Geographie und Topographie

Die ehemalige Stadt Zons ist seit der Kommunalen Neugliederung 1975 Stadtteil von Dormagen. Seit 1992 führt Zons zwar wieder offiziell den Namen „Stadt“, doch es handelte sich hierbei lediglich um eine rein namensrechtliche Maßnahme ohne kommunalrechtliche Bedeutung.

Geographisch liegt der Raum in der Übergangszone von der Niederrheinischen Bucht zum Niederrheinischen Tiefland. Der weit größte Gebietsanteil erstreckt sich auf die ca. 40 m hohe Niederterrasse, die ein leichtes Nordost-Gefälle aufweist, während der Zonser Stadtkern selbst, die Halbinsel „Grind“ in der Rheinschlinge zwischen Zons und Stürzelberg und der südliche Altrheinbereich in Richtung Dormagen im ehemaligen Hochflutgebiet liegen. Die Niederterrasse wird von den sichelförmig verlaufenden Straßen Aldenhoven- und Deich- bzw. Oberstraße begrenzt, die nahe dem Stadtkern zusammentreffen. [1]

Der Durchbruch des Rheinmäanders zwischen Zons und Dormagen wird in das 6./7. Jahrhundert datiert. [2] Zum Zeitpunkt der Zonser Stadtgründung 1373 floss der Rhein unmittelbar an der Ostseite der Festung vorbei. Wahrscheinlich 1374 kam es zum Durchbruch des Mäanders zwischen Baumberg und Urdenbach, so dass das zu Zons gehörige Haus Bürgel auf die rechte Rheinseite wechselte. [3] In den folgenden Jahrhunderten bewegte sich der Strom zunehmend von der Stadtmauer fort, wobei er die Halbinsel „Grind“ zwischen Zons und Stürzelberg ausbildete, bis der Fluss gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Wesentlichen seinem heutigen Verlauf folgte, der durch Deichbaumaßnahmen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitgehend fixiert wurde.

Die insgesamt eher ungünstige Verkehrslage von Zons zu Land stand einer Stadtentwicklung größeren Ausmaßes entgegen. Die Haupthandelsstraße zwischen Köln und Neuss, auf die die heutige Bundesstraße 9 zurückgeht, führte in einiger Entfernung an der Festung vorbei. Lediglich die Ost-West-Achse, die bei Zons über den Rhein ins Bergische verlief - die Zonser Fähre ist bereits 1396 dokumentiert -, scheint zumindest zeitweilig von gewisser Bedeutung für den überregionalen Handel gewesen zu sein. [4]

Die Wohnbebauung der eigentlichen Stadt Zons wuchs erst relativ spät über ihre Stadtmauern hinaus. Erste Wohnhäuser „extra muros“ entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts, geschlossenere Siedlungszonen sind erst für das ausgehende 19. Jahrhundert festzustellen. [5] Zunächst konzentrierte sich die Bebauung auf die Wege in unmittelbare Nähe der Festung (Wiesenstraße, Deichstraße und Parkstraße) und dehnte sich später, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, in nördlicher und westlicher Richtung aus.

Das Straßen- und Wegenetz hat sich über Jahrhunderte kaum verändert und wurde erst durch die Flurbereinigungsmaßnahmen in den 1950er Jahren wesentlich beeinflusst.

 

[aus: Thomas Schwabach, Die Entwicklung des Zieglergewerbes in Zons (15.-20. Jahrhundert) – mit ausführlicher Darstellung der allgemeinen Entwicklung des Gewerbezweiges, Dormagen 2004, S. 51]



[1] Vgl. Rudolf Strasser, Die Veränderungen des Rheinstromes in historischer Zeit, Bd. 1: Zwischen der Wupper- und der Düsselmündung, Düsseldorf 1992, Karten 3.3 und 3.4; Aenne Hansmann, Geschichte von Stadt und Amt Zons, Düsseldorf 1973, S. 9; Josef Zepp, Die linksrheinische Terrassenlandschaft bei Zons, in: Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen (Hg.), Topographischer Atlas Nordrhein-Westfalen, Bonn 1968, S. 134f.

[2] R. Strasser (1992), S. 56.

[3] Ebd., S. 50f.

[4] Vgl. A. Hansmann (1973), S. 12.

[5] Vgl. Aenne Hansmann/ Margret Wensky, Rheinischer Städteatlas Zons, Lieferung IV, Nr. 25, 2. verb. u. erg. Aufl. Köln 1990, Tafel 2.