Zonser Geschichte |
Vergleichsdaten der allgemeinen Geschichte |
1. Hälfte 1. Jh.:
Für zwei Generationen besteht eine römische (militärische)
Niederlassung nördlich der späteren Stadt. Dies belegt ein
Urnengräberfeld an der heutigen Deichstraße, der früheren
römischen Steinstraße. Die genaue Lage des Lagers bzw. der
Siedlung ist nicht bekannt. |
|
Um 300: Die Römer
legen in Bürgel, zu diesem Zeitpunkt noch linksrheinisch, ein Kastell
(Hilfslager) an. |
|
5. Jh.: Römer
werden von Franken abgelöst. Die dem hl. Maternus geweihte Kapelle
in Bürgel wird errichtet. |
455:
Rom wird durch die Wandalen erobert und systematisch geplündert. |
Um 650: In dem
sogenannten Testament des Kölner Bischofs Kunibert, das um 650
datiert, aber erst in einer Abschrift aus dem späten 11. Jh. überliefert
ist, wird das bischöfliche Hofgut in „Zuonizo“
bzw. „Zuonice“ erwähnt. |
|
Ca. 775/800: Im
späteren Burgareal wird eine erste kleine Holzkapelle errichtet.
Bis zum 14. Jh. gibt es vier Nachfolgebauten. |
800:
Kaiserkrönung Karls des Großen |
1020: Das von
Erzbischof Heribert gestiftete Kloster Deutz erhält von ihm das
Patronatsrecht über die Pfarrkirche in Bürgel und damit auch
die von dieser abhängige Kapelle in Zons geschenkt. |
|
1057: Die polnische
Königin Richeza erhält von Erzbischof Anno II. in einem Tauschvertrag
das Hofgut Zons („villa dominicatus nostri Zuonozo“)
auf Lebenszeit. |
|
Um 1164: Im Dienstrecht
der Kölner Ministerialen wird der Hof in Zons als eines der 12
Tafelgüter der Erzbischöfe genannt. |
|
1251: Das Neusser
Zisterzienserinnenkloster Gnadenthal erhält von Erzbischof Konrad
von Hochstaden den Zonser Zehnten als Geschenk. |
1248-1254:
6. Kreuzzug |
1288: Nach der
Schlacht bei Worringen wird das „castrum Zunce“
geschleift. Es ist mangels Kenntnissen über dessen Lage bzw. archäologischer
Belege unklar, ob dies ein festes Haus oder eine Burg war. |
|
1368: Durch Tausch
erhält die Abtei Brauweiler vom Kloster Deutz den Hof in Bürgel
mit allem Zubehör und das Patronatsrecht über die dortige
Pfarrkirche und die davon abhängige Kapelle in Zons. |
|
1372: Erzbischof
Friedrich III. von Saarwerden verlegt den Rheinzoll von Neuss nach Zons.
Es wird mit dem Bau der planmäßig befestigten Stadtanlage
begonnen, die wahrscheinlich im 15. Jh. abgeschlossen wird. |
|
1374: Sehr wahrscheinlicher
Zeitpunkt des Rheindurchbruchs zwischen Zons und Bürgel infolge
eines schweren Hochwassers. Die Mutterkirche St. Maternus lag nun rechtsrheinisch. |
1374:
Francesco Petrarca (*1304) stirbt. |
1388:
Gründung der Universität Köln (-1798, 1919 neugegr.). |
|
1460: Ersterwähnung
der Zonser St. Sebastianus-Schützenbruderschaft. Sie besteht bis
kurz nach 1800. |
1460: Heinrich der Seefahrer (*1394) stirbt. |
1463: Verpfändung
von Stadt, Zoll und Amt Zons durch Erzbischof Dietrich II. von Moers
an das Kölner Domkapitel, das bis zum Ende des Alten Reiches in
dessen Besitz bleibt. |
|
1464: Erster großer
Stadtbrand. |
|
1475: Im „Kölnischen
Krieg“ (1474/75) lagert ein Reichsheer unter Kaiser Friedrich
III. bei Zons zur Befreiung der belagerten Stadt Neuss. |
1455-1485:
Rosenkriege in England. |
1502: Errichtung
einer Münzstätte in Zons durch Erzbischof Hermann. Sie besteht
nur wenige Jahre (mindestens bis 1505). |
|
1547: Zweiter
großer Stadtbrand. |
1546/47:
Schmalkaldischer Krieg in Süd- und Mitteldeutschland. |
1620: Dritter
schwerer Stadtbrand. |
|
1623: Pestepidemie
in Zons. |
|
1635: Pestepidemie
in Zons. |
|
1646: In der Endphase
des Dreißigjährigen Krieges belagern Hessische Truppen unter
Oberst Rabenhaupt erfolglos die Stadt. Die Zonser Besatzung unter Oberst
Goltstein leistet tapferen Widerstand. Zahlreiche Gebäude werden
durch heftigen Kanonenbeschuss schwer beschädigt. Ein kaiserliches
Entsatzheer zwingt die Belagerer nach zwei Wochen zum Rückzug. |
1618-1648:
Dreißigjähriger Krieg. |
1657:
Erfindung der Pendeluhr durch Huygens. |
|
1666: Pestepidemie.
In dem Jahr sterben 255 Personen in der Pfarrgemeinde. Die 1661 begonnene
Klosterkirche wird geweiht. |
|
| 1694: Voltaire (eigentlich François-Marie Arouet) wird geboren (†1778). | |
1739: Kurfürst
Clemens August wird Schützenkönig der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft. |
|
1741: Kurfürst
Clemens August nimmt unrechtmäßig Zons in Besitz. Erst 1743
erfolgt die Rückgabe an das Domkapitel. |
1741: Antonio Vivaldi (*1678) stirbt. |
1744: Kurfürst
Clemens August wird zum zweiten und letzten Mal Schützenkönig
der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft. |
|
1761: Für
den Bau einer neuen Wachtstube am Rheintor lässt das Domkapitel
das dortige Falltor entfernen. |
1756-1763: Siebenjähriger Krieg. |
1768-1779:
Wissenschaftliche Seereisen des Engländers James Cook. |
|
1774: Abbruch
der Bürgeler Kapelle, Fertigstellung des Neubaus 1776. |
1776 (4.
Juli): Unabhängigkeitserklärung der 13 Vereinigten
Staaten von Amerika. |
1784: Extremes
Rheinhochwasser. Teile der Stadtmauer stürzen ein. Dabei wird auch
das mittlere der ehemals drei Wachtürmchen an der Rheinstraße
zerstört. |
|
1794: Mit der
Herrschaft der Franzosen bis 1814 endet die Zeit des Kurfürstentums
Köln. |
|
1798: Der neue
Begräbnisplatz außerhalb der Stadtmauern wird geweiht. |
|
1802: Die Dominialgüter
(Schloss, Zollturm und Mühle) werden beschlagnahmt (Versteigerung
1803) und das Franziskanerkloster aufgehoben. |
|
1805:
Dreikaiserschlacht bei Austerlitz. |
|
1815: Das Rheinland
wird preußisch, die Bürgermeisterei Zons Teil des Landkreises
Neuss. |
1814/15:
Wiener Kongress. |
1833/1841: Das
Feldtor wird abgerissen. |
1832:
Johann Wolfgang von Goethe (* 1749) stirbt. |
1867: Einrichtung
einer „Postanstalt“ in der Rheinstraße. |
1867:
Karl Marx, Das Kapital. |
1876: Erfindung
des Telefons durch Bell/Gray. |
|
1898: Die St.
Hubertus-Schützengesellschaft wird gegründet. |
|
1910: In den Monaten
September und Oktober wird in Zons die elektrische Beleuchtung angelegt. |
|
1918: Mit dem
Ende des Ersten Weltkrieges wird Zons abwechselnd von britischen, französischen
und belgischen Soldaten besetzt. |
1914-1918:
Erster Weltkrieg. |
1920: Ein schweres
Hochwasser überflutet die Stadt. |
|
1926: Ein noch
größeres Hochwasser überflutet Zons. |
|
1928-1930/31:
Der Rheindeich wird gebaut. |
|
1929: Zons feiert
mit einem großen Stadtfest 25 Jahre Stadtwappen und (um ein Jahr
verspätet) 555 Jahre Stadterhebung. |
|
1931: Einrichtung
eines Heimatmuseums im Rheinturm. Es besteht bis 1959. |
|
1935: Die Freilichtbühne
wird eröffnet. Das in diesem Jahr angelegte Wasserleitungsnetz versorgt die Haushalte erstmals mit fließendem Wasser. Bis dahin wurde der Wasserbedarf aus Pumpen bezogen. |
|
1945: Am 6. März
besetzen Amerikaner Zons. |
1939-1945:
Zweiter Weltkrieg. |
1959: Der Schweinebrunnen
vor dem ehemaligen Feldtor wird errichtet, später (1987) durch
mehrere Bronzeschweine ergänzt. |
|
1962: Die Stadt
erwirbt das Burggelände. |
|
1973: Großes
Stadtfest anlässlich des 600-jährigen Jubiläums der Stadterhebung. |
|
1975: Zons verliert
seine Selbstständigkeit und wird Stadtteil von Dormagen. |
|
1990: Das Kreisarchiv
und das Internationale Mindartarchiv „Ludwig Soumagne“ ziehen
in das Burggelände. |
1989/90:
Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa, Vereinigung Deutschlands
und Ende des "Kalten Krieges". |
1992: Zons erhält
aufgrund seiner Geschichte wieder den Namen „Stadt“, jedoch
rechtlich weiterhin als Stadtteil von Dormagen. |
|
2009: Die katholische
Kirchengemeinde St. Martinus Zons wird zum 31.12.2008 aufgelöst.
Rechtsnachfolgerin ab dem 01.01.2009 ist die Kirchengemeinde St. Michael
Dormagen (Urkunde durch Erzbischof Joachim Cardinal Meisner vom 16.01.2009). |