„Zoonser Ursprunck“: Die Chronik-Notizen von Josef Hugo (1739-1823)

Vorbemerkungen

Im katholischen Pfarrarchiv St. Martinus Zons liegt unter der Inventar-Nummer 5 eine handgeschriebene Chronik, als deren Schreiber sich ein gewisser „Scheffen Hugo“ zu erkennen gibt. Es handelt sich um den Schöffen Johannes Josef Hugo, geboren 1739 in Zons als Sohn des Schöffen Hermann Hugo und der Anna Sybille Kreggen (Kreggers). Vor 1767 heiratete Johannes Josef Hugo außerhalb Zons (der Ort ist nicht bekannt) Maria Elisabeth Elsen. Er ging wohl hauptsächlich der Landwirtschaft nach (1810 belegt), verdiente sich seinen Lebensunterhalt auch als Branntweinbrenner (1801 belegt) und lebte die letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod 1823 „ohne Gewerbe“ (Beleg 1821) in Zons.

In dem etwa 17x20 cm großen und 16 beschriebene Seiten umfassenden Heft oder Manuskript reflektiert Hugo über herausragende geschichtliche Ereignisse in Zons, die er der Literatur entnommen, durch Erzählungen von Zeitgenossen oder durch eigene Beobachtungen erfahren hat. Der Berichtszeitraum reicht von der römischen Antike bis ca. 1820/21. Demnach ist der Text zwischen 1821 und 1823, also in den letzten Lebensjahren des Schöffen, entstanden.

Dem äußeren Eindruck nach zu urteilen, dürfte der Text in ein oder zwei Zügen abgefasst worden sein. Es ist denkbar, dass der Chronist die ihm bekannten Begebenheiten oder Erzählungen im Bewusstsein seines nahenden Todes zu Papier brachte, um dieses Wissen für die Nachwelt zu erhalten. Wie dieses Manuskript in den Bestand des Pfarrarchivs gelangt sein könnte, ist unklar. Möglicherweise hatte Hugo auch eine Funktion im Kirchenvorstand.

Die Chronik ist in der Ortsgeschichtsforschung keine unbekannte. Sie wurde bereits 1903 durch den Zonser Pfarrer Adam Otten für seine Zons-Monografie, die erste ihrer Art, benutzt. [1] Vollständig wurde der Text nie ediert. Die spätere Forschung stützte sich durchweg auf die wenigen kurzen Zitate und Kommentare bei Otten, [2] die bedauerlicherweise den Inhalt nicht immer exakt treffen. Der Text enthält darüber hinaus einige interessante Passagen, auf die Otten nicht eingeht.

Hugo war ein offenbar recht ungeübter Schreiber, worauf neben seiner schwerfälligen Ausdrucksweise und Syntax auch die z.T. ungewöhnliche Rechtschreibung und das ungelenke Schriftbild hinweisen. Glücklicherweise ist der Text insgesamt gut erhalten. Nur die letzte Seite ist aufgrund von Papierbeschädigungen nicht vollständig zu transkribieren.

Zurecht sind derartige Chroniken, die aus großer zeitlicher Distanz aufgeschrieben wurden und zudem zu erheblichen Teilen auf unsicheren Quellen beruhen, in ihrem wissenschaftlichen Wert höchst umstritten. Sie sind daher nur mit äußerster Vorsicht zu benutzen. Doch ist unstrittig, dass viele dieser Geschichten bei allem dichterischen Beiwerk auch einen wahren Kern haben. Diesen herauszuschälen ist gerade die große Herausforderung einer kritischen Ortsgeschichtsforschung. Und schließlich bestehen hier auch graduell große Unterschiede: Wenn der Chronist beispielsweise als Zeitzeuge über besondere Ereignisse berichtet oder bestimmte Inschriften zitiert, die heute nicht mehr vorhanden sind, er selbst aber noch lesen konnte, besteht hier weniger Anlass zur Vorsicht, als bei Berichten über Ereignisse aus größerer zeitlicher Distanz. Doch jenseits der Frage der historischen Authentizität spiegelt die Chronik etwas nicht minder Interessantes wider: Den ortsgeschichtlichen Erfahrungshorizont und das Geschichtsbild eines Zonser Bürgers zu Beginn des 19. Jahrhunderts sowie einen kleinen Querschnitt der damals im Ort noch verbreiteten historischen Erzählungen und Legenden, die bis in unsere Zeit verloren gegangen sind.

Erste Seite der Chronik im Pfarrarchiv St. Martinus Zons, Nr. 5.

Transkription

[1r] Zoonser Ursprunck, beschrieben von Scheffen Hugo in Zons

Chronik! [3]

Ein Römischer Felt-Herr nahmens Suntium, der in der Gegent bemelter Statt Zoons ein Lager oder Castrum gesetz, baute an den damahls von Dormagen langs die oder über die Herren-Benden [4] der Reihn flosse, außweiß der alten Reihnufern, baute neckst beym Reihn ein Casteel und nehnte dasselbe Suuns oder in seiner lateinischer Roemer-Muttersprach Suntinum.

Nach langen verflossene Jahrhundert, da die Deü[t]sche die Romer überwunden, geriethe diß Casteel in Untergang. Nach und vor verfile es in Trümmer. Nach eingen verstrichene Seculis [5] zoge Dagobertus der Erste als Konig in Franc gegen die Sachsen an, überwunde dieselbe und schenckte dem heilgen Lamberto die Statt und Kolnische Länd. [1v] Dieser heilige Lambert ware der Intractor in seiner Jugent und geheimer Capinets-Rath, in dem Alter gemelten Dagoberto dem Ersten, deßwegen offerte diß Geschenckt als ein Beutpfennig demselben. Dies erklärt die geschetzte Teatrum Ubiorum. [6]

Da nun das Casteel des Suntium, nach langen Jahren in Verfall gerathten, baute auf die Trümren der Ertzbischoff von Collen Friderich von Vesterburg [7] das itzge Oberschloß als eine Festung am Reihn und die Maur sambt dem Müllenthurm zur Schützwehr des Schloß, und den Goten-Thurn [8] als ein Wachtthurn des Schloß, hatte gegen Osten den Reihn-Strom, gegen Norden den Graben oder Weyer mit zwey auffziehenden Brücken, so mich noch gedenckt, das dieselbe abgebrochen worden, [9] umgabe den Schloß-Hoff mit einer [2r] Maur vom Reihnufer biß zum Goten-Thurn [10] und vom Goten-Thurn biß auff die Maur, so ein Brustwehr langs den danachs lauffenden Reihn-Strom auff den Müllen-Thurn geth, versahe den Vorhoff mit drey Pforten, eine Pfort, so noch brauchbar, die zweyt eine so zugemaurth hinter der Scheur des Henrichen Schmitz, in dessen Hoff noch die alte Pavey [11] licht, deßen Hauß die Wachtstuben gewesen, [12] von welchem Hauß an biß auf die noch brauchbare Pforte alle Häuser haben ans Capitull in Collen biß zur Ankunft der Franzosen Abgaben zahlen müssen. [13]

Die dreyte Pfort ware vom Schloß-Hoff biß auff den Reihn, so noch steth, aber zugemaurth, genenth Unser Lieben Frauen-Pforth, [14] so im Hessenkrig [15] von den Hessen beschossen worden, aber das Mariabilt, so noch oben der Pforte steth, wunderbar nicht verletz worden, wodurch die Andacht zu diesem Gnadenbilt zu [2v] und biß hie hin wehret, um so villmehr, da die Kuglen zurück geprelt und den Feind selbst verletz. [16] Die Beschädung konnte man noch an den Zigelsteinen sehn, ehe und bevor die Pfort überweist worden. Diß ertzehlt die damahls wohnende Halbwinnerin aufm Reihnfelder Hoff, so von Dochter auff Kinds Kinder ford erzehlt worden.

1388, da der Ertzbischoff Friderich de Sarwerden von dem damahlgen Keyser Friderch Barbarossa den Zoll von Neus verschenckt worden, [17] baute derselben den Reihnturn oder S. Peters-Turm außweiß der Inschrift „Anno millesimo trigentesimo octoagesimo octo Friderich de Sarwerden Archiepiscopus Coloniensi“, [18] die Pfahrkirch, [19] das Rathhaus [20] und die Mauren um die Statt, das Hauß oder itzie Schloß vor die Beambte und Pfertstelle, [21] wo zu selber Zeit der Reihn so klein ware, das die Schiffe‑Pfert mitten durch den Reihn gehen konten, die Schiffe zu ziehen. [22]

[3r] Damahls flosse der Reihn annoch von Dormagen langs das Schloß auff Baumberg durch das Eulenloch um Bürgel, [23] welches ein Dorff mit einer Maur umgeben und in sich die Pfahrkirch hatte, wo biß in dem französischen 1794ger Krig alle Jahr um Pfingsten und Osteren die heilge Tauff [24] benediciertz wurde, wo ich selbst mit dem Herrn Sacellano als Custos in meiner Jugent habe hin gehen müßen. [25] Auch so jemand zu Bürgel oder am Auslager sturbe, kame die Zonser Geistlichkeit und führte den Toden biß an oben benehntes Eulenloch, wo dan die Leichen eingesegnet wurden und die Baumberger und Monheymer diese biß dahin gebrachte Leiche wieder einsegnete und zu Baumberg nach den Besegnußen und Ambt beerdigten, wobey ich Augenzeuge bin gewesen.

Oben gemelter Bischof de Sarwerden, [3v] da nun die Mauren der neuen Statt sambt Pforten auffgebaut waren, ladete derselbe Bischof und Churfürst die langs das Reihnufer biß Bürgel wohnende Ackersleuth ein und schribe auf die Pforten und Rathhauß, derjenige, der zo uns bautt als in die neu angelegte Statt Fridstrom, sollte ein Stim bey uns auffm Landtag ewig haben. Den Stütger Walt [26] ihre Viehe weyden, da nun die damahl um Suns Wohnende, so ihre Häuser von Dormagen langs den Reihn gebauth, welche Plätz noch die Hoffstättger den Nahmen führen, [27] doch waren sie noch gewohnt an Suns, konten sie sich an den Nahmen Fridstrom nicht gewohnen, sonder sagten schottweiß [?]: „Laß und Zoons bauen!“, wodurch entlich den Nahmen Zons entstanden. [28]

Aufm Rathhauß stunde in güldenen Buchstaben:

„Hec domus odit, amat, punit, conservat, honorat

Nequitiam, pacem, odium, crimina, jura, probos. [29]

[4r] An einer Seyten des Rathhauß stund oben dem Pranger in schwartzen Buchstaben:

„Oderund peccari male formidine poenae.“ [30]

Inmitten des alten Marck[t]s, so ist von der Majestrat derselben mit Häuser bebaut, stunde das Rollhauß, vor welchem Rathhauß alle Jahr oder sonsten, so Burgergeding gehalten nach gezogener Burger- oder Sturmklock, wurde dasselbe mit einem gestelten Disch und Stüllen vor Maistrath selben unter blauen Himmel gehalten und das Bürgerrecht vorgehalten, die Hierten zeigt. [31]

Nach langen verstrichene Jahren, da die Frantzosen unter Ludwig dem 14ten das gantze Land überschwemt unter dem General Turenne 1646 und eine Festung nach der ander eingenohmen hatte, wollte der französische [32] General Rabenhaubt auch Zons angriffen und so in die Enge getriben durch eine eiserne Falpfort durchgetrungen, also das die Franzosen zwischen zweyen Pforten alle sich versamlet hatten, da retorriten [33] sich die Weiber auff den S. Peters-Turren, [34] erhitzten etwelche [4v] Binenstück, [35] wurffen dieselbe am Zolhauß [36] unter die versamlete Franzosen. Eine von diesen Amazonen wurffe oder fasste vom Gang des Reihnturn einen Haustein [37] herunter und zerpfüntzte dem Rabenhaubt den Kopf. [38] Die andere Schildwacht schosse oben von der Feltpfort und erlegte seinen Obrigsten, wodurch auff das Rathhauß das Annagramm stunde:

„Rabenhaubt me obpungnavit, Goldstein me propungnavit, adjuvant populo Zontinensi“; [39] worin sich auch befind 1646. [40]

Fridrich de Sarwerden hatte auch ein reiches Hospital angelegt vor Krancke, Alte und Reisende, wo jetz das Schulhauß des Weiblenn-Geschlechts steth. [41] 1620 ist gantz Zons abgebrent, außgenohmen der itzge Ancker. [42] Auff dem Hauß des Andreas Lucas am Gibel aufm Kirchhof [43] ist ein Hawstein eingemaurth mit der Inschrift: „1620 ist Zon[s] den 21. Merz abgebrent, verbum Domini manet in aeternum.“ [44]

[5r] 1666 hatt die Pest ville hundert Menschen weggerafft, das Zoll-Cantor [45] ging mit den Beambten auff Sturzenberg, das Cantor ware in der Capell am Feltende. [46] Unter andern hatt sich diese Geschichte zugetragen: Der letzte Meister von der Wüllenweber-Fabrice [47] namens N. Becker, dessen Sohn ich wohl gekent nahmens Georg Becker, [48] flohe vor Zons in einen Baumgarten, baute sich eine Tente, [49] unter anderen bekombt er eine Pest-Beule an eine Wade, greift sein Scheer-Messer, schundete selbe auß und ist glücklich darvon kommen, die Frau stirbt, und man zieth dieselbe auß, legt sie aufs Strohe, nach gezognem Geleuthe steth dieselbe wieder auf. Die Wüllen-Fabrick ware ein Fabrice zwischen Zons und Lenip. [50]

In dem Jahre 1690 biß [16]94 hatt der General Lacrix auf hiesger Heyden mit hunderttausent Man gestanden. Da derselbe genöthig wurde, abzuziehen, lisse er das Garnisaun um Zons ligen. [5v] Dan ebenso hatt auch der damahlger Keyser, welcher Neus entsetz hatt, mit seiner Armee auff der Zonser Heiden mit so grosser Arme gestanden. Wie derselbe uber den Erftstrom gezogen und Carl von Burgund zu Grimmendalshausen [51] geschlagen und Neus befreyd, wordurch die Haufge [52] Laufgraben und Patryen [53] noch zu sehn, [54] die doch Zeit meines Lebens verschwunden, wovon die beyde Felder das Heerfelt und die Heerschleye [55] noch in unsren alten Catastris den Nehmen füren. Nun wieder auf die seckshundertneunger Jahre zurück zu gehen, kame der damahlge Churfürst von Brandenburg desen Truppen und suchten auch Zons zu entsetzen. Die Preussen ladeten bey Dormagen auffem Wellhof [56] einen Wagen mit Schantzen, [57] fülten denselben mit Soldaten an. Ein Granadier, so den Wagen in einen weissen Küttel führte, nahme den Schwens-Jung, [58] [6r] dieser muste das vordere Pfert leiten. Dieser Jung als ein alter Man hatt diese Geschichte auch seiner zweyter Frau erzehlt, die welche diß mir, da ich dem Herren Fridensrichter Meyer, erzehlt. [59] Diese Frau sagte, dieser Mensch, der damahlen der Jung gewesen ist, meinen Man gewesen. Sie wäre von Delhoven zu Hauß. Wie nun den Wagen zur Reihnpfort gekommen und die Statt verschloß[en], rife die Schildwarst: [60] „Wohin mit dem Wagen Schantzen?“. Anwort: „In die Statt, welche der Man im Doplen Esel soll haben“, so steth auf der Stelle der Grüne Walt. [61] Die Pfort wird eroffnet, der Preus führt den Wagen und setz denselben zwerch unter die Pfort, die Soldaten halten auß und machen die Garnesun [62] zu Krigsgefangene. [63]

Nun ware der Churfürst Joseph Clemens [64] in Franckreich geflücht, das Land den Frantzosen übergeben. [6v] Da nun die Sache auffm Reichstag beendigt war, kombt besagter Kurfürst obrück, kombt in Zons an, die Forten waren ihme verschlossen, also sasse derselbe vor der Pfort auf einem Unckelstein, lisse durch seine Granadier die Pfort zusammenhauen, kehrte ins Zollhauß ein, schribe mit Rothstein [65] auff die Wand: „Er kame in seinen Eigenthum und die seinen nahmen ihn nicht auf.“ Diß war noch in dem vorgen Jahrhundert noch zu lesen. [66] Er lisse sich mit einer Senft aufs Schloß thragen, machte die Soldaten zu Gefangen und schickte dieselbe nach Keyserswert. [67] In dem Jahr 1742 losete Clemens die Statt Zons wieder ein und besasse diese Statt zwey Jahr, legte zwey Companien Soldaten ein, frequentierte zwey ad 3 Monath die Jagt und Riegerbeitz [68] und stunde diese Statt wieder ans Capitull ab.

[7r] Zu Anfang des 1700 Jahrhundert sollen die Holländer die Wäll um Zons und Bollwercker mit Palisaden besetz gemacht haben, wo itz villes von geschligt [69] worden. [70]

Im der vorletzre Jahrhundert die Pest in Collen grassierte, [71] hatt das gantze Thum-Capitull in Zons gewohnt und auf alten Schloß auf der Leehnleefen [?] ihr Cohr und Messe gehalten. In meinen Schull-Jahren stunde daselbst noch den Altar. 1757 sturtz einen Gibel an der Feltpforten, zerquetzte 3 Kinder. [72] 1762 residierte der neu erwehlte Churfürst 6 Wochen in Zons biß zur Consecration. [73] 1770 ware in Zons eine algemeine Revolution gegen die Bürgermeister und Rath und wurde eine capitularische Commission von Collen nach Zons gesant. Die Bürger klagten, das Magistrat ihren gemeinen Wall, wo die Fogelstang [74] stunde, Herren Ambtverwalter Mappius [75] erblich verpfacht hätte. [7v] Die Commission bestunde auß dem Herrn Bischof und Dechanten Königseck-Aulendorf, [76] Thumheren von Schampa [77] und Cap. Sindico Bollig. [78] Anword des Bürgermeister Eberle [79] ware, diß wäre zum Vortheil der Gemeinde geschen, weil diß ein gemeiner Platz wäre. Der Bischof sagte: „Was sagstu? Pforten, Wäll und Mauren sind unß übergeben. Man hatt der Gemeinden zu ihrer Kostenbestreitung geben das Reihnfehr, Accis [80] und Weggelt, sonst ist Grund und Boden unser und unß übergeben.“ Mappius muste den Wall abstehn. Hievon bin ich Augenzeuge. [81]

1630 sind die Herr Franciscaner in Zons gekommen. [82] Der erste Guardian ware der Vicarus von Betlem. [83] 1662 erbaute der Thumher von Esch [84] ihre Kirch [85] und das Hauß, so noch in Dormagen steth, den Hasen genehn[t], [86] ihnen zum ersten Kloster. Nachher baute er diß stehende Kloster von Stein, erbauth 6.

1784, da der Reihn durch die Eissfarth so angewacksen, das das Waßer schier dem Altarstein gleich gestanden [8r] und die Statt gantz überschwembt gewesen, außgenohmen am Kreusch-Turren [87] ein Häussgen, wo der Gerichtsdiener noch wohnt. Sontags wurde die h. Messe auf der Schloß-Capell gehalten, [88] es verdruncken 21 Stück Hornviehe. Der Abt von Knechtstett [89] schickte den armen Bürgen einen Nachen angefüllt mit Broth und hollandischen Käß für die Noth leydende Bürgen. Ein hollandisches Schiff fuhre den alten Strom ein langs den Wellhoff von Dormagen auf Zons langs das Schloß und Stattmauer, konte aber wegen Eiß und starcker Drift nicht angehalten und gereth werden biß am Scheckermünster Werd [90] unter Düsseldorff. [91]

1794 biß 1795 erhube sich wieder diese Eißfarth, und zwar ein halben Fuß kleiner, wo ville Wachten der Franzosen, vom Reihnwaßer umgeben, sich nicht retten konten und jamerlich verdruncken. [92] 1799 erhube sich wieder eine Eißfart, also das von dem neue angelegten Kirchhof [93] schier die Toden auß der Erden vor der Feltpford getrieben worden, [8v] wo dan der alte Kirchhof wieder zu Begräbnis der Toden in der Statt eingenohnohmen wurde.

Zuletz im Jahr 1820 erhube sich wieder ein Streit zwischen den Bürger und dem Eyenthumer Her Mattias Aldenhoven, [94] weme den Herren-Platz nahmens der Marck vor dem Schloß [95] eigenthümlich seye. Die Bürge[r] begerthten denselben als ein gemeiner Platz. [Um?] nun die Wahrheit zu sagen: Das unter […] Bürger bey der damahliger Majistrat […] ein Hauß zu bauen angestanden worden, zum Capitul nach Collen verwisen. Peter Müller stunde bey dem Capitul darauf an und erhilte dreyzehn Fuß breith, die welche Joseph Hugo [96] und Jacob Fongeling [97] auß vorgezeigtes Concluniem [98] dem Gericht darzu beordet wurden und must von der Majestrat doch 15 Fuß von der Schloßmaur wegen dem Pakulgengang [?] rund um die Statt, wo vor alten Zeiten dies nun von jedem auf der Stattmaur geb[…] […] herum angerufen wurde. Der Marck, den die junge Burger vor einen Gemeinheits-Platz außschreien, dorften wir zu meiner Zeit nicht bebauen lassen, weilen er damahls Capitularis Grund ware und zum Schloß gehörte. [99]

 

[Text von Thomas Schwabach, erschienen unter diesem Titel in den Blättern zur Geschichte von Zons und Stürzelberg, Bd. X (2005), S. 51-60]



[1] Adam Otten, Zons am Rhein, Düsseldorf 1903.

[2] Einige Pssagen waren Grundlage für die Erzählungen von Maria Elisabeth Kirchhoff-Werle: Dies./Hans Georg Kirchhoff, Zons – Werden und Schicksal einer alten Stadt, Düsseldorf o.J. [1960], S. 65 ff. Überarbeitete Neuauflage unter dem Titel „Zons – Geschichte und Geschichten (= Historische Schriftenreihe der Stadt Dormagen, Nr. 11), Dormagen 1993, S. 55 ff.

[3] Das Wort ist ein deutlich jüngerer Zusatz von anderer Hand, wahrscheinlich von Otten.

[4] Herrenbenden = Flurname in der Altrheinniederung unmittelbar an der heutigen Aldenhovenstraße.

[5] saeculis = Jahrhunderte

[6] Die Angaben über den römischen und frühmittelalterlichen Ursprung von Zons sind dem Bereich der Legendenbildung zuzuordnen. So ist ein römischer Feldherr namens „Sunti[n]um“, von dem sich der Name „Zons“ demnach ableiten soll (bis heute ist die Namensherkunft nicht gesichert), nicht nachzuweisen. Auf eine römische Niederlassung bzw. ein Lager in der ersten Hälfte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts deutet ein mehrfach angegrabenes Urnengräberfeld an der heutigen Deichstraße hin. Der genaue Standort konnte jedoch bis heute nicht lokalisiert werden. Mit Sicherheit befand sich dieser jedoch nicht, wie der Text weiter ausführt, im Bereich der Burg Friedestrom. Ob Zons bereits durch eine Schenkung des Merowingerkönigs Dagobert I. (623-639) an Bischof Kunibert (623-663; hier versehentlich Lambert) zum Bistum (ab 795 Erzbistum) Köln kam, ist nicht gesichert. Die ältesten urkundlichen Belege, die Zons (und seine Zugehörigkeit zum Erzbistum Köln) erwähnen, entstanden erst im 11./12. Jahrhundert, hierunter bezieht sich eine Urkunde auf das sogenannte Testament des Bischofs Kunibert (um 650), dessen Authentizität äußerst fragwürdig ist. Die von Hugo angegebene Quelle „T[h]eatrum Ubiorum“ kann nicht eindeutig zugeordnet werden. Möglicherweise bezieht er sich auf Aegidius Gelenus: De admiranda, sacra, et civili Magnitudine Coloniae Claudiae Aggripinensis Augustae Ubiorum Urbis Libri IV, Köln 1645.

[7] Erzbischof Siegfried von Westerburg (1275-1297). Ihm wird hier irrtümlich der Bau der Festung Zons zugeschrieben. Der Bau der heutigen Anlage mit Stadtmauern und Türmen erfolgte erst nach der Verlegung des Rheinzolls von Neuss nach Zons (1372) und der anschließenden Stadterhebung (1373) unter Erzbischof Friedrich von Saarwerden. Nach der Schlacht bei Worringen 1288 war das ursprüngliche „castrum“ Zons geschleift worden. Es ist denkbar, dass es sich bei den Gebäudegrundrissen und dem alten Wegepflaster, auf die nach einem Zeitzeugenbericht Bauarbeiter 1768 beim Abgraben eines Erdwalls unmittelbar vor dem Feldtor stießen, um Überreste dieses Castrums handelte. [T. Schwabach, Die Schwieren-Chroniken aus Zons, Bemerkenswertes aus einer niederrheinischen Kleinstadt und ihrer Umgebung 1733-1823 (= Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Neuss e.V., Nr. 15), Köln 2005, Eintrag-Nr. 961]

[8] Gemeint ist der Juddeturm.

[9] Das Falltor am Rheintor wurde im Juni 1761 durch das Domkapitel entfernt. [Schwieren (wie oben), Nr. 404]

[10] Hierzu Ergänzung am Rand: „N.B.: Die Goten kommen von Javets Söhn her.“ Die Interpretation, dass sich der Name „Juddeturm“ mit „Judenturm“ übersetzen ließe, worauf Hugo hier mit „Jahwes Söhne“ und „Goten“ (= Juden) anspielt, findet sich häufig. Der Name ist zwar nicht eindeutig geklärt, doch scheint ein Zusammenhang mit der Kölner Patrizierfamilie Judde, die auch in Zons begütert war, am wahrscheinlichsten. Ein Grabstein der Familie aus dem 16. Jahrhundert, der hinter dem Zonser Pfarrhaus ausgegraben worden ist, wurde vor wenigen Jahren neben dem Juddeturm angebracht.

[11] Pavey = Steinpflaster

[12] An der Stelle, wo sich das beschriebene Haus des Hufschmieds Heinrich Schmitz befand (es brannte 1859 ab), steht heute das Haus Schlossstraße 25 [Katasterbücher im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Außenstelle Kalkum]. Das zugemauerte Tor ist vom inneren Burgbereich aus gut zu erkennen.

[13] Es handelt sich um die Bebauung im Bereich des ehemaligen Vorburggrabens, der bereits im 17. Jahrhundert zugeschüttet worden ist. [A. Hansmann, Rheinischer Städteatlas Zons, 2. Aufl. 1990, S. 3] Aus dieser Lage leitete sich offenbar der besondere Rechtscharakter ab.

[14] Gemeint ist das Schlosstor neben der heutigen Freilichtbühne.

[15] Gemeint ist die Endphase des Dreißigjährigen Krieges, als die Hessen unter Oberst Rabenhaupt Zons erfolglos belagerten.

[16] Die Verehrung und Anbetung dieser Madonna, insbesondere in Kriegszeiten, hielt in der Bevölkerung noch bis in das 20. Jahrhundert an. Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese Figur (offiziell) durch Bombeneinschläge am Rhein in etwa 1500 m Entfernung aus der Nische geschleudert und dabei schwer beschädigt. Es lagen jedoch deutliche Hinweise auf eine mutwilliger Zerstörung vor, möglicherweise zur Unterdrückung dieses religiösen Brauchs. [Pfarrarchiv St. Martinus Zons, 549] Die wiederhergestellte Figur befindet sich heute im Kreismuseum in Zons. Der Kopf des Jesuskindchens wurde nie gefunden.

[17] Hier vermischen sich wieder Wahres mit Fiktivem: Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1155-1190) spielte im Zusammenhang mit der Rheinzollverlegung von Neuss nach Zons 1372 durch Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden (1370-1414) selbstverständlich unmittelbar keine Rolle.

[18] Hier wird der Bau des Rheinturms unter Friedrich von Saarwerden korrekt in das Jahr 1388 datiert. Die Inschrift lautet allerdings richtig: „Fridericus de sarwerdena archiepiscopus coloniensis me fecit anno a nativitate domini millesimo trecentesimo octuagesimo octavo” (= Friedrich von Saarwerden, Kölner Erzbischof, errichtete mich im Jahr 1388 nach der Geburt des Herrn).

[19] Die Kapelle und spätere Pfarrkirche wurde 1408 geweiht und 1876 für den Bau der heutigen größeren Pfarrkirche abgerissen.

[20] Mindestens seit dem 18. Jahrhundert war das heutige Haus Schlossplatz 5 das Rathaus. Möglicherweise befand sich auch der Vorgängerbau an derselben Stelle.

[21] Gemeint ist das Gebäude des heutigen Kreismuseums.

[22] Diese Angabe basiert auf einem Eintrag in der Kölner Stadtchronik: „In den jaren uns heren 1388 up sent Katharinen dach [25.11.], do was der Rin also cleine, dat de pert de schif midden in deme Rine up trecken, dat in mans gedenken nie eingeschach, und de putze waren verdruget, dat man rinwasser veil hatte up den gassen“. [Hist. Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften (Hg.): Die Chroniken der niederrheinischen Städte. Cölner Jahrbücher des 14. und 15. Jahrhunderts, Bd. 2, Leipzig 1876, S. 46]

[23] Es ist korrekt, dass Bürgel zu diesem Zeitpunkt noch auf der linken Rheinseite lag. Allerdings floss der Rhein bereits in einiger Entfernung vom Altrheinbogen, der sich entlang der heutigen Aldenhovenstraße erstreckt. [Vgl. Rudolf Strasser: Die Veränderungen des Rheinstromes in historischer Zeit. Bd. 1: Zwischen Wupper- und der Düsselmündung (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 68), Düsseldorf 1992, Karte 4]

[24] Gemeint ist das Taufwasser.

[25] In Bürgel stand die Mutterkirche von Zons. Erst 1593 erfolgte die Erhebung der 1408 geweihten Zonser Kapelle zur Pfarrkirche. Eine enge kirchliche Beziehung zu Bürgel bestand noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Erst 1841 erfolgte die Aufhebung der Pfarrei Bürgel. Vgl. Petra Tutlies: Das römische Haus Bürgel und sein Weiterbestehen bis in unsere Zeit, in: Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg III (1985), S. 76-86.

[26] Der Stüttger Wald befand sich zwischen Stürzelberg und Uedesheim.

[27] Der Flurname „Im Hofstädtchen“ findet sich an der heutigen Aldenhovenstraße in einem Bereich, in dem mehrere Wege zusammenliefen. Er könnte somit tatsächlich auf eine untergegangene Gruppe von Gehöften in diesem Areal hindeuten.

[28] Tatsächlich taucht der Name Friedestrom für Zons, ein Wortkonstrukt, das Friedrich von Saarwerden schuf, mehrfach in frühen Urkunden auf. Der Name hat sich allerdings nur für das Burgareal durchgesetzt.

[29] Übersetzung: Dieses Haus hasst die Schlechtigkeit, liebt den Frieden, bestraft Hass und Verbrechen, schützt das Recht und ehrt die Rechtschaffenden. [Vgl. Adam Otten: Zons am Rhein, Düsseldorf 1903, S. 45]

[30] Dieser Spruch wird von Otten, ebd., falsch zitiert. Übersetzung: Sie mögen verabscheuen, übel (grob) zu sündigen aus Furcht vor der Strafe.

[31] Die Gedinge, wo u.a. die Bürgerrechte verlesen und die Kühe- und Schweinehirten vorgestellt wurden, fanden also vor dem Rathaus im Freien statt.

[32] D.h. hessische.

[33] Retirrieren = sich zurückziehen

[35] Binenstück = Bienenstöcke

[36] Das Zollhaus war ein Vorgängerbau des heutigen Zoll- oder St. Vinzenz-Hauses neben dem Rheinturm.

[37] Haustein = ein behauener, großer Baustein

[38] Dies ist eine Legende. Rabenhaupt wurde nicht am Kopf getroffen.

[39] Überstzung: Rabenhaupt griff mich an, Goldstein verteidigte mich mit Hilfe der Zonser Bevölkerung. Der Spruch wird von Adam Otten (S. 89) falsch zitiert.

[40] Zu den Drangsalen des Dreißigjährigen Krieges in Zons siehe Aenne Hansmann: Geschichte von Stadt und Amt Zons, Düsseldorf 1973, S. 63-66. Auf S. 66 falsche Übernahme des Zitates von Otten.

[41] Gemeint ist das noch heute dort stehende Haus Hospitalplatz 1. Das Hospital stand jedoch wahrscheinlich gegenüber an dem Gässchen vom Hospitalplatz zur Mauerstraße. 1516 wird erstmals ein Hospital innerhalb der Stadtmauern genannt, vermutlich das am Hospitalplatz. [Aenne Hansmann/ Margret Wensky: Rheinischer Städteatlas Zons (Lieferung IV, Nr. 25, 2. Aufl. 1990), S. 11]

[42] Das Gasthaus „Zum Anker“ befand sich bis 1832 auf dem Standort des heutigen Hauses Rheinstraße 4. [Katasterunterlagen Zons im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Zweigarchiv Kalkum]

[43] Das Haus des Tagelöhners Andreas Lucas existiert nicht mehr. Es befand sich gegenüber dem heutigen Haus Grünwaldstraße 6 und fiel in den 1870er Jahren dem vergrößerten Neubau der katholischen Pfarrkirche zum Opfer.

[44] Übersetzung: Das Wort des Herrn bleibt in alle Ewigkeit bestehen.

[45] Cantor oder Contor = Geschäftszimmer

[46] Zu den Vorgängerbauten der heutigen katholischen Pfarrkirche St. Aloysius in Stürzelberg siehe Herbert Milz: St. Aloysius Stürzelberg. 150 Jahre Kapelle und Kirche an der Oberstraße, Dormagen 1988, S. 9-14.

[47] Wollweberei

[48] Leider konnte der genannte Georg Becker nicht in den Matrikeln der Zonser Pfarrkirche gefunden werden.

[49] Tente = Zelt

[50] Lenip = vermutlich falsche Schreibung von Piwipp: Fährhaus an der Rheinkrümmung gegenüber der Stadt Monheim.

[51] Neuss-Grimlinghausen

[52] Haufge = vermutlich Haufen

[53] Patryen = Batterien

[54] Die Franzosen hatten im März 1699 mit der Befestigung von Zons begonnen. Aenne Hansmann, Geschichte von Stadt und Amt Zons, Düsseldorf 1973, S. 68.

[55] Herfeld = Flurname wenige hundert Meter nordwestlich der Zonser Altstadt, zwischen Zons und Stürzelberg; Herschlei = Flurname wenige hundert Meter südlich von St. Peter an der heutigen Bundesstraße 9.

[56] Wellhof = Wallhofer Hof; ehemaliger Hof zwischen Zons und Dormagen

[57] Schanzen = Reisig- oder Holzbündel

[58] Vermutlich ist der Schweinehirt gemeint; denkbar auch der Sohn des Schwanen-Gastwirts (in Dormagen oder Zons).

[59] D.h. die Frau erzählte dies Hugo anlässlich seines Besuchs bei dem Friedensrichter des Kantons Dormagen, Johannes Jacob Meyer.

[60] Schildwache

[61] Die für die Grünwaldstraße namengebende Wirtschaft „Grüner Wald“ befand sich auf dem Standort des heutigen Hauses Grünwaldstraße 6.

[62] Garnison

[63] Die Ereignisse um 1700 sind nicht alle richtig wiedergegeben; vgl. hierzu Aenne Hansmann, Geschichte von Stadt und Amt Zons, Düsseldorf 1973, S. 68-69.

[64] Kölner Kurfürst Joseph Klemens von Bayern (1688-1723).

[65] Rothstein = Rötel, tonartiger Eisenstein

[66] Diese Schrift war also im 18., nicht mehr im 19. Jahrhundert zu sehen, wie Otten, Zons am Rhein, S. 134, fälschlicherweise schreibt.

[67] (Düsseldorf-) Kaiserswerth

[68] Reiherbeize = Falkenjagd auf Fischreiher

[69] geschleift, niedergelegt

[70] Tatsächlich zeigt eine undatierte Altkarte von Zons Schanzwerke um die Zonser Stadtmauer: Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Karten 2312. Die Karte dürfte demnach zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstanden sein.

[71] Gemeint ist die Pestepidemie 1665/66.

[72] Das Unglück ereignete sich am 14. Februar 1760 [T. Schwabach, Die Schwieren-Chroniken aus Zons, Eintrag 388].

[73] Maximilian Friedrich von Königseck-Rothenfels wurde nicht erst 1762, sondern bereits ein Jahr zuvor, 1761, Kölner Kurfürst. Über den feierlichen Empfang anlässlich seines Antrittsbesuchs in Zons im April 1761 berichtet der Zonser Küster Schwieren ausführlich. [T. Schwabach, Schwieren (wie eben), Eintrag 820]

[74] Gemeint ist die Vogelstange, an der die Zonser St. Sebastianus-Schützenbruderschaft ihr Königsschießen veranstaltete. Sie befand sich unmittelbar vor dem Rheintor am Wallgraben.

[75] Franz Bernhard Mappius, Zonser Schultheiß und Schöffe.

[76] Karl Aloys Graf zu Königsegg-Aulendorf, Kölner Domdechant.

[77] Friedrich Ludwig von Scampar, Kölner Domherr.

[78] Johann Heinrich Bollich, Domsekretär, Schöffe und Hofrat.

[79] Johannes Eberle.

[80] Akzise = Verbrauchssteuer

[81] Die Ereignisse werden auch vom Zonser Küster Schwieren ausführlich wiedergegeben. [Einträge 987 u. 989-993]

[82] Die Franziskaner kamen 1646 nach Zons.

[83] Das ist korrekt. Es handelte sich um den Pater Wilhelm Sinzich. [A. Otten, Zons am Rhein, S. 110] Bethlehem war ein bei Bergheim im Erftkreis gelegenes Franziskanerkloster.

[84] Domherr Georg von Eyschen.

[85] Das ist nicht korrekt. Das Kloster am Juddeturm wurde 1654-58 erbaut, die Kirche erst 1665 geweiht. [A. Otten, Zons am Rhein, S. 111-112]

[86] Über eine solche Niederlassung in Dormagen ist nichts bekannt.

[87] Krötschenturm in der Nordwestecke der Zollfeste.

[88] Zu diesem Zeitpunkt existierte also eine solche Kapelle noch im Schlossareal.

[89] Knechtsteden

[90] Es ist unklar, welches Rheinwerth gemeint ist.

[91] Über das 1784er-Hochwasser berichtet Johann Peter Delhoven ausführlich. [Hermann Cardauns/ Reiner Müller: Die Rheinische Dorfchronik des Joan Peter Delhoven aus Dormagen (1783-1823), Dormagen 1967, S. 14-19] Auf S. 18-19 berichtet er auch über das erwähnte holländische Schiff.

[92] Vgl. auch hierzu die Notizen von Johann Peter Delhoven ebd., S. 111-114.

[93] Der heutige Begräbnisplatz vor dem Feldtor wurde 1798 angelegt und geweiht. [Schwieren, wie oben, Eintrag 1065]

[94] Mathias Melchior Aldenhoven (1758-1821), erwarb im Zuge der Säkularisation Schloss Friedestrom in Zons.

[95] Gemeint ist der heute leicht erhöhte Platz vor dem Herrenhaus (heutiges Kreismuseum) an der Schlossstraße. Hier befand sich der alte Marktplatz.

[96] Gemeint ist der Verfasser.

[97] Jacob Füngeling, seit 1763 Zonser Schöffe.

[98] Conclusum = Beschluss

[99] Der Platz vor dem Herrenhaus wurde durch notariellen Akt vom 5. November 1829 durch den Zons-Dormagen-Nievenheimer Bürgermeister Franz Michael Fischer an den Sohn Mathias Melchior Aldenhovens, Franz (1803-1872) verkauft. [Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Außenstelle Kalkum, Not.-Rep. 428, Nr. 7375].