Geographie und TopographieGeographisch liegt der Raum in der Übergangszone von
der Niederrheinischen Bucht zum Niederrheinischen Tiefland. Der
weit größte Gebietsanteil erstreckt sich auf die ca. 40 m hohe Niederterrasse,
die ein leichtes Nordost-Gefälle aufweist, während der Zonser Stadtkern
selbst, die Halbinsel „Grind“ in der Rheinschlinge zwischen Zons
und Stürzelberg und der südliche Altrheinbereich in Richtung Dormagen
im ehemaligen Hochflutgebiet liegen. Die Niederterrasse wird von
den sichelförmig verlaufenden Straßen Aldenhoven- und Deich- bzw.
Oberstraße begrenzt, die nahe dem Stadtkern zusammentreffen.
[1]
Der Durchbruch des Rheinmäanders zwischen Zons und
Dormagen wird in das 6./7. Jahrhundert datiert.
[2]
Zum Zeitpunkt der Zonser Stadtgründung
1373 floss der Rhein unmittelbar an der Ostseite der Festung
vorbei. Wahrscheinlich 1374 kam es zum Durchbruch des Mäanders zwischen
Baumberg und Urdenbach, so dass das zu Zons gehörige Haus Bürgel
auf die rechte Rheinseite wechselte.
[3]
In den folgenden Jahrhunderten bewegte sich der
Strom zunehmend von der Stadtmauer fort, wobei er die Halbinsel
„Grind“ zwischen Zons und Stürzelberg ausbildete, bis der Fluss
gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Wesentlichen seinem heutigen
Verlauf folgte, der durch Deichbaumaßnahmen im 19. und zu Beginn
des 20. Jahrhunderts weitgehend fixiert wurde. Die insgesamt eher ungünstige Verkehrslage von Zons
zu Land stand einer Stadtentwicklung größeren Ausmaßes entgegen.
Die Haupthandelsstraße zwischen Köln und Neuss, auf die die heutige
Bundesstraße 9 zurückgeht, führte in einiger Entfernung an
der Festung vorbei. Lediglich die Ost-West-Achse, die bei Zons über
den Rhein ins Bergische verlief - die Zonser Fähre ist bereits
1396 dokumentiert -, scheint zumindest zeitweilig von gewisser
Bedeutung für den überregionalen Handel gewesen zu sein.
[4]
Die Wohnbebauung der eigentlichen Stadt Zons wuchs
erst relativ spät über ihre Stadtmauern hinaus. Erste Wohnhäuser
„extra muros“ entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts, geschlossenere
Siedlungszonen sind erst für das ausgehende 19. Jahrhundert
festzustellen.
[5]
Zunächst konzentrierte sich die Bebauung auf
die Wege in unmittelbare Nähe der Festung (Wiesenstraße, Deichstraße
und Parkstraße) und dehnte sich später, insbesondere nach dem Zweiten
Weltkrieg, in nördlicher und westlicher Richtung aus. Das Straßen- und Wegenetz hat sich über Jahrhunderte
kaum verändert und wurde erst durch die Flurbereinigungsmaßnahmen
in den 1950er Jahren wesentlich beeinflusst. [aus: Thomas Schwabach, Die Entwicklung des Zieglergewerbes in Zons (15.-20. Jahrhundert) – mit ausführlicher Darstellung der allgemeinen Entwicklung des Gewerbezweiges, Dormagen 2004, S. 51] [1] Vgl. Rudolf Strasser, Die Veränderungen des Rheinstromes in historischer Zeit, Bd. 1: Zwischen der Wupper- und der Düsselmündung, Düsseldorf 1992, Karten 3.3 und 3.4; Aenne Hansmann, Geschichte von Stadt und Amt Zons, Düsseldorf 1973, S. 9; Josef Zepp, Die linksrheinische Terrassenlandschaft bei Zons, in: Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen (Hg.), Topographischer Atlas Nordrhein-Westfalen, Bonn 1968, S. 134f. [2] R. Strasser (1992), S. 56. [3] Ebd., S. 50f. [4] Vgl. A. Hansmann (1973), S. 12. [5] Vgl. Aenne Hansmann/ Margret Wensky, Rheinischer Städteatlas Zons, Lieferung IV, Nr. 25, 2. verb. u. erg. Aufl. Köln 1990, Tafel 2. |