, noch am selben Tag das Bruderschaftsbuch Heinrich Cratz zukommen zu lassen und sich von weiteren &amp;quot;bösen Anstiftungen undt unverantwortlichen Verfahren zu enthalten&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Vereinsfriede gefährdet war, erforderten die Ereignisse ein strenges Vorgehen des Schultheißen. Es kann davon ausgegangen werden, dass Schimmelpfennig der Aufforderung unverzüglich Folge geleistet hat, um der hohen Geldstrafe zu entgehen. Für ihn blieb damit trotzdem die Demütigung vor dem verhassten Brudermeister und den anderen Mitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schreiben des Schultheißen liefert eine plausible Erklärung für die ungewöhnlich heftige Reaktion des Schimmelpfennig und macht deutlich, dass sie nicht nur einer bloßen Freude am Biertrinken entsprang: Es wird betont, dass dessen eigentliches Interesse &amp;quot;seines eigenen Nutzens halber&amp;quot; in &amp;quot;Bierzapfen&amp;quot; bestand. Schimmelpfennig war also Betreiber einer Schankwirtschaft – wer auch sonst hätte eine so große Personenzahl mit mehreren Ahmen Bier bewirten können? Der Sparkurs des Brudermeisters bedeutete für den Kneipier offenbar eine erhebliche wirtschaftliche Einbuße. Es ist jedoch besonders bemerkenswert, wie bereitwillig sich ein Großteil der Mitglieder dem &amp;quot;Aufständischen&amp;quot; anschloss und mit ihm zog, anstatt – wie es von einem gläubigen Bruderschaftsmitglied zu erwarten wäre – angesichts der beinahe gotteslästerlichen Umstände Protest zu erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Einkünfte und Ausgaben ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne geregelte Finanzen ist keine Schützenvereinigung lange lebensfähig. Das war auch im 18. Jahrhundert so. Bei der Sebastianus-Schützenbruderschaft lässt sich eine bei Bruderschaften der Frühen Neuzeit weitverbreitete Form der Finanzwirtschaft feststellen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zahlreiche Jahresrechnungen sind erhalten geblieben, die älteste ist von 1672/73. Diese Rechnungen waren ursprünglich in zweifacher Ausfertigung vorhanden, vom Brudermeister und vom Schützenkönig. Im 17. Jahrhundert fand die Rechnungslegung noch am Sebastianustag im Beisein aller Mitglieder statt. Später wurde sie sonntags nach der Besprechung der Kirchenrechnung im Pfarrhaus vor einem besonderen Gremium durchgeführt. In der Regel nahmen im 18. Jahrhundert 7–10 Personen an der Sitzung teil: meistens der Pfarrer oder sein geistlicher Stellvertreter, der [[Gerichtsschreiber]], ein oder zwei [[Ratsherren]], ein oder zwei [[Schöffen]], gelegentlich der [[Schultheiß]], von den 1770er Jahren an regelmäßig der Präfekt und der Amtmann als Präsident, manchmal zwei Gemeinsmänner, selten auch der [[Bürgermeister]] und der Schützenkönig. Ein wichtiger Punkt bei der Prüfung war der Vergleich der beiden Jahresrechnungen auf mögliche Abweichungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermutlich waren fast alle Teilnehmer auch Mitglieder des Schützenvereins, aber Bedingung war es sicherlich nicht. Die Bruderschaft gestattete ihnen, bei der Prüfung Wein für 5 Kölner Gulden auf Vereinskosten zu verzehren. Dies machte die Arbeit zwar für die Teilnehmer recht angenehm, war aber auch eine deutlich Belastung für die Vereinskasse. 1770 scheint man die Tradition abgeschafft zu haben, jedenfalls tauchen die Weinkosten ab da nicht mehr in den Rechnungen auf. Vielleicht war ein Grund, dass die Besprechungen ab 1770 für einige Jahre beim Amtmann &amp;quot;aufm Schloss&amp;quot; stattfanden, wo die Bewirtung möglicherweise kostenfrei war. Solche Gelage aus Anlass der Rechnungslegung standen jedoch im 18. Jahrhundert bereits allgemein unter starkem Beschuss, nicht nur von Seiten der Obrigkeit, und wurden sogar als Diebstahl am Bruderschaftsgut und große Sünde angesehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Schneider: &#039;&#039;Bruderschaften im Trierer Land. Ihre Geschichte und ihr Gottesdienst zwischen Tridentinum und Säkularisation&#039;&#039; (Trierer Theologische Studien, Bd. 48), Trier 1989, S. 285.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirche Pfarrhaus-38.jpg|300px|thumb|right|Im Pfarrhaus von St. Martinus fand einmal jährlich die Rechnungslegung der Sebastianus-Schützenbruderschaft statt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies soll jedoch nicht den Eindruck erwecken, die Einkünfte der Bruderschaft wären gering gewesen: Die Verpachtung von Ackerland und Gärten beispielsweise warf Einiges ab. Um 1800 besaß die Bruderschaft neben dem Morgen Wiesen, der dem Schützenkönig kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, 14,5 Morgen und 13 Ruten Ackerland und einen halben Morgen Garten. Dabei sind verschiedene Möglichkeiten denkbar, wie die Vereinigung in den Besitz des Landes gelangt sein könnte: Einerseits konnte die Bruderschaft Land aufgekauft haben, um die Einnahmen zu erhöhen. Beispielsweise wurde um 1775 der von [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]] geschenkte goldene Königsschild vom Präfekten [[Johann le Bruin]] meistbietend verkauft. Mit dem Erlös in Höhe von 160 Reichstalern besorgte die Bruderschaft einen halben Morgen Wiesen für 152 Taler und einen kupfernen &amp;quot;Ersatzschild&amp;quot; für 5 Taler.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andererseits könnte Land der Bruderschaft als mildtätige Gabe, also als Stiftung oder Schenkung, oder zur Begleichung von Schulden übereignet worden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pacht des Ackerlandes wurde in Roggen bezahlt, die Gartenpacht in Form einer &amp;quot;Wachsgeld&amp;quot;-Abgabe, also in Münzen. Die Bezeichnung &amp;quot;Wachsgeld&amp;quot; weist auf den besonderen Verwendungszweck dieser Einnahme (Kerzen für den Sebastianusaltar) hin. Möglicherweise geschah die Bezahlung der Gartenpacht ursprünglich direkt in Wachs. Nach einer Ordnung aus dem Jahr 1772 wurden die Grundstücke jeweils auf 12 Jahre vergeben. Dabei war es den Pächtern verboten, das Land oder den Garten unterzuverpachten. Die Bruderschaft behielt sich ausdrücklich vor, den Pachtvertrag vor Ablauf der Pachtdauer &amp;quot;ohne die mindeste Einrede&amp;quot; aufzulösen und das Land umgehend einem anderen Pachtinteressenten zur Verfügung zu stellen, &amp;quot;würde ein Liefer- und Zahlungs-Termin den anderen erreichen&amp;quot;  oder würde &amp;quot;Landt und Garten [nicht] in guthem Baw und Beßerey gehalten&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es kam aber auch vor, dass der Verein aus Rücksichtnahme auf einen ungewöhnlich geringen Ernteertrag auf einen Teil der Naturalienleistung verzichtete. So bat beispielsweise [[Bürgermeister]] Wilhelm Schmitz im Januar 1785 erfolgreich um einen Nachlass, da das Land &amp;quot;bey jüngerer vorig jährigen Eißfahrt der gestalten verwüstet worden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Relativ hoch waren auch die Zinseinnahmen von Schuldnern. Zu einer Zeit, in der es noch keine Banken im heutigen Sinne gab, war der Gang zu einer Bruderschaft eine Möglichkeiten, Geld aufzunehmen. Diese Kapitalgeschäfte, die auch als Renten- oder Obligationsgeschäfte bezeichnet werden, sind in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung nicht zu unterschätzen. Es handelte sich um unbefristete Anlagen oder Ewigzinse. Der Schuldner konnte das Schuldverhältnis jederzeit durch die Erstattung der vollständigen ihm ausgezahlten Summe beenden (eine sukzessive Teilerstattung hingegen war nicht möglich). Um 1800 schuldeten der Sebastianus-Bruderschaft 13 Personen insgesamt 555 Reichstaler 9 Silbergroschen und 3 Stüber. Die Bruderschaft war also – auf die örtlichen Verhältnisse bezogen – ein nicht unbedeutender Kapitalgeber. Der Zinssatz lag auf dem zu der Zeit üblichen Niveau von 5 Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ziemlich hoch waren zeitweise auch die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Ausgabenseite fallen die Bierkosten deutlich am stärksten ins Gewicht. Es folgen die Gehaltszahlungen für [[Pfarrer]], [[Küster]] und Brudermeister und schließlich die Ausgaben für die Kerzen. Als man 1776 die Bruderschaftsrechnung durchsah, stellte man einen beunruhigenden Kassenstand fest. Der Grund war der, dass das Bier, das normalerweise der Schützenkönig bezahlte, seit einigen Jahren der Bruderschaft in Rechnung gestellt worden war. Die Anwesenden waren einhellig der Meinung, die Vereinigung könne sich nicht versichern, &amp;quot;daß sie in künftigen Zeiten nicht in einen mercklichen Schulden Last geraten dörfte&amp;quot;. Daher entschied man, den Bieranteil künftig wieder vom Schützenkönig bezahlen zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vermutlich waren die Mehrausgaben auch der Grund für den bereits mehrfach erwähnten Verkauf des Schützenschildes von [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]] gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit dem Streit um die Vogelstange 1770 bestimmte das Generalvikariat durch besiegelte Urkunde (vom 19. April 1770), dass keine Güter oder Gerätschaften der Bruderschaft (Äcker, Gärten, die Schützenkette usw.) ohne Genehmigung des Vorstandes ([[Pfarrer]], Bruderschafts-Präfekt, Brudermeister und Schützenkönig) vermietet oder verkauft werden durften. Die Jahresrechnungen seien ausschließlich im [[Pfarrhaus]] aufzubewahren.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, 230.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraus ist zu folgern, dass die Vermögensangelegenheiten der Bruderschaft in gewissem Maße auch unter obrigkeitlicher Kontrolle standen – vor allem, wenn, wie in diesem Fall, die öffentliche Ordnung auf dem Spiel stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Mitglieder ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anzahl und Zusammensetzung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die häufige Erwähnung der Sebastianus-Schützenbruderschaft in den Aufzeichnungen des Zonser Küsters [[Johannes Peter Schwieren]] zeigt, welch hohen Stellenwert die Vereinigung im Leben der Stadt und des Amtes hatte. Hierfür spricht auch die Zahl der Mitglieder: Als der genannte Küster im Juni 1744 die Namen aller lebenden Bruderschaftsmitglieder in ein neues Buch übertrug, zählte er 373 Personen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedingung für die Aufnahme war der katholische Glaube. Da der Anteil Andersgläubiger in der Zollfeste jedoch gegen Null ging, hatte dies keine besonders ausschließende oder diskriminierende Wirkung. Um Mitglied zu werden, musste eine einmalige Aufnahmegebühr von 20 Albus gezahlt werden (zum Vergleich: Nach Schwieren bekam man im September 1741 in Zons dafür fünf Pfund Rindfleisch oder etwas weniger als zwei Pfund Butter)&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;161&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zwischen etwa 1650 und 1800 blieb dieser Betrag, unbeeinflusst von Geldauf- und -entwertungen, gleich. Im Verhältnis zur Gegenleistung waren 20 Albus wenig: Mitgliedschaft auf Lebenszeit, kostenlose Teilnahme an den regelmäßigen Festveranstaltungen mit freier Zeche, die Garantie eines würdigen Begräbnisses durch die Mitbrüder und -schwestern, verbunden mit einer Gedächtnismesse und der Aufstellung einer Kerze auf dem Sebastianus-Altar u.a. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Reiche in der Regel freiwillig deutlich höhere Eintrittsgelder zahlten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1750 waren knapp 16 % der Mitglieder weiblichen Geschlechts.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Frauen nahmen nicht an den Schießwettkämpfen und Umzügen teil, dafür aber an den Messen und den anderen Festveranstaltungen einschließlich der Gelage. Im Anschluss an die Sebastianus-Messe mussten sie – wie erwähnt – die erste Maß Bier holen. Wie in anderen Orten hatten die Frauen wohl in erster Linie religiös-karitative Aufgaben (Krankenbesuche, Schmücken des Sebastianus-Altars usw.). Es handelte sich nicht nur um die Ehefrauen von Schützenbrüdern, sondern es traten zu einem nicht unerheblichen Teil auch Ledige und Witwen der Vereinigung bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eintrittsalter war sehr uneinheitlich. Eine stichprobenartige Untersuchung des Mitgliederverzeichnisses von 1750 (33 Frauen, 32 Männer) ergab bei Frauen eine Spanne zwischen 14 und 81, bei Männern zwischen 5 und 66 Jahren. Es gab also offenbar keine Altersbeschränkungen hinsichtlich der Mitgliedschaft, woraus sich aber keinesfalls Rückschlüsse beispielsweise bezüglich der Teilnahme an den Schießwettkämpfen oder Gelagen ziehen lassen. Für besonders junge oder alte Neumitglieder bildete zweifelsohne das religiöse Bruderschaftsleben den entscheidenden Motivationsschub zum Beitritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch bunter wird das Bild, wenn man sich die Wohnorte der Mitglieder anschaut, die bei 349 (von 404) Personen angegeben sind. Selbstverständlich wohnten die meisten Mitglieder in Zons. Aber immerhin 36 % hatten ihren Wohnsitz außerhalb. Davon entfielen auf [[Stürzelberg]] 13 %, gefolgt von [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen] mit 4 %. Es seien hier nur ein paar weitere Orte genannt, um einen ungefähren Eindruck von der bemerkenswerten Ausdehnung des Einzugsbereichs, der sich über mehrere Territorien erstreckte, zu vermitteln: In der Liste der Neumitglieder sind neben den genannten Orten u.a. auch [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln], [https://de.wikipedia.org/wiki/Baumberg_(Monheim_am_Rhein) Baumberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinberg Rheinberg], [https://de.wikipedia.org/wiki/Uerdingen Uerdingen], [https://de.wikipedia.org/wiki/Andernach Andernach], [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadt_H%C3%BClchrath Hülchrath], [https://de.wikipedia.org/wiki/Anstel Anstel], [https://de.wikipedia.org/wiki/Uedesheim Uedesheim] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Neuss Neuss] mit jeweils mindestens einer Person vertreten. Auffälligerweise handelt es sich zum Teil um Orte mit eigener langer Schützentradition. Es ist zu vermuten, dass es sich bei diesen Mitgliedern zum Teil um Verwandte von Zonser Einwohnern handelte. Darauf deutet die relativ häufige Namensgleichheit hin. Ferner könnten auch engere berufliche Beziehungen nach Zons eine Rolle gespielt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In großen Städten gab es häufig mehrere Schützenvereine. Es kam dadurch in der Regel zu einer sozialen Abgrenzung: In einem Verein trafen sich die Angehörigen der städtischen &amp;quot;Elite&amp;quot;, in einem anderen die weniger Betuchten. Die Kleinstadt Zons hatte im Gegensatz dazu mit ihren lange deutlich unter 1.000 Einwohnern nur einen Schützenverein. Folglich waren in der Mitgliederschaft sehr unterschiedliche Sozialschichten vertreten, wenn auch einschränkend zu betonen ist, dass die Spanne zwischen Arm und Reich in der Zonser Bevölkerung kleiner als in einer Großstadt und mit gröberen Abstufungen war. Genau betrachtet reichte das soziale Spektrum in der Sebastianus-Schützenbruderschaft vom Tagelöhner bis hinauf zum Kurfürsten. Den Hauptanteil und den eigentlichen aktiven Kern bildete aber zweifelsohne – entsprechend der Einwohnerschaft – der untere ländliche Bereich und das Kleingewerbe, während der Anteil von Personen höheren Standes sehr gering war. Eine scharfe Trennung innerhalb der Schützenbruderschaft zwischen Junggesellen und Bürgern in dem Sinne, dass sie zwei nahezu selbständige Gruppierungen bildeten, wie es für zahlreiche andere Städte nachgewiesen ist, ist für Zons nicht festzustellen, doch scheinen in Zons die Junggesellen aus naheliegenden Gründen vom Königsvogelschießen ausgeschlossen worden zu sein, so dass sie sich – worauf die Quellen hindeuten – entsprechend stärker in kleineren Wettschießen engagierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere, herausgehobene Gruppe unter den Mitgliedern waren die [[Zollbeamte]]n als Angehörige der oberen Zonser Gesellschaftsschicht. Sie nahmen nicht nur bevorzugt die wichtigen Funktionen im Vereinsvorstand wahr, sondern bildeten auch bei den Schützenumzügen eine besondere Einheit, wobei sie den König in ihre Mitte nahmen (siehe Bericht von Johann Baptist Fuchs). Gelegentlich traten auch Personen aus dem niederen oder höheren Adel der Sebastianus-Schützenbruderschaft bei. Sie wurden mit dem gehörigen Respekt behandelt und angehalten, sich eigenhändig in das Bruderschaftsbuch einzuschreiben. Das Buch war damit gleichzeitig ein besonderes Vorzeige- und Prestigeobjekt der Vereinigung, ja sogar der Stadt, und es ist wohl nicht ganz abwegig, in dem Folianten so etwas wie ein &amp;quot;goldenes Buch&amp;quot; (im moderneren Sinne) zu sehen, in dem sich die Prominenz anläßlich ihres Besuchs in der Zollfeste verewigte. Dies macht erneut deutlich, wie sehr sich der Ort letztlich mit seiner Schützenbruderschaft identifizierte. Es seien hier als Beispiel nur ein paar Personen genannt, die sich 1750/51 eingeschrieben haben: Johann Anton von Helmoes, Hauptmann des Kaisers; Maria Franziska, Fürstin zu Elten, Pröpstin zu Vreden, Gräfin zu Manderscheid-Blankenheim; Maximilian Friedrich, Graf zu Königsegg; Maria Franziska, Comtesse de Fugger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Repräsentation und Stadtverteidigung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum eine andere Vereinigung war in gleicher Weise geeignet, Würde, Ansehen und Selbstverständnis einer Stadt und ihrer Einwohner zu verkörpern, wie eine Schützengesellschaft. Gerade in diesem Licht zeigt sich die besondere Bedeutung der uniformierten und bewaffneten Umzüge. Es ist kaum verwunderlich, wenn an erster Stelle die Schützen hohem Besuch die Aufwartung machten. So statteten die Zonser Traditionshüter im Mai 1739 [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]] auf besonders liebenswürdige Weise einen Besuch ab (siehe oben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr feierlich und aufwendig war manchmal auch die Begrüßung des [[Amtmann]]s in der Zollfeste: Im Februar 1750 besuchte Joseph Maria Sigismund von Königsegg-Rothenfels für mehrere Tage Zons. Er wurde &amp;quot;in Auffziehung der Bürger und Jungengesellen unter Lösung der Canonen&amp;quot; empfangen. Nachdem ihn die Bürger und Junggesellen durch einen erneuten Aufzug kurz vor der Abreise verabschiedet hatten, bedankte er sich auf besondere Weise und schenkte 2 &amp;quot;Pistolen&amp;quot; (eine Währung) in Gold (eine Pistole entsprach 5 Reichstalern).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Schwieren-Chr.&#039;&#039;, &amp;lt;243&amp;gt;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn in der Schilderung auch nicht ausdrücklich von den Sebastianus-Schützen die Rede ist, kann man dennoch annehmen, dass in erster Linie sie bei diesem besonderen Verabschiedungszeremoniell hervorgetreten sind, denn ihnen waren &amp;quot;Aufzüge&amp;quot; sicherlich vertrauter als Nicht-Schützen, vorausgesetzt, es ist mit der Bezeichnung nicht die bloße, unformierte Versammlung der Menschen gemeint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rolle der Sebastianus-Schützen im Rahmen der Stadtverteidigung und -bewachung. Um diese angemessen verstehen und beurteilen zu können, muss zunächst das Wesen des Wachtdienstes in der Zollfeste etwas eingehender betrachtet werden: Schon früh gab es Initiativen der Obrigkeit zur Förderung der bürgerlichen Wehrfähigkeit des Amtes Zons. 1469 verzichtete beispielsweise [https://de.wikipedia.org/wiki/Ruprecht_von_der_Pfalz_(K%C3%B6ln) Erzbischof Ruprecht von der Pfalz] auf die [https://de.wikipedia.org/wiki/Schatzung Schatzung], um den Bürgern die Rüstung für den Verteidigungsfall zu ermöglichen. Für die Besoldung der wenigen Stadtschützen mussten die Bürger in Form einer geringen Steuer, des sogenannten Wachtgeldes, aufkommen (1528 für Zons belegt). Dies befreite die Bürger jedoch nicht von der Pflicht, selbst aktiv am Wachtdienst teilzunehmen. Laut einer Wachtordnung von 1590 waren dazu sämtliche Bürger mit Ausnahme der [[Zollbeamte]]n und des [[Müller]]s verpflichtet. Die Ratsherren genossen ebenfalls einen Sonderstatus. Ihnen oblag neben dem Schlosswachtmeister die Aufsicht. Die Organisation der Wache war militärisch. So gab es einen Hauptmann, der der gesamten, zum Wachtdienst verpflichteten Bürgerschaft vorstand (1718 erstmals belegt), und einen Stadtfendrich (1712 erstmals belegt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wachtordnung von 1590 erwähnt, dass die Bürger zunächst mit ihrer Waffe gemustert wurden. Im Anschluss erfolgte die Gruppeneinteilung. Auch die [[Stürzelberg]]er mussten zur Musterung erscheinen, hatten aber nur im Notfall neben ihren Zonser Kollegen Wache zu schieben. Die Wachgruppen kamen auf dem Markt zusammen, um sich anschließend auf die verschiedenen Posten ([[Mühle]], [[Feldtor]], [[Krötschenturm]] und ein weiterer) zu verteilen. Die Zahl der wachehabenden Bürger war in Friedenszeiten gering. Im Vordergrund stand dann der Schutz vor Brand und Dieben. 1604 wurden 6 Personen am [[Rheintor]] und 5 Personen am [[Feldtor]] mit jeweils zusätzlich einem [[Ratsherren|Ratsherrn]] als Aufseher eingesetzt. Ende des 18. Jahrhunderts mussten sich die Bürger nach einer Wachtordnung von 1790 nur noch um die Bewachung des [[Feldtor]]es kümmern, während der andere Posten, das [[Rheintor]], von den Stadtsoldaten bewacht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verständlicherweise waren die Bürger wenig erfreut, wenn sie zu diesem lästigen und dazu auch noch unbezahlten Dienst, der bei der überwiegend bäuerlichen Bevölkerung offenbar nicht das Ansehen einer ehrenvollen Tätigkeit hatte, eingeteilt wurden. Entsprechend standen sie dieser Aufgabe häufig recht unmotiviert gegenüber. So kam es beispielsweise gelegentlich vor, dass ein Wachtmann den erholsamen Schlaf daheim vorzog und sich von einem Kind vertreten ließ. Solcherlei Pflichtverletzungen wurden jedoch sehr streng bestraft. Je nach Schwere des Vergehens drohte die Inhaftierung (Kerker), eine empfindliche Geldstrafe oder der Einzug des Gewehres. An der besonderen Härte der Sanktionsformen zeigt sich einerseits die zweifelsohne große Bedeutung des Dienstes zur Aufrechterhaltung eines gewissen städtischen Sicherheitsstandards, zum anderen aber auch, welch besonderer Mittel es bedurfte, die Bürgerschaft für diese Aufgabe ausreichend zu motivieren. Von anderen unbezahlten Pflichten der Bürger war bereits oben die Rede gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die besondere Funktion der Sebastianus-Schützen wird in einer Wachtordnung von 1560 ausgedrückt: Sie kamen zwar wie die übrige Bevölkerung in den Rotten zum Einsatz. Man legte jedoch besonderen Wert darauf, dass sie in erster Linie die strategisch wichtigsten Posten, also die Stadttore, bewachen sollten. Sie hatten demnach aufgrund ihrer Übung im Gebrauch der Schusswaffen eine besondere Aufgabe. Schriftlich festgelegt, war sie zugleich offiziell anerkannt bzw. erwünscht. Die Bedeutung der Schützen ging jedoch nicht so weit, dass sie eine eigenständige Verteidigungseinheit bilden konnten. Da die Empfehlung in der Wachtordnung zudem zwar zu beachten, aber nicht bindend war, spricht Hansmann (1973) in diesem Zusammenhang zurecht von einer &amp;quot;halb-offiziellen Stellung&amp;quot; der Sebastianus-Schützen. Es ist aber wohl – auch bei dieser besonderen Rolle – kaum anzunehmen, dass die Schützenvereinsmitglieder dem Wachtdienst wesentlich motivierter gegenüberstanden als die übrige Bevölkerung. Die heute weit verbreitete Vorstellung, bei den Gildeschützen früherer Zeiten habe es sich um Bürger und Junggesellen gehandelt, die, mit besonderen soldatischen Tugenden und einem außergewöhnlichen Pflichtbewusstsein ausgestattet, als quasi-militärische Korporation in sehr verdienstvoller Weise für die Sicherheit der Städte eintraten, und das nicht nur in Notzeiten, ist auf die Zonser Verhältnisse der Frühen Neuzeit also wahrscheinlich nicht übertragbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Untergang der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Einmarsch der Franzosen 1794 begann der allmähliche Untergang der Vereinigung. Am 5. Oktober 1794 zogen erstmals französische Soldaten plündernd durch Zons.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Rheinische Dorfchronik&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenige Wochen später, am 23. November, gingen zwei Herren &amp;quot;in Sachen der Bruderschaft&amp;quot; nach Köln, höchstwahrscheinlich zum Domkapitel.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht der sich verändernden Machtverhältnisse ging es bei diesem Besuch wohl in erster Linie um das Weiterbestehen der Schützenbruderschaft. Wie gerechtfertigt die Sorge war, sollte in der folgenden Zeit deutlich werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind zwar keine Verordnungen der französischen Besatzung bekannt, die sich direkt auf die Schützenbruderschaften des Gebietes beziehen. Doch lässt das Verhalten der Zonser Schützenbruderschaft in den Jahren nach 1794 zweifelsfrei erkennen, dass die Franzosen das Vereinsleben massiv beeinträchtigten. Wenige Monate vor der Besetzung hatte die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft das letzte Königsvogelschießen veranstalten können. Nach 1794 fanden keine Vogelschießen mehr statt, so dass also das Zonser Schützenbrauchtum mit der Besatzung ein Ende gefunden hatte. Vermutlich hatte die nach Kriegen allgemein übliche Entwaffnung der Bevölkerung dazu geführt, möglicherweise aber auch ein Verbot öffentlicher Veranstaltungen und Aufzüge, Tanzlustbarkeiten u.ä. Gleichzeitig stellte die Schützenbruderschaft auch ihre Gelage ein. Da die Pacht- und Zinsverträge weiterhin gültig waren, führte dies in den folgenden Jahren zu einem beträchtlichen Einnahmen-Überschuss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das religiöse Bruderschaftsleben und die sonstigen Vereinsgeschäfte liefen zunächst recht ungestört weiter. Von 1798 an tranken die Mitglieder am Sebastianustag sogar wieder die üblichen 3 Ahmen Bier. Doch das Jahr 1802 brachte das (formelle) Ende der Vereinigung. In diesem Jahr ließen sich – von einer Ausnahme abgesehen – letztmals Neumitglieder in das Bruderschaftsbuch einschreiben, und 1801/02 feierte die Vereinigung das letzte Mal den Sebastianustag auf die traditionelle Weise.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 228 und Nr. 229.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Vereinsgeschäfte brachen zu diesem Zeitpunkt ab. Der Grund dürfte in dem immer vehementeren Vorgehen der Franzosen gegen religiöse Organisationen außerhalb der Pfarrkirchen durch Verbote und andere Maßnahmen zu suchen sein, das seinen Höhepunkt in den Jahren 1803–1813 in dem Verkauf geistlichen Eigentums (in Zons u.a. der [[Zehnthof]] und das [[Franziskaner|Franziskanerkloster]]) fand. Wie es auch in anderen Orten geschah, beispielsweise in [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim], übertrug die Zonser Schützenbruderschaft ihr Eigentum sowie die Pacht- und Zinseinkünfte heimlich an die Pfarrkirche, um sie vor dem Zugriff durch die Besatzungsbehörde zu schützen, was im Übrigen auch die Zonser [[Bruderschaft &amp;quot;Unserer Lieben Frau&amp;quot; (ULF)|Liebfrauen-Bruderschaft]] tat. Die Kirche veranstaltete als Gegenleistung weiterhin Sebastianus-Messen für die Mitglieder der Bruderschaft und stellte Kerzen für Verstorbene auf den Sebastianus-Altar. 1806 wurde noch monatlich die Sebastianus-Messe gelesen.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 1023.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Jahren zwischen 1811 und 1816 erhielt der [[Küster]] [[Johannes Hermann Schwieren]] aus der &amp;quot;St. Sebastiani fondation&amp;quot; der Kirchenkasse regelmäßig Geld für &amp;quot;Unschlitts-Kertzen in festo Sti. Sebastiani und für die verstorbenen Brüder und Schwester[n]&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 1033.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1814 tauchen sogar plötzlich zwei neue Namen in dem Mitgliederverzeichnis auf: Für den 27. Januar des Jahres sind die Neumitglieder [[Adam Ankenbrand]], Kaplan an St. Martinus Zons, und eine Einwohnerin aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Horrem_(Dormagen) Horrem] verzeichnet; Ankenbrand hat den Eintrag vermutlich selbst vorgenommen. Es hat den Anschein, als habe der Kaplan zu diesem sicherlich nicht ungünstigen Zeitpunkt – nur wenige Tage nach dem Abmarsch der Franzosen – den Versuch unternommen, die Vereinigung wieder zum Leben zu erwecken oder zumindest dem allmählichen Erlöschen der Bruderschaft entgegenzuwirken – ein vergeblicher Versuch, denn in den Rechnungen der Pfarrkirche tauchen bereits nach 1816 keinerlei Ausgaben im Zusammenhang mit der Bruderschaft mehr auf. Dieses Jahr markiert also den Zeitpunkt des endgültigen Erlöschens der Vereinigung. Insgesamt gesehen kann man somit von einem allmählichen, sich über 22 Jahre hinziehenden Untergang der Sebastianus-Schützenbruderschaft sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegen keine Quellen vor, die auf Bemühungen – etwa von Seiten ehemaliger Mitglieder – schließen lassen, das Vereinsvermögen zwecks Neugründung der Schützenbruderschaft von der Pfarrkirche zurückzuerhalten. Vermutlich beruhte dies aber weniger auf mangelndem Interesse als auf Hoffnungslosigkeit, denn im nahegelegenen [https://de.wikipedia.org/wiki/Nievenheim Nievenheim] beispielsweise sind die Einwohner in den 1830er Jahren mit diesem Vorhaben gescheitert.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter M. Plett: &#039;&#039;Die Schützenvereine im Rheinland und in Westfalen 1789–1939&#039;&#039; (Beiträge zur Heimatpflege im Rheinland, Bd. III), Köln 1995, S. 201.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pfarrkirche sah sich in Preußischer Zeit als uneingeschränkten Eigentümer des ehemaligen Bruderschaftvermögens, wenn sie diesen zweifelhaften Rechtsanspruch auch nach außen nicht sehr vorbildlich vertrat: Im Mai 1828 forderte das Kölner Generalvikariat vom Kirchenvorstand binnen 14 Tagen &amp;quot;eine ganz specificierte Nachweisung des sämmtlichen zur Bruderschaft des hl. Sebastianus gehörigen Vermögens&amp;quot; und dabei zu vermerken, &amp;quot;welche Einkünfte derselben von Seiten des Kirchenvorstandes erhoben und verrechnet werden, welche dagegen noch nicht von der Kirche verwaltet werden, und wer deren Verwaltung und Verwendung besorgt&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kirchenvorstand, der offenbar um einen nicht unerheblichen Teil der Einnahmen fürchtete, antwortete, alle Äcker bzw . Gärten stünden nicht unter der Verwaltung der Kirche, sondern wären &amp;quot;bekanntlich verkauft&amp;quot; worden, &amp;quot;und die dafür gelösten Gelder sollen in die Communal Casse geflossen seyn&amp;quot;. Nur die &amp;quot;Vogelswiese&amp;quot; wäre angeblich damals nicht veräußert worden.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt; – Hätte ein Vertreter des Generalvikariats 1828 oder zu einem späteren Zeitpunkt einen Blick in die Schriftdokumente des Pfarrarchivs werfen können, wäre der Schwindel rasch aufgeflogen, denn in den Kirchenrechnungen finden sich sogar noch 1835 Randvermerke, die verschiedene Grundstücke der ehemaligen Sebastianus-Schützenbruderschaft zuschreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;PfAZ, Nr. 1049.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anhang ==&lt;br /&gt;
=== Schützenkönige der Vereinigung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das folgende Verzeichnis basiert auf den Aufzeichnungen in den Bruderschaftsbüchern Nr. 227 und 228 im Pfarrarchiv St. Martinus Zons und in den [[Schwieren-Chroniken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;column-count: 2; column-gap: 30px; -moz-column-count: 2; -webkit-column-count: 2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1664: Gottfried Rohrmund	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1667: [[Georg Sigismund Habersack]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1669: Johann Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1672: Johann Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1676: Heinrich Rüremund&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1686: Michael Hilden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1687: [[Georg Matthias Nolden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1699: Johann Baum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1700: [[Peter Brosse (Pross)|Peter Brosse]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1710: Wolter Schwidden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1711: Wolter Schwidden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1712: Theodor Genneper&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1714: [[Laurenz Häring]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1715: [[Laurenz Häring]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1716: Christian Mathias Suvaege&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1717: [[Laurenz Häring]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1718: Gerhard Steltzmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1721: Johann Weber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1722: [[Laurenz Häring]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1723: Gerhard Steltzmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1724: Gerhard Nolden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1725: Theodor Hüsch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1726: [[Johannes Pesch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1726: Paul Meyer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1727: [[Heribert Endenich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1728: Wilhelm Sand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1730: [[Heribert Endenich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1730: Theodor Falckenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1732: [[Conrad Spelt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1732: Peter Nolden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1733: &#039;&#039;Schild mit einem Kreuz und den Initialen &amp;quot;J. S.&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1733: &#039;&#039;Schild mit der Inschrift &amp;quot;A. M. D. Eheleuthe&amp;quot;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1734: Christian Gymnich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1735: Cornelius Steltzmann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1735: Christian Gymnich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1736: Christian Gymnich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1737: [[Heribert Endenich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1738: [[Heribert Endenich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1739: [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1740: Michael Sturm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1741: Johann Heinrich Falckenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1742: Johann Heinrich Falckenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1742: Johann Peter Zalffen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1743: Franz Arnold Schullmeister&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1744: [[Clemens August (Kurfürst)|Kurfürst Clemens August]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1745: Johann Koch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1745: [[Heribert Endenich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1747: Franz Meuther&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1749: Josef Eichel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1751: Joseph Maria Sigismund von Königsegg-Rothenfels ([[Amtmann]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1754: [[Heribert Endenich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1756: Andreas Kraus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1758: Johann Heinrich Falckenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1762: [[Heribert Endenich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1763: Albert Wentzel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1764: Stephan Hütten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1766: Albert Wentzel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1768: Jacob Fungeling&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1769: Friedrich Peters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1770: Johann Wiertz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1771: Joseph Karl Wunibald Erbtruchsess, Domdekan ([[Amtmann]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1772: Joseph Ernst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1773: Lucas Busch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1774: Johann Bayer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1775: Johann Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1776: Johann Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1777: Johann Baptist Fuchs (aus [https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln Köln])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1778: Johann Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1779: Johann Becker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1780: Mathias Ubladen (Baumeister in [[Bürgel]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1781: Andreas Schneider&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1782: Gerhard Nix (aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Dormagen Dormagen])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1783: Johann Heinrich Schneider&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1784: Anton Behrens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1785: Gerhard Nix&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1786: Bernhard Stattfeld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1787: Johannes Peters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1788: Bernhard Stattfeld&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1789: Heinrich Esser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1790: Johannes Verbeck&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1790: Johannes Verbeck und Jacob Heinemann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1791: Gerhard Nix&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1792: Werner Esser (aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Stadt_Wevelinghoven Wevelinghoven])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1793: Christian Kirberg (aus [[Stürzelberg]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::1794: Heinrich Simons&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vereine]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bruderschaften]]&lt;br /&gt;
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